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Cruiser im November 2010

Dieses Magazin ist schwul
CRUISER Edition November 2010
Photographer Ahmetaj Edon,
Pink-Panorama,
Mao’s Last Dancer,
Cat – der menschliche Tiger
Bondage Affairs,
Pornostar Jonathan Agassi,
Chromeo, Sex and the City 2,
The Kids Are All Right,
* ERÖFFNUNG IM *
NOVEMBER 2010
PLATZHIRSCH
ist Treffpunkt, auch Smokerslounge, auch sehenswürdig -
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3
CRUISER Edition November 2010
Inhalt
Kino-Monat
Der November mit seinen früh einsetzenden Abendstunden legt es einem geradezu nahe, wieder
mal ins Kino zu gehen. Das hat sich auch «Pink-Panorama» in Luzern gesagt. Das «Lesbischwule
Festival Luzer, das bis 2006 im Wonnemonat Mai stattfand zeigt jetzt im kühlen Herbst seine
ausgesuchten Filme. Im grossen Kino laufen nun im November die Filme «Mao’s Last Dancer» und
«The Kids Are All Right». Wir haben sie uns angeschaut und beurteilt. Wer beim kühlen Wetter
eher zuhause bleiben will, sollte Lolas «Bondage Affairs» lesen. Sie glaubt: «Statt gestreichelt wird
nun eissig geschnürt».
Martin Ender, Verleger
6
Mao und Muffins
Die bewegende Geschichte des Ballett-Stars Li Cunxin
10
PinkPanorama 2010
Queere Augenblicke im stattkino Luzern
14
Bondage Affairs
Statt gefaselt wird gefesselt
18
T&M feiert den 23. Geburtstag
Dem Gemunkel zum Trotz wird’s noch weitere geben
29
The Kids Are All Right
Eine beinahe normale Familie
34
Branko B. Gabriel trifft...
Cat, der menschliche Tiger
News 4 Prominent 8 Szene 12 Musik 19 Beauty 21 Bart zwischen den Beinen 22
Photographer Ahmetaj Edon 23 Kultur 30 Film 33 VEGAS 29
Hildegard 36 Buch 37 VEGAS 38 Dr. Gay 39 Rainbowline 39 Horoskop 41 Agenda 42
4
News CRUISER Edition November 2010
Internationale
News
Florida
Adoptionsrecht für homose-
xuelle Paare
Das oberste Berufungsgericht von Florida hat
das Verbot der Adoption durch gleichgeschlecht-
liche Paare gekippt. Das Adoptionsverbot für Ho-
mopaare sei verfassungswidrig, betonte Richte-
rin Cindy Lederman in der Urteilsbegründung
Ende September. Die Juristin bemühte auch die
Forschung zur Begründung ihrer historischen
Ent scheidung. E s gebe kei ne w issen sc haf tl ichen
Gründe zur Verweigerung des Adoptionsrechts
auf Grund der sexuellen Orientierung der po-
tentiellen Eltern, so Lederman. Zudem sei nicht
einzusehen, dass gleichgeschlechtliche Paare
zwar Pegeeltern sein dürften, nicht aber Ad-
optiveltern. Geklagt hatte der 49-jährige Mar-
tin Gill. Er wollte zwei junge Brüder adoptieren,
für die er und sein Lebenspartner seit 2004 im
Auftrag einer staatlichen Stelle als Pegeeltern
gesorgt hatten.
Moskau 1
Neuer Bürgermeister so schwu-
lenfeindlich wie der alte
An der strammen schwulenfeindlichen Hal-
tung der Moskauer Stadt regier ung wird sich z u-
nächst auch nach dem Sturz des extrem schwu-
lenfeindlichen rgermeisters Juri Luschkow
nichts ändern. Russlands Präsident Dmitri
Medwedew hat Luschkows bisherigen Stellver-
treter Wladimir Ressin zum kommissarischen
Bürgermeister berufen. Ressin versicherte mit
Nachdruck, an der antischwulen Politik fest-
zuhalten. Energisch wies er Gerüchte zurück,
einen CSD in der russischen Hauptstadt erlau-
ben zu wollen. Er behandle jeden gleich, liess
Ressin russische Medien wissen. Nur eben nicht
Schwule und Lesben. Der inzwischen im öster-
reichischen Kitzbühl im Exil lebende Luschkow
hatte zwischen 2006 und 2010 fünf Mal ein
harsches «Njet» gegen den CSD eingelegt.
Moskau 2
Behörden erlauben verse-
hentlich Schwulendemo
In Moskau wurde nach dem Sturz des schwu-
lenfeindlichen Bürgermeisters Juri Luschkow
und vor der Ernennung eines kommissarischen
Stadtchefs überraschenderweise Anfang Okto-
ber erstmals eine schwule Demonstration ge-
nehmigt. Etwa zwanzig russische Schwule de-
monstrierten vor dem ro der zur Lufthansa
gehörenden Fluglinie Swiss, weil die Airline
russischen Sicherheitskräften erlaubt hatte, Rus-
slands prominentesten Schwulenaktivisten Ni-
kolai Alekseew im Abugbereich von Swiss auf
dem Moskauer Flughafen zu verhaften und auf
russisches Staatsgebiet zurückzubringen. Alek-
seew wurde mehrere Tage ohne Kontakt zur
Aussenwelt von der Polizei in Haft gehalten. Die
Beamten hätten Druck auf ihn ausgeübt, seine
Klagen gegen die CSD-Verbote in Moskau zu-
rückzuziehen, sagte Alekseew nach seiner Frei-
lassung gegenüber internationalen Medien.
Peking
Verhaftungswelle im
Cruisingpark
Man muss kein politischer Dissident in China
sein, um in unerfreulichen Kontakt mit der
Staatsmacht zu kommen. Das stellten die kom-
munistischen Behörden in Peking kurz vor dem
Nationalfeiertag (1. Oktober) mal wieder unter
Beweis. Spezialeinheiten der Polizei nahmen in
einem bekannten Cruisinggebiet in der chine-
sischen Hauptstadt schwule nner fest. West-
liche Medien berichteten von 80 Festnahmen,
hrend staatliche chinesische Blätter gar von
mehreren Hundert sprachen. Die Polizei habe
die Personalien der Männer aufgenommen. Zu-
dem soll den Betroffenen auch Blut abgenom-
men worden sein. Razzien an Schwulen-Treff-
punkten sind in China nichts ungewöhnliches,
wie die Behörden auch schwule Internetmedien
zensieren und blockieren. In China ist gleichge-
schlechtlicher Sex seit 1997 legal.
Guadalajara
Gouverneur und Kardinal
gegen Homo-Ehe
In einer Rede in Guadalajara, der Hauptstadt des
mexikanischen Bundesstaates Jalisco, wetterte
Gouverneur Emilio Gonzalez gegen die Homo-
Ehe. Alles andere «kotzt mich an», sagte der
Politiker. Das politisch-katholische Establish-
ment von Guadalajara ist das Zentrum des Wi-
derstands gegen die in Mexiko City eingeführte
Homo-Ehe. Einer der schwulenfeindlichen
Wortführer ist Kardinal Juan Sandoval, Erzbi-
schof von Guadalajara. Der Kardinal hatte für
Schlagzeilen gesorgt, als er dem rgermeister
von Mexiko City vorgeworfen hatte, zur Durch-
setzung der Homo-Ehe die Richter des Supreme
Court bestochen zu haben. Das Gericht hatte im
vergangenen August das im Dezember 2009 er-
lassene Gesetz für rechtsgültig erklärt.
Jakarta
Dümmer als der Koran
erlaubt
Schwule sind schuld an Aids. Diese weltfremde
Botschaft twitterte Indonesiens Informations-
minister Tifatul Sembiring Anfang Oktober an
5
CRUISER Edition November 2010 News
die indonesische Öffentlichkeit. Als «Beweis»
führte Titaful, Mitglied der islamistischen Ge-
rechtigkeits- und Wohlfahrtspartei, den Koran
an. In dem heiligen Buch der Muslime werde
Homosexualität als «minderwertig» bezeich-
net. Mit seinem Kommentar trug der Minister
zu den Protestaktionen der radikalen Organi-
sation «Islamische Verteidigungsfront» gegen
das schwule Filmfestival «Q Fest» bei, das Ende
September zum 9. Mal in Indonesiens Haupt-
stadt Jakarta stattfand. In der Vergangenheit
hat Tifatul immer wieder Porno grae sowohl
für die Ausbreitung von Aids als auch für Na-
turkatastrophen verantwortlich gemacht. Die
«Islamische Verteidigungsfront» geht immer
wieder mit Gewalt gegen Schwule und Trans-
sexuelle vor.
Dublin
Irische Präsidentin zeigt
schwulenfeindlicher Parade
die kalte Schulter
Die irische Psidentin Mary McAleese hat ihre
Teilnahme an der Parade zum St. Patrick´s Day
im kommenden Jahr in New York abgesagt. Of-
ziell sollen es «Termingründe» sein, die die
59-Jährige daran hindern, als Ehrengast an der
wichtigsten irischen Veranstaltung in den USA
teilzunehmen. Beobachter gehen aber davon
aus, dass die in Irlands Gay Community popu-
re Präsidentin nicht mit einer schwulenfeind-
lichen Veranstaltung in Verbindung gebracht
werden will. Seit gut zwei Jahrzehnten weigern
sich die Veranstalter der St. Patrick‘s Day Para-
de, einen Wagen schwuler und lesbischer Iren
zuzulassen. New Yorks rgermeister Michael
Bloomberg nimmt sowohl an der Patrickstag-
parade in Manhattan als auch an der im Stadt-
teil Queens teil. Bei Letzterer sind Schwule und
Lesben willkommen.
Kathmandu
Schwule verhaftet
70 Schwule und Transsexuelle wurden Mitte
September in Kathmandu bei einer Demonstra-
tion für die Einführung von Personalausweisen
für Transsexuelle festgenommen. Unter den
Verhafteten befand sich nach internationalen
Medienberichten auch Sunil Pant, der erste of-
fen schwule Parlamentsabgeordnete Nepals.
Die Demonstranten forderten die Umsetzung
eines Gerichtsurteils aus dem Jahr 2007, das
Menschen aller sexuellen Orientierungen und
Identitäten die rechtliche Gleichstellung garan-
tiert. Nepals Innenminister Bhim Rawal wei-
gert sich jedoch, Transsexuellen Personalaus-
weise mit dem Merkmal «Drittes Geschlecht»
auszustellen. Ohne Ausweis ist in Nepal weder
der Hochschulbesuch möglich, noch kann man
einen Arbeitsplatz bekommen. «Selbst die Be-
handlung in einem Krankenhaus ist ein Pro-
blem», sagte Pant.
Rotterdam
Cruisingreservat eingerichtet
Eine Art Cruising-Wanderweg hat jetzt die
Stadtverwaltung von Rotterdam in einem bei
schwulen nnern beliebten Waldgebiet ein-
gerichtet. Die Suche nach dem schnellen Frei-
luftsex ist in Zukunft nur noch im ausgewie-
senen Gebiet erlaubt. Wer «es» ausserhalb des
Cruisingreservats tut, muss mit einer Strafe
rechnen. Mit dieser Regelung wolle die Stadtre-
gierung der holländischen Metropole die unter-
schiedlichen Interessen der hrlich drei Millio-
nen Waldbesucher wahren, sagte Stadtrat Robin
de Roon gegenüber holländischen Medien. Die
einen wollten nackt in der Sonne liegen, andere
grillen, wieder andere mit ihren Kindern einen
Spaziergang machen. «Jeder bekommt seinen
Platz», sagte de Roon. Eine ähnliche Initiative
hatte es bereits im vergangenen Jahr in Amster-
dam gegeben.
Kampala
Mordaufruf gegen Schwule
Eine neue ugandische Boulevardzeitung ruft
zum Massenmord an Schwulen auf. In seiner
Oktoberausgabe startete das Blatt die Veröffent-
lichung von Fotos angeblicher Schwuler. Insge-
samt wolle man die «100 Top-Homos» outen, ver-
kündete das Magazin und forderte: «Hängt sie!»
Homosexualität ist in Uganda illegal und kann
mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Im
Parlament des afrikanischen Landes ist zudem
eine Gesetzesinitiative von Ugandas Präsident
Yoweri Museveni ngig, die die Todesstrafe für
Schwule vorsieht. Musevenis Gattin hat jüngst
propagiert, ausländische Organisationen wür-
den junge ugandische nner dafür bezahlen,
schwul zu werden. Das Boulevardmagazin griff
diese groteske Unterstellung auf, indem es be-
hauptete, mehrere 10 000 Schulabgänger seien
bereits in Schwulenorganisationen aktiv.
New York
UN-Generalsekretär wirbt für
Toleranz
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte
im September an die Mitgliedsstaaten der UN,
niemanden wegen seiner sexuellen Orientie-
rung zu diskriminieren. «Gesellschaftliche An-
sichten sind nur schwer zu ändern, aber kul-
turelle Rücksichtnahmen sollten nicht den
Menschenrechten im Weg stehen», hiess es in
der Botschaft des Südkoreaners zur Eröffnung
der Sitzungsperiode des UN-Menschenrechts-
rats in Genf. «Wir sollten uns darum kümmern,
dass jeder den vollen Schutz der internationa-
len Menschenrechtsgesetze erhält, statt nach
Schlupöchern zu suchen, wie bestimmte Per-
sonen davon ausgeschlossen werden können.»
Im Mai dieses Jahres hatte sich Ban Ki-moon in
Ma lawi persönlic h f ür die Frei la ssung ei nes we -
gen Homosexualität inhaftierten Paars einge-
setzt. Nach Angaben der UN wird in 78 Ländern
Homosexualität noch immer kriminalisiert.
Los Angeles
Schwuler saudischer
Diplomat bittet um Asyl
Ein Diplomat aus Saudi-Arabien hat wegen sei-
ner Homosexualität in den USA um politisches
Asyl gebeten. Er fürchte bei einer Rückkehr in
seine Heimat um sein Leben, sagte der Mitar-
beiter des saudi-arabischen Konsulats in Los
Angeles gegeber einem amerikanischen
Fernsehsender. In Saudi-Arabien kann Homo-
sexualität nach islamischem Recht mit dem
Tod bestraft werden. Als seine Homosexualität
bekannt wurde, sei ihm die Erneuerung seines
Diplomatenausweises verweigert worden. Ame-
rikanischen Medienberichten zu Folge soll der
Diplomat auf einer saudi-arabischen Webseite
den Islam saudi-arabischer Prägung als «rück-
ständig» kritisiert haben. Darüber hinaus habe
der Mann mit der Veröffentlichung von Details
des angeblichen Lotterlebens von Mitgliedern
des saudischen Königshauses in USA gedroht.
6
Kino CRUISER Edition November 2010
Mao und Muffins
Die bewegende Geschichte
des Ballett-Stars Li Cunxin im
Kino.
Von René Gerber
Was kostet Freiheit? Wie frei ist
Kunst? Wie nstlich schmeckt
Pepsi? «Mao’s Last Dancer»
nimmt den Zuschauer mit auf
eine Reise von der chi ne-
sischen Provinz zur amerika-
nischen Opernbühne, die
zum Tanz der Gefühle auf poli-
tischem Parkett wird.
«Damit kannst du nicht gehen», sagt der Schuh-
macher, als er immer schwerere Gewichte an der
Sohle befestigt. «Ich will damit nicht gehen, ich
will iegen», antwortet der Junge. Unermüdlich
pft er mit dem Blei an den Füssen die Treppe
hoch, trainiert seinen Körper hart, um später
sc heinbar federle icht ta nzen z u können. Der Bal-
lettschüler träumt von einem Tanz in die Frei-
heit, die Last an den ssen und auf der Schulter
wird er aber nicht so schnell abwerfen können.
Der Junge heisst L i Cun xin, der Film heisst Maos
Last Dancer. Als Produzentin Jane Scott die Best-
s e l l er - A ut o bi o g r a  e d e s c h i n e s i sc h e n Tä n z e r s l a s ,
war ihr rasch klar: «Bei diesem Buch drängt sich
ei ne Ver l mung geradezu au f. » Ja n Sa rdi, der f ür
Shine bereits die Lebensgeschichte des Pianisten
David Helfgott fürs Kino bearbeitete, schrieb das
Drehbuch, Bruce Beresford (Driving Miss Daisy)
über na hm d ie Regie. Be i de r au f wändigen Suc he
nach Darstellern und Schauplätzen scheute die
Crew keine Mühe. Lis ländlicher Heimatort war
inz wi sc he n von der Stadt Tsi ng tao einge meindet
worden, die Häuser abgebrochen, die Bevölke-
rung in Wohnblocks zwangsumgesiedelt. In der
Nähe von Peking fanden die Filmmacher dann
in einem malerischen Dorf und in einer verlas-
senen Tanzschule endlich eine authentische Ku-
lisse. I n Aust ralien wa r «M aos L ast Dance r» e iner
der zehn erfolgreichsten Filme aller Zeiten, an
Festivals von São Paulo bis Seattle hat er Publi-
kumspreise gewonnen, und nun kommt er end-
lich auch in Europa auf die Leinwand.
Tragik und Triumph
Die Anfangsszene zeigt, wie Li Cunxin die ame-
rikanische Grenze überschreitet. Hier macht
er nun Bekanntschaft mit Meinungsfreiheit,
Mixer und Mufns, trinkt bei seinem ersten
Discobesuch seine erste Pepsi und ist dabei sehr
skeptisch, stark genug w urde ihm in seiner Hei-
mat das Misstrauen gegenüber Amerika und
dem Kapitalismus eingeimpft. Er reist nicht
nur im Dienste seines Traums, sondern auch im
Dienste seines Landes.
Parallel dazu erlebt der Zuschauer als krassen
Kontrast Lis Kindheit und Jugend in China. In
ndlicher und ärmlicher Umgebung wächst er
a u f , w i r d i n d e r S c h u l e v on M a d a m e M a o’ s T a l e nt -
suchern fast zufällig ausgewählt, seiner Familie
entrissen und in der Pekinger Tanzakademie
während sieben Jahren gedrillt. Zunehmend
wird das Ballett für Maos Kulturrevolution in-
strumentalisiert. Im Rahmen eines Austausch-
programms erhält der ehrgeizige Li dann als
einer der ersten chinesischen Tänzer überhaupt
die Chance, in die USA zu reisen. Li lernt Liz
kennen, und obwohl im asiatischen Restaurant
ihr das Chinagemüse ebenso zäh erscheint wie
ihm die amerikanische Sprache, nden die bei-
den zueinander. Bei seiner ersten Autofahrt
durch Houston lernt er staunend das Wort
«fantastic», bald darauf steht er als gefeierter
Tänzer auf der Opernbühne, und nun ist es das
Publikum, das staunt und «fantastic» raunt.
Doch der triumphale Erfolg wird von der Ver-
gangenheit überschattet, Li soll zurück nach
China geholt werden. Politische und persön-
liche Lage spitzen sich zu, als er im Konsulat
festgehalten wird und eine folgenschwere Ent-
scheidung treffen muss, die nicht nur ihn, son-
dern auch seine Familie in China betrifft.
Kunst und Kitsch
Et was gar plakat iv rei ht der Film K lischees anei-
nander, um den Kulturschock zu visualisieren.
Er konzentriert sich ganz auf die Gefühlsebene,
viele kritische Fragen werden nicht nur nicht
7
CRUISER Edition November 2010 Kino
beantwortet, sondern gar nicht erst gestellt,
und obwohl die Emotionen im Vordergrund ste-
hen, dauert es ziemlich lang, bis man Li näher
kommt. Das kann allerdings kein Vorwurf sein,
denn dieses Unnahbare hat auch mit der Story
zu tun. Li bleibt nicht nur dem Zuschauer
fremd, sondern auch seiner Frau Liz. «Du ver-
stehst mich einfach nicht» sagt er zu ihr in ei-
ner der Schlüsselszenen, und tatsächlich ist es
für uns schwer vorstellbar und nachzuvollzie-
hen, was es heissen mag, in China aufzuwach-
sen. Der Inhalt wird zwar als klassische Teller-
scher-Geschichte inszeniert, doch es gibt
grosse Unterschiede, Li kämpft für seine Frei-
heit und seinen Traum, aber er hat diesen Traum
nicht selbst gewä hlt, er w urde von ei nem kol lek-
tiven System dazu bestimmt. Ob er wirklich
tanzen will oder nur denkt, es tun zu müssen,
bleibt letztlich offen. Erst viel zu spät schöpft
der Film das emotionale Potenzial seiner Vorla-
ge aus, als es zum Wiedersehen mit Lis Familie
kommt. Hier wird die komplexe Verechtung
von individuellem Schicksal, internationaler
Politik, Kunst und Öffentlichkeit in einer un-
glaublich dichten und starken Szene deutlich.
Schade nur, dass die Geschichte nachher wieder
ins kitschige Melodrama abdriftet. Man wird
den Eindruck nicht los, das Drehbuch hätte sich
für ein rührseliges Musical besser geeignet als
für einen wirklich berührenden Film.
Eine komplexe Autobiograe kann man wohl
nie wirklich befriedigend auf die Leinwand
bringen, und unbedingt sehenswert ist der Film
dann trotz dieser Schwächen. Weil er eine fas-
zinierende Lebensgeschichte erzählt, weil er
durch die Brille dieses persönlichen Schicksals
eine spannende Sicht auf China erlaubt, gerade
im Hinblick auf Nobelpreisträger und Sportler
sehr aufschlussreich und aktuell, und nicht
zuletzt auch, weil die Ballettszenen ein echter
Genuss sind. Auch die Schauspieler überzeugen,
Chi Cao in der Rolle des erwachsenen Lis wirkt
sehr glaubwürdig, besonders stark in Erinne-
rung bleibt zudem Bruce Greenwod, der den
künstlerischen Leiter des Balletts in Houston
spielt, offensichtlich schwul, obwohl das nie
explizit gezeigt oder ausgesprochen wird, ir-
gendwie scheint der Film einen weiten Bogen
um dieses Thema zu machen. Greenwod stellt
seine launische Affektiertheit perfekt dar, ohne
in übertriebene Stereotypen zu verfallen. In
einer Nebenrolle als Anwalt zu sehen ist Kyle
MacLachlan, der Orson Hodge aus Desperate
Houswives.
Was danach kam…
Was der Film nicht mehr zeigt: 16 Jahre lang
tanzte Li Cunxin in Texas, tourte rund um die
Welt und galt bald als einer der weltweit besten
Tänzer. Inzwischen lebt er mit seiner zweiten
Frau und zwei Kindern in Melbourne, wo er
mit 35 eine zweite Karriere einschlug. 1997 be-
gann er sein Wirtschaftsstudium und erhielt
danach eine Anstellung als Senior Manager bei
einem renommierten Aktienhändler. Noch im-
mer Mitglied des australischen Balletts, stand
er um fünf auf für das Training, arbeitete den
ganzen Tag als überaus erfolgreicher Börsen-
makler und hatte am Abend Auftritte. Ein Über-
ieger mit schweren Gewichten an den Füssen
ist er also geblieben. Dieses Bild wird Li Cunxins
einzigartiger Biograe wohl eher gerecht als
das kitschige Happy End im Film.
Mao’s Last Dancer, Ab 4. November im Kino
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Prominent CRUISER Edition November 2010
Joan Collins
Wenn wir gerade den Serien der 80er Jahre hul-
digen, so muss auch eine weitere Ikone erwähnt
werden: Joan Collins. Die englische Aktrice
spielte die Hauptrolle im ärgsten Rivalen von
Dallas, mlich Dynasty. In deutschsprachigen
Ländern eher als Denver Clan bekannt. Dieser
warf mit noch mehr Öl und Millionen um sich
als die texanische Sippe. Und Joan Collins als
Alexis Colby denierte darin die schlaue, starke
Weiblichkeit völlig neu: als schönes Biest. Ei-
gentlich war Joan Collins jedoch immer eine
Art billige Kopie von Elizabeth Taylor, welche
sich in Hollywood nie grossartig beweisen
konnte. Dies änderte sich schlagartig mit Dy-
nasty. Seither hat die TV-Diva ausgesorgt. Zwi-
schendurch fährt sie aber immer noch gerne
ihre Krallen aus. So schoss Joan Collins jüngst
gegen ihre junge Kollegin Jennifer Aniston, dies
exklusiv gegenüber der Daily Mail. Aniston sei,
so Collins, «nett», aber überhaupt nicht hübsch
im klassischen Sinne. Das Hollywood von heu-
te biete überhaupt nur eine Schönheit, näm-
lich Angelina Jolie. Ein Doppelschlag für Jen-
nifer Aniston, schnappte ihr doch Angelina
den Mann weg. Vielleicht eine verwandte Seele
für Joan Collins, welche bereits in fünfter Ehe
steckt und mit 77 Jahren wohl so leicht keinen
Filmpartner mehr um den Finger wickelt. (dd)
John Travolta
Mit 56 wird er nochmals Vater. Eine der grossen
Fragen ist, wie das Brüderchen von Ella Bleu
heis sen wird, denn der Trend zu exotischen Na-
men ist unter Promis ngst ein Wettkampf. Was
Mr. Nightfever da nach Sage Moon Blood (Syl-
vester Stallone), Apple (Gwyneth Paltrow) und
Princess Tiaamii (Katie Price) noch bietet? Ali-
cia Keys hat mit Egypt Daoud Dean auch schon
wacker vorgelegt. Weiterhin im Trend und von
der Klatschpresse ebenfalls wettkampfmässig
betrieben sind Outings. Hollywood ist, glaubt
man all den selbsternannten Insidern, minde-
stens so schwul wie schwanger. Travolta liess
seine Frau Kelly Preston sitzen und hatte Spass
in Spas, angeblich. In einschlägigen Saunas
soll er sich mit seinem Lover getroffen haben.
Zudem wurde gemunkelt, Preston täusche die
Schwangerschaft mit einer Silikon-Attrappe
nur vor. Googlet man Travolta, wird neben «Gre -
ase», «Movies» und «Baby» auch gleich der Such-
begriff «schwuvorgeschlagen. Marlon Brando,
Tom Cruise, Will Smith, Zac Efron… Wer hat
noch nicht, wer will nochmal? Die britische Yel-
low Press berichtet ebenfalls Brisantes: Gleich
drei Liebhaber von Prinz Charles will sie aus-
ndig gemacht haben. Sogar Eisbär Knut sorgt
für Aufsehen, weil er sich nicht für das andere
Geschlecht zu interessieren scheint. Homoge-
rüchte lassen sich als Titelstories offenbar fast
so gut verkaufen wie Babyfotos. Ob irgendwo ir-
gendw as dran ist, werden w ir wohl n ie er fahren,
und das ist auch gut so. Bleibt zu hoffen, dass es
Hollywoods nächste Generation etwas einfacher
haben wird, trotz schwieriger Vornamen. (rg)
Vize-Miss
Seit ein paar Wochen hat die Schweiz eine neue
Königin. Nein, nicht die frischgewählte Bundes-
rätin meinen wir, sondern die Miss natürlich.
Die schlanke Queen Cook macht Sommarugas
Glamour-Dezit locker wett und sorgte, wie es
sich gehör t, direkt nac h den dicken Freudenträ -
nen für fette Schlagzeilen. Zuerst, weil sie ihr
Kaninchen in Einzelhaft lt, und hier hätte
man ja bereits stutzig werden sollen, dann, weil
ihr Biologie-Studium eine glatte Lüge war. Nicht
zum ersten Mal fragt man sich: re die Zweit-
platzierte, das Sarah-Jessica-Parker-Double Sa-
brina Guilloud, die Bessere gewesen? Oder die
Dritte, Jennifer Hurschler, die mit Humor und
Sommersprossen punktete? Früher wurden sie
elegant Première und Deuxième Dauphine ge-
nannt, spätestens seit Xenia Tchoumitcheva
wissen wir: Den Vize- und Fast-Missen gehört
die Welt! Möglicherweise wird die nächste Vize-
Miss Züri nach ihrem Amtsjahr Stadtpräsiden-
tin, oder der Dritte der kommenden Mr. Gay-
Wahl wird Bundesrat. Komplett übertrieben?
Schön r‘s. Die Drittplatzierte der Miss-Alaska-
Wahlen 1984, eine gewisse Sarah Palin, bereitet
gerade ihren US-Präsidentschafts-Wahlkampf
vor. Das Konzept lässt sich gerechtigkeitshalber
auch umkehren. Die Dritte der Bundesratswahl
2010, Karin Keller-Sutter, als Miss Schweiz 2011?
Warum eigentlich nicht? (rg)
Dallas
Kein Gerücht: Dallas, die Kultserie der 80er, soll
bald wieder über die Mattscheibe immern.
Nicht als schnöde Wiederholung im Morgenpro-
gramm, sondern als blitzblanke Fortsetzung in
der Prime-Time. Der Fernsehsender TNT wittert
mit einer Neuauage einen fetten Erfolg, denn
schliesslich boomen TV-Serien und verdngen
allmählich das Kino. Weshalb also nicht die
Gunst der Stunde nutzen und Dallas, jenem
bahnbrechenden TV-Klassiker, neues Leben ein-
hauchen? Dallas, das war sprudelndes Öl, ge-
paart mit einer glamourösen Familie, dessen
Oberhaupt so ziemlich alles in den Schatten
stellte: J.R. Ewing. Unvergleichlich dargestellt
von Larry Hagman. Die halbe Erde schaute da-
mals in die Röhre, wenn J.R. sich Reichtum und
Macht erkämpfte, während Ehefrau Sue Ellen
an der Flasche hing und der gutherzige Bru-
der Bobby zu schlichten versuchte. Nicht zu
vergessen die längste Traumsequenz der Film-
geschichte: eine volle Staffel lang die Wie-
derauferstehung des Bobby Ewing! Ein neues
Dallas könnte indes nie in diese Fussstapfen
treten. Damals verlangte der Zeitgeist nach die-
sem Format. Was sollte daher ein J.R. heute tun?
Schliesslich ist Larry Hagman schon 78! Frönen
wir also lieber dem Klassiker, welcher heute als
DVD erhältlich ist. (dd)
9
CRUISER Edition November 2010 Prominent
Gavin Rossdale
nger Gavin Rossdale, auch als Gwen Stefanis
Gatte sowie Kumpel von Roger Federer bekannt,
experimentierte früher mit Männern rum. Se-
xuell, versteht sich. Dies gab der Bush-Front-
man der Presse gegenüber bekannt. Ein intimer
Einblick, welcher nicht von ungefähr kommt.
Letztes Jahr behauptete der nger Peter Ro-
binson in seiner Autobiograe, er habe eine
jahrelange Affäre mit Gavin Rossdale gehabt.
Beweisfotos legte er auch noch bei (ssend).
Zum besseren Verständnis, jener Peter Robinson
war in der 80ern eher als «Marilybekannt,
eine Art Boy George für Arme, welcher sich aber
dessen Stils bediente und mit dem Song «Calling
Your Name» einen riesigen Hit landete. Gavin
Rossdale lief in ähnlichen Outts rum und
dies sah mit Verlaub ziemlich schwul aus. Nun
beschreibt Rossdale diese Zeit als Experiment.
Er habe seine schwule Vergangenheit vor der
Boulevard-Presse geheim halten wollen. Heute
sei er denitiv nicht mehr schwul: «Man muss
wissen, was man mag – und ich weiss, was ich
mag», so Gavin Rossdale. Das ist erfreulich für
Gwen Stefani. Aber was denkt wohl Roger Fe-
derer? (dd)
Star TV
Wer kennt es nicht? Mitten in der Grauzone zwi-
sc hen sehr spät u nd sehr f rüh kommt ma n nach
Hause und zappt durch die Programme. Heli-
kopteraufnahmen, eine hysterische Blondine,
die Tiere mit exakt dreimal Es sucht, die News
von gestern, ein Cheminéefeuer auf Arte und
schliesslich hemmungslose Girls, die «Webcam-
Erotik in völlig neuen Dimensionen» verspre-
chen auf Star T V. Falls man nun einschläft, gibt
es später ein böses Erwachen. Sanft eingebettet
zwischen Softporno und Promik latsch hält ICF -
Chefpastor Leo Bigger seine Predigt neu auch
auf der Mattscheibe. Der Gottesdienst sieht aus
wie ein Popkonzert, und er heisst auch nicht
Gottesdienst, sondern ganz cool Celebration. In
den Kursen «Bible Basics» und «Bible Challenge»
ler nen die A nhä nger der Frei kirche, dass Homo -
se xualität eine Sünde i st. Nur we nn sie ausge lebt
wird natürlich, denn an und für sich ist sie eine
heilba re Ve rk rü mmung de r Ident ität. Die Of f-Ta -
ste ist in diesem Moment sehr verlockend, aber
auch die Teletext-Taste hat ihren Reiz: Da gibt es
parallel zur Predigt explizite Mann/Mann-Kon-
taktanzeigen (1.50/SMS) und auf der nächsten
Seite die Nummer einer Wahrsagerin, die bei Fi-
nanzproblemen hilft (4.50/min). Wer die Moral
doppelt sieht, hat hier nicht zwingenderweise
zu wild gefeiert. Warum sich ICF gerade Star TV
als neue Plattform ausgesucht hat? Trendy? n-
stig? Irgendwie passt es doch, denn ICF verfügt
in der Schweiz über fast so viele prominente Aus-
ngeschilder wie Scientology in Hollywood:
Stéphanie Berger, Carmen Fenk, Claudio Min-
der… Nicht zu vergessen Jeanette Meier. Einst
stürmte sie als «E-Rotic»-Sängerin die Hitpara-
den mit «Fred Come to Bed» oder «Fritz Love my
Tits», heute moderiert die bekehrte Blondine das
«Fenster zum Sonntag». Ihre Fernsehkarriere
begann übrigens mit einem billigen Erotikma-
gazin auf Star TV. (rg)
Patrick Lindner
Der schwule Schlagerbarde Patrick Lindner
beweist sich immer mehr als leuchtende Gal-
lionsgur der Gay-Community. Nun, das ist
vielleicht etwas hochtrabend, aber es ist dem
Schnulzensänger hoch anzurechnen, dass er
sich in einer Branche outete, in der Homosexua-
lität verpönt war. Heute ist das anders, dennoch
brachen Lindners Plattenverkäufe brutal ein.
Aber er stand zu seiner Neigung, adoptierte wei-
ter einen russischen Waisenjungen und machte
Schlagzeilen durch Finanzprobleme und eine
schmutzige Trennung von seinem Lebenspart-
ner. Ganz wie ein Hetero. Nun ist er in einer
weiteren Beziehung ein Vorreiter geworden. An-
lässlich seines 50. Geburtstages wurde Patrick
Lindner von Queer.de ins Verhör genommen
und da spielte auch sein Alter eine Rolle. Von
wegen «was denn auch los sei mit Sport oder
Schönheits-OP, ist ja schliesslich wichtig bei
uns Schwulen. Doch darauf konterte der Schla-
gerstar ziemlich gelassen, dass er eigentlich
kein sportlicher Mensch sei. Und setzte einen
drauf: «Jede Falte ist auch ein Stückchen Le-
ben. Nein, so etwas (eine OP) kommt für mich
nicht in Frage», so Patrick Lindner. Wir vernei-
gen uns vor dem Schlagerstar und gedenken
daher, seine neue CD «Schenk dir den Tag» zu
kaufen. (dd)
Craigery Morgan
Manch einer wird durch einen unglücklichen
Zufall zum Promi, Yonni Barrios beispielswei-
se. Auf den chilenischen Kumpel warteten bei
der Rettung sowohl Ehefrau als auch Geliebte,
die Geschichte ging um die Welt und nun soll
der unfreiwillige Nationalheld kein Witz!
Werbeträger für ein Potenzmittel werden. Fast
ebenso zufällig, wenn auch unter weniger un-
glücklichen Umständen, hat die amerikanische
Gay-Community ihren neuen Liebling gefun-
den. Craigery Morgan heisst die Youtube-Sensa-
tion, ein 20-jähriger Collegestudent aus Orlan-
do, der in seinem Home-Video einen Sketch der
NBC-Comedyshow «Saturday Night Live» syn-
chronisiert. Die Millionen von Klicks hat er be-
stimmt nicht nur seinem komödiantischen Ta-
lent zu verdanken. Er sieht unverschämt gut aus,
hat ein umwerfendes Lächeln, und er trat oben
ohne vor die Kamera. Rein zufällig, wie er selbst
beteuert. In Florida sei es eben warm, da würden
zu Hause alle Studenten ohne Shirt rumlaufen.
Haut zeigen hilft dem Zufall, das beweist auch
die jüngste deutsche Supertalent-Staffel, in der
etwa ein Penismaler für Furore sorgt oder eine
Schweizer Cellistin in einem Nichts von Kleid.
Das TV-Format ist weltweit zum produktivsten
Prominenz-Generator geworden. Die Sieger fal-
len neben Sex/Zufall meistens in die Kategorie
Jö/Ohje oder Bewunderung/Mitleid. In China
triumphierte der armlose Pianist und Sänger
Liu Wei mit einer inbrünstigen Interpretation
von James Blunts «Beautifuohne Rücksicht
auf falsche Töne. Da zerbrechen die Gläser und
schmelzen die Herzen. Seine 15 Minuten Ruhm
sind ebenfalls ein Youtube-Hit geworden, un-
zensiert, was für chinesische Preisträger leider
keine Selbstverständlichkeit ist. (rg)
10
Festival CRUISER Edition November 2010
PinkPanorama 2010
Queere Augenblicke im stattkino Luzern
11
CRUISER Edition November 2010
Festival
PinkPanorama, das LesBi-
Schwule Festival in Luzern,
ndet vom 4. bis 10. No-
vember bereits zum neun-
ten Mal statt. Ungefähr 20
nationale und interna-
tionale Produktionen aller
Genres und aus vielen Län-
dern werden während sie-
ben Tagen im stattkino Lu-
zern gezeigt.
PinkPanorama ndet dieses Jahr unter dem thematischen Schwerpunkt
«Regenbogenfamilien» statt. Die Beschäftigung mit dem Thema «Fa-
milie, in denen ein Elternteil oder beide Eltern schwul oder lesbisch
sind, ist durch die in diesem Sommer eingereichte Petition «Gleiche
Rechte für alle Familien» besonders aktuell geworden. Die Bittschrift
an das Parlament hat eine heisse Diskussion um das Adoptionsrecht für
lesbische und schwule Paare ausgelöst. PinkPanorama zeigt eine ganze
Anzahl Filme zum Thema und vertieft die Debatte an der Podiumsdis-
kussion «Lesbische / schwule Familien – alles gut?» am Dienstagabend,
9. November.
Filme zum Thema «Regenbogenfamilien»
Als besonderen Höhepunkt zeigt PinkPanorama dieses Jahr den Do-
kumentarlm «Mama Mama Papa Papa» der beiden Zentralschweizer
Video studenten Remo Hegglin & Cesare Macri zum Thema «Regenbo-
genfamilie. Der Film, der in Luzern als Schweizer Premiere gezeigt
wird, lässt homosexuelle Eltern und deren Kinder zu Wort kommen.
Auch kritische Stimmen zum umstrittenen Thema, wie jene der Fami-
lienlobby Schweiz von Daniel Regli, fehlen nicht.
In der schwedischen Kodie «Patrik 1.5» erzählt Ella Lemhagen voller
Warmherzigkeit und mit viel Witz die Geschichte einer schwulen Regen-
bogenfamilie: Wegen eines Schreibfehlers der Adoptionsbehörde bekom-
men Göran und Sven statt eines 1,5-jährigen Sohnes den 15-jährigen,
schwer erziehbaren, homophoben Teenager Patrik mit krimineller Ver-
gangenheit zur Adoption. «Patrik 1.5» erhielt zurecht den Publikums-
preis beim San Francisco International Lesbian and Gay Film Festival.
Mit «Tick Tock Lullaby» (GB 2007) schliesslich hat Autorin, Regisseurin
und Hauptdarstellerin Lisa Gornick einen witzigen, originellen und
klugen Film über lesbische Muttergefühle gemacht, der um den Wider-
spr uc h z wischen Lebensplanung u nd spontanen G ef üh len k reist und auf
aussergewöhnliche Weise Spiellm- und Animationsszenen vermischt.
Weitere hochkarätige Filme aus aller Welt
Aber auch die übrige Auswahl verspricht einige lmische Leckerbis-
sen: So zeigt PinkPanorama als schweizerische Vorpremiere den mehr-
fach preisgekrönten baskischen Spiellm «Ander» von Roberto Castón.
Der 2009 entstandene Film erzählt die Coming-out-Geschichte des
Bauern Ander, der mit Schwester und Mutter ein eingefahrenes Leben,
irgendwo in den Bergen des Basken Landes, führt.
Im Fil m « An E ng lish man i n New York» (GB 2009) spie lt John Hu rt zum z we i-
ten Mal nach über 30 Jahren die Schwulen-Ikone Quentin Crisp, den Mann,
der als erster Schwuler gilt, der sich in England öffentlich geoutet hat und
deswegen und aufgrund seines exzentrischen Auftretens mit schwersten
Anfeindungen zu kämpfen hatte.
Neuseeland überrascht dieses Jahr mit dem Dokumentarlm «Topp
Twins Untouchable Girls» über die lesbischen Topp-Zwillinge. Sie sind
von der breiten Bevölkerung Neuseelands gefeierte Superstars mit eige-
ner TV-Show, was auch an ihrem familiären Hintergrund als Farmer-
stöchter liegt, die wissen, was harte Arbeit auf dem Lande ist. Den Film
haben in Neuseeland innert kurzer Zeit über 5 Prozent der dortigen
Bevölkerung gesehen.
Veranstaltung zum Thema «Femmes»
Wie jedes Jahr präsentiert PinkPanorama auch dieses Jahr eine
Veranstaltung ausserhalb des Filmprogrammes. Am Samstag, 6.
November, gibt es eine Lesung, einen Film sowie eine Diskussions-
runde mit Sabine Fuchs, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin
aus Hamburg und k kater, die über die filmische Darstellungen von
Femmes sprechen. Dabei dreht sich alles um das Buch «FEMME! ra-
dikal queer femini, dem ersten deutschsprachigen Buch zu
dem lange verkannten Thema «Femmes», lesbische Frauen, die sich
betont weiblich geben.
Final-Abend
Am Mittwoch, 10. November, wird nebst «Tick Tock Lullaby» der Film «El
Cuarto de Leo» von Enrique Buchichio aus Uruguay gezeigt.
Eigentlich läuft alles gut zwischen dem 20-jährigen Leo und seiner
Freundin bis auf die Tatsache, dass im Bett nichts läuft. A ls der Freun-
din der Geduldsfaden reisst und sie Leo den Laufpass gibt, nutzt er seine
neu gewonnene Freiheit und trifft sich mit jungen Männern, die er im
Internet kennengelernt hat. Er hat Angst davor, sich zu outen und kann
nur mit seinem Therapeuten offen reden. Eines Tages trifft er Caro, die
er seit der Schulzeit nicht mehr gesehen hat. Auch Caro hat mit Proble-
men zu kämpfen – die beiden verbindet fortan eine Freundschaft, die
nicht ohne Folgen bleibt.
El Cuarto de Leo ist ein einfühlsamer Film über die Selbstndung eines
jungen Mannes. Er lotet die innern Konikte der Charaktere aus, aber
es fehlt auch nicht an Komik. Amüsant ist die Szene, in der Leo einen
Ausweg aus seiner ersten schwulen Affäre sucht, behrend die Szene,
in der die Mutter Leo zu verstehen gibt, dass sie sein Schwulsein ngst
vermutet hat. Ein Film, in dem sich viele nden werden, die eine Co-
ming-out-Phase erlebt haben.
stattkino Luzern, Löwenplatz 11, 6004 Luzern
www.pinkpanorama.ch
12
Szene CRUISER Edition November 2010
Testosteron
100 % Men only
Unter dem Motto «Die Alternative frech &
sexy» präsentiert Testosteron eine weitere Love
Muscle Party. Nur für Männer, kein Dresscode,
nur im XceS-Club! Die bekannten Zürcher Top
DJs Marc Fuhrmann und 5th Element verspre-
chen eine schweisstreibende, Testosteron-gela-
dene Nacht bis weit in die Morgenstunden.
Heisse Jungs und Männer mit Flausen im Kopf
werden diese Party bestimmt nicht auslassen.
Spassfaktor ist garantiert. Zudem bleibt auch
die Afterhour 100 % Men only.
Eintritt CHF 25.– und wie gewohnt faire Preise
für Getränke.
Testosteron Love Muscle Party
Men Only No Dresscode, 6. November 2010
ab 23.00 Uhr inkl. Afterhour
XceS-Club (ex aera/Labitzke), Albulastr. 40,
8048 Zürich
Black Party
«Inferno»
Im Volkshaus Zürich
An der Black Party 2010 steigen die Angels in
«Teufels Küche» und entfachen ein Feuerwerk
der Leidenschaft. Die angesagtesten DJs der Sze-
ne sowie prickelnd heisse Unterhaltung heizen
nochmals so richtig ein, bevor der kalte Winter
einbricht.
Presenting Partner Flexx im Weissen Saal sorgen
mit Jack Chang für ein weiteres feuriges High-
light. Sein Tribal Underground Sound bringt
den Saal zum Glühen. Der Angels-Resident-DJ
Angel O erhitzt die Stimmung im Upper Floor
und DJ und Producer F-Junior lässt den Vodka in
der SKYY-Lounge regelrecht verdampfen.
Black Party «Inferno»
Samstag, 6. November 2010, r-Öffnung ist
um 22.00 Uhr, Volkshaus Zürich
Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich.
www.angels.ch
Special-Revolution
im Lotus
Ab 5.00 Uhr Black After Party
Das DJ Line-up kann sich sehen und hören las-
sen. Es wird Progressive, Tribal- und Tech-House
vom Feinsten geboten. DJ Vasco gehört inzwi-
schen zu den eingesessenen der Szene. Seine
innovativen Beats verzaubern schon seit n-
gerem das Zürc her Part y-Vol k. DJ Aja xx ist eben-
falls regelmässig im Lotus und an den Flexx-
Parties zu hören, genauso wie im Rage. Seine
energiegeladenen Sets sind eine Synthese von
verschiedenen Einüssen von Parties wie der
Rapido (Amsterdam), dem Trade (London), der
La Demence (Brüssel), der Greenkomm (Köln),
dem Souvenir (Barcelona) oder dem Under (Pa-
ris). Es verspricht, eine heisse Nacht zu werden.
Also nichts wie hin ins Lotus! Ab 5.00 Uhr geht
es dann weiter mit der Black After Party. Kein
Geringerer als Star-DJ Jack Chang wird den Gä-
sten mit Unterstützung des Residents Ajaxx
auch noch den letzten Schweiss aus den Poren
treiben.
Als besonderes Highlight ndet zusammen mit
dem Gay-Travel-Spezialist Nextsky eine Verlo-
sung für ein Neujahrs-Highlight in Amster-
dam statt. Zu gewinnen gibt es einen Flug nach
Amsterdam, Aufenthalt in einem Stadthotel
sowie Tickets für die New Years Rapido. Diese
Chance darf man sich ja wohl nicht entgehen
lassen. Damit die Raucher nicht im Kalten ste-
hen müssen, ist ein getlicher Aussenbereich
vorgesehen. Schliesslich soll die Party nicht mit
einer Erkältung enden.
Revolution im Lotus
Samstag. 6. November 2010, ab 23.00Uhr
Black After Party
Sonntag, 7. November 2010, ab 5.00 Uhr
Club Lotus, Pngstweidstr. 70, 8005 Zürich
Boyahkasha!
The Lady Gaga Pre-Party
Knappe Klamotten, viel nackte Haut, eine gros-
se Portion Sexyness und ein ausgefeilter Sinn
für Style und guten Sound. Diese Beschreibung
passt Haargenau, wenn man die Partygänger
der Boyahkasha-Eventreihe meinen würde. Mit
diesen Worten ist aber eine ganz bestimmte
Person gemeint:
Stefania Gabriella Germanotta alias Lady Gaga.
Sie kommt mit ihrer spektakulären Bühnen-
show nach Zürich und da die Songs von Frau
Gaga fest zum musikalischen Repertoire von
Boyahkasha gehören, steigt einen Tag vor dem
Konzert eine Fête mit dem passenden Thema.
Boyahkasha veranstaltet am Samstag die Lady
Gaga Pre-Party.
Im Acqua Club Zürich gibt es nebst House, R’n’B
und Partytunes den passenden Gaga-Sound
zum Einstimmen. r diesen besonderen An-
lass wurde die Schweizer DJane Tanja la Croix
von den Veranstaltern gebucht.
Sie wird zusammen mit Luc le Grand und Zör
Gollin auf dem Mainoor dafür sorgen, dass
so richtig die Post abgeht und die Schuhsohlen
Feuer fangen.
Einen Stock höher gibt DJ Gaetano wieder Voll-
gas und legt seine besten Platten für alle Fans
der Housemusic auf. Musikalisch ist sicher für
Parties und
Events
13
CRUISER Edition November 2010 Szene
jeden et was dabei u nd wer als L ady Gaga verk lei-
det kommt, zahlt am Einlass weniger.
r die Jungs heisst es dann: Wer erkennt die
richtige Gaga...
Vorverkauf: www.ticketino.com
Hotel & Party-Packages: www.boyahkasha.ch
Boyahkasha!, The Lady Gaga Pre-Party,
Samstag, 13.11.2010, 22.00 Uhr, Acqua Club
Mythenquai 61, 8002 Zürich
www.acquaclub.ch, www.boyahkasha.ch
1st Birthday
Special Selection
Nur noch drei Selection
Parties im Lotus
Wie schnell die Zeit doch vergeht! Kaum wurde
die erste Selection, damals die London-Selection
mit The Oli und David Jimenez, gefeiert, steht
schon das einjährige Jubiläum vor der Tür! Und
wie es der Zufall will, gibt’s auch in der diesjäh-
rigen Novemberausgabe der Selection wieder
einen Top-Act aus London: Fabio White, vielen
auch noch bekannt von seinem Gastspiel bei
der White Party in Zürich, hat im Lotus ja auch
schon mal die Bude gerockt. Aus Valencia wird
eigens DJ Luiggi eingeogen, der übrigens, wie
viele der Selection- DJs, nom iniert ist f ür den be -
sten europäischen DJ (siehe im Facebook). Abge-
rundet wird diese besondere Nacht noch durch
den Resident, 5th Element. Wer Selection kennt
- und das sind nach einem Jahr schon ganz viele
Leute, weiss, dass man sich zu diesem Anlass
natürlich auch wieder was Besonderes einfal-
len lassen hat. Nein, nicht die Lasershow, die
geilen Animationen, Früchte und so.... Einfach
vorbeikommen, sich überraschen lassen und
abfeiern, denn das geht mit der Selection nur
noch 3 Mal! (Also, schon mal vormerken, grosse
Closing-Party an Silvester!)
Birthday Sepecial Selection, Einlass ab 21,
Samstag, 27. November, 23.00 Uhr
Club Lotus, Pngstweidstr. 70, 8005 Zürich
www.selectionparty.chs
Samurai Bar in
Bern
Musik einer anderen Art
Die Samurai Bar präsentiert einen ausserge-
wöhnlichen Musiker: Kizu. Er begleitet seine
Stimme mit Gitarre und viel Gefühl, seine
Lieder hinterlassen bei jedem Spuren. Der junge
Musiker, mit Wurzeln aus Langenthal, ist heute
in Bern wohnhaft. Er hat die Leidenschaft zur
Musik schon lange im Blut und spürte schon als
kleiner Junge die Freude am Gesang. Jedes sei-
ner Lieder erzählt eine kleine Geschichte aus
dem Leben von Kizu und ist daher sehr authen-
tisch. Seit mehr als drei Jahren hat er diverse
Highlights hinter sich und auch schon auf meh-
reren Bühnen rocken dürfen. Nebst den anfäng-
lichen Auftritten an Turn-, und Familienfesten
hlen Stationen, wie das FriGay, Purplemoon,
CU Club Bern und die Reithalle Bern zu den Sta-
tionen, wo seine Musik auf Begeisterung gestos-
sen ist. Besonders in Erinnerung bleibt dem at-
traktiven Musiker, der Spontanauftritt vor dem
Pangäa, el sich doch das Publikum, gerührt
vom Sound, spontan gegenseitig in die Arme.
Musik mit Kizu
Samstag, 27. November, ab 21.00
Samurai Bar, Aarbergergasse 35, 3011 Bern
Why Not!
Der neue Gay Event in Zürich
Nach einer langen Wartezeit ist es nun so weit,
DJ Valeron, Resident DJ vom behmtesten Gay
Club, Cavo Paradiso, in Mykonos sowie Resident
DJ von dem Gay-Week Festival in Mykonos (eines
der gssten Gay-Festivals, welches im letzten
August auf der griechischen Insel stattgefun-
den hat, ähnlich wie die Circuit Party in Barce-
lona) kommen zum ersten Mal in die Schweiz,
um an der Why Not!-Party aufzulegen. Somit
mussten die Line-ups angepasst werden, da die
Nacht nicht nger werden kann:
Valeron (Cavo Paradiso, Mykonos), Phil Romano
(Circuit, Italien), Vasco (France, la démence),
Beat Herren (Stairs Club), La Luna (Stairs Club,
Aaah), Angy Dee (Stairs Club, Aaah, Oxa), Ton-
Ton (Stairs Club, Oxa).
r die zweite Why Not!, welche im rz 2011
stattnden wird, suchen die Veranstalter noch ein
Model für den Flyer. Dazu ndet an der Why Not!-
Party vom 18. Dezember 2010 ein Shooting statt.
Auch wenn die Why Not!-Party zu Ende geht, ist
die Party noch lange nicht vorbei. Die ofzielle
Why Not!-Afterhour ndet am 19. Dezember,
ab 5 Uhr bis 10.30, im Stairs Club statt. Die Be-
sucher der Why Not!-Party kommen mit dem
ndeli für Fr. 10.– an die After Party.
Why Not!, 18. Dezember 2010, Stairs Club
Hohlstrasse, (EKZ Letzipark,hinter der Shell
Tankstelle), 8048 Zürich
www.whynotparty.ch
Shaft im Dezember
this was it
Und wieder steht ein Wendepunkt bevor. Der
Lotus Club wird Ende Jahr seine Tore schlies-
sen. Damit verliert auch Shaft einmal mehr
seine Heimat. Nach sieben Parties im Lotus soll
die achte und letzte noch mal gefeiert werden
mit Überraschungen und Rückblenden auf
vergangene Zeiten.
Vier DJs werden ihr Bestes geben: 5th Element,
Mario S, Thomy B und Jesse Jay allesamt «local
hereos», die man nicht her vorstellen muss.
Wie, wann, wo und ob es mit Shaft weitergehen
wird, ist noch nic ht bekannt. Dar um: Nicht ver -
passen, es könnte die letzte Männernacht sein.
Shaft – Closingparty
nnernacht, no dick no entry!
Samstag, 11. Dezember 2010, Ab 23 Uhr,
Lotus Club, Pngstweidstrasse 70, 8005 Zürich.
www.shaft.ch
Reguläre
Revolution
Time for another Revolution
Nach einem mehr als gelungenen Auftakt der
Revolution Party im Oktober ndet am Samstag,
13. November, eine weitere Revolution Party im
Lotus Club statt. Musikalisch werden zwei sze-
nebekannte DJs der Sonderklasse aufgeboten.
José Para und DJ Martin werden durch ihren
treibenden Progressive ein Lächeln in die Ge-
sichter zaubern, versprochen. Da wird der kalte
Winter verjagt und ein wohlig warmes Gefühl
von innen heraus gefördert.
Revolution im Lotus
Samstag. 13. November 2010, ab 23.00Uhr
Club Lotus, Pngstweidstr. 70,
8005 Zürich
14
Erotik CRUISER Edition November 2010
Gefangen im Spinnennetz?
Ja, bitte! Zumindest schei-
nen die Zeiten, in denen
Blümchensex als einzige
Vorlage r abendliche
Ertüchtigungen diente, end-
gültig pas zu sein. Statt
gestreichelt wird nuneis-
sig geschnürt. Und statt
süssen Küsschen gibt es
jetzt etwas auf den
na, Sie wissen schon.
Nutzniesser der neuen Bondage-Manie sind Unternehmer und Bon-
dage-Liebhaber wie Steve (45), Betreiber der Erotik Factory in der
Zürcher Badenerstrasse (www.erotikfactory.ch). «Was viele Jahre
sein Schattendasein gefristet hat, ist in den letzten Monaten zu
einer wahren Tsunami-Welle mutiert, weiss Steve zu berichten.
Nicht nur, dass Körperfesseln und Bondage-Seile inzwischen einen
ansehn lichen Teil seines Gesa mt umsatzes ausmachen. Auch die Ziel-
gruppe habe sich stark verschoben: «Früher war Bondage eher ein
Thema für die Leute zwischen 40 und 50. Heute kommt alles, von 20
bis 80, von dick bis dünn, vom Bankangestellten bis zum Chefarzt
Die Welt scheint hier vereint. Doch was genau ist es eigentlich, das
so heiss begehrt ist?
«Bondage ist die Kunst der Schnürung ausschliesslich mit Seilen. Viele
hlen zum Bondage aber auch andere Fesselutensilien aus dem Sex-
shop, etwa aus Metall oder Leder. Was aber letztlich nichts macht.
Gerade bei Einsteigern ist vieles erlaubt», meint Steve. Übersetzt be-
deutet Bondage aber noch mehr: «Unfreiheit» und «Knechtschaft»,
so dass Bondage ein Spiel zwischen Herrschern und Unterworfenen
ist und das «jenseits hausfrauenüblicher Vorstellungskraft», wie
Steve betont.
Im allgemeinen Szene-Sprachgebrauch wird zwischen Meister und
Sklave, Kreateur und Modell, Künstler und Objekt, dominant und
devot, Sadist und Masochist oder Top und Bottom unterschieden.
Gemeint ist immer, dass der eine Teil sich bedingungslos ausliefert
und das Zepter freiwillig aus der Hand gibt. Er überlässt dem anderen
die Führung. «Der Reiz am Bondage besteht natürlich ganz klar darin,
dass man sich komplett ausliefert. Dazu gehört Vertrauen. Was aber
beim Bondage -Spiel ebenfalls ei ne grosse Rolle spielt, ist die Ä st het ik.»,
sagt Meister Mike (40), der im bürgerlichen Leben als Fotograf arbeitet.
Und Steve ergänzt: «Bondage ist für mich eine Kunstform. Die, die es
praktizieren, sind für mich die wahren nstler der Szene.»
Bondage Affairs
Lange im Dunkeln, nun im Licht: Die erotische Schnür-
kunst feiert ihre Ankunft in der Schweiz. Statt gefaselt wird
nun am Abend gefesselt.
Von Lola Sara Arnold-Korf
15
CRUISER Edition November 2010 Erotik
Private Parties
In der Schweiz wird vor allem privat rekrutiert. Die Szene trifft sich
nicht unbedingt in einschlägigen Lokalitäten, sondern lieber Zuhause
oder noch besser in privaten Studios. Rekrutiert wird der Bondage-
Willige zumeist im Internet. So rmiert Meister Mike unter dem Namen
«smgame» bei Gayromeo.
Die Treffen, auch Sessions genannt, können schon mal mehr als eine
Nacht dauern. Oft geht es sogar ein ganzes Wochenende ab. «Erst nach
der dritten, vierten Session beginnt die Sache, spannend zu werden,
weiss Meister Mike zu berichten. «Die meisten Sklaven haben zunächst
keine Ahnung davon, was auf sie zukommt. Die Leute begreifen am An-
fang auch nicht, dass nicht sie die Menüliste aufstellen, sondern ic,
gibt der Meister dem interessierten Anfänger mit auf den Weg. Hierzu
gibt es freilich unterschiedliche Auffassungen in der Szene, denn nicht
jeder Meister ist da so kompromisslos. Konsens herrscht im Allgemeinen
bei dem, worauf Meister Mike hinweist: «Siezen gehört zum Standard-
programm. Jeder Sklave sollte dies beachten, wenn er bei einem Meister
vorstellig wird.»
Nicht nur Meister Mike schwebt im siebten Himmel: Ein wehrlos, unter-
würg ausgeliefertes Pendant, vorzugsweise in den schmiegsamen Hän-
den des kompetentesten Meisters in einer Leistungsgesellschaft, die
ausserdem geformt ist du rch Ober ächlich keit und ma xima l erstrebens-
werte Unverbindlichkeit, feiert Bondage seinen Triumphzug. «Darauf
fahren sie heute alle ab!», meint Meister Mike.
Augen auf beim Seilkauf
«Nylonseile, wie man sie auch beim Bergsteigen benutzt, hinterlassen
Spuren auf der Haut», bringt Steve die Risiken von Bondage ins naive Be-
wusstsein. Und er rät: «Augen auf beim SeilkaufMeister Mike erklärt
warum: «Im Baumarkt kann man die Seile gleich meterweise kaufen.
Vorsicht jedoch bei Kunststoffseilen. Die halten nicht richtig, sondern
rutschen durch. Und beim zu schnellen Entlangziehen über die Haut
entstehen Verbrennungen. Hanfseile sind aus ähnlichen Gründen unge-
eignet. Sie können nur bei bestimmten Playern Favoriten werden. Näm-
lich dann, wenn das hautunfreundliche Material den unterwürgen Part
davon abhält, sich gegen seine Fesselung zu wehren.»
Der Meinung von Meister Mike folgen auch die Insider der Szene, wie man
der Fachliteratur (siehe Buchtipps) und dem harten Kern der Anhänger
sexueller Verstrickungen (www.bondagefreunde.de) entnehmen darf.
Allgemein ist man sich einig, dass Baumwollseile die Hitliste geeigneter
Bondage-Seile anführen. Sie sind nicht nur exibel, sondern lassen sich
auch in der Wa sc hma sc hine bei 60 Grad desi nzieren. Entgegen der Emp -
fehlung zum Waschgang bei 30 Grad werden Seile erst wirklich bakteri-
enfrei an der keineswegs keimfreien Front bei einem Waschprogramm
jenseits der 30 Grad.
Steve spricht ein Thema an, welches von intim-zentraler Bedeutung ist:
Beschaffung und Preise! «Die Beschaffung von Baumwollseilen ist kom-
pliziert. Sie gibt es vor allem übers Internet und in Sex-Toy-Läden. Für
den schmaleren Geldbeutel sind deshalb auch baumwollummantelte
Seile absolut empfehlenswert. Die Preise im Baumarkt oder in Läden für
Segelbedarf sind vergleichsweise moderat.»
Kenner der Szene kaufen die Seile gleich als Meterware und schneiden
sie erst mit der heimischen Küchenschere zu. Für japanisches Bondage,
Ober- oder Ganzkörperfesselung mit Harness, sowie Suspension, also
Aufhängen des Sklaven an Deckenhaken, dürfen die Seile ruhig eine
Länge zwischen 16 und 20 Metern haben. Darüber hinaus bietet sich ein
zusätzlicher Vorrat von mehreren Seilen in ngen zwischen 8 und 14
Metern an. Die Devise lautet: mehr ist besser! «Nichts ist peinlicher, als
wenn das Knotenwerk abgebrochen werden muss, weil das Seil zu kurz
ist. Spätestens da geht jede Erotik den Bach runter», rümpft Meister Mike
die Nase.
Andere Fesselutensilien neben Seilen sind
erlaubt
Um den gewünschten Zustand völliger Auslieferung zu erreichen, sind
neben Seilen auch andere Fesselutensilien erlaubt. Streng genommen,
verlässt man damit zwar den Begriff «Bondage», aber auch ein Meister
Mike meint: «Erlaubt ist alles, was gefällt: Seile, Lederriemen, Handschel-
len, Fussschellen, Folie, Ketten, Klebeband – ja sogar Zwangsjacken aus
Leder, Gummi oder Leinen.»
Ratsam ist in jedem Fall der Besuch eines Erotik- oder Fetischladens di-
rekt vor Ort. Neben kompetenter Beratung kann man hier auch die Uten-
silien direkt in Augenschein nehmen. Denn: Wer kauft schon gerne die
Aus «Mein schwules Auge», Konkursbuch Verlag Claudia Gerke
2003, Maler: Maurice Heerdink
16
Erotik CRUISER Edition November 2010
Katze im Sack? Manche der im Internet optisch lupenrein abgebildeten
Hilfsmittel entpuppen sich bei näherer Betrachtung als nicht geeignet,
zu kitschig oder schlichtweg zu umständlich und unpassend für den in-
nerhäuslichen Begattungsversuch.
Die zunehmend von der Polizei verwendeten Plastikhandschellen, im
Baumarkt als Kabelbinder zu kaufen, verdrängen zum Leidwesen einge-
eischter Bondage-Fetischisten, die noch Wert auf Optik legen, allh-
lich den häuslichen Gebrauchsmarkt. Von den Puschel-, Zottel- und Fe-
derhandschellen aus dem Hetero-Sex-Shop ganz zu schweigen. Klassiker
sind hingegen die «Smith & Wesson 10-Handschellen mit Kette, oder
die «Smith & Wesson 300» mit Scharnier. Letzteres Modell überzeugt vor
allem dadurch, dass es die Handschellen deutlich unbequemer macht.
Steigern kann man die Unbequemlichkeit noch mit dem Modell «Hiatt
2050», das ein sattes Gewicht auf die Waage bringt und es dem Sklaven
selbst mit Schlüssel in der Hand unmöglich macht, sich zu befreien.
«Wenn man beim Anlegen der Handschellen oder beim Knoten mit Seilen
auf dem Rücken die Pulsseiten an den Handgelenken nicht nach innen,
sondern nach aussen dreht, kann der Sklave schwerer die gefesselten
nde unter den Beinen hindurch auf die Körpervorderseite ziehen», gibt
Steve noch als wichtige Information mit auf den Weg. «Freilich setzt dies
aber zunächst einmal Gelenkigkeit voraus», ergänzt Meister Mike.
Modisch sind auch «Mitts», eine Art Lederfäustling, die am Handgelenk
xiert werden. Mit Frischhaltefolie lassen sich Mumizierungen wunder-
bar umsetzen. Da Plastikfolie luftdicht ist, ist es jedoch nicht ratsam, sie
als Maskenmaterial im Gesicht oder als Knebel einzusetzen.
Wahl eines geeigneten Bondage-Ortes
Ein schlecht ausgewählter Ort für eine erotische Bondage-Ses-
sion kann schnell einem versuchten Selbstmord gleichkom-
men. Es empfiehlt sich deshalb, beim ersten Treffen einen öf-
fentlichen Ort zu wählen. Geeignet sind nicht nur professionelle
SM-Studios, sondern auch beispielsweise der S / M-Fetisch-Bereich in der
Cruising World (www.cruisingworld.com). «Wenn diese Variante ausfällt,
dann sollte der Sklave den Meister aufsuchen», so Meister Mike. Nicht
nur, dass sich leicht überprüfen lässt, ob die angegebene Adresse auch
stimmt, man erspart sich auch eine ausgeräumte Wohnung im hilos
gefesselten Zustand. Meister Mike bietet sogar sein eigenes SM- Spielzim-
mer für 100 Franken pro Nacht an. «Bei mir darf alles kommen. Wenn
keine Erfahrung vorliegt, gebe ich auch gerne Nachhilfe.» Wahlspruch
und Versprechen zugleich!
Wenn es um Sicherheit geht, sind auch andere, kleine, aber feine Dinge
zu beachten: So sollte immer eine Schere, besser ein Chirurgenmesser
aus der Apotheke, griffbereit liegen. Meister Mike ermahnt: «Der Meister
sollte seinen Sklaven nie unbeaufsichtigt lassen, denn es wäre nicht die
erste Panikreaktion im Panikraum, die bis zum Tode führen würde.»
Anfänger sollten erst gar nicht versuchen, mit Bondage alleine in der
heimischen Umgebung zu experimentieren. Niemand will so enden
wie vor zwei Jahren der Mister Leder Deutschland Dirk Grundmann. Die
Hannoveranische Polizei identizierte den autoerotischen Strangulati-
onsunfall in häuslicher Eintracht als qualizierten Selbstmord. Die Sze-
ne kannte ihn besser!
Das Bondage-Handbuch, Matthias T. J. Grimme,
Charon Verlag Hamburg 1999
Bondage – Ausstieg aus der Selbstkontrolle, Tom Schmidt,
nnerschwarm Scipt Verlag, Hamburg 1999
Erotic Bondage Handbook, Jay Wiseman,
Greenery Press, USA 2000 (engl.)
The Seductive Art of Japanese Bondage by Midori,
Greenerypress 2001, (engl.)
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18
Unternehmen CRUISER Edition November 2010
T&M feiert den
23. Geburtstag
Dem Gemunkel zum Trotz
wird’s noch weitere geben.
Von Mar tin Ender
Über das Auslaufen des T&M-
Mietvertrags wird viel gemun-
kelt. Doch Fakt ist, dass das
Mietverhältnis noch bis zum
Jahre 2015 gültig ist.
Es können also an der Marktgasse 14 noch
mindes tens 5 Geburtstage gefeiert werden!
Allerdings nden im Verlaufe dieses Jahres
weitere Verhandlungen mit den Besitzern der
Liegenschaft statt. Die T&M Gastro AG als Mie-
terin wird dabei natürlich alles daran setzen,
möglichst lange an der Marktgasse bleiben zu
können. Sie will aber auch fair sein mit den Be-
sitzern, die dem Lokal gegeber seit über 20
Ja h re n g ut gesi nnt si nd . Es i st s o, d as s i n de n heu -
tigen Räumlichkeiten ohne eine umfassende
Sanierung ngerfristig kein zeitgemässer Gay-
club betrieben werden kann. Deshalb will man
mit den Besitzern auch sungen prüfen, um
vielleicht nach einem Umbau der Marktgasse
14 das T&M, G-Colors Haus oder Teile davon am
heutigen Standort weiterzuführen.
«Seit 20 Jahren sind wir Pionier in Sachen Gay-
Entertainment. Wir wollen weiterhin an vor-
derster Front in diesem Segment dabei sein
an der Marktgasse oder dann irgendwo anders
in Zürich. Deshalb werden wir in nächster Zeit
auch öffentlich nach einer alternativen, neu-
en Heimat für G-Colors suchen», so Roger
Pfändler und weiter: «Doch nochmals:
Fakt per heute ist, dass wir bis zum
Jahre 2015 an der Marktgasse blei-
ben können». Dennoch kann er
sich vorstellen, die CR-Leser-
schaft und die T&M-ste in
eine Suche nach einer «neuen Heimat» einzu-
beziehen und stellt bei Erfolg auch eine Beloh-
nung in Aussicht. Mehr darüber zur gegebenen
Zeit.
Vorerst wird aber erst noch ein paarmal ge-
feiert. Das nächste Mal am 25. November mit
Special Guests wie Helmine Tell, Dominic Hun-
ziker und dem umjubelten Pornostar Jonathan
Agassi.
Agassi ist derzeit das heisseste Zugpferd beim
Gay-Porn-Label Luca Entertainment in Israel.
Er steht zu seiner Behaarung, hat wohl gerade
dadurch eine unheimlich sexy Ausstrahlung
und ist einer der beliebtesten Stars in dieser
Industrie geworden. Er ist aufgewachsen in Tel
Aviv. Immer ein Wildfang. Seine Mutter brach-
te ihn öfters ins Spital, mal mit einem gebro-
chenen Arm oder Bein, weil er mit andern Jungs
raufte...
Agassi bezeichnet sich als jüdischen Atheisten,
aber er liebt die Warmherzigkeit und die Stär-
ke, welche die Israelis sich selbst gegenüber
zeigen. «Ich glaube, das ist der Grund, dass ich
mit der Sexualität so offen umgehe und auch
generell mit mir selbst. Tel Aviv ist das Zentrum
meines Lebens und wird es bleiben.» Als Hobbies
hlt er auf: Klamotten, Shows, sexy Unterwä-
sche, Gym und natürlich Sex. Und sein gsster
Wunschtraum? «Ich möchte möglichst überall
auf der Welt bekannt sein. Und dafür gebe ich
mein Bestes.»
Se in B este s geben w ir d e r nu n auc h in Zür ic h! A m
25. und 26. November in seiner Show im T&M.
T&M Geburtstags-Party, Donnerstag,
25.November T&M, Eintritt frei
T&M, Marktgasse 14, 8001 rich
19
CRUISER Edition November 2010 Musik
Gerne bezeichnet sich das
kanadische Duo als «die ein-
zig erfolgreiche arabisch-
jüdische Partnerschaft seit
Bestehen der menschlichen
Kultur», was kurz erhnt
werden muss, bei den ersten
Tönen aber nebensächlich wird, denn mit Po-
litik hat die Musik von David Macklovitch und
Patrick Gemayel alias Dave 1 und Pee Thug we-
nig am Hut. Locker, hip und unglaublich cool
kommen sie daher, als ren sie für einen to-
tal angesagten Werbespot gerade mal spontan
erfunden worden. Doch der Eindruck täuscht,
sie sind weit authentischer als sie bei der ersten
Begegnung scheinen. Seit der Kindheit musi-
zieren die beiden zusammen, perfektionieren
kontinuierlich den leichtfüssigen und unver-
wechselbaren Chromeo-Sound.
Was mac ht i hn aus? Seh r v iel Funk, et was House,
Maschinendrums und ndeklatschen, Synthe-
sizer und die Talkbox, ein lustiges k leines Gerät
KT Tunstall
*****
Tiger Suit
Die Albumtitel der Schottin könnten auch von Lady
Gaga sein, «Drastic Fantastic» vor drei Jahren, «Tiger
Suit» jetzt. Das Tigerkostüm ist dann aber nur ein aus-
geleierter Streifenpulli und der Song «Glamour Puss»
ironisch zu verstehen. Kate ist das nette Mädchen von
nebenan geblieben, etwas gar häug unterstreicht sie
ihre Refrains mit Mitsummen und Mitpfeifen und etwas zu offensicht-
lich hat sie Aussenseiter am Tanzächenrand als Zielgruppe im Visier.
Trotzdem oder gerade deshalb kann man einfach nicht anders, als sie zu
mögen. Hinzu kommen ihre unbestrittenen Qualitäten als Songwriterin
und Sängerin. Sie hat d ie K ra ft einer P ink , die Mela nc holie ei ner Dido und
den Rock einer Stevie Nicks. Auf ihrem Drittling wagt KT einige interes-
sante Experimente mit elektronischen Elementen, lauten Gitarren und
leisem Blues. Einen Hit wie «Saving my Face» oder «Suddenly I See» sucht
man hier allerdings vergeblich, und so wird Tiger Suit wohl kaum an den
grossen Erfolg der Vorgänger ankpfen. (rg)
Matt Costa
*****
Mobile Chateau
Mit zwölf bekommt Matt seine erste Gitarre. Ein an-
deres Spielzeug interessiert ihn aber bald mehr, er
wird Proskater. Erst ein zertrümmertes Bein bringt
ihn wieder zur Musik. Eine Demo-Kassette fällt später
dem No-Doubt-Gitarristen Tom Dumont in die nde,
er lädt Matt ins Studio ein und produziert seine erste
professionelle Aufnahme. Dass der Skater bald darauf bei Surfer Jack John-
son unter Vertrag steht, liegt irgendwie nahe. Seine nun neuste Platte ist
eine abwechslungsreiche und doch runde Sache. Sanfter psychedelischer
Rock auf «Season», immer etwas Hall, ein paar Beach-Boys-Melodien und
Mamas-and-Papas-Harmonien, bis dann im zauberhaften Titelstück «Mo-
bile Chateau» Simon & Garfunkel durchschimmert. Zeitlos-nostalgischer
60er-Folkpop aus Kalifornien, der an der Oberäche traurig ist und doch
stets die Sonne im Herzen trägt. Wer sich darin nach Matts viel zu kurzen
33 Minuten gerade schön geborgen fühlt, kann mit dem ebenso gelun-
genen Neuling von Belle & Sebastian verlängern. (rg)
Chromeo
Business Casual
*****
mit einem Schlauch, das die menschliche Stim-
me roboterhaft verzerrt. Jedes der Stücke könnte
Titelmelodie einer futuristischen 80er-TV-Se-
rie sein, «Night by Night» auch Soundtrack für
Dirty Dancing reloaded, und jedes versprüht
grenzenlosen Spass und neonfarbenen Optimis-
mus. Wenn der Abend mit Chromeo beginnt,
kann er nu r gelinge n. Ma l zappelig, ma l k usche -
lig, c harmant und sc hlüpf rig auf hohem Niveau,
das ist Musik für rchenprinzen, Zuhälter und
alle dazwischen. Für ehrliche Hochstapler und
Superhelden, die sich selbst nicht allzu ernst
nehmen.
Wirklich spektakulär ist ihr Schaffen natür-
lich nicht, aber mit der augenzwinkernden
Mischung aus unterkühltem Chrom und über-
hitztem Romeo trifft Chromeo den richtigen
Nerv zur richtigen Zeit. Genügt vollkommen,
schliesslich muss der coole Teilzeit-Star Macklo-
vitch nebenbei noch seine Doktorarbeit in fran-
zösischer Literatur schreiben und als Teilzeit-
Lehrer jobben. (rg)
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21
CRUISER Edition November 2010
Beauty
John Richmond for Men
Der kultige Designer des Glam-Rock-Chic sorgt mit seiner
Mode immer wieder für Aufsehen: Ob mit einer fulminanten
Fashion-Show in Mailand oder mit der Shop-Eröffnung in der
noblen Rue Saint Honoré in Paris. So ganz zwischendurch hat
der gebürtige Brite auch seinen ersten Herrenduft lanciert.
Der neue Männerduft ist für den selbstbewussten und ausser-
gewöhnlichen Mann, der nach seinen eigenen Regeln lebt.
Der Duft basiert auf einer kreativen Kombination spannender
Elemente und verströmt die pulsierende Energie eines rhyth-
mischen Beats. Zum Auftakt sprudelnder Bergamotte Noten,
dazu überraschende Akkorde von Ingwer und Orangenblü-
ten. Der Herzschlag, der eigentliche Beat des Duftes, ist ein
würziger Mix aus Kardamom, Pfeffer und Rosmarin die Basis
ist warm, maskulin und ungeheuer sexy Its only Rock‘n‘Roll!
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funktion der Haut und Bio-Lysat aktiviert die Bildung der Jugend-Proteine. Das Fluid von der
Gesichtsmitte nach aussen auf Stirn, Wangen und Schfen verteilen. Anschliessend auf das
Kinn und entlang der Gesichtskonturen bis zum Hals auftragen.
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22
Kolumne CRUISER Edition November 2010
Man trägt wie-
der Bart zwischen
den Beinen
Von Michi Rüegg
Das schweizerdeutsche Wort für «Haare» ist
«Haar». Die Teutonisierung, Hand in Hand mit
der Secondoisierung unserer Sprache, hat bei
jüngeren Menschen das korrekte schweizerdeut-
sche «Haar» zu einem «Haarä» werden lassen.
So gehen die Jungs heute «go Haarä schniide».
Sogar mein Coiffeur hat quasi seinen Beruf ge-
wechse lt, n icht handwerk lic h, sonder n re in l in -
guistisch gesehen. Auch er schneidet heute mei-
ne «Haarä», während ich ihm dabei zuschaue,
wie er «mini Haar» schneidet.
Man muss Veränderungen akzeptieren, in der
Haarmode genauso wie in der Sprache. Hinge-
gen bleibt die Frage offen, ob man die anderen
«Haaoder «Haarä» auch schneiden soll, und
zwar nicht die auf dem Kopf, sondern am Rest
des Körpers.
Früher war das einfacher. In den Nullerjahren
hat ma n a ls sc hw ule r Man n i n de r Regel rasie rt.
Im Bereich der Schambehaarung wurde bevor-
zugt getrimmt, der Zwölfhrigen-Look mit
der Vollrasur war nicht überall beliebt. Dann
haben die Heten Klingen und Trimmer ent-
deckt und sich wie die Römer damals in Nord-
afrika und in der Levante benommen, haben
ratzekahl alles gerodet allerdings nicht für
den Bau von Galeeren sondern aus optischen
Gründen. Und weil wir Homos der Zeit meist
einen Schritt voraus sind, lassen viele von uns
heute wieder spriessen, wo früher Ödland war.
Selbst Osama bin Laden will heutzutage nicht
nur rte sehen, sondern aus Klimaschutzgn-
den auch kahle Erde bep anzen. Er hat neben
dem Terrorismus ein zweites Standbein als Kli-
maschützer aufgebaut, was angesichts des ho-
hen CO2-Aussstosses der Bomben von Selbst-
mord-Attentätern auch bitter nötig ist.
Doch noch hat sich der Wandel, weder in der
Klimafrage noch in Fragen des Geschmacks
punkto Körperbehaarung, ganz eingestellt.
hrend die einen Jungs üppiges Buschwerk
bevorzugen, wird anderen angesichts von Fell
fast übel. Dieser Umstand ist dann schwierig,
wenn man sich nicht den Luxus einer festen –
und / oder monogamen Beziehung leistet, son-
dern an verschiedenen Take-aways nascht. Der
eine liebts so, der andere so. Da lässt mans für
Typ A lange wachsen, damit er sich durch den
Dschungel kämpfen kann, und trifft man ein
paar Tage später Typ B, sst er einen wissen,
dass er nur mit Rasierten in die Pfanne steigt.
Rasiert man dann hingegen, ist Typ A wieder
enttäuscht. Versucht mans allen recht zu ma-
chen, kann man eigentlich nur verlieren.
Aus diesem Grund propagier ich eine Idee,
die aus dem Afghanistan zu Osamas Zeiten
stammt. Viele der durchaus progressiveren Af-
ghanen konnten sich mit dem Barttragegebot
der Ta liba n n ic ht so recht a nf reunden. A lso ve r-
kauften ndige Händler rte, die man sich für
Reisen durchs Land oder öffentliche Auftritte
ankleben konnte. Zu Hause landete der Bart
dann wieder in der Schublade. Ich warte also
gierig darauf, dass man auf dem Internet bald
Scham- und Brusthaar-Toupets kaufen kann.
Je nach Vorliebe des jeweiligen Bettgenossen
klebt man sie sich eine halbe Stunde vorher auf
die Haut. Die Modelle reichen hoffentlich von
blondem F laum bi s h in z u üppigem T ürke npe lz.
Und darunter kann man sich noch immer rasie-
re n u nd dement spre chend ju ng f üh len, f ür den
Fal l dass eines der Gschpusis noc h im mer dieser
alten Mode hinterherweint.
Und wer das nicht macht und munter weiter
wachsen sst, tut der Natur etwas Gutes. Die
vom Aussterben bedrohte Filzlaus (Pediculosis
pubis) kann sich so wieder in neuen Lebensräu-
men ausbreiten. Für die Vermehrung ist ange-
sichts des hohen Partnerwechsels ihres Wirtes
eh gesorgt.
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23
CRUISER Edition November 2010 Fotostrecke
Ahmetaj
Edon
Photographer
Der Künstler Edon Ahmetaj
lebt und arbeitet in Zürich.
Bewegend, voller Emotionen
und mit fantastischen Tanzszenen
Hollywood Reporter
a FILM DIRECTED BY OSCAR® NOMINATED BRUCE BERESFORD
BEFORE YOU CAN FLY,
YOU HAVE TO BE FREE.
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11.–14. November in den ABB-Hallen Oerlikon.
29
CRUISER Edition November 2010
Kino
The Kids Are All
Right
Eine beinahe normale Familie
Von Mar tin Ender
Während hierzulande noch
diskutiert wird über die Ho-
mo-Ehe, und ob man verpart-
nerten Homosexuellen die
Kindererziehung anvertrauen
darf, setzt dies der Film «The
Kids Are All Righ, der in Los
Angeles spielt, als selbstver-
ständlich voraus.
Das Erfrischende an «The Kids Are All Right»
ist diese Selbstverständlichkeit. Szenen, in de-
nen die Kids in der Schule gehänselt würden,
weil sie müttererziehend aufwachsen, fehlen.
Tochter Joni wird gerade 18 und Sohn Laser 15.
Beide bewegen sich auch zuhause unbeschwert,
abgesehen von den Differenzen im Alltag, wie
sie in jeder Familie zwischen Eltern und Kindern
vorkom men. Ei ne b eina he ga nz nor ma le Fa mi lie.
Die beiden Mütter sind die taffe Ärztin Nic und die
chaotische und viel weichere Landschaftsgärtne-
rin Jules, die mit ihren beiden Kindern ein harmo-
nisches, lesbisches Familienleben führen.
Nach einer praktisch unbeschadeten Kindheit
taucht nun aber im jugendlichen Alter doch ein
kleines Problem auf. Laser möchte wissen, wer
sein Vater ist. Es ist ganz klar, dass er mit die-
sem Ansinnen bei seinen «Eltern» nicht durch-
kom mt. Da er noch z u ju ng i st, um selber bei der
Samenbank Auskunft zu bekommen, muss er
seine Schwester überzeugen, dies für ihn zu tun.
Anfänglich gert sie, weil sie nicht einsieht,
wozu das gut sein soll. Doch sie willigt schliess-
lich ein und nach Rückfrage der Samenbank
be im Spender, w illig t auch dieser ei n, dass seine
Daten rausgegeben werden. So steht nichts mehr
im Weg, dass die beiden Geschwister ihren Vater
kennenlernen können.
Familiäre Turbulenzen
Die Kinder sind väterlicherseits Geschwister,
da sich dietter vor vielen Jahren den Samen
eines anonymen Spenders einsetzen liessen
und z war des gleichen , um gemeinsam K inder
hab en zu können. Diese Tat sache lässt de nn auc h
im Erziehungsalltag Vor würfe auf kommen, wie
sie unter Eltern noch gerne ausgesprochen wer-
den: «Das hat das Kind von dir». So ist es denn für
die Ärztin klar, dass ihre Tochter in der Schule
gute Noten hat und ans College will. Und dass der
Sohn ihrer Partnerin halt nicht so recht weiss,
was er mit seinem Leben einst anfangen soll.
Richtig Bewegung kommt in die Geschichte,
nachdem die beiden Kinder ihren Vater Paul ken-
nenegelernt haben. Der stellt sich als durchaus
sympathischer Besitzer eines superangesagten
Bio-Restaurants heraus. Er ist entzückt vom un-
vermuteten Nachwuchs. Die beiden Mütter hin-
gegen, vor allem Nic, befürchten das Schlimmste.
Und sie haben recht damit.
Paul ist ein Lebemann, der nie eine feste Bezie-
hung hatte. Seine jetzige Freundin ist die hüb-
sche Tanya. Doch nun nimmt er sich Zeit für die
neue Fam ilie u nd br ing t d as bi sher g ut eingespie -
lte Familienglück kftig durcheinander. Er be-
ginnt eine Afre mit der von ihrer routinierten
Beziehung gefrusteten Jules, der Mutter seines
Sohnes. Als Nic von der Affäre Wind bekommt
und auch die Kinder vom Fehltritt der Mutter er-
fahren, hängt der Haussegen gewaltig schief...
Tiefgründige Unterhaltung
Die Regisseurin Lisa Cholodenko hat mit «The
Kids Are All Right» versucht, das Familienleben
des lesbischen Paares mit einer erfrischenden
Normalität zu verlmen, ohne unnötige Ent-
schuldigungen und mit Weitsicht. Der Film w id-
met sich einem wichtigen Aspekt unserer Ge-
sellschaft. Zudem sind die schauspielerischen
Leistungen aller Beteiligten schlicht grossartig.
hrend ein liberales, heterosexuelles Publi-
kum frohlocken kann über eine Drama-Komö-
die, zeigt die Reaktion der schwul-lesbischen
Community zumindest in Amerika wenig
Begeisterung bis hin zu offener Ablehnung. Am
Sundance Film Festival in Park City, Utah, bei-
spielsweise ist der Film durchgefallen.
Bei Schwulen- und Lesbenrechtlern wird der
Film auch hierzulande nicht zum lehrreichen
Vorzeigewerk werden. Er ist aber wunderbar
leichtfüssig und voller warmherzigem und
manchmal auch ein wenig derbem Humor. Die
Klischees über Lesben und ganz normale (hete-
rosexuelle) Fa mi lien a ls Hort des «amer ican way
of life» werden durcheinander gewirbelt. Neben-
bei gibt es wundervolle, kleine Seitenhiebe auf
«Lifestyle of Health», auf Selbstverwirklichung
und die Se xbesessen heit unserer Zeit. Dabei si nd
diese Spit zen nicht bösa rt ig, sondern wol len vor
allem eines unterhalten.
Und gute Unterhaltung kann dem gesellschaft-
lichen Weg hin zur vollwertigen Homo-Ehe
durchaus auch förderlich sein.
Kinostart: 4. November 2010
Nic (Annette Bening), Jules (Julianne Moore), Laser (Josh Hutcherson), Joni (Mia Wasikowska),
Paul (Marc Ruffalo)
30
Kultur CRUISER Edition November 2010
Der Circus ist in
der Stadt
Halt! Nicht bloss einer, son-
dern gleich vier
War vor 28 Jahren Circus Conelli auf der
rchen insel Bauschänzli mitten in Zürich
der einzige Weihnachts-Circus, haben wir heu-
te gleich eine grosse Auswahl.
Circus Conelli
Pure Imagination heisst es im roten Chapiteau
auf der Limmatinsel. Zum dritten Mal hat Roby
Gasser die Verantwortung. Conelli ist auch der
Circus der kulinarischen Genüsse, dank dem
Gastronomen Martin Candrian.
Bauscnzli, rich
19. November bis 2. Januar, TicketCorner
sowie bekannte Vorverkaufsstellen
Clowns und Kalorien
Heidenspass und Götterspeisen von und mit
Marion und Frithjof Gasser. «Das Varieté ist tot -
es lebe das Varieté!» Eine Welt der Kronleuchter
und Kerzenständer, der goldenen Erzengel und
samtigen Sofas eine üppig-kitschige Welt. Ein
Verzehrtheater. Ein Dîner Artistique.
Winterthur - Teuchelweiher / Wachter-Areal
5. November bis 30. Januar
Reservationen 079 671 50 73
Salto Natale Beautiful Jewels
Der Circus von Gregory und Rolf Knie. Ein Circus
der anderen Art mit 48 Artisten, Komikern, Mu-
sikern und nzern und einer neuen Geschich-
te. Und mit einem neuen Zelt.
Parkplatz Holberg, Zürich Kloten.
17. November bis 2. Januar
Shuttlebus vom Bahnhof Zürich-Flughafen
Swiss Christmas
Ein neues Weihnachtsspektakel für Zürich.
Der klassische Weihnachtszirkus mit neuem
Gesicht mit Artistik, Musik und Comedy. Er-
frischend anders, festlich, ein wenig schräg
und doch romantisch, mit einer Prise nse-
haut. Viel versprechend, multimedial und be-
zaubernd. Und eine eigene Hymne von Roman
Camenzind, dem Subzonic-Gründer. (kb)
18. November 2010 bis 2. Januar 2011
Zürich-Oerlikon, offene Rennbahn
www.ticketcorner.ch oder online
www.swisschristmas.com
Dont Cry for
Me Argentina
Das grandiose Werk von
Andrew Lloyd Webber und
Tim Rice
Ein Radiobeitrag im Herbst 1973 über Eva Perón
faszinierte Tim Rice so, dass er wenige Monate
später nach Argentinien reiste, um mehr über
diese ungewöhnliche Frau zu erfahren. Ihre
strahlende Schönheit, ihre stilvolle Erschei-
nung und ihr schillerndes Charisma, das dem
argentinischen Volk so viel Hoffnung versprach,
machten die Präsidentengattin María Eva Duar-
te de Perón schon zu Lebzeiten zur spirituellen
hrerin ihrer Nation. Bis zum heutigen Tage
ist sie eine Ikone, eine Wohltäterin und wird in
Argentinien zutiefst verehrt. Dabei zog Evita
auf ihrem Weg nach ganz oben alle Register, um
es von einem armseligen Dasein in der Provinz
mit Rafnesse und Erfolg versprechenden Affä-
ren in Buenos Aires zum populären Medienstar
zu bri ngen und schliesslich a ls First Lady die Ge -
schicke des Landes mitzubestimmen.
Eine Einspielung der Musik von Andrew Lloyd
Webber durc h das L ondon Phil ha rmon ic Orche -
st ra 1976 w urde ein R iesenerfolg. Die Urauf füh-
rung im Juni 1978 am Prince Edward Theatre
im Londoner West End und ein Jahr später am
Broadway war ein sensationeller Erfolg. Evita
erhielt als bestes Musical den Olivier-, Tony- und
Drama-Desk-Award und ehrte seine Macher mit
je einem Tony Award in den Kategorien Beste
Partitur, Bestes Buch und Beste Regie. Madonna
übernahm den darstellerisch wie gesanglich
höchst anspruchsvollen Part der Evita Perón
in der Verlmung von 1996 und wurde unter
anderem mit drei Golden Globe Awards sowie
einem Oscar für den neuen Song You Must Love
Me ausgezeichnet.
Jetzt in Zürich mit hochkarätiger Besetzung
Stars aus dem Londoner West End und einem
fantastischen Orchester. (kb)
Theater 11, rich.
9. bis 21. November und 1. bis 6. rz
Musical Theater Basel, 18. bis 30. Januar
Ticketcorner 0900 800 800, Vorverkaufs-
stellen und www.ticketcorner.com
Wer hat Angst vor
Virginia Woolf
Ein bitterböser Ehestreit, bei
dem kein Stein auf dem an-
deren bleibt
Im Stück von Edward Albee, 1962 in New York
uraufgeführt, werfen sich Elizabeth Taylor (als
Marta) und ihr Gatte Richard Burton (als Ge-
schichtsprofessor George) nach einer Party alle
Bosheiten an den Kopf. Sie hören auch nicht auf,
ihre Messer zu wetzen, als das befreundete Lehrer-
paar eintrifft. Berühmt wurde die Geschichte erst
richtig durch die Verlmung von Mike Nichols
mit den beiden Stars. Und immer wieder hielt
sich das Gerücht, dass Albee die Story eigentlich
f ür z we i M än ne rpaa re gesc hr iebe n hab e. Fü nfzig
Jahre später nehmen Barbara Weber, die Direkto-
rin vom Neumarkt Theater, und Michael Gmaj das
T he ma w ieder auf. Do ch diesma l i st noch e in d rit-
tes Paar bei der nächtlichen Schlacht dabei.
Die Gastgeber sind nicht nur Spielmacher, son-
dern gleichzeitig den andern ausgeliefert. Mit
dem dritten Paar wird zudem das hart konstru-
ierte Stück von Albee gesprengt. Man wolle nicht
mehr eine zusammenngende Geschichte er-
zä hle n, so Mic hael Gmaj, sondern d amit spielen,
dass drei Paare zusammentreffen und versuchen,
mit der Thematik des Originals umzugehen.
Die ursprüngliche Handlung rückt in den Hin-
tergrund und im Zentrum stehen die Darsteller,
die sich in stets neuen Beziehungskonstellati-
onen auf die T hese ei nlassen, dass man die eige -
ne Liebe immer wieder zerstören muss, um sie
erneuern zu können. Auf die Art wolle man sich
stärker mit den Abgründen, Leerstellen und
Konzepten von Liebe schlechthin beschäftigen,
meint Michael Gmaj. Man wollte diese Thematik
nicht wie im Original bloss Marta und George
überlassen, sondern ganz gezielt aus verschie-
denen Perspektiven betrachten. Barbara Webers
Inszenierung sst das Spielgeschehen nicht
bloss auf der hne, sondern im ganzen Haus
abrollen. Über eine Live-Kamera-Übertragung
sind auch andere Räume sichtbar. (kb)
Theater Neumarkt, Zürich
Premiere 25. November
31
CRUISER Edition November 2010 Kultur
La Lupa: Mater
Das neue Programm der un-
vergleichlichen Künstlerin
Die stimmgewaltige Performerin La Lupa zele-
briert in ihrem neuen Programm die Ur-Mutter
in all ihren Facetten. Mater will philosophisch
sein, aber auch zum Schmunzeln anregen. Das
sich ständig Erneuernde so der Untertitel in
ihrem neustem Programm – verspricht viel. So
handelt es von Dingen, die uns täglich bewegen.
Das Werden und Vergehen des Lebens wie auch
der Natur. La Lupa hat ihr neues Programm aus
literarischen Trouvaillen und vielen Liedern
zusammengestellt. Sie rezitiert Texte von Fried-
rich Schiller, Botho Strauss oder Pablo Neruda
singt Lieder wie das Ave Maria, La Mamma
von Charles Aznavour oder Viva la Mamma von
Eduardo Bennato.
Die in Zürich lebende Tessinerin selbst sagt über
ihr neues Programm: «Das Urprinzip Mutter,
Mater, steht für eine gebärende Kraft, für je-
nen Geist, der immer wieder erneuert, der aber
auch zerstört und vergehen sst, um daraus
wieder Neues entstehen zu lassen. Mater steht
für das Prinzip der fortlaufenden Bewegung,
dem alles gehorcht. Vom Universum bis zu den
kleinsten Zellen der Natur; bis zu den Atomen
der Materie, deren Wortstamm wieder zur Ma-
ter führt. Ein übergeordnetes Gesetz, das das
Geistige ebenso umfasst wie das Materielle, das
Weibliche ebenso wie das Männliche. Das stete
Erneuern und Vergehen.» (kb)
Theater Stock, Zürich
Jims Männer
Hommage an den Fotografen
Karlheinz Weinberger
Karlheinz Weinberger fotograerte unter dem
Pseudonym «Jim» für die Zeitschrift «Der Kreis»
und später auch für «Club69». 1921 wurde er
in Zürich geboren. Nach dem Literaturgym-
nasium studierte er autodidaktisch Fotogra-
e. Bereits 1948 fand Weinberger Kontakt zur
Homosexuellenzeitschrift «Der Kreis», wo er
das Pseudonym «Jim» führte. Mit mehr als 80
veröffentlichten Fotos prägte er die homosexu-
elle Ästhetik bis zum Ende der Zeitschrift 1967
massgeblich mit. «Jims» homoerotische Bilder
schwanken zwischen der Darstellung südlän-
discher, klassisch-antiker Typen und zeitgenös-
sisch-städtischer Alltagserotik. 1958 begann
Weinberger, die Halbstarkenszene in Zürich zu
fotograeren. Sein Interesse galt dann auch den
Rockern und Tätowierten.
Eine erste Einzelausstellung widmete ihm die
Fotogalerie der Klubschule Migros, Zürich, 1980
«Die Halbstarken 1955-1960: vor 25 Jahren, als
Zürich halbstark wurde». 2000 zeigte das Zür-
cher Museum für Gestaltung auch seine homo-
erotischen Fotograen und sein Pseudonym
wurde aufgelöst in «Halbstark: Fotograen von
Karlheinz Weinberger».
Gery Hintermann, der Macher der jetzigen
Ausstellung, wurde 1966 in rich geboren.
Seit 2000 arbeitet er als freischaffender Künst-
ler und pegte Karlheinz Weinberger, seinen
Freund, bis zu dessen Tod 2006. Gery Hinter-
mann hatte verschiedentlich Ausstellungen in
der Werkstattgalerie Berlin, so auch «Negativ-
Positiv», eine Fotoinstallation zum Thema HIV,
2007 und «Mein schwules Auge» 2008. (kb)
Perla-Mode
Langstrasse84 / Brauerstrasse 37, Zürich
17. bis 27. November
Secondhand Love
René Caldart und Jürg C.
Maier in einer vergnüglichen,
aber auch kritischen Gay-
Komödie
Alex ReCaldart als Alex und Jürg C. Maier als
George haben geheiratet, sobald dies möglich
war. Doch dann verliess sie die Liebe und sie
waren eines der ersten Paare, die ihre Partner-
schaft wieder lösten. Das liegt schon einige Zeit
zurück. Nun treffen sie sich zufälligerweise
wieder einmal in einer Gay-Bar und es passiert,
was eben so passieren kann – sie verlieben sich
wieder. Doch da gibt es ein kleines Hindernis
der eine ist inzwischen schon wieder mit einem
Mann registriert.
Das Stück behandelt ein ganz aktuelles Thema
auf sehr komödiantische Art, aber auch mit
bitterbösen Wortgefechten. Bereits 2004 sorgte
«Homoscheidung» von Michael Rüegg für Furo-
re. Während jenes Stück der Beziehung zweier
nner bis zum totalen Ende folgt, spinnt Se-
condhand Love nun die Geschichte weiter und
hofft auf einen zweiten Frühling.
Jürg C. Maier und René Caldart arbeiten schon
seit Jahren zusammen, stehen aber das erste
Mal in einem Stück gemeinsahm auf der hne.
Jürg Maier, der Zürcher, inszenierte über 150
Stücke im Berufs- und Amateurtheater und war
als Schauspieler immer wieder in Theater, TV
und Film zu sehen. René Caldart, der Romand,
studierte am HB Studio in New York und war
in verschiedenen Stücken auf der hne. r
seine Soloprogramme – Regie und Konzeption
Jürg C. Maier – wurde er mehrfach ausgezeich-
net. (kb)
Maiers Theater, rich
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33
CRUISER Edition November 2010
Film
Sie wollen’s nochmals wis-
sen, die vier Grossstadt-La-
dies, welche die Fernsehwelt
revolutionierten: Sarah Jes-
sica Parker, Kim Cattrall,
Kristin Davis und Cynthia
Nixon geben nochmals Gas
und haben dabei aberch-
tig Sand im Getriebe.
Die Serie sowie der anschlies-
sende Film waren ein Riesenerfolg. Diese ende-
ten mit einem würdigen Schluss. Aber bei Geld-
segen ist ein Sequel ein Muss, denn schliesslich
gibt es noch einiges auszuschlachten: Sex, Dialo-
ge, Schuhe – für einen zweiten Aufguss.
Der Film stellt sich derweil die berechtigte Frage:
Was passiert nach einem Happy End? Das Leben
erfüllte den vier ewig jungen Damen praktisch
alle Wünsche und jede scheint dabei in ihrer
eigenen Welt zu versinken. Langeweile droht,
auch we nns eine tolle sc hw ule Ho ch ze it m it Li za
Minelli zu zelebrieren gibt. New York hat aus-
gedient, ab gehts nach Abu-Dhabi. In Saus und
Braus lassen sich Carrie und Co. dort verwöhnen.
Bis sich ein Seitensprung anbahnt und Samantha
die muslimischen Sitten genüsslich ignoriert. So-
weit so gut. Und schlicht weg zu wenig. Dies wird
alles pompös in Szene gesetzt, nur die Handlung
blei bt blut lee r. Wa s pa ssie rt a ls o n ac h e ine m H ap -
py End? Nicht allzu viel, aber es sieht spitze aus.
Wie eine wunderschöne, leere Schuhschachtel.
Autor und Regisseur von Sex and the City 2 ist
wiederum Michael Patrick King. In den Haupt-
rollen brillieren natürlich das lieb gewonne
Quartett sowie Chris Noth als Mr. Big und John
Corbett als Aidan. (dd)
Sex and the City 2
Wunderschöne, leere Schuhschachtel
*****
Fünf Freunde
*****
Collectors Edition: Die pure Nostalgie
Lange hat’s gedauert, nun sind sie doch erhältlich: mtliche Folgen der
«Fünf Freunde» fürs Heimkino. Und alle Fans jenseits der 35 wissen noch
genau, wie sehr sie diesen Mehrteiler liebten. Eine Se-
rie, welche En id Bly tons Erfolgsromane z iemlich f re ch
in die späten 70er-Jahre übertrug und doch dem Geist
der Kinderbücher treu blieb. Die nf Freunde, das sind
Julia n, Dick, A nne, George und de ren Hund Ti mmy. Zu-
sa mmen erleben d ie «Famous Five», w ie sie i m O rig ina l
genannt werden, unvergessliche Abenteuer. Die Fünf
Freunde gehen auf Schmugglerjagd, suchen nach ver-
schollenen Schätzen, entdecken unterirdische nge
in alten Schlössern, betreten gefährliche Eisenbahntunnel und wohnen
auf Leuchttürmen und Inseln. Dass die fünf Kids scheinbar immer Som-
merferien haben, trübt die nostalgische Freude keineswegs. Nun end-
lich darf 26 Mal die Titelmelodie angestimmt werden: «Wir sind die fünf
Freunde, Julian und Dick, A nne und George, und der Timmy, der Hu-und!
Wir sind die besten Freunde, ja!» (dd)
Vision
*****
Michael Jacksons musikalisches Vermächtnis
Der King of Pop ist tot – und somit eine hervorragende Einnahmequelle.
Immerhin lassen sich d ie Verant wort lichen auc h Dinge ein fallen, welc he
Michael Jackson gefallen hätten: Zum ersten Mal wer-
den mtliche Musikvideos, die der nger während
seiner Solo-Karriere produzierte, auf DVD erhältlich
sein. Sie sind und bleibe n zeit lose K lassiker der Pop - Ge -
schichte, die den Zuschauer bis heute begeistern. Jack-
sons Produktionen waren innovativer als andere Clips,
hier bekam das Publikum Kurzlme in veritabler Ki-
noqualität zu sehen. Das aus drei DVDs bestehende Set
mit einer Gesamtlaufzeit von über viereinhalb Stun-
den gibts selbst ver st ändl ich i n einer De luxe -Box. Reg ie - Grössen w ie John
Singleton, Spike Lee und David Fincher geben sich darauf die Ehre. Und
auch «Ghosts», das Ergebnis von Jacksons Zusammenarbeit mit der Special-
Ef fects -L egende Stan W inston, da rf hier natürlic h n icht fehlen. Das beson-
dere Feature ist jedoch ein 60-seitiges Hardcover-Buch mit seltenen Fotos
aus Michaels Privatarchiv. Ab dem 19. November erhältlich. (dd)
34
Nachgefragt CRUISER Edition November 2010
Branko B. Gabriel
trifft...
von Odessa Smith und
Branko B. Gabriel
Bei der Eröffnung von 2nd Skin
Tattoo & Piercing moderierte
ich mit Zoe Scarlett den Event.
Da überraschte mich ein selt-
sames Geschöpf. Cat, der
menschliche Tiger. Zusammen
mit Odessa Smith unterhielt ich
mich mit ihm. Hinter dem har-
ten Aussehen, fanden wir eine
berührende und zugleich ver-
störte Persönlichkeit.
CR: Was hat dich zu so einer radikalen Trans-
formation bewogen? Ich habe unzählige Be-
richte gelesen(Cat unterbricht)
CAT:
Was du gelesen hast ist mit hoher Wahr-
scheinlichkeit falsch. Alle versuchen, mir Worte
in den Mund zu legen, damit ich in ihr Schema,
in ihr Denken passe... Katzen sind mein Totem.
Tiger sind die Katzen, die ich am meisten mag,
weil ich mehr Zeit mit ihnen verbringe als mit
anderen Katzenarten oder Menschen.
CR: Es gab also keine Erleuchtung? Etwas, das
dich zu diesem Schritt bewogen hat?
CAT: (leicht gereizt) Bitte legt mir nicht so was
in den Mund!
CR: Nein, nein, man darf ja mal nachfragen...
Ok, kannst du uns mehr über dich und deine
Transformation erhlen.
CAT:
Ich bin amer ikanischer Ureinwoh ner, stam-
me von den Hurons und Lakotas ab. Ich wusste
immer schon, dass die Katzen für mein Totem
stehen und ich mit diesen Tieren eine starke Be-
ziehung habe. Ich begann in den frühen 80er-
Jahren mit der Transformation. Es gibt eine sehr
alte Tradition der Hurons, in der es darum geht,
deinem geistigen Tier her zu kommen. Spiri-
tuell wie auch physisch.
CR: Deine Umsetzung ist ziemlich radikal.
CAT: Was ich mache, ist einzig, eine alte Tradition
in unsere heutige Zeit zu tragen.
CR: Aber wie hat sich das früher ereignet?
CAT:
Ich habe keine Ahnung, das wurde nicht
dokumentiert.
CR: Mundpropaganda?
CAT:
Wahrscheinlich, zu der Zeit gab es keine
Fernseher und Aufnahmegeräte....
CR: Kennst du andere amerikanische Ureinwoh-
ner, die durch den gleichen Prozess gehen?
CAT: Nein, es ist ein altes Wissen, das nicht mehr
existiert...
CR: Es existiert nicht mehr?
CAT: Ich habe zwar über andere Menschen gehört,
die ähnliche Transformationen durchmachen,
aber aus anderen Gründen. Was ich getan habe,
ist Teil einer spirituellen Reise und durch diese
komme ich meinem geistigen Tier immer näher.
CR: Könntest du uns mehr über diese spiritu-
elle Reise sagen?
CAT: (räuspert sich) Die Sache ist die, wie bereits
schon erhnt, komme ich meinem Helfertier
«Animal Helper» immer näher, wie ein spiritu-
eller Führer. Durch meine rperliche Verände-
rung komme ich ihm geistig her.
CR: Gibt es spez