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Cruiser im Februar 2010

Dieses Magazin ist Schwul
CRUISER Edition Februar 2010
Photographer Daniel «samo» Bolliger, Soaps and the City, Ferien à rosa,
Hugo Loetscher, Wahlen in Zürich, Viele bunte Parties, Michael von der Heide,
SwissPäck, Marc Döhring, MrGay Kandidaten 2010
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Photography - OLAF BLECKER
JACK
Fantastic
Queer
Compan
The Sweat
Is Best Issue«
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VIETHEER
LONDON«
JUICEPPE«
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FABULOUS
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3
CRUISER Edition Februar 2010
Inhalt
CR bleibt CR
CR war im vergangenen Dezember geplant als Sondernummer «Cruiser-Winter-Edition», eine
Doppelnummer mit mehr Inhalt. In einem neuen Kleid. Aufwändiger als üblich. Die Reaktionen
auf das luxuriösere Erscheinungsbild waren überwältigend. Soviel Zuspruch aus der Leserschaft
macht uns Mut. Wir scheuen den Mehraufwand nicht und fahren fort mit CR. Wir freuen uns, im
2010 unseren Lesern mit jeder Ausgabe ein modernes Magazin mit bestem Inhalt in die Hand ge-
ben zu dürfen.
Martin Ender, Verleger
6
Soaps and the City
Schwule in Serie(n). Wie sind sie dahin gekommen?
8
Ferien à rosa
Arosa Gay-Ski-Week
12
Hugo Loetscher: In alle Richtungen gehen
Ausstellung, geplant zum 80. Geburtstag
15
Schwul wählen
Gemeinde- und Stadtratswahlen in rich
21
Branko B. Gabriel trifft...
Michael von der Heide
23
Daniel «samo» Bolliger
Photographer
6 7
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Gesellschaft
Gesellschaft
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Soaps and the City
Schwule in Serie(n). Wie sind sie dahin gekommen?
Und warum gehen ihre Fans nach New York?
Gays in Fernsehserien sind
selbstverständl ich gewor-
den. Aber wann eigentlich?
Eine Geschichte des ver-
späteten Sichtbarwer dens,
die ihr vorläufi ges Happy
End in New York fi ndet. An
einem grossen Charity-
Event treffen Fans ihre TV-
Helden von nebenan.
Thomas ist Jus-Stude nt. Er jobbt als A sylanten-Be rater, er hat einen
Freund, der in New York modelt und kokst. Thomas ist der nette Schwu-
le von nebenan, nur wohnt er eben nicht nebenan, sondern war Teil der
inzwischen eingestellten Schweizer Soap «Lüthi und Blanc». Kaum eine
TV-Serie verzichtet heute auf gleichgeschlechtliche Romanzen. Von Ober-
arzt Dr. Eberhardt Scheu im Alphateam über die schwulen Nachbarn der
«Desperate Housewives» oder den Bruder von Golden Girl Blanche bis zur
lesbischen Polizistin in GZSZ und zum bisexuellen Boxer in «Verbotene
Liebe»: Zur besten Sendezeit fl immern sie täglich in die gute Stube. Ein
bemerkenswerter Wandel, denn bis Mitte der 1990er wurde das Thema
im TV grösstenteils totgeschwiegen. Dann kamen die Tal kshows, tram-
pelten sämtliche Tabuzonen platt und ebneten so auch den Weg des etwas
grösseren Widerstands für Filme und Serien.
Noch in den 1980ern genosse n schwule Fig uren in Soaps echten Exo -
tenstatus. Steven aus dem Denver-Clan etwa o der Carsten Flöter in de r
Lindenstrasse. 1987 gab es in der ARD-Serie den ersten Männerkuss, eine
kleine Sensation, und auch der zweite sorgte drei Jahre später für Aufse-
hen und Aufruhr. Die Boulevard-Presse machte eine grosse Story daraus,
besonders im konservativen Bayern war die E mpörung heftig, die Da r-
steller erhielten Morddrohungen.
Seife und Sex
Weit weg vom Vorabendprogramm der grossen Sender entstanden aller-
dings auch schon früh schw ule und lesbische Soaps. «MontagsKinder»
etwa, eine Trash-Serie zwischen Kopie und Parodie. Mit «Queer as Folk »
und «L World» haben diese vor ein paar Jahren nun auch den Sprung
vors breite Publikum geschafft. Das Schweizer Fernsehen zeigte «Queer
as Folk» 2000 als Premiere im deutschsprachigen R aum und als ers ter
öffentlich-rechtlicher Sender überhaupt, und die Zuschauer sahen ziem-
lich explizit, dass sich Gays nicht nur auf Mund und Hals k üssen. Das
Interesse war gross, die Beschwerdenbriefe waren la ng. Die brit ische
Serie wurde kurz darauf f ür den amer ikanischen Mark t neu verfi lmt,
war dort allerdings nur im Pay-TV zu sehen. Man will ja Publi kum und
Sponsoren nicht verärgern. Ihren Ursprung hat die Soap-Opera in Radio-
hörspielen und ihre Bezeichnung von den Waschmittelkon zernen, für
die darin geworben wurde. Wenig verwunderlich also, dass auch heute
noch trotz schwuler Quotenküsse alles schön sauber und werbefreund-
lich bleiben muss.
Jo Weil und Thore Sc hölermann spie len in de r ARD -Serie «Verbotene
Liebe» ein schwules L iebespaar. Negati ve Reaktionen von Zuschauer n
gibt es kaum noch, sagen sie. Und do ch ist nicht a lles so ganz e infach
und selbstverständli
ch. Ständig taucht in Interv iews die Frage au f, ob
sie denn wirklich schwul seien. Eine Frage, d ie Weil heute zu Re cht
nicht mehr beantworten mag. Er sei schliesslich, wenn er einen Hetero-
Liebhaber gespielt hat, auch nie gefragt worden, ob er denn wirklich auf
Frauen stehe.
Big Stars im Big Apple
Zusammen mit vielen anderen Soap-Stars reisen Weil und Schölermann
Ende März nach New York zum ersten «Gays of our Lives»-Event. Via You-
tube hat die deutsche Serie offenbar auch in den USA eine Fangemeinde
aufgebaut. Fans aus aller Welt sollen die Gelegenheit bekommen, vor der
grossartigen Kulisse New Yorks ihre L ieblingsdarsteller aus schwulen
Storylines live kennenzulernen. Auch Denn is Grabosch u nd Igor Dol-
gatschew aus «Alles, was zählt», Felix Isenbügel (Gute Ze iten, schlechte
Zeiten), Hal Sparks (Queer as Folk) und Gre gory Michael (Dante‘s C o
ve)
werden mit dabei sein. Neben Meets and Greets stehen Parties und Work-
shops auf dem Programm. D er Gewinn dieses Cha rity-Events geht an
die Aidshilfe Köln und das a merikanische Tre vor Project, das schwule
Jugendliche unterstützt.
Die wahren Gays of our Lives fi nden sich natürlich nicht in den TV-Dreh-
büchern. Doch wenn die Daily Soaps schwule Beziehungen für einige Zu-
schauer zum normalen Alltag machen können, nimmt man doch gern in
Kauf, dass die Darstellung nach wie vor ziemlich klischiert daher kommt.
Schliesslich geht es ja in erster Linie um Unterhaltung, da darf man auch
mal über eigene Klischees schmunzel n. Sonst hätte «Sex and the City »
wohl kaum so viele schwule Fans. Und seien wir ehrlich: Machos und Zi-
cken werden in Soaps genauso eindimensional gezeigt. Ob nun verbotene
Liebe an der Lindenstrasse oder gute und schlechte Zeiten auf dem Mari-
enhof, unter uns gesagt: Nur die Liebe zählt, ganz egal, wer mit wem. Und
wie’s weiter geht, zeigen wir dann morgen zur gleichen Zeit.
Gays of our Lives
New York, 26.-28. März 2010
Tickets und Infos: www.gaysofourlives.org
Christian (Thore Schölermann) und Oliver (Jo Weil) aus der ARD-Serie «Verbotene Liebe» © ARD/Glitsch
8
Kapitel Titel CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
9
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Reisen
Schwule Skiferien sind
vor allem eines: Skiferien.
Pistenhäschen und
Nachteulen gaben sich
vom 9. bis 15. Januar
in Arosa die Hand. Michi
Rüegg war für den Cruiser
dabei, auch wenn er mehr
schlief als feierte.
Der schwule Mann im besten Alter sitzt allein im Speisesaal des Hotels.
Er tunkt Brot in die Salatsauce auf dem Teller. Um ihn herum sitzen halb
schweigende Heteropaare, mit von Unbefried igtheit und Langeweile
getränkten Gesichtern, in der Ecke probt eine fü nfköpfi ge Familie den
Weltuntergang, die portugiesischen Kellner schlendern blasiert über den
fl auschigen Teppich, irgendwo blickt eine alternde Witwe halb mitleidig,
halb lüstern zum Schwulen, der noch immer mit Brotmocken Dressing
aufsaugt und sich fragt: Verfl ucht, was mach ich eigentlich hier?
Um Szenen wie diese zu vermeiden, entschloss ich mich gegen Skiferien
allein im Irgendwo und für die Arosa Gay Skiweek. Ich wollte Skifahren,
ich wollte Spass haben, ich wollte Leute um mich herum,
mit denen ich
etwas gemeinsam habe. Damit hatte ich allerdings einen schweren Stand.
Mein Umfeld wollte mir partout nicht abnehmen, dass ich des Skifahrens
wegen nach Arosa fuhr. Für sie war die Gay Skiweek bloss ein grosses So-
dom, eine gigantische Sauna, in der die Lusttropfen permanent fl iessen.
Merke: Wer schwule Ferien bucht, dem wird per se unterstellt, er würde
ausschliesslich des Fickens wegen fahren.
Ich kenn keine Sau.
Nach Ficken war mir defi nitiv nicht zu Mute, als ich zum ersten Mal die
Bar im Hotel Eden betrat. Ich nippte an meinem Bier und dachte so bei
mir: Verfl uchte Scheisse, du kennst hier keine Sau. Was um Himmels Wil-
len hab ich in Zürich die letzten zwölf Jahre bloss gemacht? Wobei, da fi el
mir auf, dass vermutlich keine Zürcher zugegen waren. Was man ja gern
vergisst – es gibt auch in anderen Schweizer Städten und Dörfern Schwu-
le. Und viele davon scheinen an jenem Januar-Samstag den Weg nach Aro-
sa gefunden zu haben. Man konnte Dialekte vernehmen, die man sonst
selten hört. Doch spulen wir vor: Am nächsten Tag hatte ich sowohl neue
Freunde gefunden als auch alte Bekannte wiederentdeckt.
Wenn 450 schwule zwischen 20 und 60 ein ganzes Hotel überfallen, dann
hinterlässt das gewisse Spuren. Doch das Eden Arosa – die Höhle des Lö-
wen – hat schon zu viel erlebt, als dass vier Hundertschaften Homos die
morschen Wände ins Wanken bringen könnten. Das Eden, leuchtender
Partystern im sonst eher biederen Alpendorf. Hier führen seit fünfund -
zwanzig Jahren Hitsch Leu und seine Frau Valerie das Szepter. Nicht
mehr die Allerjüngsten, sind doch beide so um die Fünfzig. Abe r selbst
der intensivste Lebensstil hat sie nicht verwelken la ssen. Im Gegenteil,
Valerie hat punkto Sexiness praktisch alle Schwuppen we it hinter sich
gelassen. Sie wirkt wie ei
n Mädchen in der Blüte ihrer Jugend, so dass
frühmorgens im Frühstückssaal als Valerie vor zwei Pfannen und einem
riesigen Karton mit Eiern stand, ein Gast k leinlaut fragte: «Hat sie die
alle selbst gelegt?».
Es ist ein ungewöhnliches Hotel, das Ede n. Wie wenn man ein cooles
Design hotel mit einem biederen 50er-Jahre-Schuppen vermischen und
kräftig schütteln würde. Tief in seinen Eingeweiden ste ckt der Kitchen
Club, der Zeuge von so manch sündiger Handlung wurde. Hier fand Mit-
te der Woche auch meine erste Schaumparty statt, die mir unglaublich
viel Spass und einen knallroten Hodensack bereitete. «Hast du dich denn
nicht mit Babyöl eingeschmiert?» Doch. Aber n icht dort unten. Da war
nicht mehr genug von dem Zeug. Immerhin stellte sich der Schaum als
wesentlich aggressiver heraus als das Balzverhalten der Gäste.
Die Hand bleibt da, wo sie ist.
Überhaupt wurde man selten Zeuge unfl ätiger Handlungen. Selbst der
Wellnessbereich erinnerte punkto Atmosphäre eher an Bad Zurzach als
an eine Gay Sauna. Selten mal fummelte einer im Dampfbad ein bisschen
an seinem Pimmel rum, der Rest ignorierte ihn für gewöhnlich. Dass es
allerdings auch anders geht, zeigte die Secret Pool Party, die im Eden Gym
stattfand. Ich selbst verzichtete darauf, aber den Schilderungen einiger
Gäste zufolge, soll es dort für einmal durchaus unkeusch zu und her ge-
gangen sein. So wurde mir zumindest berichtet. Allfällige Spuren waren
am Nachmittag drauf jedenfalls keine mehr sichtbar.
So ist das eben an der Arosa Gay Skiweek. Jeder mac ht das, was er will.
Des Morgens im Frühstüc kssaal schöpfte man sein Müsli, beobac htet
von olympischen Augenringen ringhersu m. Der eine hatte eine wilde
Nacht mit Partner Nummer neun hinter sich, andere sind fr üh zu Bett
gegangen. Die Schicksalsgemeinschaf t der Gäste geht unterschiedlich
mit den Angeboten um. Müssen tut nie mand. Keiner schi mpfte, wenn
man statt an die Horse Meat Party gemütlich in die Federn hüpfte. Keiner
schüttelte den Kopf, wenn man statt wildem Sex mit einem Typen, den
man im Dampfbad kennen gelernt hatte, lieber im Zimmer eine deutsche
Billigserie schaute.
Kein CSD im Schnee.
Die grosse Überraschung trat auf den geniale n Skipisten zu Tage. Statt
wilder Horden homosexueller Schneehasen, so weit das Auge reic ht,
merkte man praktisch nichts vom bunten Treiben. Es gibt keine schwule
Skibekleidung, ergo fällt man inmitten des Gros der anderen Skifahrer
und Boarders kaum auf. Nur dann und wann erblickte man das eine oder
andere bekannte Gesicht. Selbst ein alter Bekannter hat mich mit Skibril-
le und Kappe in der Gondel erst nach fünf Minuten erkannt. Denn die Ski-
week geht gerade dort optisch unter, wo sie ihre Daseinsberechtigung hat:
auf der Piste – mit einer Ausnahme, wohlgemerkt: beim Drag Race, dem
unbestrittenen Höhepunkt, kurz vor Ende der Woche. Fast vierzig Jungs
jeden Alters warfen sich in den Fummel und fl itzten an den Toren vorbei
– mit alkoholischem Zwischenstopp, den einige fast verpassten, während
einer so gierig darauf war, dass er nicht mehr stoppen konnte und in Zu-
schauer fuhr. Die fandens witzig (Verletzte gabs eh nur beim Schlitteln).
Und selbst zwei lokale Skilehrer zollten der einen perückierten Husche
Respekt mit den Worten «Du, der fährt aber besser Telemark als ich». Und
überhaupt genossen die Heten das Spektakel, und manch einer schien zu
denken: «Dieser verkleidete Mann ist ja ne ganz heisse Braut».
Schwule sind auch nur Kunden.
Mit ein paar Hundert Schwulen scheint man in Aro sa eh kein Problem
zu haben. Das muss ein Trend sein. Die Tschuggenhütte reservierte uns
gar ihren schönsten L iegestuhl-Abs chnitt, g ratis und exklusiv. Es ist
so: Mittlerweile haben auch konservative Hote liers und Kurdire ktoren
erkannt, dass schwules Geld nicht anderes r iecht als Hetero- Geld. Und
in Arosa, wo seit geraumer Zeit zahlreiche orthodoxe Juden die Winter-
freuden geniessen, vermögen auch ein paar hundert Homos die ländliche
Idylle nicht zu trüben. So überrascht es nicht, dass beim Konzert zweier
schwuler Pianisten und des amerikanischen, nicht weniger schwulen
Tenors Zachary Stains in der Dorf kirche auch Hedi und Paul vergnügt
wippten, als Letzterer das Gotteshaus mit Showt une-Zeilen wie «I’m as
gay as a daisy in May» füllte.
Was soll ich sagen? Es war ne geile Zeit. Wenn ich wieder hinfahre, mach
ich beim Drag Race mit. Und wer weiss, vielleicht fahr ich hin. Denn die
siebte Arosa Gay Skiweek kommt bestimmt. Und entgegen der Ankündi-
gung, wird das Eden noch nicht abgerissen. Hitsch und Valerie machen
im Minimum noch ein Jahr weiter und ihr Partner Alex Herkommer, der
in Lausanne mit den Jungle- Parties selbst Zürcher in die Westschweiz
lockt, plant bereits die nächstjährige Ausgabe. Wieder in Arosa. Und wie-
der mit einer Horde von Stammgästen.
www.arosa-gayskiw
eek.ch
Ferien à rosa
Arosa Gay-Ski-Week
12 13
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Ausstellung
Ausstellung
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Jede Richtung eine Rich-
tung – die, in die zu gehen
ich plante, und die, in die
ich ging, und alle jene,
von denen ich nie annahm,
dass sie Richtungen sind.
Hugo Loetscher hat als Schriftsteller und Jour nalist während mehr a ls
sechzig Jahren ein gross artiges Werk gesc haffen. Sei n Tod hinterlässt
eine Lücke im geistigen und gesellschaftlichen Leben des Landes, in das
er von seinen zahllosen Reisen immer wieder zurückgekehrt ist: «Hugo
Loetscher ist wohl mehr gereist als wir, seine Schriftstellerkollegen, alle
zusammen. Man hatte von ihm aber nie das Gefü hl, dass er weg sei. Er
war immer da», sagte Urs Widmer in seiner Abdankungsrede im Gr oss-
münster Zürich.
In alle Richtungen
Die Ausstellung unter diesem Titel war als Geschenk der Stadt Zürich zu
Hugo Loetschers 80. Geburtstag gedacht. Er selbst hat mit viel Begeiste-
rung am Konzept mitgearbeitet. Die Ausstellung hat den Versuch unter-
nommen, sein Leben und Werk anhand von Gegenst änden aus seinem
Archiv darzustellen und zu würdigen. Es begegnet uns ein scharfsinniger
Intellektueller und sprühender Schnelldenker voller Ironie und Humor
und ein erfolgreicher Autor von Romanen, Kurzgeschichten, Gedichten,
Essays und Reportagen.
Hugo Loetscher war sein Leben lang äusserst engagiert mit pointier ten
Kommentaren zur Politik der Schweiz. Er präsentierte auch die Welt der
Fotografi e in Publikationen und Ausstellungen und berichtete über seine
zahlreichen Reisen.
Journalismus und Literatur gehen bei Hugo Loetscher Hand in Hand. Sei-
ne Texte erscheinen in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien, bis er
1963 mit «Abwässer» sein erstes Buch publiziert. Die allererste Erzählung
«Der Holunderstrauch» erscheint bere its 1946 in der Zeitschr ift «Zeit-
bilder» – Vorgänger des heutigen «Magazin» des «Tages-Anzeigers». Seine
frühen Texte hat er zusammen mit später entstandenen Kurzgeschichten
und Erzählungen 2002 in seinem Buch «Der Buckel» herausgegeben.
His Way
Hugo Loetscher studiert Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und politische
Philosophie an der Universität Zürich und in Paris. Die Jahre 1950 und
1951 in der französischen Hauptstadt sind für ihn entscheidend. In seiner
Dissertation befasst er sich mit der neueren politischen Philosophie Fran-
kreichs. Beeindruckt von Sartre und Camus wird Hugo Loetscher ein en-
gagierter Autor. Die französische Sprache bleibt für ihn immer wichtig.
1958 holt Manuel Gasser, Chefredaktor der Kultu rzeitschrift «du», den
jungen Autor in die Redaktion und gibt ihm eine eigene literarische Bei-
lage: «Das Wort». Darin werden Briefe von Robert Walser oder Beiträge von
Ingeborg Bachmann publiziert sowie junge Schweizer Autoren bekannt
gemacht. 1964 wird er Redaktor der «Weltwoche». Hier kann e r die un-
terschiedlichsten Formen des Journa lismus erproben, mit Reportagen
und tagesaktuellen Artikeln. Ab 1965 reist Hugo Loetscher regelmässig
nach Lateinamerika und publiziert s eine Beiträge. Er schreibt als L ite-
raturkritiker über Kultur und Politik, Geschichte und Gegenwart f ür
die «NZZ» und «Tages-Anzeiger» und ebenfalls für Radio und Fernsehen.
«Reisen ist wie lesen – beginnt
man einmal damit, hört es nie mehr auf»,
hat er einmal gesagt.
Theater
Die ersten Erfahrungen mit dem Theater macht Hugo Loetscher als Statist
und Regieassistent am Schauspielhaus Zürich. Dann verfasst er regelmäs-
sig Beiträge für die Programmhefte. Sein erstes Drama «Schichtwechsel»
wird 1960 uraufgeführt und fällt durch. Doch er schreibt weiter und sein
letztes Stück «Die Launen des Glücks» nach Nestroy kommt 1997 wiede-
rum in Zürich zur Uraufführung und fi ndet bei Publikum und Medien
erneut wenig Gnade.
War meine Zeit meine Zeit
Sein letztes Buch erscheint wenige Tage nach Hugo Lo etschers Tod, im
August 2009. Ein paar Tage vorher erhält er im Spital das erste gebundene
Buch. Von Fluss- und Lebensläufen – Hugo Loetscher erzählt aus seinem
Leben, immer unterwegs zu neuen Ufern und fremden Küsten. Der Text
ist die Summe seines Lebens und Schaffens.
Die Erfahrungen seiner
Künstler- und Publizisten-Existenz haben darin
ebenso Platz wie die vielen Erinnerungen an Kindheit und Jugend in Zü-
rich, die vielen Reisen auf der ganzen Welt u nd die Gedanken zu r Ent-
wicklung des eigenen Glaubens unter dem Stichwort «Credo». Zwei grosse
Hauptthemen durchziehen das Buch: das s chwierige und ambiva lente
Verhältnis zu seinem Vater. Und der Lauf der Flüsse, denen Hugo Loet-
scher begegnet ist, kunstvoll miteinander verfl ochten, von der Limmat
und Sihl zum Amazonas über den Nil bis zum Mekong.
Von Kurt Büchler
Hugo Loetscher. War meine Zeit meine Zeit. Diogenes Verlag, Zürich
Hugo Loetscher. Ausstellung im Museum Strauhof in Zürich
bis 28. Februar.
Er ist am 22. Dezember 1929 in Zürich geboren und am 18. August
2009 ebenfalls in Zürich gestorben.
Hugo Loetscher: In alle
Richtungen gehen
Die Ausstellung war als Geschenk der Stadt Zürich zu
Hugo Loetschers 80. Geburtstag gedacht
Hugo Loetscher © Erling Mandelmann
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CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Politik
Schwul wählen
Gemeinde- und
Stadtratswahlen
in Zürich
Wir betrachten, zugegeben,
die Wahlen aus einem einsei-
tigen Blickwinkel und freuen
uns, dass sich 13 offen schwul
lebende Kandidaten und 3
lesbische Kandidatinnen aus
unterschiedlichen Parteien
in den Zürcher Gemeinderat
wählen lassen wollen.
Der Zürcher Gemeinderat setzt sich aus 125 Mit-
gliedern zusammen. Er wird alle vier Jahre von
den Stimmberechtigten an der Ur ne gewählt;
letztmals am 12. Februar 2006 für die Amtsdau-
er 2006 - 2010. Wenn wir hier auf die Wahlen
vom 7. März 2010 (für die Dauer bis 2014) einge-
hen, können und wollen wir keinen vollstä n-
digen Überblick über alle Parteien, deren Pro-
gramme und Kandidat(inn)en geben.
Nun, offen schwullesbisch leben ist ja nicht der
primäre Grund, warum eine Per son gewählt
werden soll. Schwule und L esben sollten sich
vor allem daran orientieren , welche Par teien
sich bisher schon für schwullesbis che Anlie -
gen stark gemacht haben. Und welche Parteien
heute die noch offenen Anliegen im Programm
für die Zukunft haben. Da hat eine grosse Partei
einen guten Leistungsausweis. Aber man sollte
sich auch bei kleineren Parteien umsehen, die
recht kämpferisch auf immer noch vorhandene
Probleme aufmerksam machen u nd nach L ö-
sungen suchen.
Die SP galt bislang bei vielen Schwulen und Les-
ben als die Partei, die sich am meisten um ihre
Anliegen gekümmert hat. Vielen ist die Pa rtei
aber in der Stadt Zürich zu mächtig geworden.
Da sind die Grünen und die AL eine gute Alter-
native. Und wer geglaubt hat, die CVP sei immer
noch die Partei der traditionellen Familie, sieht
sich getäuscht. Auch hier g ibt es heute e inen
Kandidaten, der offen in Eingetrage ner Part-
nerschaft lebt.
Gemeinderatswahlen
Die uns bekannten offen schwu l und lesbisch
lebenden Kandidaten und Kandidatinnen:
Kreis 1/2
Ammann Jürg, 1951, Leiter Beratungsstelle
Soziale Dienste Zürich (Grüne)
Garcia David, 1975, Dr. med., Arzt (AL – Al-
ternative Liste)
Kreis 3
Abele Martin, 1963, (bisher), Soziologe,
Geschäftsleitungsmitglied (Grüne)
Hungerbühler Markus, 1974, lic. phil.,
Historiker, Präsident CVP Stadt Zürich, (CVP
– Christlichdemokratische Volkspartei)
Kreis 4/5
Huber Patrick Hadi, 1980, Projektleiter,
Eventorganisator, Präsident SP4 (SP)
Barrile Angelo, 1976, Arzt, Co-Präsident SP5
(SP)
Lisa Kromer, 1974, Mutter, Pfl egefachfrau,
Koordinatorin einer Frauenrechtsorganisa-
tion (Grüne)
Recher Alecs, 1975, (bisher), Heilpädagoge,
Jurist (AL – Alternative Liste)
Kreis 6
Denoth Marco, 1975, dipl. Architekt ETH, (S
P)
Kreis 7/8
Filli Peider, 1958, (bisher), Trampilot (Grüne)
Kreis 9
Sangines Alan David, 1986, kaufm. Ange-
stellter (SP)
Hofmann Gioia, 1965, Krankenschwester,
Gerontologin (Grüne)
Daniel Römer, 1962, Psychiatriepfl eger,
Mitglied der Sozialbehörde der Stadt Zürich
(Grüne)
Kreis 10
Brander Simone, 1978, (bisher), Umweltfach-
frau (SP)
Kreis 12
Wyss Thomas, 1967, (bisher), Apotheker FPH,
Fachkundelehrer (Grüne)
René Lorétan, 1944, Elektroingenieur ETH
(Grüne)
Stadtratswahlen
In unserer Ausgabe CR Winter-Edition sind wir
auf die ebenfalls am 7. März stat tfi ndenden
Stadtratswahlen eingegangen und haben den
Kandidaten André Odermatt (SP) im Interview
vorgestellt. Nicht, dass wir i hn favori sieren.
Aber uns interessierte damals das Thema, dass
ein offen schwul lebender Mann in den Stadtrat
einziehen könnte. Ob André Odermatt als Stadt-
rat Schwulenpolitik oder einfach als Schwuler
Politik machen wird, sei da hingestellt. Viel-
leicht ist man ja auc h gut be dient mit einer
schwulenfreundlichen Partei, d ie einen Hete -
ro als Stadtrat portiert. Esther Maurer (SP), Ro-
bert Neukomm (SP) und Kathrin Martelli (FDP)
geben ihre Sitze im Stadtrat f rei. Die beiden
Parteien stellen natürlich ihren Anspruch und
portieren Urs Egger (FDP), André Odermatt und
Claudia Nielsen (SP). Aber auch die Grünen und
die AL (beide mit guter schwullesbischer Vertre-
tung im Gemeinderat) buhlen zu Recht um die
Gunst der Wähler und wollen Daniel Leupi und
Walter Angst im Stadtrat.
von Martin Ender
Der Parteien-Überblick
über alle Parteien, geord-
net nach dem «schwulles-
bischen» Leistungsausweis
und nach Grösse.
SP – Sozialdemokratische Partei
Grüne
AL
– Alternative Liste
CVP – Christlichdemokratische
Volkspartei (aufsteigend zu
positiv),
FDP – FDP.Die Liberalen
glp – Grünliberale Partei
SVP – Schweizerische Volkspartei
EVP – Evangelische Volkspartei
SD – Schweizer Demokraten
EDU – Eidgenössisch-Demokratische
Union
PFZ – Partei Für Zürich (Kandidiert
gegen Corine Mauch)
+
=
SP – Sozialdemokratische Partei,
Grüne, AL – Alternative Liste
Anzeige
Ruth Genner &
Daniel Leupi
in den Stadtrat
«Für ein bunteres Zürich.
Mehr als grün.»
Grüne Stadt Zürich
7. März
2010
Aktive Family-Politik
statt nur schwul.
Alternative Liste
Wir bleiben unbequem
Liste 7 | www.al-zh.ch
Alecs Recher
Kreis 4/5 (bisher)
Initiant/Vorsitz
Schweizer Trans*Netzwerk,
Transberater
Jurist, Student und
Geschäftsführer
David Garcia
Kreis 1/2
Oberarzt am USZ,
MediGay-Berater,
Psychotherapeutischer
LGBT-Spezialist
20
21
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Nachgefragt
Kolumne
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Susis schwule
Strolchenfahrt
von Michi Rüegg
Eins vorneweg: Die Betreiber der Nervous- Bar,
die für einmal nicht an der städt ischen Or d-
nung, sondern an der sprichwörtlichen Unord-
nung scheiterten, hatten bislang meine Sym-
pathie. Sie sind nicht daran s chuld, i n eine
so missliche Lage geraten zu sein. Es ist auch
verständlich, dass die zwei mit allerlei Mitteln
für ihr Recht kämpfen. Dagegen hat n iemand
etwas einzuwenden.
Aber wenn zwei Schwule sich eine r populis -
tischen Aerobiclehreri n vor den Wahlkampf-
karren spannen lassen und eine Stadtpräsiden-
tin anpöbeln, die nun wirk lich nic hts damit
zu tun hat, dass ihre Bar irrt ümlich gesch los-
sen worden ist – dann versteht man mitunter
die Welt nicht mehr. Vor allem, wenn besagte
Stadtpräsidentin lesbisch ist und man den Nerv
hat, ihr Homophobie vorzuwerfen.
Warum eigentlich gerade Corine Mauch? Als
das Debakel st
attfand und die Bar geschlossen
wurde, war sie noch nicht e inmal gewählt.
Und als zuständiges Stadtratsmitglied für Kul-
tur, Eheschliessungen und Beerdigungen – das
sind in der Tat ihre Gebiete – mag man nicht so
recht nachvollziehen, wieso sie nun auch für
verhühnerte Baubew illigung en vera ntwort-
lich sein soll.
Der Grund ist einfach : ihre Opponent in im
Stadtratswahlkampf, Susi Gut. Susi, die b is-
her gegen alles Stur m gelaufen ist, das nicht
ins Weltbild einer aus der SVP r ausgekickten
Turnlehrerin passt. Susi, die für ein Zürich des
beschränkten Mittelsta ndes kämpft. Su si, die
zuletzt den Hafenkran in der Limmat versenkt
hat, weil er nicht zu einer Prov inzstadt passt .
Und Susi, die in ihrem ganzen Leben noch kei-
nen Finger für ein schwullesbis ches Anliegen
krumm gemacht hat. Ebendiese Susi h at zwei
neue Hengste vor dem Karren. Zwei entkräfte-
te, vom Staat betrogene Sc hwule, denen alles
genommen wurde. Denn Susi sagt sich: «Lieber
mit ein paar Homo -Stimmen untergehen als
ohne». Sie und die Ner vous-Jungs bilden eine
Schicksalsgemeinschaf t von Aufmerksamkeit
suchenden Verzweifelten.
Die Nervous-Jungs haben die Stadtpräsidentin
mit einer Schutzpatronin verwech selt. Sie ha-
ben erwartet, dass Corine Mauch als gesegnete
Jungfrau mit dem Zauberbesen durch die städ-
tische Verwaltung fegt und rübis u nd stübis
für Ordnung sorgt. Das ist weder ihre Aufgabe
noch darf sie einfach über die Köpfe der Stadt-
regierung hinweg Entscheidungen treff en.
Auch ich habe mir den Staat nicht ausgesucht,
in dem alles Monate oder Jahre dauer t und in
dem man an der Holzbank festfriert, während
man auf Gerechtigkeit wartet. Aber wir genies-
sen heute als sexuelle Minderheit einen beson-
deren staatlic
hen Schutz. Und wir ha ben das
Privileg des Nicht-Andersseins. Dafür bezahle n
wir einen Preis. Nämlich denjenigen, dass wi r
nicht jeder x-beliebigen Lesbe ins Büro t schal-
pen und von ihr erwarten dürfen, dass sie Him-
mel und Hölle in Bewegung setzt, nur weil sie
wie wir aufs eigene Geschlecht steht.
Branko B. Gabriel
trifft...
Sauwetter, Stress, Sihlcity! Ihr
fragt euch jetzt sicher, was
Branko im Sihlcity zu suchen
hat. Das kann ich euch ver-
raten, mein Kumpel Michael
von der Heide gibt im Papier-
saal ein Konzert mit der un-
verkennbaren Corin Curschel-
las. Das darf ich auf keinen
Fall verpassen.
Ich war doch etwas skeptisch – im Papiersaal!
Ob das gut kommt? Kei ne zwei M inuten wir-
belte Michael von der Heide auf der Bühne he-
rum und schon hatte er das ganze Publikum im
Sack. Welch ein kleiner, gan z grosser S änger!
Mit viel Witz, C harme und einem vorlaute n
Mundwerk führte er durch den bunten Lieder-
abend. Eine unglaublich spannende Kombina-
tion mit zwei grossartigen Liedermachern. Ich
konnte wunderbar zwei Stunden absc halten
und geniessen.
CRUISER:
Lieber Michael, In deinem Leben spie-
len drei Frauen eine wichtige Rolle: Paola, Nina
Hagen und Jane Birkin. Wer sind eigentlich die
wich
tigsten Männer?
MICHAEL: Oh – das
mit den Frauen hast du im
Radio gehört – gell! Es gibt n atür-
lich noch viel mehr Frauen, die in meinem
Leben eine Rolle spielen. Nicht zu vergessen mei-
ne Mutter und alle meine Freundinnen! Männer
gibt es natürlich auch; an erster Stelle steht mein
Freund Willi, mit dem ich mittlerweile seit 15
Jahren meinen Weg gehe. Ausserdem sind mir
meine Musiker sehr wichtig u nd auch meine
Freunde, die ich dir aber nicht alle aufzähle...
CRUISER:
Kannst du dich eigentlich noch an unser
erstes Aufeinandertreffen erinnern. Wir waren
blutjung...
MICHAEL:
Ich habe im Film «oh mein Papa» mit Lys
Assia gesungen – glaube mir, wir sind i mmer
noch blutjung!!!
(Anm. Branko: Ich denke es war eher am Tresen
im Sihlquai-Träff, und ric htig, Michi hat «Oh
mein Papa» gesungen)
CRUISER: Schon damals warst du «ein frecher Ha-
gel» mit einer grossen Klappe, aber immer mit
einem unglaublichen Charme.
MICHAEL: Ich wuchs in Amden, einem kleinen
Bergdorf auf – prüge ln mochte ich mich
nicht, deswegen musste ich m ich auf die
«Rhetorik» verlassen. Aber, dass du das mit
dem Charme sagst, schmeichelt mir na-
türlich.
CRUISER: Du bist eine echte Rampensau, der gebo-
rene Entertainer! Innerhalb von einer Minute
hast du das Publikum in deinen Bann gezogen.
Was ist dein Geheimnis?
MICHAEL:
Es gibt kein Gehei mnis. Ich gehe mit
offenem Herzen auf die Bühne und gebe mich
ganz und gar dem Publikum hin.
CRUISER:
Ja, und nun geht unser «Goldbueb» an
den Eurovision Song Contest, wer hätte das ge-
dacht! Du wirkst sehr entspannt...
MICHAEL:
Ja, wer hätte das gedacht . ..ich freue
mich total! Es ist das erste Mal, dass ich in de r
Schweiz einen Song einge geben habe und es
hat geklappt. «Il pleut de l`or» hat die Jury über-
zeugt und mich zu einem glückliche n Sänger
gemacht. Noch bin ich entspannt, aber das wird
sich im Mai sicherlich ändern. Doch mir bleibt
nur: «Grind abe und singe», hoffen, glauben, be-
ten und Spass an der ganzen Sache haben.
CRUISER:
Vor einigen Jahren wolltest du schon ein-
mal den deutschen Markt erob ern, leider mit
mässigem Erfolg. Hoffst du auf einen internati-
onalen Durchbruch?
MICHAEL: Ich mac he schon so viele Ja hre Musik.
Das mit dem Erfolg ist so wie im Leben. Es geht
mal rauf, mal runter, m al geradeaus. I ch bin
dankbar für die B egegnungen, die ich durch
meine Musik erfahre. Ich sang mit Nina Hagen,
erhielt eine goldene Schallplatte als Texter für
«2raumwohnung», mein letztes Album «Freie
Sicht» wurde vom «Ich & Ich» - Team produziert,
die Single «Immer, wenn du denkst» war in den
deutschen Charts. Mit meiner Ba nd spiele ich
oft in Deutschland. Für mich persönlich sind
das alles grössere und kleinere Erfolge. Erobert
habe ich den Markt nicht; doch ich ziehe auch
nicht in den Krieg, sondern mache einfach nur
Musik, in der Hoffnung, dass sie Menschen be-
rührt.
CRUISER:
Ich drücke dir n atürlich ganz fest die
Daumen. Wichtige Frage: Was wirst du tragen
und wer ist der Designer?
MICHAEL: Das wirst du d ann in Oslo sehen, doch
du brauchst keine Angst zu haben, ich we rde
nicht «Füdliblutt» auftreten und auch meine
Sängerinnen dürfen angezogen auftreten. Wil-
li Spiess kreiert die Kostüme und ist schon Tag
und Nacht damit beschäftigt.
CRUISER: Im Pu blikum hörte ic h, wie jemand
meinte: «Weisch, er macht eifach glücklich».
MICHAEL: Das ist sehr wahrscheinlich das grösste
Kompliment!
CRUISER:
Und was macht dich eigentlich glück-
lich?
MICHAEL: Mein Freund, Musik, Drinks, Sonnenun-
tergänge, ein gelungenes Konzert, ein glückliches
Publikum, Versöhnungen, Cindy Lauper...
Michael von der Heide, bald unterwegs
nach Oslo, «Freie Sicht» heisst seine aktuelle
Scheibe
www.michaelvonderheide.ch,
www.willispiess.ch
a
s
cher
nen beson-
h
a
b
en
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as
ür bezahlen
n, dass wir
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ass sie Him-
nur weil sie
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belte Michael von der Heide auf der Bühne he-
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um im
Sack. Welch ein kleiner, gan z grosser S änger!
Mit viel Witz, C harme und einem vorl auten
Mundwerk führte er durch den bunten Lieder-
abend. Eine unglaublich spannende Kombina-
tion mit zwei grossartigen Liedermachern. Ich
konnte wunderbar zwei Stunden absc halten
und geniessen.
CRUISER:
Lieber Michael, In deinem Leben s
ie-
len drei Frauen eine wichtige Rolle: Paola, Nina
Hagen und Jane Birkin. Wer sind eigentlich die
wichtigsten Männer?
MICHAEL: Oh – das
mit den Frauen hast du im
Radio gehört – gell! Es gibt n atür
-
lich noch viel mehr Frauen, die in meinem
Leben eine Rolle spielen. Nicht zu vergessen mei-
ne Mutter und alle meine Freundinnen! Männer
gibt es natürlich auch; an erster Stelle steht mein
Freund Willi, mit dem ich mittlerweile seit 15
Jahren meinen Weg gehe. Ausserdem sind mir
meine Musiker sehr wichtig u nd auch meine
Freunde, die ich dir aber nicht alle aufzähle...
CRUISER:
Kannst du dich eigentlich noch an unser
erstes Aufeinandertreffen erinnern. Wir waren
blutjung...
MICHAEL:
Ich habe im Film «oh mein Papa» mit Lys
Assia gesungen – glaube mir, wir sind im mer
noch blutjung!!!
(Anm. Branko: Ich denke es war eher am Tresen
im Sihlquai-Träff, und ric htig, Michi hat «Oh
mein Papa» gesungen)
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R
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ER:Schon damals warst du «ein frecher Ha-
gel» mit einer grossen Klappe, aber immer mit
einem unglaublichen Charme.
MICHAEL: Ich wuchs in Amden, einem kleinen
Bergdorf auf – prüge ln mochte ich mich
nicht, deswegen musste ich m ich auf die
«Rhetorik» verlassen. Aber, dass du das mit
dem Charme sagst, schmeichelt mir na-
türlich.
w
© by Patrick Mettraux
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CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Fotostrecke
Kolumne
CRUISE R Edi tio n F ebru ar 2010
Schwule schützt Euch /
Schützt die Schwulen
Es ist kein Wunsch zum neuen Jahr, sondern
einfach die Forderung, über etwas nachzuden-
ken!
Schwule sind in der Wirtschaft beliebt, weil sie fl exiblere Arbeiter sind,
sie müssen nicht nach Hause zum Babysitting, Schwule sind za hlungs-
kräftig, in der Schwulenbar ist es einfach ungezwungener, die Schwulen
legen einfach mehr Wert auf Aussehen sowie Garderobe und so weiter.
Doch geben die Schwulen auch Acht auf Ihre Gesundheit? Oder sind die
Gesundheits- und Präventionsbotschaften so schwer verständ lich?
Jeder, der in der Schwulenszene ein neues Lokal betreiben will, sollte ei-
gentlich wissen, dass er seine Kundschaft pfl egen muss. Da gehört nun
mal auch die Vermitt lung der P rävention, w ie sie die VEGAS -Charta
vorsieht, mit dazu. Ja, denn diese Kundschaft wird eben die Kundschaft
auch
der nächsten Jahre sein. Wir leben nicht vom Tourismus alleine,
wo ja sowieso jeden Tag wieder andere kommen. Trotz dieser Erkennt-
nis machen wir die Feststellung, dass vor allem die neu aus dem Boden
wachsenden Gaybetriebe, welche es ermöglichen, gleich am Ort Sex zu
haben, die Vorsorge ganz oder zum grössten Teil vergessen oder vernach-
lässigen. Ist Euch denn Eure Kundschaft nicht wichtig?
Sagte ein Gast kürzlich, heute Abend hätte ich gerne noch was hinten
rein bekommen, doch niemand will mich. Nimm doch den dort, der ist
immer zu haben, wenn er jemanden nageln kann! Bist Du blöd, Mann?
Das brauch ich denn gar nicht, der ist HIV+!!
Ist jetzt dieser Junge auf ein Bareback-Abenteuer aus oder weiss er nicht,
dass er sich mit jedem so verhalten sollte, w ie wenn dieser H IV+ wäre,
also sich einfach schützen muss. Hat der liebe Mann einfach die Gesund-
heitsbotschaften nicht vers tanden oder sind die Botschaften nicht in
der Sprache unserer Junx, verste hen die gar n icht, was hier gepredigt
wird?
Die Regeln sind ganz einfach, jeder macht nur sicher en Sex und lässt
sich nur auf sicheren Sex ein. (Eindringen immer mit Gummi. Kein Sper-
ma, kein Menstruationsblut in den Mund, nicht schlucken.)
Ihr seid dies unserer Community und Eurem Freund zu Hause schuldig.
Was sicherer Sex ist, kann man auch in den vielen Broschüren lesen, die
VEGAS-Betriebe für Ihre Gäste bereithalten. Di
e Aids-Hilfe in Deiner Re-
gion hilft Dir auch weiter oder Du fi ndest Angaben auf www.aids.ch.
Jeder, der einen Event mit Sex möglichkeiten organisier t, sorgt bitte
auch dafür, dass alles für die Prävention getan wird. Und alle Gäste, die
Unregelmässigkeiten feststellen, können uns dies mittel s Kontaktfor -
mular auf www.vegas-web.ch mitte ilen und wi r nehmen uns spontan
dem Input an.
Wetten, dass wir die Neuinfektionen drastisch senken we rden, wenn
alle mitmachen?
Frei nach Obama: Yes we can !
Roger Markowitsch
Warum ist die
Liebe so schwer…?
von Jazzmin
Dian Moore
Neulich – nachdem die Tür ins Schloss gekracht
war – sass ich alleine auf der Couch und machte
mir Gedanken. Ich dachte, dass es merkwürdig
ist, wie äusserst demokr atisch die Kübel voll
Liebeskummer über die Leute ausgegossen wer-
den. Politiker, Arbeitslose, Kosmonauten und
Filmstars werden mit Ungemach über zogen.
Mann, selbst ich! War um? Ich hab doch nun
wirklich niemandem etwas getan. W ir angeb-
lich Liebenden streiten uns in unseren Bezie-
hungen auf Teufel komm raus. Obwohl wir uns
sonst für sehr angenehme Z eitgenossen derer
halten, die wir nic ht lieben, Arbeitskollegen
zum Beispiel. Die Liebe geht oft fl öten, Lebens-
bunde brechen auseinander. Zum Beispiel hatte
ich mal einen Freund, der mich nach unserem
ersten Sex fragte, wie lange ich eigentlich diese
Klobürste schon hätte? Eine gute Frage. Hatte
ich noch nie drüber nachgedac ht. Die müsste
mal ausgetauscht werden, sagte er, noch ganz
rot im Gesicht. Am Ende blieb die Bürste noch
weitaus länger bei mir als dieser Freund. Scha-
de eigentlich, wenn man so drüber nachdenkt.
Menschen verlassen und werden verlassen. An
materiellen Gütern hingegen halten sie oft län-
ger fest. Folgende Zusammenhänge des andau-
ernden Scheiterns habe ich auf der Couch auf-
gedeckt.
Am Anfang einer Bez iehung tritt man ein
schweres Erbe an. Entweder der Vater und/oder
die Mutter des nagelneuen Partners haben – was
man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht weiss
– ein emotional dysfu nktionales Menschlein
grossgezogen, das man nun adoptiert hat. Oder
man hat es mit einem Sprössling von supertol-
len Eltern, meist Intellektuellen zu tun. Da nn
hat man schon beim Startschuss verloren, denn
mit Mama und Papa kann man n icht konkur-
rieren. Man wird aber im mer mit ihnen verg-
lichen. Da fällt mir ein anderer ein, der einmal
fast mein Freund geworden wäre. Er kam aus
einem intellektuellen Haushalt in München
und ich hatte ihn in der Disco kennen gelernt.
Wir telefonierten eine Woche lang jede Nacht.
Und dabei hat er mich immer ga nz heiss ge-
macht, indem er von seinem Körper redete, und
wie er sich rieb und an seinem Körper spielte. Es
endete jede Nacht damit, dass er sagte, er wolle
mich jetzt und sofort und ob ich nicht zu ihm
kommen könnte. Also fuhr ich jede Nacht zu
ihm, wo er dann die Tür nicht aufmachte und
ich unten frierend eine halbe Stunde lang die
Dealer abwimmeln musste. Meistens ist es eine
Kombination beider Szenarien: Die Eltern dei-
nes Partners sind supertoll und haben es gerade
deshalb geschafft, eine völlig unberechenbare,
selbstmitleidige oder jähzornige Person heran-
zuziehen. Du bist natürlich mindestens ebenso
meschugge und emotional verkrüppelt wie dein
Partner. Das kann nicht gut gehen. Da schmeisst
man sich schon einmal aus Unverständnis die
Türen ins Gesicht. Beim Baumarkt kennt man
mich schon, we il ich imme r Sch lösser u nd
Scharniere kaufe.
Die Ansprüche unserer Partner sind nicht von
dieser Welt. Unmenschliches wird von uns ver-
langt. Man soll das Glück ins Leben des anderen
bringen, das dort bisher vermeintlich abwesend
war. Schlimmer noch: In den ersten Wochen des
Verliebtseins schafft man das sogar. Dann soll
man dieses Glück beim anderen aufrecht erhal-
ten und auf Dauer stellen. Es liegt in der Natur
des Glücks, dass dies nicht gelingt. Wenn der All-
tag wieder kommt, wird man unbewusst ode r
ganz explizit dafür verantwortlic h gemacht,
dass das Glück sich angeblich aus dem Leben des
Partners verabschiedet hat. «Du hast dich verän-
dert!», heisst es dann nach drei Jahren. «Als wir
uns kennen lernten, hast du mich jeden Tag zur
Begrüssung durch die Luft gewirbelt, weisst du
noch?» Klar wissen wir das noch. Aber da mals
war er auch 12 Pfund leichter, was das Herum-
wirbeln ungemein begünstigt hatte. Wir verän-
dern uns eben alle.
Daniel «samo» Bolliger
Photographer
www.danielbolligerstudio.com
News 410161820
Warum ist die Liebe so schwer? 22222931
Film 3233 34 35 3637 39
Hildegard 404142
4
News CRUISER Edition Februar 2010
Internationale
News
Meersburg
-
ker versst Partei
Die CDU ist Deutschlands grösste konservati-
ve Partei, aber unter ihrer liberalen Vorsitzen-
den Bundeskanzlerin Angela Merkel haben Erz-
konservative keinen leichten Stand mehr. Das
musste im Dezember der süddeutsche Regional-
politiker Werner Leicht erfahren, den schwulen-
feindliche Ausfälle seine politische Karriere ko-
steten. Bei einem Treffen des CDU-Ortsverbandes
Meersburg kritisierte Leicht, dass die schwarz-
gelbe Bundesregierung die Gleichstellung ho-
mosexueller Paare vorantreiben möchte. Als
sich Widerspruch regte wurde Leicht schwer ra-
biat und bezeichnete Homosexuelle als «krank»
und «pervers». Der CDU-Ortsverband Meersburg
distanzierte sich von Leichts Äusserungen, wo-
rauf der Politiker aus der CDU austrat.
Buenos Aires
Argentinien traut sich was
Joseph Di Bello und Alex Freyre kommen in
Zukunft im Dezember aus dem Feiern nicht
mehr raus. Weihnachten, Silvester und jetzt
auch noch ihr Hochzeitstag, der lateinameri-
kanische Schwulengeschichte geschrieben hat
– all diese Feiertage fallen auf Ende Dezember.
Di Bello und Freyre waren mlich Ende De-
zember das erste schwule Paar in Südamerika,
das ofziell und legal heiratete. Nach einem
langen juristischen und politischen Streit hatte
ein Gericht in Argentiniens Hauptstadt Buenos
Aires das Verbot von Homo-Ehen für rechtswid-
rig erkrt. Allerdings haben konservative Kf-
te ihren Widerstand gegen die Homo-Ehe noch
nicht aufgegeben und versuchen mit allen juri-
stischen Mitteln, diese wieder zu stoppen.
Lissabon
Heiraten in Portugal
Richtig heiraten rfen Schwule und Lesben
jetzt im katholisch-konservativ geprägten Por-
tugal. Mit der Mehrheit der sozialistischen Par-
tei von Ministerpräsident José Socrates hat das
Parlament die Homo-Ehe eingeführt, allerdings
ohne Adoptionsrecht. Damit steht drei Jahre
nach der Einführung der Homo-Ehe in Spanien
schwul-lesbischen Paaren auf der ganzen ibe-
rischen Halbinsel der Weg zum Traualtar offen.
Schwulenaktivisten sprechen wegen des Aus-
schlusses des Adoptionsrechts von einer «Ehe
zweiter Klasse». Ob jedoch Schwule und Lesben
wirklich schon ab April heiraten dürfen, ngt
jetzt vom konservativen Staatspräsidenten An-
íbal Cavaco Silva ab, der das Gesetz unterschrei-
ben oder sein Veto einlegen kann.
Wien
Ein bisschen gleich
Der österreichische Nationalrat hat Mitte
Dezember 2009 Österreichs Schwulen und
Lesben ein schönes Weihnachtsgeschenk ge-
macht. Mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und
den Grünen beschloss das Parlament die Ein-
führung der «Eingetragenen Partnerschaft»
für gleichgeschlechtliche Paare. Lediglich die
rechtskonservative F stimmte geschlossen
dagegen. Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL)
kommentierte kritisch, Österreich sei damit
im 20. Jahrhundert angekommen. Aber im
21. Jahrhundert gehe es nicht um Sonderge-
setze für Schwule und Lesben, sondern um
die völlige Gleichstellung schwul-lesbischer
Partnerschaften. «Ebenso wenig wie man ein
bisschen schwanger oder ein bisschen tot sein
kann, kann man ein bisschen gleich sein», be-
tonte LAMBDA.
Berlin
Werner Schroeter und Rio
Reiser geehrt
Der «Special Teddy» geht 2010 an den Filmema-
cher Werner Schroeter. Schroeters Werk um-
fasst bislang an die 20 Langfilme (Der Rosen-
könig) und ebenso viele kurze bis mittellange
Kinoarbeiten sowie mehr als 70 Opern- und
Theaterinszenierungen. Eine besondere Hom-
mage widmet der «24. Teddy Award» dem 1996
verstorbenen Sänger, Komponisten, Texter und
Schauspieler Rio Reiser. Rio Reiser war der erste
deutsche nger, der sich öffentlich als schwul
geoutet hat. Zusammen mit seiner Band «Ton
Steine Scherben» schuf er nicht nur den Sound-
track der 68er-Generation sondern auch den
Soundtrack der beginnenden deutschen Schwu-
lenbewegung, als er gemeinsam mit den The-
atergruppen «Brühwarund «Transplantis»
und den «Ton Steine Scherbein den 1970er
Jahren die ersten schwulen Musicals produ-
zierte. Die schwul-lesbischen Filmpreise »Ted-
dy» werden am 19. Februar 2010 im Rahmen
der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin
vergeben.
5
CRUISER Edition Februar 2010
News
Houston
Texasmetropole wählt Les-

Mit Annise Parker wurde im texanischen
Houston zum ersten Mal eine offen lesbisch
lebende Frau zur Bürgermeisterin einer ame-
rikanischen Millionen-Grossstadt gewählt.
Parker schlug ihren afro-amerikanischen Geg-
ner Gene Locke mit 53 Prozent der Stimmen.
Der Sieg der lesbischen Politikerin ist umso er-
staunlicher, da Texas als sehr konservativer US-
Bundesstaat gilt, in dem fundamentalistisch-
christliche Gruppen über enormen Einfluss
verfügen. Die studierte Kunsthistorikerin,
die zudem auf eine Karriere in der in Texas
ebenfalls einflussreichen Öl- und Gasbranche
verweisen kann, nannte ihre Wahl ein klares
Zeichen der Wähler für den Glauben an ihre
Kompetenz, die unabhängig von ihrer sexuel-
len Orientierung sei. Seit 1990 lebt Parker mit
ihrer Partnerin zusammen, mit der sie zwei
Adoptivkinder hat.
Tiis
Polizeischikane gegen
Schwule
In Georgien fährt die Polizei eine massive Ein-
schüchterungspropaganda gegen Schwule und
Lesben. Mitte Dezember stürmten Polizisten
in Zivil die Räume der schwul-lesbischen Or-
ganisation «Inclusive Foundation» in Tiis. Sie
beschlagnahmten die Mobiltelefone der Anwe-
senden und beschimpften diese als «Perverse»,
«Kranke» und «Satanisten». Schwulenaktivist
Paata Sabelashvili wurde wegen angeblichen
Marihuana-Besitzes verhaftet und erst nach
zwei Wochen wieder auf freien Fuss gesetzt.
Hätte Sabelashvili sich nicht auf Anraten seines
Anwaltes schuldig bekannt, wäre er in Haft ge-
blieben. Die «Inclusive Foundation» steht weiter
unter Polizeibeobachtung und die Telefone der
Aktivisten werden überwacht. Homosexualität
ist in Georgien seit 2000 legal. Die georgisch-
orthodoxe Kirche, der vier Fünftel der Bevölke-
rung angehören, gilt jedoch als Scharfmacher
gegen Schwule und Lesben.
London
«Sollen Schwule exekutiert
werden
Sollen Schwule exekutiert werden? Das wollte
die britische BBC auf ihrer Webseite von ihren
Usern wissen und hat sich mit dieser Frage mas-
sive Proteste der Gay Community und der poli-
tischen Parteien eingehandelt. Die Online-Ab-
stimmung stand im Zusammenhang mit einem
Beitrag der BBC über die Absicht Ugandas, für
Homosexualität die Todesstrafe zu verhängen.
So mancher User befürwortete unumwunden
die Todesstrafe für Schwule und Lesben. Ein
anderer schrieb: «Das sollten wir in Grossbri-
tannien auch einführen, um Familienwerte zu-
rückzubringen.» Ugandas Regierung hat nach
internationalen Protesten Abstand von der Ein-
führung der Todesstrafe für Homosexuelle ge-
nommen und will Homosexualität stattdessen
mit lebenslanger Haft bestrafen.
London
Rugbystar outet sich
Gareth Thomas hat Geschichte geschrieben.
Der Waliser ist der erste aktive Rugby-Spieler,
der sich geoutet hat. Rugby gilt als eine der här-
testen Sportarten und Homosexualität ist in
diesem rauen Sport ein noch grösseres Tabu
als im Fussball. Der ehemalige walisische und
englische Nationalspieler steht derzeit bei den
Cardiff Blues unter Vertrag. Thomas war von
2002 bis 2006 verheiratet, 2007 outete er sich
gegenüber seinem Coach und nun auch öffent-
lich. Gegenüber der britischen BBC sagte der
bullige 35-jährige, der wegen seiner sportlichen
Erfolge als Rugby-Legende gilt, er hoffe, sein Co-
ming-out mache es in Zukunft jungen, schwu-
len Rugbyspielern leichter, sich zu outen und
als «talentierte schwule Rugbyspieler akzeptiert
zu werden».
Düsseldorf

Das Landgericht Düsseldorf muss derzeit ei-
nen bizarren Fall verhandeln. Angeklagt ist
ein 45-hriger Mann, der einem Bekannten
wegen Sex-Verweigerung die Hoden abgeris-
sen hat. Nach einem ausgiebigen Saufgelage
habe der 120 Kilo schwere Hans O. seinen ein-
geschlafenen Saufkumpanen Alexander J. zu
sexuellen Handlungen bewegen wollen. Als
sich der Penis des besoffenen Kumpels aber
nicht bewegte sei O. wütend geworden. Laut
deutschen Medien schilderte die Staatsanwalt-
schaft den weiteren Ablauf so: «Er drehte ihm
den Hodensack mehrmals um, bis der aufriss.
Dann nahm er die Hoden, schleuderte sie aus
dem Fenster.» J. endete im Krankenhaus. Die
Hoden wurden aber erst drei Tage später in
der Regenrinne des Hausdachs gefunden und
konnten deshalb dem Opfer nicht mehr ange-
ht werden.
Berlin

Sie ist jung, sie ist ledig, sie ist CSD-erfahren:
Deutschlands neue Familienministerin Kristi-
na Köhler. Mit Schwulen und Lesben hat Köh-
ler, die mit 32 Jahren Deutschlands ngste
Ministerin ist, keine Berührungngste. Im
vergangenen Jahr fuhr sie auf einem Wagen
mit im Frankfurter CSD und der Leiter ihres
Ministerbüros in Berlin ist Eike Letocha, der
zugleich Berliner Landesvorsitzender der Les-
ben und Schwulen in der Union (LSU) ist. In der
CDU-Grundsatzkommission half sie mit, das
konservative Familienbild der Partei zu moder-
nisieren. Die konservative Tageszeitung «Die
Welt» machte mit der Schlagzeile «Jung, ledig,
kinderlos» klar, dass sie Köhler als Familienmi-
nisterin für eine Fehlbesetzung hält.
New York
Hatte Tiger Woods
auch Sex mit nnern?
Golfstar Tiger Woods’ Ruf als Saubermann und
modellhafter Familienmensch ist ruiniert.
Der Supersportler hat sich als Supersexmani-
ak erwiesen, der reihenweise Blondinen ver-
nascht. Eine der angeblichen Gespielinnen des
Golfers will zudem wissen, dass Woods auch
nicht zu Sex mit nnern Nein gesagt hat.
Das italienische Mannequin Loredana Jolie
Ferriolo behauptete jedenfalls gegenüber Ra-
darOnline.com, sie sei Zeugin von schwulen
Sexabenteuern des Golfprofis geworden. Ein-
zelheiten wollte die Ferriolo nicht verraten,
sondern beteuerte, diese in einem «Alles-über-
Tiger-Woods»-Buch zu veröffentlichen. Das
kann aber dauern, denn bisher hat die Dame
laut Medienberichten noch keinen Verlag ge-
funden, der ihr das ersehnte Honorar von einer
Million Dollar zahlen will.
6
Gesellschaft CRUISER Edition Februar 2010
Soaps and the City
Schwule in Serie(n). Wie sind sie dahin gekommen?
Und warum gehen ihre Fans nach New York?
Christian (Thore Schölermann) und Oliver (Jo Weil) aus der ARD-Serie «Verbotene Liebe» © ARD/Glitsch
7
CRUISER Edition Februar 2010
Gesellschaft
Gays in Fernsehserien sind
selbstversndlich gewor-
den. Aber wann eigentlich?
Eine Geschichte des ver-
steten Sichtbarwerdens,
die ihr voruges Happy
End in New York ndet. An
einem grossen Charity-
Event treffen Fans ihre TV-
Helden von nebenan.
Thomas ist Jus-Student. Er jobbt als Asylanten-Berater, er hat einen
Freund, der in New York modelt und kokst. Thomas ist der nette Schwu-
le von nebenan, nur wohnt er eben nicht nebenan, sondern war Teil der
inzwischen eingestellten Schweizer Soap «Lüthi und Blanc». Kaum eine
TV-Serie verzichtet heute auf gleichgeschlechtliche Romanzen. Von Ober-
arzt Dr. Eberhardt Scheu im Alphateam über die schwulen Nachbarn der
«Desperate Housewives» oder den Bruder von Golden Girl Blanche bis zur
lesbischen Polizistin in GZSZ und zum bisexuellen Boxer in «Verbotene
Liebe»: Zur besten Sendezeit flimmern sie täglich in die gute Stube. Ein
bemerkenswerter Wandel, denn bis Mitte der 1990er wurde das Thema
im TV grösstenteils totgeschwiegen. Dann kamen die Talkshows, tram-
pelten mtliche Tabuzonen platt und ebneten so auch den Weg des etwas
grösseren Widerstands für Filme und Serien.
Noch in den 1980ern genossen schwule Figuren in Soaps echten Exo-
tenstatus. Steven aus dem Denver-Clan etwa oder Carsten Flöter in der
Lindenstrasse. 1987 gab es in der ARD-Serie den ersten Männerkuss, eine
kleine Sensation, und auch der zweite sorgte drei Jahre später für Aufse-
hen und Aufruhr. Die Boulevard-Presse machte eine grosse Story daraus,
besonders im konservativen Bayern war die Empörung heftig, die Dar-
steller erhielten Morddrohungen.
Seife und Sex
Weit weg vom Vorabendprogramm der grossen Sender entstanden aller-
dings auch schon früh schwule und lesbische Soaps. «MontagsKinder»
etwa, eine Trash-Serie zwischen Kopie und Parodie. Mit «Queer as Folk»
und «L World» haben diese vor ein paar Jahren nun auch den Sprung
vors breite Publikum geschafft. Das Schweizer Fernsehen zeigte «Queer
as Folk» 2000 als Premiere im deutschsprachigen Raum und als erster
öffentlich-rechtlicher Sender überhaupt, und die Zuschauer sahen ziem-
lich explizit, dass sich Gays nicht nur auf Mund und Hals küssen. Das
Interesse war gross, die Beschwerdenbriefe waren lang. Die britische
Serie wurde kurz darauf für den amerikanischen Markt neu verfilmt,
war dort allerdings nur im Pay-TV zu sehen. Man will ja Publikum und
Sponsoren nicht verärgern. Ihren Ursprung hat die Soap-Opera in Radio-
hörspielen und ihre Bezeichnung von den Waschmittelkonzernen, für
die darin geworben wurde. Wenig verwunderlich also, dass auch heute
noch trotz schwuler Quotenküsse alles schön sauber und werbefreund-
lich bleiben muss.
Jo Weil und Thore Schölermann spielen in der ARD-Serie «Verbotene
Liebe» ein schwules Liebespaar. Negative Reaktionen von Zuschauern
gibt es kaum noch, sagen sie. Und doch ist nicht alles so ganz einfach
und selbstverständlich. Ständig taucht in Interviews die Frage auf, ob
sie denn wirklich schwul seien. Eine Frage, die Weil heute zu Recht
nicht mehr beantworten mag. Er sei schliesslich, wenn er einen Hetero-
Liebhaber gespielt hat, auch nie gefragt worden, ob er denn wirklich auf
Frauen stehe.
Big Stars im Big Apple
Zusammen mit vielen anderen Soap-Stars reisen Weil und Schölermann
Ende rz nach New York zum ersten «Gays of our Lives»-Event. Via You-
tube hat die deutsche Serie offenbar auch in den USA eine Fangemeinde
aufgebaut. Fans aus aller Welt sollen die Gelegenheit bekommen, vor der
grossartigen Kulisse New Yorks ihre Lieblingsdarsteller aus schwulen
Storylines live kennenzulernen. Auch Dennis Grabosch und Igor Dol-
gatschew aus «Alles, was hlt», Felix Isenbügel (Gute Zeiten, schlechte
Zeiten), Hal Sparks (Queer as Folk) und Gregory Michael (Dante‘s Cove)
werden mit dabei sein. Neben Meets and Greets stehen Parties und Work-
shops auf dem Programm. Der Gewinn dieses Charity-Events geht an
die Aidshilfe Köln und das amerikanische Trevor Project, das schwule
Jugendliche unterstützt.
Die wahren Gays of our Lives nden sich natürlich nicht in den TV-Dreh-
büchern. Doch wenn die Daily Soaps schwule Beziehungen für einige Zu-
schauer zum normalen Alltag machen können, nimmt man doch gern in
Kauf, dass die Darstellung nach wie vor ziemlich klischiert daher kommt.
Schliesslich geht es ja in erster Linie um Unterhaltung, da darf man auch
mal über eigene Klischees schmunzeln. Sonst hätte «Sex and the City»
wohl kaum so viele schwule Fans. Und seien wir ehrlich: Machos und Zi-
cken werden in Soaps genauso eindimensional gezeigt. Ob nun verbotene
Liebe an der Lindenstrasse oder gute und schlechte Zeiten auf dem Mari-
enhof, unter uns gesagt: Nur die Liebe zählt, ganz egal, wer mit wem. Und
wie’s weiter geht, zeigen wir dann morgen zur gleichen Zeit.
Gays of our Lives
New York, 26.-28. rz 2010
Tickets und Infos: www.gaysofourlives.org
8
Kapitel Titel CRUISER Edition Februar 2010
Ferien à rosa
Arosa Gay-Ski-Week
9
CRUISER Edition Februar 2010
Reisen
Schwule Skiferien sind
vor allem eines: Skiferien.
Pistenhäschen und
Nachteulen gaben sich
vom 9. bis 15. Januar
in Arosa die Hand. Michi
Rüegg war für den Cruiser
dabei, auch wenn er mehr
schlief als feierte.
Der schwule Mann im besten Alter sitzt allein im Speisesaal des Hotels.
Er tunkt Brot in die Salatsauce auf dem Teller. Um ihn herum sitzen halb
schweigende Heteropaare, mit von Unbefriedigtheit und Langeweile
getränkten Gesichtern, in der Ecke probt eine fünfköpfige Familie den
Weltuntergang, die portugiesischen Kellner schlendern blasiert über den
flauschigen Teppich, irgendwo blickt eine alternde Witwe halb mitleidig,
halb lüstern zum Schwulen, der noch immer mit Brotmocken Dressing
aufsaugt und sich fragt: Verflucht, was mach ich eigentlich hier?
Um Szenen wie diese zu vermeiden, entschloss ich mich gegen Skiferien
allein im Irgendwo und für die Arosa Gay Skiweek. Ich wollte Skifahren,
ich wollte Spass haben, ich wollte Leute um mich herum, mit denen ich
etwas gemeinsam habe. Damit hatte ich allerdings einen schweren Stand.
Mein Umfeld wollte mir partout nicht abnehmen, dass ich des Skifahrens
wegen nach Arosa fuhr. Für sie war die Gay Skiweek bloss ein grosses So-
dom, eine gigantische Sauna, in der die Lusttropfen permanent fliessen.
Merke: Wer schwule Ferien bucht, dem wird per se unterstellt, er würde
ausschliesslich des Fickens wegen fahren.
Ich kenn keine Sau.
Nach Ficken war mir definitiv nicht zu Mute, als ich zum ersten Mal die
Bar im Hotel Eden betrat. Ich nippte an meinem Bier und dachte so bei
mir: Verfluchte Scheisse, du kennst hier keine Sau. Was um Himmels Wil-
len hab ich in Zürich die letzten zwölf Jahre bloss gemacht? Wobei, da fiel
mir auf, dass vermutlich keine Zürcher zugegen waren. Was man ja gern
vergisst es gibt auch in anderen Schweizer Städten und Dörfern Schwu-
le. Und viele davon scheinen an jenem Januar-Samstag den Weg nach Aro-
sa gefunden zu haben. Man konnte Dialekte vernehmen, die man sonst
selten hört. Doch spulen wir vor: Am nächsten Tag hatte ich sowohl neue
Freunde gefunden als auch alte Bekannte wiederentdeckt.
Wenn 450 schwule zwischen 20 und 60 ein ganzes Hotel überfallen, dann
hinterlässt das gewisse Spuren. Doch das Eden Arosa – die Höhle des Lö-
wen – hat schon zu viel erlebt, als dass vier Hundertschaften Homos die
morschen Wände ins Wanken bringen könnten. Das Eden, leuchtender
Partystern im sonst eher biederen Alpendorf. Hier führen seit fünfund-
zwanzig Jahren Hitsch Leu und seine Frau Valerie das Szepter. Nicht
mehr die Allerjüngsten, sind doch beide so um die Fünfzig. Aber selbst
der intensivste Lebensstil hat sie nicht verwelken lassen. Im Gegenteil,
Valerie hat punkto Sexiness praktisch alle Schwuppen weit hinter sich
gelassen. Sie wirkt wie ein Mädchen in der Blüte ihrer Jugend, so dass
frühmorgens im Frühstückssaal als Valerie vor zwei Pfannen und einem
riesigen Karton mit Eiern stand, ein Gast kleinlaut fragte: «Hat sie die
alle selbst gelegt?».
Es ist ein ungewöhnliches Hotel, das Eden. Wie wenn man ein cooles
Design hotel mit einem biederen 50er-Jahre-Schuppen vermischen und
kräftig schütteln würde. Tief in seinen Eingeweiden steckt der Kitchen
Club, der Zeuge von so manch sündiger Handlung wurde. Hier fand Mit-
te der Woche auch meine erste Schaumparty statt, die mir unglaublich
viel Spass und einen knallroten Hodensack bereitete. «Hast du dich denn
nicht mit Babyöl eingeschmiert?» Doch. Aber nicht dort unten. Da war
nicht mehr genug von dem Zeug. Immerhin stellte sich der Schaum als
wesentlich aggressiver heraus als das Balzverhalten der Gäste.
Die Hand bleibt da, wo sie ist.
Überhaupt wurde man selten Zeuge unflätiger Handlungen. Selbst der
Wellnessbereich erinnerte punkto Atmosphäre eher an Bad Zurzach als
an eine Gay Sauna. Selten mal fummelte einer im Dampfbad ein bisschen
an seinem Pimmel rum, der Rest ignorierte ihn für gewöhnlich. Dass es
allerdings auch anders geht, zeigte die Secret Pool Party, die im Eden Gym
stattfand. Ich selbst verzichtete darauf, aber den Schilderungen einiger
Gäste zufolge, soll es dort für einmal durchaus unkeusch zu und her ge-
gangen sein. So wurde mir zumindest berichtet. Allfällige Spuren waren
am Nachmittag drauf jedenfalls keine mehr sichtbar.
So ist das eben an der Arosa Gay Skiweek. Jeder macht das, was er will.
Des Morgens im Frühstückssaal schöpfte man sein Müsli, beobachtet
von olympischen Augenringen ringhersum. Der eine hatte eine wilde
Nacht mit Partner Nummer neun hinter sich, andere sind fh zu Bett
gegangen. Die Schicksalsgemeinschaft der ste geht unterschiedlich
mit den Angeboten um. Müssen tut niemand. Keiner schimpfte, wenn
man statt an die Horse Meat Party gemütlich in die Federn hüpfte. Keiner
schüttelte den Kopf, wenn man statt wildem Sex mit einem Typen, den
man im Dampfbad kennen gelernt hatte, lieber im Zimmer eine deutsche
Billigserie schaute.
Kein CSD im Schnee.
Die grosse Überraschung trat auf den genialen Skipisten zu Tage. Statt
wilder Horden homosexueller Schneehasen, so weit das Auge reicht,
merkte man praktisch nichts vom bunten Treiben. Es gibt keine schwule
Skibekleidung, ergo fällt man inmitten des Gros der anderen Skifahrer
und Boarders kaum auf. Nur dann und wann erblickte man das eine oder
andere bekannte Gesicht. Selbst ein alter Bekannter hat mich mit Skibril-
le und Kappe in der Gondel erst nach fünf Minuten erkannt. Denn die Ski-
week geht gerade dort optisch unter, wo sie ihre Daseinsberechtigung hat:
auf der Piste mit einer Ausnahme, wohlgemerkt: beim Drag Race, dem
unbestrittenen Höhepunkt, kurz vor Ende der Woche. Fast vierzig Jungs
jeden Alters warfen sich in den Fummel und itzten an den Toren vorbei
mit alkoholischem Zwischenstopp, den einige fast verpassten, hrend
einer so gierig darauf war, dass er nicht mehr stoppen konnte und in Zu-
schauer fuhr. Die fandens witzig (Verletzte gabs eh nur beim Schlitteln).
Und selbst zwei lokale Skilehrer zollten der einen perückierten Husche
Respekt mit den Worten «Du, der fährt aber besser Telemark als ich». Und
überhaupt genossen die Heten das Spektakel, und manch einer schien zu
denken: «Dieser verkleidete Mann ist ja ne ganz heisse Braut».
Schwule sind auch nur Kunden.
Mit ein paar Hundert Schwulen scheint man in Arosa eh kein Problem
zu haben. Das muss ein Trend sein. Die Tschuggenhütte reservierte uns
gar ihren schönsten Liegestuhl-Abschnitt, gratis und exklusiv. Es ist
so: Mittlerweile haben auch konservative Hoteliers und Kurdirektoren
erkannt, dass schwules Geld nicht anderes riecht als Hetero-Geld. Und
in Arosa, wo seit geraumer Zeit zahlreiche orthodoxe Juden die Winter-
freuden geniessen, vermögen auch ein paar hundert Homos die ndliche
Idylle nicht zu trüben. So überrascht es nicht, dass beim Konzert zweier
schwuler Pianisten und des amerikanischen, nicht weniger schwulen
Tenors Zachary Stains in der Dorfkirche auch Hedi und Paul vergnügt
wippten, als Letzterer das Gotteshaus mit Showtune-Zeilen wie «Im as
gay as a daisy in May» füllte.
Was soll ich sagen? Es war ne geile Zeit. Wenn ich wieder hinfahre, mach
ich beim Drag Race mit. Und wer weiss, vielleicht fahr ich hin. Denn die
siebte Arosa Gay Skiweek kommt bestimmt. Und entgegen der Anndi-
gung, wird das Eden noch nicht abgerissen. Hitsch und Valerie machen
im Minimum noch ein Jahr weiter und ihr Partner Alex Herkommer, der
in Lausanne mit den Jungle-Parties selbst Zürcher in die Westschweiz
lockt, plant bereits die nächstjährige Ausgabe. Wieder in Arosa. Und wie-
der mit einer Horde von Stammgästen.
www.arosa-gayskiweek.ch
Ferien à rosa
Arosa Gay-Ski-Week
10
Prominent CRUISER Edition Februar 2010
Casey Johnson
Wenn eine lesbische Millionenerbin buchstäb-
lich den Löffel abgibt, trauert auch die Regenbo-
genpresse. So geschehen mit Casey Johnson. Die
vermögende Ururenkelin des Gründers des Kos-
metikkonzerns Johnson & Johnson verstarb An-
fang Januar. Die genaue Ursache ihres Ablebens
bleibt zunächst unbekannt. Ein Fremdverschul-
den wird jedoch ausgeschlossen. Die 30-hrige
gelangte zuletzt dank der skandalträchtigen
Verlobung mit Tila Tequila, einem bisexuellen
Sternchen des amerikanischen Showbusiness,
in die Schlagzeilen. Auch sonst war Casey John-
son kein unbeschriebenes Blatt. Ein Dokumen-
tarfilm namens «Born Rich» widmete sich dem
Leben Johnsons, welche ihr Erbe stets als Fluch
bezeichnete. Als Johnson weiter an Diabetes er-
krankte, schrieb sie mit ihren Eltern ein Buch
mit dem Titel «Managing Your Child‘s Diabe-
tes». Doch das Leben der jungen Millionärin
geriet langsam aus den Fugen. So soll Johnson
den Kontakt zu ihrer vermögenden Familie ab-
gebrochen haben, da ihre Verwandten sich für
ihr Liebesleben geschämt haben. Von einem
«totalen Absturz» war bald die Rede. Selten aber
von einer lebensfrohen jungen Frau, die sich
einen Dreck um die amerikanische Doppelmo-
ral scherte. Nun ist Casey Johnson tot. Derweil
trauert ihre Verlobte Tila Tequila öffentlich im
Internet. Gewisse Worte Tequilas via Twitter ge-
hen dennoch ans Herz: «Ich liebe dich so sehr.
Wir heiraten, wenn wir uns im Himmel wieder-
sehen (dd)
Bel Ami
Das slowakische Pornostudio, welches insbe-
sondere in den fhen 90ern immense Erfolge
feierte, gerät zunehmend in Bedrängnis durch
frivole Amateurfilmchen – wie praktisch jeder
andere Pornoproduzent. Neue Ideen sind ge-
fragt, denn Bel Amis Gallionsfiguren wie Johan
Paulik oder Lukas Ridgeston sind tatsächlich
ausgelutscht und haben die 30 ngst über-
schritten. Doch bei Bel Ami wussten die Fans,
was sie bekommen: keimfreie Erotik nach dem
ewig gleichen Muster. Das bedeutete Reden,
Blasen und Ficken. Selbstversndlich mit Gum-
mi und äusserst selten mit Spermakontakt.
Auch kein Geheimnis war, dass viele der Dar-
steller heterosexuell waren. Aber im Zeitalter
von «Broke Straight Boysollte dies die Lust
nicht mindern. Ziemlich brav, gemessen an der
Konkurrenz, kamen die Filme trotzdem daher.
Das hat sich nun geändert, im letzten Dezember
brach Bel Ami wortwörtlich «das letzte Tabu».
Damit waren zum einen die adretten Zwillinge
Elijah und Milo Peters gemeint, welche sich lü-
stern dem Inzest hingaben, zum anderen aber
der Fakt, dass nun ohne Gummi gepoppt wurde
und mit sehr viel Spermakontakt. Familien-
intern zwar, dennoch gewagt. Bel Ami bricht
somit zu neuen Ufern auf, was insofern stimmt,
dass weibliche Zwillinge in der heterosexuel-
len Porno-Landschaft einen hohen Stellenwert
haben, allerdings ist die neue Richtung frag-
würdig, nicht, was die Peters-Zwillinge selbst
anbelangt, sondern die Ignorierung der Sex-
Regeln. (dd)
Iris Robinson
Eine köstliche Episode verlogener Heterosexu-
alität erreichte uns jüngst aus Irland. Iris Ro-
binson, die Frau des nordirischen Ministerprä-
sidenten, und selbst Abgeordnete, ersctterte
dort Volk und Regierung. Noch im letzten Jahr
galt Iris Robinson als Ikone religiöser Tugend-
haftigkeit. Als solche teilte sie gerne aus. Laut
der TAZ startete Iris Robinson im vorletzten
Sommer eine Hasstirade gegen Schwule. Ho-
mosexualität sei eine «widerliche Abscheulich-
keit», die psychiatrischer Behandlung bedürfe.
Aber «wie ein Mörder, so kann auch ein Ho-
mosexueller durch das Blut Christi erlöst wer-
den», so Robinson. Mit dem Zusatz, dass Schwule
schlimmer als Kinderschänder seien. Doch wer
im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Und schliesslich verpflichtet der Name Robin-
son. Die 60-jährige, so kam ans Licht, hatte vor
zwei Jahren eine Affäre mit dem damals 19-jäh-
rigen Kirk McCambley. Ausserdem soll sie auch
mit dessen Vater in die Kiste gesprungen sein
(und die nicht gezählt, die der Fluss verschlang).
Dies allein bringt den Ministerpräsidenten Pe-
ter Robinson nicht zu Fall. Die Tatsache aber,
dass seine Gattin dem blutjungen Liebhaber
McCambley u.a. einen Kredit auf Staatskosten
besorgt hat, schon. Und als ob das nicht genug
re, gibt’s auch Ärger vom anderen Ufer: Das
britische Schwulenmagazin «Attitude» hat Mc-
Cambley angefragt, ob er sich nicht für das Co-
ver fotografieren lassen wolle. Die Hölle ist eben
heiss, liebe Mrs. Robinson. (dd)
Lady Gaga
Sie ist das Mass aller Dinge, ein Bogen um sie
herum schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.
5 Top-10-Hits 2009, Erhnung in jedem Jah-
resrückblick. Dann geht man in einer überaus
angesagten Stadt an eine überaus angesagte
Silvesterparty, und was wird da gespielt? Sie
gaga-gackert ihr Popo-Pokerface. Was macht
man nach ein paar Drinks? Man gönnt sich den
Spass und tanzt ausgelassen dazu. Täglich er-
scheinen Banalitäten aus ihrem Leben auf den
Titelseiten. Sie kollabiert, sie will mit Susan Bo-
yle singen, sie tritt als Seifenblase oder als blut-
verschmierter Zombie auf, sie bekommt einen
Blumenstrauss an den Kopf geschmissen. Bei
jener Geschichte könnte das Gleiche passieren
wie beim unsäglichen Penis-Gerücht: Es könnte
sich herausstellen, dass Frau Gaga gar nicht im
Besitz des besagten Körperteils ist. Sie hat im
TV einmal Bauhaus und Beethoven gesagt, ja,
aber auf diese Eigentlich-ist-sie-schlau-Masche
will ja seit Verona Feldbusch keiner so schnell
wieder reinfallen. Trotzdem muss man geste-
hen: Wenn es um Diskriminierung von Schwu-
len und Lesben geht, mpft Lady Gaga stets an
vorderster Front dagegen an. Sie sammelt Geld,
sie verteilt Statements, sie ist ein Vorbild der
Toleranz. Vielleicht ist das Verhältnis zwischen
Gays und Gaga einfach eine «Bad Romance». Hei-
sst nicht ihr neuster Hit genau so? Ist da doch
ein schlaues Köpfchen vorhanden? Wir werden
mal genau hinhören müssen. Wenn uns Kostüm
und Frisur nicht wieder allzu sehr ablenken.
Und wenn wir in ein paar Jahren eine Gaga-CD
auf dem Flohmarkt finden, werden wir uns an
die kurze traurige Romanze erinnern, verspro-
chen. (rg)
11
CRUISER Edition Februar 2010
Prominent
Leo Ritzmann
Wenn sich einer derzeit in der Missgunst der
so zurückhaltenden, wie auch frustrierten
Schweizer bestens auskennt, dann ist das Leo
Ritzmann. Ein angehendes Gesangstalent,
welches bereits gewisse Erfolge verbuchen konn-
te. Nicht genug für Herrn und Frau Schweizer.
Der 20-jährige Hinwiler landete bei der letzten
Musicstar-Staffel unter den zehn Besten. Das ist
verdammt gut, wenn man einer Jury gegenüber
steht, die statt der Stimme die nnlichkeit kri-
tisiert. Verdammt schlecht fanden jedoch ande-
re «Kritiker», welche es höchstwahrscheinlich
nicht mal in die «Leider Nein»-Liga geschafft
hätten. So ging Leo fast vergessen, bis sein Or-
gan nochmals im TV erklang diesmal in der
Castingshow «Popstars» auf Pro7. Detlef D. So-
ost, selbst Musicstar-erfahren, suchte dort ein
neues Pop-Duo. Und Leo erstaunte alle, indem
er die Show zusammen mit Vanessa Meisin-
ger vor einem Millionenpublikum gewann.
Nur ist das so eine Sache mit Castingshows.
Kaum ein Sender, der nicht irgendein Talent
sucht. Das Publikum hnt inzwischen dazu.
So erstaunt es wenig, dass sich Leos Debutalbum
(unter dem Bandnamen «Some & Any») nur auf
den hintersten ngen der Charts platzieren
konnte. Wiederum ein Flop für viele. Insbeson-
dere Schweizer reagierten in zahlreichen Inter-
netforen ziemlich schadenfroh. Dabei geht ver-
gessen, dass Leo Ritzmann wirklich erstklassig
singen kann. Keinesfalls ist von einer Eintags-
fliege zu reden. (dd)
Von der Heide
Trotz einer strahlenden Tina Turner fehlte es
der pompös angerührten SwissAward-Show
durchwegs an Glanz. Neben Trophäen und Mil-
lionen regnete es dann doch noch Gold Mi-
chael von der Heide sei Dank. Merci, chéri! Er
präsentierte seinen Beitrag zum diesjährigen
Eurovision Song Contest in Oslo. Schon der erste
Takt war ein Glanzpunkt, geträllert vom Back-
ground-Chörli, das die Crème de la Crème hie-
sigen Musikschaffens vereint, Amanda Nikoli
etwa, ehemaliger TEARS-Castingstar (Erinnert
sich einer? Es lohnt sich), oder Freda Goodlett,
Musicstar-Vocalcoach. Warum kam man nicht
schon längst auf die Idee, von der Heide zur Eu-
rovision zu schicken? Bereits 1999 versuchte er
es bei der deutschen Vorausscheidung, leider
erfolglos, mit dem Lied «Bye Bye Bar». Daraus
ist inzwischen eine überaus erfolgreiche Thea-
terrevue geworden. Man nehme nun die schwe-
dischen Eurovisions-Beiträge der letzten Jahre,
ein bisschen Kate Ryan, einen Takt Nicole und
eine Balkangitarre… et voilà: «Il pleut de l’or».
Geht für die Schweiz leicht Richtung Klischee,
aber es geht um l’amour und nicht um les AHV-
Goldréserves. Es könnte ja auch Käse regnen
oder Vampire, kurz: Es könnte schlimmer sein.
Ein eigentlich ganz wunderbar zusammenge-
klautes Chanson. Wenn man nun mindestens
ein Auge fest zudrückt, die Zeit um mindestens
zehn Jahre zurückdreht und innig hofft, die
Background-Ladies mögen sich für den grossen
Auftritt betreffend Kleiderwahl kurz abspre-
chen, gibt’s dafür doch glatte douze points. Aus
Monaco jedenfalls. Bonne chance, Michi! (rg)
Mr. Gay China
Schätzungen zufolge gibt es in China 39 Mil-
lionen Schwule und Lesben. Bis 1997 stand
schwuler Sex da unter Strafe, erst 2001 wurde
Homosexualität von der Liste der psychischen
Krankheiten gestrichen. Promi und gay sein ist
in China eine seltene Kombination. Einer hätte
nun dazukommen sollen, ein Mr. Gay China.
Von der Staatspresse als Zeichen der Liberalisie-
rung gross gefeiert, wurde das Pekinger Event
jedoch von der lokalen Polizei in letzter Minute
verboten, aus formalen Gründen angeblich, es
habe «Probleme mit der Beantragung» gegeben.
«Schwule haben das Recht, ihre Kultur zu zei-
gen. Es ist ein Recht, das von der Gesellschaft
respektiert werden sollte», zitierte die Staatsa-
gentur den bekannten chinesischen Homose-
xuellen-Experten Zhang Beichuan. Erst mit 19
hat er erfahren, dass es in chinesischer Sprache
überhaupt ein Wort für homosexuell gibt. Zur
Jury, die untätig abziehen musste, gehörten un-
ter anderen der Autor eines bekannten Romans
über Homosexuelle in China, ein Filmkritiker
und der Gründer einer Schwulenorganisation.
Kein einziger der Kandidaten wollte seinen chi-
nesischen Namen öffentlich genannt wissen,
aus Angst vor Konsequenzen in der Familie. In
Malawi geht’s währenddessen von der Homo-
Hochzeit direkt ins Gefängnis, für 14 Jahre, und
der Staatspräsident von Uganda überlegt laut,
auf Homosexualität wieder die Todesstrafe aus-
zusetzen. Die USA drohen mit wirtschaftlichen
Sanktionen. Aber wie viel Freiheit kann man
sich mit Homophobie-Zöllen erkaufen? In 78
Ländern dieser Welt ist homosexueller Sex nach
wie vor strafbar. Da bleibt der Rote Teppich der
Gay-Promis ein Minenfeld, ein Sperrgebiet, mit
Stacheldraht umzäunt. Darunter lässt sich kei-
ne lustige Pointe setzen. Aber ein öffentliches
Ausrufezeichen! (rg)
12
Ausstellung CRUISER Edition Februar 2010
Hugo Loetscher: In alle
Richtungen gehen

Hugo Loetschers 80. Geburtstag gedacht
Hugo Loetscher © Erling Mandelmann
13
CRUISER Edition Februar 2010
Ausstellung
Jede Richtung eine Rich-
tung die, in die zu gehen
ich plante, und die, in die
ich ging, und alle jene,
von denen ich nie annahm,
dass sie Richtungen sind.
Hugo Loetscher hat als Schriftsteller und Journalist hrend mehr als
sechzig Jahren ein grossartiges Werk geschaffen. Sein Tod hinterlässt
eine Lücke im geistigen und gesellschaftlichen Leben des Landes, in das
er von seinen zahllosen Reisen immer wieder zurückgekehrt ist: «Hugo
Loetscher ist wohl mehr gereist als wir, seine Schriftstellerkollegen, alle
zusammen. Man hatte von ihm aber nie das Gefühl, dass er weg sei. Er
war immer da», sagte Urs Widmer in seiner Abdankungsrede im Gross-
münster Zürich.
In alle Richtungen
Die Ausstellung unter diesem Titel war als Geschenk der Stadt Zürich zu
Hugo Loetschers 80. Geburtstag gedacht. Er selbst hat mit viel Begeiste-
rung am Konzept mitgearbeitet. Die Ausstellung hat den Versuch unter-
nommen, sein Leben und Werk anhand von Gegenständen aus seinem
Archiv darzustellen und zu würdigen. Es begegnet uns ein scharfsinniger
Intellektueller und sprühender Schnelldenker voller Ironie und Humor
und ein erfolgreicher Autor von Romanen, Kurzgeschichten, Gedichten,
Essays und Reportagen.
Hugo Loetscher war sein Leben lang äusserst engagiert mit pointierten
Kommentaren zur Politik der Schweiz. Er präsentierte auch die Welt der
Fotografie in Publikationen und Ausstellungen und berichtete über seine
zahlreichen Reisen.
Journalismus und Literatur gehen bei Hugo Loetscher Hand in Hand. Sei-
ne Texte erscheinen in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien, bis er
1963 mit «Abwässesein erstes Buch publiziert. Die allererste Erhlung
«Der Holunderstrauch» erscheint bereits 1946 in der Zeitschrift «Zeit-
bilder» – Vorgänger des heutigen «Magazin» des «Tages-Anzeiger. Seine
frühen Texte hat er zusammen mit später entstandenen Kurzgeschichten
und Erzählungen 2002 in seinem Buch «Der Buckel» herausgegeben.
His Way
Hugo Loetscher studiert Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und politische
Philosophie an der Universität Zürich und in Paris. Die Jahre 1950 und
1951 in der französischen Hauptstadt sind für ihn entscheidend. In seiner
Dissertation befasst er sich mit der neueren politischen Philosophie Fran-
kreichs. Beeindruckt von Sartre und Camus wird Hugo Loetscher ein en-
gagierter Autor. Die französische Sprache bleibt für ihn immer wichtig.
1958 holt Manuel Gasser, Chefredaktor der Kulturzeitschrift «du», den
jungen Autor in die Redaktion und gibt ihm eine eigene literarische Bei-
lage: «Das Wort». Darin werden Briefe von Robert Walser oder Beiträge von
Ingeborg Bachmann publiziert sowie junge Schweizer Autoren bekannt
gemacht. 1964 wird er Redaktor der «Weltwoche». Hier kann er die un-
terschiedlichsten Formen des Journalismus erproben, mit Reportagen
und tagesaktuellen Artikeln. Ab 1965 reist Hugo Loetscher regelmässig
nach Lateinamerika und publiziert seine Beiträge. Er schreibt als Lite-
raturkritiker über Kultur und Politik, Geschichte und Gegenwart für
die «NZZ» und «Tages-Anzeiger» und ebenfalls für Radio und Fernsehen.
«Reisen ist wie lesen beginnt man einmal damit, hört es nie mehr auf»,
hat er einmal gesagt.
Theater
Die ersten Erfahrungen mit dem Theater macht Hugo Loetscher als Statist
und Regieassistent am Schauspielhaus Zürich. Dann verfasst er regelmäs-
sig Beiträge für die Programmhefte. Sein erstes Drama «Schichtwechsel»
wird 1960 uraufgeführt und fällt durch. Doch er schreibt weiter und sein
letztes Stück «Die Launen des Glücks» nach Nestroy kommt 1997 wiede-
rum in Zürich zur Uraufführung und findet bei Publikum und Medien
erneut wenig Gnade.
War meine Zeit meine Zeit
Sein letztes Buch erscheint wenige Tage nach Hugo Loetschers Tod, im
August 2009. Ein paar Tage vorher erhält er im Spital das erste gebundene
Buch. Von Fluss- und Lebensläufen – Hugo Loetscher erzählt aus seinem
Leben, immer unterwegs zu neuen Ufern und fremden Küsten. Der Text
ist die Summe seines Lebens und Schaffens.
Die Erfahrungen seiner Künstler- und Publizisten-Existenz haben darin
ebenso Platz wie die vielen Erinnerungen an Kindheit und Jugend in Zü-
rich, die vielen Reisen auf der ganzen Welt und die Gedanken zur Ent-
wicklung des eigenen Glaubens unter dem Stichwort «Credo». Zwei grosse
Hauptthemen durchziehen das Buch: das schwierige und ambivalente
Verhältnis zu seinem Vater. Und der Lauf der Flüsse, denen Hugo Loet-
scher begegnet ist, kunstvoll miteinander verflochten, von der Limmat
und Sihl zum Amazonas über den Nil bis zum Mekong.
Von Kurt Büchler
Hugo Loetscher. War meine Zeit meine Zeit. Diogenes Verlag, Zürich
Hugo Loetscher. Ausstellung im Museum Strauhof in rich
bis 28. Februar.
Er ist am 22. Dezember 1929 in Zürich geboren und am 18. August
2009 ebenfalls in rich gestorben.
15
CRUISER Edition Februar 2010
Politik
Schwul wählen
Gemeinde- und
Stadtratswahlen
in Zürich
Wir betrachten, zugegeben,
die Wahlen aus einem einsei-
tigen Blickwinkel und freuen
uns, dass sich 13 offen schwul
lebende Kandidaten und 3
lesbische Kandidatinnen aus
unterschiedlichen Parteien
in den Zürcher Gemeinderat
wählen lassen wollen.
Der Zürcher Gemeinderat setzt sich aus 125 Mit-
gliedern zusammen. Er wird alle vier Jahre von
den Stimmberechtigten an der Urne gewählt;
letztmals am 12. Februar 2006 für die Amtsdau-
er 2006 - 2010. Wenn wir hier auf die Wahlen
vom 7. rz 2010 (für die Dauer bis 2014) einge-
hen, können und wollen wir keinen vollstän-
digen Überblick über alle Parteien, deren Pro-
gramme und Kandidat(inn)en geben.
Nun, offen schwullesbisch leben ist ja nicht der
primäre Grund, warum eine Person gewählt
werden soll. Schwule und Lesben sollten sich
vor allem daran orientieren, welche Parteien
sich bisher schon für schwullesbische Anlie-
gen stark gemacht haben. Und welche Parteien
heute die noch offenen Anliegen im Programm
für die Zukunft haben. Da hat eine grosse Partei
einen guten Leistungsausweis. Aber man sollte
sich auch bei kleineren Parteien umsehen, die
recht kämpferisch auf immer noch vorhandene
Probleme aufmerksam machen und nach Lö-
sungen suchen.
Die SP galt bislang bei vielen Schwulen und Les-
ben als die Partei, die sich am meisten um ihre
Anliegen gekümmert hat. Vielen ist die Partei
aber in der Stadt Zürich zu mächtig geworden.
Da sind die Grünen und die AL eine gute Alter-
native. Und wer geglaubt hat, die CVP sei immer
noch die Partei der traditionellen Familie, sieht
sich getäuscht. Auch hier gibt es heute einen
Kandidaten, der offen in Eingetragener Part-
nerschaft lebt.
Gemeinderatswahlen
Die uns bekannten offen schwul und lesbisch
lebenden Kandidaten und Kandidatinnen:
Kreis 1/2
Ammann Jürg, 1951, Leiter Beratungsstelle
Soziale Dienste Zürich (Grüne)
Garcia David, 1975, Dr. med., Arzt (AL – Al-
ternative Liste)
Kreis 3
Abele Martin, 1963, (bisher), Soziologe,
Geschäftsleitungsmitglied (Grüne)
Hungerbühler Markus, 1974, lic. phil.,
Historiker, Präsident CVP Stadt Zürich, (CVP
Christlichdemokratische Volkspartei)
Kreis 4/5
Huber Patrick Hadi, 1980, Projektleiter,
Eventorganisator, Präsident SP4 (SP)
Barrile Angelo, 1976, Arzt, Co-Präsident SP5
(SP)
Lisa Kromer, 1974, Mutter, Pegefachfrau,
Koordinatorin einer Frauenrechtsorganisa-
tion (Grüne)
Recher Alecs, 1975, (bisher), Heilpädagoge,
Jurist (AL – Alternative Liste)
Kreis 6
Denoth Marco, 1975, dipl. Architekt ETH, (SP)
Kreis 7/8
Filli Peider, 1958, (bisher), Trampilot (Grüne)
Kreis 9
Sangines Alan David, 1986, kaufm. Ange-
stellter (SP)
Hofmann Gioia, 1965, Krankenschwester,
Gerontologin (Grüne)
Daniel Römer, 1962, Psychiatriepeger,
Mitglied der Sozialbehörde der Stadt rich
(Grüne)
Kreis 10
Brander Simone, 1978, (bisher), Umweltfach-
frau (SP)
Kreis 12
Wyss Thomas, 1967, (bisher), Apotheker FPH,
Fachkundelehrer (Grüne)
René Lorétan, 1944, Elektroingenieur ETH
(Grüne)
Stadtratswahlen
In unserer Ausgabe CR Winter-Edition sind wir
auf die ebenfalls am 7. rz stattndenden
Stadtratswahlen eingegangen und haben den
Kandidaten André Odermatt (SP) im Interview
vorgestellt. Nicht, dass wir ihn favorisieren.
Aber uns interessierte damals das Thema, dass
ein offen schwul lebender Mann in den Stadtrat
einziehen könnte. Ob AndOdermatt als Stadt-
rat Schwulenpolitik oder einfach als Schwuler
Politik machen wird, sei dahingestellt. Viel-
leicht ist man ja auch gut bedient mit einer
schwulenfreundlichen Partei, die einen Hete-
ro als Stadtrat portiert. Esther Maurer (SP), Ro-
bert Neukomm (SP) und Kathrin Martelli (FDP)
geben ihre Sitze im Stadtrat frei. Die beiden
Parteien stellen natürlich ihren Anspruch und
portieren Urs Egger (FDP), André Odermatt und
Claudia Nielsen (SP). Aber auch die Grünen und
die AL (beide mit guter schwullesbischer Vertre-
tung im Gemeinderat) buhlen zu Recht um die
Gunst der Wähler und wollen Daniel Leupi und
Walter Angst im Stadtrat.
von Martin Ender
Der Parteien-Überblick
über alle Parteien, geord-
net nach dem «schwulles-
bischen» Leistungsausweis
und nach Grösse.
SP – Sozialdemokratische Partei
Grüne
AL Alternative Liste
CVP Christlichdemokratische
Volkspartei (aufsteigend zu
positiv),
FDP FDP.Die Liberalen
glp – Grünliberale Partei
SVP – Schweizerische Volkspartei
EVP – Evangelische Volkspartei
SD – Schweizer Demokraten
EDU Eidgenössisch-Demokratische
Union
PFZ Partei r Zürich (Kandidiert
gegen Corine Mauch)
+
=
SP Sozialdemokratische Partei,
Grüne, AL Alternative Liste
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AUCH DAS
GESELLSCHAFTLICHE
KLIMA BRAUCHT
UNSEREN SCHUTZ.
7.MÄRZ 2010 in den Stadtrat
André Odermatt und Claudia Nielsen
16
Szene CRUISER Edition Februar 2010
Viele bunte
Parties für Gays
and Friends
Es tut sich was in
der schwulen
Züricher Party-

Nach ngerer Durststrecke darf man sich jetzt
an einigen neuen und alten Partyreihen erfreu-
en. Einer der Clubs, der in diesem frischen Wind
mitsegelt, ist das Loop38. Dieser mausert sich
langsam, aber sicher zum Geheimtipp für «Gays
and Friends».
Der Club Loop38 an der Albulastrasse in Alt-
stetten hat sich in den letzten Jahren in der Züri-
cher Partyszene etabliert. Wie viele bereits wis-
sen und schätzen, werden im Loop38 schon seit
einiger Zeit Parties veranstaltet, die für Schwule
und Lesben interessant sind. Meistens sind es
eben auch schwule Veranstalter, die dahinter ste-
cken. Es lohnt sich daher, einen genaueren Blick
auf die einzelnen Veranstaltungen zu werfen.
Flugscheibe
Seit Mitte Januar dieses Jahres dürfen wir uns
an einer spannenden und brandneuen Party-
reihe namens Flugscheibe erfreuen. Flugschei-
be hat im Loop38 jeweils den dritten Samstag je-
des zweiten Monats gebucht. Verantwortlich für
das neue Label sind Pascal (DJ Tokee), Michael (DJ
Michael K.) und Salvatore. Als langhrige DJs,
Musiker und Partygänger wissen die drei sehr
gut, was die Szene vermisst. Die Flugscheibe
bietet eine Plattform für ausgelassenes Feiern,
ohne an den nächsten Tag denken zu müssen.
Pascal: «Es soll ein Ort der Geborgenheit sein,
mit verführerischer Atmosphäre und einer
ausgelassenen Stimmung.» Zielpublikum sind
Gays und Friends ab 21 Jahren, die guten Sound
schätzen und dabei mit ihren Freundinnen und
Freunden feiern wollen. Flugscheibe hat den An-
spruch, die alten Zeiten in neuem Gewand wie-
der aufleben zu lassen. Musikalisch darf man
exzellenten Progressive, House, Trance und Goa
erwarten. Die nächste Party geht am 20. März
2010 im Loop38 über die hne.
Flexx und Revolution
Der erste Samstag des Monats im Loop38 gehört
der Partyreihe Flexx. Die Flexx-Parties nden
seit der Eröffnung am 3. Oktober 2009 regelmäs-
sig einmal im Monat statt und haben das Ziel,
Parties für anspruchsvolle Partygäste zu bieten.
Eine Flexx-Party besticht immer durch guten
Sound, einer guten Anlage, Überraschungen im
Laufe des Abends und vor allem durch interna-
tional bekannte Star-DJs wie zum Beispiel Jack
Chang, Jan Fischer, Steven Redant oder Mike
Kelly. Und die Flexx-Macher Christian (DJ Ajaxx),
Béat und Thomas haben bereits ein neues Ass im
Ärmel. Ab dem 20. Februar 2010 ndet im Loop38
monatlich eine neue Party mit dem Namen Revo-
lution statt. Warum eine neue Party reihe? Dazu
meint Béat: «Auf der Revolution-Party werden in
erster Linie bekannte Schweizer DJs zum Zuge
kommen. Zudem soll Nachwuchs-DJs die Mög-
lichkeit geboten werden, Ihr Können hinter dem
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Zürich
braucht
drei liberale
Stimmen
im Stadtrat.
www.fdp-zh.ch
In den Stadtrat
Martin Vollenwyder
Andres Türler Urs Egger
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Wahlen 7. März 2010
Ins Stadtrate Cruiser.indd 1 21.1.2010 11:56:03 Uhr
Martin Abele Jürg Ammann Peider Filli Gioia Hofmann Lisa Kromer Thomas Wyss
Gemeinderat bisher Gemeinderatskandidat Gemeinderat bisher Gemeinderatskandidatin Gemeinderatskandidatin Gemeinderat bisher
Kreis 3 Kreis 1&2 Kreis 7&8
Kreis 9 Kreis 4&5 Kreis 12
Für Dich. In Zürich. Mehr als grün.
Grüne Stadt Zürich
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CRUISER Edition Februar 2010 Szene
Plattenteller unter Beweis zu stellen.» Sowohl
bei der Flexx wie auch bei der Revolution bewegt
sich der Musikstil im Bereich von Progressive,
Tech-House und Tribal-House. Unter dem Namen
«Dark Space» steht auch ein Darkroom zur Ver-
fügung. Dieser wird anfangs Frühling umgebaut
und den Bedürfnissen der Gäste angepasst. Auf
der Homepage www.flexx-party.ch hat der un-
entschlossene Partygänger die originelle Mög-
lichkeit, sich spontan live zur Party einzuklin-
ken. So kann man in letzter Minute entscheiden,
ob der Sound des Abends dem eigenen Gusto ent-
spricht. Aus datenschutztechnischen Gründen
wird jedoch nur das DJ-Pult gefilmt.
Take a Dance und Local Underground
Seit rund 6 Jahren nden regelmässig die Take-
a-Dance-Parties statt. Immer mehr Schwule und
Lesben schätzen den guten Mix von Publikum,
Musik und Ambiente. Die ursprüngliche Idee
von Gründungsteam Ingrid, Stefania, Roger,
Hatschgi und Jesse (DJ Jesse Jay) war eine Tanz-
schule, in der Körperbewusstsein und Ausdruck
durch Bewegung im Zentrum stehen. Die Be-
griffe Harmony, Balance und Rhythm sind die
Grundsteine von Take a Dance. Der Lokalwech-
sel von der Dachoase zum Loop38 läutete eine
neue Aera ein. Musikalisch kriegt man gute
progressive Beats in allen Facetten zu hören.
Lokale DJ-Grössen wie z.B. Robert Travis, Mi-
chael K, Restless, Mike Muff, Nukem, Mental X,
5th Element und viele mehr haben bereits an
einer Take-a-Dance-Party aufgelegt. Die nächste
Party am 13. Februar 2010 ndet unter dem
Motto «Darkside» statt und bietet neben der alt-
bekannten, ungezwungenen Atmosphäre auch
einen Darkroom.
Die Partyreihe Local Underground wurde im
2002 ins Leben gerufen. Dahinter verbergen
sich Maggie, Chriglä, DJ Frisk und DJ Bossy. Ihre
Parties fanden in den letzten Jahren schon an
einigen renommierten Locations statt, unter
anderem im ehemaligen Labitzke, im Laby-
rinth oder dem Spidergalaxy. Am zweiten Weih-
nachtstag des letzten Jahres fand die Party im
Loop38 statt und lockte wie immer viele Schwu-
len und Lesben an. Das Ziel des Partylabels ist
eine entspannte, offene und unkomplizierte
Atmosphäre mit guter Musik von Tech-House bis
Goa. Die Gäste der beliebten Partyreihe beste-
hen aus einer guten Mischung aus Gays, Bi- und
Heterosexuellen.
Afterhour-Parties
Neben den erhnten Veranstaltungen finden
im Loop38 auch regelmässig Afterhour-Parties
und die berühmt berüchtigten (und teils nos-
talgisch angehauchten) Spidergalaxy- und Smo-
kingfish-Parties statt. Diese tragen zwar nicht
explizit das Label «Gay», sind jedoch gerne be-
sucht von Schwulen und Lesben. Warum ist das
so? Gianfranco vom Loop38 erklärt sich das so:
«Wir haben uns eigentlich schon bei der Eröff-
nung vor drei Jahren mehr schwules Publikum
gewünscht. Leider war das anfangs nicht so, was
ich immer sehr schade fand. So wie es aussieht,
haben die Schwulen und Lesben nun aber die
Qualitäten des Clubs zu schätzen gelernt. Eher
klein, aber fein. Und es hat einen Darkroom.
Nicht, dass so einer immer nötig re, aber wir
haben uns jetzt dazu entschieden.»
Pünktlich zum Rauchverbot ab 1. Mai 2010 wird
das Loop38 übrigens eine Raucher-Lounge im
Clublokal zur Verfügung stellen. Raucher müs-
sen somit nicht für jede Zigarette vor die Türe
und der Veranstalter spart sich so mögliche
Lärmklagen. Es bleibt nun abzuwarten, wie
sich die rcher Partylandschaft zukünftig
entwickeln wird. Mit dem Angebot im Loop38
ist die Szene ganz sicher um einige gute Veran-
staltungen reicher. Und um die Homepage des
Loops zu zitieren: Dont miss the party of your
life. Don‘t forget to go home.
von Vinnie Albani
www.flexx-party.ch
www.party-revolution.ch
www.localunderground.ch
www.loop38.ch
www.flugscheibe.ch (under construction)
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LISTE 5
Gerold Lauber
Wieder in den Stadtrat!
2x auf jede Liste
Markus Hungerbühler
«Orange ghört
zum Rägeboge
wie CVP zu Züri.»
www.zueriwahl.ch
Gemeinderatswahlen
vom 7. März 2010
Stadt Zürich, Kreis 3
Szene CRUISER Edition Februar 2010
Jack Night Club
The sweat is best issue
Terry Vietheers DJ-Karriere begann 2005 vor ein
paar 100 Leuten in Sidneys «Oxord St. as». Dank
seinem Umzug nach London begann für Terry
ein neues Kapitel. Mit seiner Karriere gings
schnell steil aufrts. In der Zwischenzeit be-
gegnet man dem DJ in angesagten Clubs rund
um den Globus. So auch in Zürich im April 2009
im Kau euten an der Jim-Party.
Nun legt er an der kommenden Jack-Party auf
und ndet Unterstützung durch die DJs Juicep-
pe, Angel O. und den Love Bandits
JACK, The sweat is best issue
Samstag, 6. Februar 2010, 23.00 Uhr
Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich
www.jackcompany.com
Italian Selection

Nach nur drei Parties hat sich die Selection-
Reihe im Club Lotus defi nitiv etabliert. Klare
Ansage der Veranstalter, auch in Zukunft mit «2
Floors» an den Start zu gehen und immer Top-
DJs an Bord zu haben. So wundert es nicht, dass
es im Februar wieder eine ganz spezielle Selec-
tion gibt, mlich die Italian Selection.
Verpfl ichtet wurde kein Geringerer als «fabu-
lous Fabio White». Vielen noch bekannt von
seinem Hammerset im Volkshaus letztes Jahr.
Dank seiner ersten Musikproduktion ‘Oh you
(Nummer 2 in the UK-Dance-Charts) gelang Fa-
bio der internationale Durchbruch. Typisch für
Fabio ist seine besondere Auswahl und sein
erhebender Stil in Sachen House-Musik. Von
reiner elektronischer Musik bis hin Progres-
sive-House.
Fabio ist nicht allein, er wird unterstützt von
Dikky Vendetta. Der Name klingt zwar italie-
nisch, doch Dikky kommt aus Amsterdam. Sein
Musikstil läst sich nicht so einfach einordnen.
Wenn er aufl egt, dann ist das so, als ob er eine
Landschaft anlegt, die sich um die ste auf-
baut und mit ihnen verschmilzt.
Auf dem zweiten Floor geben sich Willi P. und
5th Element mit den Classics die Ehre.
Italian Selection
Samstag, 27.02.2010, 23.00 Uhr
Lotus Club, Pfi ngstweidstrasse 70, 8004 Zürich
queertunes.fm
Erstes schwul-lesbisches Web-
radio der Schweiz geht ganz-
hrig online
Seit der Lancierung des Labels «queertune
im Jahre 2007 wurde an der Idee eines schwul-
lesbischen Webradios gefeilt. Was damals noch
als reines Eventradio hrend des rcher
CSD und der EuroPride09 durchgeführt wur-
de, wird nun auf ein ganzjähriges Programm
ausgebaut.
Nach einem erfolgreichen Radio «queertunes»
im 2007, welches durch eine externe Firma or-
ganisiert wurde, hatte man in den beiden ver-
gangenen Jahren 2008 und 2009 das Label dem
gleichnamigen Verein kostenlos zur Verfügung
gestellt. Trotz sehr erfolgreicher Präsenz wäh-
rend der EuroPride09, insbesondere dank ex-
quisiter Studiolage, resultiert ein erhebliches
De zit, so dass ein erneutes Eventradio durch
den Verein kaum realisiert werden könnte.
Daher entschied man sich, die Idee des Webra-
dios nochmals zu prüfen und wieder selber
unter dem Label «queertunes» Anfang Jahr auf
Sendung zu gehen. Neben einzelnen Fixsen-
dungen über Reisen, Mode, Kunst etc. werden
auch Live-Übertragungen aus Clubs, DJ-Sessions
und Talksendungen aus dem Studio angeboten.
Selbstverständlich wird Radio «queertune
auch in diesem Jahr am bewährten Musik-
konzept mit internationalen und nationalen
schwulen und lesbischen Künstlern festhalten
und diese auch speziell promoten. Es lohnt sich
bestimmt mal reinzuhören!
Mehr Infos unter www.queertunes.fm
Kreative Radiofreaks gesucht
Wer Interesse hat, beim ersten schwul-les-
bischen Webradio der Schweiz mitzuwir-
ken, sei es in der Redaktion, in der Modera-
tion, im Bereich Sponsoring, als Gra kerIn,
TechnikerIn oder sonst als freiwillige Hel-
ferin oder Helfer, kann sich gerne melden.
Mail mit Personalien und Handynummer an:
team@queertunes.ch
Barcelona
Selection

zeigen
Nach der gelungenen Weihnachtsparty zieht es
die Selection-Reihe im winterlich kalten Zürich
nun in etwas südlichere und wärmere Ge lde:
Barcelona ist angesagt. Aus dieser Stadt werden
die angesagtesten Top-DJs eingefl ogen: Steven
Redant und Nacho Chapado! Und weil der obe-
re Stock das letzte Mal so guten Zuspruch fand,
wird es auch dieses Mal oben einen Züri-Floor
geben. Hier werden sich einige sicher an die gu-
ten Labby-Zeiten erinnert fühlen, wenn Michael
K. und Tokee sich die Ehre geben. Und wird’s zu
heiss, dann gibt’s ein Eis!
Barcelona-Selection
Samstag, 30. Januar 2010, ab 23.00 Uhr
Lotus Club, P ngstweidstrasse 70, 8004 Zürich
Tropic Bar


In diesem Monat feiert die Tropic Bar in Win-
disch ihren 4. Geburtstag. Sie ist über die Jah-
re zu einem beliebten Treffpunkt geworden.
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WIR VERTRETEN
DEINE INTERESSEN IM
GEMEINDERAT.
Network – Gay Leadership unterstützt die Wahl.
Marco Denoth
Architekt, Vorstand SP 6,
Vize-Präsident HAZ,
Zürich 6
Patrick Hadi Huber
Projektleiter, Eventorganisator,
Präsident SP 4,
Präsident HAZ, Zürich 4 & 5
Am 7. März in den Zürcher Gemeinderat
LISTE 1
CRUISER Edition Februar 2010 Szene
So organisiert beispielsweise «Alwä» (Aargauer
Treff für junge homo-, bi- und heterosexuelle
Menschen) gemütliche Abende in der Tropic
Bar. Und auch die Gruppe Aargay hat das Lokal
zu ihrem regelssigen Treffpunkt gemacht.
Luis von der Tropic Bar dankt all seinen sten
für die Treue und freut sich auf die Geburtstags-
party am 27. Februar mit mitternächtlichem
Gratis-Prosecco.
Montag, Dienstag geschlossen.
Mi., Do., So. offen von 19.00 bis 24.00 Uhr,
Freitag und Samstag bis 2.00 Uhr
Tropic Bar und Lounge, rcherstrasse 21,
5210 Windisch
www.tropicbar.ch
Queer Disco
Tanzbarer Sound
Anfangs Februar steht die nächste Ausgabe
von «Queer Disco» an. DJ G.P., bekannt für sei-
nen vielseitigen, gut tanzbaren Sound, wird
mit Hits, Musik aus den 70ern bis 90ern so-
wie House kftig einheizen. DJ Pra-Vos, den
sten noch bestens bekannt von der Novem-
ber-Party, folgt anschliessend mit House und
Elektro-Beats. Eine ausgelassene Partynacht im
stylischen Berner Club CU, direkt beim Bahn-
hof Bern, wartet auf tanz- und flirtwillige Par-
tyanimals.
«Queer Disco», For Gays, Friends and Lesbians,
gibt’s jeden 1. Freitag im Monat.
Queer Disco Freitag, 5. Februar 10, 22.00
5.00 Uhr Eintritt Fr. 20, Einlass ab 18 Jahren
CU-Club beim Hauptbahnhof , 3000 Bern
celestial
Faszination Musik gemein-
sam eleben
Und wiederum wird zu einem «celestial trip»
mit Progressive-Goa-Trance-Sound geladen. Wie
gewohnt für Gays and Friends, mit einer spezi-
ellen Light-Show und einem Darkroom für kör-
perliche Lustbarkeiten.
Seit dem Beginn im Oktober letzten Jahres
konnte sich celestial einer stetig steigenden Gä-
steschar erfreuen. Auch prägten Freundschaft,
Freude und Frieden die Veranstaltungen. Die
Faszination Musik, gemeinsam erlebt und er-
tanzt, erwies sich als zentrale Gemeinsamkeit
von sten und Veranstaltern. Dies spornt an
weiterzumachen.
celestial, Samstag, 20. Februar 2010, 23.00 Uhr
Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8004 Zürich
FLEXX goes crazy, 6. Februar 2010
Loop 38, Albulastrasse 38, 8048 rich
www.flexx-party.ch
Jazzbar in Aarau
Ausgang der andern Art
Der Initiant Luciano Lutz sagt dazu: «Amerika
hat einen farbigen Präsidenten, Berlin einen
gutaussehenden schwulen Bürgermeister, Zü-
rich eine Lesbe als Stadtpräsidentin. Aarau be-
kommt jetzt das Benson‘s, eine schwule Jazzbar
mit Wein- Kaffeekultur und immer wieder Live
Konzerten.» Die Zeiten haben sich geändert und
so gibt er auch der Idee, in Aarau eine Jazzbar zu
betreiben, gute Chancen. Wer also mal einen
Schwulen Ausgang der andern Art geniessen
will, kommt hier auf seine Kosten.
Am 12. Februar, 19.00 Uhr ndet ein VIP-Apéro
statt. Gross gefeiert wird die Eröffnung des Ben-
son und die Verlobung von Luciano und Beat.
Bitte reservieren.
Benson Jazzbar, Adelbändli 12, 5000 Aarau
Tel. 062 822 13 48
Montag, geschlossen
Dienstag bis Donnerstag, 17.00 Uhr 24.00 Uhr
Freitag, 17.00h - 02.00 Uhr
Samstag, 15.00h - 24.00 Uhr
Sonntag, 17.00h - 23.00 Uhr
Flexx goes crazy
-
stadtrepresentranse».
Die Karneval-Edition der Flexx Party hält etwas
ganz Besonderes bereit: Der 28jährige DJ Jan Fi-
scher und die fabelhafte Gloria Viagra aus Ber-
lin werden für euch die heissesten Dance-Tracks
der Gay- und Partyszene auflegen. Seit einiger
Zeit ist Jan nun auch als DJ tätig und als Resident
in den Clubs Banganluu (Berlin), Heroes (Köln),
136° (Hamburg) und Ken (Berlin) zu hören. Sein
Stil ist beeinflusst von Vocal-, Electro- und Pro-
gressive-House. Weitere Parties, an denen er ge-
spielt hat, sind unter anderem GMF Weekend in
Berlin, Nil Party in Stuttgart, Club-Q Circuit in
Zürich, Club Sixty9 Gdansk in Polen oder Insati-
able Mix in Paris. Ebenfalls hinter dem Platten-
teller stehen wird Gloria Viagra, Drag-Star und
Deutschlands «Hauptstadtrepresentrans. Wer
Gloria schon mal live gehört und gesehen hat,
weiss, dass es mit ihr rund geht. Einer heissen,
geilen, wilden und unvergesslichen Tanznacht
steht also nichts mehr im Weg!
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Ruth Genner &
Daniel Leupi
in den Stadtrat
«Für ein bunteres Zürich.
Mehr als grün.»
Grüne Stadt Zürich
7. März
2010
Aktive Family-Politik
statt nur schwul.
Alternative Liste
Wir bleiben unbequem
Liste 7 | www.al-zh.ch
Alecs Recher
Kreis 4/5 (bisher)
Initiant/Vorsitz
Schweizer Trans*Netzwerk,
Transberater
Jurist, Student und
Geschäftsführer
David Garcia
Kreis 1/2
Oberarzt am USZ,
MediGay-Berater,
Psychotherapeutischer
LGBT-Spezialist
Kolumne CRUISER Edition Februar 2010
Susis schwule
Strolchenfahrt
von Michi egg
Eins vorneweg: Die Betreiber der Nervous-Bar,
die für einmal nicht an der städtischen Ord-
nung, sondern an der sprichwörtlichen Unord-
nung scheiterten, hatten bislang meine Sym-
pathie. Sie sind nicht daran schuld, in eine
so missliche Lage geraten zu sein. Es ist auch
versndlich, dass die zwei mit allerlei Mitteln
für ihr Rechtmpfen. Dagegen hat niemand
etwas einzuwenden.
Aber wenn zwei Schwule sich einer populis-
tischen Aerobiclehrerin vor den Wahlkampf-
karren spannen lassen und eine Stadtpräsiden-
tin anpöbeln, die nun wirklich nichts damit
zu tun hat, dass ihre Bar irrtümlich geschlos-
sen worden ist – dann versteht man mitunter
die Welt nicht mehr. Vor allem, wenn besagte
Stadtpräsidentin lesbisch ist und man den Nerv
hat, ihr Homophobie vorzuwerfen.
Warum eigentlich gerade Corine Mauch? Als
das Debakel stattfand und die Bar geschlossen
wurde, war sie noch nicht einmal gewählt.
Und als zuständiges Stadtratsmitglied für Kul-
tur, Eheschliessungen und Beerdigungen das
sind in der Tat ihre Gebiete mag man nicht so
recht nachvollziehen, wieso sie nun auch für
verhühnerte Baubewilligungen verantwort-
lich sein soll.
Der Grund ist einfach: ihre Opponentin im
Stadtratswahlkampf, Susi Gut. Susi, die bis-
her gegen alles Sturm gelaufen ist, das nicht
ins Weltbild einer aus der SVP rausgekickten
Turnlehrerin passt. Susi, die für ein Zürich des
beschnkten Mittelstandes kämpft. Susi, die
zuletzt den Hafenkran in der Limmat versenkt
hat, weil er nicht zu einer Provinzstadt passt.
Und Susi, die in ihrem ganzen Leben noch kei-
nen Finger für ein schwullesbisches Anliegen
krumm gemacht hat. Ebendiese Susi hat zwei
neue Hengste vor dem Karren. Zwei entkfte-
te, vom Staat betrogene Schwule, denen alles
genommen wurde. Denn Susi sagt sich: «Lieber
mit ein paar Homo-Stimmen untergehen als
ohne». Sie und die Nervous-Jungs bilden eine
Schicksalsgemeinschaft von Aufmerksamkeit
suchenden Verzweifelten.
Die Nervous-Jungs haben die Stadtpräsidentin
mit einer Schutzpatronin verwechselt. Sie ha-
ben erwartet, dass Corine Mauch als gesegnete
Jungfrau mit dem Zauberbesen durch die städ-
tische Verwaltung fegt und rübis und stübis
für Ordnung sorgt. Das ist weder ihre Aufgabe
noch darf sie einfach über die Köpfe der Stadt-
regierung hinweg Entscheidungen treffen.
Auch ich habe mir den Staat nicht ausgesucht,
in dem alles Monate oder Jahre dauert und in
dem man an der Holzbank festfriert, während
man auf Gerechtigkeit wartet. Aber wir genies-
sen heute als sexuelle Minderheit einen beson-
deren staatlichen Schutz. Und wir haben das
Privileg des Nicht-Andersseins. Dafür bezahlen
wir einen Preis. mlich denjenigen, dass wir
nicht jeder x-beliebigen Lesbe ins Büro tschal-
pen und von ihr erwarten rfen, dass sie Him-
mel und Hölle in Bewegung setzt, nur weil sie
wie wir aufs eigene Geschlecht steht.
Aktive Family-Politik
David Garcia
Psychotherapeutischer
sen heute als sexuelle Minderheit einen beson-
deren staatlichen Schutz. Und wir haben das
Privileg des Nicht-Andersseins. Dafür bezahlen
wir einen Preis. mlich denjenigen, dass wir
nicht jeder x-beliebigen Lesbe ins Büro tschal-
pen und von ihr erwarten rfen, dass sie Him-
mel und Hölle in Bewegung setzt, nur weil sie
wie wir aufs eigene Geschlecht steht.
21
CRUISER Edition Februar 2010
Nachgefragt
Branko B. Gabriel
trifft...
Sauwetter, Stress, Sihlcity! Ihr
fragt euch jetzt sicher, was
Branko im Sihlcity zu suchen
hat. Das kann ich euch ver-
raten, mein Kumpel Michael
von der Heide gibt im Papier-
saal ein Konzert mit der un-
verkennbaren Corin Curschel-
las. Das darf ich auf keinen
Fall verpassen.
Ich war doch etwas skeptisch im Papiersaal!
Ob das gut kommt? Keine zwei Minuten wir-
belte Michael von der Heide auf der Bühne he-
rum und schon hatte er das ganze Publikum im
Sack. Welch ein kleiner, ganz grosser nger!
Mit viel Witz, Charme und einem vorlauten
Mundwerk führte er durch den bunten Lieder-
abend. Eine unglaublich spannende Kombina-
tion mit zwei grossartigen Liedermachern. Ich
konnte wunderbar zwei Stunden abschalten
und geniessen.
CRUISER:
Lieber Michael, In deinem Leben spie-
len drei Frauen eine wichtige Rolle: Paola, Nina
Hagen und Jane Birkin. Wer sind eigentlich die
wichtigsten nner?
MICHAEL: Oh das
mit den Frauen hast du im
Radio gehört gell! Es gibt natür-
lich noch viel mehr Frauen, die in meinem
Leben eine Rolle spielen. Nicht zu vergessen mei-
ne Mutter und alle meine Freundinnen! nner
gibt es natürlich auch; an erster Stelle steht mein
Freund Willi, mit dem ich mittlerweile seit 15
Jahren meinen Weg gehe. Ausserdem sind mir
meine Musiker sehr wichtig und auch meine
Freunde, die ich dir aber nicht alle aufzähle...
CRUISER:
Kannst du dich eigentlich noch an unser
erstes Aufeinandertreffen erinnern. Wir waren
blutjung...
MICHAEL: Ich habe im Film «oh mein Papa» mit Lys
Assia gesungen glaube mir, wir sind immer
noch blutjung!!!
(Anm. Branko: Ich denke es war eher am Tresen
im Sihlquai-Tff, und richtig, Michi hat «Oh
mein Papa» gesungen)
CRUISER: Schon damals warst du «ein frecher Ha-
gel» mit einer grossen Klappe, aber immer mit
einem unglaublichen Charme.
MICHAEL: Ich wuchs in Amden, einem kleinen
Bergdorf auf prügeln mochte ich mich
nicht, deswegen musste ich mich auf die
«Rhetoriverlassen. Aber, dass du das mit
dem Charme sagst, schmeichelt mir na-
türlich.
CRUISER: Du bist eine echte Rampensau, der gebo-
rene Entertainer! Innerhalb von einer Minute
hast du das Publikum in deinen Bann gezogen.
Was ist dein Geheimnis?
MICHAEL:
Es gibt kein Geheimnis. Ich gehe mit
offenem Herzen auf die Bühne und gebe mich
ganz und gar dem Publikum hin.
CRUISER:
Ja, und nun geht unser «Goldbueb» an
den Eurovision Song Contest, wer hätte das ge-
dacht! Du wirkst sehr entspannt...
MICHAEL:
Ja, wer hätte das gedacht ...ich freue
mich total! Es ist das erste Mal, dass ich in der
Schweiz einen Song eingegeben habe und es
hat geklappt. «Il pleut de l`or» hat die Jury über-
zeugt und mich zu einem gcklichen Sänger
gemacht. Noch bin ich entspannt, aber das wird
sich im Mai sicherlich ändern. Doch mir bleibt
nur: «Grind abe und singe», hoffen, glauben, be-
ten und Spass an der ganzen Sache haben.
CRUISER: Vor einigen Jahren wolltest du schon ein-
mal den deutschen Markt erobern, leider mit
mässigem Erfolg. Hoffst du auf einen internati-
onalen Durchbruch?
MICHAEL: Ich mache schon so viele Jahre Musik.
Das mit dem Erfolg ist so wie im Leben. Es geht
mal rauf, mal runter, mal geradeaus. Ich bin
dankbar für die Begegnungen, die ich durch
meine Musik erfahre. Ich sang mit Nina Hagen,
erhielt eine goldene Schallplatte als Texter für
«2raumwohnung», mein letztes Album «Freie
Sicht» wurde vom «Ich & Ic- Team produziert,
die Single «Immer, wenn du denkswar in den
deutschen Charts. Mit meiner Band spiele ich
oft in Deutschland. Für mich persönlich sind
das alles grössere und kleinere Erfolge. Erobert
habe ich den Markt nicht; doch ich ziehe auch
nicht in den Krieg, sondern mache einfach nur
Musik, in der Hoffnung, dass sie Menschen be-
rührt.
CRUISER: Ich drücke dir natürlich ganz fest die
Daumen. Wichtige Frage: Was wirst du tragen
und wer ist der Designer?
MICHAEL: Das wirst du dann in Oslo sehen, doch
du brauchst keine Angst zu haben, ich werde
nicht «Füdliblutauftreten und auch meine
ngerinnen dürfen angezogen auftreten. Wil-
li Spiess kreiert die Kostüme und ist schon Tag
und Nacht damit bescftigt.
CRUISER: Im Publikum hörte ich, wie jemand
meinte: «Weisch, er macht eifach glücklich».
MICHAEL: Das ist sehr wahrscheinlich das grösste
Kompliment!
CRUISER: Und was macht dich eigentlich glück-
lich?
MICHAEL: Mein Freund, Musik, Drinks, Sonnenun-
tergänge, ein gelungenes Konzert, ein glückliches
Publikum, Versöhnungen, Cindy Lauper...
Michael von der Heide, bald unterwegs
nach Oslo, «Freie Sicht» heisst seine aktuelle
Scheibe
www.michaelvonderheide.ch,
www.willispiess.ch
belte Michael von der Heide auf der Bühne he-
rum und schon hatte er das ganze Publikum im
Sack. Welch ein kleiner, ganz grosser nger!
Mit viel Witz, Charme und einem vorlauten
Mundwerk führte er durch den bunten Lieder-
abend. Eine unglaublich spannende Kombina-
tion mit zwei grossartigen Liedermachern. Ich
konnte wunderbar zwei Stunden abschalten
und geniessen.
CRUISER:
Lieber Michael, In deinem Leben spie-
len drei Frauen eine wichtige Rolle: Paola, Nina
Hagen und Jane Birkin. Wer sind eigentlich die
wichtigsten nner?
MICHAEL:
Oh – das
mit den Frauen hast du im
Radio gehört gell! Es gibt natür-
lich noch viel mehr Frauen, die in meinem
Leben eine Rolle spielen. Nicht zu vergessen mei-
ne Mutter und alle meine Freundinnen! nner
gibt es natürlich auch; an erster Stelle steht mein
Freund Willi, mit dem ich mittlerweile seit 15
Jahren meinen Weg gehe. Ausserdem sind mir
meine Musiker sehr wichtig und auch meine
Freunde, die ich dir aber nicht alle aufzähle...
CRUISER:
Kannst du dich eigentlich noch an unser
erstes Aufeinandertreffen erinnern. Wir waren
blutjung...
MICHAEL:
Ich habe im Film «oh mein Papa» mit Lys
Assia gesungen glaube mir, wir sind immer
noch blutjung!!!
(Anm. Branko: Ich denke es war eher am Tresen
im Sihlquai-Tff, und richtig, Michi hat «Oh
mein Papa» gesungen)
CRUISER:
Schon damals warst du «ein frecher Ha-
gel» mit einer grossen Klappe, aber immer mit
einem unglaublichen Charme.
MICHAEL:
Ich wuchs in Amden, einem kleinen
Bergdorf auf prügeln mochte ich mich
nicht, deswegen musste ich mich auf die
«Rhetoriverlassen. Aber, dass du das mit
dem Charme sagst, schmeichelt mir na-
türlich.
www.michaelvonderheide.ch,
© by Patrick Mettraux
22
Kolumne CRUISER Edition Februar 2010
Schwule schützt Euch /
Schützt die Schwulen
Es ist kein Wunsch zum neuen Jahr, sondern
einfach die Forderung, über etwas nachzuden-
ken!
Schwule sind in der Wirtschaft beliebt, weil sie flexiblere Arbeiter sind,
sie müssen nicht nach Hause zum Babysitting, Schwule sind zahlungs-
kftig, in der Schwulenbar ist es einfach ungezwungener, die Schwulen
legen einfach mehr Wert auf Aussehen sowie Garderobe und so weiter.
Doch geben die Schwulen auch Acht auf Ihre Gesundheit? Oder sind die
Gesundheits- und Präventionsbotschaften so schwer versndlich?
Jeder, der in der Schwulenszene ein neues Lokal betreiben will, sollte ei-
gentlich wissen, dass er seine Kundschaft pflegen muss. Da gehört nun
mal auch die Vermittlung der Prävention, wie sie die VEGAS-Charta
vorsieht, mit dazu. Ja, denn diese Kundschaft wird eben die Kundschaft
auch der nächsten Jahre sein. Wir leben nicht vom Tourismus alleine,
wo ja sowieso jeden Tag wieder andere kommen. Trotz dieser Erkennt-
nis machen wir die Feststellung, dass vor allem die neu aus dem Boden
wachsenden Gaybetriebe, welche es ermöglichen, gleich am Ort Sex zu
haben, die Vorsorge ganz oder zum grössten Teil vergessen oder vernach-
ssigen. Ist Euch denn Eure Kundschaft nicht wichtig?
Sagte ein Gast kürzlich, heute Abend hätte ich gerne noch was hinten
rein bekommen, doch niemand will mich. Nimm doch den dort, der ist
immer zu haben, wenn er jemanden nageln kann! Bist Du blöd, Mann?
Das brauch ich denn gar nicht, der ist HIV+!!
Ist jetzt dieser Junge auf ein Bareback-Abenteuer aus oder weiss er nicht,
dass er sich mit jedem so verhalten sollte, wie wenn dieser HIV+ wäre,
also sich einfach schützen muss. Hat der liebe Mann einfach die Gesund-
heitsbotschaften nicht verstanden oder sind die Botschaften nicht in
der Sprache unserer Junx, verstehen die gar nicht, was hier gepredigt
wird?
Die Regeln sind ganz einfach, jeder macht nur sicheren Sex und sst
sich nur auf sicheren Sex ein. (Eindringen immer mit Gummi. Kein Sper-
ma, kein Menstruationsblut in den Mund, nicht schlucken.)
Ihr seid dies unserer Community und Eurem Freund zu Hause schuldig.
Was sicherer Sex ist, kann man auch in den vielen Broschüren lesen, die
VEGAS-Betriebe für Ihre ste bereithalten. Die Aids-Hilfe in Deiner Re-
gion hilft Dir auch weiter oder Du ndest Angaben auf www.aids.ch.
Jeder, der einen Event mit Sexmöglichkeiten organisiert, sorgt bitte
auch dafür, dass alles für die Prävention getan wird. Und alle Gäste, die
Unregelmässigkeiten feststellen, können uns dies mittels Kontaktfor-
mular auf www.vegas-web.ch mitteilen und wir nehmen uns spontan
dem Input an.
Wetten, dass wir die Neuinfektionen drastisch senken werden, wenn
alle mitmachen?
Frei nach Obama: Yes we can !
Roger Markowitsch
Warum ist die
Liebe so schwer?


Neulich nachdem die Tür ins Schloss gekracht
war sass ich alleine auf der Couch und machte
mir Gedanken. Ich dachte, dass es merkwürdig
ist, wie äusserst demokratisch die Kübel voll
Liebeskummer über die Leute ausgegossen wer-
den. Politiker, Arbeitslose, Kosmonauten und
Filmstars werden mit Ungemach überzogen.
Mann, selbst ich! Warum? Ich hab doch nun
wirklich niemandem etwas getan. Wir angeb-
lich Liebenden streiten uns in unseren Bezie-
hungen auf Teufel komm raus. Obwohl wir uns
sonst für sehr angenehme Zeitgenossen derer
halten, die wir nicht lieben, Arbeitskollegen
zum Beispiel. Die Liebe geht oft flöten, Lebens-
bunde brechen auseinander. Zum Beispiel hatte
ich mal einen Freund, der mich nach unserem
ersten Sex fragte, wie lange ich eigentlich diese
Klobürste schon hätte? Eine gute Frage. Hatte
ich noch nie drüber nachgedacht. Die müsste
mal ausgetauscht werden, sagte er, noch ganz
rot im Gesicht. Am Ende blieb die Bürste noch
weitaus länger bei mir als dieser Freund. Scha-
de eigentlich, wenn man so drüber nachdenkt.
Menschen verlassen und werden verlassen. An
materiellen Gütern hingegen halten sie oft n-
ger fest. Folgende Zusammennge des andau-
ernden Scheiterns habe ich auf der Couch auf-
gedeckt.
Am Anfang einer Beziehung tritt man ein
schweres Erbe an. Entweder der Vater und/oder
die Mutter des nagelneuen Partners haben was
man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht weiss
ein emotional dysfunktionales Menschlein
grossgezogen, das man nun adoptiert hat. Oder
man hat es mit einem Sprössling von supertol-
len Eltern, meist Intellektuellen zu tun. Dann
hat man schon beim Startschuss verloren, denn
mit Mama und Papa kann man nicht konkur-
rieren. Man wird aber immer mit ihnen verg-
lichen. Da fällt mir ein anderer ein, der einmal
fast mein Freund geworden wäre. Er kam aus
einem intellektuellen Haushalt in nchen
und ich hatte ihn in der Disco kennen gelernt.
Wir telefonierten eine Woche lang jede Nacht.
Und dabei hat er mich immer ganz heiss ge-
macht, indem er von seinem Körper redete, und
wie er sich rieb und an seinem Körper spielte. Es
endete jede Nacht damit, dass er sagte, er wolle
mich jetzt und sofort und ob ich nicht zu ihm
kommen könnte. Also fuhr ich jede Nacht zu
ihm, wo er dann die Tür nicht aufmachte und
ich unten frierend eine halbe Stunde lang die
Dealer abwimmeln musste. Meistens ist es eine
Kombination beider Szenarien: Die Eltern dei-
nes Partners sind supertoll und haben es gerade
deshalb geschafft, eine völlig unberechenbare,
selbstmitleidige oder hzornige Person heran-
zuziehen. Du bist natürlich mindestens ebenso
meschugge und emotional verkrüppelt wie dein
Partner. Das kann nicht gut gehen. Da schmeisst
man sich schon einmal aus Unverständnis die
ren ins Gesicht. Beim Baumarkt kennt man
mich schon, weil ich immer Schsser und
Scharniere kaufe.
Die Ansprüche unserer Partner sind nicht von
dieser Welt. Unmenschliches wird von uns ver-
langt. Man soll das Glück ins Leben des anderen
bringen, das dort bisher vermeintlich abwesend
war. Schlimmer noch: In den ersten Wochen des
Verliebtseins schafft man das sogar. Dann soll
man dieses Glück beim anderen aufrecht erhal-
ten und auf Dauer stellen. Es liegt in der Natur
des Glücks, dass dies nicht gelingt. Wenn der All-
tag wieder kommt, wird man unbewusst oder
ganz explizit dafür verantwortlich gemacht,
dass das Glück sich angeblich aus dem Leben des
Partners verabschiedet hat. «Du hast dich verän-
dert!», heisst es dann nach drei Jahren. «Als wir
uns kennen lernten, hast du mich jeden Tag zur
Begrüssung durch die Luft gewirbelt, weisst du
noch?» Klar wissen wir das noch. Aber damals
war er auch 12 Pfund leichter, was das Herum-
wirbeln ungemein benstigt hatte. Wir verän-
dern uns eben alle.
23
CRUISER Edition Februar 2010
Fotostrecke
Daniel «samBolliger
Photographer
www.danielbolligerstudio.com
Bestelle deine Membercard jetzt unter
www.g-colors.ch/member
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CRUISER Edition Februar 2010
Gesundheit
Problem 1
Problem 2
Problem 3
Fit mit Power Plate

Speck
Das ist ja so eine Sache: Neues
Jahr, neue Vorsätze. Mein Vor-
satz: Weg mit meiner lästigen
Wampe! Wie das so ist, lösen
sich dann die Vorsätze ziem-
lich schnell wieder in Luft auf.
Nicht so bei mir, denn ich wer-
de für euch Power Plate testen!
Power Plate kennt man ja aus der Werbung,
da räkelt sich die ganze Schweizer Prominenz
auf diesen angeblich so tollen Geräten, da wird
gerüttelt und geschüttelt, und jeder hat noch
einen otten Spruch parat. Ich will es wissen
und teste während 3 Monaten diese Wunder-
waffe für euch und berichte in den nächsten
3 Ausgaben ausführlich über meine Vita und
über das Training. Der wöchentliche Blog auf
queer.ch informiert zusätzlich über mein Fit-
nessprogramm und meine sonstigen Strapa-
zen, hier stehe ich euch auch Red und Antwort.
Ob Power Plate echt das lt, was es verspricht,
könnt ihr ab dieser Ausgabe hautnah mitver-
folgen.
PS: Nur so nebenbei gesagt, mit meinen 35 Jah-
ren sehe ich doch noch ganz OK aus, oder? Wenn
da nur nicht diese Problemzonen wären, Big
brother is watching you, also meine lieben Le-
ser, drückt mir die Daumen!
Fitnessprogramm:
3 x in der Woche Power Plate (ca. 15 min)
2 x in der Woche Schwimmen (ca. 30 min)
Jeden Morgen kurze Aufwärmübungen (z.B.
Liegestütze, Rumpfbeugen, Stemmstütze)
Persönliche Angaben:
35 Jahre Alt, 64 Kg schwer, 178 cm gross, 89 cm
Bauchumfang
Power Plate das Prinzip der Beschleuni-
gungstechnologie
Power Plate heisst wörtlich übersetzt Kraft-
platte und bewirkt durch die multidimensi-
onalen Beschleunigungen die verschiedenen
und gewünschten Effekte. Durch die Beschleu-
nigungen können bis zu 50 Muskelre exe in
der Sekunde erzeugt werden, wodurch über
90 % der Muskeln im Körper aktiviert werden
können.
Der 10 Minuten Erfolg
Ausschlaggebend für den «10 Minuten Erfolg»
sind die wohltuenden multidimensionalen Po-
wer-Plate-Schwingungen, die auf den
Körper des Anwenders übertragen
werden. Bei regelssiger An-
wendung, 2-3 mal 10 Minuten
pro Woche, können überzeu-
gende Ergebnisse in kurzer
Zeit erreicht werden.
Mehr Infos unter:
www.powerplate.ch
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zen, hier stehe ich euch auch Red und Antwort.
Ob Power Plate echt das lt, was es verspricht,
könnt ihr ab dieser Ausgabe hautnah mitver-
PS: Nur so nebenbei gesagt, mit meinen 35 Jah-
ren sehe ich doch noch ganz OK aus, oder? Wenn
da nur nicht diese Problemzonen wären, Big
brother is watching you, also meine lieben Le-
Ausschlaggebend für den «10 Minuten Erfolg»
sind die wohltuenden multidimensionalen Po-
wer-Plate-Schwingungen, die auf den
Körper des Anwenders übertragen
werden. Bei regelssiger An-
wendung, 2-3 mal 10 Minuten
pro Woche, können überzeu-
gende Ergebnisse in kurzer
Zeit erreicht werden.
Mehr Infos unter:
www.powerplate.ch
www.powerplate.ch
sung aller Probleme?
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CRUISER Edition Februar 2010
Beauty & Lifestyle
Cellmen Pflege pur
Die Schweizer Luxus-Pflegelinie für den Mann ergänzt ihre zellulare Linie um einige Neu-
heiten. Die Pflegebehandlungen auf Basis von gezielt wirksamen Phyto- und Meeresex-
trakten, sowie 100% natürlichen ätherischen Ölen entsprechen den Bedürfnissen der Ent-
spannung und des Wohlbefindens. Mit diesen «High-Tec-Hautpflegeprodukten geniesst
Cellap Laboratoire weltweit die Anerkennung als Experte in der Schweizer Zellular- und
Phyto-Cosmeceuticals. Zu den bestehenden
Produkten kommen unter anderem neu dazu:
Cell Splash, ein belebendes zellulares After-
Shave Tonikum, wirkt intensiv erfrischend,
revitalisiert und schenkt ein frisches Ausse-
hen. Die Haut beruhigt sich, Rötungen und
Entzündungen werden vermindert. Die Rare
Mask (High Tech Detox) mit seltenen Erdsor-
ten aus Amazonien und einem Edelweiss-Ex-
trakt begünstigt die Ausscheidung von Toxi-
nen, beseitigt Müdigkeitserscheinungen und
sorgt für ein glattes Hautbild. Und Last, but not
least, das Highlight schlechthin, die zellulare
Handcreme. Und Cell Hands lt echt, was sie
verspricht! Mit aktiv stabilisierten bio-inte-
gralen Zellen und pflanzlichen Ceramiden.
Die Hände werden geschützt, genährt und
repariert, die Creme zieht sofort ein und
hinterlässt keine stigen Rückstände.
Cellmen ist Luxus-Pflege pur, für Män-
ner und nur für Männer!
Produkte im ausgesuchten Fachhan-
del erhältlich,
www.cellap.ch
Cruiser und queer.ch verlosen 2 Cellmen Face Ultra Travel Sets im Wert von CHF 262.–
Mail an branko@queer.ch
Athos Fashion
New arrivals
Nach der erfolgreichen, provokativen Nacktun-
terhosen-Kollektion lanciert der brasilianische
Designer Athos de Oliveira eine neue patentier-
te Tattoo-Underwear-Kollektion.
Das Leitmotiv sind Prints im Stil von den welt-
weit bekannten Tattoo-Künsten wie Oriental,
Maori und Old School. Die Oriental-Motive
lassen sich aneinanderreihen wie eine Bilder-
geschichte, die man sammeln kann. Die sexy
Höschen haben einen dreidimensionalen Ef-
fekt und sind auf Mikrofaserstoff gedruckt. Die
Pants sind von höchster Qualität und in der
Form perfekt, so dass sie wie eine zweite Haut
wirken. Besonders sexy sehen sie auch als Bade-
hosen aus! Für die Gestaltung konnte Athos un-
ter anderem zwei echte Cracks der Tattoo-Szene
gewinnen. Einerseits den Zürcher Mick (Mick
Tattoo Zürich): Seine Designs befassen sich mit
den vier Elementen. In einer ersten Serie sind
folgende Sujets erhältlich: «Phönix & Drachen»,
«Tiger & Leopard im Bambuswald» sowie «Koi-
Karpfen & Chrysanthemen». Andererseits Jaque-
line Spoerle (Corazon Tat