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Cruiser im April 2010

Dieses Magazin ist schwul
CRUISER Edition April 2010
Photographer Daniel van Flymen, Martin Naef vs. Sacha Walker,
Pink Apple Filmfestival, Autor Simon Fhling, Designer Ivan Stefani,
Baselworld, Modedesigner Laend Phuengkit, Ralph Patrick Vogt
JACK
Photography - WALTER PFEIFFER
WWW.JACKCOMPANY.COM
03.04.10
Jack
Fantastic
Queer
Compan
The Super
Nature Issue«
Michael
Kaiser
Paris«
Angel O
Daniel DB«
Flower
Bomb«
Black
Cherry and
The Heart
Breaker
Saturday
03.04.10
23:00«
Festsaal
Pelikan
Platz
Zuric
kt3_Zeitung_Cruiser_215x290.indd 1 18.3.2010 8:41:15 Uhr
5
CRUISER Edition April 2010
Inhalt
Frühling
Ist der Frühling die beste Party-Zeit? Es scheint so. Es ist in dieser Ausgabe praktisch kein Veranstal-
ter auszumachen, der nach dem zu langen und zu kalten Winter nicht den Frühling besingt und
eine passend Party anzubieten hätte. Also hinein ins Vergnügen! Auf den Seiten «Szene» findet man
die Auswahl. So wie’s alle Jahre Fhling wird, bringt Pink Apple mit der gleichen Regelmässigkeit
Filme mit schwullesbischen Themen. Auch darüber berichten wir. Und die Leichtigkeit des Fh-
lings widerspiegelt ein Teil der Fotos des in Johannesburg geborenen und in New York lebenden
Künstlers Daniel van Flymen.
Martin Ender, Verleger
8
Sozialdemokraten vs. Grünliberale
Martin Naef und Sacha Walker im Gespräch
12
13. Pink Apple Filmfestival
Das schwullesbische Filmfestival in rich und Frauenfeld
18
Simon Froehling
Präsentiert sein Romandebüt
22
Branko B. Gabriel trifft...
Ivan Stefani
23
Daniel van Flyman
Photographer
34
Modedesigner Laend Phuengkit
Das Beste aus zwei Welten
News 6Prominent 10 • Szene 14 Kultur 20 Lifestyle 28 • Neulich am Telefon 30
Musik 32 Film 33 • Fit mit Power Plate 34 Horoskop 36 • Ralph Patrick Vogt 37
Testosteron und Selection 39 • Hildegard 40Dr. Gay 41Agenda 43
6
News CRUISER Edition April 2010
Internationale
News
Sydney
Nackte Kunst beim Mardi
Gras
Ein nackter Rekord in Australien hat für Schlag-
zeilen gesorgt. Mehr als 5000 Schwule, Lesben
und Heten haben sich vor Sydneys berühmtem
Opernhaus von dem Fotografen Spencer Tu-
nick nackt ablichten lassen. Das Fotoshooting
bei einer kühlen Brise war Teil des offiziellen
Programms des schwul-lesbischen Mardi Gras,
der australischen Metropole. Das Foto beinhalte
die Botschaft, dass die «Australier eine freie und
gleiche Gesellschaft wollen», sagte der amerika-
nische Künstler gegenüber australischen Me-
dien. Ganz problemlos sei die Session jedoch
nicht gewesen. «Es war etwas schwierig, die he-
terosexuellen Teilnehmer dazu zu bringen, die
homosexuellen zu umarmen und umgekehrt».
Tunick ist weltweit bekannt geworden durch
seine Installationen nackter Menschen, die er
als Landschaftsskulpturen versteht.
Vilnius
Schwulenfeindliche Gesetz-
gebung in Kraft
Am 1. rz ist in dem EU-Mitgliedsland Litauen
ein schwulenfeindliches Gesetz in Kraft getre-
ten. In dem baltischen Staat ist jetzt eine poli-
tische Forderung nach Einführung der Homo-
Ehe oder auch nur einer Zivilen Partnerschaft
nicht mehr erlaubt. Verboten sind auch Mate-
rialien, die «sexuelle Beziehungen von Minder-
jährigen ermuntern, die Familienwerte verun-
glimpfen oder ein Konzept von Ehe und Familie
fördern, das nicht in der Verfassung vorgesehen
ist». Nach Protesten des EU-Parlaments hatte Li-
tauen einen direkten Bezug auf Homosexualität
aus dem Passus über das Verbot von Materialien
gestrichen. Amnesty International kritisierte
das Gesetz als Diskriminierung auf Grund der
«sexuellen Orientierung» sowie als Verletzung
der Meinungsfreiheit. Der erste grosse Test des
neuen Gesetzes steht im Mai bevor: Am 7. und 8.
Mai soll in Vilnius der «Baltic Pride» stattfinden.
San Antonio
Dreck gegen Dreck
Als re die Aktion «Tausche Bibel gegen Por-
nos» nicht schon provozierend genug, haben
die Initiatoren sie auch noch kess «Dreck gegen
Drecgetauft. Wer eine religiöse Schrift an
der «Universität von Texas» in San Antonio am
Stand der Gruppe «Atheist Agenda» abgibt, er-
hält zum Dank einen Porno. Man wolle Pornos
nicht verharmlosen, sagte ein Sprecher, son-
dern darstellen, dass Religion genauso übel sei
wie Pornokonsum. Vor allem die Bibel halten
sie für baren Unsinn, weil sie frauenfeindliche
Ansichten verbreite und an vielen Stellen zum
Hass auf andere aufrufe. Zudem sei die Bibel
Schuld an der weit verbreiteten Schwulenfeind-
lichkeit. Deshalb habe man auch schwule Por-
nos als Tauschobjekte zur Hand. Es hat sich auch
eine Gegengruppe gebildet. Die rückt religiöses
Schriftgut gegen Pornos raus.
Hollywood
Albtraum für Schwule
Endlich sagt es mal ein heterosexueller Star:
Offen schwule Schauspieler bekommen in Hol-
lywood keine Hauptrollen. Colin Firth, der ge-
rade für einen Oskar für seine Darstellung des
schwulen George Falconer in «A Single Ma
nominiert worden war, sagte gegenüber Medien
in London: «Wenn man als heterosexueller Typ
bekannt ist und eine schwule Rolle spielt, wird
man dafür belohnt. Wenn ein Schwuler eine He-
tero-Rolle spielen will, erhält er die Rolle nicht.
Und wenn ein Schwuler einen Schwulen spielen
will, erhält er die Rolle auch nicht.» Bisher hatte
immer nur der offen schwule Leinwandstar Ru-
pert Everett über die Chancenlosigkeit schwuler
Akteure in Hollywood geklagt. Der 49-jährige
Firth ist durch Filme wie «Bridget Jones», «Dorian
Gray» und «Mamma Mia!» zum Star geworden.
Berlin
Adoptionsverbot r Homo-
paare verfassungswidrig
Das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche
Paare verstösst gegen das Grundgesetz der Bun-
desrepublik Deutschland. Zu diesem Schluss
kommt ein bisher unveröffentlichtes Gutachten
des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen
Bundestages. Das meldete die «Frankfurter All-
gemeine Zeitung». Die Experten des Bundestages
hätten sich auf eine Entscheidung des Bundes-
verfassungsgerichts vom Oktober 2009 berufen,
in der die Richter betonten, dass Lebenspartner,
die im öffentlichen Dienst arbeiten, Anspruch
auf eine Hinterbliebenenversorgung haben.
Die Richter hätten sich in ihrem Urteil auf den
7
CRUISER Edition April 2010
News
Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes beru-
fen. Das aber bedeute, dass alle Regelungen, die
schwul-lesbische Paare benachteiligten, verfas-
sungswidrig seien. Bundesfamilienministerin
Kristina Schröder lehnte ein Adoptionsrecht
für gleichgeschlechtliche Paare ab.
Washington
Freie Bahn r Homo-Ehe
Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Weg frei
gemacht für die Homo-Ehe in Amerikas Haupt-
stadt Washington. Der Präsident des Supreme
Courts, John Roberts, hatte im März eine Klage
von Gegnern der gleichgeschlechtlichen Ehe ab-
gewiesen. Sie hatten gefordert, das Gesetz über
die Einführung der Homo-Ehe bis zur Durch-
führung eines Volksentscheids zu stoppen. Mit
seinem Urteil bestätigte der Oberste Gerichts-
hof die Entscheidungen von Vorinstanzen. Die
katholische Kirche hatte aus Protest gegen die
Homo-Ehe in Washington einige ihrer sozialen
Einrichtungen geschlossen. Washington D.C.
ist der sechste US-Bundesstaat, in dem Schwule
und Lesben heiraten dürfen. Gleichgeschlecht-
liche Paare können bereits in den Bundesstaaten
Massachusetts, Iowa, Vermont, Connecticut und
New Hampshire die Ehe eingehen.
Strassburg
Polen verurteilt
Der Europäische Gerichtshof für Menschen-
rechte hat Polen wegen der Diskriminierung
eines schwulen Mannes verurteilt. Eine Benach-
teiligung von schwulen und lesbischen Paaren
gegenüber Hetero-Beziehungen im Mietrecht
verstosse gegen die europäische Menschen-
rechtskonvention, urteilten die Richter. Zwar
sei der «Schutz der Familie» als Verbindung von
Mann und Frau allgemein ein legitimer Grund
für eine Ungleichbehandlung, jedoch sei die-
ser Schutz gegen den Diskriminierungsschutz
von sexuellen Minderheiten auszubalancieren.
Geklagt hatte Piotr Kozak aus Stettin, der nach
dem Tod seines langhrigen Partners aus der
gemeinschaftlichen Wohnung ausziehen muss-
te. Ein polnisches Gericht urteilte, der Verbleib
in einer städtischen Wohnung nach dem Tod des
Partners stehe nur Hinterbliebenen aus einer
gemischt-geschlechtlichen Partnerschaft zu.
London
Segen oder Ausgrenzung?
In der Kirche von England wird erbittert darü-
ber diskutiert, ob Priester in der Kirche Bürger-
liche Partnerschaften von Schwulen und Les-
ben segnen dürfen. Der Bischof von Salisbury
sowie fünf pensionierte Bischöfe haben sich
dafür ausgesprochen. Nach bisherigem Recht
dürfen Priester aller Religionen in Grossbri-
tannien gleichgeschlechtliche Paare nur aus-
serhalb der Kirchenräume und nicht mit den
sonst üblichen religiösen Segensworten trauen.
Die Qker, die Unitaristen sowie eine Reihe li-
beraler jüdischer Synagogen würden gleichge-
schlechtliche Partnerschaften sofort in ihren
Gotteshäusern segnen, wenn sie es dürften.
Sydney
Schwulenfeindliche Olympia-
berichterstattung
Die beiden australischen Sportreporter Eddie
McGuire und Mick Molloy haben in ihrer Be-
richterstattung über die männlichen Eiskunst-
laufwettbewerbe bei den Olympischen Winter-
spielen in Vancouver mal wieder eine Kostprobe
ihres schwulenfeindlichen Humors abgeliefert.
So unterstellten die beiden Kommentatoren des
australischen Senders Channel Nine, dass fast
alle nnlichen Eistänzer homosexuell seien.
Deshalb habe es in der Umkleidekabine helle Auf-
regung gegeben, als einer der Sportler sich als
heterosexuell geoutet habe. Nach Protesten des
offen schwulen US-amerikanischen Eiskunstläu-
fers Johnny Weir sowie australischer Schwulen-
aktivisten hat die Antidiskriminierungsbehörde
in Sydney ein Untersuchungsverfahren gegen
die beiden homophoben Reporter eingeleitet.
Kopenhagen
Outgames macht Gewinn
Das internationale schwul-lesbische Sportfest
«Outgames» hat in Kopenhagen erstmals einen
Profit erzielt. Laut der Outgames-Veranstalterin
(«Gay and Lesbian International Sport Associati-
on») beträgt der Überschuss umgerechnet 164 000
Euro. 5500 Sportler und 200 000 Zuschauer hät-
ten an dem Event im vergangenen Jahr in Däne-
marks Hauptstadt teilgenommen. Profitiert habe
auch Kopenhagen. Die vielen ausländischen Be-
sucher hätten laut einer Untersuchung des Frem-
denverkehrsamtes gut zehn Millionen Euro in
der Stadt gelassen. Nach den ersten Outgames vor
über vier Jahren im kanadischen Montréal mach-
ten die Veranstalter einen Millionenverlust und
mussten Insolvenz anmelden. Für die nächsten
Outgames im Jahr 2013 ist das belgische Antwer-
pen die Gastgeberstadt.
München
Fetischclub im Heimatmuseum
Die Szene ist alt geworden, so alt, dass sie ins
Museum kommt. Ansslich seines 35-jährigen
Jubiläums hat der «Münchner Löwen Club e.V
seine Vereinsfahne dem «Münchner Stadtmu-
seum» gespendet. Zur Schenkung des ältesten
Münchner Schwulenvereins an das Museum ge-
hört auch eine Kopie der Vereins-Maskottchen,
eine schwarze Lederjacke und eine schwarze
Lederweste sowie Plakate zum traditionellen
Oktoberfesttreffen des Leder- und Fetischver-
eins. Die schwulen Lederlöwen haben Münch-
ner Schwulengeschichte geschrieben. So ge-
hörte der Club 1984 zu den Mitbegründern der
Münchner Aids-Hilfe. Die Vereinsdevotionalien
wurden Anfang rz in einer Feierstunde, an
der auch nchens offen schwuler Stadtrat
Thomas Niederbühl von der Partei «Rosa Liste»
teilnahm, dem Stadtmuseum übergeben.
London
Harry-Potter-Star hilft
schwulen Jugendlichen
Harry-Potter-Star Daniel Radcliffe dreht einen
Spot für das amerikanische Trevor-Projekt, ein
Hilfsprojekt für selbstmordgefährdete schwul-
lesbische Jugendliche. «Als ich aufwuchs, kann-
te ich eine Menge schwuler Männer. Das war nie
etwas, über das ich gross nachdachte», sagte der
20 Jahre alte Radcliffe gegenüber dem Magazin
«E! Online» und fügte hinzu: «In der Schule habe
ich zum ersten Mal Homophobie erlebt. Ich war
schockiert.» Nun sei er in der «glücklichen Posi-
tion», durch seine Bekanntheit daran etwas zu
ändern. Auch Schauspielerinnen wie Jodie Fo-
ster und Sharon Stone sowie die Popstars Annie
Lennox und Avril Lavigne gehören zu den Un-
terstützern des Trevor-Projekts, das für schwul-
lesbische Jugendliche, aber auch für Eltern und
Lehrer rund um die Uhr über eine Telefonhot-
line als auch über einen eigenen Youtube-Kanal
erreichbar ist.
8
Politik CRUISER Edition April 2010
Sozialdemokraten
vs. Grünliberale
Martin Naef und Sacha Wal-
ker vertreten die Interessen
ihrer Partei und diejenigen
der Community
von Alex Rudolf
Die glp zieht mit voller Wucht
ins Stadtzürcher Parlament
ein. Von null auf zehn Prozent
und zwölf Sitze. Die SP, nach
wie vor grösste Fraktion, ver-
liert jedoch fünf Gemeinde-
ratsmandate.
Dieser Erfolg ist für andere Parteien Grund ge-
nug, die Grünliberalen zu kritisieren. Sie seien
profillos und hätten bis jetzt nicht viel gelei-
stet. Sind dies begründete Bedenken oder ist es
harmloser Neid?
Martin Naef, ehemaliger Präsident der SP Kan-
ton rich, sitzt seit 2003 im Kantonsrat und
trifft auf Sacha Walker, frisch gehlter Ge-
meinderat der Grünliberalen.
CR: Sacha, dein Lieblingszitat lautet «In der Ver-
änderung liegt die Chance für den Neuanfang.»
Es hat sich tatsächlich etwas verändert. Die glp
hat am 7. rz aus dem Stand 12 Sitze im Stadt-
parlament geholt. Aber braucht denn Zürich
einen Neuanfang?
SW:
Der Neuanfang besteht meines Erachtens da-
rin, dass wir die bestehende hauchdünne linke
Mehrheit im Gemeindrat gekippt haben. Die
rot/grüne Mehrheit im Stadtrat besteht weiter-
hin, das finde ich persönlich in Ordnung. Aber
das Gegengewicht, welches der Gemeinderat
ihm nun gibt, erachte ich als wichtig.
MN:
Eine Partei, die sich nicht positionieren will,
ist noch kein Neuanfang. Im Rathaus gibt es
einen «Ja»- und einen «Nein»-Knopf. Auch die
glp-Fraktion wird diesen betätigen müssen. Die
glp hat natürlich die Chance, wie die CVP, eine
Mehrheitsbeschafferin zu werden. Da die glp-
Fraktion aus Gemeinderatsneulingen besteht
wird es sich zeigen, welche Positionen sie ein-
nehmen. Was ich bisher im Kantonsrat von der
glp gesehen habe, stimmt mich nicht gerade
hoffnungsvoll…
CR: Ja. Keiner der glp-Gemeinderäte weist Erfah-
rung im Stadtparlament auf. Wie erkrt ihr
euch denn den Wahlerfolg? Besonders wenn
man die Vorlagen anschaut, welche von der glp
unterstützt wurden. Beispielsweise der Um-
wandlungssatz der beruichen Vorsorge, der
vom Volk eindeutig abgelehnt wurde.
SW:
Wir positionieren uns als Stadtpartei im
sozio-liberalen Sektor, welcher bis jetzt noch
nicht besetzt war.
MN:
Dass man so fulminant ins Parlament hi-
neinkommt, hat meiner Meinung nach damit
zu tun, dass sich die Mitte neu formiert. In die-
sem sozialliberalen Bereich, der in Zürich schon
immer einen wichtigen Stellenwert hatte, gab
es eine Erosion, wo es nun Platz gibt für Neues.
Die Niederlagen in den Vorlagen schaden euch
nicht, da man euch weitgehend als Etikett ge-
hlt hat.
SW: Wenn ich früher gehlt habe, dann habe
ich Kandidaten der SP, der FDP oder der Grünen
gewählt. Für eine Partei entscheiden konnte ich
mich hingegen nie.
MN: Damit bestätigst du ja diese These. Sich nicht
für eine Partei entscheiden zu können, ist kein
Programm. Ihr müsst eure Partei jetzt noch mit
Inhalten füllen. In Zukunft müssen die Leute
euch hlen, weil ihr ihre Partei seid und nicht,
weil ihr neu seid.
SW: Wenn man unser Wahlprogramm anschaut,
dann nehmen wir zu jedem Thema eine klare
Position ein, die in dieser Konstellation von kei-
ner Partei verfolgt wurde.
MN:
Dies war auch kein Vorwurf. Ich kann ja
noch nicht beurteilen, wie ihr eure Positionen
im Gemeinderat nden und vertreten werdet.
Das zeigt sich im Verlauf der Legislatur.
CR: Im Leitbild der glp Stadt Zürich steht, dass
die jetzigen politischen Pole zu sehr damit be-
schäftigt sind, auf Stimmenfang zu gehen und
daraus resultierend nicht mehr fähig sind, zu-
kunftsorientierte sungen anzubieten. Was
sagt die SP zu dieser «Anschuldigung?»
MN:
Ich nde es ein wenig daneben zu sagen,
dass alle bisherigen Parteien nicht zukunftsori-
entiert sind. Wir arbeiten Woche für Woche in
Parlamentskommissionen an Lösungen– das ist
nicht nur Ideologie. Die SP vertritt die klare Po-
sition des sozialen Ausgleichs. Eingetreten bin
ich in diese Partei, weil sie sich für eine liberale
Drogenpolitik und auch schon vor 20 Jahren
konsequent gegen jede Diskriminierung von
Schwulen und Lesben eingesetzt hat.
SW: Wir wollen natürlich nicht sagen, dass die
anderen Parteien keine Positionen haben, aber
sie waren v.a. im letzten Wahlkampf, mit Hil-
fe grosser nanzieller Mittel, darauf bedacht,
nach den Fehlern der anderen Parteien oder des
Systems zu suchen, anstatt eigene konstruktive
Inhalte zu transportieren. Ich muss aber sagen,
dass es auch in der SP sehr viele innovative und
zukunftsgerichtete Köpfe gibt.
Unter anderem diejenigen, die den Rücktritt
von Esther Maurer und Robert Neukomm ge-
fordert haben.
MN: Wenn die glp über Jahre hinweg vier Stadt-
räte hätte, dann würde auch bei euch mit der
Zeit die eine oder andere Rücktrittsforderung
laut. Das sind völlig normale Prozesse. Man soll
kritisch sein gegenüber den eigenen Exekutiv-
leuten.
CR:
In seiner Kolumne unmittelbar nach den
Wahlen hat Stefan Häne gesagt, dass die glp an
den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft scheitern
wird. Diese seien ausschliesslich via Anreize,
nzlich ohne Verzicht, schlichtweg nicht er-
reichbar.
MN: Ich glaube nicht, dass man auch nur in die
he dieser 2000-Watt-Gesellschaft kommt
via Anreizprinzip. Es braucht gesetzliche Re-
gelungen.
SW:
Aber man muss auch mehrheitsfähige Lö-
sungen nden. Verbote welche die Linke for-
dert, sind im Gegensatz zu durchdachten Len-
9
CRUISER Edition April 2010
Politik
kungs- und Anreizprinzipien aber oft nicht
mehrheitsfähig und dann bleiben langfristige
Visionen wie die 2000-Watt-Gesellschaft auf der
Strecke und man hat gar nichts erreicht.
MN: Es gibt einfach Bereiche, in denen der Staat
eine regulierende Funktion einnehmen muss. Ihr
seid zum Beispiel gegen die staatlich finanzierten
Kinderkrippen. Dabei müsstet ihr Euch als fort-
schrittliche Partei r die Vereinbarkeit von Fa-
milie und Beruf. einsetzen. Hier kann man doch
nicht einfach sagen, wer verursacht, soll zahlen.
SW: Das ist eben der liberale Aspekt der glp. Na-
türlich hat der Staat die Aufgabe, Staatsausga-
ben zu tätigen, jedoch bevor wir ungezielt und
unkontrolliert Ausgaben tätigen, müssen wir
schauen, welche Mittel heute und künftig zur
Verfügung stehen.
MN: Als liberaler Mensch setze ich mich für
Chancengleichheit ein. Immer dieser Vorwurf,
dass wir in der SP mit Geld um uns werfen. Uns
geht es nicht darum, Geld für irgendeinen Un-
sinn auszugeben, es geht hier um Kinder.
CR:
Stichwort Schwulenpolitik! Werdet ihr beide
am nächsten Sonntag (14. 3.) an der Benefizpar-
ty in der Laborbar teilnehmen? Es wird Geld
gesammelt für den Verein «Gleiche Chancen
für alle Familien», der Unterschriften sammelt
für das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher
Partnerschaften.
MN: Ja
SW: Ich bin leider verhindert. Jedoch möchte ich
darauf hinweisen, dass wir als glp-Kantonsfrak-
tion einen Kantonsrat delegiert haben, der im
Komitee der Petition sitzt. Ausserdem haben
wir ansslich einer Blackparty und an diversen
Standaktionen Unterschriften für diese Petiti-
on gesammelt.
MN:
Das freut mich natürlich, aber man muss
auch sagen, dass sich im Vorfeld der National-
ratswahlen 07 die Mehrheit der glp-Kandidaten
gegen die Abschaffung des Adoptionsverbotes
für homosexuelle Paare ausgesprochen hat.
Wunderbar, wenn ihr jetzt dafür seid, aber ein
aktuelles Beispiel aus dem Nationalrat macht
mich stutzig: Der Vorstoss von Katharina Prelicz-
Huber, in dem es darum geht, ob man die Ver-
folgung an Leib und Leben aufgrund der sexuel-
len Orientierung in der Schweiz als Asylgrund
anerkennen soll. Das ist lebenswichtig, z.B. für
schwule Flüchtlinge aus dem Iran. Was haben
die glp-Nationalräte gemacht? Zwei von dreien
haben gegen die Anerkennung gestimmt...
SW:
Ich möchte betonen, dass wir als glp-Stadt-
partei in dieser Frage sicher klar offenere Posi-
tionen vertreten als Vertreter auf Kantonalebene.
Das ist auch bei anderen Parteien so. Wenn man
die HAZ-Umfrage zu den Gemeindratswahlen
anschaut, sprechen sich alle gewählten Spitzen-
kandidaten r ein Adoptionsrecht aus. Was den
Nationalratentscheid betrifft, ist dieser für mich
unverständlich. Beigetragen hat sicher auch,
dass wir hier in der CVP-Fraktion sitzen, da wir
mit 3 Nationalräten keine eigene Fraktion bilden
können. Ich hoffe, dass wir auf diese Fraktion bei
den nächsten Wahlen nicht mehr angewiesen
sind und eine eigene Fraktionsstärke besitzen.
Da wir in der Stadt Zürich locker die Fraktions-
stärke erreicht haben, bin ich sehr froh, dass wir
auf solche unheiligen Allianzen mit CVP oder
EVP nicht angewiesen sind.
CR: Ich bedanke mich bei euch. Habt ihr noch ein
Schlussstatement, welches das Streitgespräch
abrundet?
MN: Ich wünsche der glp, dass Leute wie du,
Sacha, in der Partei Einfluss nehmen und die
Partei zu dem machen. was sie vorgibt zu sein.
SW: Ich bin optimistisch, dass wir im Stadtzür-
cher Parlament auch mit den Linksparteien
viele Schnittflächen haben, sicher u.a. im öko-
logischen und gesellschaftspolitischen Bereich.
Ausserdem hoffe ich, dass der / die NachfolgerIn
der Polizeivorsteherin Esther Maurer einen libe-
ralen und offenen Kurswechsel hinkriegt. Sie
und ihr Departement haben der Schwulenszene
einigen Schaden zugefügt.
Von links: Sacha Walker, frisch gewählter Zürcher Gemeinderat der Grünliberalen und
Kantonsrat Martin Naef (SP)
10
Prominent CRUISER Edition April 2010
Sean Hayes
Ein wenig überraschendes Geständnis suchte
Mitte März die Klatschspalten heim: Sean Hayes,
Star aus der Serie «Will & Grace», outete sich
im US-Magazin «Advocate» offiziell als schwul.
Hayes verkörperte in der biederen Sitcom die
Nebenrolle des homosexuellen Jack und spielte
damit öfters die verzweifelt auf komisch ge-
trimmten Hauptdarsteller an die Wand. Eben
dieser Jack bediente jedes Klischee einer Tunte
aus dem Bilderbuch, nur ein Schauspieler von
wahrer Grösse und Format konnte dies ohne
Langzeitschäden meistern (an dieser Stelle wür-
de die Serienfigur Jack mlich grinsen…). Sean
Hayes war so überzeugend, dass niemand auch
nur daran dachte, dieser Mann könnte entfernt
eine heterosexuelle Eigenschaft besitzen. In In-
terviews wollte der 39-Jährige jedoch partout
keine Auskünfte zu seiner sexuellen Identität
geben, ein offenes Geheimnis war’s trotzdem.
Nun ist Hayes aber auch ein Kind Hollywoods,
welchem öffentliche Homosexualität auch scha-
den kann. Mittlerweile ist «Will & Grace» längst
abgesetzt und ein bisschen Publicity kann nie
schaden, weswegen Sean Hayes jüngst sein al-
lererstes Interview betreffend seiner Neigung
gab: Ja, er sei schwul. Und mit dieser Offenba-
rung setzte wohl auch der (amerikanische) Grös-
senwahn ein. Er habe durch seine Rolle als Jack
«monumental» zum Erfolg der Schwulenbewe-
gung beigetragen, «und wenn irgendwer darü-
ber diskutieren möchte, bin ich dazu bereit!»,
so Hayes weiter. Nun, wir wollen nicht darüber
diskutieren, hoffen aber, Sean Hayes bald wie-
der in seiner Paraderolle zu sehen. (dd)
Jesus Datolo
Zum Sport. Nach Vancouver ist es höchste Zeit,
sich aus den Skianzügen zu schälen und die
strammen Waden blitzen zu lassen. Schon
bald blickt die Sportwelt auf die Fussball-WM
in Südafrika. David Beckham wird wegen ge-
rissener Achillessehne nicht mit von der Par-
tie sein. Schade, aber immerhin kann er sich
jetzt ganz auf seine Stilikonen-Rolle konzen-
trieren. Sein neustes Tattoo ist sowieso viel auf-
regender als seine Ballkünste. Gut vertreten
wird er bestimmt vom Argentinier Jesus Dato-
lo. Vor kurzem liess sich der Napoli-Schönling
für ein italienisches Gay-Magazin in Unterwä-
sche ablichten. Funktionäre und Fans waren
entsetzt, Datolo musste eine Geldstrafe bezah-
len, nur wegen unerlaubter Verwendung des
Vereins-Logos, selbstverständlich, und auch
nur aus karrieretechnischen Gründen wurde
er wenige Tage nach dem Vorfall einer grie-
chischen Mannschaft ausgeliehen. Ob Datolo,
Schiedsrichterskandal oder Rudi Assauer, der
sagt, schwule Fussballspieler sollten sich einen
anderen Job suchen: Wenn Gay und Fussball
sich auf dem Rasen gegenüber stehen, ist wohl
noch lange kein Freundschaftsspiel zu erwar-
ten. Trotz schwullesbischer Fanclubs und ge-
heuchelter Toleranz wird weiter heftig gefoult.
Homophobie ist an der Tagesordnung und ein
Coming-out eines Profispielers schlicht undenk-
bar. Das soll die Vorfreude auf die WM nicht trü-
ben, und da Sportmeldungen in der Gay-Presse
noch etwas stiefmütterlich behandelt werden,
freuen wir uns auf die Resultate via Tagesschau,
verkündet von Mario Grossniklaus etwa, dessen
Homosexualität dem Blick zwar eine grosse Sto-
ry wert war, sonst aber kaum jemanden gross
interessierte. Er ist ja TV-Moderator, nicht Fuss-
ballspieler. (rg)
Betty White
Wenn an dieser Stelle der Name eines Golden
Girls steht, so wird das Schlimmste vermutet.
Doch wir können unsere Leser beruhigen. Bet-
ty White, welche in der immer noch äusserst
beliebten Sitcom «The Golden Girl(sie wur-
de 1992 eingestellt) die Rolle der naiven Rose
Nylund verkörperte, ist noch am Leben und
wie! Was einige hier in Europa nicht wissen:
Betty White ist die wohl bekannteste des Da-
menquartetts und als Schauspielerin nicht nur
auf Landpomeranze abonniert. Vor den Gol-
den Girls überzeugte White beispielsweise als
echte Zicke in der «Mary Tyler Moore Show».
Echt wahr, Betty White kann auch se sein.
So war sie u.a. auch in Horrorfilmen zu sehen,
wie etwa dem unsäglichen «Lake Placid». In den
erneuten Fokus der Aufmerksamkeit geriet die
mittlerweile 88-Jährige im Hit «The Proposa
an der Seite von Sandra Bullock. Eine übliche
Kinoromanze, in welcher Betty White jedoch
eine Indianer-Zeremonie abhalten durfte. Ähn-
lich wie Stefanie Glaser in der Schweiz, befindet
sich die goldene Dame seither wieder auf dem
beruflichen Höhenflug. Nun wird Betty White
ein Mitglied der in den Staaten allseits beliebten
Comedy-Show «Saturday Night Live». Für das
Muttertags-Special wurde sie als Moderatorin
engagiert. Nicht weniger als 490 000 Fans haben
sich mit einer Facebook-Aktion für Betty White
eingesetzt. Es ist zu erwarten, dass ihre Perfor-
mance wohl um einiges deftiger ausfallen wird,
als es das Publikum mit gewissen Geschichten
aus St. Olaf gewohnt ist. (dd)
11
CRUISER Edition April 2010
Prominent
Mariah Carey
Anders als ihre grösste Konkurrentin Whitney
Houston war das ehemalige Goldkehlchen Ma-
riah Carey nie ganz am Ende. Jedenfalls nicht
derart offensichtlich. hrend sich Houston
als Crack-Hure einen Namen machte und heut-
zutage nur noch das Niveau einer durchschnitt-
lichen Studiosängerin an den Tag legt, jagt Ma-
riah Carey von einem Erfolg zum nächsten. Die
Alben der mittlerweile 40-jährigen mögen sich
zwar nicht mehr so gut verkaufen, das ist jedoch
Nebensache. Die Leinwand ist nun angesagt!
Nach dem Verriss ihrer ersten Rolle in «Glitter»
(von den Kritikern auch simpel «Litter» genannt)
erntete sie jüngst in dem Drama «Precious» gera-
dezu überschwängliches Lob, insbesondere für
ihre ungeschminkte Darstellung. Mariah Carey
spielt darin die unscheinbare, aber engagierte
Sozialarbeiterin, eine unglamouröse Nebenrol-
le zwar, aber durchwegs intensiv. Den Erfolg als
Schauspielerin weiss Mariah Carey wohl nicht
richtig einzuordnen. Ihren ersten Darsteller-
Preis holte sie sich stockbetrunken auf der Büh-
ne ab. Und auch sonst bekommt man das ei-
genartige Gefühl, dass Carey ständig von einer
Alkohol-Fahne umgeben ist. Im Prinzip nichts
Neues, in einer uralten MTV-Dokumentation
gab Carey gekonnt die Diva mit ewig gefülltem
Weinglas in der Hand. Das hat sich bis heute we-
nig geändert, nur, dass nun die Klatschspalten
darüber schreiben. Um nochmals die eingangs
erwähnten Worte zu zitieren: Anders als Whit-
ney Houston war das ehemalige Goldkehlchen
nie ganz am Ende noch nicht. (dd)
Heidi Klum
Die fünfte Staffel der Dauerwerbesendung
«Germany’s Next Topmodel» flimmert über den
Äther, und deren Gallionsfigur Heidi Klum steht
wieder im Brennpunkt der Kritik. Während die
35-jährige in Amerika beinahe Kultstatus ge-
niesst, wird ihr Talent in Deutschland noch
immer verkannt oder sollte man eher von
Missgunst sprechen? Egal, neuerdings ist den
Nachbarn eine gewisse Abneigung auch nicht
zu verdenken. Denn irgendwie nervt dieser
ewiggleiche Optimismus der Vorzeige-Blondine
tierisch. Und Heidi Klums Hang zur Perfektion
kommt bei den hiesigen Zuschauern überhaupt
nicht an. Die ngste Staffel der Topmodels star-
tete nämlich unter den Erwartungen der Fun-
ken will einfach nicht mehr rüberspringen.
Heidi Klum wollte mehr Professionalität in die
Sendung bringen, was nach der Kritik aus der
Mode-Elite vielleicht auch angebracht war. So
verzichtete sie auf die so beliebten Elemente des
edlen Nonsens. Die kultige Jury wurde kurzer-
hand ausgetauscht (ausser ihr selbst, natürlich)
und es wurden zwei unlustige, wie unbekann-
te Mode-Fuzzis engagiert, welche sich immens
anstrengen müssen, um irgendwie beim Publi-
kum zu punkten. Und die Models? Nun, diese
sind noch immer ziemlich dünn, aber keine
vermag aus dem Rahmen zu fallen, wie damals
die Sexbombe Gina Lisa. Es darf schwer vermu-
tet werden, dass wir mit der fünften auch die
letzte Staffel zu sehen bekommen. Die Luft ist
draussen, auch wenn wir Heidi Klum im Prinzip
gut leiden können. (dd)
Lena Meyer-
Landrut
Einheitsbrei oder Sterneküche? Das Rezept ist
simpel: Man nehme Stefan Raab und lasse ihn
eine Sendung anrühren, in der es hauptsäch-
lich darum geht, dass der Moderator selbst der
Starkoch ist. Gefüllt wird das Konzept mit luftig
geschlagenen Hinweisen auf weitere Shows aus
Raabs Küche. Eine Wok-WM etwa, für die in «TV-
Totafleissig geworben wurde, hrend der
ebenso fleissig für die kommende Pokernacht
geworben wird und in der Lena Meyer-Landrut
als Stargast auftritt. Für einmal hat Raab einen
anderen Star gesucht als sich selbst, einen Star
für Oslo, den deutschen Eurovisions-Vertreter.
Und weil Raab die Betty Bossi des deutschen
Privat-TVs ist (das Rezept gelingt immer!), ging
die Rechnung auf. Hohe Quoten und grosses
Lob. Vorerst berechtigt, da er die Nachwuchs-
talente nicht auf Herzfehler und Knast-Ver-
gangenheit reduziert hat, auf billige scharfe
Gewürze der Marke Bohlen verzichtete. Lena
belegte nach dem Finale alle drei Spitzenplätze
der deutschen Download-Charts. Doch wird sie
auch in Norwegen punkten? Mehr als fraglich.
Süss und schrill zugleich, versucht sie zu sein,
eine Kate Nash für Einsteiger, eine Lily Allen
fürs Kinderzimmer, eine Björk light. Ob man
sie nun in den Himmel loben oder in den Keller
sperren möchte, immerhin polarisiert sie, und
noch schlechter als die No Angels oder Dita von
Teese abzuschneiden, re ja auch ein echtes
Kunststück. Somit ist ein Punktesieg für Raab
schon vorgekocht und pfannenfertig. Bei akuter
Raab-Überdosis hilft es übrigens, daran zu den-
ken, dass dank ihm Stefanie Heinzmann nicht
mehr als Buchhalterin im Wallis waltet. Wäre
sie nicht eigentlich unser Star für Oslo gewesen?
Vielleicht übernimmt Raab ja bald die Voraus-
scheidung sämtlicher teilnehmenden Staaten.
Das steht noch in den Eurovisions-Sternen. Als
Co-Moderator könnten wir ihm Sven Epiney zur
Seite stellen. Der kennt sich mit Betty Bossi und
mit Omnipräsenz am TV bestens aus. (rg)
Don Draper
Verloren in den Lost-Geheimnissen? Verzwei-
felt an den doppelt genähten Desperate-House-
wives-Intrigen? Kein Grund, den Fernseher
aus dem Fenster zu werfen. Jetzt kommt die
grossartige neue Serie Mad Men, hierzulande
vorerst leider nur auf DVD. Auch Hauptfigur
Don Draper lässt die Kiste rauswerfen, als er
zum ersten Mal einen TV sieht. Seine erstaunte
Bemerkung «Was ist das denn?» ist allerdings
durchaus angebracht, er lebt in den frühen
1960ern. «Die Welt ist ein BH-Verschluss, der
nur darauf wartet, geöffnet zu werden», so das
Weltbild des erfolgreichen Werbers. Die inzwi-
schen dreimal in Folge mit dem Golden Globe
für die beste TV-Serie ausgezeichnete Soap ist
zum echten Trendsetter geworden, ihretwe-
gen hat der Sixties-Chic in den USA Laufstege,
rote Teppiche und Kaufhäuser zurückerobert.
Sogar Michelle Obamas Kleiderstil soll davon
inspiriert sein. Kostümmacherin Jamie Bryant
wird in Modemagazinen gefeiert, Tom Ford hat
Setdesigner Dan Bishop für sein grandioses Re-
giedebüt «A Single Man» engagiert. Detailgetreu
rekonstruiert Mad Men die Epoche von John F.
Kennedy und Marilyn Monroe, eine Epoche des
amerikanischen Traums, aber auch des grossen
Aufbruchs. Erstaunt wird Draper (Jon Hamm)
Zeuge davon, wie erstmals eine Sekretärin zur
Texterin aufsteigt und wie ein Layouter sein
Coming-out hat. Arrogant ist er, ein Macho, ein
Arschloch eigentlich, aber zwischen Martinis
am Mittag und Sekretärinnen zum Dessert,
zwischen rohengst und Vorzeige-Familien-
vater in der langweiligen Vorstadt verliert er
eines nie: Stil. Dafür muss man ihn einfach lie-
ben. Apropos Liebe, dafür hat Draper eine ganz
eigene Erkrung, wie er einer Kundin verrät:
«Was sie Liebe nennen, ist von Leuten wie mir
erfunden worden, um Nylonstrümpfe zu ver-
kaufen.» (rg)
12
Kino CRUISER Edition April 2010
13. Pink Apple
Filmfestival
Das schwullesbische Filmfestival in Zürich und Frauenfeld
ist zum bedeutendsten der Schweiz avanciert
von Martin Ender
Schauspieler John Hurt als Schriftsteller Quentin Crisp in «An Englishman in New»Yor
13
CRUISER Edition April 2010
Kino
1997 wurde das schwulles-
bische Filmfestival Pink
Apple von einer Handvoll
Filmbegeisterter im thur-
gauischen Frauenfeld ge-
gndet. 1998 wurden
gerade mal 10 Filme ge-
zeigt. Im vergangenen
Jahr waren es deren 90, und
über 7000 Besucher kamen
zu den Vorführungen.
Noch steht das Programm 2010 im Detail nicht fest. Aber einige High-
lights, die am diesjährigen Pink Apple Festival sicher gezeigt werden,
konnten wir ausfindig machen.
Unter dem Fokus Südamerika werden drei Filme gezeigt: darunter das
Drama «El Cuarto de Le. Es ist der erste Spielfilm des uruguayischen
Regisseurs Enrique Buchichio. Ein Film über die Suche eines jungen Uru-
guayers nach seiner sexuellen Identität. Ferner «Plan von Marco Berger
(Argentinien 2009), eine Geschichte, die einen andern Lauf nimmt als
geplant. Und drittens «Do Comeco ao Fim», ein brasilianischer Spielfilm
über die Liebe zwischen zwei Halbbrüdern.
Dann gibt es den Dokumentarlm «The Story of The Sisters of Perpetual
Indulgence» zu sehen. Oder den ersten Spielfilm des französischen Re-
gisseurs Jason Bushman: «Hollywood je t‘aime» (siehe auch DVD-Tipps in
diesem CR). r Musical-Liebaber wird «The Big Gay Musical» von Fred M.
Caruso und Casper Andreas gespielt. Und schliesslich kommt eine Hom-
mage an Quentin Crisp mit «An Englishman in New»York» auf die Lein-
wand. Wir gehen im Folgenden auf drei Filme her ein.
«An Englishman in New»York»
«An Englishman in New York» ist eine biografische Verfilmung über den
homosexuellen britischen Schriftsteller Quentin Crisp und seine späten
Jahre in New York. Crisp war einer der ersten, der in England seine Homo-
sexualität offen lebte, und das zu einer Zeit, als man sich damit aus der
Gesellschaft hinauskatapultierte.
Der Film, 2009 gedreht, ist eine Fortsetzung des im Jahre 1979 veröffent-
lichten Fernsehfilmes «The Naked Civil Servant». In beiden Filmen spielt
John Hurt die Hauptrolle. «An Englishman in New York» (benannt nach
dem gleichnamigen Song, der wiederum von Quentin Crisp inspiriert
wurde) erzählt, wie Crisp in den 80er-Jahren nach New York zieht, wo
er eine One-Man-Bühnenshow aufführt, bei der er auf originell-witzige
Weise Fragen des Publikums zum Leben beantwortet. Er hat die Weisheit
der Erfahrung und legt stets die höfliche Eloquenz des Briten an den Tag.
Als Quentin Crisp 1980 von England nach New York zog, war er schon
72 Jahre alt. Er ist ein schwuler Dandy, schräger Paradiesvogel und eng-
lischer Exzentriker.
Es ist John Hurt, keine Frage, der den Film zu einer Sensation macht. Ihm
zuzuschauen, wie er den schrulligen Crisp als eine Art «britische Lady»
spielt, stets mit einer geistreichen Lebensweisheit auf den Lippen, ohne
dass es je übertrieben oder lächerlich wirkt, ist eine wahre Freude. Der
Zuschauer begleitet Quentin und seine Freunde mit Bewunderung und
Nachsehen, verlässt das Kino bereichert, exzellent unterhalten und sehr
gerührt.
«Do Comeco ao Fim» (From Beginning To End)
«Do Comeco ao Fiist die ungewöhnliche Liebesgeschichte der Halb-
brüder Francisco und Thomas. Angesiedelt in Rio de Janeiro und Buenos
Aires, erzählt der Film die Geschichte ihrer Kindheit im Umfeld ihrer
liebevollen Familie und über ihr Erwachsenwerden, hrenddessen
sich Francisco und Thomas immer mehr ihrer verbotenen Zuneigung
zueinander bewusst werden. Dieser brasilianische Spielfilm wird von
der Community sehnlichst erwartet. Eine wunderbar kitschige Liebesge-
schichte mit grossem Schauwert. Die Download-Zahlen des Trailers zum
Film sind bereits rekordverdächtig.
«The Story of The Sisters of Perpetual Indulgence»
Am Ostersamstag 1979 traten in San Francisco die ersten «Sisters» in Er-
scheinung. Seit 1981 breitete sich die Idee der «Sisters of Perpetual Indul-
gence» weltweit aus.
Die AIDS-Arbeit wurde ein Schwerpunkt in der Arbeit der «Schwestern».
Der Orden wird im Dokumentarlm «The Story of The Sisters of Perpe-
tual Indulgence» porträtiert. Die beiden österreichischen Filmemacher
Manfred Hoschek und Sigrid Smejkal haben in Berlin, Wien, San Francis-
co und Uruguay gedreht. Sie werden am Festival zugegen sein und auch
der Zürcher Orden wird Pink Apple die Ehre erweisen und in «Unifor
einen Besuch abstatten.
Von Martin Ender
13. Pink Apple Filmfestival
Zürich, 28. April bis 5. Mai 2010
Frauenfeld, 6. Mai bis 9. Mai 2010
Programm unter: www.pinkapple.ch
Halbruderliebe in «Do Comeco ao Fim» Die «Sisters of Perpetual Indulgence» sind ein weltweiter Orden
14
Szene CRUISER Edition April 2010
Ostern im
G-Colors
Von «Bunny Kisse bis «Balls
Hunters»
Es ist wieder so weit! Ostern steht vor der Tür
und endlich wieder mal ein verlängertes Wo-
chenende. Aus diesem Grund hat sich G-Colors
einige Events einfallen lassen, um die Ostertage
nicht nur zu versüssen, sondern auch scharf zu
machen. Gleich am Donnerstag geht es los mit
«prêt a danser». Unter dem Motto bereit zum
Tanzen sorgen die DJs in beiden Clubs für gei-
le Stimmung. Am Karfreitag sind die Fans von
R’n’B und Electro angesprochen. Bootylicious
präsentiert das Oster-Special mit DJ Rafness
und DJ Zör Gollin. Am Samstag sind die s-
sen Jungs gefordert. Unter dem Namen Bunny
Kisses ndet die legendäre Oster-Party statt.
Osterhasen und Ostereier sind im Klub verteilt
und warten darauf, gefunden zu werden.
Ein Stock weiter oben wird nicht gesucht, son-
dern gejagt. Balls Hunters steht r freche Jungs,
die einen ausgeprägten Jagdtrieb haben und auf
Electro- und Housemusic stehen.
Egal, an welchem Tag und an welcher Party,
auch an Ostern gilt für das G-Colors: «We Never
Close Before
Gründonnerstag: Prêt a danser
Karfreitag: Electro College (Club AAAH!)
Oster Bootylicious (T&M)
Samstag: Balls Hunter (Club AAAH!)
Bunny Kisses (T&M)
Ostersonntag: Osterspecial Week2end
Marktgasse 14, 8001 Zürich, www.g-colors.ch
Haarsturm
Haare stylen und mehr
Da hat sich was zusammengetan. Alessandro
Cecca, Lee Donal Moore und Aytu Sayanoglu
haben sich unter dem Namen Haarsturm ver-
bündet. Drei kreative Köpfe unter einem Dach.
Obwohl Haarsturm ein Coiffeur-Salon ist, bie-
ten die drei Jungs viel mehr als nur Haare sty-
len. Neu gibt es beim Haarsturm auch Massagen
und Kosmetik-Behandlungen. Die Philosophie
ist eigentlich einfach: Der Kunde wünscht, die
Crew vermittelt und dies nicht nur im Bereich
Beauty und Wellness.
Die Kombination der drei Inhaber macht es mög-
lich, die Kunden in verschiedenen Bereichen zu
bedienen. Egal, ob die Bedürfnisse aus Event &
Marketing, Catering, Image oder Homecare be-
stehen, die Mitarbeiter von Haarsturm haben
immer eine Lösung bereit: «Wenn ein Kunde
hrend des Haareschneidens seine Wohnung
gereinigt haben möchte, senden wir ihm ein-
fach unsere Putzfrau vorbei.»
Bereits an der Eröffnungsparty wurde die Phi-
losophie unter Beweis gestellt. hrend einige
Gäste feucht, locker und fröhlich sich am Buffet
bedienten, erhielten einige einen Haarschnitt
und andere im Kosmetikraum bereits eine vor-
beugende Kopfmassage gegen den Kater am fol-
genden Morgen.
Haarsturm, Häringstr.14, 8001 Zürich,
043 243 79 07, www.haarsturm.ch
Bubennacht
Spring Session 2010
Fulminante Berner Buben-
nacht mit Jo Galisteo
An der Bubennacht im April wird mit dem spa-
nischen TV-Star & Beau «José Galisteein Live-
Auftritt der Superklasse geboten. Er ist der Lieb-
ling der spanischen Paparazzi: JoGalisteo, der
Super-Beau, bekannt geworden bei «Operación
Triunfo», dem spanischen TV-Bruder von DSDS,
hat sich jetzt wieder einem Millionenpublikum
für den Eurovision Song Contest Oslo 2010 ge-
stellt. Grund genug, «Galistein die Schweiz
zu bitten. Er wird mit seiner neusten Single
«Beautiful Lifexklusiv für die Bubennacht
auf der hne stehen. Nicht genug damit: Zu-
sätzlich konnte auch DJ-Ikone «Dani Koenig» für
die Bubennacht verpflichtet werden. «Koenig»,
der nun mittlerweile «Head of Music» bei Radio
105 ist, feiert zugleich auch seine 30 jährige DJ-
Erfolgsgeschichte. Von ihm präsentiert werden
natürlich die frischesten und heissesten Tunes
der Club-Szene.
Neben Bubennacht-Organisator und DJ David
Merck ist auch die «DJ-Legende Kareem Junior»
zu Gast. Bekannt aus dem Pariser «Jet-Set Club
Quee, hat sich Kareem einen Namen an den
Top-Events der internationalen Gay Community
gemacht.
Die Midnight-Show von sexy «Galisteo» eröffnet
sogleich den schweisstreibenden Clubbing-Part
der Nacht. Bis in die frühen Morgenstunden ist
für eine unglaubliche Partynacht gesorgt.
Bubennacht Spring Session 2010
Samstag, 10. April 2010, 22 00 Uhr 5.00 Uhr
Du Théâtre, Hotelgasse 10, 3011 Bern
Vorverkauf: Du Théâtre (Bern), Cranberry
(Zürich), Basel Tourismus (Basel)
Zu gewinnen: 2x2 Tickets auf www.buben.ch
Parties und
Events
15
CRUISER Edition April 2010
Szene
Jack The Super
Nature Issue
Sich fallen lassen ins
nächtliche Blütenbad
Nur wenige Wochen ist es her, da sträubten
sich die Nackenhaare als ein Zeichen körperlich
zum Ausdruck gebrachten Widerstands. Bisen
und andere garstige Lüfte sorgten für Gänse-
haut doch damit ist jetzt Schluss.
Exakt aufs lange Osterwochenende hin steht
Jack ins Haus und sorgt mit einer Frühlings-
party der Superlative r körperliche Regungen
der angenehmen Sorte. «The Super Nature Is-
sue» lässt im Rausch der Sinne die kalten Tage
vergessen.
Als Frühlingsbote agiert ein Trupp namhafter
DJs. Mit von der Partie sind unter anderen: Mi-
chael Kaiser, Daniel DB und Angel O. Sie und
andere Stargäste untermalen musikalisch als
auch tänzerisch die hochsteigenden Frühlings-
gefühle in den prächtigsten Farben. Stargast Mi-
chael Kaiser, in seiner Heimatstadt Paris bereits
nach seinen ersten Sets als aufsteigender Stern
seiner Generation gefeiert, konnte sich nach
nur fünf Jahren weltweit etablieren. Auf viel-
fachen Wunsch hin verlässt er für eine Nacht
die Stadt der Liebe und nimmt die Gäste im Zür-
cher Kaufleuten mit in höhere Spren. Seine
Sets im Space auf Ibiza, im Ministry of Sounds
in London oder im Red and Blue in Antwerpen
sind legendär und bilden das lustvolle Pendant
zu dem, was Jack in dieser Osternacht an wie-
derentdeckter Lebensfreude zurückbringen
wird. Dass sich Angel O. und Daniel DB von
ihrem hochkarätigen Mitstreiter mitreissen
lassen, hat Jack bereits mehrfach unter Beweis
gestellt.
Jack – The Super Nature Issue
Samstag, 3. April 2010, 23.00 Uhr
Festsaal Kaufleuten, 8001 Zürich
www.jackcompany.com
Woof
Der Montag im Club AAAH!
Woof, was für ein Mann. Es muss nicht immer
ein Sixpack sein und ein glattrasierter Körper.
Manche stehen auf Haare am Körper und auf
Bäuchlein. Und das ist gut so!
Neu spricht der Club AAAH! Jungs und nner
an, die Vorlieben für natürliche Burschen ha-
ben. Einige Kosmetik-Marken haben es bereits
schon vorgemacht, es müssen nicht immer die
Modelmasse sein, um attraktiv zu wirken. Na-
türlichkeit, Freundlichkeit und ein gutes Mass
an Selbstbewusstsein ist, laut Definition der Bar-
crew im Club AAAH!, was Sexyness ausmacht!
Jeden Montag wird Woof von den DJs QBass und
Groovemaster tatkftig unterstützt.
Woof - natürlich sexy
jeden Montag, 23.00 – 4.00 Uhr
Club AAAH!, Marktgasse 14, 8001 Zürich
www.aaah.ch
Testosteron
Noch im Lotus Club
Die «Men-only-fetish-dance-Party» wird ab Juni
ein neues Zuhause haben.
Jetzt im April aber geht die heisse nner-Party
nochmals im Lotus Club über die hne. Te-
stosteron spricht Fetisch-Fans an. Doch ist der
Dresscode nicht zwingend. Dazu eine Stimme
aus dem Gästebuch: «Hallo me – zugegeben,
ich war ein bisschen skeptisch wegen dem ge-
lockerten Dresscode. Aber umso mehr über-
raschte mich, dass es der Stimmung keinen
Abbruch tat im Gegenteil! Ich fands supergeil
gratuliere!»
r die Stimmung am 3. April sorgen DJ Sdanke,
DJ Sperbrauin, djK-el und der Music-Live-Act
Jumbush.
Testosteron, 3. April 2010, 23.00 Uhr
Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8004 Zürich
www.testosteron-party.ch
Flexx Eastereggs
Party
Anschliessend Spidergalaxy
Remember Party
Ostern steht vor der Tür, die Zeit des Eiersu-
chens und der Osterhasen ist da! Ob grosse oder
kleine Eier, echte oder falsche Easterbunnies,
für jeden Geschmack ist etwas dabei. An der
Flexx Eastereggs Party wird der international
bekannte DJ Mike Kelly hinter den Turntables
stehen. Der sympathische Australier hat schon
an einigen namhaften Parties wie dem Space of
Sound in Madrid oder der Curcuit Party in Bar-
celona aufgelegt. Er brachte den White Room
der letzten Black Party zum Kochen. Zudem ist
er Resident DJ im legendären Afterhour-Club
Greenkomm in seiner Wahlheimatstadt Köln.
Neben Mike Kelly wird auch Flexx-Resident DJ
Ajaxx den Tanzwütigen ordentlich einheizen.
Und wie immer ist der Abend voller Überra-
schungen. Ostern war nie schöner!
Anschliessend zur Flexx Party geht es nahtlos
weiter mit der legendären Spidergalaxy Remem-
ber Party. Es ist genau fünf Jahre her, als der
Klub an der Geroldstrasse mit grossem Medien-
und Polizei Aufgebot geschlossen wurde. «An
diesen Moment wollen wir auf unsere Art den-
ken und feiern.», sagen sich die Initianten.
Flexx Eastereggs Party
Samstag, 3. April 2010, ab 23.00 Uhr
Loop38, Albualstrasse 38, 8048 rich
www.flexx-party.ch, www.loop38.ch
Celestial April
TranceFlute by Michael
Leopold
Im April gibt es bei Celestial ein ganz beson-
deres Highlight: TranceFlute by Michael Leo-
pold – live! Lange Jahre ist es schon her, seit Mi-
chael Leopolds letztem Live-Auftritt an einer
Dance Party. Unvergessen aber ist die Magie der
Musik von Michaels Querflöten-Spiel, welches
das Publikum in seinen Zauber einbezieht. Ver-
zauberung, neue Dimensionen, Sphären der
Musik, um 1.00 Uhr.
Das bewährte DJ-Trio aus Michael K, Thomi B &
DJ Marcel begleitet durch die Nacht.
For Gays and Friends, Indulgence-Equality-
Darkroom and Fun.
Celestial – TranceFlute by Michael Leopold
Samstag, 17.April.2010, 23.00 Uhr bis Ende
Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8050 Zürich
www.celestial.ch, www.TranceFlute.ch
Spring Break
Selection
Den Fhling feiern
Spring Break (engl. etwa: Frühlingsferien) ist
eine meist ein-, manchmal auch zweiwöchige
Pause des Studienbetriebes an den Colleges und
Universitäten der USA, meist zum Ende des Win-
terquartals. In dieser Zeit suchen Studenten oft
rmere Orte der USA, Mexiko oder die Kari-
bik auf, um ausgiebig an Parties zu feiern. Es
existiert auch eine europäische Variation von
Springbreak. Im italienischen Badeort Lignano
Sabbiadoro treffen sich alljährlich zu Pfingsten
Tausende Studenten und Jugendliche, um das
Ende des Schuljahres zu feiern. Entstanden ist
dieses unorganisierte Zusammentreffen Ende
der 80er-Jahre und hat sich vom Geheimtipp
zum Massenereignis entwickelt...
Spring Break Selection will mit einer heissen
Party in Zürich eine Gelegenheit schaffen, bei
der die Gäste ihre Freude über den erwachenden
Frühling ausleben können. Ort: Lotus Club (2
Floors). Mit 4 DJs: DJ Mister Mola, DJ Moussa
sowie DJ Sonik Zürich und DJ 5th Element Zü-
rich.
Spring Break Selection
Samstag, 24. April 2010, 23.00 Uhr
Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8004 Zürich
www.selectionparty.ch
17
CRUISER Edition April 2010
Szene
Gagalicious
The Poker Face Night
Wer am 30. April die Gagalicious Party im T&M
besucht, hat die Chance, zwei Tickets für das
Lady-Gaga-Konzert am 11. Mai 2010 in Berlin
zu gewinnen.
Da die verrückte Gaga sich weigert, in der
Schweiz ein Konzert zu geben, hat sich die Crew
des T&M was ganz Besonderes ausgedacht.
Am 30. April performen Petra, Nikita, Maic,
Serenity Bay, Nina Bohème, Maurel Taylor, Giu-
seppe, Boris, Ruza und Stella Divine Tracks von
Lady Gaga.
Punkt 22.00 Uhr geht die Show los. DJ Marc S.
wird am besagten Abend natürlich auch die Hits
von crazy Gaga rauf und runter spielen.
Gagalicious, The Poker Face Night
30. 4. 2010, 21.30 Uhr Show 22.00Uhr
T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich
www.tundm.ch
Flexx Oranje
Party
Raus mit den orangen
Klamotten
Passend zum Königinnentag in Holland präsen-
tieren wir die Flexx Oranje Party! Nix wie raus
mit den orangen Teilen und ab auf die Tanzflä-
che ins Loop38. Hinter den Plattentellern steht
diesmal DJ Elias aus Paris/Ibiza und DJ Franco
aus rich. DJ Elias‘ Karriere begann in den
90ern auf dem Terrassen-Floor des Space in Ibi-
za. Nach Gigs im legendären Pariser Club Queen
wurde er als offizieller DJ für die La Demence@
Fuse in Brüssel und das Circuit Festival in Barce-
lona gebucht. Er ist Gründer des spanischen La-
bels Stomp Recordings und organisiert zurzeit
die Elevation Party in Paris, wo er auch Resident
DJ ist. Reichlich Unterstützung kriegt er von DJ
Franco. Geiler Partysound und gute Stimmung
sind also garantiert!
Samstag, 1. Mai 2010, ab 23.00 Uhr
Loop38, Albualstrasse 38, 8048 rich
www.flexx-party.ch, www.loop38.ch
Julius
Neue Party-Reihe in Bern
Hinter «Julius» stecken die Berner Marco Arn und
Christian Dünner. Als Party-Fans war den beiden
in der Hauptstadt schlicht zu wenig los. Anstatt
zu jammern, riefen sie den Römer «Julius» ins Le-
ben. Mit ihm wollen sie für mehr Abwechslung
in der Gay-Szene sorgen. Dieser Anlass wird regel-
mässig jeden ersten Samstag im Monat stattfin-
den. Bereits am 3. April soll damit im «Du Nord»,
zehn Minuten vom Hauptbahnhof Bern entfernt,
eine neue Gaypartyra geboren werden.
r den Sound sorgt DJ Raphaël Delan. Mit sei-
ner eklektischen Mischung aus Hip Hop, Disco,
Soul und Funk fordert er die ste auf der Tanz-
fläche heraus. Das «Du Nord» verwandelt sich an
diesen Abenden in eine nächtliche, römische
Arena Ben Hur sst grüssen.
Der Eintrittspreis für Julius beträgt Fr. 15.–, im
Vorverkauf Fr. 10.–. Die Tickets sind direkt im
Restaurant Du Nord erhältlich.
Julius
Samstag, 3. April, 22.00 Uhr
Restaurant Du Nord
Lorrainestrasse 2, 3000 Bern
www.juliusparty.ch
Route39
Bed and Breakfast «Route3
eröffnet
In unmittelbarer he zur Werdinsel in Zürich-
Höngg hat anfangs März das Bed and Break-
fast «Route39» seine Tore geöffnet. Die Idee, ein
kleines Bed & Breakfast zu betreiben, hatten
Sven und Thomas während ihres Urlaubs in d-
frankreich, wo sie in einem Bed & Breakfast zu
Gast waren. Die familiäre und ungezwungene
Umgebung hat sie überzeugt, sie wollten eine
solche Dienstleistung auch in Zürich anbieten.
Da die beiden eh schon auf der Suche nach ihrem
Traumhaus waren, beschlossen sie, in dem Haus
zwei Wohnungen erstellen zu lassen, so dass sie
eine Wohnung bewohnen und die andere ihren
Gästen zur Verfügung stellen können.
Drei stylish eingerichtete Zimmer mit den Na-
men «London», «Berlin» und «Paris» heissen die
Gäste willkommen. Sämtliche Zimmer bieten
eine wunderschöne Aussicht auf die Alpen,
die City und die Limmat In allen Zimmern ist
WLAN und Satelliten-TV verfügbar. Das ausgie-
bige Fhstücksbuffet bis 12.00 Uhr mittags
geniesst der Gast im Dachgeschoss des rzlich
aufwändig umgebauten Hauses - bei schönem
Wetter auch auf der grossen Dachterrasse.
Route39, Winzerstrasse 39, 8049 Zürich
044 822 20 70, www.route39.ch
Frigay im Fhling
Im April steigen gleich zwei
Parties
Der harte Winter scheint endlich überstanden,
Zeit also, den Frühlingsgefühlen freien Lauf zu
lassen. Den Flirt- und Tanzfreudigen bietet die
Frigay Night dafür im April gleich zwei Mög-
lichkeiten. Am 16. April steigt wie immer am
3. Freitag im Monat die reguläre Party mit dem
Resident DJ C-Side.
Bereits zwei Wochen später, am 30. April 2010
(5. Freitag im Monat) steht eine Special-Party
unter dem Motto «Spring Break» auf dem Pro-
gramm. Erstmals an einer Frigay Night steht DJ
Neox hinter den Turntables.
Frigay Night, For Gays, Friends ans Lesbians
Eintritt Fr. 15.–, Einlass ab 18 Jahren
16. April 2010
30. April 2010, Special «Spring Break»
jewiels 22.00 – 4.00 Uhr
Loft Dance Club, Haldenstrasse 21, 6000 Luzern
party@frigaynight.ch / www.frigaynight.ch
Revolution Party
Explosive DJ Mischung
Mitte April geht zum zweiten Mal die Revolution
Party im Loop38 über die Bühne! In gewohnter
Manier präsentiert Revolution die crème de la
crème der Schweizer Partylandschaft. Diesmal
heizen DJ Vasco und DJ Franco den Tanzwütigen
ein. DJ Vasco hat sich bereits in jungen Jahren
in Frankreich einen Namen gemacht. Jetzt ist er
Resident-DJ in verschiedenen Genfer Clubs wie
Liquid, le Guest house oder le Moa Club. Ebenso
hat er seine fantastischen Sets am Hustlaball
in Berlin und in Zürich im Club Lotus zum Be-
sten gegeben. Der Zürcher DJ Franco ist vielen
von der Spidergalaxy und dem Stoffwechsel
bekannt. Ausserdem bringt er im Loop38 regel-
mässig die Tanzfläche zum Brodeln. Zusammen
sind die beiden eine explosive Mischung.
Samstag, 17. April 2010, ab 23.00 Uhr
Loop38, Albualstrasse 38, 8048 rich
www.party-revolution.ch, www.loop38.ch
Neue Preise im
Golden Gay
1200 m
2
grosse Wellness-Oase
lädt zum Entspannen ein
Das Golden Gay Spa+Wellness kommt mit einer
neuen Preisstruktur den verschiedenen Bedürf-
nissen der Kunden entgegen. Von der Änderung
profitieren vor allem schwule nner, die sich
für einen kurzen Aufenthalt im exklusiven Spa
und Wellness entscheiden, sowie schwule Boys
im Alter bis 25 Jahren.
Es gibt neu den Eintritt «Basic» für 49.– Franken
oder das Angebot «Ideal» für 69.– Franken. Mit
«Basic» kann man den gesamten Spa-Bereich mit
Whirlpool, Sauna, Dampfbad und Relax-Area
nutzen. Im «Ideasind zusätzlich zum Eintritt
drei Getnke der Wahl inbegriffen. Für einen
ngeren Aufenthalt im Wellness-Paradies lohnt
sich das all-inclusive-Paket für 99.– Franken, das
die Konsumation von Getränken und Snacks der
Wahl sowie die Nutzung der exklusiven Erotik-
zimmer enthält. Junge Schwule im Alter unter
25 Jahren bezahlen lediglich 15.– Franken plus
ihr aktuelles Alter.
Golden Gay Spa+Wellness,
Grubenstrasse 18, 8045 Zürich
www.goldengay.ch
18
Literatur CRUISER Edition April 2010
Simon Froehling
Der erfolgreiche Autor von Theaterstücken präsentiert
sein Romandebüt
von Kurt Büchler
19
CRUISER Edition April 2010
Literatur
Bereits vor Jahren ist das
Talent von Simon Froehling
aufgefallen. Bisher schrieb
er vor allem Theaterstücke.
Nun liegt der erste Roman
des mit mehreren Preisen
ausgezeichneten 32-hri-
gen vor: «Lange Nächte Tag».
Diese Geschichte über die
Erotik des Todes, über die
Lust am Risiko und über zer-
störerische Kräfte ist keine
leichte Kost.
Der Autor
Simon Froehling wurde 1978 geboren, ist schweizerisch-australischer
Doppelstaatsbürger und lebt in Zürich. Nach Arbeits- und Studienauf-
enthalten in Australien, England, Deutschland und Ägypten hat er sich
seit 2005 vor allem als Theaterautor einen Namen gemacht. 2009 absol-
vierte er den Bachelor-Studiengang Literarisches Schreiben am Schweize-
rischen Literaturinstitut in Biel. Er ist Gewinner des Dramatikerpreises
der Schweizerischen Autorengesellschaft 2006, des Publikumspreises
der St. Galler Autorentage 2007 sowie eines Heinz-Weder-Anerkennungs-
preises für Lyrik 2005. «Lange Nächte Tag» ist sein Romandebüt.
Der Roman.
Er wird als wütend, skandalös und ungemein rtlich bezeichnet. Pa-
trick, der Ich-Erhler, rekonstruiert die Zeit seiner Amour fou mit Jirka.
Patrick schleicht sich in der ersten gemeinsamen Nacht aus Jirkas Woh-
nung – aus Angst, sich an diesem Mann zu verbrennen. Jirka fühlt sich
missbraucht. Sein Absturz in Drogen und Sexorgien mündet in die An-
steckung mit dem HIV-Virus.
Das Spiel von he und Distanz zwischen den beiden geht weiter, bis
Jirka seine Ansteckung gesteht. Als Patrick erfährt, dass er trotz unge-
schütztem Sex mit seinem Liebhaber negativ ist, macht sich eine seltsame
Enttäuschung bemerkbar. Er fürchtet, diesen mysteriösen Mann zu ver-
lieren und setzt zu einem verhängnisvollen Schritt an, nämlich Jirkas
damaligen fatalen Tanz durch eine Winternacht nachzuzeichnen.
Simon Froehling beschwört den Augenblick, von dem es kein Zurück
mehr gibt. Er schildert die emotionale Achterbahnfahrt der beiden Pro-
tagonisten. In lmisch anmutenden Bildern entwirft er eine schwule,
städtische Welt, die eigenartig kontrastiert mit der Erinnerung an seine
verstorbene Schwester, die Grosse, und ihr gemeinsames Aufwachsen
in einer ndlichen Umgebung. Subtil gesetzte Reflexionen wechseln
mit Szenen, bei deren brutal anmutenden Handlungen einem der Atem
stockt. Ein Roman mit beeindruckender Darmaturgie.
Simon Froehling gebraucht eine recht ausdrucksstarke Sprache, knapp
und kristallklar. Sie erzeugt dreidimensionale Szenen, die leben, die
sich bewegen. Man sieht die beiden jungen nner, man spürt sie, man
fühlt sie und man leidet mit ihnen – hofft mit ihnen und freut sich mit
ihnen.
Es ist keine leichte Kost, keine einfache Sache sehr spannend, und alles
ist an seinem Ort, wie es zu erwarten ist. Natürlich wünscht man, dass die
Beiden ihr Glück lange, lange, ja unendlich lange geniessen können.
Lange Nächte Tag ist eine Geschichte über die Erotik des Todes, über
Eros und Thanatos, der Gott des Todes in der griechischen Mythologie,
eine Geschichte über die Lust am Risiko, über den Wunsch, mit einem
geliebten Menschen zu verschmelzen und den zerstörerischen Kräften,
die dadurch freigesetzt werden können.
Nach der Lektüre des Romans brannten uns noch ein paar Fragen unter
den Nägeln. Wir stellten sie dem Autor:
CR: Simon, warum dieses Thema?
SF: Ich habe mich schon in einem früheren Theaterstück mit dem Thema
einer möglicherweise intendierten HIV-Ansteckung auseinandergesetzt.
Aber das Stück ist mir meines Erachtens nicht gelungen, weshalb ich die
Thematik weiterhin mit mir herumgetragen habe. Jahre später gab es
eine Begegnung mit einem Menschen, die den Stoff für mich wieder ak-
tuell und dringlich gemacht hat. Nun habe ich das Gefühl, mit dem Buch
etwas abgeschlossen zu haben.
CR: Der Hauptakteur, Patrick, ist gleichzeitig der Erzähler der Geschichte.
SF:
Ja, er versucht, sich die ganzen Geschehnisse durchs Erzählen ver-
ständlich zu machen. Der Gestus ist jener einer Aneignung. Mir ging es
auch schon in den Theaterstücken immer wieder um die Frage des Er-
hlens. Was ist das überhaupt? Was lässt sich erzählen und was nicht?
Was passiert mit einem, wenn man erzählt? Patrick ist eine Figur, die von
Verlustängsten geplagt ist. Und das Erzählen ist auch immer eine Verge-
wisserung: Er versucht sozusagen, Jirka an sich zu binden, ihre Liebesge-
schichte festzumachen und zu bannen.
CR: Mir ist aufgefallen, dass dein intensiver, starker Text bei mir Bilder
hervorruft, als hättest du eine Filmszene beschrieben.
SF: (lacht) Auch bei meinen Theaterstücken habe ich oft gehört, sie seien
sehr filmisch. Schreiben ist der Versuch, Bilder zu übersetzen in Sprache.
Im Theater kommen die Worte weg vom Papier, werden interpretiert
durch die Regie und die Schauspieler. Beim Roman ist man sozusagen
sich selber überlassen.
CR: Was können wir von dir als Nächstes erwarten? Einen zweiten Roman
oder wieder einmal ein Theaterstück?
SF: (überlegt, lächelt) Ich weiss es, ehrlich gesagt, noch nicht. Der Roman
ist relativ spät fertig geworden, und jetzt geniesse ich die freie Zeit. Im
Moment stehen einige Lesungen an, das gehört dazu und macht mir auch
Spass. Durch das Lesen, merke ich, hält mich das Buch aber weiterhin sehr
besetzt. Ich denke, ich werde mich erst mal frei schreiben müssen. Was
dann kommt, wer weiss? Das ist auch das Spannende am Schreiben. Man
hat alle Möglichkeiten, auch wenn ich der Meinung bin, dass die Stoffe
einem sagen, welches Medium sie verlangen – wenn man gut hinhört.
Simon Froehling, Lange Nächte Tag
ISBN 978-3-03762-009-0, bilgerverlag rich
20
Kultur CRUISER Edition April 2010
Steps#12 tanzt
durch die Schweiz
Zwölf Tanz-Compagnien
zeigen hrend drei Wochen
the Best of...
Das Balé da Cidade de São Paulo eröffnet am 22.
April 2010 im Theater Winterthur das Steps-
Festival. Das legendäre dreissigköpfige Ensem-
ble hat sich als Plattform für Choreografen aus
dem latein-amerikanischen und europäischen
Raum etabliert. Bei der Premiere sind die drei
Choreografen Alex Soares, Itzik Galili und Caye-
tano Soto anwesend.
Steps will seit Beginn die Tanzkunst in der
Schweiz fördern. Neue Wege geht es dieses Jahr
mit dem Tanzprojekt «Lüpf dini Schue», das mit
Laien aus Schweizer Tanzschulen zeitgenös-
sische Choreografien entwickelt. r Tanzschaf-
fende finden Workshops mit den gastierenden
Compagnien statt und am 5. Mai reflektiert ein
fachspezifisches Symposium über Kreativität
und Karriere in der Choreografie. Auch Steps #12
ist vom Migros-Kulturprozent konzipiert und
wird in enger Zusammenarbeit mit den loka-
len Kulturveranstaltern realisiert. Das Festival
steht unter dem Patronat von Bundesrat Didier
Burkhalter und der Zürcher Stadtpräsidentin
Corine Mauch.
Tanz-Compagnien aus Brasilien, Belgien,
Deutschland, England, Israel, USA und der
Schweiz sind dabei. Mehr Infos und Programm
unter www.steps.ch. (kb)
Ganze Schweiz, 22. April bis 13. Mai 2010
Mamma Mia
Das Musical mit 22 Abba-
Klassikern bricht seit der
Londoner Premiere 1999
mtliche Rekorde
Auf einer kleinen griechischen Insel will Sophie
am Abend vor ihrer Hochzeit herausfinden, wer
eigentlich ihr Vater ist. Hatte doch ihre Mutter
Donna gleichzeitig drei Lovers... wie Sophie im
Tagebuch ihrer Mutter entdeckt hat. Und diese
drei Männer hat Sophie nun eingeladen. Das
Chaos wird perfekt, als auch noch Donnas bes-
te Jugendfreundinnen anreisen. Die Vergan-
genheit wird zur Gegenwart und es geht alles
drunter und drüber.
Das Erfolgsgeheimnis dieses Musicals liegt
wohl darin, dass sich jeder Zuschauer mit den
Figuren auf der Bühne und ihren Liedern iden-
tifizieren kann. Die Abba-Millionen-Seller, wie
«Take a Chance on me», «The Winner Takes It
Al, «Dancing Queen» oder «Super Trouper» be-
gleiten mit verändertem Inhalt die Themen und
Situationen der Show.
Seit der Uraufführung in London 1999 wurde
Mamma Mia in über 200 Städten auf die hne
gebracht, gegenwärtig wird das Musical in Lon-
don, am Broadway und in Oslo dauernd gespielt.
Die spektakuläre englisch gesprochene Show ist
mit der Londoner Uraufführung identisch.
Björn Ulvaeus und Benny Andersson hatten be-
reits in den 1980er-Jahren mit dem Musical «Ch-
ess» einen Welterfolg. Mit Mamma Mia wurde
der Traum vieler Fans wahr. 2008 kam die Ver-
filmung mit Meryl Streep als Donna ins Kino.
(kb)
Musical Theater Basel, 13. April bis 30. Mai
Übliche Vorverkaufsstellen und
www.ticketcorner.com oder 0900 800 800
www.mamma-mia.com oder www.musical.ch
Pasolini
Tanzsck. Der Mord aus der
Sicht des Mörders
Pier Paolo Pasolini wurde am 2. November 1975
am Strand von Ostia vom 17jährigen Pino Pelo-
si ermordet. Sein Tod wurde zu einem Mythos
und ist bis heute nicht restlos gekrt. Pasolini
betrachtete junge nnliche Proletarier als
Hoffnungstger eines durch Engstirnigkeit
und kapitalistisches Freibeutertum korrum-
pierten Italiens. Diese «Ragazzi di vita» waren
für ihn revolutionäres Potential und sexuel-
le Erfüllung. Handelte Pelosi mit Helfern im
Auftrag anonymer Auftraggeber? Wusste er,
wer ihn am römischen Hauptbahnhof Termini
ansprach und in einem Giulia GT nach Ostia
fuhr? Machte er sich erst später mit Pasolinis
künstlerischem Vermächtnis vertraut? Heute
gilt Pier Paolo Pasolini als einer der wichtigsten
Literaten und Filmemacher des 20. Jahrhun-
derts, zu seinen Lebzeiten war er als politischer
nstler und Privatmann allerdings äussert
umstritten.
Im Stück von Marco Santi sucht Pino Pelosi nach
der Identität seines Opfers. Und er trifft auf
Maria Callas, mit der Pasolini einige Jahre eng
befreundet war, und auf die Schauspielerin Sil-
vana Mangano. Es gibt Szenen mit den von Pa-
solini umworbenen Ragazzi di vita. Einzelne
Szenen sind von den Werken Mamma Roma,
Teorema oder Accattone inspiriert. Mit seinem
Ensemble und der Individualität jedes Tänzers
zielt Marco Santi auf jene Natürlichkeit, die
Pasolini seinen Darstellern vor der Kamera ab-
forderte. Sebastian Gibas ist Pino Pelosi, nzer
und Schauspieler. (kb)
Info
Marco Santi ist Tänzer und Choreograf, wurde in
Turin geboren und erhielt seine Tanzausbildung
am Teatro Nuovo Torino. Diplom bei École de
Danse Classique in Monte Carlo und an der Ham-
burgischen Ballettschule. Er ist zweifacher Preis-
träger des Prix de Lausanne. Seit 2005 leitet Mar-
co Santi das Tanztheater am Theater Osnabrück,
mit dem er sich in kürzester Zeit einen überregi-
onal hervorragenden Ruf geschaffen hat.
Theater St. Gallen.
Tickets unter 071 242 06 06 oder
www.theatersg.ch
21
CRUISER Edition April 2010
Kultur
Copy & Paste
Der Charmeur mit seinem
neuen Programm
Michael Elsener brauchte ein neues Programm.
Doch woher nehmen? Was in der Computer-
Welt klappt, funktioniert auch auf der h-
ne! Heute wird alles kopiert: Uhren, Mode, Me-
dikamente, Kunst, Musik. Hemmungslos und
heimlich. Michael Elsener hingegen kopiert
im Rampenlicht. Präzise und witzig. Und wer
ist nun wirklich das Original? Der junge Komi-
ker zeigt sein Talent. Er spielt sich temporeich
durch aufregende Figuren, freche Parodien und
pointierte Geschichten. Er singt, irtet und be-
geistert. Sympathisch und überraschend. Denn
er ist schnell, clever und unheimlich charmant.
Seinem Charisma und seiner Leichtigkeit kann
man sich nicht entziehen. Sein peinlichster
Moment war, als er an einem Patent-Ochsner-
Konzert lauthals gerufen hat: «Kuno, du geili
Sau!» kb
Theater am Hechtplatz, rich, 6. April
Tickets unter 044 252 32 34
Rock the Feet
Die Steptanz-Show mit den
Flying Taps
Aber auch wirklich jeder Musik-Stil bringt die
Eisen an ihren Schuhen zum Klingen. Die Fly-
ing Taps treten am Schweizer Schwingfest auf,
aber auch im Irish Pub, in der Disco, Im Swing-
und Jazz-Club - oder auch auf einer Baustelle.
Immer rocken sie die Füsse. Live gesteppte Show-
acts aus Stomp, Riverdance oder Michael Jack-
son, aber auch Steiner Chilbi, Blues Brothers,
Pop und Rock.
Die Flying Taps wurden 1995 gegründet. Die
Showgruppe mit zehn Tänzerinnen und n-
zern feiert seither Triumph um Triumph und
holt Auszeichnungen auf nationaler und in-
ternationaler Ebene. Sie beherrschen ihr Me-
tier und überzeugen durch Darstellung und
Bühnenpräsenz. Neben Tanzshows und Ballett-
Aufführungen, wurde 2008 das Musical «Next
Step Broadway» inszeniert. Margrit Lilly, Tänze-
rin und Choreografin ist Managerin des Show-
teams. Nach ihrer Ballett- und Tanz-Ausbildung
am Opernhaus rich tanzte sie hrend 10
Jahren im Opernhaus, auf Musical-Bühnen und
in Tanz Companies. www.flyingtaps.ch. (kb)
hne S, Zürich, 30. April bis 2. Mai
Tickets unter 041 455 23 23 oder
www.flyingtaps.ch
Zwei nner auf
einer Bank im
Central Park
Die Zoogeschichte
Jerry, ein einsamer, von Problemen überhäufter
junger Mann, kommt aus dem Zoo. Da ist ihm
klar geworden, dass ein Zusammenleben auf
dieser Welt nicht möglich ist, weil jeder von je-
dem durch Gitterstangen getrennt ist. Er trifft
Peter, einen Verlagslektor, dem es mit Frau und
Kindern sehr gut geht und wie jeden Sonntag-
nachmittag auf einer Bank im Central Park
sitzt. Jerry schaut ihn an und weiss, dass er mit
Peter reden muss. Höflich verwickelt ihn Jerry
zuerst in ein oberflächliches Gespräch, um ihm
schliesslich seine ganze Lebensgeschichte zu er-
hlen. Er beginnt Peter zu manipulieren und
zu provozieren. Die Situation eskaliert – plötz-
lich geht es um Leben und Tod.
Marco Zbinden und Roman Haselbacher haben
sich seinerzeit in der Theater Hochschule in
Zürich kennengelernt. Mehrmals spielten sie
zusammen, unter anderem auch eine Szene
aus der Zoogeschichte. Sie entdeckten bald, dass
sie den gleichen Theatergeschmack haben. Die
Beiden haben die Gruppe Haselbacher / Zbin-
den gegründet, und die Produktion der Zoo-
geschichte an die Hand genommen. Wolfgang
Beuschel, selbst Schauspieler, Regisseur und
künstlerischer Leiter des Weiterbildungspro-
jekts «Thea termacher» am Kulturmarkt, insze-
niert das Stück. Mit Marco Zbinden hat er schon
früher zusammengearbeitet, und Roman Hasel-
bacher ist gegenwärtig selbst Teilnehmer bei
den Theatermachern, die unter der Leitung von
Bruno Renevey das Projekt coproduzieren.
Die Zoogeschichte auf Deutsch zu spielen hat
Tradition. Nachdem 1958 mehrere New Yorker
Bühnen Albees Erstling abgelehnt hatten, fand
die Uraufführung am 12. September 1959 in der
Werkstatt des Berliner Schillertheaters unter
der Regie von Boleslaw Barlog statt. kb
Kulturmarkt, rich, 22. bis 30. April
Imprimerie. Basel. 4. bis 6. Juni
Tickets Kulturmarkt unter 044 457 10 30
Tickets Imprimerie unter Ticketino
0900 441 441
Grosse Töne
loses Mundwerk
Eine virtuose Künstlerin und
ein schlagfertiger Charmeur
Das Duo «‹Zu Zweithat neben hochkarätiger
stimmlicher, musikalischer und schauspiele-
rischer Qualität auch noch ein Programm im
Gepäck», sagte kürzlich die Presse. Tina Häus-
sermann und Fabian Schläper reizen in ihrem
neuen Programm die Möglichkeiten voll aus. Sie
spielen miteinander, nebeneinander und gerne
auch mal gegeneinander. Ob gezinkte Karten
oder ein Fullhouse, sie haben immer ein Ass im
Ärmel. Und ehe es heisst «Rien ne va plus!» sind
die beiden schon ngst losgegangen und haben
die Schlossallee erobert.
Sie sind jung, machen Musik, haben etwas zu
sagen und holen sich seit 2004 verschiedene
Preise in Deutschland und in der Schweiz. Ihre
Lieder sind die einer neuen Generation und ihre
Texte entstammen dem Hier und Heute: unver-
blümt, frisch und mit dem Schalk im Nacken.
Da wird mit Politessen abgerechnet, da werden
Bullterrier dressiert und Kinder beim Namen
genannt. (kb)
Im Hochhaus, Limmatplatz, 16. und 17. April
Tickets 044 277 20 82 oder www.im-hochhaus.ch
22
Nachgefragt CRUISER Edition April 2010
Branko B. Gabriel
trifft...
An der diesjährigen Basel-
world, der weltgssten Uhren
und Schmuckmesse (s. Seite
28) bin ich der Einladung von
Chopard gefolgt, da diese Lu-
xusmanufaktur ihr 150-h-
riges Bestehen feierte. Ist ja
verrückt, wie viel Geld einige
Uhrenmarken in ihre Pavillons
stecken. Man munkelt bis zu
1,5 Millionen Franken. Mot-
to des Abends: Gross, Grösser,
Grössenwahn!
Meine Begleitung an diesem Abend war niemand
geringerer als der bekannte Interieurdesigner
Ivan Stefani.
CR: Lieber Ivan, ich schaue mir all diese schönen
Pavillons an. Alles ist aus sehr exquisiten Materi-
alien hergestellt worden. Hier glänzen nicht nur
die reich verzierten Uhren und Schmuckstücke.
Was macht einen gut dekorierter Raum aus?
IS:
An erster Stelle sollte man sich auf Anhieb
wohlfühlen. Egal, ob das ein moderner oder eher
ein vergangener Stil ist. Dabei spielt das Licht-
konzept eine wichtige Rolle. Jüngst, wie ich nde,
schenken die Interieur-Designer diesem Aspekt
zu wenig Beachtung. Die Liebe steckt im Detail.
Und meistens kann auch weniger mehr sein.
CR:
Deiner Meinung nach ist oftmals weniger
mehr. Sehr schön. Du setzt ganze Wohnkon-
zepte um, restaurierst Möbel und dekorierst
und jüngst zeigen einige trendige Shops in Zü-
rich deine Handschrift.
IS: Mein letztes öffentliches Projekt war das
Logo-Design und die Pttli / Fliesen-Bemalung im
Schuhgescft Monsieur Dubois, das, wie ich
finde, ein kleines Bijou geworden ist.
CR: Was ist für dich gutes Design. Wie lautet
dein Credo?
IS: Gutes Design muss in sich als Gesamtkonzept
stimmen. Was, wie ich nde, frühere Epochen
sehr gut bewiesen haben. Alte bewärte Hand-
werkskunst ist immer noch ein Garant r ein
schönes Interieur.
CR: Ich liebe ja die Art Déco Epoche, wo kriegt
man Budget Stücke her und wie kann ich sie
selber aufmöbeln?
IS: Die besten Stücke findet man wohl an Aukti-
onen. In Brockenhäusern muss man heutezutage
Glück haben. Und ich sage nur, mit einer guten
Möbelpolitur ist die halbe Arbeit getan! (lacht)
Oder am besten bringst du die schönen Stücke
zu mir, ich werde sie dann professionell aufwer-
ten, ohne sie übermässig zu restaurieren.
CR: Der Frühling steht vor der r, gerne würde
ich meine Terrasse dekorieren. Auf was muss
ich achten?
IS:
Eine Terrasse kann nicht genug Grünzeug ha-
ben. Pflanzen, Blumen und alles, was das Auge
begehrt. Und Tisch und Stuhl aus dem Brocken-
haus oder von deinem Grosi. Bitte keine billige
oder moderne Massenprodukte kaufen.
CR: Du beweist nicht nur in Sachen Dekoration
ein gutes ndchen, auch als DJ AuraTrauma
verstehst du es, nicht alltägliche Musik an den
Mann zu bringen.
IS: Das Tanzen ist eine Ausdrucksform der Seele,
und es freut mich immer wieder zu sehen, wenn
Vibes und gute Laune rüberkommen.
CR:
Deine nächsten Projekte? Und wo bist du mit
deiner Musik anzutreffen?
IS: Demnächst fliege ich nach Boston für mein
neues Projekt. Dort werde einen Coffeeshop de-
signen und einrichten. Darauf freue ich mich
schon lange, denn ich kann meinen Ideen freien
Lauf lassen! Mein nächster Anlass als AuraTrau-
ma ist am 31.März in der Helden Bar. Das wird
bunt und lustig! Auch werde ich es mir dort
nicht nehmen lassen, ein wenig nach meinem
Geschmack zu dekorieren! Musik auflegen ist
so ein kleines Hobby von mir. Denn, wie ich n-
de, läuft ohne Musik gar nichts auf dieser Welt.
Das Partyleben in Zürich sollte wieder bunter
werden. Da will ich doch meinen Beitrag dazu
leisten.
www.ivanstefani.ch
www.myspace.com/djauratrauma
Infobox:
Ivan Stefani wurd am 20.05.1971 in Zürich ge-
boren. Bereits in jungen Jahren packte ihn die
Liebe zu Antiquitäten und zur Malerei. Inspi-
riert vom nordischen Interieur, aber auch von
der Antike bis hin zur Moderne und Art Deco,
konnte Ivan Stefani sein Können demonstrieren
mit Arbeiten für Privatpersonen, Geschäftslie-
genschaften sowie ein namhaftes Auktions-
haus. Zu den Spezialitäten in seinem Repertoire
gehören Chinalackmalereien sowie Vergolden
nach dem Vorbild alter Meister, aber auch mit
neuartigen, innovativen Techniken. Auch das
Restaurieren von Antiquitäten beherrscht Ivan
Stefani. Hierbei bleibt er stets seinem Credo
treu, die Möbel nicht zu sehr zu restaurieren,
sondern den Charakter und das natürliche Bild
des Möbels beizubehalten.
23
CRUISER Edition April 2010
Fotostrecke
«I was born 3. 4. 1985 in Johannesburg, South Africa. I moved to New York in 2008 at age 23. For a while, I interned for Ryan McGinley
whilst completing my Masters in Photography from the School of Visual Arts (SVA), NYC. My rst group show was at the
SVA Gallery in November 2009 in New York (Surface Tension). I am currently in Johannesburg, at the University of the Witwatersrand
completing a Degree in Physics and Applied Mathematics.»
Daniel van Flymen
Photographer
www.vanflymen.com
28
Lifestyle CRUISER Edition April 2010
Ulysse Nardin:
El Toro Ewiger Kalender
El Toro heisst die neuste Herausforderung von Ulysse Nardin und ver-
setzt die Uhrmacherei in die Zukunft. Dieser Hightech Ticker verfügt
über einen ewigen Kalender bis ins Jahr 2100. Das Automatikwerk mit
Chronometer-Zertifikat ist mit einer Gangreserve von 45 Stunden aus-
gestattet und bis 100 Meter Tiefe wasserdicht. Das Glas (Antireflexbelag)
und der Gehäuseboden sind aus Saphir. Das sportliche Kautschukband
ist mit einer Titan/Keramikfaltschliesse versehen. Das Modell El Toro ist
in limitierter Auflage von jeweils 500 Stück in Rotgold und
Platin erhältlich.
Concord:
C1 Vintage
Verwaschener Look und Spitzentechnologie. Der Chronograph C1 Vin-
tage spielt mit den Gegensätzen. Dieses neue Modell ist ein gewagter
Versuch in Punkto Design. Sein künstlich abgenutztes Edelstahlgehäuse
wirkt äusserst charmant. Sportlich aber retro, absichtlich gealtert aber
eindeutig muskulös. Dieser Zeitmesser lebt von seiner starken Dynamik,
welche die leistungsstarken Funktionen des automatischen, COCS-zer-
tifizierten Chronographen-Uhrwerks hervorhebt. Das Gehäuse ist aus
Edelstahl mit blauer PVD-Beschichtung, die Lünette ist mit 8 Schutzele-
menten aus schwarzem Kautschuk versehen. Saphirglas von 3,3 mm Stär-
ke ist beidseitig entspiegelt und der Saphirglasboden 8-fach verschraubt.
Chopard:
Armband wie Taschenuhr
L.U.C Louis-Ulysse
Die Genfer Uhrmacherschule und Chopard haben zusammen das Uhr-
werk L.U.C EHG entwickelt, welches das Herz der neuen Uhr «L.U.C
Louis-Ulysse - The Tribute» aus der Chopard Geburtstagskollektion ist.
Mit diesem Meisterwerk, einer zeitgenössischen Interpretation der
klassischen Taschenuhr, vereint Chopard Elemente aus seinem 150-jäh-
rigen Erbe der Haute Horlogerie. Der jüngste aussergewöhnliche Zeit-
messer von Chopard ist Taschen- und Armbanduhr zugleich. Das Ge-
häuse ist aus 18kt Weissgold, das gelbte Saphirglas ist entspiegelt.
Die Uhr ist weltweit limitiert auf 150 Exemplare.
Rado:
White Jubilé
Der neue Zeitmesser der Kollektion r5.5 ist das Resultat der fortgesetz-
ten Zusammenarbeit von Rado und dem britischen Designer Jasper
Morrison. Morrison verleiht der r5.5 Kollektion mit der von ihm getrof-
fenen Farbwahl Weiss einen ganz neuen Reiz. Die neue Interpretation
wirkt besonders edel, denn das Zusammenspiel von weisser Keramik
und Diamanten gipfelt in einem Zeitmesser voller Chic und Eleganz.
Der neue Designklassiker in Weiss.
Nouveautés Baselworld
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CRUISER Edition April 2010
Lifestyle
Eberhard & Co.:
Tazio Nuvolari Edition
Limie Grand Prix TN
Die in der Schweiz eher unbekannte Uhrenmarke Eberhard & Co.
stellte an der diesjährigen Baselworld die Tazio Nuvolari Edition Limi-
tée Grand Prix TN in 18kt Rotgold vor. Die ausgeprägte Sportlichkeit
des Modells wird noch versrkt durch die vorherrschenden Farben
Schwarz und Rot, die in ihrer Kombination dem Chronographen einen
besonderen Biss und eine spezielle Dynamik verleihen. Das schwarze
Krokodillederband wird von der lebendigen Note der roten Steppnähte
belebt. Erhältlich in limitierter Auflage von 123 Stück.
Seiko:
Premier Chronograph
Der Star der Premier-Kollektion 2010 ist der neue Chronograph mit
Grossdatum. Das Kaliber ist neu und kombiniert einen voll ausgestat-
teten Chronographen mit einer Datumsanzeige im Doppelfenster auf
der 12-Uhr-Position. Es verfügt über eine Batterielebensdauer von fünf
Jahren, einen 60-Minuten-Chronographen und alle hochwertigen
Merkmale, die Premier bekannt gemacht haben, wie Saphirglas, Was-
serdichte bis 10bar und Edelstahl.
Porsche Design:
P6780 Diver bis zu 1000m
Tauchtiefe
Mit der P’6780 Diver präsentiert Porsche Design nach mehr als 25 Jah-
ren seine zweite Taucheruhr. Der brandneue Zeitmesser ist mit einem
Automatikuhrwerk ausgestattet, bis zu einer Tauchtiefe von 1’000 Meter
wasserdicht und besticht durch ein Zifferblatt, das auch im Dunkeln gut
ablesbar ist. Einzigartig und ganz besonders aufwändig ist die dreiteilige
Gehäusekonstruktion des Diver. So wird der runde Container aus Edel-
stahl, der das Zifferblatt und das Uhrwerk umgibt, in eine kugelgestrahl-
te Titanbrücke eingeklappt, in die auch das Kautschuk armband integriert
ist. Die Markteinführung des P’6780 Diver ist r Sommer 2010 geplant.
Cuero y Sobrinos: Promi-
nente Cronografo Trofeo
Dieser Zeitmesser mit Edelstahlgehäuse verfügt über ein Zifferblatt aus
Karbonfiber mit einzigartigem Honigwabenmuster. Diese beeindru-
ckende Verzierung erinnert an einen Kalender mit unverwechselbaren
Automobilen der Formel Eins, vor dem Zweiten Weltkrieg und unter-
streicht dabei die Verbindung zwischen Cuervo y Sobrinos und dessen
Engagement bei den wichtigsten europäischen Autorennen mit histo-
rischen Oldtimern. Die klaren Linien der Trofeo sind von Art co Stil
beeinflusst. Der elegante Chrono hat ein Automatikwerk, das Gehäuse
ist aus Edelstahl, und das Saphirglas ist beidseitig entspiegelt. Im Han-
del ab Juni 2010.
Kolumne CRUISER Edition April 2010
Neulich am
Telefon
von Michi Rüegg
Die Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem
Sohn ist von besonderer Bedeutung. Es ist ein Band
der Gefühle, das ein Leben lang hält, eine zärt-
liche Liebe, die auf der Welt ihresgleichen sucht.
SIE: Rüegg.
ICH: Hallo, ich bins. Euer Sohn.
SIE: Von dir hört man ja auch nie etwas.
ICH: Deshalb rufe ich ja heute an. Wie gehts
euch?
SIE: Sonst interessierst du dich ja auch nicht da-
für, wie es uns geht. Andere Söhne besuchen
ihre Eltern ab und zu.
ICH:
Ich war gerade sehr bescftigt. Habt ihr
gesehen, ich bin für den Physik-Nobelpreis
vorgeschlagen.
SIE: Am Sonntag gab es Hackbraten. Da hättest
du kommen können.
ICH: Ist das nicht eine Riesenüberraschung? Ich
hätte nicht gedacht, dass ich es schaffe. Aber
die Konkurrenz ist deftig, die Japaner sind
mit dieser Neutrino-Sache hoch im Kurs.
SIE: Mit Härdöpfelstock.
ICH: Habt ihr mich im Fernsehen gesehen?
SIE: Griessers haben gesagt, sie hätten dich im
10vor10 gesehen. Wir sind halt um diese
Zeit im Bett. Wir können nicht jede Nacht
aufbleiben, nur weil der Herr vielleicht ir-
gendwann im Fernsehen kommt.
ICH: Wie war denn der Hackbraten?
SIE:
Sandro war drei Tage zu Besuch, als dei-
ne Schwester skifahren war. Er kann jetzt
schon ein bisschen reden.
ICH: Schön, dann kann er euch ja in Zukunft an-
rufen.
SIE: Griessers Sohn kommt dreimal die Woche
bei denen zu Besuch.
ICH: Er wohnt auch drei Häuser weiter, ist häss-
lich wie die Nacht, dumm wie Bohnenstroh
und kochen kann er auch nicht. Kein Wun-
der, hockt er immer bei denen.
SIE: Willst du mit deinem Vater reden?
ICH: Ist er da?
SIE: Er schaut Skirennen.
ICH: Ja, gib ihn mir.
SIE: Er will jetzt nicht. Wegen dem Skirennen.
ICH: Dann halt nicht. Du, ich hab einen neuen
Lover.
SIE: Schön.
ICH: Er ist schon schwanger. Wir wollen nächstes
Jahr heiraten.
SIE: Ist es wieder so etwas Ausländisches?
ICH: Thurgauer.
SIE: Die haben lange Finger. Schau, dass du nie
Geld rumliegen lässt. Wir haben immer ver-
sucht, dir das beizubringen. Und die Haus-
türe abschliessen. Gerade in rich.
ICH: Er klaut kein Geld, er hat sein eigenes.
SIE: Ruft er seine Mutter auch nie an?
ICH: Was sagt Sandro denn so?
SIE:
Und wo ist diese Nobelpreis-Sache eigent-
lich?
ICH:
In Oslo. Mit Riesengala und so. Die Königsfa-
milie ist auch dabei.
SIE: Ich hoffe, die bezahlen dir wenigstens die
Unterkunft. Kannst du uns Tickets besor-
gen? Griessers Sohn hat bei einem Tanzwett-
bewerb mitgemacht, da durften sie auch
mit. Sie sind ganz vorne gesessen, in der
fünften Reihe.
ICH: Es kommt etwas darauf an, ob ich gewinne.
SIE:
Weisst du eigentlich, was du uns gekostet
hast all die Jahre? Ein bisschen Dankbarkeit
re ja wohl das Mindeste. Wir haben dir
das ganze Studium nanziert.
ICH: Nein, habt ihr nicht. Ihr habt mich rausge-
schmissen, als ich zwanzig war, weil Papa
eine Sauna einbauen wollte.
SIE: Aber wir haben dich immer geliebt.
ICH:
Du wolltest mir damals beim Zahnarzt keine
Spange bezahlen, mit der Begründung, ich
bräuchte ja kein Filmstar-Gebiss. Vielleicht
bin ich deshalb nie Filmstar geworden.
SIE: Dann würdest du in Hollywood wohnen und
würdest noch seltener anrufen.
ICH: Ja, aber statt an einer miefi gen Gala in Oslo
könntet ihr bei den Oscars dabei sein. Und
Griessers zu Hause winken.
SIE: Gewinn erst mal diesen Preis, bevor du da-
mit prahlst. Wir haben dich nicht zum An-
geber erzogen.
ICH: (Pause) Gut, ich ng jetzt auf.
SIE: Komm wieder einmal vorbei, dein Vater
würde sich freuen.
ICH: Tschüss.
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32
Musik CRUISER Edition April 2010
Wer Cecilia Winter ist, bleibt
ein Geheimnis. Falls jemand
ein Herz zu verschenken hat,
ist er aber bei der Band hin-
ter dem Namen bestimmt
an der richtigen Adresse.
Mit Pomp und Punk schrummt und summt
das Trio, macht verwaschenen Rock und ver-
schwommene Balladen, lässt sanftes Glocken-
spiel auf harte Basswände aufschlagen. Alles
nicht neu erfunden, aber mit Garagenglamour,
Live-Qualitäten, düsterer Romantik und extra-
vaganter Euphorie gelingt es den Winters so
zu klingen, als ren The Xx plötzlich 40 oder
Coldplay wieder 18.
Lou Rhodes
****
One Good Thing
Kennen wir doch! Die Stimme von Lamb, deren Song
Gabriel einen Stil prägte, der einst Trip-Hop hiess und
allhlich zu Lounge versserte, vom Nachtschat-
tengewächs zur Plastikpalme mutierte. Die Stimme
heisst Lou Rhodes, im rechten Momente trennte sie
sich von Lamb-Partner Barlow, zog sich in den Wald zurück, wandte sich
fernab jeder Elektronik organischem Folk zu. Ihr drittes Soloalbum er-
hlt vom kleinen Glück und vom grossen Unglück. Ein mit Gitarre und
Streichern vertontes Tagebuch, auf dessen Seiten und Saiten das Innerste
nach aussen gekehrt wird. Hier werden keine Effekte ausgespuckt, viel-
mehr handelt es sich um eine Art Anti-Songs, um Lichtungen der Stille,
die hypnotisch alles anziehen und vom esoterischen Plätschern zur emo-
tionalen Wucht werden, sobald man dem Gras beim Wachsen zuschaut
und den Sonnenstrahl in den Tautropfen glitzern sieht. Songs, die beim
ersten Hören perfekt sind zum Einschlafen und beim zweiten noch viel
besser zum Aufwachen. (rg)
Broken Bells
*****
Broken Bells
Es beginnt mit einem Geräusch zwischen polyphonem
Klingelton und analogem Modem-Wählton. Nach ein
paar Takten Britpop dazu, dann die erste Strophe, die
bereits nach Refrain schmeckt. Die Harmonien der
Beatles, die Melodien der Beach Boys, der Flow von
Pink Floyd. Erst nachdem ein ganzes Rudel Kaninchen aus dem Zauberhut
gehüpft ist, verklingt der atemberaubende Trick mit einem Abba-Akkord,
und das war dann gerade mal der erste Song «The High Road». Das passiert,
wenn zwei Soundgenies sich treffen, James Mercer und Brian Burton, die
von Hip Hop bis Spongebob-Soundtrack schon so einiges auf dem Kerbholz
haben. Als hätten sie die ganze Popgeschichte seit den Sixties aufgeknöpft
und neu zusammengeschneidert, präsentieren sie eine frische Kollektion
von zehn musikalischen Designerstücken, die jeder Frühlings-Playlist
perfekt stehen und die nach einer Saison bestimmt nicht auf dem Wühl-
tisch landen werden, sondern entweder im Museum oder auf dem Regal
der unverwüstlichen Lieblinge. (rg)
My Heart Belongs
to Cecilia Winter
Our Love Will Cut Through Everything
Der Legende nach lernte Thom Luz an einer
Tankstelle vor der Stadtgrenze Betty Fischer
kennen, gründete mit ihr ein Velvet-Under-
ground-Ukulelenduo. Später an der Schauspiel-
schule traf er Markus Gerber, die drei spielten
für eine Performance und rten nach dem letz-
ten Vorhang nicht auf, ganz im Gegenteil. Nach
Proben im Zivilschutzkeller und Auftritten in
WGs ging’s letzten Sommer nach Frankreich
zur Aufnahme des ersten Albums, und jetzt be-
ginnt alles erst richtig.
Sie nehmen in jedem Lied den Puls da, wo er am
stärksten schlägt, mitten im Herzen, und mit-
ten im Zürcher Kreis 5, zwischen La Catrina,
Provitreff und Exil, also genau in dem Quartier,
wo auch Sophie Hunger ihr Nest hatte. Nach So-
phies Handstand muss man für Cecilia das La-
bel «Schweizer Musik» gcklicherweise nicht
mehr auf den Kopf stellen. Sie war ebenfalls in
Frankreich, hat nach dem grossen Durchbruch
sorgfältig den schwierigen Zweitling produ-
ziert. My Heart Belongs to Cecilia Winter haben
es einfacher, sie befinden sich mitten im ersten
Hype, alles ist noch offen. Auf dem Cover sieht
Thom Luz aus wie ein frisch geschpfter Para-
diesvogel oder ein Wolf im Schafspelz. Kühle In-
szenierung? Kochende Gefühle? Ist das Glitzern
aufgeschminkt oder der Dreck? Cecilia hat viele
Geheimnisse, und sie wird weit kommen, wenn
sie diese bewahrt. (rg)
33
CRUISER Edition April 2010
Film
Alter macht unsichtbar. Di-
ese bittere Erkenntnis muss
Giulia ausgerechnet an ih-
rem Fünfzigsten erfahren.
Daraufhin tut sie, was jede
gute Frau in dieser Situation
tut: Sie geht shoppen. Dabei
trifft sie auf einen Fremden,
mit dem sie kurzerhand den
Abend verbringt. Wäre da
nicht ihre geladene Geburtstagsgesellschaft,
welche frisch aufgebretzelt, die Zeichen des
Alterns weggeschminkt, im Restaurant auf
Giulia wartet. Auch deren Thema ist der Zahn
der Zeit, also werden Wahr- und Weisheiten
Das weisse Band
*****
Drama
Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands.
Es ist der Vorabend des Ersten Weltkriegs. Auf den
ersten Blick geht hier alles seinen geordneten Gang. Doch
plötzlich gibt es eine Veränderung: Es beginnt mit einem
Reitunfall des Doktors, dessen Pferd über ein gespanntes
Drahtseil gestürzt ist. Dann verunglückt eine Frau in
einem Sägewerk und bald darauf wird der älteste Sohn
des Barons entführt und misshandelt. Den Übeltäter
vermutet man in den eigenen Reihen und es dauert nicht
lange, bis das Misstrauen unter den Menschen wächst. Aber es gibt noch etwas,
was den Dorflehrer, welcher die Vorfälle beobachtet, beunruhigt: Einige Kinder
scheinen sich seit den rätselhaften Ereignissen anders zu verhalten, so, als
tten sie etwas zu verbergen... Das weisse Band von Michael Haneke (Funny
Games) gewann 2009 die Goldene Palme in Cannes. Haneke schuf hier ganz
grosses Kino, das einen abgrundtiefen Blick hinter die Fassade des Bürger-
tums gestattet und eine Keimzelle des sen entlarvt. (dd)
Hollywood, je taime
***
Schwul
Jerome ist das, was man auf Englisch ein «Dreamboat»
nennt: Top-Figur, leicht verkrter Dackelblick und
hoffnungslos romantisch. Fliehend vor dem winter-
grauen Paris sowie seinem Ex-Freund, reist Jerome
kurzerhand nach Hollywood. In der Traumfabrik wird
er schnell mitsamt seinem sexy Akzent von einem
bunten Häufchen Lebenskünstler ins Herz geschlos-
sen, wie etwa Norma, der Schutzgöttin aller Drag
Queens. Was folgt, ist eine wunderbar beschwingte
Komödie mit Tiefgang und unvergesslichem Charme. Denn voller Naivi-
tät beschliesst Jerome nun eine Karriere als Schauspieler zu starten. Aber
aller Anfang ist schwer und mangelndes Talent ein Problem. So schlägt
sich Jerome mit Hilfsjobs in Restaurants und zum Brüllen komischen
Castings herum, bei denen sich noch der letzte Loser schick in Szene zu
setzen versteht. Bloss nicht der vom Rampenlicht verschreckte Jerome,
der seinen Ex-Freund zu Hause partout nicht vergessen kann. (dd)
Giulias Verschwinden
Komödie
ausgetauscht, welche zusehends mit ge-
gend Alkohol konserviert werden.
Auch die Teenager Jessica und Fatima gehen
«shoppe, deren Frust ist aber das mangelnde
Kleingeld. Um den Schwarm ihrer Herzen zu ero-
bern, «finden» sie goldene Turnschuhe, was dem
Ladendetektiv nicht entgeht. Schnell werden die
geschiedenen Eltern von Jessica herbeigerufen,
die sich nur zu schnell in den Trümmern ihres
Erziehungskonzeptes vornden. Gehört die
Tochter zur Generation einer verlorenen Jugend
und noch wichtiger, wer ist schuld daran?
Derweil schmollt die 80-jährige Leonie an ih-
rem Geburtstag über ihre verlorene Jugend.
Äusserst effektiv lehnt sie sich gegen die Toch-
ter, die Altersresidenz, die Konventionen und
gegen das Älterwerden auf und sabotiert damit
genussvoll die eigene Party.
Regisseur Christoph Schaub realisierte schon mit
Happy New Year einen ähnlich tragikomischen
Episodenfilm über gewisse Meilensteine im Le-
ben und den damit verbundenen Wünschen und
Sehnsüchten. Mit Giulias Verschwinden nimmt
er sich der Altersfrage an und weiss auch diese,
nach der Idee von Martin Suter, gekonnt in Sze-
ne zu setzen. Sein erlesenes Ensemble, u.a. Bru-
no Ganz und Corinna Harfouch, agiert voller
Spielfreude durch die Szenerie. Es ist ein klei-
ner Skandal, dass Giulias Verschwinden beim
Schweizer Filmpreis leer ausging. (dd)
34
Fashion CRUISER Edition April 2010
Modedesigner
Laend Phuengkit
Das Beste aus zwei Welten
Laend Phuengkit, der Zürcher
Modedesigner mit thailän-
dischen Wurzeln, schafft es
mit seiner neuen Kollektion
«Zer, asiatische und euro-
päische Stilelemente in einer
modernen und ausserge-
wöhnlichen Weise zusammen-
zufügen. Und dies mit einer
Leichtigkeit, die ihresgleichen
sucht.
Schärpen, die traditionell um den nackten Ober-
körper gewickelt werden, in den bunten Farben
Südostasiens, getragen unter einem Trenchcoat.
r seine neue Kollektion «Zero» pickte Laend
Phuengkit Stilelemente aus zwei Kontinenten
und kombinierte das farbige, verspielte Flies-
sende aus dem Fernosten mit geradlinigen, bei-
nahe uniformiert wirkenden Schnitten aus dem
Westen. Das Resultat ist eine Kollektion, die be-
sticht durch Anmut, Stolz, ländliche Tradition
verbunden mit dem klassischen und urbanen
Stil der westlichen Kultur.
Eine Kollektion mit Lieblingsstückcharakter.
Denn die Kleidungsstücke sind zeitlos und kön-
nen immer wieder getragen und neu kombi-
niert werden. Ein Anliegen, das dem Designer
am Herzen liegt: «Ich habe selber viele Lieblings-
kleidungsstücke, die ich nie hergeben würde.
Das soll auch in meinen eigenen Kollektionen
der Fall sein. Ausserdem kaufen Männer viel
pragmatischer ein als Frauen. Ein Kleidungs-
stück für den Mann muss oft viel länger halten
als das einer Frau», so der Designer.
Laend Phuengkit wurde das Talent für die Mode
quasi in die Wiege gelegt, bereits seine Gross-
mutter war Damenschneidern. Mit grosser
Faszination sah er in seiner Kindheit beim Nä-
hen und Stricken zu. Eine Faszination, die all
die Jahre nicht wich und ihn schliesslich an
die Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel
brachte, wo er Modedesign studierte. Schnell
war klar, dass er sich auf Männermode konzen-
trieren wollte. «Männermode lässt mehr Innova-
tion zu. Bei Frauenmode ist schon beinahe alles
einmal dagewesen. Es ist hier viel schwieriger,
das Rad neu zu ernden», so der 27-jährige De-
signer. Doch als Mann Mode für Männer zu ent-
werfen, birgt auch seine Gefahren: «Ich musste
lernen, dass man beim Design nicht zu fest von
sich selbst ausgehen darf. Ich musste auch ler-
nen, mich von meinen eigenen Kreationen zu
distanzieren.»
Marc-André Capeder
Laend Phuengkits Kollektion «Zero» ist
erhältlich bei:
•Opia, Kernstrasse 24, 8004 Zürich.
www.opiashop.com
•Frau Meise, Kaffee und Design-Kultur,
Untere Halde 15, 5400 Baden.
www.fraumeise.ch
•Und bald im Onlineshop auf
www.laendphuengkit.com
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CRUISER Edition April 2010
Gesundheit
Weg mit Brankos
Speck Teil 3
5. Woche
Die Disziplin sst nach. Ich muss mich echt zu-
sammenreissen, dass ich das ganze «Tam Tam»
um meinen Selbsttest nicht an den Nagel hän-
ge. Ich trainiere nun dreimal die Woche. Leider
ohne grosse merkliche Veränderung. Der Bauch-
umfang ist immer noch bei der Marke 176,5 cm
und die Brust, sprich der Brustkorb, ist nur leicht
fester geworden. Nur Problem 3, der Arsch, er-
lt langsam, wieder seine knackige Form. Ich
werde langsam aber sicher skeptisch, denn ich
bin mit dem Resultat nicht wirklich zufrieden.
Neben dem mässigen Erfolg verspüre ich ab und
an leichten Schwindel, Nackenschmerzen und
im Schulterbereich ein seltsames «Rumoren».
Ich werde mal meinen Personal-Trainer kon-
taktieren. Ich hoffe nur, dass ich das Training
richtig absolviere, denn ich möchte ja dadurch
keine bleibenden Schäden davontragen.
6.Woche
Meine lieben Freunde, ich bin immer noch eis-
sig am trainieren. Leider war diese Woche sehr
streng, nicht nur das Training, nein, auch mei-
ne gesellschaftlichen Verpfl ichtungen waren
eine Tortur. Trotz Wochenende im Nacken, wie
gewohnt am Montag Power Plate. War echt ein
«Megakrampf»! Leider habe ich doch etwas zu
tief ins Glas geschaut, und nun folgt der Tri-
but. Schon nach zehn Minuten bin ich nudel-
fertig. Am Mittwoch war ich eingeladen am
Zurich Open, Sieg für John McEnroe, mit an-
schliessendem Galadinner. Und wieder konnte
ich mich mit Wein nicht zurückhalten. Selber
schuld! Das Training zieht mächtig, ich schwit-
ze mir dermassen einen ab und klappe fast zu-
sammen. Lustig, trotz all meinen Eskapaden
spüre ich wie sich mein Körper verändert. Al-
les ist schön straff, selbst der Bauch fühlt sich
fester an. Ich glaube ich habe hier doch wieder
1-2 cm verloren! Mein Glück ist allerdings nur
von kurzer Dauer, denn schon am Freitag hatte
ich ein Booking als Host, Samstag Einsatz als
DJ und Sonntag ausgiebiges Brunchen im Dol-
der Grand! Ich konnte dem feinen Buffet nicht
widerstehen, und ich schlemme, was das Zeug
hergibt.
7. Woche
Der Alkpegel ist zwar wieder merklich gesun-
ken, dennoch fühle ich mich träge und fett! Kein
Wunder nach dieser Völlerei. Ahoi, schlechtes
Gewissen.
Mein Foodplan wird sofort umgestellt! Mir ist
schwindlig. Ich denke ununterbrochen daran,
ob das vielleicht doch vom Power Plate kommen
könnte. Ich hätte ja meinen Instruktor anrufen
sollen. Hätte…...
Nach 3-4 Tagen habe ich endlich wieder Ausdau-
er und der Spassfaktor ist auch wieder zurück.
Nur meine Nackenschmerzen lassen einfach
nicht nach, auch verspüre ich immer wieder
Schwindel. Muss endlich wissen, was los ist.
8.Woche
Kein Alkohol diese Woche. Das merkt man! Mich
hat es immer noch nicht von der Plate geschleu-
dert. Fit wie ein Turnschuh trainiere ich vor
mich hin. Ich steigere mein Programm um drei
Übungen (mehr Bauch und Beine). Und siehe da,
ich habe am Bauch tatsächlich nochmals 1,5 cm
verloren. Ist zwar nicht