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Cruiser im Juni 2010

Dieses Magazin ist schwul
CRUISER Edition Juni 2010
Fotographer Miguel Villalobos, «Zurich Pride Festival», Zoe Torinesi, Tasty Tim,
Mr Gay Alliance Award, Bangkok, Daniel Schmid, Paradies Schweiz,
Fort Lauderdale, «Gay-Box», Sex & The City, Walserhof in Klosters, Crystal-Award
JACK
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5
CRUISER Edition Juni 2010
Inhalt
Pride
Vom 3. bis 6. Juni ndet das «Zurich Pride Festival» statt. Noch immer wird dabei dem Christopher
Street Day gedacht. Aber nicht nur an einem Tag. Der neue Event dauert vier Tage. Angekündigt
sind mehr Politik und Kultur aber auch viele Parties und ein Gratiskonzert auf dem Turbinenplatz.
Das Motto «Do ask, do tell» steht für einen offenen Umgang mit dem Thema Homosexualität. Es
ist Zeit, nichts mehr zu verstecken, sich «stolz» zu zeigen. Die Pride ist natürlich Hauptthema in
dieser Ausgabe. Darüber hinaus bringen wir zum Sommeranfang einen grossen Strauss von span-
nenden Themen.
Martin Ender, Verleger
8
Lieber «Do» als «Don’t»
Zurich Pride Festival
13
Mr Gay Alliance Award
Siegerin ist die Zürcher Kantonal Bank
16
Kampfzone Silom
Die Auswirkungen auf Schwulenlokale
18
Regisseur Daniel Schmid
Das Kino Xenix in Zürich zeigt alle Filme
32
«Where the Boys Are»
Fort Lauderdale ist heute die Gay-Destination
40
Sex & The City 2
Get Carried Away: Noch einmal mit Gefühl
News 610111214
Szene 2024253436
«Box-Stop» 3952424445
Hildegard 4647 48 50
6
News CRUISER Edition Juni 2010
Internationale
News
Mumbai

in Indien
In Indien fand im April das erste schwul-les-
bische Filmfestival in der Geschichte des Sub-
kontinents statt, das sich an ein Mainstream-
publikum richtete. In der Bollywood-Metropole
Mumbai wurden während des «Kashish Mum-
bai International Queer Film Festival 2010»
mehr als 110 schwul-lesbische Filme aus über
25 ndern gezeigt. In Indien wurde erst im
vergangenen Jahr Homosexualität entkrimi-
nalisiert. Das Gesetz gegen Homosexualität
war 1860 von den damaligen britischen Kolo-
nialherren eingeführt worden. Auch nach der
Entkriminalisierung der Homosexualität sind
Sc hw ule und Lesben i n der stark fami lienorien-
tierten indischen Gesellschaft stigmatisiert. Da
war es eine kleine Sensation, dass das Ministeri-
um für Information, Radio, Fernsehen und Film
das Festival erlaubte.
Strassburg
Europarat liest schwulen-

die Leviten
Die Mitgliedsstaaten des Europarats sollen ho-
mosexuelle Partnerschaften endlich rechtlich
anerkennen sowie gegen die Diskriminierung
Homosexueller vorgehen. Das beschloss die Par-
lamentarische Versammlung des Europarats
im April. Eine ähnliche Entschliessung hatte
bereits das zweite Hauptorgan der 1949 gegrün-
deten Organisation, das Ministerkommittee, im
rz verabschiedet. Der Europarat kritisierte
die anhaltende Diskriminierung Schwuler und
Lesben in vielen der 47 Mitgliedsstaaten. So sei
zum Beispiel nicht in jedem Land die Versamm-
lungsfreiheit garantiert. Zudem sollten die Mit-
gliedsländer Menschen, die in ihren Heimat-
ländern wegen ihrer sexuellen Orientierung
verfolgt werden, Asly gewähren.
Washington
Homohasser reist mit

Schon wieder ist ein prominenter Schwulen-
feind in den USA als Homosexueller enttarnt
worden. Der einussreiche Baptistenpfarrer
Denn Rekers hatte auf einer Europareise einen
20-jährigen Stricher als Lustknaben mitgenom-
men. Als Pfarrer wetterte der ehemalige Psy-
chologieprofessor Rekers gegen Schwule und
setzte sich r die «Heilung» Homosexueller ein.
Rekers ist Mitbegründer der mächtigen Lobby-
gruppe Family Research Council, die gegen Ho-
mosexualität und Abtreibung zu Kreuze zieht
und ein Pfeiler der christlichen Rechten in den
USA ist. Rekers bestreitet, mit dem Stricher, der
seine Dienste auf einer Webseite für Callboys
angeboten hatte, Sex gehabt zu haben. Wegen
seines Rückenleidens, so Rekers, habe er den
jungen Mann als Kofferträger engagiert.
Los Angeles
Arzthelfer outet sich als Lover

Der offen schwule Jason Pfeiffer stand als Arzt-
helfer in den Diensten von Dr. Arnold Klein,
dem Hausarzt von Michael Jackson. In einem
TV-Interview des US-Senders «Extra!» behauptet
Pfeiffer jetzt: «Ich war Jacksons Lover!» Und:
«Michael war sehr leidenschaftlich, sehr sexu-
ell, sehr sinnlich und total lüstern. Er sagte öf-
ters, dass er mich liebe.» Bereits bei der Trauer-
feier für den im vergangenen Jahr verstorbenen
Jackson hatte Pfeiffer mit verklausulierten Hin-
weisen auf seine Beziehung zu Jackson fast für
einen Skandal gesorgt. Seit seinem Outing als
Homogespiele des «King of Pop» steht der schwer
übergewichtige Pfeiffer wegen Morddrohungen
rund um die Uhr unter FBI-Schutz.
Wien

Sondermarke
«Die diesjährige Regenbogenparade am 3. Juli
wird mit einer Weltsensation aufwarten kön-
nen», freut sich Jona Solomon, Obfrau der Ho-
mosexuellen Initiative Wien. «Die Österrei-
chische Post AG wird der Jubiläumsparade eine
Sonderbriefmarke widmen. Unseres Wissens
ist es überhaupt das erste Mal weltweit, dass
eine Postverwaltung eine Sonderbriefmarke
zu einem schwul/lesbischen Anlass heraus-
gibt.» Gedruckt wurde die von dem Graker
und Obmann der HOSI Wien Christian Högl
gestaltete Sondermarke zum Nennwert von 55
Cent in einer Auage von 250 000 Stück. Die
«Regenbogenparade»-Briefmarke wird ab dem
25. Juni in ausgewählten Postlialen und auf
Bestellung erhältlich sein.
Minsk
Schwule stellen Gefahr für

Der Slavic Pride in Minsk ist mit einer abenteu-
erlichen Begründung verboten worden. Öffent-
liche Veranstaltungen, die weniger als 200 Me-
ter von unterirdischen Fussgängerübergängen
sowie U-Bahn-Stationen entfernt stattnden,
seien laut Gesetz nicht genehmigungsfähig, be-
schied die Stadtverwaltung von Minsk den Or-
ganisatoren. Mit diesem Verbot liegt Minsk ganz
7
CRUISER Edition Juni 2010 News
auf der schwulenfeindlichen Linie von Weiss-
russlands Präsident Alexander Lukaschenko. So
hatte Lukaschenko im Jahr 2004 Deutschland
vorgeworfen, in Weissrussland Drogen und Ho-
mosexualität zu verbreiten. Im Februar dieses
Jahres hatte der Rat für Sittlichkeit Konzerte von
Rammstein verboten, weil die kontroverse deut-
sche Rockgruppe für Homosexualität werbe.
Washington
-
minierungsrecht
40 frühere US-Milirpfarrer haben in einem
Brief an Psident Barack Obama die Beibehal-
tung des Verbots von Schwulen und Lesben in
den US-Streitkräften gefordert. Diese Verände-
rungen würden «die religiöse Freiheit von Mili-
rpfarrern und Soldaten einschränke, erklär-
ten die Pfarrer. Christliche Soldaten könnten
ihre wahren Gefühle über die sündhafte Homo-
sexualität nicht mehr zum Ausdruck bringen,
wenn sie gezwungen würden, zusammen mit
Schwulen und Lesben zu dienen. Als Beispiel
für diese «Unterdrückung» führten die Pfar-
rer die Ausladung von Tony Perkins, Chef des
schwulenfeindlichen «Family Research Coun-
ci, von einem «Gebets-Mittagessen» auf dem
Andrews-Luftwaffenstützpunkt an. Perkins
hatte zuvor Obamas schwulenfreundliche Po-
litik kritisiert.
Wilna
Homofeinde am anderen Ufer
500 CSD-Teilnehmer, 1000 Polizisten und 1500
Gegendemonstranten das ist der «Baltic Pride»
vom 8. Mai in Litauens Hauptstadt Wilna. Unter
den Teilnehmern waren auch Politiker aus dem
Ausland wie Volker Beck, Fraktionsgeschäfts-
führer der Grünen im deutschen Bundestag,
oder auch Schwedens Europaministerin Bir-
gitta Ohlsson. Die CSD-Teilnehmer wurden in
Bussen zu dem abgesperrten Demonstrations-
gebiet am Fluss Neris gefahren, während die Ge -
gendemonstranten am anderen Ufer des Flusses
bleiben mussten. Der oberste litauische Verwal-
tungsgerichtshof hatte das Verbot des Baltic
Pride durch ein Verwaltungsgericht in letzter
Minute aufgehoben. Rechte Politiker hatten ge-
gen die CSD-Genehmigung durch den rger-
meister von Wilna, Vilius Navickas, geklagt.
Sydney
Schwimmstar outet sich
Daniel Steven Kowalski ist jetzt auch ofziell
schwul. Der olympische Schwimmer aus Aus-
tralien hat sich öffentlich zu seiner Homosexu-
alität bekannt. Ermutigt durch den walisischen
Rugby-Spieler Gareth Thomas habe er diesen
Schritt gewagt, sagte Kowalski gegenüber aus-
tralischen Medien. «Ich war es einfach leid, eine
Lüge zu leben. Der Druck ist gross, sich als Spit-
zenathlet nicht zu outen...Nun hoffe ich, bald
eine Liebe zu nden und glücklich zu sein.»
1996 gewann der am 2. Juli 1975 in Singapur
geborene Kowalski, olympische Medaillen über
200, 400 und 1500 Meter Freistil. Kurz vor den
olympischen Spielen in Peking outete sich mit
Turmspringer Matthew Mitcham ein anderer
australischer Sportstar als schwul.
Kairo

Immer häuger erteilen muslimische Länder
westlichen Künstlern Aufrittsverbot. Jetzt hat es
Elton John getroffen. Die ägyptischen Behörden
sagten einen für den 18. Mai geplanten Auftritt
Sir Eltons ausgerechnet wegen der «Beleidigung»
von Jesus Christus ab. «Wie können wir einen
Schwulen zulassen, der Religion verbieten will
und behauptet, der Prophet Isa sei homosexu-
ell gewesen, und Länder im Nahen Osten dazu
aufruft, Schwulen sexuelle Freiheit zu geh-
ren?», wettert Mounir el-Wasimi, Sprecher der
ägyptischen Musikergewerkschaft. Elton John
hatte im Februar über Jesus gesagt: «Ich denke,
Jesus war ein mitfühlender, super-intelligenter
schwuler Mann, der die menschlichen Probleme
verstand.»
Bogota
Hühnerfleisch macht schwul
Gäbe es einen Preis für die «Dummheit des
Jahres», dann hätte ihn in diesem Jahr und
gleich noch für die folgenden Jahre, Bolivi-
ens Präsident Evo Morales erhalten müssen.
Der Politiker hatte mlich allen Ernstes be-
hauptet ausgerechnet auch noch auf einer
Klimakonferenz der Verzehr von hormon-
behandeltem hnereisch mache Männer
homosexuell. Nach heftigen Protesten von
Schwulenorganisationen liess Morales eine
Entschuldigung verbreiten. «Er respektiert die
Menschen hinsichtlich ihrer sexuellen Frei-
heit», teilte sein Pressesprecher mit. Zudem
sei der Präsident falsch zitiert worden und da-
rüber hinaus wollten internationale Medien
die Position des sozialistischen Psidenten
schwächen und bereiteten mit voller Absicht
eine Rufmordkampagne vor.
Cannes
Queere Palme an der
Croisette
Jetzt hat auch das berühmte Cannes Film Fe-
stival seinen Filmpreis für cineastische Werke,
die sich mit schwul-lesbischen Themen befas-
sen. In Anlehnung an den Namen der bishe-
rigen Preise des Festivals heisst der Preis «Queer
Palm». Zwar ist die queere Pal me, eine In itiat ive
von unabhängigen Fi lmemac hern, noch ein in-
of zieller Preis und die Preisträger werden von
einer eigens ausgewählten Jury ausgewählt.
Damit ist das Festival von Cannes das dritte
grosse internationale Filmfestival, das schwul-
lesbische Filme mit einem eigenen Preis ehrt.
Bei den Filmfestspielen von Venedig wird der
«Queer Lion» vergeben. Der P ionier der schw ul-
lesbischen Filmpreise ist aber der «Teddy» der
Berlinale.
Havanna


Hunderte schwul-lesbischer Aktivisten nah-
men wenige Tage vor dem «Internationalen
Tag gegen Homophobie» am 17. Mai an der
Gay Pride in der kubanischen Hauptstadt Ha-
vanna teil. Die kubanischen Schwulen und
Lesben hatten eine prominente Unterstütze-
rin: Mariela Castro, Tochter des kubanischen
Präsidenten Raul Castro und Nichte von Fi-
del Castro. Unter dem Regime von Ex-P-
sident Fidel Castro wurden Homosexuelle
lange Zeit verfolgt, diskriminiert und ein-
gesperrt. Nicht zuletzt Dank der Arbeit von
Mariela Castro und ihres «National Sexual
Education Center» hat sich die gesellschaft-
liche Situation Schwuler und Lesben in Kuba
wesentlich verbessert. Die 47-jährige Mariela
Castro, die als «Rebellin» in der Castro-Fami-
lie gilt, ist verheiratet und hat aus zwei Ehen
drei Kinder.
Pride CRUISER Edition Juni 2010
Lieber «Dals «Don’t»


Von Alex Rudolf
9
CRUISER Edition Juni 2010 Pride
Unter dem Motto «Do ask,
Do tell» wird vom 3. bis 6.
Juni das «Zurich Pride Fes-
tival» stattfinden. Die Mi-
schung aus CSD und Euro-
Pride verspricht das Beste
von beiden Events.
Das ZHPF (Zurich Pride Festival) ist eine Verschmelzung aus CSD, der
dieses Jahr sein 16-jähriges Bestehen gefeiert hätte und der EuroPride,
die letzten Frühling in Zürich gastierte. Warum man den CSD begraben
will und die EuroPride noch künstlich beleben muss, diese Frage stellte
CR Nathalie Schaltegger, Präsidentin des Vereins. «Es hat nichts mit Be-
graben oder künstlich Verlängern zu tun. Wir wollten einfach die besten
Elemente beider Events vereinen und etwas Neues kreieren», sagt die ehe-
malige Cranberry-Barfrau. Ausserdem sei es dem Organisationskomitee
wichtig gewesen, international aufzutreten. «Christopher Street Day»
werde fast nur noch im deutschsprachigen Raum verwendet. Der Begriff
«Festivasei angefügt worden, weil man zeigen wolle, dass es sich um ei-
nen mehrtägigen Event handelt, wie bei der EuroPride eben, fügt sie an.
Das Motto
«Do ask, do tel, so lautet das Motto des ersten ZHPF. Ein klarer Seiten-
hieb auf die Politik der US-Armee («Don’t ask, don’t tel), welche Homose-
xuelle zwar duldet, ihnen das Outing jedoch verwehrt und Sanktionen
vollzieht, falls es doch jemand wagt. Schaltegger fügt an: «Wir wollen zur
Kommunikation auffordern. Das Motto steht für einen offenen Umgang
sowie die Integrierung von Minderheiten und für das Abbauen von Vor-
urteilen und Ängsten».
Mehr Politik und Kultur
Ein Vorwurf, der sich nicht nur ausserhalb der Community breit macht,
sondern auch viele Schwule und Lesben selber adressieren, ist der, dass
Pridefeste nur ein Vorwand seien, eine rauschende Party nach der ande-
ren zu feiern. Dem widerspricht die neue Präsidentin jedoch vehement:
«Wir haben an der Generalversammlung entschieden, dass wir mehr Po-
litik und Kultur in das ZHPF einiessen lassen wollen. Beispielsweise gibt
es eine Filmnacht, als Partyalternative, eine Kulturbühne und zwei sehr
interessante Fachtagungen ein vielfältiges Programm
Die Fachtagungen nden am 3. und 4. Juni statt und behandeln die The-
men «Diversity Management», also den Schutz vor Diskriminierung auf-
grund der sexuellen Orientierung in der Arbeitswelt und «Fünf Jahre
Partnerschaftsgesetz», ein Resümee über die Entwicklung eingetragener
Partnerschaften. Aber auch abseits der ofziellen Tagungen kommt man
zu intellektueller Stimulation. Michi Rüegg, unser geliebter Kolumnist,
wird am Freitag um 19.30 im Auditorium des Technoparks mit der deut-
schen Autorin Ute Scheub über ihr neues Werk «Heldendämmerung»
reden. Darin geht es um den gesellschaftlichen Machtverlust der Hete-
romänner und wie der daraus resultierende Frust Frauen und Schwule
gleichermassen treffen kann.
Umzug um das Seebecken
Politik und Wirtschaft werden somit auch am Umzug eine wichtige Rolle
spielen. Die Parade (Sa., 5. Juni, ab 13.00, von Hafen Enge bis Bellerivest ras-
se) wird nicht mehr auf der alten CSD-Strecke (Bahnhofstrasse Richtung
Turbinenplatz) durchgeführt, sondern um das Zürcher Seebecken. Die
Redner, die das Komitee für den Anlass gewinnen konnte, sind hoch-
interessante Persönlichkeiten. Der Vorsteher des Justizdepartements
des Kantons Zürich, Markus Notter, sowie der frisch gewählte Stadtrat
André Odermatt werden die politischen Aspekte der Demonstration un-
terstreichen. Eine weitere Rednerin ist Eva Kaderli. Die Präsidentin des
Vereins «Familienchance», welcher Unterschriften für die Abschaffung
des Adoptionsverbotes für gleichgeschlechtliche Paare sammelt. Über
wirtschaftliche Themen wird Karin ller, Produktionsleiterin von
«Radio 24», referieren.
Die Parties
In diesen vier Tagen werden gut ein Dutzend Parties unter dem Label
«ZHPF» stattnden. Die Eröffnungsparty in der Laborbar und die Ab-
schlussparty im T&M kosten nur fünf Franken Eintritt. Es handle sich
dabei um einen symbolischen Betrag, der zeigen soll, dass man die Sa-
che unterstützt, so Schaltegger. Um den Partygängern möglichst viel zu
bieten, lancieren die Organisatoren einen Partypass. Dieser Pass ist in
verschiedenen Varianten erhältlich. Vom Tagespass für 49 Franken, der
einem zum Eintritt an sämtlichen Festen am selben Abend berechtigt,
bis hin zum VIP-Ticket für 199 Franken, welches einem das Schlangeste-
hen erspart, die ren zu Aftershow Parties öffnet und noch viele weitere
Goodies r die ganzen vier Tage bereithält. Die Tickets nnen im voraus
auf der Homepage das ZHPF bestellt werden.
Gratiskonzert auf dem Turbinenplatz
An den vielen Konzerten und Parties geben sich illustre Künstler aus dem
In- und Ausland die Ehre. So werden am Freitag Dieter Meier und Boris
Blank, die gemeinsam «Yello», das erfolgreichste Elektro-Duo der Schweiz,
bilden, ein virtuelles Gratis-Konzert am Turbinenplatz geben. «Auf solch
prominente Unterstützung zu stossen, freut uns natürlich enorm», sagt
Schaltegger schmunzelnd. Unmittelbar vorher wird die Schweizer Song-
writerin Heidi Happy das Publikum vor der Hauptbühne verzaubern. «Ich
kenne viel zu viele, die viel zu lange warten mussten, bis sie sich zu outen
wagten. Es sollte kein Thema sein müssen, aber es muss», sagt die Luzerne-
rin über die Anliegen des «ZHPF». Das Zürcher Duo «Glitzerhaus», welches
die Hymne zum Festival beisteuert, wird am Samstag auf der Hauptbüh-
ne mit einer extravaganten Mischung aus Show-Inszenierung mit Drag
Queens, Live Vocals, MC-Einlagen und Livemusik zu sehen sein.
ForsetzungaufSeite10
10
Pride CRUISER Edition Juni 2010
Prominente Namen
An den DJ-Pulten sind prominente Namen eben-
falls wie Sand am Meer vorhanden. Der ehema-
lige italienische Pornodarsteller Phil Romano
wird am 5. Juni die Hauptbühne beehren. Dass
er sein Motto: «Lebt lauin die Tat umsetzt,
braucht niemand zu bezweifeln. Auch Schwei-
zer DJ-Grössen sind vertreten. Mr. Da-Nos tritt
am Freitag ab 22.00 Uhr auf dem Turbinenplatz
auf. «Das Pride-Festival ist ein nicht alltäglicher,
fantastischer Anlass. Da ich viele Fans in der
Szene habe, sagte ich sofort zu, als man mich
fragte», sagt der Zürcher DJ.
Neben Alf Heller, der bereits an der EuroPride
sein Moderationstalent unter Beweis gestellt
hat, wird auch eine internationale Schwuleni-
kone an die Limmat kommen. «Pam Ann», die
australische Comedy-Stewardess. Carolin Reid,
wie Pam Ann mit bürgerlichem Namen heisst,
wird mit ihren ebenso charmanten wie bitter-
bösen Moderationen durch den Event führen.
Des Weiteren werden Luca Papini und Zoe Tori-
nesi durch die verschiedenen Events führen.
Mister Gay International
Auch die Schönheit kommt nicht zu kurz. Da
Ricco Müller den letztjährigen «Mister Gay
International»-Titel in die Schweiz geholt hat,
wird der Kampf um das diesjährige Krönchen
hier ausgetragen. «Wir haben mit Oliver Eschler,
dem Organisator, Kontakt aufgenommen, und
da die Wahlen sowieso in der Schweiz statt-
nden mussten, haben wir die beiden Events
gleich zusammengebracht», so Schaltegger. Auf
die Frage, warum am ZHPF keine Miss Gay Wahl
ausgetragen werde, wusste sie jedoch auch kei-
ne eindeutige Antwort. «Wahrscheinlich ist es
so, dass die Nachfrage bei den Frauen nach ei-
ner Repräsentantin nicht so gross ist wie bei
den Männern.»
Man kann unschwer erkennen, dass der Verein
«Zurich Pride Festivaweder Kosten noch -
hen gescheut hat, um das erste Juniwochenende
zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen.
Ein Besuch des neuen Ereignisses «Zurich Pride
Festival» lohnt sich, denn es hat für jeden Ge-
schmack etwas dabei. Das detaillierte Pro-
gramm ndet man auf der Homepage «www.
zurichpridefestival.ch» oder in den Programm-
heften, die in diversen Szenelokalen erhältlich
sind.
Ja zum Burka-
Obligatorium

Seit dem Minarettverbot wissen wir: Volksab-
stimmungen sind nicht dazu da, nötige Ent-
scheide zu treffen – vielmehr sagt das Volk da-
mit, was es irgendwie ein bisschen blöd ndet.
Und wenn das Volk etwas irgendwie ein biss-
chen blöd ndet, dann wirds verboten. Neu-
erdings hat eine unheilige Allianz aus heiss-
blütigen Christenmenschen, Atheisten und
Feministinnen das Burkaverbot lanciert. Glück-
licherweise brauche ich hier keine blöden Witze
darüber zu machen, dass eine Burka bei gewis-
sen Damen durchaus einen optisch positiven Ef-
fekt hätte diesen Job haben bereits Angehörige
jener Partei übernommen, die so beliebte Mar-
ken wie «Läckerlihuus» und «Die Weltwoche» im
Portefeuille führen.
Dass viele Männer die Burka ablehnen, hat da-
mit zu tun, dass sie gerne wissen, ob eine Frau
schön genug ist. Ist dem so, können sie sich
vollends zum Affen machen und sie peinlich
anbaggern. Frauen mögen Burkas nicht, weil
man sonst ihr teures Dior-Make-up nicht sieht,
oder weil sie die Spuren versoffener Nächte lie-
ber hinter einer stylischen Sonnenbrille ver-
bergen.
Bei der Diskussion um die Burka, geht ein As-
pekt systematisch vergessen. Burkas sind näm-
lich nichts anderes als mobile Darkrooms. Statt
spätnachts durch enge, verklebte nge zu wa-
ten, auf der Suche nach so was Ähnlichem wie
Liebe, könnten wir in der Burka am helllich-
ten Tag durch die Parks wandern, auf der Su-
che nach anderen Burkaträgern, mit denen wir
dann unter freiem Himmel und den Augen ei-
ner picknickenden Schulklasse aus Mettmen-
stetten verggt sexuell verkehren könnten.
Das wäre nicht nur praktisch, nein, es re
auch gesund. Denn durch den dicken Stoff die-
ser Ganzkörperkondome dringt kein Virus und
kein Bakterium. Das r der safest Sex ever.
Das hat auch Dr. med. Idriss Benlia von der isal-
mischen Universität Algiers herausgefunden:
Die Webart des Burkastoffes verhindert das
Durchdringen von Krankheitserregern zu 99.9
Prozent. Wenn das mal nicht ein Fortschritt für
die Menschheit ist.
Endlich wüssten wir allein durch eine äussere
Hülle, wer denn genau schwul ist und wer nicht.
Wir könnten immer und überall versteckt
und doch bei hellem Lichte rummachen und
müssten uns vor nichts mehr fürchten. Das al-
les dank der Burka. Wär das nicht schön? Und
nie wieder müsste man im Niederdöri Spa-
ghetti kauend einer Hetero-Familie vom Lan-
de zuhören, die gerade darüber redet, dass es
schon noch verruckt sei, dass man hier so viele
Schwule sehe. Denn endlich ren Frauen und
Schwule dort, wo sie hingehören weg aus dem
Blickfeld der Heten.
Der Neokonservativismus hat nämlich auch sei-
ne guten Seiten. Und davon können auch Nicht-
Islamisten protieren.
ForsetzungvonSeite9
11
CRUISER Edition Juni 2010 Pride
Branko B. Gabriel
trifft...
Und schon wieder ein so langweiliger und
öder Cervelat-Event. Warum habe ich
mich nur wieder hinreissen lassen, es ist
doch immer wieder das Gleiche. Früher
gab es ja noch ein tolles Give-away und
Champagner. Heute nur noch Prosecco
und Salzstangen. Ist da nicht mein «Spätz-
chen», Zoe Torinesi? Sie soll ja angeblich
an der diesjährigen Pride moderieren. Zoe
ist wirklich eine Goldperle, eine sympa-
thische Moderatorin mit Ecken und Kan-
ten, die trotz ihres Celebrity-Status immer
auf dem Boden geblieben ist.
CR: Hey Zoe, das ist ja eine schöne Überraschung!
Du moderierst mit Alf Heller und Luca Papini
die diesjährige Pride. Wie kommt das?

Ja, ich freue mich sehr! Die Orga-
nisatoren der Pride haben mich bei unserer
«Freakish»-Sendung auf Tele Züri gesehen und
mich angefragt, ob ich einen Part moderieren
würde...
CR: Ist hier der Zickenterror nicht schon vorpro-
grammiert?

Zickenterror? Klar, die nehme ich
alle auseinander Nein, überhaupt nicht. Ich bin
nicht so ein Zicken-Mensch und möchte einfach
nur eine gute Zeit haben. Luca kenne ich schon
nger, ich habe ihn auch schon für «Freakish»
interviewt und nde ihn sehr symphatisch. Alf
habe ich kurz kennen gelernt und bin sicher,
dass wir gut harmonieren werden...
CR:
Was wirst du genau moderieren, auf welcher
Bühne bist du zu sehen?

Ich werde Freitag und Samstag auf
der Hauptbühne zu sehen sein und moderiere
da zusammen mit Alf Heller die Künstler an...
Ich freue mich, mit ihm zu arbeiten, das wird
bestimmt total lustig...
CR: Du wirst sicher nicht nur das männliche Pu-
blikum bezaubern und um den Finger wickeln,
auch das weibliche. Keine Behrungsängste?
 Ach nein, überhaupt nicht. Als Frau
ist man es sich ja gewöhnt, ab und an angespro-
chen zu werden. Von einer Frau bin ich noch nie
«angemacht» worden, wenn ich an der Pride mal
ein Kompliment bekommen sollte oder so, wür-
de ich es als Kompliment auffassen.
CR: Auf wen freust Du Dich besonders?
 Auf Yello. Ich nde das letzte Album,
das sie gemacht haben, mega! Auch auf Jill Wick
freue ich mich, die im Duo «Glamotroniauftre-
ten wird. Schon bei Popstars fand ich sie beein-
druckend und ich bin gespannt, was sie diesmal
bieten wird. Sie hat eine tolle Ausstrahlung, ist
eine nette Person und es überrascht, dass in einer
zierlichen Person so eine Power-Stimme steckt.
CR:
Und was sind die sonstigen Highlights an der
Zurich Pride?
 Die Kulturbühne nde ich eine abso-
lut geniale Idee. Da kann sich jeder anmelden
und seine Performance, unterstützt von Musik
und Licht, vor Publikum abhalten, ich glaube,
das wird richtig lustig.
Natürlich freue ich mich auch zu sehen, wer
international Mr. Gay wird... Bei den Gays wird
es bestimmt noch einige hübschere Früchtchen
als an den Mr. Schweiz-Wahlen dabei haben, die
gefallen mir meistens nämlich nicht so...
CR:
Du moderierst diverse Sendungen, hrst
gekonnt als Host durch Events, was sind deine
nächsten Highlights?
 Ein grosses Highlight liegt mit der
Artist Charity Night gerade hinter mir. Das
war der bisher grösste Event, den ich moderiert
habe, übrigens mit der wunderbaren Jazzmin
Moore, Mann war ich ners. Eine Woche nach
der Gaypride präsentiere ich dann einen gros-
sen Glamourevent für einen italienischen Ge-
tränkehersteller, auf den ich mich sehr freue
und im Juli moderiere ich ebenfalls nstler
am Zürifäscht an. Am Sonntag, gleich nach der
Pride, stehe ich wieder für die Kochsendung
«Öisi Chuchvor der Kamera, die auf 3+ aus-
gestrahlt wird, das sind immer anstrengende,
aber schöne Tage. Im Juli iegen wir dann mit
«Freakish» auf Ibiza und lassen es neben der
Arbeit (wir nehmen da zwei Sendungen auf) so
richtig krachen!
Zoe Torinesi kommt ursprünglich aus Italien,
aufgewac hsen ist sie in Solothurn. B ekannt wur-
de sie erstmals bei den Miss-Schweiz-Wahlen
2005. Zoe konnte sich unter die Top 6 platzieren.
Es folgten Moderationsjobs bei StarTV, Tele Züri
und 3+ u.a. Das professionelle Model arbeitet seit
2009 als taffe Moderatorin bei den Sendungen
«Freakish» und «Öisi Chuch. Zudem führt sie
auch regelmässig durch verschiedene Events.
Mehr Infos unter: www.zoetorinesi.com
Foto © by Gianni Pisano
12
Pride CRUISER Edition Juni 2010
Tasty Tim

rockt das Zurich Pride Festival
Von Rolf Burkhardt
Das Zurich Pride Festvial steht
vor der Tür und mit ihm die
Jack-Party im Kaufleuten.
Nebst einer Palette internati-
onal angesagter DJs wie Ben
Manson aus Paris oder Ma-
ringo aus Berlin wird die Lon-
doner Stilikone Tasty Tim mit
ihrem Live Act den Laden
chtig aufmischen.
Begonnen hat die Karriere von Tasty Tim in
den 80ern im «Cha Cha» und dem «Mud Club»
beides Lokale, die von Drag Queens und de-
ren AnhängerInnen gross gemacht wurden.
Der Londoner Club «Heaven» engagierte ihn
als Resident-DJ; beide, der Club als auch der DJ,
Entertainer und Produzent Tasty Tim wurden
so zu den weltweiten Taktgebern einer ganzen
Generation. CR nutzte die Gunst der Stunde und
führte mit Tasty Tim ein kurzes Gespräch.
CR:
Tast y Tim, wir f reuen uns au f deinen Au ftr itt
an der Jack-Party im Kaueuten. Warst du schon
mal in Zürich?
 Ich bin sehr aufgeregt, nach Zürich zu
kommen; Ja, ich war einmal da. Über die Stadt
als solches weiss ich nicht viel. Ausser, dass es
eine wirklich schöne und sehr, sehr, sehr rei-
che Stadt ist. Ich werde mir einen Ehemann
angeln.
CR: Mit den Herren Pet Shop Boys, Marc Almond
und Boy George sst du in gemeinsamen Pro-
duktionen die 80er wieder aueben. Setzt du
auf die nostalgischen Gefühle von alternden
Partygängern oder steckt da mehr dahinter?
 (Lacht) Das klingt ja sehr witzig. «Al-
ternde Party gängebringt es auf den Punkt I
love it! Die Leute, die du hier nennst, sind nur
einige von denen, die T-Total produziert und ge-
remixed haben. Und die sind nun mal von der
80er Pop- Generation. Ich schaue nie zurück in
die 80er, wenn ich produziere im Gegenteil:
Wir sind immer brandaktuell. Vielleicht ist ge-
nau das der Grund, warum mich diese Jungs
angefragt haben?
CR:
Was bedeutetr dich das Älterwerden in
einer immer jünger werdenden Partygesell-
schaft?

Alter ist nur eine Zahl, Darling. Ich
werde nie altern und ich werde nie erwachsen
sein!
CR: Wie bist du überhaupt DJ geworden?
 Vor langer Zeit habe ich in einem su-
pertrendy Plattenladen, im «New Romantic»,
gearbeitet. Der Club «Heaven» wollte eine «Al-
ternative Nite» lancieren – so nannte man das
damals, wenn man sich schminkte und skurrile
Klamotten trug – «alternativ» (rollt die Augen).
Einer der Promotoren entdeckte mich dort im
Laden und fragte mich, ob ich DJ sein möchte.
Ich schnappte mir ein Bündel von Platten und
spielte die dann auf und ab. So hat alles begon-
nen.
CR: Wie erklärst du dir, dass deine Karriere ak-
tuell so steil nach oben geht und deine Musik
momentan dermassen angesagt ist?
 Ich glaube, die Welt liebt Clowns. Und
als DJ bin ich ein sicherer Wert für volle Kassen.
Ich bin ein «money DJ honey». Von mir kriegst
du die Musik und die Freak-Show!
CR: Woher holst du dir deine Inspiration?
 Diese Frage stelle ich mir oftmals sel-
ber keine Idee. Ich habe nun mal eine sehr leb-
hafte Phantasie bestimmt bin ich nicht von
dieser Welt!
CR:
Wo au f dieser Welt sind Part ies f ür d ich noch
wirklich aufregend? Was muss eine Party bie-
ten, damit sie aufregend ist?
 Überall, wo ich bis jetzt war, gibt es
aufregende Parties. Alles, was du brauchst, ist
gute Musik und einen kleinen Spritzer Alko-
hol (Augenzwinkern). Dann geht jede Party so
richtig ab!
CR: Was erwartest du vom Jack-Publikum?

Ich habe nie Er wartu ngen die einzige
Möglichkeit, nie enttäuscht zu werden. Nun,
Jack ist eine Gay-Party und nur schon deswegen
wird sie grossartig sein. Gays feiern noch immer
am besten.
CR: Was darf das Jack-Publikum in Zürich von
deinem Auftritt im Kaueuten erwarten?

Bombastische House-Tunes und eine
gewaltige Frisur!
CR: Was macht Tasty Tim, wenn er nicht gerade
im Studio oder in Clubs arbeitet?
 Schlafen – ich bin ein Vampir. Ich wa-
che nie auf, bevor die Sonne untergegangen
ist.
CR: Du kommst im Rahmen des CSD an die Jack-
Party. Macht es deiner Meinung nach im Jahr
2010 noch Sinn, als schwuler Mann/lesbische
Frau auf die Strasse zu gehen, und wenn ja,
warum?
 Ic h glaube, dass es noch im mer wicht ig
ist, sichtbar zu sein. Noch immer gibt es viele
Leute, die sich wünschen, dass wir uns in Luft
auösen. Ich bin mir sicher: Die meisten Queens
kennen die politische Botschaft der Gay Pride
gar nicht erst, aber was soll’s. Gays lieben es nun
mal zu feiern.
CR: Gibt es etwas, das du deinen schwulen / les-
bischen Fans mit auf den Weg geben chtest?

Breathe in. Breathe out! (lacht). And:
Stay fabulous!
Herzlichen Dank r dieses amüsante Interview
wir freuen uns auf dich!
13
CRUISER Edition Juni 2010 Unternehmen
An der Mr Gay-
Wahl gab es zwei
Sieger
Im Schatten von Dominic
Hunziker gewann die rcher
-
schaffenen Award
Von Martin Ender
An der diesjährigen Mr Gay-
Wahl gab es nebst dem Mr
Gay-Titel noch einen weiteren
Preis. Zum ersten Mal wurde
der Mr Gay Alliance Award
vergeben. Der Award ist eine
Auszeichnung für den norma-
len und selbstverständlichen
Umgang mit Homosexuellen.
Gewinnerin des Preises 2010
ist die Zürcher Kantonalbank.
Dominic Hunziker, MrGay 2010, hatte die Tage
nach seiner Wahl alle nde voll zu tun. Ter-
min reihte sich an Termin, nicht nur mit Jpur-
nalisten der Gaypresse. Jeder wollte von ihm
wissen, wie er sich nun fühle, was dieser Preis
für ihn bedeute, ob der Titel sein Leben verän-
dere...
Im Fall der Zürcher Kantonalbank blieb es ru-
higer. Die Presse nahm keine Notiz von dem
Award. Grund für uns, bei der ZKB anzufragen,
ob die Bank auf den Titel stolz sei, was die Aus-
zeichnung für sie bedeute und ob der Award
Einuss auf zukünftige Entwicklungen in der
Bank haben werde... Im Gespräch mit Roland
Aepli, Projektleiter Marketing Privatkunden,
und mit Simon Romer, Projektleiter Marketing
Privat Banking, zeigte sich, dass man durchaus
stolz auf den Preis ist. Natürlich war die No-
mination eine Überraschung, zugleich wurde
sie aber sehr positiv aufgenommen. Auch in
der obersten Geschäftsleitung. Der Weg dahin
wurde zügig durchschritten und es war klar,
dass ein Mitglied der obersten Geschäftsleitung
allenfalls den Preis
entgegennehmen
würde. Das einzige
Problem war dann,
relativ kurzfristig
jemanden zu nden,
der an dem Abend
noch Zeit hatte.
Freude an der No-
mination
Dass die Nominati-
on auf allen Ebenen
bankintern so nor-
mal aufgenommen
wurde, hat eine Vor-
geschichte und ist zu-
gleich die Erklärung
dafür, warum die Ju-
roren den Preis der
ZKB verliehen haben.
Aepli meint dazu:
«Das ganze Thema
haben wir Monate
davor schon intensiv
bearbeitet. Die Leute
in der Bank sind sen-
sibilisiert.» Romer präzisiert: «Bemerkenswert
ist, dass die ZKB nie entschieden hat, am Tag
X Gay-Marketing zu betreiben. Es war ein Pro-
zess, der sich über die letzten Jahre entwickelt
hat. Auslöser war sicher das Partnerschaftsge-
setz. Die Bank sah eine glichkeit, die Kom-
petenz und das Fachwissen der ZKB im in den
Bereichen Finanzberatung, Erben und Steuern
dieser Zielgruppe her zu bringen. Daraus
entstand die Idee, Veranstaltungen durchzu-
führen. Und unabhängig davon ist entschieden
worden, Inserate zu schalten.»
Und Aepli fügt an: «Es waren zwei parallele
Schienen. Die hatten nichts miteinander zu
tun. Ein Anstoss kam von der Werbung mit der
Eigenheimkampagne mit fünf Sujets. Man war
der Ansicht, die Zeit sei reif, u.a. auch mit einem
nnerpaar zu werben. Die andere Schiene war
der Vertrieb selbs und die Finanzberatung. Be-
merkenswert ist auch die Tatsache, dass dahin-
ter intern nicht etwa eine homosexuelle Lobby
steckt, sondern beide Ideen stammen aus hete-
rosexuellen Kreisen.»
Bisheriges ZKB-Engagement
Insgesamt organisierte die ZKB vier Veranstal-
tungen zum Partnerschaftsgesetz, es folgte
das ZKB-Forum «Wohntraum verwirklichen»
im Herbst 2009. Es gab Veranstaltungen an-
lässl ich des OrangeCinema 2009 m it dem Film
«Milk» oder einen Fussballabend während der
EM 2008 in der VIP-Lounge auf der Seeplatt-
form. in diesem Jahr war ist die ZKB Werbe-
partner des Pink Apple Filmfestivals und ist
neu Sponsor bei «Le Weekend Rose» anlässlich
des «Festival da Jazz» in St. Moritz, welches
am 30. und 31. Juli 2010 stattnden wird. Dar-
überhinaus verwendet die ZKB seit 2007 auch
ein Männerpaar als Werbesujet, welches regel-
mässig in Inserat- und Plakatkampagnen zum
Einsatz kommt.
Einfluss auf zukünftige Entwicklungen
Gleichgeschlechtliche Paare haben, wie übrige
Konkubinatspaare auch, sowohl in rechtlicher
wie auch in nanzieller Hinsicht einen hohen
Beratungsbedarf. Bei-
spiele hierfür sind
gegenseitige erbrecht-
liche Begünstigungen,
sungen zu Vorsor-
ge- und Steuerfra-
gen sowie Fragen bei
einem Immobilien-
erwerb. Seit Jahren
hat die ZKB im Be-
reich der Finanzbe-
ratung eine hohe
Fachkompetenz und
entsprechend aus-
gebildete und praxi-
serfahrene Mitarbei-
tende, sie sich diesen
Fragen annehmen.
Romer ist überzeugt:
«Der Award hat ei-
niges ausgelöst in
der Bank und intern
die Diskussionen in-
tensiviert. Die Aus-
zeichnung bestätigt
die Bank in ihrem
Vorhaben, Schwule
und Lesben weiterhin aktiv in die vielfältigen
Aktivitäten einer Universalbank einzubin-
den
Aepli ernzt: «Der Preis führt uns auch vor
Augen, dass die Arbeit, die wir leisten, einen
Wert hat und er bedeutet auch eine Wertscp-
fung im Personalbereich. Er hat uns sehr viel
Rückenwind gegeben, dieses Marketing in der
Geschäftsleitung zu verankern und voranzu-
treiben.»
14
Prominent CRUISER Edition Juni 2010
Cannes
Einmal jährlich zieht an der Côte dAzur, sonst
eher bekannt für mildes Klima und Sonnen-
schein, ein heftiges Gewitter auf: das Blitz-
lichtgewitter rund ums Filmfestival. Die be-
zaubernde Cate Blanchett, die atemberaubende
Salma Hayek, die unvergessliche Ursula An-
dress, die Stars posierten und delierten er-
neut um die Wette, im Schlepptau Sternchen
wie Paris Hilton, Naomi Campbell und Eva Lon-
goria, ankiert von illustren Jurymitgliedern
(Tim Burton, Benicio del Toro). Das Schaulaufen
an der Croisette ist sozusagen die Mutter aller
Roten Teppiche. Im stolzen Alter von 63 Jahren
hat sie nun einen kleinen Sohn ausgerollt, und
der ist pink: Mit der Queer Palm erhält das gla-
mouröseste aller Filmfestivals einen eigenen
Gay-Award. Er gehört zwar noch nicht zur of-
ziellen Trophäen-Familie, hat aber trotzdem ei-
nen überzeugenden ersten Auftritt abgeliefert.
Höchste Zeit! Die Berlinale kuschelt schon seit
1987 mit dem Teddy und in Venedig brüllt der
Pink Lion. Ob auch das Zurich Filmfestival, das
sich gern glamourös und international gibt,
bald ein Auge in Pink verleiht? Bis dahin müs-
sen wir in den pinken Apfel beissen, und der ist
ja auch ganz schön knackig und süss, wie der
Publikumsliebling 2010, «The Big Gay Musica,
mal wieder gezeigt hat. (rg)
Laura Bush
«Wenn Paare füreinander einstehen und sich
lieben, dann sollten sie meiner Meinung nach
die gleichen Rechte erhalten, die alle anderen
habe, sagte jüngst eine Dame bei Larry King
zum Thema Homo-Ehe und einen Moment lang
zweifelte man daran, dass hier die Aussage zum
Gesicht gehört und das Gesicht zum darunter
eingeblendeten Namen: Laura Bush. hrend
George W.s Amtszeit hatte man vergeblich auf
derart progressive Statements aus dem Hause
Bush gewartet. Weshalb nun der Sinneswandel?
Hatte Laura, die stets als biedere Hausfrau und
bescheidene Gattin auftrat, schlicht nie die Ge-
legenheit, aus dem Schatten ihres Mannes zu
treten oder rührt sie nur effektvoll in der Wer-
betrommel r ihre Autobiograe «Spoken from
the Heart»? Sie erzählt darin ein paar banale
Episödchen aus ihrem Alltag und verteidigt da-
neben hauptsächlich die politische Linie ihres
Ma nnes. Die Rolle der herzlic hen Schw ulenmut-
ti steht der Ex-First Lady nicht ganz so gut wie
ihre strengen Deux-Pièces und ihre perfekte Fön-
frisur, dennoch war ihre Äusserung vielleicht
ein wichtiges Zeichen. Man darf gespannt sein,
wie George W. im November auf dieselbe Frage
antworten wird. Dann mlich wird er seine
eigenen Memoiren veröffentlichen, und als per-
fekte Ehefrau hat Laura bestimmt mehr Einuss
auf ihn, als man ihr bisher zugestand. (rg)
Dominic Hunziker
«Ja, ich bin eine Rampensau». Dies verriet un-
ser schönster Schwuler im Interview mit dem
Online-Portal «Gay-Box». Dominic Hunziker,
der neuste Mr. Gay, erscheint jedoch bislang
etwas selten auf der Bildäche. Vielleicht liegt
es daran, dass die Organisatoren der Mr. Gay-
Wahl nicht müde wurden zu erklären, dass
eben nicht die Schönheit hlt, sondern das
Engagement. Aber Engagement zieht nicht in
der Regenbogenpresse. Mit Dominic Hunziker
haben wir dennoch einen Mister, der ziemlich
genau weiss, was er will: ins Rampenlicht. Im
erwähnten Interview zeigte sich Dominic Hun-
ziker glücklich ob seinem Titel, andererseits
dürfte ihm klar sein, dass ein Mr. Gay (noch)
nicht die gewünschte Startrampe bietet. Also
setzt er auf Musik. Dominic Hunziker sieht sich
eher als nger, denn als schwules Aushänge-
schild. Einen Konikt zwischen Mikrofon und
Titel entkräftet er ziemlich clever: «In meinen
Songs ging‘s immer um Jungs, statt um Mädels.
Als Mr. Gay sind die Themen dieselben. Ob das
bei einem Fotoshooting ist oder ob ich singe,
spielt am Ende keine Rolle.» (dd)
Adam Lambert
Der zweitplatzierte Adam Lambert aus «Ameri-
can Idol» dürfte der grösste Albtraum von Bill
Kaulitz (Tokio Hotel) sein. Dies ist jedenfalls
anzunehmen. Der junge Sänger, der für ameri-
kanische Verhältnisse ziemlich offen mit seiner
Homosexua lität umgeht, legt derzeit einen K ar -
rierestart hin, welcher jeden DSDS-Gewinner
vor Neid erblassen lässt. Lamberts Album «For
your Entertainement» ist ein Verkaufsschlager
und rein optisch erinnert der Paradiesvogel
frappant an Bill Kaulitz, nur etwas nnlicher.
Aber auch der Musikstil ähnelt sehr dem der
deutschen Teenie-Sensation. Um auf den ver-
meintlichen «Albtrauzurückzukommen:
Adam Lambert darf schwul sein, wo hingegen
die Sexualität von Bill Kaulitz noch immer ein
Rätsel ist. Ofziell hetero, fürwahr, aber wer
Kaulitz einmal gesehen hat, ahnt so einiges.
Adam Lambert ist jedenfalls angetan von sei-
nem deutschen Pendant. Via Twitter verkündete
er Folgendes: » Bill ist so süss, so schön. Jedesmal,
wenn ich ein Bild von ihm sehe, denke ich, wir
könnten zusammen einkaufen gehen, weil wir
ähnliche ästhetische Ansichten haben… und
wir könnten den Eyeliner teilen!» (dd)
15
CRUISER Edition Juni 2010 Prominent
Jake Gyllenhaal
Er brach so manches nnerherz, als er in
Brokeback Mountain Heath Ledger küsste. Von
der Website gay.com wurde Jake Gyllenhaal da-
raufhin zum Mann gehlt, von dem sich Gays
am meisten wünschen, er re schwul. Doch
so glaubwürdig der Kuss rüberkam: nichts zu
machen. Jake angelte sich Reese Witherspoon
für eine On-and-off-Beziehung. In «Prince of
Persia» ist er aktuell wieder auf der Leinwand
zu bewundern. Derweil schrieb ein Kritiker im
renommierten amerikanischen Nachrichten-
magazin Newsweek einen Artikel darüber, dass
Hetero-Schauspieler zwar sehr glaubwürdig
Schwule darstellen können, umgekehrt jedoch
nicht. Offen schwule Darsteller würden ihre he-
terosexuellen Figuren stets hölzern und unauf-
richtig verkörpern, so die absurde Behauptung.
Der Kritiker (nebenbei: selbst schwul) sorgte
für Kopfschütteln, Boykott-Aufrufe und grosse
Fragezeichen. Da geht man doch lieber ins Kino
und schaut sich den frisch gestählten Gyllen-
haal an. Womit wir auch schon beim nächsten
Fragezeichen wären: Wie hats der schmäch-
tige Schönling geschafft, sich zum muskelbe-
packten Herkules zu wandeln? Er habe Zweige
gegessen, Wasser aus dem Abwasserkanal ge-
trunken und ein ungewöhnliches Trainings-
programm eingehalten, so seine Antwort. Naja,
wenn das Resultat stimmt... (rg)
Harald Göckler
Eines muss man dem ehemaligen Tittensen-
der RTL lassen: Er «entdeckimmer wieder
vermeintliche «Stars», die es tatsächlich ver-
stehen, einer Show das gewisse Etwas zu verlei-
hen (auch wenn es nur der Trash-Faktor ist). So
geschehen mit Harald Glööckler. Hauptberuf-
lich als Designer tätig (Modelabel «Pompöös»),
zieht es den extrovertierten Schwulen stän-
dig vor die Kamera. Bis vor kurzem noch auf
einem Shopping-Sender, bei dem Glööckner
seine Glitzermode an die Hausfrau von neben-
an verschacherte, holte ihn RTL in die Jury von
«Lets Dance». Ein geschickter Schachzug. Die
Tanzshow, in der Promis mit Pros das Tanzbein
schwingen, stand unter einem schlechten Stern.
Ohne Moderator Hape Kerkeling verlor die Sen-
dung an Schwung, die Tanzpaare elen reihen-
weise aus und «Holly wood-StaBrigitte Niel-
sen wurde nach drei Folgen rausgewählt. Aber
Harald Glööckler rettete mit seinem tunten-
haften Charme das Parkett vor dem Untergang.
Verziert wie ein Weihnachtsbaum und voll des
Lobes für noch so jede versaute Drehung, ver-
mochte Glööckler der Show ein unterhaltendes
Element beizufügen – sich selbst. (dd)
Nadija Benaissa
Seit Monaten touren die No Angels trotz enttäu-
schender Plattenverkäufe mit dem Programm
«An Intimate Evening» durch deutsche Lande.
Sehr intim, denn die vierte Sängerin Nadja Be-
naissa ist nicht dabei. Wegen Krankheit musste
sie die Tournee kurzfristig absagen. Nun macht
sich Sorge breit. Wie wir wissen – und was die
Medien genügend ausgeschlachtet haben ist
Nadja Benaissa HIV-positiv. Ob ihre Erkrankung
etwas mit ihrer Immunschwäche zu tun hat, ist
ungeklärt. Nadja Benaissa durchlebt derzeit ei-
nen Albtraum: Ihr wird noch immer vorgewor-
fen, wissentlich einen Mann mit HIV inziert
zu haben. Nun muss sich die ngerin im Au-
gust vor Gericht wegen Körperverletzung ver-
antworten. Gut möglich, dass dieser unglaub-
liche Druck die Mutter einer elfjährigen Tochter
zu zerstören droht und nicht das HI-Virus. Vor
kurzem verriet Nadja Benaissa zudem der Bild-
Zeitung, wie sie damals ihre Diagnose erhalten
habe: «Ich hatte eine OP und ein Test wurde au-
tomatisch gemacht. Und dann kam die Ärztin
zu mir: ‹Ach ja, Sie sind HIV-positiv›». Wir wün-
schen Nadja Benaissa an dieser Stelle ein bal-
diges Ende dieser fürchterlichen Zeit! (dd)
Whitney Houston
Houston, haben wir nun ein Problem oder nicht?
Whitneys Tiefpunkt war erreicht, als sie zuge-
dröhnt und pöbelnd in der Realityshow ihres
Prügelgatten Bobby Brown auftrat. Es konnte
nur noch bergauf gehen, nach Scheidung und
Entzug sollte das grosse Comeback die nächste
Station sein. Ihr Album «I Look to You» ging
in den USA innert Wochenfrist rund 300 000-
mal über den Ladentisch. Happy End? Leider
nur in einem kurzen Kapitel. Die abgewrackte
Houston, die im TV zu sehen war, hatte so gar
nichts mit dem strahlenden Gesicht auf dem
CD-Cover zu tun, der Tour-Auftakt in Moskau
war ein Desaster. r die folgenden Konzerte
wurde sie zwar gelobt, doch kurz darauf stand
sie in Australien wieder als schlechte Karaoke-
Version ihrer selbst auf der Bühne, war ausser
Atem, brach Songs ab, vergass die Namen ihrer
Bandkollegen. Sie sei halt nicht mehr 22, be-
schwichtigte das Management. Tapfer mpfte
sie sich weiter durch ihre Shows und Mitte Mai
nach einigen Zweifeln über ihr Kommen auch
durch ein zweifelhaftes Konzert im Zürcher
Hallenstadion. Medienberichte über einen Dro-
genrückfall bezeichnete Whitney in Interviews
als lächerlich. «Mir geht es grossartig, ich habe
lediglich ein paar Allergien Möglicherweise
ist sie allergisch auf geldgierige Manager und
schlechte PR-Berater. Man wünscht der Soul-
Diva nach einer Erholungspause das Comeback,
das sie verdient hat und Konzerte, bei denen
ihre Fans wieder wissen, ob sie aus Begeisterung
oder aus Mitleid applaudieren. (rg)
16
Ausland CRUISER Edition Juni 2010
Kampfzone Silom
Bangkok stand kurz vor dem rgerkrieg

Von Michael Lenz, Bangkok
17
CRUISER Edition Juni 2010 Ausland
Soldaten in gepanzerten
Fahrzeugen stürmten am
Mittwoch, 19. Mai, das
Widerstandscamp in
Bangkok. Nach Angaben
der Regierung wurde da-
mit der Dauerprotest der
«Rothemden» nach zwei
Monaten beendet. Ein Tag
zuvor machte sich unser
Thailandkorrespondent
ein Bild über die Situation
und über die Auswirkun-
gen auf Schwulenlokale.
So manch einer re froh, unverhofft frei zu haben und sich sagen zu
können: «Schön, dann kann ich für ein paar Tage an den Strand fahren
In dieser Situation ist Vincent Hsu. Aber der Chinese aus Taiwan und
Hotelbesitzer ist darüber überhaupt nicht glücklich. Denn er musste
sein Hotel «Vincent’s» in Bangkok schliessen und vor den Kämpfen zwi-
schen Armee und den «Rothemden» iehen. Das schwule Boutiquehotel
«Vincent’liegt in der Soi Ngam Duplee, die am Rande des gefährlichen
Bangkok liegt, wo sich Armee und Polizei mit den Rothemden bewaffnete
Gefechte leisten.
Bangkok-Flüchtlinge
Hsu ist nach Pattaya gefahren und hat sich im «Venuim Jomtien Com-
pex, einer lauten Mischung aus Bar, Showbühne und Hotel, einquartiert.
r einen Sonntagabend ist die Show im «Venue» gut besucht. Das liegt
an den Bangkok-Flüchtlingen. Hsu schaut in die Runde, zeigt diskret
mit dem Finger auf Leute und sagt: «Der ist aus Bangkok, der auch, den
da drüben kenne ich auch.» Mit ihm am Tisch sitzt Wayne, Manager der
legendären «Telephone Bar» in der Soi 4, an der Silom-Strasse. Auch die
Telephone Bar hat zu. Wie alle Bars, Gescfte, Büros in der Silom-Strasse.
Die liegt mlich direkt an den Barrikaden aus Autoreifen und Bambus-
stäben, mit denen die Rothemden das drei Quadratkilometer grosse, seit
rz von ihnen besetzte Zentrum Bangkoks zwischen Lumpini Park und
Siam Square abgeschottet haben.
Regierung hat keine demokratische
Legitimierung
Mit dem Protest wollten die Rothemden, Anhänger des 2006 durch ei-
nen Militärputsch gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra,
Neuwahlen erzwingen. Das Argument der Bauern aus dem Isaan und Ar-
beitern aus Bangkok, das durchaus den Anspruch auf eine gewisse histo-
rische Wahrheit hat: Die Regierung von Premierminister Abhisit Vejjajiva
ist nicht durch demokratische Wahlen ins Amt gekommen, sondern vom
Militär und den anderen Repräsentanten der alten Elite installiert wor-
den, um deren Macht und wirtschaftliche Monopolstellung zu sichern.
Viele Leichen, darunter auch Journalisten
Alleine die ersten drei Tage des Einsatzes der Sicherheitskräfte seit dem
13. Mai mit der Lizenz zum scharfen Schiessen hat gut 50 Menschen das
Leben gekostet und Hunderte wurden verletzt. Die Rothemden sind nur
mit Schleudern, angespitzten Bambusstäben und Eisenstangen bewaff-
net, im Nahkampf furchtbare Waffen. Tagsüber steigt schwarzer Rauch
von brennenden Autoreifen in den Himmel von Bangkok. Mit dem Rauch
wollen die Rothemden den Scharfschützen auf den Dächern der Hoch-
häuser die Sicht nehmen.
Keine Arbeit mehr
Die Leidtragenden des rgerkriegs sind die kleinen Geschäftsleute in
Bangkok und alle die vielen Thais, die sich als Kellner, Go Go Boys und
Girls, als Masseure, als Verkäufer von gefälschten Markenprodukten, als
Garküchenbesitzer ihren Lebensunterhalt verdienen. Schon in den Wo-
chen vor dem 13. Mai war die Silom-Strasse nachts öde und leer. Da wo
sonst die Bars und der Nachtmarkt von Patpong locken, die schwule Soi
4 und die Soi 2 mit der behmten Schwulendisko DJ Station das Epizen-
trum des schwulen Nachtlebens von Bangkok bilden, war Schluss mit lu-
stig. Statt Partystimmung bestimmten Polizei und Armee mit Gewehren
das Bild. Nicht mehr Verkaufsstände machten den schwulen Golfstrom
zwischen Soi 4 und Soi 2 zu einem Hindernislauf, sondern Stacheldraht-
sperren. Es war die Angst, die schwule Touristen und Expats am Ausgehen
hinderte. Die Angst davor, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Zwei-
mal ist die Silom Ziel von Granatenattacken geworden, die Tote und Ver-
letzte gefordert haben. Soldaten wurden nachts von vorbeirasenden Mo-
peds aus beschossen, einer der Anführer der Rothemden während eines
Interviews mit einem Journalisten von einem Scharfschützen ermordet.
Greg Riley ist an einem Montagabend Anfang Mai einer von sechs sten
im Richard’s, einer populären Schwulenbar auf der Silom. Riley wohnt
in der Nähe. Freitig gibt er zu, Angst zu haben. «Ich war hier, als die
Granaten explodierten. Das war furchtbar. Erst die Explosionen, dann
das Schreien der Menschen.» Kneipenbesitzer Richard Saint-Laurent
sagt: «Viele der Massagesalons und Bars in der Nachbarschaft, die noch
auf sind, haben bereits die Gehälter ihrer Angestellten um 50 Prozent
gekürzt. «Wir zahlen noch hundert prozent, aber wie lange wir noch
durchhalten, weiss ich nicht.» Seit dem 13. Mai ist auch das Richards bis
auf weiteres geschlossen.
Grosser Schaden für das «Land des Lächelns»
Das schwule Hotel «Poseidon» in Pattaya ist noch im Geschäft. «Wir sind
fast völ lig ausgebuc ht», f reut sich Heiko K limanschewsk y. Bangkok- Flüc ht-
linge wohnen bei ihm, aber auch Touristen, die ihren Bangkok-Besuch ab-
gesagt haben. Aber mit Sorgenfalten auf der Stirn schaut Klimanschewsky
in die Zukun ft. Schon d ie Besetzu ng des F lug ha fe ns von Bangkok durc h d ie
«Gelbhemden» (erbitterte Feinde der Rothemden) im November 2008 hatte
zu kräftigen Einbrüchen im Thailand-Tourismus gef ührt. Nach dem Bür-
gerkrieg in Bangkok wird es schwierig, das Image von Thailand als «Land
des Lächelnwieder aufzupolieren. Experten ziehen schon eine Parallele
zu Bali, dessen Tourismus nach dem verheerenden Bombenattentat zwei
Jahre brauchte, um wieder auf die Beine zu kommen. Aber Bali hat auch
gezeigt, dass schwule Touristen weniger schreckhaft sind und sehr viel
schneller wieder nach Bali gereist sind als Mainstreamurlauber. Es gibt
also für «Vincent’s», «Richard’, das «Poseidon» und alle anderen betrof-
fenen schwulen Unternehmen in Thailand einen Schimmer der Hoffnung
auf schnelle Erholung. Zu wünschen wäre es ihnen.
18
Kino CRUISER Edition Juni 2010
Regisseur Daniel
Schmid


Von Kur t Büchler
Ende der Sechzigerjahre zog
Daniel Schmid nach Berlin.
Er studierte an der Deutschen
Film- und Fernsehakademie
und fand mit den Filmema-
chern Rainer Werner Fassbin-
der und Werner Schroeter zwei
enge Freunde. 2006 ist Schmid
verstorben. Nun zeigt das Kino
Xenix in Zürich nebst einem
Dok-Film über sein Leben sein
ganzes Filmschaffen.
Daniel Schmid kam 1941 im Hotel Schweizerhof
in Flims-Waldhaus zur Welt. Seine Grossmutter
erzählte ihm immer wieder phantastische Ge-
schichten und dann wurde er selbst Geschich-
tenerzähler. In Berlin wohnte er in einer WG mit
dem späteren RAF-Terroristen Andreas Baader...
und lernte auch Rainer Werner Fassbinder ken-
nen. Seine Inszenierungen führten ihn nach
Marokko, Italien, Japan und immer wieder
zurück in die Schweiz. Wenn es ihm in Zürich
zu eintönig wurde, üchtete er nach Flims ins
Hotel und wenn es ihm in der mondänen Ge-
sellschaft des Speisesaals zu eng wurde, üch-
tete er hinauf unters Dach des Grandhotels,
19
CRUISER Edition Juni 2010
Kino
10. bis 13. Juni: Violanta (1977).
Zur Hochzeit seiner Halbschwester Laura reist
Silver von Venedig in seine Heimat ein ab-
gelegenes Bergtal an der schweizerisch-italie-
nischen Grenze. Doch ihre Begegnung stürzt
die beiden jungen Leute in eine heftige Verwir-
rung der Gefühle. Gleichzeitig wird die ein-
ussreiche Richterin Violanta, Lauras Mutter
und Silvers Stiefmutter, von Gespenstern der
Vergangenheit heimgesucht.
14. bis 16. Juni: Heute nacht oder nie (1972).
Daniel Schmids erster Langspiellm ist eine
opernhaft-exaltiert gestaltete Allegorie auf
das Verhältnis zwischen Herren und Dienern,
die in den dekadent-üppig dekorierten Salons
des Hotels Schweizerhof in Flims-Waldhaus ge-
dreht wurde. Gleichentags: Miriam (1968). Dani-
el Schmids eigentlicher Erstling ist der Versuch
eines ungewöhnlichen Horrorlms: Ein kleines
Mädchen bittet eine ältere Dame, ihr eine Kino-
karte zu kaufen. Das Mädchen drängelt sich in
die nächtliche Wohnung der Dame und fordert
Essen und Geschenke. Am nächsten Tag bittet
die Dame um Hilfe...
17. bis 20. Juni: Hécate (1982).
Bei einem Diner begegnet der Botschafter Ju-
lien Rochelle völlig unvorbereitet seiner ehema-
ligen Geliebten aus der Zeit, die er in Marokko
verbrachte. Sie reden kaum miteinander. Doch
nachdem sie gegangen ist, versinkt Julien in
Erinnerungen.
21. bis 23. Juni: Schatten der Engel (1975).
Die Prostituierte Lily Brest (Ingrid Caven) ist zer-
brechlich, vom vielen Herumstehen in der lte
lungenkrank – und ganz einfach zu schön für
ihre Kunden. Denn die Freier bevorzugen üppig-
bodenstä ndige Mädc hen wie Emma oder Ma rie -
Antoinette. Lily lebt mit Raoul (Rainer Werner
Fassbinder), ihrem mittellosen Zuhälter, in ei-
ner schäbigen Unterkunft.
24. bis 27. Juni: Jenatsch (1987).
Der Journalist Christoph Sprecher gerät durch
ein Interview mit einem spleenigen Anthro-
pologen, der einst die Ausgrabung von rg
Jenatschs Gebeinen geleitet hatte, unvermit-
telt in den Bannkreis des legendären Bündner
Pfarrers, Freiheitskämpfers und Machtpoliti-
kers aus dem 17. Jahrhundert. Eine Reise, durch
Raum und Zeit von Martin Suter.
28. bis 30. Juni: Suisse. (1991).
Schlittschuhprinzessinnen, Outdoor-Sportler,
mondäne Welt auf der Hotelterrasse und T
dansant auf dem Dampfschiff, Kutschenfahrt
und Autorennen auf dem Klausenpass. Und na-
türlich auch Daniel Schmids Heimatort Flims
bei einem Konzert auf der Terrasse des Casi-
nos oder im Bad am Caumasee. Gleichentags:
Mirage de la vie (1983). Porträt des deutsch-ame-
rikanischen Filmregisseurs Hans Detlef Sierck /
Douglas Sirk. Daniel Schmid gehörte zu seinen
Bewunderern und hat wie auch Rainer Werner
Fassbinder – zur Neubewertung der gering ge-
schätzten Arbeiten Sirks beigetragen.
1. bis 4. Juli: Hors saison (1992).
Nach langer Zeit kehrt ein Mann in das Hotel
in den Schweizer Bergen zurück, in dem er auf-
gewachsen ist. Der Gang durch das leerstehen-
de Gebäude, das nun verkauft und abgerissen
werden soll konfrontiert ihn unvermittelt mit
seiner Vergangenheit. Daniel Schmids autobio-
grascher, ironisch-wehtiger Spiellm ver-
mittelt magische Momente und sinniert über
Leben und Tod, über Gegenwart und Vergan-
genheit, geschrieben von Martin Suter und Da-
niel Schmid.
5. bis 7. Juli: The Written Face (1995).
In einer Mischung aus Dokumentation und
sehr persönlichem Essay verbeugt sich Daniel
Schmid vor dem aussterbenden japanischen
Kabuki-Theater. Im Mittelpunkt seines Films
steht der 45-jährige Tamasaburo Bando, der als
Interpret von Frauenrollen höchste Verehrung
geniesst.
8. bis 10. Juli: Beresina oder Die letzten Tage
der Schweiz (1999).
Ein russisches Callgirl kommt in die Schweiz. Be-
geistert vom märchenhaften Alpenland, bemüht
sie sich um die Einbürgerung. Irina wird ohne
ihr Wissen als Informantin eingesetzt und ge-
rät immer mehr in ein undurchsichtiges Gewirr
von Interessengruppen. Sie erndet dubiose Ge-
schichten über ihre Kunden und löst schliesslich
einen Staatsstreich aus… Eine schwarze Komödie.
12. bis 15. Juli: Il bacio di Tosca (1984).
Ein Film über die an der Piazza Buonarroti ge-
legene Mailänder Casa Verdi, der Schmid zum
grossen Durchbruch verhalf. (Grosser Preis der
Internationalen Filmfestspiele von Florenz). Das
Haus Verdi wurde von Giuseppe Verdi zu Beginn
des vorletzten Jahrhunderts als Altersheim für
mittellose MusikerInnen gegründet. Ein äus-
serst lebendiges, packendes Porträt von Sänge-
rinnen und Instrumentalisten, denen einst die
Opernbühne die Welt bedeutete. Der Film zeigt
die verknitterten Gesichter in der «Casa Verdi»,
wo die brüchigen Stimmen «O sole mio» zum
klirrenden Klingen bringen und die Gesichts-
züge entgleisen. Der ätherisch-ästhetische Kuss
der Tosca wird vom unkontrolliert zuckenden
Kiefer der alten ngerin zu einem Todeskuss
verzerrt.
Kino Xenix am Helvetiaplatz,
Kanzleistrasse 52, 8004 rich
Programmtelefon und Reservation:
044 242 04 11 oder www.xenix.ch
in die Dachstube der Fantasie, wo die Spinnen
der Erinnerung ihre Netze auswarfen. Hinter
jeder Tür lauerte eine Geschichte, die Treppen
führten hinab in die Vergangenheit und hinauf
in die Zukunft. Und unten sass Dieter Meier am
Piano. Das Xenix K ino in Zürich zeig t nun sämt-
liche Filme von Daniel Schmid. Sehr persön-
liche Einblicke in das ereignisreiche Leben des
2006 verstorbenen Film- und Opernregisseurs
gibt der soeben angelaufene Dokumentarlm
«Daniel Schmid Le chat qui pense» von Pascal
Hofmann und Benny Jaberg.
Dokumentarlm über Schmid
13. und 27. Juni:
Daniel Schmid Le chat qui pense (2010)
Der Dokumentarlm von Pascal Hofmann und
Benny Jaberg gibt Einblick in das Leben von
Daniel Schmid. Er erzählt von dessen Kindheit
im familieneigenen Belle-Époque-Hotel in den
Bündner Bergen, vom Verlassen der Heimat,
vom Berlin der Sechzigerjahre, von der Liebe
zum Kino und dem schicksalhaften Aufeinan-
dertreffen mit Rainer Werner Fassbinder, vom
Umzug nach München.
Werke von Schmid im Xenix
3. bis 6. Juni: La Paloma (1974).
Wenn die Nachtklubsängerin Viola Schlump
(Ingrid Caven) auftritt, sitzt der reiche, schwer
verliebte Graf Isidor Palewski im Publikum. Seit
Jahren folgt er der unter dem Namen «La Palo-
ma» auftretenden Schönheit und macht ihr ver-
geblich den Hof. Erst als bei ihr Schwindsucht
im letzten Stadium diagnostiziert wird, ist sie
bereit, des Grafen Mätresse zu werden.
6. und 20. Juni:
Guglielmo Tell.
Gioacchino Rossini, der behmteste Kompo-
nist seiner Zeit, schreibt die Oper Guglielmo
Tell, die dank ihrer eingängigen Musik und
ihrer melodramatischen Handlung besonders
populär wird. Daniel Schmid: «Als ich anng,
Opern zu inszenieren, habe ich versucht, es mit
dem Auge des Filmemachers zu tun.
7. bis 9. Juni:
Thut alles im Finstern, eurem Herrn das
Licht zu ersparen (1970).
Daniel Schmids Erstling ist eine ktive Doku-
mentation über die letzte Dienerschule Euro-
pas und zeigt einen italienischen Palazzo mit
der Dienerschaft und einer alten Frau. Labyrin-
thisches Kino, das bereits die grundlegenden
Elemente von Daniel Schmids Arbeit entlt.
Gleichentags: Notre dame de la Croisette (1981).
Eine junge Touristin, die sich vergeblich um
eine Akkreditierung für die Filmfestspiele be-
müht und schliesslich das Geschehen auf dem
TV-Aapparat in ihrem Hotelzimmer anschaut.
Daniel Schmid glossiert den Ablauf eines Festi-
vals.
20
Szene CRUISER Edition Juni 2010
Circuit Zurich
Pride Party

Jungle, Spray (Gay Village) & Arosa Gay Skiweek
präsentieren die heissesten Jungs und Girls mit
den behmtesten Circuit DJs aus Europa für
eine einmalige Pride-Party.
Am 5. Juni 2010 ndet die Circuit «one off» in
Zürich im Rahmen des Zurich Pride Festivals
statt. Der Halt im Zürcher EscherWyss Club ist
die ofzielle Schweizer Pre-Party und bietet ei-
nen Vorgeschmack auf das legendäre spanische
schwul-lesbische Sommerfestival der Matinee
Group. Beheimatet ist das grösste europäische
Gay-Festival Circuit in Barcelona, welches jedes
Jahr Anfang August stattndet.
Der extra aus London eingeogene DJ Antoi-
ne909 (Circuit & Jungle Resident) trifft auf den
famosen und super sexy Römer DJ Phil Romano
(Circuit Resident, Push Club), um den EscherWyss
Club zu entfachen. Unser National DJ Juiceppe
von Freakboutique wird ab 22.00 Uhr hinter
den Plattentellern für den «happy» Warm-up-
Sound sorgen. Die brandheissen Circuit-Gogos
bringen den Club zusätzlich noch zum Kochen,
wie es bei Matinee-Shows, wie Souvenirs, schon
immer üblich war.
Ganz speziell für diese einmalige Party wird
im Escherwyss Club eine gemütliche Open-Air-
Area mit Food-Zelt aufgestellt sowie eine Out-
side-Bar und eine Smokers-Lounge. Dazu gibt‘s
noch einen fairen Eintrittspreis, damit jeder
Parties und
Events
Partygast das Fest so richtig geniessen und sich
die ganze Nacht vergnügen kann.
Mit dem Zurich Pride Festival Pass ist der Ein-
tritt gratis. Tickets im Vorverkauf, Fr. 25.–, an
der Abendkasse Fr. 30.–.
Vorverkauf
Zurich: Cranberry Bar, Männerzone, Barfüsser,
Sauna Moustache
Geneva: Nathan, Phare, Bains de l’Est
Lausanne: Sauna Pink Beach
Bern: Sauna Sun Deck
Basel: Sauna Sunnyday
Circuit - Pride Party Zurich
Samstag, 5. Juni 2010, 22.00 Uhr till late
EscherWyss Club Zurich
Hardstrasse 305, 8005 Zurich
www.gay-party.com
www.zhpf.ch
www.escherwyss.ch
Big Pride Party

rich Pride-Festival
Nach der Pride-warm-up-Party von Testosteron
und Selection im XceS-Club tun sich die beiden
Veranstalter nochmals zusammen zur Big Pride
Party am 5. Juni im Lotus-Club, der nur wenige
Gehminuten vom Turbinenplatz entfernt ist.
Der Lotus-Club wird seine Pforten um 23.00
Uhr für eine der grössten Pride-Parties des Jah-
res 2010 mit der europäischen und schweize-
rischen DJ-Elite öffnen: Eingeogen werden aus
London: DJ The Oli, aus Köln: DJ Mike Kelly, aus
Madrid: DJ Manuel Carranco und aus Barcelona:
DJ Nacho Chapado. Aus der Schweiz sind dabei:
DJ 5th Element, DJ Michael K. und DJ Sonik.
Diese sieben Star-DJs werden auf zwei Floors
auegen. Im ganzen Haus gibts Fun, Action
und Shows. Im «Upper Floor» ist die Testosteron
Area, strikt men only! Dort präsentiert darüber
hinaus der internationale Pornostar Logan Mc-
Cree und weitere Jungs eine kinky Performance.
Feder-führend im «Floor Downstairfür ein
gay and gayfriendly Publikum ist Selection mit
stylischer Dekoration, Hot Gogos, Special Ani-
mations und Lasershow.
Natürlich werden die Gäste mit Welcome-Drink,
Früchten etc. verwöhnt. Es gibt eine grosszügige
Relax-Lounge im Aussenbereich… und das alles
kann bis weit in den Sonntag hinein genossen
werden.
Bereit r Mann, Muskeln und Musik? Das muss
man sein für diese Party, deren Line-up und
Entertainment chstens mal an der Rapido
in Amsterdam, an der Fire in London oder an
der La Demence in Brüssel anzutreffen ist. Es
ist zu erwarten, dass es einen Andrang geben
wird. Deshalb ist es sinvoll, das Ticket im Vor-
21
CRUISER Edition Juni 2010 Szene
verkauf an der Warm-up-Party im XceS-Club
oder ab dem 1. Mai in der nnerzone oder bei
Daniel H. zu ergattern. Der Eintrittsarmbändel
kostet 35 Franken, egal, ob im Vorverkauf oder
an der Abendkasse. Allerdings kommt man mit
dem Vorverkaufsticket bzw. Züri-Party-Pass vom
Zürich Pride-Festival schneller in den Club rein
und muss draussen nicht lange anstehen.
Big Pride Party by Testosteron und Selection
2 Floors & 7 DJs
Samstag, 5. Juni 2010, ab 23.00 Uhr
Lotus Club, Pngstweidstrasse 70, 8005 Zürich
www.testosteron-party.ch
www.selectionparty.ch
Rodeo

Am ersten Freitag im Juni ist das Rohstofager
in den Händen der Gay-Community. Das Roh-
stofager setzt seit 1997 Trends in der elektro-
nischen Musik und hat sich europaweit als einer
der bekanntesten Clubs dieses Genres etabliert.
Grössen der Musikszene geben sich die Ehre und
drehen ihre Platten im Rohstofager, von Live-
Acts wie Der Dritte Raum, The Advent, Laurent
Garnier oder DJs (von Jeff Mills, DJ Hell, Richi
Hawtin und Miss Kittin aber auch Green Velvet
bis hin zu Dave Clarke und Sven Vath), die dort
auftraten.
Das Rohstofager geniesst mit seinem schlich-
ten Erscheinungsbild in der Heterowelt enormes
Ansehen. Rodeo setzt nun als einzige ofzielle
Gayparty am Freitag, 04. Juni, auf treibende Mu-
sik, Hot Bullriders und au f eine Location, die un-
mittelbar an den Turbinenplatz grenzt .
Jack Chang (LONDON) ist wohl einer der be-
kanntesten Charaktere der Gayparty-Welt der
progressiven House-Musik. Sein Name ist in
der Dance-Industrie verwurzelt wie nur weni-
ge andere. Mit seinen Auftritten an Events wie
«Hust laball Pool Party» in Palm Springs (USA),
als Headliner an der Mardi Gras in Sydney, der
Greenkomm in Köln, im Rapido in Amsterdam
oder an der Folsom Europa hat er schon man-
chen Partygängern eine musikalisch unvergess-
liche Nacht verschafft.
Glaucio Duarte (Amsterdam) unverwechsel-
bar und bekannt für seinen Uplifting-Tribal-
House Brazilianstyle. Glaucio kennt die exakte
Mischung von Latintribale und Elektro-House.
Treibend und uplifting. Glaucio spielte bereits
an namhaften Events und Topclubs in ganz Eu-
ropa. So zum Beispiel in Madrid an der «Cool
Ballroom», in Paris im «Queen», in Rom an der
«Muccassasina» und in Brussels im «Le Cabaret»
(Love Ball) u.v.m.
Stay Mounted
Freitag, 4.Juni 2010, 22-00 Uhr
Rohstofager, Toni Areal, 8005 rich
Jack

Jack, die feste Grösse einer international ge-
färbten Gayszene lädt auch dieses Jahr zur gros-
sen Pride-Party. Das Kaueuten bildet die Home-
base einer selbstbewussten, offenen Partycrowd,
die sich bei schweisstreibenden Rhythmen zum
Höhepunkt des Christopher Street Day hoch-
schaukelt. International angesagte Ausnahme-
talente und Pioniere der elektronischen Musik
geben in der Nacht aller Partynächte den Ton
an, unterstreichen klanglich, aber auch in ih-
rer Erscheinung die illustre steschar. Elek-
trosounds aus London, Berlin und Paris halten
im Festsaal die Partycrowd bei Tanzlaune, wäh-
rend sich in der Lounge alles um die Discokugel
dreht. – «Bigger, bolder, brighter» ist das Motto,
aber auch das Ergebnis einer über Jahre hinweg
immer enger werdenden Freundschaft unter
Gleichgesinnten.
DJ Ben Manson (Paris) gehört ohne Frage zur
ers ten Liga im elektronischen Musikgeschehen.
r die Pariser Houseszene stand noch hrend
einem seiner ersten Sets fest: Er gehört zu den
ganz Grossen unserer Generation. Kreativ-Ein-
griffe in stilistisch Angestammtes sind für ihn
der Weg zum unverwechselbaren Beat. House,
Tribal, Electro, Vocal und Progressive mischt
er zu energiegeladenen Sets. Innovativ, uner-
hört und irrend sind seine Auftritte, tosend
die Masse, die immer mehr will. Seine Erfolge
führen ihn um die ganze Welt: Souvenir, Love
Ball und das Circuit in Barcelona, The Week
London oder das Black&Blue in Montreal gehö-
ren zu seinen Destinationen. Resident ist er bei
der besten Partyreihe von Paris: dem Scream.
Inzwischen ist er auch so etwas wie ein Stamm-
gast bei Jack.
Jack
Samstag, 5. Juni 2010, 22.00 Uhr bis 8.00 Uhr
Kaueuten, Pelikanplatz, 8001 rich
Helden-
mmerung

In ihrem Buch «Heldendämmerung» geht die
deutsche Autorin Ute Scheub pointiert dem
Machtverlust der Männer auf den Grund. Und
zeigt auf, warum der Frust der Heteros nicht
nur Frauen, sondern auch Schwule hart treffen
kann. Auf Einladung der Homosexuellen Ar-
beitsgruppen Zürich (HAZ) tritt sie am 4. Juni
im Rahmen des Zurich Pride Festivals auf.
In den letzten Jahrzehnten hat der Mann seine
traditionelle gesellschaftliche Vormachtstel-
lung verloren. Nicht nur Frauen drängen an die
Spitze, auch Schwule können sich heute erst-
mals in der Öffentlichkeit zeigen, sind nicht
mehr nur als Künstler und Coiffeure gedultet,
sondern auch als Polizeichefs, Minister, CEOs.
Ein gesellschaftlicher Umbruch und die Globa-
lisierung haben es möglich gemacht.
Das muss doch den Hetero-Mann einfach ver-
unsichern. Die Herrschaft der Männer, so die
deutsche Autorin Ute Scheub, geht ihrem Ende
zu. Die 1955 geborene Mitbegründerin der le-
gendären «tageht nnern nicht aus dem
Weg, nein, sie hat sie regelrecht erforscht. Und
dabei auch entdeckt, wie nnlicher Identi-
tätsverlust in Krieg und Gewalt enden kann
auch und nicht zuletzt gegen Schwule. So
führt sie den deutschen Rapper Bushido an, der
22
Szene CRUISER Edition Juni 2010
Urban, direkt an den Bahngleisen gelegen, ist
die Venue durch ihre zentrale Lage sehr gut von
jedem Ort der Stadt erreichbar.
Um 20.00 Uhr startet die Live-Übertragung des
Songcontests aus Oslo und ab 23.00 Uhr steigt
die Party.
Boyahappy & Pridahkasha
Samstag, 29. Mai 2010
Live TV-Cinema mit Evita von Tesa
Start: 20.00 Uhr, Party: 23.00 Uhr
Eintritt frei bis 23.00 Uhr!
Bling Club
Neufrankengasse 22, 8004 Zürich
www.boyahkasha.ch, www.bling-zuerich.ch
Testosteron
Summer Fetish Dance Party
Testosteron feiert Ende Juni die erste der zwei
Summer Fetish Dance Parties in ihrer neuen
Heimat, dem XceS Club (ex-Aera / Labitzke) an
der Albulastrasse 40, rich, und wird mit
dem Locationwechsel wieder zur Fetish Dress-
code Men Only Party. Leder, Jeans unter Chaps,
Gummi, Worker, Army, Cargohosen, Industrial,
Uniform, Sportswear, Neopren sind angesagt.
Ausnahmen können für «Unwissende» oder
«Schnupperlehrlinge» gewährt werden. Testo-
steron will mit dieser Party einen Gegenpol zu
den anderen Veranstaltungen bilden. Die Top
DJs Binomio (Strong Madrid), Tim Benjamin
(Cockpit Köln) und Sonik (Zürich) garantieren
eine schweisstreibende Nacht und einen Mor-
gen mit open end. Die zweite Summer Party
ndet am 7. August statt. An den Plattentellern
stehen dann nebst 5th Element, Ivan Gomez
aus Barcelona, der schon oft an der Naughty in
Brüssel aufgelegt hat und Resident im Strong
Madrid ist.
Also raus aus den Strassenklamotten und an
die Testosteron.
Samstag, 26. Juni 2010
Samstag, 7. August 2010
ab 23.OO Uhr bis spät
XceS Club, Albulastrasse 40, 8048 rich
www.testosteron-party.ch
Woof

Der Montag i st für Männer, die es nat ürlich mö -
gen. Mit Woof hat der Club Aaah! den Nerv der
Zeit getroffen. Das Credo lautet: «Es muss nicht
immer ein Sixpack und eine rasierte Brust sein
r viele ist ein kleines Bäuchlein und Haare auf
der Brust Sexiness pur.
Doch eines soll das andere nicht ausschließen.
Willkommen ist natürlich jeder. Egal, ob man
alles nicht pur-männliche als minderwertig
darstellt und verbal krass gegen Frauen, Behin-
derte und Schwule einprügelt. Andere folgen
mit Fäusten.
Auf Einladung der Homosexuellen Arbeitsgrup-
pen HAZ und mit Unterstützung von Orell ss-
li wird Ute Scheub in einer Mischung aus Lesung
und Talk dem Zürcher Publikum ihr neustes
Buch «Heldendämmerung – Die Krise der n-
ner und warum sie auch für Frauen gefährlich
ist» vorstellen. Der Anlass ndet im Rahmen des
Zurich Pride Festival im Kreis 5 statt. Gastgeber
sind «Sonntag.c-Polit-Redaktor Christof Mo-
ser und HAZ-Vorstandsmitglied Michi Rüegg.
Empfohlen wird der Anlass allen, die am Pride-
Wochenende nicht nur feiern, sondern auch
über die Zukunft nachdenken chten.
Freitag, 4. Juni 2010, 19.30 Uhr im Auditorium
des Technoparks (gleich neben dem Pride-
Gelände auf dem Turbinenplatz), 8005 Zürich
(Eintritt kostenlos).
Boyahkasha!
Pride Up

Lounge
Am 29. Mai steigt die nächste Boyahkasha und
vereint damit zwei Anlässe an einer Party. Das
Finale des Eurovision Song Contest und der be-
vorstehende Start des Zurich Pride Festivals.
Der Ort dafür könnte nicht schillernder sein als
der stylische Bling Club im Zürcher Kreis 4.
auf natürliche Jungs steht oder selber einer ist.
Ei n D reit agebart , ein einf aches T- Shir t u nd Jeans
si nd völ lig ausr eic hend, um sex y zu se in . Mus ik a-
lisch bleibt der Montag au f der gleichen Sch iene.
Natürlich, sexy, aber nicht monoton. DJ QBass
und DJ Groovemaster setzen das musi kalische
Konzept jeweils ab 21.30h tatkräftig um.
Ein wenig Elektro, eine Spur Proggressive
und eine Prise House. Woof was für eine Mi-
schung!
Woof, Natürlich sexy
Jeden Montag im Club Aaah!
Marktgasse 14, 8001 Zürich, www.aaah.ch
«Kiss for equal
rights!»
Kiss-In auf dem Bahnhofplatz
in Bern
Unter dem Motto «Kiss for equal rights!» soll das
lesbischwule Selbstversndnis neu dargestellt
werden. Am 19. Juni rufen die GaynossInnen
mit Unterstützung von Pink Cross, LOS, Pur-
plemoon und weiteren Organisationen, welche
sich für die Interessen der Homosexuellen ein-
setzen, zu einem Kiss-In auf: Schwule, lesbische
und bisexuelle Paare oder KurzpartnerInnen
küssen sich auf dem Bahnhofplatz in Bern.
Öffentliches Küssen zwischen zwei Frauen oder
nnern ist für viele Menschen abstossend bis
widerlich. Viele (junge) Queers lassen es sich so-
mit nehmen, ihre Gefühle ausserhalb eines «si-
cheren» Umfeldes auszudrücken. Mit dieser Ak-
tion soll gegen dieses grosse Tabu angempft
und gezeigt werden, dass es sie auch heute noch
gibt: Bi- und homosexuelle Jugendliche, die zu
sich stehen und ihre Liebe leben wollen.
Die Öffentlichkeit soll wahrnehmen, dass es
lesbischwule Jugendliche überall gibt und dass
23
CRUISER Edition Juni 2010 Szene
sie selbstbewusst sind. Vielleicht sind sie anders,
aber genauso lebens- und liebenswert.
rs Mitmachen gibt‘s einen Gratis-Drink und
weitere Überraschungen an der «Kiss for equal
rights!»-Party in der Reithalle in Bern.
Kiss for equal rights, 19. Juni 2010, 19.00h
Bahnhofplatz Bern
anschliessend «Kiss for equal rights!»-Party
(hosted by Purplemoon)
Reithalle, Bern
Rome Selection

In Rom gibt es ziemlic h männe rla st ige B ere iche,
wie beispielsweise den Vatikan. Ob es bei der
Selection-Party, die auch männerlastig ist, nun
unkeuscher zugeht, als eben dort, liegt im Auge
des Betrachters. Auf jeden Fall gehts bei der
Selection nicht um zarte Knaben, Flöten- und
Orgelspiel, sondern um nner, Muskeln und
Musik!
Dieses Mal eigens aus Rom eingeogen: Alan
Joe!. Angefangen hat er 1998 als Resident im MS
Connexion zur damaligen Hochblüte des Clubs.
N a c h d i v e r s e n S t a t i o n e n w i e C S D K ö l n i n D e u t s c h -
land, Nilparty und Selection in Stuttgart fand
sein Set seinen Weg nach Rom und von dort
auch nach Florenz zur Bulldozer-Party.
Ebenfalls dabei: Jon Doe! Im Jahr 2001 entdeckte
Jon Doe die progressive Seite der Tanzmusik in
Kölner Clubs, wo dieser Stil öfters als in anderen
deutschen Städten gespielt wird.
Bald wollte er seine eigenen «Reisen» in der Welt
des Progressive kreieren und ng mit dem Mi-
xen an. Daraus entwickelte sich eine Leiden-
schaft, die ein bedeutender Teil seines Lebens
wurde. Da seine Fähigkeiten so gut waren, wur-
de er Resident in einem kleinen Club in Köln.
Bald darauf legte er für Jägermeister sowie den
weltbekannten KitKat Club in Berlin auf. Seit
Ende 2004 beschallt Jon Doe regelmässig die La
Demence in Brüssel. Im Jahr 2005 wurde er von
den Lesern des deutschen Magazins RIK zum
besten DJ gewählt. Seine Sets könnte man am
ehesten als zeitlose Meisterstücke des Fliegens
beschreiben. Das Herbeiführen eines Traum-
zustandes, mit einem warmen Bass, der den
Danceoor durchströmt. Das führt zu einer Mi-
schung aus Progressive Tra nce, House, Psy-Tran-
ce und Tech. Die Freunde des Selection-Sounds
werden ihre wahre Freude haben.
Darüber wurde für den ri-Floor im oberen
Bereich Willi P. und Ajaxx angefragt. Das wird
mal wieder eine hammergeile Party...
Rome Selection
Samstag, 26. Juni 2010, ab 23.00 Uhr
Einlass ab 21 Jahren
Club Lotus, Pngstweidstr. 70, 8005 Zürich
www.selectionparty.ch
Spray The Gay-
Village

Vom 2. bis 4. Juli 2010 ndet nach drei Jah-
ren wieder das Züri scht 2010 statt. Die Zür-
cher Gay-Party-Organisatoren Rolando Fusco &
Andi Trefzger stellen in diesem Rahmen, wie
im Jahre 2007, wieder das Gay-Village am Ha-
fendamm Enge in der Nähe des Seerestaurants
Aqua auf die Beine. Spray The Gay-Village wird
noch grösser als 2007 mit zwei bis drei eigenen
Themen-Bars, die von trashig-funny bis zu se-
xy-sporty mit Boys, Deko und Outts aufge-
pimpt sind. Auch wenns dieses Jahr feucht
werden sollte, ist mit Zelten für das Trockene
gesorgt. Feucht wird hingegen mit Drinks ge-
feiert. Wer Hunger hat, kann sich an der «Deep
Throat» -Wurst-Bar vom schw ulen Metzger eine
Wurst in den Mund gleiten lassen. Und wer
noch nicht genug hat, kann sich am Coca- Cola
Zero Stand selber in die Luft schleudern las-
sen. Zudem bietet das Programm an allen drei
Tagen so einiges an DJ- und Show-Highlights.
Unter anderem steht der Samstagabend un-
ter einer Partner-Zusammenarbeit von Jungle
(Lausanne) und dem neuen Label «Spray» (Ro-
lando & Andi) auf dem Programm. Die WM-
Spiele am Freitag und Samstag werden live
übertragen und gleich danach gibt es an bei-
den Tagen das grosse Feuerwerk von der besten
Lage aus zu sehen. Am Sonntagabend ndet,
bei schönem Wetter, zum Abschluss die «181
Airline-Lounge mit Glitzerhaus (Show & DJ
Set) statt.
Spray The Gay-Village
Züri Fäscht 201, 2. - 4. Juli 2010
Hafendamm Enge, Zürich
Das knallrote
Gummiboot

Alle 3 Jahre ndet am ersten Juliwochenende
das legendäre Züri Fäscht statt. Nun ist es wie-
der so weit. Zwei riesige Feuerwerke und viele
Attraktionen locken Hunderttausende von
Menschen nach Zürich. Und wo treffen sich
Gays und Lesben? Natürlich sind die bekannten
Clubs und Lokale geöffnet. Aber an einem war-
men Sommerabend gibt es mitten in der Stadt
eine besondere Möglichkeit. Die QueerOfcers
und die TipTop Bar stellen ein grosses Schlager-
zelt «Das knallrote Gummiboot» auf. Auf dem
Zwingliplatz, direkt beim Grossmünster, stehen
über 400 Sitz- und nochmals so viele Stehplätze
bereit r ein fröhliches und ausgelassenes Züri
Fäscht. Auf der Bühne treten bekannte Schlager-
nger (u.a. Louis Menar und Freddy Albers) auf
und wechseln sich ab mit den bekannten Schla-
ger DJs Jungle und Rex. Schlager aus den 60ern
bis zu den 90ern lassen die Herzen höher schla-
gen. Eine muntere Schar von hübschen, kna-
ckigen Matrosen sorgt im Service für genügend
Getränkenachschub und in der kleinen Küche
werden diverse Köstlichkeiten passend zum
Züri Fäscht zubereitet. An der Schneider’s Bar
iesst das spezielle Hefeweizen frisch vom Fass
und feine Cüpli lassen auch beim coolsten See-
bären das Eis schmelzen. Auf Wunsch wird der
Kapitän einen besonderen Tisch die Captains-
Lounge reservieren:
praesident@queer-ofcers.ch
Schlagerzelt
Freitag, 2. Juli, 18.00 bis 05.00
Samstag, 3. Juli, 14.00 bis 05.00 Uhr
Sonntag, 4. Juli, ab 12 Uhr bis Mitternacht
Zwingliplatz, 8001 rich
Summer 69

Der Sommer ist dieses Jahr zwar spät dran, aber
dafür wird‘s umso heisser im T&M. Summer
69 heisst der neue Event der Hungarian Gay
Boys! Schon an ihrer letzen Party haben die
Hungarian Gay Boys gezeigt, wie man Parties
auf Ungarisch feiert: Hammer Musik, sexy Go-
Gos und eine Bomben-Stimmung. Und genau
das versprechen die Veranstalter auch für die
Summer 69 Party. Diesmal ist Peter Shadow
(Pornstar) mit dabei, um das Partyvolk so rich-
tig aufzuheizen.
Damit nicht genug, denn DJ Hamvai. P.G., DJ Ma-
gonyi L und die sexy Go-Go Boys werden speziell
für diesen Anlass aus Ungarn eingeogen.
Wenn das keine heisse Sommernacht wird!
Summer 69, Freitag, 11. Juni 2010, 21.30 Uhr
T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich
www.tundm.ch
Celestial
Sommernacht

«Alles, nur nicht mit den Füssen auf dem Boden»...
everything, just not down to earth... for gays and
friends, special lightshow, darkroom, sommer-
liches Easygoing, Erholung vom Jubel&Trubel
des Pride Weekends, Relaxing zu bewährtem
Sound.
Celestial – Sommernacht
Samstag, 19. Juni 2010, 23.00 Uhr bis openend
Club Lotus, Pngstweidstr. 70, 8005 Zürich
www.celestial.ch
24
Ausstellung CRUISER Edition Juni 2010
Paradies Schweiz

100 Jahre aus der eigenen
-

Von Kur t Büchler
Die ausgestellten Plakate reichen bis ins 19. Jahr-
hundert zurück, als die ersten Reisenden die
Schweiz entdeckten. Ob Berg, Kuh oder Schwei-
zer Fahne aber auch Schokolade, Käse und
sportliche Menschen sie alle verkörpern ty-
pische Schweizer Werte. Sie haben das Image
der Schweiz geformt, vermitteln unterschied-
liche, auch widersprüchliche Botschaften. Die
Bilder wirken zeitlos, doch lässt sie die Realität
oft in verändertem Licht erscheinen.
Mythos Berg
Zuerst stehen die Berge im Mittelpunkt. Sie wa-
ren 1848 Symbol der nationalen Einigkeit im
viersprachigen Land, das sich im liberalen Geist
zum Bundesstaat formierte. Heute werden sie
mit dem Bild der Schweiz gleichgesetzt, was
sich im Tourismusplakat besonders deutlich
ausdrückt. Auf dem Swissair Plakat von 1954
winkt der Sennenbub auf einem grünen Berg
fröhlich der Swissair-Maschine zu. Nach dem
spektakuren Grounding der Schweizer Flug-
gesellschaft im Jahr 2001 scheint er heute viel-
mehr einem Phantombild seiner Erinnerung
nachzuwinken.
Trachten & Folklore im Trend
Orientierung durch Kultur ist im Trend, und
Heimat wird heute mit weltweiter Angleichung
der Lebenswelten auch als Lebensgefühl neu
deniert. Statt konservativ zu wirken, vermit-
teln Trachten heute Weltoffenheit. Dies wird
auch mit der Anti-Aids Kampagne von 1992 ge-
zeigt. Die an Heidi erinnernde junge Bäuerin
wirbt für die Verwendung von Kondomen und
räumt selbstironisch mit dem Vorurteil des
Hinterldlertums auf. Auch das Bauernhemd
kann Bodenständigkeit verkörpern. Ähnliches
passiert mit dem Plakat der UBS von 2007. Der
Anblick der beiden Schwinger erweckt heute
kontroverse Gefühle, welche die gesamte ins
Wanken geratene Welt der Banken betreffen.
Das Kreuz mit dem Kreuz
Die Schweizer Fahne war immer Garant für
Qualität, ob bei der hmaschine «Helvetia
die Freundin fürs Leben» von 1942 oder beim
Plakat für Schweizer Eier von 1971. Heute ver-
körpert das weisse Kreuz auf rotem Grund
Swissness. Diese hat das Gütesiegel «Made in
Switzerland» ersetzt. Mit dem Motiv Schweizer
Kreuz operieren die weltoffene als auch die iso-
lator isc he Schweiz. I m Nebeneinander der v isu-
ellen Strategien werden das Image der Schweiz
und gleichzeitig ein Ringen um die Bedeutung
der Bilder erkennbar. Doch auch wenn die Iko-
nen, von der Realität beeinträchtigt, überholt
oder demontiert werden, bleibt ihre Bildkraft
ungebrochen.
Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60, 8005 Zürich
+41 (0)43 446 67 04
www.museum-gestaltung.ch
Kuratorium/Projektleitung: Cynthia Gavranic
Mit 350 000 Objekten ist dies weltweit eines
der bedeutendsten Archive
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr,
am Mittwoch bis 20 Uhr
25
CRUISER Edition Juni 2010 Fotostrecke
Miguel Villalobos is a Venezuelan-born, New
York-based photographer working in film,
fashion and art.
Miguel started as an illustrator in Caracas,
Venezuela, where he graduated from the «Insti-
tuto de Diseño de Caracas». While in Caracas,
he received an honorary mention in the «Pe-
dro Leon Zapata Awar. The «Pedro Leon Za-
pata Award» is Venezuela's most distinguished
award for journalistic-illustration.
In 1997 Miguel moved to New York where he
started working as visual consultant and doc-
umentary photographer for the lm «Hedwig
and the Angry Inc, and as art director for
Laurie Anderson’s video «Life on a String».
Miguel is a regular contributor to Jalouse
(France), Tetu (France), Butt Magazine (Hol-
land), Revista Metal (Spain), V and V man Mag-
azines (US) and Fantastic Man (Holland).
His photography and i llustration work has also
been published in Purple Fashion (France), In-
terview (US), Le Monde (France), Vogue Hommes
International(France), Fake Magazine (Spain),
Vanidad (Spain), Blend Magazine (Holland),
Filmmaker Magazine (US) and BlackBook (US)
During his time in NY, Miguel has done on-
going collaborat ions documenting t he work of
New York a rtist Kathy Rose, desig ner Zaldy and
Gwen Stefani at L.A.M.B.,among others.
Miguel also collaborates with Graham Tabor
on Instalations, the most recent at Ter Et Ban-
tine Gallery, summer 2008, and fashion sto-
ries, like a presentation of the mans collec-
tion spring / summer 2008 from Maison Martin
Margiela As an illustrator, Miguel currently
designs textile prints for L.A.M.B. and Zaldy.
Miguel Villalobos
Photographer
www.miguelvillalobos.net
32
Reisen CRUISER Edition Juni 2010
«Where the
Boys Ar
Fort Lauderdale hat South


Von Kur t Büchler
«Where the Boys Are», hiess
der Film mit Connie Francis,
der 1960 in Fort Lauderdale
gedreht wurde und das Ve-
nedig Nordamerikas, wie die
Stadt auch genannt wird, für
Gays aus aller Welt bekannt
machte.
Waren es zuerst die College Boys und Girls, die
hrend den Spring Breaks die Hotels und Re-
sorts füllten, sind es heute Gays, die das ganze
Jahr Days und Nights in dieser Stadt geniessen.
Nachdem die Strassen von Miami immer un-
sicherer geworden sind, hat sich die Gay Com-
munity neu orientiert, so dass Fort Lauderdale
zur Gay-Destination Numer 1 von Nordamerika
geworden ist. Mehr als 100 Unternehmen sind
im Besitz von Gays, darunter Hotels und Guest-
houses, Bars, Clubs und Restaurants und drei
grössere Gay / Lesbian-Printmedien. Drei sehr
populäre Beaches sind am 23 km langen, weis-
sen Strand fest in Gay-Hand, die bekannteste,
Sebastian Beach, im Zentrum. Klar, dass es hier
jede Menge Liegestühle und Sonnenschirme zu
mieten gibt, wenn auch nicht gerade billig.
Bald «Sexiest Place on Earth»?
Richard Gray, der 1991 sein Royal Palms Resort,
das erste 5*-Gay-Resort gründete, erhielt kürz-
lich den von LOGOonline.com zum ersten Mal
vergebenen «Gay+ Award for Achievement in
Making Our World Gayer» für seine Marketing-
Anstrengungen für den Gay Tourismus in Fort
Lauderdale. Die Stadt selbst wurde ausserdem
zusammen mit Mykonos, Buenos Aires, Paris
and Madrid als «Sexiest Place on Earth» nomi-
niert. Die Abstimmung läuft online bis im No-
vember.
Das Broward Center for Performing Arts hat
sich einen Namen geschaffen. Nebst Konzerten
und anderen kulturellen Veranstaltung ist der
Broadway omnipräsent. Jetzt gerade mit dem
Musical «Mary Poppin, im Herbst mit den neu-
en Broadway Produktionen «Young Franken-
stei, «Burn the Floor», «Rock of Age, dann
aber auch mit «Les Miserables», «West Side Story»
oder «Hair» im nächsten Sommer.
Der Atlantic Boulevard und seine Beach Prome-
nade sind auch bei Spaziergängern, Velo-Fahr-
ern und Inline-Skatern sehr beliebt. Mitten drin
geht der Las Olas Boulevard, eine schicke Shop-
ping- und Restaurant-Meile, ins Landesinnere.
Geschäfte und Restaurants der gehobenen Klasse
laden zum Einkaufen und Essen ein. Ganz i n der
Nähe der sehr beliebte Riverwalk, die Flusspro-
menade, dem New River entlang. Dieser Weg
führt zum Museum of Art und dem Museum of
Discovery and Science oder dem Old Fort Lau-
derdale Village & Museum. Reizvoll ist es auch,
mit der zwar etwas kitschigen «Jungle Quee,
die einem Mississippi-Raddampfer nachempfun-
den i st, ei ne Reise du rch die end losen Kanäle u nd
Wasserstrassen, zu machen entlang der Luxus-
villen. Vom Captain animiert, winken aus den
Vorgärten die Villenbesitzer den Touristen zu
und das jeden Abend. Wenn es dunkel ist, wird
Ha lt gemacht auf eine r I nsel in einem grossen of-
fenen Holzbau. Ein E ssen vom Grill mit genügend
Bier – das Oktoberfest sst grüssen.
Südlich von Fort Lauderdale im Port Everglades
sind die grossen Piers und Eincheck-Hallen
zu den immer grösser werdenden Kreuzfahrt-
Schiffen. 1927 wurden sie ofziell eingeweiht,
zwei Jah re, bevor 1929 der A irport Fort L auderd-
ale eröffnet wurde. Als Hafen für den Güterum-
schlag geplant, hat er sich in den vergangenen
Jahrzehnten zur Anlaufstelle für Kreuzfahrten
entwickelt.
Im Landesinneren liegt das riesige Natur-
schutzgebiet Everglades. In diesem natürlichen
Sumpfgebiet sind viele Fische und Vogelarten
heimisch. Ebenfalls die unterschiedlichsten
Panzenarten wachsen nur in diesen mpfen.
Die Alligatoren sind hier frei lebend, hautnah
zu beobachten. Die Everglades, mit mehreren
Tausend Quadratkilometern, wurden bereits
in den 50er Jahren als Naturschutzgebiet de-
klariert. Anschliessend daran bendet sich der
Sawgrass Recreation Park, beide sind Heimat
und Stamm-Territorium der Seminole-India-
ner. Hier in der he wurde mit Sawgrass Mills
die wahrscheinlich gsste Shopping Mall der
Welt gebaut. Damit niemand die Orientierung
verliert, ist die gesamte Mall in fünf grosse Ein-
kaufsstrassen, die Avenues, unterteilt. In den
mehr als 400 Gescften trifft man auf alle
weltbekannte Marken. Ein besonderes Erlebnis
ist der riesige Food Court «The Eye of the Hurri-
cane» mit Spezialitäten-Restaurants der ganzen
Welt. Kinos und Spielplätze für Kinder vervoll-
ständigen das Angebot.
Dining
Der Restaurateur Stephen Starr, dessen kulina-
risches Imperium Restaurants in Philadelphia
und NYC einschliesst, hat am Beach Boulevard
sein Steak 954 eröffnet. Im unwahrscheinlich
guten Angebot aus der Küche sind die gegen-
rtig wohl besten Steaks weltweit erhältlich.
Das extravagante Restaurant mit einer riesigen
Aquarium-Wand, vor der weisse Seequallen auf
und niederschweben, umfasst 240 Sitzplätze
und sieht eher wie ein Club aus. Viele Tische
sind auf der Terrasse mit direktem Blick auf das
rauschende Meer.
Parties, Bars and more
Ob Rocky Horror Picture Show oder Striptease,
in allen Bars und Clubs sind täglich wechseln-
de Themen-Parties programmiert. In Wilton
Manor am Wilton Drive haben sich die ver-
schiedensten Unternehmen des Gay Life kon-
zentriert. Hier ist am Wochenende auch ein
Shuttle Bus in Betrieb, mit dem man bequem
von einer Location zur anderen kommt.
Don’t miss Bill’s Filling Station. Da wo früher
ein beliebtes Gay-Restaurant war, das «Christ-
mas in July» feierte, mit der üblichen Weih-
nachtsdekoration, hat sich Bills Filling Station
installiert. So brutal geht es allerdings nicht zu
und her, auch wenn es öfters eine Happy Hour
gibt und auch kleinere Showstars ihren Auftritt
haben. Am Sonntag gibt es gar Gratis-Food.
Gleich gegenüber liegt Georgie’s Alibi VideoBar,
Caand Sports Bar. Georgie’s Bar und sein be-
rühmtes Restaurant war früher an einem grossen
Boulevard. In diesem Komplex kann man Billard
spi ele n o de r s ic h m it F reu nde n t re f fe n. L e er e St ü hle
an der Bar oder an den Tischen sind selten. Gleich
in der Nähe der Gaymart, ein sehr angenehmes
Ladenlokal mit Backgroundmusik, Badeslips und
weiteren Textilien, auch mit Glückwunschkarten
und anderen Produkten, nice to have und ausge-
sprochen freundlichem Personal.
CRUISER Edition Juni 2010 Reisen
Zurück auf die andere Strassenseite. Im Courty-
ard Cafe stehen leckere, einfachere Gerichte auf
der Karte. Unter einer Arkade stehen die Tische.
Ein getliches Kommen und Gehen. Etwas
weiter weg ist Rosie’s Bar and Grill. Wir rden
dazu sagen, ein Gartenrestaurant, where the
Locals go for Vacation, wie es in der verführe-
rischen Werbung heisst. Auf der anderen Seite
von Wilton Manors, das Tropics. Ein sehr gutes,
unkompliziertes Restaurant mit freundlichen
Kellnern und einem Top-Angebot.
Bars unlimited
Nicht weit davon, die gute alte Ramrod Bar, in-
nen etwas dunkler und härter mit Kerls und
freundlichen Barkeepern. Hinten raus geht es
zur Openair-Aera, voller Männer, Bier und vie-
len Gesprächen. Der alte Eagle wurde vor ein
paar Jahren geschlossen, wie Phoenix aus der
Asche ist er auferstanden. Ein Besuch lohnt sich
nicht oder doch? Je nachdem, was man sucht.
Gleich beim Eintritt wird Mann vom halb-
nackten Chef herumgeführt in alle Ecken und
Winkel des Lokals, mit der Betonung, dass man
sich gerne ausziehen darf und den Gogo-Boy in
seinem Kä g auch berühren darf...
Das Gay-Mekka Floridas ist selbstverständlich
voll mit Gay Guesthouses. Die Qual der Wahl.
Ein Blick bei Google auf «Gay Fort Lauderdale»
und man ist dabei. O