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Cruiser im Mai 2010

Dieses Magazin ist schwul
CRUISER Edition Mai 2010
Photographer Jaime Permuth, Luzern – Die Perle der Innerschweiz,
Orden der perpetuellen Indulgenz, Eurovision Song Contest, Dominic Hunziker,
Coco Chanel & Igor Stravinsky, The Dynasty Club, Tim Kurt Wiesendanger,
3
CRUISER Edition Mai 2010
Inhalt
Der Mai ist nicht mehr warm
Mai für Mai widmete sich der Cruiser dem Kulturmonat «warmer ma. Wir haben das Thema
nicht vergessen. Nein, die Organisatoren machen «eine kreative Paus. In diesem CR findet sich
dennoch eine lle von Themen. Auch zur Kultur. Anfangs Juni wird in Zürich der CSD gefeiert.
Um aktuell berichten zu können, werden wir dies aber erst in der kommenden Ausgabe tun. Heute
stellen wir den Mister Gay 2010 vor, berichten über die Leuchtenstadt Luzern, über den Orden der
perpetuellen Indulgenz, über die Party-Szene... Zudem präsentieren wir wiederum einen ausser-
gewöhnlichen Fotografen: Jaime Permuth
Martin Ender, Verleger
6
Dominic Hunziker!
Mister Gay Wahlen 2010
14
Luzern Die Perle der Innerschweiz!
Ein romantischer Wochenend-Trip zu zweit.
21
Jaime Permuth
Photographer
28
Orden der perpetuellen Indulgenz
Mutter Belleza hrt das Mutterhaus in rich
31
Goldregen und Punktehagel
Eurovision Song Contest Ende Mai in Oslo
33
Coco Chanel & Igor Stravinsky
Eine leidenschaftliche Affäre
News 4810121617
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404142
4
News CRUISER Edition Mai 2010
Internationale
News
Mexiko City

88 Mal schallte im ersten Monat der Homo-Ehe
das «Si» durch die Standesämter von Mexiko
City. 50 schwule und 38 lesbische Paare schlos-
sen den Bund, der fürs Leben halten soll. Weitere
37 Paare haben sich bereits für die Eheschlies-
sung angemeldet. Mexiko-Stadt gilt schwulen-
politisch als eine der fortschrittlichsten Kom-
munen Lateinamerikas. Gleichgeschlechtliche
Paare dürfen auch Kinder adoptieren und sind
weiteren Rechtsbereichen wie dem Erb und
Versicherungsrecht gemischtgeschlechtlichen
Paaren gleichgestellt. Die Homo-Ehe wurde in
Mexiko-Stadt im rz dieses Jahres eingeführt.
In der mexikanischen Hauptstadt leben 8,8 Mil-
lionen Menschen.
New York
Endlich Cher hat einen Sohn
Im gesegneten Alter von 63 Jahren ist Schwu-
lenikone Cher Mutter eines Sohnes geworden.
Chaz Salvatore ist der Name des Sprösslings.
Chaz ist schon 31 Jahre alt und war bei seiner
biologischen Geburt am 4. März ein Mädchen,
das von seinen Künstlereltern Cher und Sonny
Bono auf den Namen Chastity getauft worden
war. Lange Zeit bezeichnete sich Chastity als
lesbisch, bis sie sich zu einer operativen Ge-
schlechtsumwandlung entschloss. Gegenüber
dem Schwulenmagazin Advocate sagte Chastity
1995: «Ich sage nicht, dass ich stolz bin, lesbisch
zu sein, weil ich nicht unbedingt denke, dass es
etwas ist, worauf man stolz oder wofür man be-
schämt sein sollte. Es ist einfach so.» Jetzt sagte
Chaz gegenüber amerikanischen Medien: «Ich
lebe das Leben, das ich immer leben wollte...
endlich.»
London

Parlament
Endlich gab es mal eine gute Nachricht aus
dem skandalgeplagten britischen Parlament.
In den altehrwürdigen Hallen gaben sich Ende
rz Europaminister Chris Bryant und der
Abgeordnete der Labour-Partei Jared Cranney
das Ja-Wort. Das war die erste Zivile Partner-
schaft, die im House of Commons geschlos-
sen wurde. Heterosexuelle Trauungen werden
schon seit langem in der Chapel of the Palace
of Westminster, der Kapelle des Parlaments,
vorgenommen. Aber das Gotteshaus blieb dem
schwulen Paar versagt, weil laut Gesetz «Zivile
Partnerschaften» nicht in Kirchen geschlossen
werden rfen. Nachdem aber der «Speaker of
the House of Commons» eine Lizenz zur Trau-
ung erhalten hatte, kann nun auch ausserhalb
der Parlamentskapelle geheiratet werden.
Los Angeles
Preis für Cynthia Nixon
Der prestigeträchtige «Vito Russo Award» ging
in diesem Jahr an die Schauspielerin Cynthia
Nixon für ihren Kampf für die Homo-Ehe. In
ihrer Dankesrede sagte der Star aus «Sex and
the City»: «Mein Coming-out im Jahr 2004
war nicht schwer. Aber was wäre gewesen,
wenn es 1994 gewesen wäre? Das werde ich nie
wissen. Nur zehn Jahre Unterschied und ein
komplett anderes Universum.» Mit dem von
der schwul-lesbischen Medienorganisation
«Gay & Lesbian Alliance Against Defamation»
vergebene Preis – benannt nach dem an Aids
gestorbenen Aktivisten, Autor The Celluloid
Closet») und GLAAD-Mitbegründer Vito Russo
werden jedes Jahr Prominente ausgezeich-
net, die sich für die Rechte der Gay Commu-
nity einsetzen.
Manila


Das Verfassungsgericht der Philippinen kippte
Anfang April eine Entscheidung der Wahlkom-
mission, welche die Zulassung der Homosexu-
ellenorganisation «Ang Ladlad» als Partei aus
«moralischen Gründen» abgelehnt hatte. In dem
Verfassungsgerichtsurteil hiess es, da Homose-
xualität nicht illegal sei, gebe es keinen Grund,
der Organisation die Teilnahme an den Wahlen
zu verbieten. Das Gericht wies die Wahlkommis-
sion an, die 22 000 Mitglieder starke Ang Ladlad
als Partei für die Wahlen am 10. Mai zu regis-
trieren. Bischof Deogracias Iniguez verurteilte
im Namen der katholischen Kirche der Philip-
pinen die Zulassung einer Homosexuellenpartei
als «Förderung der Abnormalität». Die Philippi-
nen sind das bevölkerungsreichste katholische
Land Asiens.
5
CRUISER Edition Mai 2010
News
Hamburg

Helmut Schmidt wehrt sich auf seine alten Tage
gegen den Vorwurf, hrend seiner Amtszeit
als Chef der Koalition aus SPD und FDP zwischen
1976 und 1982 die Abschaffung des schwulen-
feindlichen Paragraphen 175 verhindert zu ha-
ben. «Wahr ist vielmehr, dass ich mich nie mit
der Sache befasst und deshalb mich auch zu
keinem Zeitpunkt gegen die Streichung gestellt
habe», schrieb der 91-jährige Politiker an die
Tageszeitung «Die Welt». Laut einem «Spiege-
Artikel aus dem Jahr 1980 soll Kanzler Schmidt
gegenüber dem damaligen FDP-Innenminister
Gerhart Baum wegen der Forderung nach Ab-
schaffung des § 175 gar gedroht haben. «Jetzt
reicht‘s, Herr Baum. Da müssen Sie sich einen
anderen Koalitionspartner suchen.»
Cleveland
Nicht «familiengerecht» für
Eis-Revue
Nicht «familiengerecht.» Mit dieser Begrün-
dung lehnte die internationale Eis-Show «Stars
On Ice» die Anheuerung des schwulen Eislauf-
Stars Johnny Weir ab. Dabei hat der Eislaufstar
Weir nie öffentlich zu seiner sexuellen Orientie-
rung Stellung genommen. Nach Weirs Auftritt
bei den Olympischen Winterspielen in einem
schwarz-rosa Kostüm in diesem Jahr in Vancou-
ver schrieb der Kommentator von outsports.
com jedoch: «Taten sagen mehr als Worte
Worte wurden zu Taten, als Weir sehr deutlich
die schwulenfeindlichen Kommentare austra-
lischer TV-Moderatoren bei der Übertragung
der Eislauf-Wettbewerbe aus Vancouver verur-
teilte. So sagte Weir: «Ich hoffe, in Zukunft den-
ken sie zuerst, bevor sie reden.»
London
Ein App für swinging gay

Ein App für schwule Londonbesucher ist die
neueste Anwendung im App Store für das iPho-
ne und das iPod Touch von Apple. Die Gay-Lon-
don-Applikation listet 131 Bars, Restaurants,
Hotels und Sehenswürdigkeiten auf und zudem
informiert ein Blog über die aktuellsten Events
und Termine in der britischen Hauptstadt. Mit
diesem gebührenfreien App will die Londo-
ner Tourismusbehörde den heiss umworbenen
schwul-lesbischen Markt noch besser erreichen.
Zu den Top Ten unter den gay Apps im Apple App
Store gehörten im vergangenen Jahr das «Gay
History Project», das Dating App «Grindr» sowie
«Gay Quotes» mit Zitaten schwul-lesbischer Pro-
mis, mit denen man auf Parties glänzen kann.
Hamburg

Das wissenschaftlich unhaltbare Verdikt des
Vatikans, es gebe einen direkten Zusammen-
hang zwischen Homosexualität und dem Kin-
desmissbrauch durch Priester, zeigt Wirkung.
In Deutschland kommt es zur Hatz auf schwule
Priester. Zwei Priester aus Nordrhein-Westfa-
len müssen zunächst ihre Ämter ruhen lassen,
nachdem ein Reporter der «Bild»-Zeitung die bei-
den als schwul geoutet hatte. Einer der beiden
soll in Dortmund SM-Parties und SM-Workshops
organisiert haben. Zum Verhängnis wurden den
beiden Priestern Profile auf dem Dating-Portal
Gayromeo. Ein Sprecher des Erzbistums Pader-
born erklärte gegenüber Medien, man habe «vor-
sorglicAnzeige bei der Staatsanwaltschaft
erstattet. Diese «Vorsorge» lässt die Kirche bei
priesterlichen Kinderschändern vermissen.
Sacramento


In Kalifornien soll ein Gesetz abgeschafft wer-
den, welches das Gesundheitsministerium
verpflichtet, wissenschaftliche Forschung zur
«Heilung von Homosexualität» zu fördern. Ein
Parlamentsausschuss in Sacramento hat jetzt
mit vier Stimmen und drei Enthaltungen emp-
fohlen, die 60 Jahre alte Regelung abzuschaffen.
Das Gesetz war 1950 nach einer Mord- und Ver-
gewaltigungsserie in Los Angeles eingeführt
worden. Eines der Opfer war ein sechsjähriges
Mädchen. Obwohl der Täter heterosexuell war,
richtete sich das Gesetz vor allem gegen schwu-
le nner. Homosexuelles Verhalten, befanden
die Politiker seinerzeit, fördere «Sex-Verbrechen
gegen Kinder». Zwei Republikaner und ein De-
mokrat enthielten sich jetzt der Stimme, weil
sie lediglich die ausdrückliche Erhnung von
Homosexualität aus dem Gesetz entfernen, die
Bestimmung aber weiter beibehalten wollten.
Köln
Assauer wütet gegen

Schwule haben keinen Platz im Profi-Fussball.
Das ndet der deutsche Fussballfunktionär
Rudi Assauer. Diejenigen, die sich outen, wür-
den plattgemacht «von ihren Mitspielern und
von den Leuten im Stadion. Diese Hetzjagd sollte
man ihnen erspare, sagte der ehemalige Ma-
nager von Bundesliga-Vereinen wie Werder
Bremen und Schalke04 dem Kölner «Express».
Weiter berichtete der für seine Machoallüren
bekannte 65-jährige Ex-Fussballprofi stolz, wie
er in Bremen mit einem schwulen Masseur um-
gesprungen ist. «Ich bin zu ihm gegangen und
habe ihm gesagt: Junge, tu mir einen Gefallen:
Such dir einen neuen Job.» 2009 geriet Assauer
in die Schlagzeilen, nachdem er auf Sylt bei
einem tätlichen Angriff auf seine Ex-Freundin
Simone Thomalla fotografiert worden war.
Budapest


András Király, Sprecher der ungarischen Partei
«Jobbik», musste zurücktreten, nachdem Fotos
und Videos aufgetaucht waren, die den Politiker
der rechtsradikalen Partei fröhlich feiernd bei
dem Gay Pride im kanadischen Toronto zeigten.
Die rechtsextreme Partei «Jobbik» aber hat sich
unter anderem einen Namen mit einer schwu-
lenfeindlichen Politik gemacht. Király hatte zu-
nächst seinen cktritt abgelehnt. Er sei nicht
schwul, liess er verlauten, und seine CSD-Teilnah-
me habe nur «Nachforschungen» gedient. In den
vergangenen Jahren konnte der CSD in Budapest
zum Schutz vor gewalttätigen Rechtsradikalen
nur unter massivem Polizeischutz stattfinden.
Nach den Wahlen im April ist «Jobbik» erstmalig
im ungarischen Parlament vertreten.
Washington
Ex-General entschuldigt sich

Kleinlaut entschuldigte sich der pensionierte
amerikanische General John Sheehan gegen-
über den Niederlanden für seine Äusserung,
homosexuelle holndische Soldaten seien
1995 schuld am Massaker in Srebrenica gewe-
sen. «Um es klar zu sagen: Das Fehlverhalten
in Srebrenica war nicht die Schuld bestimmter
Soldate, hiess es in dem Entschuldigungs-
schreiben Sheehans an den niederländischen
General Henk van den Breemen. Sheehan hatte
bei einer Anhörung des US-Senats gesagt, Homo-
sexuelle würden die Kampfmoral schwächen.
Als Beispiel nannte er Srebrenica. Dort hatte die
niederländische Armee einer Übermacht von
serbischen Truppen die Stadt überlassen, die da-
raufhin 8 000 Muslime umbrachten.
Der Gewinner ist...
Dominic Hunziker!
Mister Gay Wahlen 2010
von Martin Ender
7
CRUISER Edition Mai 2010
Gesellschaft
Nachdem sich über Jahre
niemand so richtig für das
Organisieren der Mister
Gay Wahlen interessiert
hatte, hat Oliver Eschler
vor gut einem Jahr die
Wahl wieder belebt. Crui-
ser bemängelte damals,
eine falsche Preispolitik
hätte am Finale-Abend
die Alte Börse nur gerade
mal zur Hälfte zu füllen
vergen. Dieses Jahr war
nun das Zürcher Volks-
haus zum Bersten voll.
Damals soll das «All Inclusive»-Getränkekonzept zum halbleeren Saal
aber auch zu einer mehr als guten Stimmung geführt haben. Der Be-
richterstatter schrieb: «Die Stimmung im Publikum war mehr als nur
ausgelassen, die Bar immer gut frequentiert und der eine oder andere
Zuschauer schon vor der r des neuen Mister Gays bis an seine Toleranz-
grenze alkoholisiert
2010 fand das Grand Finale nun im Zürcher Volkshaus statt. Und diesmal
war der Saal voll. Mehr als voll. Der Veranstaltungsbeginn verzögerte sich,
weil erst noch weitere Tische und Stühle bereitgestellt werden mussten,
um noch wartenden Gästen (und Ehrengästen) einen Sitzplatz anbieten
zu können seis dann auch nur in den hinteren Ecken neben der Bar, mit
eingeschränkter Sicht auf die Bühne, dafür mit umso mehr Lärm von der
Bar her. Doch schliesslich nahm das Grand Finale seinen langen Lauf.
Das Grosse Finale im Volkshaus
«Grand» nennt sich das Finale, weil nebst mehreren Gruppen- und Ein-
zelpräsentationen der Kandidaten noch manch anderes in die Show rein-
gepackt wurde. So der «MrGay Alliance Awar. «Finale» nennt sich das
Grand Finale, weil ihm eine ganze Tour von Clubbesuchen vorausgeht.
Ab Ende Januar bis Mitte März tourten die Kandidaten von Basel bis Lu-
zern, von Lausanne bis Zürich kreuz und quer durch die Schweiz. Dabei
konnten sie sich schon mal an das Auftreten vor Publikum gewöhnen. Ler-
nen, sich auf der hne zu bewegen, sich in Pose und ins rechte Licht zu
rücken, Statements zur Aids-Prävention abzugeben und natürlich verbal
die Werbetrommel zu rühren, warum sie Mister Gay werden wollen. Die
Tour und die Schulung haben sich gelohnt. Die Auftritte wirkten profes-
sionell und Melanie Winiger und Alf Heller gaben gekonnte Einstiegshil-
fen, wenn es um die verbalen Auftritte der Kandidaten ging.
Aber auch dieses Jahr wurde die Stimmung von Stunde zu Stunde lauter,
und manche Botschaft oder Laudatio, im Programm zu spät angesetzt,
ging unter. So auch die Verleihung des «MrGay Alliance Award» an die
Zürcher Kantonalbank. Aufgefallen ist dann diese Einlage zum Schluss
doch noch. Nämlich dadurch, dass bei der Preisverleihung an den ZKB-
Vertreter der Preis erst nicht aufndbar war. (Da zu befürchten ist, dass
auch hier in der Berichterstattung zur Mister Gay Wahl dieser Preisver-
leihung nicht gebührend Gewicht gegeben werden kann, werden wir
im nächsten CR darauf eingehen.) Einzelnen sten wurde es mit der
Zeit zu unruhig im Saal, so dass sie die Veranstaltung sogar vor dem
Wahl entscheid verliessen. Doch eine kochende Stimmung gehört wohl
zu diesem Anlass: Nur stellt sich die Frage: Was machen all die in höch-
sten Tönen kreischenden Girls an einer Mister Wahl, wenn der Gewählte
gay ist, um nicht zu sagen, der Gay aller Gays. Und der heisst definitiv:
Dominic Hunziker.
Ein Mann, der weiss, was er will: gewinnen
Das Aufnahmegerät beim Interviewgespräch war schon aus. Auf die
nachträgliche Frage: «Wie bist du dazugekommen, dich als Kandidat zu
melden, hast du dich selber angemeldet?», antwortet er sehr schnell. «Ja,
ich habe mich selber angemeldet und ich hatte das feste Ziel, Mister Gay
zu werden.» Erst aber baten wir Dominic, sich in wenigen Worten zu be-
schreiben und stellten die simple, aber nicht einfache Frage: «Dominic,
wer bist du?», Nach einem kurzen «Ufff» kommt die konzentrierte Aus-
sage: «Ich bin ein 25jähriger Architekturstudent, der im Aargau wohnt,
in Luzern studiert und in Zürich einen Freund hat.» Einstudiert? Nein,
so wirkt Dominic nicht.
Zwei Leidenschaften
Sein Studienfach ist Architektur. Und dem geht er mit Leidenschaft nach,
weil Architektur kreativ ist, weil es in der Architektur ngst nicht mehr
nur um die Form geht, sondern auch um oekologische und oekonomische
Fakatoren. Und das ist ihm wichtig. Wenn das laufende Semester zu Ende
ist, geht sein Studium noch ein Jahr. Insgesamt beträgt die Studienzeit
fünf Jahre bis zum Master. Den Bachelor hat er im vergangenen Sommer
abgeschlossen.
Eine andere Leidenschaft ist die Musik. Er war mal bei MusicStar dabei
und schaffte es bis unter die letzten 24 Kandidaten (von rund 2000). Zwölf
kamen dann in die Sendung, er leider nicht. Musik hat aber nach wie vor
einen hohen Stellenwert in seinem Leben. Er spielt Klavier, schreibt eige-
ne Lieder (Mundart) und singt.
In den drei Wochen WK hat er gemerkt, wie ihm das fehlt: «Ich musste
mich dann am Wochenende ans Klavier setze. Am liebsten macht er
beides zusammen, in die Tasten greifen und singen.
Prävention in der Beziehung
Die Kandidaten wurden angehalten, sich ein Präventions-Thema auszusu-
chen und ihr Wissen daraufhin zu spezialisieren. Dominic entscheid sich
für das Thema «Beziehung». Was das konkret bedeute, wollten wir wissen:
«Man muss in der Beziehung abmachen, was man für eine Beziehung hrt,
und man muss miteinander reden. Ich und mein Freund beispielsweise ha-
ben eine geschlossene Beziehung. Und nichts anderes. Ansonsten ist es wich-
tig, wenn die Beziehung offen ist oder ein Seitensprung passiert, dass dies
klar ist, dass geredet wird und beide von da an wissen, dass sie sich schützen
müssen. In solchen Situationen nichts zu sagen, geht einfach nicht.»
Ein Mister vom Land
Dominic kommt aus dem Aargau, genauer gesagt aus Moosleerau. Das
liegt zwischen Sursee und Aarau. Er befürchtet, dass auch Sursee die we-
nigsten kennen. Die Gemeinde zählt gerade mal 820 Einwohner. Kann
man das als Schwuler aushalten?
Die Antwort: «Es ist nicht so, dass ich das aushalten müsste. Es ist eine schö-
ne Gegend. Dass ich noch da wohne, ngt damit zusammen, dass es nicht
weit nach Luzern ist, wo ich meine Ausbildung fertig machen will.»
«Die Leute sind zwar schon eher konservativ, aber es sind eigentlich alle
damit gut umgegangen», sagt Dominic, und meint weiter zu seinem
Coming-out: «Das war gar nicht so schwierig. Es dauerte aber eine Zeit,
bis ich es mir selber eingestanden habe, das war erst mit 21. Wie ich es
schliesslich mitteilte, stand ja schon in allen Zeitungen, fast peinlich.
Ich informierte meine Eltern per SMS. Sie waren in den Ferien und ich
fragte, ob sie Schwierigkeiten hätten, einen Schwiegersohn anstelle einer
Schwiegertochter zu haben... Sie fanden das ok und meinten, ich müsse
ja glücklich werden. Die Kollegen haben es gut aufgenommen.»
Zum Schluss wollten wir wissen, wie das Amtsjahr aussehen wird. Do-
minic sagt dazu Folgendes: «Es wird stressiger, das merke ich jetzt schon,
die Schule geht weiter. Ich habe viel mehr Termine. Ich erlebe extrem viel
Neues und es ist bisher alles interessant gewesen und nichts dabei, das
mich genervt hätte. Ich komme jetzt als Mister Gay öfters nach Zürich
und so kann ich auch meinen Freund öfter sehen. Ab und zu begleitet er
mich auch. Ich werde ein Auge darauf haben, dass die Beziehung nicht
zu kurz kommt.»
8
Prominent CRUISER Edition Mai 2010
Ricky Martin
Ja, er ist schwul. Endlich, und schon immer.
Ausgerechnet Ricky Martin, die einstige Latino-
Sexbombe, welche mit Songs wie She-Bangs
die Charts erklomm. Zugegeben, so richtig hat
man(n) Ricky Martin das südländische Macho-
Gehabe nie abgenommen. Schlicht zu schön
war er, zu sanft ganz sicher. Er sang ein Duett
mit Madonna und ist Papa ohne Mama. Eine
Leihmutter trug seine Zwillinge aus. Das alles
waren mehr als nur Hinweise. Jetzt das späte Co-
ming-out. Heutzutage per Twitter. Ricky Martin
sei «ein gcklicher homosexueller Man, die-
se Worte gingen um die Weltund sorgten für
hnische Reaktionen. Besonders sein fheres
Image als so genannte «Klemmschwester» wurde
belächelt. Dieses hätte Ricky Martin eventuell
noch nger aufrechterhalten, mutmasst zumin-
dest der «Miami Herald». Anonyme Quellen sol-
len belegen, dass der Latinostar seine Homose-
xualität nur deshalb publik machte, weil er von
seinem Freund erpresst wurde. Der wollte nicht
mehr im Schatten stehen, sondern direkt auf
den roten Teppich. Falls die Anschuldigungen
wahr sind, dürfte diese Beziehung wohl beendet
sein. Auf Sympathie muss Ricky Martin dennoch
nicht verzichten, so richtete Promi-Blogger Pe-
rez Hilton ungewohnt liebevolle Worte an Mar-
tin: «Wir sind sehr gcklich für dich, Ricky».
Dem schliessen wir uns an. (dd)
Nervous-Bar
Die Nervous-Bar: Jeder kennt sie mittlerweile,
da kein anderes Schwulen-Lokal jüngst öfter in
den Schlagzeilen war. Ein solcher Medienrum-
mel kommt meist nur bei immensem Erfolg oder
einem Sex-Skandal vor. Aber die Nervous-Bar
hatte nichts von alldem. Sie ist schon seit No-
vember 2008 geschlossen. Eine Zwangsschlies-
sung, das wissen wir, welche mehr als nur frag-
würdig ist. Eine Zwangsschliessung auch, die
ein juristisches Nachspiel mit sich zog und für
Hunderte Zeitungsartikel sorgte. Die ehema-
ligen Besitzer der Nervous-Bar, Jens Gloor und
Carlos Garotta, liessen nichts aus, um gegen di-
ese Ungerechtigkeit ins Feld zu ziehen. Sie insze-
nierten u.a. medienwirksame Attacken gegen
Corinne Mauch und wurden mehrmals liebevoll
vom «Blick Am Abend» auf das Titelbild gehievt.
Stein des Anstosses: Wegen der Schliessung sind
die Betreiber nun hoch verschuldet. All das wis-
sen wir. Was aber kaum eine Zeitung schrieb,
nun aber ans Licht kommt: Die Nervous-Bar war
ein Flop. Zumindest wenige acht Wochen lang.
Schon die Eröffnungsfeier, notabene mit Lilo
Wanders, wurde eher mittelmässig besucht, da-
nach war an den Tresen ziemlich tote Hose. Nur
wenige wollten nervös sein, schon gar nicht im
Kreis 3. Die Faxen dicke ob dem Rummel haben
nun ehemalige Gäste, welche dort in aller Ein-
samkeit ein Bier bestellten. Mittels Facebook-
Gruppe machen sie ihrem Ärger Luft. Denn auch
wenn die Schliessung des Lokals ungerechtfer-
tigt war, mutet sie der mediale Schlachtzug nach
Schadenersatz doch etwas merkwürdig an, da
der Nervous-Bar offensichtlich kein Erfolg be-
schieden war. Und in Anbetracht der Forderung
stösst diese Tatsache vielen bitter auf. (dd)
Marco Fritsche
An dieser Stelle fragten wir uns vor knapp zwei
Jahren, wie viele Staffeln «Bauer, ledig, sucht»
wohl ins TV-Land ziehen werden, bis der Bauer
einen Mann suchen darf. Unser Tipp damals:
elf. Weit daneben. Schon für die fünfte Ausgabe
fahndet der Sender 3+ nach Homo-Landwirten.
Angeblich gab es sogar bereits früher Versuche
in diese Richtung, die jedoch immer kurz vor
dem Schweinestall wieder abgebrochen wur-
den. Im Pendant in Deutschland suchte Land-
wirt Marc (34, 170cm, 1 Hahn, 15 Hühner, 300
Zuchtsäue) erfolglos sein gleichgeschlechtliches
Glück, in Österreich zog ein Bewerber gar vor
Gericht, weil sein Statement im Porträt, «Grös-
se des Penis und Figur sind egavon den Pro-
duzenten scharfsinnigerweise dahingehend
interpretiert wurde, der Kandidat suche wohl
einen Mann, was nicht ins Sendekonzept passte
und einen Rausschmiss zur Folge hatte. Wird
nun in der Schweizer Version aus dem Zicken-
krieg endlich ein Hahnenkampf? 3+ befürchtet,
keine geeigneten Gay-Bewerber zu finden und
bat darum Pink Cross um Hilfe. Ganz nach der
alten Bauernregel für Casting Shows: «Sinkt
die Quote in den Keller, muss sofort her ein
Homosexueller.» Falls die Akzeptanz auf den
Bauernhöfen tatsächlich so gering ist, dass sich
keiner zu melden wagt, bleibt ja wenigstens Mo-
derator Marco Fritsche. Womit wir bei der näch-
sten TV-Bauernregel ren: «Kann man keine
schwulen Kandidaten sichten, muss es wohl
der Moderator richten.» Fritsche ist schwul, auf
dem Bauernhof aufgewachsen, bezeichnet sich
als Landei, hat dennoch einen Stadtfuchs-Hori-
zont, ist schlauer als die Bauern und erntet wohl
trotzdem die dicksten Kartoffeln. Kurz: Er re
selbst der ideale Kandidat. (rg)
The Dolder Grand
Sucht man in Zürich nach einem Schauplatz
für die nächste Bond-Episode, gibt es kein Vor-
beikommen am Dolder Grand. Bond Nr. 23 wur-
de wegen Finanzproblemen vorerst auf Eis ge-
legt, am Zürichberg geht es dennoch heiss zu
und her. Das Drehbuch zum erotischen Action-
Knaller stammt nun von einem Agenten ohne
Geldsorgen: nicht aus der Feder der Bond-Pro-
duzenten, sondern aus dem Leben von Hirsch-
mann, Carl Hirschmann. Der Inhalt bleibt
geheimnisvoll. Hat Ex-Mr. Schweiz Melig zu
Hirschmanns blutjungen Begleiterinnen wirk-
lich gesagt: «Gute Nacht, ihr Schlampen» oder
doch nur «Gute Nachttischlampen»? Hat jemand
dann zur Eisenstange gegriffen? Wie nahm das
Duell seinen Anfang und wird es je ein Happy
End geben? Blick bis Weltwoche, das ABC der
Schweizer Presse berichtete aufgeregt darüber.
Das Dolder Grand, ein verruchter Ort. Und die
Betten sind ja auch nur warm, wenn grad eine
Gay-Party steigt, so das virtuose Wortspiel in
konservativen Blättern. «CR-Prominent» meint:
Das Dolder Grand setzt seine Architektur auch
in Inhalt um, umarmt die edle Tradition mit
urbaner Weltoffenheit, was bereits mit Spezi-
al-Arrangements hrend der EuroPride un-
ter Beweis gestellt wurde. Das Dolder Grand
ist der einzig wahre Promi-Hotspot weit und
breit. Der Kinostart des Films «One Night in Zu-
ricsteht noch nicht fest, der Titelsong schon:
«Die Schlampen sind müde» (Rosenstolz). Mit
Schlampen sind hier nicht die Damen gemeint,
denn mit seiner It-Boy trifft Bad-Girl-Version
liefert Hirschmann eine ziemlich emanzipierte
Version des Klassikers. Paris würde sich für eine
Gastrolle bestimmt zur Verfügung stellen. Aber
ganz egal, ob Carl im Dolder oder Paris im Hil-
ton, ein Sequel ist wohl unvermeidbar: Gleich
nach der Entlassung aus der U-Haft und dem
Dolder-Rausschmiss hat sich Carl mit Crystal
Audigier, Tochter des Ed Hardy-Chefdesigners,
vergnügt. Im Hyatt. (rg)
9
CRUISER Edition Mai 2010
Prominent
Anne Will
«Wir sind Papst!» jubelte die deutsche Boulevard-
Presse vor fünf Jahren. «Sind wir noch Papst?»,
hat nun Anne Will in ihrer Talkshow gefragt.
Dazwischen zahlreiche Missbrauchsskandale,
welche die katholische Kirche heftig erschüttert
haben. Die Diskussion war ein heftiger Schlagab-
tausch. «Der Papst mit seinen roten Schühchen
und Frauenkleidern, der sich anbeten sst» sei
alles andere als ein Vorbild, polterte Regisseur
und Gay-Aktivist Rosa von Praunheim gleich
zu Beginn. Offen und unbeschönigt sprach der
engagierte Vorkämpfer die verlogene Sexual-
moral an. Homosexualität sei unnatürlich, eine
Sünde, so die knallharte Antwort des Essener
Bischofs Overbeck. Zwischen den Fronten die
lesbische Moderatorin Anne Will, die mit Part-
nerin Miriam Meckel (Dozentin an der Uni St.
Gallen) auch mal als gern gesehenes Promi-r-
chen über den roten Teppich schreitet. Nach der
Sendung hagelte es Vorwürfe. Wie konnte Will
diese Homo-Hetze im öffentlich-rechtlichen TV
zulassen? Aber hatte sie nicht nachgefragt, wo-
her sich die Kirche das Recht nimmt, den Leuten
vorzuschreiben, nach welchen Normen sie zu
leben haben? Von anderer Seite: Wie konnte sie
es zulassen, dass nur schlecht über die Kirche
gesprochen wurde, während so viele Priester
so viel Gutes tun? Aber wurde in ihrer Sendung
nicht lediglich ausgesprochen, was viele den-
ken und was sich keiner zu sagen traut? Wenige
Tage nach dem Talk machte der Vatikan Homo-
sexualität für Pädophilie verantwortlich. Wenn
im Schweizer Fernsehen anständig, freundlich
und harmlos über das gleiche Thema diskutiert
wird, wünscht man sich, auch hierzulande ei-
nen Praunheim und eine Anne Will zu haben,
vielleicht im Tausch gegen Roger Köppel, der
zurzeit als selbst ernannte helvetische Stim-
me der Vernunft durch deutsche TV-Shows tin-
gelt. (rg)
Anna Wendel
Jedes Druckerzeugnis, sei es Tageszeitung oder
Kochbuch, hat mittlerweile seine Kolumne. Ei-
nige davon besitzen Kultstatus. «Das Magazin»
brilliert beispielsweise mit «Miss Universu
(oder schlicht Michèle Roten) und wir haben
Michi Rüegg. Kolumnen machen Spass und
sind eine passable Geldquelle in der brachlie-
genden Presselandschaft. Sie Überschwemmen
daher den Markt und machen deutlich: Nicht
jeder ist eine Roten oder ein Rüegg. So etwa
die offen lesbische Kolumnistin Anna Wendel
vom Online-Portal der «Schweizer Illustrier-
ten». Frau Wendel folgt gewiss den Gesetzen
einer Kolumne: Schreibe über dich selbst und
mische etwas Provokation bei. Leider ist Frau
Wendel frei von Witz und Ironie. So kritisierte
sie jüngst die Mr. Gay-Wahlen, reduzierte diese
auf einen simplen Schönheitswettbewerb und
unterstrich das Ganze mit dem Titel «Weshalb
kein Mensch Mr. Gay-Wahlen braucht». Stein
des Anstosses war das Fehlen einer Miss Gay.
Lesben sind sich eben zu schade dafür. Anders
die Schwulen. Die sind scharf auf den Titel, wol-
len unbedingt die Community repräsentieren,
den jungen Schwulen beim Coming-out helfen,
Homophobie bekämpfen sowie nebenbei die
eigene Musikkarriere ankurbeln. Dafür ist ein
Mr. Gay da. Talent vor Schönheit. Frau Wendel
hat das nicht kapiert und präsentierte sich als
Albtraum einer denkenden Frau: oberflächlich.
Irgendwie passt der Titel ihrer Kolumne deshalb
ganz gut: Female Trouble. (dd)
Helmut Berger
Man darf ohne Übertreibung schreiben, dass
der österreichische Schauspieler Helmut Berger
in den 60er Jahren der wohl heisseste bisexuel-
le Mann auf Erden war. Und ein äusserst talen-
tierter. Ebenso darf man heute ohne Übertrei-
bung behaupten, dass aus Helmut Berger eine
ziemlich traurige Gestalt wurde. Doch der Rei-
he nach. Da war einmal dieser blonde ngling,
welcher in Rom zur Muse des Kultregisseurs
Lucchino Visconti avancierte. Für dessen Strei-
fen «Die Verdammtewurde Helmut Berger
für den Golden Globe nominiert. Als «Ludwig
II.» umgarnte dieser sogar Romy Schneider (in
einer späteren Interpretation der Sissi). Und
schliesslich die ewige Schönheit als Dorian Gray
in der Verfilmung des Oscar Wilde-Klassikers.
Nur Helmut Berger konnte diesen ewigen blü-
henden, sexuell extrovertierten Charakter spie-
len. Anders als in Roman und Film verfügte er
aber über kein vor sich hin faulendes Gemälde
auf dem Dachboden. Sein Charme liess nach,
die Leidenschaft auch. Als Visconti starb, be-
zeichnete er sich als dessen Witwe. B-Filme und
ein trashiger Auftritt im «Denver Clan» folgten.
Ein ausschweifendes Leben plus die offen ge-
lebte Bisexualität bescherten ihm skandalöse
TV-Auftritte. Der letzte bei Thomas Gottschalks
Geburtstagsshow «My Swinging Sixties». Da sass
Helmut Berger, die einstige Schönheit, sturz-
betrunken und lallte nur noch Quatsch: «Zwei
Stunden warte ich und masturbiere, um hier
zu sitze, so Berger zu Gottschalk. So peinlich
war nicht mal erhntes Gemälde des Dorian
Gray. (dd)
Cindy Lauper
Die quirlige Pop-Göre der 80er schert sich «ei-
nen Dreck» um Intoleranz gegenüber Homose-
xualität, gelinde ausgedrückt. Das ist durchaus
positiv gemeint und brav auf Deutsch formu-
liert, denn die Webseite www.wegiveadamn.org
spricht drastischere Worte. Lauper steht hinter
der Kampagne namens «Give a Damn», welche
sich an jene Personen wendet, die sich für die
Gleichberechtigung einsetzen wollen. Spezi-
ell sind Heteros angesprochen, die über einen
entsprechenden Horizont verfügen und genug
von der Diskriminierung aus den eigenen Rei-
hen haben. Die Website versteht sich als erste
Adresse für News rund um die Gleichberechti-
gung. Wie auf Twitter oder Facebook sollen dort
die User aktuelle Meldungen publik machen,
quasi ein Regenbogen-Netzwerk aus Heteros,
welches die Gay-Community unterstützen soll.
Eine hübsche Idee. Cindy Laupers Engagement
für Schwule und Lesben ist massiv. Ihr «True
Colors Fund», aus dessen Support die neue Kam-
pagne entstand, fördert seit Jahren die Toleranz
für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle. Mit
«Give a Damn» erreicht Lauper einen neuen -
hepunkt – und unseren tiefen Respekt. (dd)
10
Publireportage CRUISER Edition Mai 2010
live the good life


11
CRUISER Edition Mai 2010
Publireportage
Hotelier Thomas Schärer
hat sich mit seinem Vier-
stern-Hotel direkt am Vier-
waldstätttersee weit über
Luzern hinaus einen hervor-
ragenden Ruf verschafft.
Ob Gourmet-Dinner mit
Candle Light im Restaurant
Alexander oder Room-
Service in der «Versace»-
Designer Juniorsuite:
die erholsamen Stunden
im Hotel Seeburg Luzern
verbringt man mit Stil.
Sie fällt sofort ins Auge: die fast vier Meter hohe Skulptur «Open Mind» zu
Ehren von Sir Peter Ustinov (1921-2004) und dessen Kampf gegen Vorur-
teile. Sie thront vor dem Hotel Seeburg Luzern, auf dessen Initiative hin
die Skulptur von Ustinovs Sohn Igor erstellt wurde. Offene, innovative
Geister wie die des unvergessenen Weltenbürgers begsst man beson-
ders gerne im Hotel Seeburg Luzern, einem Ort, an dem Hotellerie und
Gastronomie harmonieren wie kaum wo sonst.
Gastronomische Höhenflüge
Die Skulptur «Open Mind» fügt sich nahtlos in das imposante See- und
Bergpanorama ein, das man vom Restaurant Alexander aus geniessen
darf. Der Geheimtipp in Luzern mit der innovativen Küche gewann den
«Swiss Gastro Awarund wurde vom Club «Prosper Montagné» ausge-
zeichnet. Zusammen mit der Cuisine créative des Restaurants Alexan-
der sst sich das erlesene und reichhaltige Weinangebot des Hotels
Seeburg Luzern ausgezeichnet kombinieren. Das Seerestaurant mit
romantischer Terrasse und im Winter die einmalig authentische Titlis-
Hütte mit Schweizer Spezialitäten runden das gastronomische Angebot
ab. Vielfalt für jede Gelegenheit!
Familiäre Atmosphäre mit Stil
Architektonisch vereint die Seeburg Jahrhunderte mit zeitgenössischer
Architektur. Besonders schön zum Ausdruck kommt dies in den fünf
Designer-Juniorsuiten, bei welchen man unter fünf verschiedenen Stilen
die Qual der Wahl hat: zwischem dem Reiz der Moderne, einer Ambiance
aus Samt und Seide oder der Atmosphäre vergangener Zeiten. Aber bevor
man sich auf das Zimmer zurückzieht, ist ein Stopp in der «Lounge at See-
burPflicht. Hier treffen der urbane und der familiäre Geist der Seeburg
in unnachahmlicher Weise aufeinander.
Bereit für das grosse Fest
Das Hotel Seeburg Luzern ist aber nicht nur der optimale Rückzugsort zu
zweit. Auch für Bankette ist man bei Thomas Screr und Team an der
richtigen Adresse. Das Highlight: der Panoramasaal, in dem man den
Geist vergangener Zeiten spürt. Die Kronleuchter und Spiegel aus dem
ehrwürdigen Hotel Ritz in London und das Deckengemälde der weltbe-
rühmten nstlerin Angelika Kauffmann sind schweizweit einmalig. Ein
monumentales Wandgemälde mit Männlichengipfel und Jungfraumas-
siv des Schweizer Künstlers Ernst Hodel gibt dem denkmalgeschützten
Saal seinen Namen. Der perfekte Ort für ganz bedeutsame Momente.
Viele haben hier schon gefeiert: vom alten Adel bis zu Hollywoodstars
wie Ursula Andress.
Hotel Seeburg Luzern
Seeburgstrasse 53-61, 6006 Luzern, Telefon +41 (0)44 375 55 55
E-Mail: mail@hotelseeburg.ch
Internet www.hotelseeburg.ch, www.weihnachtshotel.ch
Ganzjährig geöffnet mit zahlreichen Veranstaltungen und Specials
CRUISER-Leser erhalten bei Buchungen unter Angabe des Stichworts
«Cruiser» eine Ermässigung von 15% auf dem Zimmerpreis (gültig bei
Buchungseingang bis Mitte Juni) und einen kostenlosen Welcome Drink!
Die Bar Lounge at Seeburg
Der Panoramasaal: Ort der grossen Momente Designer Juniorsuite «Versac
12
Kultur CRUISER Edition Mai 2010
Rufus Wainwright
in Zürich
-
te Songwriter
Der kanadisch-amerikanische Sänger Rufus
Wainwright ist eine schillernde Persönlichkeit.
r Elton John ist er der grösste Songwriter auf
dem Planeten.
1998 erschien sein Debütalbum «Rufus Wain-
wright», das vom US Musikmagazin Rolling
Stone als eines der besten Alben des Jahres ge-
handelt wurde. Neben seinen Erfolgen als Mu-
siker trat er auch in den Sitcoms «Absolutely
Fabulous» und «Frasier» als Gast auf. In der Mo-
debranche gab er sein but, als er für die H&M
Kollektion «Fashion Against AIDS» ein Klei-
dungsstück entwarf. Sein neustes Album «All
Days Are Nights: Songs For Lulu» beeindruckt
durch Lieder, die von persönlichen Emotionen
geprägt sind. Rufus Wainwright ist vor 36 Jah-
ren in New York geboren. Seine Eltern waren
schon Musiker im Genre Folk. Seine Mutter zog
mit ihm nach Kanada, wo er Klavier studierte.
In der Clubszene von Montreal machte sich Ru-
fus Wainwright einen Namen und produzierte
mehrere Demos. Sein Vater drückte diese einem
Freund in die Hand, der so begeistert war, dass
er sie gleich dem DreamWorks-Boss Lenny Wa-
ronker weitergab. So erschien im Frühling 1998
das Debütalbum des Newcomers Rufus Wain-
wright. Die Kritiker zeigten sich begeistert.
2001 erschien sein zweites Album «Pose. In
den Songs kommt seine grosse Begeisterung für
die Oper zum Vorschein und seine Texte sind
voller Anspielungen auf Opern, Literatur und
Popkultur. Auch, dass er sich zu seiner Homose-
xualität bekennt, ist in seinen Songs deutlich zu
hören. Rufus interessiert sich für schwule Kul-
tur-Traditionen in allen Bereichen der Kunst.
So bezieht er sich immer wieder auf Namen wie
Oscar Wilde, Gertrude Stein oder Jean Cocteau.
Bei Live-Auftritten spielt er übrigens immer Kla-
vier und Gitarre.
2004 gab es einen kurzen Auftritt mit seinem
Vater und seiner Schwester in «The Aviator»,
einem Film des Starregisseurs Martin Scorsese
mit Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett in
den Hauptrollen. (kb)
Rufus Wainwright
Kaufleuten Zürich, 16. Mai
Eine sensationelle
Skydance Show
Mit 40 Spitzentänzern aus der
ganzen Welt
Über 150 Stars aus 14 Nationen in der grössten
Show Europas. Ein unvergleichlicher Mix aus
Musik, Tanz, Comedy und Akrobatik sorgt seit
acht Jahren für ausverkaufte Hallen.
Eine gigantische Lichtshow, bombastischer
Sound, über 600 Kostüme und modernste Mul-
timedia-und Pyrotechnik vollenden das Spekta-
kel. Die Bühne zittert unter den besten Tänzern
der Welt. Zum ersten Mal bespielt Skydance das
Hallenstadion quer. Bisher hat die grösste Irish-
Dance-Show weltweit 50 Millionen Zuschau-
er mit Riverdance und Lord Of The Dance be-
geistert. Die 70 besten Irish Dancers sorgen für
fliegende sse, trommelnde Stepptanzgewitter
und die längste Irish Dance Line der Welt.
Ronan Keating gehört zu den erfolgreichsten
ngern Europas, als Solokünstler oder als
Mitglied der Gruppe Boyzone. In mehr als 20
Ländern war er mit Songs wie «Life is a Roller-
coaster» oder «When you say nothing at al
Nummer eins der Hitparaden. Der irische Su-
perstar bringt auch sein neues Albums «Winter
Songs» mit.
Bligg ist dabei mit mit Musigg i Schwiiz. Mit
Kngen der Volksmusik kletterte auch er bis
ganz oben in die Hitparaden. Mittlerweile sind
über 100 000 CD verkauft. Bligg und seine acht-
köpfige Band präsentieren ihre Melodien mit
Hackbrett und Akkordeon.
Er ist Aerobic-Weltmeister, Tänzer und Artist
und war auch bei der Eröffnungszeremonie
an der Olympiade in Peking, Nick Beyeler zu-
sammen mit Francesca Garrone. Welcher Mann
möchte diesem Angel Of The Night nicht be-
gegnen?
The Skydance Ballet zeigt mit 40 Spitzentänzern
aus der ganzen Welt Können, Technik, Passion
und sensationelle Choreographien. Hip-Hop,
Klassisches Ballett und Modern Dance.
The Hip Hop Superstars haben mit Talent, Lei-
denschaft und Disziplin den Tanz-Olymp er-
klommen und Millionen Zuschauer begeistert.
Normalerweise sind sie auf dem ganzen Pla-
neten verstreut – nur bei Skydance kann man
diese Superstars gemeinsam erleben.
«Two Generation vereinen ursprüngliches
Kultur gut mit neustem Sound in einer mitreis-
senden Top-Show. Es ist eine einzigartige Mi-
schung aus keltischen Kngen, Irish Folk, Klas-
sik und Rock. (kb)
Hallenstadion, Zürich. 21. bis 23. Mai 2010
Tickets unter www.skydance.info
oder 0900 910 920
Die Patienten
Marco Rimas multimediale
Show
Nach «Keep Cool» und «Hank Hoovepräsen-
tiert Marco Rima eine multimediale Show, wie
sie die Schweiz so noch nicht gesehen hat.
«Dieses Projekt setzt neue Massstäbe. Es ist das
Innovativste, was ich jemals gemacht habe»,
sagt Marco Rima, wenn er über sein neues Co-
medy-Musical spricht. Man könnte auch sagen,
es ist der totale Wahnsinn! Denn die Story spielt
in einer psychiatrischen Klinik. Hier brechen
Patienten aus, um Rockstars zu werden. Dabei
geraten sie in die Fänge eines durchgeknallten
Radiomoderators, gespielt von Marco Rima.
Hört sich ziemlich schräg an? - Ist es auch.
Marco Rima hat mit Bo Katzman, Isabelle Flachs-
mann, Mia Aegerter und Ritschi – von Plüsch –
eine Crew um sich versammelt, die genau so
verrückt ist wie er selbst. Zusammen mit einem
grossen Ensemble hauchen sie den Patienten Le-
ben ein und begeistern das Publikum mit zau-
berhaften Balladen, mitreissenden Rocksongs
und einer gehörigen Portion Komik und Witz.
Wem das noch nicht verrückt genug ist, dem
wird spätestens beim Bühnenbild der Atem sto-
cken. Ganze 72 m
2
misst die gigantische Rück-
wand dieses multimedialen Spektakels mit neu-
artigen Digital- und Animationseffekten.
Premiere war am 9. März in Cham, anschlies-
send waren die Patienten in Winterthur. Und
nach dem Gastspiel in Zürich geht es nach Bern
und von da weiter durch die Schweiz. (kb)
Theater 11, 19. Mai bis 6. Juni
Ticketcorner Vorverkaufsstellen
www.diepatienten.com.
13
CRUISER Edition Mai 2010
Kultur
Michael Bublé
mit Crazy Love
Swing-Crooner wie einst

Der Kanadier mit seiner aussergewöhnlichen
Stimme hat es in kürzester Zeit geschafft,
25 Millionen Alben zu verkaufen.
Mit der Single «Home» aus dem Album «It‘s Time»
erreichte Michael Bublé 2005 Weltruhm. Seit-
her bricht der Erfolg nicht ab. Sein neustes Al-
bum «Crazy Love» gehört zum Besten, was er je
veröffentlicht hat. Er ist nicht nur im Pop-Genre
zu Hause, sondern überzeugt genauso auch als
Swing-Crooner, wie einst Frank Sinatra.
Michael Bublé wurde 1975 in Kanada geboren
und hat italienisch-kroatische Wurzeln. Ein
Multitalent, das nicht nur als nger und En-
tertainer Erfolg hat, sondern auch als Schau-
spieler. Der Film Totally Blonde erschien 2001.
Darin hatte er einige Auftritte als Sänger. Später
wurden diese Songs im Album Totally Bublé ver-
öffentlicht. Den grossen internationalen Durch-
bruch schaffte er dann mit «It‘s Time», in dem
er Klassiker und Standards neu arrangiert und
glänzend interpretiert. Auch «Call Me Irrespon-
sible» mit zwei Eigenkompositionen, war stark
von Swing geprägt.
«Eine der grossen Herausforderungen für einen
Interpreten ist es, vertraute Melodien wie Star-
dust oder Georgia On My Mind, die bereits von
vielen Künstlern gesungen wurden, zu nehmen
und sich zu fragen: Kann ich dem Lied etwas
Besonderes geben?», so Michael Bublé über die
Auswahl des Repertoires von Crazy Love. «Wenn
nicht, warum sollte ich die Zeit der anderen ver-
schwenden, ich könnte mich auch betrinken
und in einer Karaoke-Bar auftreten – und auch
das habe ich schon gemacht!»
Seine erste Live-DVD «Caught In The Acund
der im Juni erschienene, spektakure Mit-
schnitt des New Yorker Konzerts «Michael Bublé
meets Madison Square Garden» im Januar 2010
für einen Grammy nominiert zeigen einen
Künstler, der wie kaum ein zweiter die hne
als seinen natürlichen Lebensraum betrachtet
und über einen unwiderstehlichen Charme
verfügt. (kb)
Hallenstadion, Zürich. Mittwoch, 26. Mai
Special Guests: Naturally Seven
www.ticketcorner.com oder 0900 800 800
Happy End

Dominik Flaschka und die Shake Company prä-
sentieren eine paradiesische Liederrevue. Hit an
Hit wird von einem hochkarätigen Ensemble
engelhaft interpretiert.
In einem lauschigen Biergarten treffen sieben
Menschen aufeinander, die unterschiedlicher
nicht sein könnten. In rund 40 Liedern - vom
Chanson bis zur Rockballade - erzählen sie von
ihren Sehnsüchten und Träumen. Mitten hinein
landet ein himmlischer Bote das Bier über-
schäumt, die Realität beginnt sich aufzulösen
und das kleine Paradies am Rande der Gross-
stadt verwandelt sich in einen verwunschenen
Garten. Eine grosse bunte Seifenblase aus Gas-
senhauern und Songperlen. Die Zuschauer wer-
den auf eine musikalische Achterbahn der Emo-
tionen mitgenommen.
«Happy End» ist ein temporeiches und witziges
rchen für Erwachsene, das den Zuschauern
mit viel Musik und skurrilem Humor zu einem
kleinen Stück Glückseligkeit verhilft. Mit Hans
Ueli Schläpfer am Klavier und Georg Altenbur-
ger, Aniko Donath, Eric Hättenschwiler, Gigi
Moto, Rolf Sommer, Adrian Stern und Anny
Weiler. (kb)
Theater am Hechtplatz, rich, bis 19. Juni
Tickets 044 252 32 34
The Clinic
Glamouröse Geschwister Pfister
Im vergangenen Jahr waren alle elf Vorstel-
lungen im Theater am Hechtplatz ausverkauft.
Scheinbar hat es wirklich zu viele Patienten.
Deshalb wird die Clinic mit den Pfisters noch-
mals für drei Tage geöffnet.
Die lieben Promis haben es heutzutage nicht
leicht. Das Parkett unter dem roten Teppich ist
glatt. Krise, Karriereknick, Totalabsturz und
Ehe-Aus, wohin man schaut. Nur mit professio-
neller Hilfe können die meisten dem enormen
Druck überhaupt noch Stand halten. Wer was
auf sich hält, lässt sich coachen oder macht ei-
nen Entzug. Das haben auch die Geschwister
Pfister erkannt und kurzentschlossen ihre ei-
gene Klinik eröffnet. Eine Art Betty-Ford-Well-
ness-Entzugsklinik-Grand- Hotel-Anlage für
Prominente – und etwas weniger Prominente.
Die Psters sind nicht nur Besitzer, sondern
gleichzeitig auch Ärzte, Pfleger, Therapeuten
und selbstverständlich ihre eigenen First-Class
Patienten. Eine geschlossene Anstalt, wie man
sie noch nicht gesehen hat. Zauberberg meets
Kuckucksnest. Nie waren die Geschwister Pfi-
ster so glamourös und so gesund. (kb)
Bernhard Theater, Zürich, 14. bis 16. Mai
14
Reisen CRUISER Edition Mai 2010
Luzern Die Perle
der Innerschweiz!
Ein romantischer Wochenend-Trip zu zweit.
von Branko B. Gabriel
15
CRUISER Edition Mai 2010
Reisen
Tatsächlich, langsam, aber
sicher mausert sich
Luzern zu einem internatio-
nalen Hotspot. Gays aus
aller Welt entdecken das
kleine Bijou am Vierwald-
sttersee. Unser Redaktor
Branko B. Gabriel gönnte
sich eine kleine Auszeit
und testete den Gay-Faktor.
Nach hektischen Wochen in Zürich, entspannte ich mich nicht wie üb-
lich in einem Club, sondern itzte übers Wochenende kurzerhand nach
Luzern. Mit der neuen Autobahn ist man ja bereits in 38 Minuten da! Lu-
zern bietet vielleicht nicht gerade ein typisches Gay-Angebot mit pulsie-
rendem Nightlife, unzähligen Bars oder Parties ohne Ende, dafür trumpft
es mit viel Charme und Gelassenheit auf.
Hier geht es gesittet (trotz den 3 Saunen in nächster he) und gemütlich
zu und her, das geniessen offenbar nicht nur die Touristen, nein, auch
immer mehr einheimische Gays entdecken Luzern. Am besten erkundet
man diese Stadt mit seinem Partner. Zu zweit schlendert man über die
wieder aufgebaute Kapellbrücke, besucht ein Konzert im spektakulären
KKL, gebaut von Star-Architekt Jean Nouvel, Muse holt man sich im Mu-
seum of Art Lucerne und man erkundet die verwinkelten sschen in der
Altstadt oder genehmigt sich Kaffe und Kuchen im CaHeini.
Auch das Shopping-Angebot kann sich mittlerweile sehen lassen. Hierzu
empfiehlt sich die verkehrsfreie Altstadt (Phänomen, Pier 42, Wohnidee,
Farb & Schniid Lounge, Kunstkiosk, Goldschmied Stutz). Mein Geheim-
tipp ist allerdings der Kauffmannweg hinter dem Bahnhof. Hier findet
man coole stylische Möbel (Sitz&Co), Accessoires, bezaubernde Ball-
kleider (Boutique Eurosa) für den nächsten Drag-Contest und ein Restau-
rant / Bar (Gio) mit einer waschechten Schwedin. Einige Strassen weiter
ist dann auch Tommy – Hair Trends & Products – zu finden. Rafnierte
Schnitte zu Hammerpreisen!
Nicht nur Luzern begeistert, auch die schöne Umgebung rund um den
Vierwaldstättersee ist einmalig. Allen voran natürlich die Rigi auf 1797,5
müM oder natürlich auch der Pilatus auf 2132 müM (die steilste Zahn-
radbahn der Welt!). Oder darf es eine klassische Schifffahrt mit einem
Abstecher ins Verkehrshaus oder gar an den weltbehmten rgen-
stock sein?
r ein Wochenende empfiehlt sich das City Hotel RadissonBlu, hinter
dem KKL (ausführliche Infos: queer.ch) oder, wer echt was Romantisches
mag, das Hotel Seeburg Luzern, Richtung Verkehrshaus / Lido. (siehe auch
Seiten 10 und 11).
Fazit: Ein romantischer Wochenend-Trip zu zweit, ohne Stress und Night-
life, dafür mit viel Gemütlichkeit, einem Schuss Shopping und einer Pri-
se herrlicher Umgebung. Willhelm Tell sst grüssen!
Die besten Adressen
Frigay Night
jeden 3. Freitag im Monat,
The Loft Club,
Haldenstrasse 21, 6006 Luzern
www.frigaynight.ch
Menergy Party
alle 1-2 Monate, abwechselnde
Location www.menergy.ch
HALU Bar
jeden Dienstag ab 20 Uhr im Les-
BiSchwulen Zentrum Uferlos am
Geissensteinring 14.
www.halu-luzern.ch
Queer Circle Bar für Lesben
und Schwule
jeden Mittwoch ab 17 Uhr.
in der Freundeskreis Bar,
Löwengraben 18, 6000 Luzern.
www.freundeskreis.lu
Phänomen
Mode & Lifestyle,
Weinmarkt 4, 6004 Luzern
TOMMY
Hair Trends & Products,
Winkelriedstrasse 30a,
6003 Luzern
Wohnidee Luzern
Wohnen und Arbeiten,
Metzgerraile 6, 6004 Luzern
Farb und Schniid Lounge
Gerberstrasse 15,
6004 Luzern, 041 410 01 70
Kunstkiosk Luzern
immer samstags von 11-16 Uhr
geöffnet,
Rössligasse 12, 6005 Luzern
Pier 42, Boutique
Kapellgasse 14, 6004 Luzern
LesBiSchwules Kino
in regelmässigen Abständen
werden im Stattkino Filme mit
schwulen Inhalten gezeigt:
www.stattkino.ch
Stutz-Design
Goldschmied,
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Restaurants
GIO
Restaurant & Bar,
Kauffmannweg 16, 6003 Luzern,
www.gio-luzern.ch
Sebastian`s Restaurant
Rütligasse 2, 6003 Luzern,
www.sebastians.ch
www.rebstock-luzern.ch
Hotels
Hotel Seeburg Luzern
Seeburgstrasse 53-61,
6006 Luzern, 041 375 55 55,
www.hotelseeburg.ch
Hotel Rebstock
www.rebstock-luzern.ch
Radisson Blu Hotel
Lakefront Center, Inseliquai 12,
6005 Luzern, 041 369 90 00
radissonblu.com/hotel-lucerne
Saunas
Discus Sauna
www.discus-sauna.ch
Cruisingworld
www.cruisingworld.ch
Mehr Infos auf: www.queer.ch
Branko B. Gabriel in Luzern
Das Turnschuh-
Mysterium
von Michi Rüegg
Es gibt Dinge, die werden mir ein Leben lang ver-
borgen bleiben. Eines davon ist Sneakersex. Man
begegnet den Anngern dieser Sexualpraktik
auf den einschlägigen Kontaktbörsen. Einige
davon haben ganze Arsenale von Fotos, auf de-
nen Turnschuhe zu sehen sind. Nichts als Turn-
schuhe. Was in der Wüste Gobi der Sand, ist auf
Sneakersexaddicts-Profi len der Turnschuh.
So fragt sich der virtuelle Besucher dann und
wann aus purer Langeweile, was man mit die-
sen Schuhen denn genau anstellt. Wer Sextoys
abbildet, steht immerhin im Verdacht, sie auch
einführen oder umbinden zu wollen, entweder
bei sich selbst oder bei einem jeweils aufs Neue
zu entdeckenden Partner, einem so genannten
«Mr. Right-at-the-time».
Einen Turnschuh sollte man aus verschiedenen
Gründen nicht einführen. Ich werde in diesem
Punkt nicht ins Detail gehen. Also muss der
Sneaker-Freund sein Objekt der Begierde wohl
auf andere Weise zum Einsatz bringen. Mög-
lich wäre das Tragen des Schuhs, wobei dem
durchschnittlich sexuell gebildeten Menschen
hierbei unweigerlich die Frage wie ein Knob-
lauchrülpser aufstösst: Worin liegt da der Reiz?
Angenommen, man wird von einem netten jun-
gen Mann gebumst, ist das Erlebnis dann von
noch durchschlagenderer Bedeutung, wenn
ebendieser junge Mann Turnschuhe trägt?
Möglich auch, dass man den Turnschuh vom
Mann isoliert, sprich, das eigentliche Sexual-
objekt wird der Turnschuh, sein Träger ist bloss
noch Mittel zum Zweck, wie der Zwischenwirt
beim Schweinebandwurm. Wir ren dann bei
einem Fetischismus angelangt. Einge eischte
Sneaker-Fetischisten sind vermutlich so von ih-
rer Liebe zu von Kinderhand gefertigten Kunst-
lederhandwerken eingenommen, dass sie nicht
mehr den Mann fürs Leben, sondern den Schuh
fürs Leben suchen. Entsprechende Tauschbör-
sen könnten ausgetragene Schuhe mit neuen Be-
sitzern zusammenbringen. Das muss man sich
wie ein Tierheim vorstellen, wo man Lumpi ab-
holt, weil er hinter dem Gitter so putzig-traurig
aus der Wäsche guckt. Nur dass man mit Lumpi
keine Schweinereien anstellen sollte.
Konsequenterweise müsste man in Zeiten
gsstmöglicher Diversität die eingetragene
Partnerschaft zwischen Schuh und Sneaker-
Fetischist ermöglichen, schliesslich sind solche
Bindungen zuweilen von immenser Intensität.
Und da man ja nicht nur ein Paar Schuhe lie-
ben kann, hätten wir dann den Anspruch auf
Vielsneakerei, (lat. Polycalconerie). Und weil
man nach der erfolgreichen Einführung die-
ser Form von staatlich akzeptierter Beziehung
wiederum aus Nichtdiskriminierungsgründen
den rechtlichen Umkehrschluss ziehen und
der klassischen eingetragenen Partnerschaft
eine polygamistische Variante zur Seite stellen
muss, wären wir endlich dort angelangt, wo wir
hin wollen, beim eingetragenen Rudelbumsen.
Nirwana!
Und das alles haben wir den Sneaker-Fetischisten
zu verdanken. Sie weisen uns den Weg. Und wenn
der abgeschritten ist, kann man die blöden Din-
ger wahlweise in die Altkleidersammlung ge-
ben. Oder Fotos davon auf Gayromeo stellen.
Liebe ist, wenn’s passt.
Mit gay-PARSHIP, Europas führender Partneragentur r Schwule und
Lesben, haben bereits Tausende den Partner gefunden, der wirklich passt. Wir
setzen uns nicht nur für das Glück einzelner Paare ein, sondern auch r die
Gleichstellung. Deshalb unterstützen wir das weltweite Engagement von
The White Knot“. Für die gleichgeschlechtliche Ehe.
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CRUISER Edition Mai 2010 Unternehmen
The Dynasty Club
Mit neuen Wirten
von Kurtchler
Nach 20 Jahren übergibt Emi-
lio das Szepter zwei neuen Wir-
ten: Hansruedi und Pietro. Sie
sind von der TipTop Bar her
in der Szene bestens bekannt.
1990 übernahm Emilio als Wirt die Bagpiper-
Bar an der hringerstrasse 11 in Zürich. In den
vergangenen Jahren hat er einiges erlebt: den
Brand der Bagpiper-Bar im Jahr 1999, den Um-
bau der Barbetriebe und die Eröffnung im Jahr
2000 unter neuem Namen: The Dynasty Club
auf zwei Stockwerken, die Neugestaltung der
G-Lounge und vom Chällerstübli.
Nun hat Emilio die Barbetriebe per 1. Mai 2010
verkauft. Die Ustrinkete war am 29. April.
Am 1. Mai eröffnen Hansruedi und Pietro von
der Tip Top Bar am Seilergraben als neue Gastge-
ber die Barbetriebe an der hringerstrasse mit
einer Antrinkete am Samstag, 1. Mai.
«CR» hat den bisherigen Wirt Emilio in die Zan-
ge genommen.
Wie bist du überhaupt dazu gekommen, 1990
eine Gaybar zu übernehmen?
Ich verkehrte 1989 schon regelssig
in der Bagpiper-Bar. Ich fühlte mich dort sehr
wohl und pfl egte gute Kontakte zu den Gästen
und zu den Barmen.
Als ich erfuhr, dass die Liegenschaft hrin-
gerstrasse 11 zum Verkauf stand, entschloss
ich mich in jugendlichem Leichtsinn, diesen
Schritt zu wagen. Kurz nach dem Kauf der Lie-
genschaft habe ich 1990 auchdie Bagpiper-Bar
gekauft. So kam ich zu einer Gaybar, wie die
Jungfrau zum Kind.
Gibt es ein Highlight in diesen 20 Jahren?
 Es gibt sehr viele Highlights! Etwa die un-
hligen Fasnachts-Dekorationen, welche wir
im Team alle selber kreiert hatten, oder Hun-
derte von Freinächten bis in die Mittagsstun-
den des nächsten Tages. Auch die Zusammenar-
beit mit «Les femmes fatales», Carla & Petra, an
den Gala-Dinners im Albisgüetli war phänome-
nal. Wir, von der Bagpiper-Bar durften jeweils
als Gast-Bar mit dabei sein und es war immer
ein Riesenspass. Nach solchen Anlässen haben
wir morgens um 05.00 Uhr die Bagpiper-Bar
geöffnet mit Gulaschsuppe für alle. Das waren
spassige 24-Stunden-Marathons.
Die Streetparade im Jahr 2000 ist ebenfalls in
guter Erinnerung. Damals bewilligte mir die Stadt
Zürich noch die grosse Aussenbar mit Lightshow.
Das Wetter war sensationell und wir füllten die
ganze Strasse mit Hunderten von Tanzwütigen.
Und warum gibst du schon auf? …du bist ja
noch zu jung, um einfach nichts mehr zu tun…
 Ich denke, dass 20 Jahre genug sind. Man
sollte aufhören, solange der Job noch Spass macht.
Mit Hansruedi und Pietro habe ich zwei junge
und innovative Wirte gefunden. Ich bin über-
zeugt, dass mein Baby in den besten nden ist!
Mit meinem Freund möchte ich nun aufs Land
ziehen und das Privatleben geniessen. Natür-
lich werde ich gerne als Gast im Dynasty sein,
um die tollen Freundschaften, welche in den
vergangenen 20 Jahren entstanden sind, weiter
zu pfl egen.
«Cwollte auch noch wissen, warum die beiden
neuen Wirte diesen Schritt gemacht haben.
Hansruedi, wie sind denn deine Erfahrungen
am Seilergraben?

Sicher war es ein mutiger Entscheid,
vor dreieinhalb Jahren das TipTop mit seiner
Vergangenheit zu übernehmen. Die Erfahrung
hat aber gezeigt, dass sich meine Idee, das alte
frühere TipTop wieder au eben zu lassen, um-
setzen liess und sich viele frühere und auch
neue ste freuen, wieder ein Lokal in dieser
Art in Zürich zu haben. Als ich dann vor etwa
zwei Jahren mit Pietro einen Stellvertreter ge-
winnen durfte, welcher sich mit meinem Kon-
zept identi zieren konnte und er zusätzlich
noch weitere Ideen ins TipTop einbrachte, war
das natürlich sehr erfreulich. Wieso über-
nimmst du mit Pietro jetzt zusätzlich auch die
drei Betriebe an der hringerstrasse?
 Mit dem Erfolg in der TipTopBar sowie
aufgrund der optimalen Zusammenarbeit mit
Pietro, sind wir auf die Idee gekommen, gemein-
sam ein zweites Standbein aufzubauen und dort
unser gemeinsames Gedankengut einzubringen
und zu erweitern. Dass wir nun die Möglichkeit
erhalten, dies in den ehemaligen Betrieben von
Emilio umzusetzen, freut uns beide natürlich
sehr.
Bleibt das Dynasty, wie es ist oder was wird
anders?
In Anbetracht des für uns sehr kurz-
fristigen Entscheids, die Dynasty Barbetriebe
zu übernehmen, haben wir uns beide gemein-
sam entschlossen, die Priorität auf einen mög-
lichst reibungslosen Übergang zu setzen und
das Dynasty vorerst in der gewohnten Art und
Weise, lediglich mit ein paar wenigen Verän-
derungen, weiterzuführen. Dadurch bleibt
uns dann auch etwas mehr Zeit, um uns auf
eine spätere, komplette Neueröffnung vorzu-
bereiten.
Anzeige
18
Szene CRUISER Edition Mai 2010
Sprit Bar
Erfrischend anders in die
Sommersaison
Lauschige Gay-Locations sind in der Stadt Zürich
selten aber es gibt sie. Zum neunten Mal be-
glückt, gibts während der Sommersaison die Sprit
Bar, die erfrischend andere Freiluftbar mitten in
der City von Zürich. Der Weg ins mediterran an-
mutende Ambiente führt durch einen Hinterhof,
aufs Dach der Kaufleuten-Garage, die jeden Som-
mer für Männer reserviert ist, die ihr Wochenen-
de bei einem hlen Bier ausklingen lassen.
Zwischen den umliegenden Blockbauten befin-
det man sich in einem von Palmen umringten
Dachgarten. Urban und zurückgezogen zu-
gleich in einer Stadt wie Zürich wahrlich eine
Seltenheit.
Peter und Patrik, Gründer der Zürcher Schwu-
len-Oase: «Die Sprit Bar ist längst kein Geheim-
tipp mehr. Bestimmt ist es ihre einmalige Aus-
strahlung, dank der sich Gays aus der ganzen
Stadt Jahr für Jahr genau diesen Ort zu ihrem
sonntäglichen Treffpunkt machen.» Es wird ge-
plaudert und getrunken, geflirtet und gelacht
die Mischung aus einem unkomplizierten Ir-
gendwie und dem Hauch von Italianità hinterlas-
sen Gefühle einer rauschenden Strandnacht.
Am Sonntag, 30. Mai, um 20.00 Uhr geht‘s los,
und so die Wettergötter wollen, ist die Sprit Bar
jeden Sonntag bis zum 29. August 2010 bis je-
weils um 00.00 Uhr geöffnet. Gestartet wird die
diesjährige Sommersaison mit einer offerierten
Wurst vom Grill.
Bei zweifelhaftem Wetter findet man Angaben
über die jeweilige Öffnung unter www.sprit.ag.
Man kann sich aber auch per SMS im Verlauf des
Sonntags darüber informieren lassen, ob das ge-
meinsame Auftanken im Talacker stattndet.
Sprit Bar
Ab 30. Mai 2010, ab 20.00 Uhr
Immer sonntags bei schönem Wetter
Bei Regen bleibt die Bar geschlossen.
(Wetterentscheid unter www.sprit.ag)
Talacker 34, 8001 Zürich
France Delon
Schmetterlinge im Bauch
Es ist Frühling, die Sonne scheint und alles
blüht. Höchste Zeit, die Diva der Herzen nach
Zürich zu holen, denn sie spürt bereits die
Schmetterlinge im Bauch. Doch wer sie kennt,
weiss, dass bei France die Schmetterlinge nicht
im Bauch flattern, sondern ein kleines Stück-
chen weiter unten. Wir wissen alle, dass es nicht
einfach ist, die kribbeligen Gefühle richtig zu
deuten oder sie zu unterscheiden. Egal, wo die
Gefühle bei der Grande Dame sitzen, eins ist
klar, sie wird keine Hemmungen haben, diese
intimen Gefühle an die Öffentlichkeit zu tra-
gen. Und wie wir wissen, sind es ja meist nicht
nur die Intimitäten aus ihrem Leben...
Vom 19. bis und mit dem 30. Mai ist sie zu Gast
im T&M. Ihre grandiosen Shows beginnen je-
weils um 22.00 Uhr und danach kann man mit
ihr noch Schmetterlinge fangen gehen.
France Delon
Mittwoch, 19. Mai, bis Sonntag, 30. Mai 2010
Show 22.00 Uhr
T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich
www.g-colors.ch
Angels White Party

Partyhimmel
Angels-Parties, ob Black oder White, sind ein
fester und beliebter Bestandteil der Zürcher Par-
tie-Szene. Am zweiten Mai-Wochenende ist es
wieder soweit. Madrid beherrscht im Volkshaus
den Main Room mit DJ Ismael Rivas (Madrid,
Space of Sound). Im White Room ist Rom vertre-
ten mit DJ Alan Joe (Rome Gayvillage + Gorgeous
I am, Mardi Gras). Im Foyer im Obergeschoss legt
DJ Angel O (Angels-Resident DJ) auf, und in der
Lounge trifft man Glitzerhaus.
White Party, Samstag, 8. Mai, 22.00 Uhr
Volksaus, 8004 Zürich
Vorverkauf: Adidas Store, Cranberry, Daniel H.,
nnerzone, Ministry of Kink, starticket
White Afterhour

Die letzte wird es sein, so die Veranstalter, die
aber schwer hoffen, lediglich in der Location an
der Pngstweidstrasse.…
Die Afterhour profitiert stark vom Renommee
der vorangehenden «Angels White Party» im
Volkshaus – ein herzliches Dankeschön an de-
ren Macher!
Dementsprechend famos wird die Afterhour
wohl auch diesmal; Vielversprechend ist das
line-up der DJs: Mental X, Thomi B, Jesse Jay,
Willi P & Fred Extasia. Wie immer mit «special
lightshow & darkroom»
warm-up
Samstag, 8. Mai 2010, 23.00 Uhr, open-end
White Afterhour
Sonntag, 9. Mai 2010, 3.00 Uhr
Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8005 Zürich
www.androphil.ch
Parties und
Events
19
CRUISER Edition Mai 2010
Szene
Flexx Oranje Party

Passend zum Königinnentag in Holland präsen-
tieren Flexx die Oranje Party. Nix wie hinein in
die orangefarbenen Teile und ab auf die Tanz-
fläche ins Loop38. Hinter den Plattentellern
steht diesmal DJ Elias aus Paris/Ibiza und DJ
Franco aus Zürich. DJ Elias‘ Karriere begann in
den 90ern auf dem Terrassen-Floor des Space
in Ibiza. Nach Gigs im legendären Pariser Club
«Queen» wurde er als ofzieller DJ für die La
Demence@Fuse in Brüssel und das Circuit Fes-
tival in Barcelona gebucht. Er ist Gründer des
spanischen Labels Stomp Recordings und orga-
nisiert zurzeit die Elevation Party in Paris, wo
er auch Resident DJ ist. Reichlich Unterstützung
kriegt er durch DJ Franco. Dieser ist vielen aus
der ehemaligen Spidergalaxy und dem Stoff-
wechsel ein Begriff. Aktuell bringt er regelmäs-
sig die Tanzwütigen im Loop38 in Wallungen.
Geiler Partysound und gute Stimmung sind
also garantiert!
Die Flexx-Party wird von queertunes.fm auf-
genommen und die Woche darauf jeweils am
Montag, Mittwoch und Freitag von 22.00 - 02.00
Uhr ausgestrahlt.
Flexx Oranje Party
Samstag, 1. Mai 2010, ab 23h
Loop38, Albulastrasse 38, 8048 Zürich
www.flexx-party.ch
www.loop38.ch
Zürcher Gayball

Als Höhepunkt des Zürcher Fhlings ndet
auch dieses Jahr wieder der grosse Gayball in
der Kirche St. Jakob am Stauffacher statt. Das
grösste Ereignis dieser Art in der Schweiz ver-
spricht ausgelassene Atmosphäre und schrille
Kostüme auf zwei Dance Floors.
Der Zürcher Gayball zieht Jahr für Jahr mehr
begeistertes Publikum an. Männer und Frauen,
nner und Männer, Frauen und Frauen. Nach
dem Eröffnungswalzer auf der mächtigen Kir-
chenorgel feiern die Ballgäste ein schillerndes
Fest der Toleranz. Wer Lust hat, kosmiert sich
nach dem diesjährigen Motto: «Schräg bis chic
just beautiful!». Schliesslich winkt die r
zur Ballkönigin die nicht unbedingt weiblich
sein muss. Aber auch unverkleidet kann man
den Ball und die Show der Profi-nzerInnen
geniessen. Wer will, reiht sich ein zur Mitter-
nachtsquadrille mit Stephan Mester. Und wer
kurz verschnaufen oder gar nicht tanzen mag,
beobachtet das bunte Treiben von der Bar im
Kirchenschiff aus. Der Gayball 2010 soll ein rau-
schendes Fest für Liebe und Toleranz, werden.
Am Sonntag, 2. Mai, 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr,
gibt’s Gratisunterricht in Mitternachtsquadril-
le. Anmeldung über www.gayball.ch.
Kostümieren lohnt sich: Styleticket: über 50 %
Ermässigung!
Zürcher Gayball
Samstag, 8. Mai 2010, 20.30 Uhr bis 02.00 Uhr
Kirche St.Jakob am Stauffacher, 8004 rich
www.gayball.ch
Pride warm-up


Im Rahmen des diesjährigen Zürich-Pride-Festi-
vals haben sich die Macher der Selection- und
Testosteron-Parties zusammengeschlossen. Im
XceS-Club wird am Samstag, 22. Mai gemein-
sam die Pride-warm-up-Party gefeiert.
Eigens eingeflogen wird Antoine de la Cruz,
gebürtiger Niederländer mit reichem musika-
lischem Hintergrund. Schon als Kind spielte
er verschiedene Instrumente. Früh kaufte er
sich zwei Decks und ein Mischpult. Progres-
sive und Tribal sind die Hauptelemente seiner
DJ-Sets, die er auch schon in London, Brüssel,
Amsterdam und im Dezember bei Testosteron
gespielt hat.
Ebenfalls mit dabei ist Dikky Vendetta, der im
Februar auf der Italian-Selection auflegte. Er ist
einer der wenigen, der sowohl an der Rapido
und auch an der La Demence spielen darf. Man
darf gespannt sein, was dabei rauskommt, wenn
die beiden gemeinsam auflegen. Langweilig
wird das auf keinen Fall.
Zum guten Schluss darf natürlich der derzeitig
beste hiesige DJ nicht fehlen, der Resident DJ
der Selection-Party, DJ 5th Element. Er wird es
sicher wieder schaffen, den Dancefloor mit sei-
ner Musik zum Kochen zu bringen.
Die meisten kennen die Location des XceS-Clubs
schon. Sie wurde angepasst und umgebaut, ohne
ihren erfolgreichen Reiz zu verlieren. Was gibt
es noch zu sagen? Dass schon früher geile Gay-
Parties dort stattfanden. Unter dem Label Aera,
aber auch im Club Labitzke wurde hier an der
Albulastrasse schon bis in den Sonntagnachmit-
tag gefeiert, ohne dass man in einen anderen
Club zur Afterhour weiter gehen musste. An
diese alte Tradition wollen die beiden Veranstal-
ter mit den neuen Betreibern anknüpfen und
mit den sten fett abfeiern. Es soll der Auftakt
sein zu einer neuen Ära im XceS-Club, wo ab
Ende Juni regelmässsig die Testosteron-Parties
stattfinden werden. Vorerst heisst es aber Pride-
warm-up by Testosteron und Selection.
Pride-warm-up by Testosteron und Selection
Samstag, 22. Mai 2010, ab 23.00 Uhr
XceS Club, Albulastrasse 40, 8048 rich
www.selectionparty.ch
www.testosteron-party.ch
Revolution Party
Tanz in den Sommer
Kurz vor der Sommerpause gibt die Revolution
Party noch einmal so richtig Gas.
Am 19. Juni wird das Loop38 wieder zum Ko-
chen gebracht. Das DJ Line-up kann sich sehen
und besonders hören lassen: Gleich drei der
angesagtesten DJs aus Zürich werden die Gäste
verwöhnen. DJ Jesse Jay ist vielen Partygängern
unter anderem aus den Labyrinth-Zeiten ein
Begriff. Er ist zudem Mitorganisator der berüch-
tigten Take-a-Dance-Parties. DJ Ajaxx ist als Re-
sident an der Flexx-Party und des Öfteren im
Lotus- und Rage-Club zu hören. Seine Sets sind
eine Synthese von verschiedenen Einflüssen
von Parties wie der Rapido (Amsterdam), dem
Trade (London), der La Demence (Brüssel), der
Greenkomm (Köln), dem Souvenir (Barcelona)
oder der Under (Paris). Der Zürcher DJ Franco
ist aus der Spidergalaxy und dem Stoffwechsel
bekannt. Auch er bringt im Loop38 regels-
sig die Tanzfläche zum Brodeln. Mit drei sol-
ch hochkarätigen DJs hinter dem DJ-Pult muss
man einfach tanzen.
Revolution Party
19. Juni 2010, ab 23h
Loop38, Albulastrasse 38, 8048 Zürich
www.party-revolution.ch
www.loop38.ch
Big Pride Party
Testosteron und Selection am

Nach der Pride-warm-up-Party von Testosteron
und Selection im XceS-Club tun sich die beiden
Veranstalter nochmals zusammen zur Big Pride
Party am 5. Juni im Lotus-Club, der nur wenige
Gehminuten vom Turbinenplatz entfernt ist.
Der Lotus-Club wird seine Pforten um 23.00
Uhr für eine der grössten Pride-Parties des Jah-
res 2010 mit der europäischen und schweize-
rischen DJ-Elite öffnen: Eingeflogen werden aus
London: DJ The Oli, aus Köln: DJ Mike Kelly, aus
Madrid: DJ Manuel Carranco und aus Barcelona:
DJ Nacho Chapado. Aus der Schweiz sind dabei:
DJ 5th Element, DJ Michael K. und DJ Sonik.
Diese sieben Star-DJs werden auf zwei Floors
auflegen. Im ganzen Haus gibts Fun, Action
und Shows. Im «Upper Floor» ist die Testosteron
Area, strikt men only! Dort präsentiert darüber
hinaus der internationale Pornostar Logan Mc-
Cree und weitere Jungs eine kinky Performance.
Feder-führend im «Floor Downstairfür ein
gay and gayfriendly Publikum ist Selection mit
stylischer Dekoration, Hot Gogos, Special Ani-
mations und Lasershow.
Natürlich werden die ste mit Welcome-Drink,
Früchten etc. verwöhnt. Es gibt eine grosszügige
Relax-Lounge im Aussenbereich… und das alles
20
Szene CRUISER Edition Mai 2010
rossen vieles zu bieten. Was die meisten Leute
weniger wissen, ist, dass Stuttgart eine, wenn
auch kleine, aber geile undergroundige Clubbe-
wegung hat. Selection bringt zwei in Stuttgart
namhafte Vertreter in den Lotus-Club:
DJ Dimitri, hauptsächlich bekannt wegen sei-
ner eigenen Madonnaparty-Reihe (läuft seit
über zehn Jahren erfolgreich), kann auch
ganz anders. Mit seiner Spezialität im Bereich
House und Progressive steht er namhaften DJs
in nichts nach. Mit ihm zusammen kommt DJ
Martin Rapp mit nach Zürich. Martin Rapp hat
im damals legendären Splash seine Karriere be-
gonnen. Weitere Stationen waren ausser Stutt-
gart auch das Cockpit in Köln.
Gemeinsam haben die beiden in Stuttgart bei
der Selection schon mehrfach die Bude bis in die
frühen Morgenstunden so gerockt, dass man
einfach länger auflassen musste (was im etwas
verstaubten Schwabenland so eigentlich nicht
erlaubt ist).
Stuttgart Selection
Samstag, 29. Mai 2010, ab 23.00 Uhr
Club Lotus, Pfingstweidstrasse 70,
8004 Zürich.
www.selectionparty.ch
FLEXX Afterhour
Zurich Pride-warm-up
Am Pfingstwochenende haben die Flexx-Macher
wieder was Besonderes bereit: Passend zum be-
vorstehenden Zürcher Pride-Wochenende prä-
sentieren sie die Flexx Zürich Pride-warm-up-
Afterhour im Loop38! Ob von einer Party oder
direkt von zuhause aus: Diese Afterhour ist für
alle Tanzwütigen, die auch noch am Pfingstsonn-
tagmorgen das Tanzbein schwingen wollen.
Hinter den Plattentellern stehen die Residents
DJ Ajaxx und DJ Franco. Beide sind den Party-
Kennern in Zürich und jenseits der Grenzen ein
Begriff. Für Spass im Dunkeln steht im Loop38
wie gewohnt der Dark-Space zur Verfügung.
Und selbstverständlich werden die Raucher hier
nicht diskriminiert: In der Raucherlounge kön-
nen sie weiterhin ihrem Laster frönen und dies
ohne den Club verlassen zu müssen.
Im benachbarten XceS-Club (dem ehemaligen
Aera / Labitzke) findet am Samstag, 22. Mai 2010
die Selection / Testosteron-warm-up-Party zum
Zürcher Pride-Festival statt. Gäste dieser Veran-
staltung erhalten ab 05.00 Uhr einen erssig-
ten Eintritt. Als besonderer Leckerbissen wer-
den an dieser Flexx-Afterhour Plätze für den Pa-
rade-Wagen am Zürich Pride-Festival verlost!
Zurich Pride-warm-up Afterhour
Sonntag, 23. Mai 2010, ab 5.00 Uhr
Loop38, Albulastrasse 38, 8048 Zürich
www.flexx-party.ch
www.loop38.ch
Memory am
Pfingstsonntag

im T&M
Pfingsten steht vor der Tür und wer das T&M
kennt, weiss, dass es nicht mehr lange geht bis
kann bis weit in den Sonntag hinein genossen
werden.
Bereit für Mann, Muskeln und Musik? Das muss
man sein für diese Party, deren Line-up und
Entertainment chstens mal an der Rapido
in Amsterdam, an der Fire in London oder an
der La Demence in Brüssel anzutreffen ist. Es
ist zu erwarten, dass es einen Andrang geben
wird. Deshalb ist es sinvoll, das Ticket im Vor-
verkauf an der Warm-up-Party im XceS-Club
oder ab dem 1. Mai in der nnerzone oder bei
Daniel H. zu ergattern. Der Eintrittsarmbändel
kostet 35 Franken, egal, ob im Vorverkauf oder
an der Abendkasse. Allerdings kommt man mit
dem Vorverkaufsticket bzw. Züri-Party-Pass vom
Zürich Pride-Festival schneller in den Club rein
und muss draussen nicht lange anstehen.
Big Pride Party by Testosteron und Selection
2 Floors & 7 DJs
Samstag, 5. Juni 2010, ab 23.00 Uhr
Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8005 Zürich
www.testosteron-party.ch
www.selectionparty.ch
«One Night with
Branko»

Zum 5. Mal steigt die Büsi Enterprise Queer-
Party, diesesmal im Zürcher Cabaret Club. Unter
dem Motto: «One Night with Branko», spannen
erstmals der Cabaret Club und das schräge Party-
Label Büsi Enterprise zusammen.
Seit über 20 Jahren überrascht, fasziniert, scho-
ckiert Branko B. Gabriel das Zürcher Nightlife.
Anfangs der 90er als schrille Tucke, u.a. mit sei-
ner Dancetruppe Diva Connection. Dann Mitte
90er als unverkennbare Miss Diva, gehört und
gesehen als TV Moderator, Model und Host. Seit
Beginn des neuen Jahrtausends kam dann fast
kein Club in rich ohne Doormen / Selector
Branko aus. Nebenbei schauspielert er u.a. in
«Jays in Twaioder trinkt Bier in einer Wer-
bung mit Carlos Leal. Er gehört zu den schil-
lerndsten Persönlichkeiten der Schweizer Gay-
Community.
Der Cabaret Club und die Stadt Zürich, in Koope-
ration mit si Enterprise präsentieren: «One
Night with Branko!»
«One Night with Branko»
7. Mai 2010, Cabaret Club
DJ Kalabrese (Rumpelzirkus, Zukunft),
Marc Fuhrmann (Spidergalaxy, Panthera Rec.),
AuraTrauma (TRIEST, Longstreet, Helden),
Acts a Gogo
www.cabaretclub.ch
Stuttgart-
Selection


Die Selection-Reihe nahm in Stuttgart ihren
Anfang und läuft nun auch in Zürich erfolg-
reich. Es ist an der Zeit, zu diesen Ursprüngen
zurückzukehren. Stuttgart hat ja bekanntlich
neben leckeren Maultaschen und teuren Ka-
die legendäre Memory Show über die hne
geht.
Tamara packt bereits ihre Koffer, um die Rei-
se nach Zürich anzutreten. Petra koordiniert
die Crew und die anreisenden Künstler. France
weiss bereits jetzt schon, welches Kleid sie tra-
gen wird. Denn eins ist klar, die Ladies möchten
an besagtem Abend natürlich die Schönsten der
Stadt sein. Speziell für diesen Anlass wird sogar
das T&M fher geöffnet. Bereits um 21.30 Uhr
können die Gäste ihre Plätze auswählen um in
den vordersten Reihen die Shows hautnah erle-
ben zu können.
Die Memory Show blickt in ihrem Dasein auf
eine lange Tradition zurück und ist nicht mehr
wegzudenken. Einmal pro Jahr treffen sich ver-
schiedene Künstler der Travestie-Szene, um die
Bühne des T&M mit Gesang, Kostümen und Co-
medy zu bereichern.
Dieses Jahr am Pfingstsonntag, sind France De-
lon, Tamara, Carla, Urslä, Laura, Josy, Mike, Bever-
ly, Michi, Nikita, Murmeli und Petra mit dabei.
Nach der Show geht’s natürlich gleich weiter
mit DJ Qbass und den Schlagern der 80er und
90er und den Charts von heute.
Memory Party
Pfingstsonntag, 23. Mai 2010
Doors: 20.30 Uhr, Showtime: 21.00 Uhr
www.g-colors.ch
Schwuler Bingo-
Abend

Im Jahre 1929 hat Edwin Lowe beim Karneval
in Atlanta beobachtet, wie eine Gruppe von spa-
nischen Spielern gezogene Zahlen mit getrock-
neten Bohnen abdeckten und bei einem Gewinn
«Beano» riefen. Heute ruft man zwar nicht mehr
Beano, sondern Bingo, aber Helmine weiss, dass
die heissen Spanier immer noch Bingo spielen.
Die Schweiz spielt zwar lieber Lotto als Bingo,
doch wer Helmine Tell kennt, ahnt, dass dies
sich schlagartig ändern kann.
In den USA, England und Deutschland hat Bin-
go in der Schwulenszene einen Kultstatus er-
reicht. Dabei geht es oft nicht um die Preise,
sondern um den Spass an sich beim Bingospie-
len. Die Drag der Nation passt zu Bingo wie die
Faust aufs Auge. Sie ist frech und charmant
und hat einen Sinn für Zahlen. Nach ihren ei-
genen Angaben vor allem für die Zahl 69. Zu-
dem bringt sie ein grosses Bingo-Preis-Körb-
chen mit. Nein, nein es ist kein Fresskorb wie
so oft an Bingo-Abenden. Sie hat ihre Preisliste
den Bedürfnissen der Schwulen angepasst: Ei-
nen gutaussehenden Masseur für eine Stunde,
einen Fluggutschein von Swiss im Wert von
250 Franken, eine Jahres-Memberkarte vom G-
Colors und vieles mehr... Jeder kann kommen
und erhält gleich zu Beginn eine gratis Bingo-
karte. Und nachdem alle Preise verteilt wor-
den sind, geht’s anschliessend weiter mit der
Bingo-Party.
Bingo
Mittwoch, 12. Mai 2010, ab 22.00 Uhr
Türöffnung 21.30 Uhr
T&M, Marktgasse 14. 8001 rich
www.tundm.ch
21
CRUISER Edition Mai 2010
Fotostrecke
Jaime Permuth is a Guatemalan photographer living and working in New York City.
His photographs have been shown at several venues in New York City, including The Museum of Modern Art, The Queens Museum of
Art, The Bronx Museum of the Arts, The Museum of the City of New York, The Jewish Museum, El Museo del Barrio, and The Brooklyn
Museum of Art. He has also exhibited internationally at the Museo Nacional de Arte Moderno in Guatemala, Casa del Lago in Mexico
City, and the Israeli Parliament. Among others, his work is included in the collections of the Polaroid Corporation, The Brooklyn Mu-
seum of Art, the Museum of the City of New York, Yeshiva University Museum, State University of New York New Paltz, Art Museum of
the Americas (DC), Fullerton Art Museum (CA) and Museum of Art Ft. Lauderdale (FLA). He has received commissions from El Museo
del Barrio, The Queens Museum of Art, The Jewish Museum, and Queens Theater in the Park.
Jaime Permuth
Photographer
www.jaimepermuth.net
Photo © by Hye Ryoung Min
26
Beauty CRUISER Edition Mai 2010
Aramis Cool Blend
Cool Blend ist eine zeitgemässe Neuinterpretation des klassischen Ara-
mis Duftes, der schon in den 70ern für Furore sorgte! Cool Blend ist ein
knackig-frischer Chypre-Duft, der den für Aramis so typisch würzigen
Charakter mit neuen, frischen Akzenten kombiniert. Schon der Auf-
takt ist cool dank einer Mischung aus Bergamotte, Limonen- und Limet-
tenschalen. Der reiche Ausklang hinterlässt Spuren von goldenem Am-
ber, Sandelholz und einem cremigen Leder-Akkord. Ein nnerduft
für echte Kerle!
Eau de Toilette, 110ml CHF 82.00
Lab Series
Max LS Age-Less
Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Entwicklung revolutionärer
Formeln zur Hautpflege gilt Lab Series Skincare for Men als Experte im
Bereich der hochwertigen Herrenpflege. Lab Series präsentiert in dieser
Saison Max LS Age-Less! Eine neuartige Crème gegen die Zeichen der Zeit.
Die Crème sorgt sofort und langfristig für eine sichtbare Vorbeugung zur
Hautalterung und wirkt reparierend. Sie zieht schnell ein, ohne einen
Glanz auf der Haut zu hinterlassen. Unser Favorit!
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Issey Miyake L`Eau
D`Issey Summer
Ein Klassiker kommt selten allein. Das beweist uns Issey Miyake immer
wieder aufs Neue! In diesem Sommer mit Zitrus-Akkorden von frischer
Yuzu und Mandarin-Orange. Auf den sinnlichen Basisnoten von Vetiver
und Amber entwickeln sich lebhafte Aromen von Kardamon und Sal-
bei. Ein Sommerduft von überschäumender Energie!
Ab Mai im Handel, 100ml CHF 81.00
Carolina Herrera 212
MEN ICE
Carolina Herrera präsentiert 212 Ice, eine neue limitierte Sonder-Editi-
on, in der sich die 212-Welt von ihrer sinnlichen und provokanten Sei-
te zeigt. 212 MEN ICE ist ein maskuliner Duft mit unverwechselbarem
Charakter. Kreiert mit frischen, würzigen Kopfnoten von schwarzem
Pfeffer und Lakritze, blumigen Herznoten von Veilchen und Holz und
verführerischen Basisnoten von Sandelholz, Moschus und Edelholz. So
kommt der 212-Mann daher: zeitgemäss, mysteriös, elegant und urban!
Limited Edition, 100ml CHF 102.00
Beauty News
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CRUISER Edition Mai 2010
Beauty
Jean-Paul Gaultier
Le Male
Ein Designer ein Duft! Das Kultwässerchen aus dem Hause Gaultier
in sommerlicher Variante, bereichert um Minz-, Ginseng- und Ingwer-
wasser. Dank der Inhaltsstoffe mit Eiswürfel-Effekt wird dieser Le-Male-
Sommerduft zum reinsten Energiecocktail!
Cologne Tonique Le Male, 125ml CHF 76.00
American Crew
Anti-Hair-Loss-System
Das Trichology Anti-Hair-Loss-System von American Crew verspricht,
den vorzeitigen Haarausfall zu stoppen. Das Shampoo reinigt sanft und
befreit die Kopfhaut von überschüssigem Fett. Seine erprobte Formel
nährt das Haar, verlängert den Haar-Lebenszyklus und beruhigt die
Kopfhaut. Für das effektivste Ergebnis kombiniert man es am besten mit
der Anti-Hair-Loss-Tinktur.
Mehr Infos:
unter www.americancrew.ch, oder beim Coiffeure deines Vertrauens!
Prada Infusion de Vetiver
Die elegante Infusion de Vetiver umgibt sich mit einem Hauch von küh-
lem Eskapismus. Die zarte Vetiver-Note erwacht zum Leben, in Verbin-
dung mit einem Hauch von Estragon, Madagaskarpfeffer und rotem
Ingwer. Gemeinsam verbinden sie sich so perfekt wie die Kanten des
Sechsecks, die sich um die Verpackung schlingen. Ein herrlich küh-
lender Sommerduft!
Eau de Toilette, 200ml CHF 144.00
Paco Rabanne Black XS
Starker Look und Quintessenz des Rock das lackschwarze Flakon
strahlt durch und durch Rock’n’Roll aus. Anhänger für das Handy ak-
zentuieren den Stil eines ausdrucksstarken, feurigen und leidenschaft-
lichen Black XS. Sexy und sinnlich, orientalisch und holzig Black XS
ist exzessiv und kontrastreich, verbindet die Frische von kalabrischer
Zitrone, Tagetes und Salbei mit der Köstlichkeit der Herznoten von ge-
brannten Mandeln, umhüllt von Zimt, Tolubalsam und schwarzem
Kardamom, und mit der Sinnlichkeit von Palisander- und Ebenholz,
schwarzem Ambra und Patschuli. Buon appetito!
Ab Mai erhältlich, 100ml CHF 86.00 (limitiert)
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Portrait CRUISER Edition Mai 2010
Orden der perpetuellen
Indulgenz

in Zürich
von Martin Ender
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CRUISER Edition Mai 2010
Portrait
Am 2. Mai uft im Rahmen
des Pink Apple Filmfesti-
vals «Die Schwesterim
Zürcher Arthouse. Die Fil-
memacher nahmen das
30-jährige Bestehen des Or-
dens zum Anlass, einen ver-
tieften und unterhaltsamen
Blick in einige Mutterhäu-
ser der Schwestern auf die-
ser Welt zu werfen. CR woll-
te von «Mutter Belleza» des
Mutterhauses Zürich mehr
über den Orden wissen.
«Mutter Belleza» – ich bin etwas verunsichert – wie spreche ich dich
korrekt an?
Jetzt kannst du mich mit meinem weltlichen Namen an-
sprechen, wenn ich im Ornat bin, dann mit dem Ordensnamen «Mutter
Belleza».
Der Orden der perpetuellen Indulgenz entstand 1979 in San Franciso
und ist heute weltweit verbreitet. Der Zürcher Orden wurde Ende 2005
gegndet. Wie lange bist du dabei?
 Seit 2006, ich bin eines der Gründungsmitglieder...
... und heute die «Mutter» im Zürcher Orden. Wie viele Mitglieder hat
dieser Orden.
 Acht Mitglieder, davon sind fünf aktiv. Ich leite das Haus in
Zürich seit Januar 2010.
Weiss grundierte Gesichter, bunt bemalt und der schillernde Ornat
sind euer Markenzeichen. Etwas irritierend. Was entdeckst du persönlich
in den Gesichtern der Leute, die dir der Schwester Belleza – begegnen?
 Zuerst entdecke ich ein Erschrecken, vor allem wenn wir in
Zürich auf der Strasse unterwegs sind, ist das ausgeprägt. Doch bei län-
gerer Betrachtung werden wir bewundert und es fallen Bemerkungen
wie: «Wow, sieht super aus, wo hast du das machen lassen?» Natürlich
schminken wir uns selber und auch die Ornatskleider sind eigene Kre-
ationen.
Du wohnst ausserhalb von Zürich. Schminkst du dich zuhause und
fährst im Ornat in der S-Bahn nach Zürich?
 Nein! Zu Beginn haben wir uns zwar zuhause geschminkt
und sind dann zu zweit mit dem Auto nach Zürich gefahren (ein weiteres
Ordensmitglied wohnt in der Nähe).
Doch das gab auch Probleme. Einmal hatten wir eine Autopanne, wir stan-
den da im vollen Ornat und mussten auf Hilfe warten, ein anderes Mal
wurden wir von der Polizei aufgehalten und bekamen eine Busse aufge-
brummt, weil wir mit der Haube auf dem Kopf gefahren sind. Das ist eine
«Einschränkung des Gesichtsfeldes» und wird nicht toleriert. Heute haben
wir zum Glück mit der Zürcher Aids-Hilfe eine Vereinbarung, dass wir
uns in ihren Räumen schminken und umziehen dürfen. Von da fahren
wir mit dem Taxi an die Einsatzorte.
Eure Maske und Kostümierung mutet clownesk an. Könnt ihr den-
noch, oder gerade deswegen, eure ernste Botschaft, nämlich das Thema
HIV, rüberbringen?
Ja, erst recht. Im ersten Moment reagieren die Leute unsi-
cher. Dann aber öffnen sie sich. Wir wollen ja mit der Farbe in unseren
Gesichtern und mit den bunten Kostümen Freude rüberbringen. HIV ist
zwar schlimm, aber deswegen ist nicht gleich das ganze Leben «Scheiss,
man kann es immer noch geniessen und fröhlich sein. Es ist auch nicht so,
dass wir sagen: «Pass auf, du solltest besser keinen Sex mehr haben.»
...aber ihr seid Ordensleute und die predigen üblicherweise Enthalt-
samkeit!
 ...um Gottes willen, auf keinen Fall, wir doch nicht! Schau
dir nur mal unsere Namen genauer an. Mein Ordensname Belleza hat ja
noch den Zusatz «Tulips» (Tulpen) oder genauer gesagt «Tu-Lips@Analia».
Andere Ordensschwestern nennen sich «Pandora Ejaculata Controllata»
oder «Prüdetta von der immerhrenden Trunkenheit». Wir wissen also
von den Freuden des Lebens und predigen niemals Verzicht.
Nonnen sind seit jeher der gemeinnützigen Arbeit verpflichtet. Wie
weit geht die Aufopferung, sprich der Zeitaufwand, bei euch? Es gibt
ja kaum eine Party oder einen Event in der Szene, wo man euch nicht
sieht...
 Aufopferung? Nein, es ist alles freiwillig, es gibt aber Gren-
zen. Wir schauen, dass wir in erster Linie unsere weltlichen Verpflich-
tungen erfüllen können. Also die Arbeit, die lfte von uns ist im Gesund-
heitswesen tätig. Ich selber auch. Kurzfristige Anfragen muss ich meist
absagen, weil ich das mit der Arbeitszeit nicht unter einen Hut bringe.
Ich und andere haben oft Nachtdienst oder Dienst am Wochenende. Den-
noch versucht jeder von uns, mehrmals im Jahr mitzumachen. Noch gibt
es zu viele Parties, wo wir nicht dabei sind, leider. Ich bekomme so viele
Anfragen. Offstream, Flexx, Selection und anderen muss te ich vorerst
absagen. Es gibt ja praktisch jedes Wochenende Anlässe und wir sind
einfach zu wenig Nonnen, um überall hingehen zu können. Wir wollen
mindestens zu zweit an die Anlässe gehen, um unsere Aufgabe erfüllen
zu können und auch aus Sicherheitsgnden. Es tut mir immer leid, wenn
ich Absagen erteilen muss. Mein Ziel ist mittelfristig, dass wir zweimal
im Monat an Parties auftauchen könnten. Aber dazu brauchen wir noch
mehr Leute. Ich hoffe, dass sich neue Novizinnen bei uns melden und wir
bald mehr werden.
Ihr seid also sehr begehrt bei den Party-Veranstaltern. Werdet ihr ein-
geladen, weil ihr als Farbtupfer eine Bereicherung seid oder aufgrund
eurer Arbeit?

Da spielt beides mit. Und das ist doch schön. Es ist eben nicht
so eine trockene Präventionsarbeit. Ich habe früher diese Arbeit auch
ohne Kostüm gemacht. Das ist ein Riesenunterschied! Wenn ich als Nonne
unterwegs bin, komm ich mit den Menschen viel leichter ins Gespräch,
sie öffnen sich, reden über Gott und die Welt, erzählen von eigenen Pro-
blemen, stellen Fragen zu HIV und Aids und anderen Krankheiten. Als
Nonnen können wir beraten, einfach ein offenes Ohr haben und je nach
Situation empfehlen, zum Check Point oder zur Aids-Hilfe zu gehen.
Ihr seid hauptsächlich in der Mission «Aidsprävention» unterwegs. Was
unterscheidet euch von den Aids-Hilfen? Von der Zürcher Aids-Hilfe ist ja
auch Hildegard auf Tour.
Wir haben uns abgesprochen und aufgeteilt, gewisse Be-
reiche macht Hildegard. Wir gehen hauptsächlich an Parties. Hildegard
ist von der ZAH angestellt. Wir sind inzwischen quasi angegliedert, aber
wir sind ein eigenständiger Verein. Wir erhalten keine öffentlichen Geld-
er. Mit den Mitgliederbeiträgen decken wir das Nötigste, wie etwa den In-
ternetauftritt. Das Geld, das wir sammeln, geht voll an Projekte weiter.
Den Aufwand für die Kostüme berappen wir selber. Wir sind zudem ein
weltweiter Orden. Wir mussten eine Aufnahmeprüfung machen in Ber-
lin, damit wir als Haus in Zürich vom Orden der perpetuellen Indulgenz
aufgenommen wurden. Das oberste Mutterhaus ist in San Francisco.
Ihr verwendet viele klösterliche Ordensbegriffe wie Nonnen, Novi-
zinnen. Sind die Ordensmitglieder wie in einem strengen Orden dem
unbedingten Gehorsam verpflichtet? Fortsetzung auf Seite 30
30
Buch CRUISER Edition Mai 2010
Das Kind im
schwulen Mann
-
-

von Kurtchler
Das Buch richtet sich an schwule nner, aber
auch an Fachleute aus Psychotherapie, Psychi-
atrie, Seelsorge, Pädagogik, und aus ähnlichen
Bereichen. «In seelischen Krisen zum wahren
Selbst nden», so der Untertitel. Es ist das vierte
Buch von Tim Kurt Wiesendanger, Dr. phil., Psy-
chotherapeut FSP mit eigener Praxis in Zürich,
zum Thema Schwulsein und Psychologie. Ziem-
lich schwere Kost. Wiegen denn seelische Verlet-
zungen in der Kindheit bei Schwulen schwerer
oder kommen sie öfter vor als bei andern Men-
schen? «CR» stellte dem Buchautor die entspre-
chenden Fragen. Seine Sicht ist wohl mitgeprägt
von der Erfahrung in der eigenen Praxis, wo er
meist mit Menschen zu tun hat, die Probleme
haben.
Was meinst du mit dem Kind im schwulen
Mann?
 Die Erfahrungen aus der Kindheit und der Ju-
gend prägen jeden Menschen sehr tief. Meist, ohne
dass wir uns dessen gewahr sind, gestalten wir
daraus unser Leben. Unbewusst handeln wir nach
Mustern, die auf familiäre und gesellschaftliche
Gebote und Verbote in unserer Kindheit zurückge-
hen, oder wir widersetzen uns ihnen. Dies steuert
unsere Partnerwahl, die Art und Weise, wie wir
zwischenmenschliche Beziehungen gestalten,
unser Berufsleben und vieles mehr.
Und was ist daran speziell bei schwulen n-
nern?
Wir waren schon immer «etwas anders» als
die andern. Dieses Anderssein irritierte unsere
Eltern, Geschwister, Lehrer, Klassen- und Spiel-
kameraden. Die Reaktionen auf diese Irritati-
onen, etwa in Form von Zurückweisung, aus-
geschlossen oder verlacht zu werden, prägten
unser kindliches Erleben nachhaltig. Diese
Erfahrungen gingen mit Gefühlen des Allein-
seins, des Nichtgenügens, der Schuld, Scham,
Angst und der Minderwertigkeit einher.
Wir erlitten also schon vor der Pubertät see-
lische Verletzungen, die mit unserem Schwul-
sein zu tun haben?
Überaus schmerzliche sogar, auch wenn wir
uns vielleicht gar nicht mehr daran erinnern.
Spätestens mit der Pubertät wurde unser An-
derssein dann bewusst bedrohlich.
Aber haben wir diese Verletzungen mit
einem Coming-out nicht überwunden?
Selbstverständlich ist ein Coming-out ein
wesentlicher Entwicklungsschritt der Befrei-
ung. Doch sitzen verinnerlichte Minderwer-
tigkeitsgefühle so tief, dass auch mit einem
Coming-out nicht alle aus der Welt geschaffen
sind. In Krisen kommen diese wieder hoch.
Wie denn?
Die Auslöser sind vielfältig, etwa Tren-
nungen, Partnerschaftskonflikte, sexuelle Pro-
bleme, Unzufriedenheit im Beruf oder über-
haupt mit dem Leben, ein Burn-out oder eine
Midlife-Crisis. So fühlen wir uns niedergeschla-
gen, antriebs- und freudlos, deprimiert, ängst-
lich und schlafen vielleicht schlecht. Oft resul-
tiert daraus ein Suchtverhalten, etwa Alkohol-,
Nikotin-, oder Drogenmissbrauch, aber auch Ar-
beits-, Geltungs-, Internet- oder Fernsehsucht.
Mann kann aus allem ein Problem machen und
auch Problemlösungen anbieten. Als Rezensent
meine ich, diverse so genannte Probleme haben
nicht unbedingt etwas mit dem Schwulsein zu
tun, sondern treffen auf jeden zu.
Tim Kurt Wiesendanger
Das Kind im schwulen Mann
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
Es gibt Regeln, an die man sich als Ordensmitglied halten
muss. Die sind übrigens auf unserer Homepage für jedermann einsehbar
(www.derorden.ch). Wir haben Vorbildfunktion. Darum musste ich mal
ein Mitglied ausschliessen, das auf der Tanzfläche nach Drogenkonsum
und zu viel Alkoholgenuss zusammenbrach. Das passt natürlich nicht zu
unserer Tätigkeit. Wir können die Botschaft «safer seso nicht nach aus-
sen tragen, wenn wir uns selber nicht im Griff haben. Darum gibt es Re-
geln und Abstufungen. Generell sind aber die Regeln hier in der Schweiz
lockerer als beispielsweise in Deutschland. Dort bleibt jemand nach dem
Eintritt rund anderthalb Jahre Novizin. In der Zeit müssen diese Schwarz
tragen. Da wir hier in Zürich nicht so viele Mitglieder haben, ist das nicht
durchführbar. Wir halten das bei uns lockerer: Wenn wir an die White
Party gehen, dann sind auch Novizinnen weiss gekleidet.
Stichwort Novizin: Brauche ich einen missionarischen Eifer, wenn ich
in den Orden aufgenommen werden will? Was sind die Voraussetzung?
 Du musst Interesse an dieser Arbeit haben und die Fähigkeit,
dich mit dem Thema Aids auseinandersetzen zu können.
Muss ich mich wie in einem Orden lebenslänglich verpflichten?
 Nein, überhaupt nicht, jedes Mitglied kann wieder austre-
ten, einfach unter Einhaltung der Kündigungsfrist. Dies, damit die Ein-
satzpläne nicht durcheinander kommen.
Was wünschst du dir für die Zukunft im Zusammenhang mit dem
Orden und eurer Tätigkeit?
 Dass wir in der Schweiz bekannter werden und bald mehr
Mitglieder haben. Wer Interesse hat, kann sozusagen mal schnuppern
und als Novizin oder Postulant (Bewerber) uns einen Abend lang be-
gleiten. Ausserdem wünsche ich mir, dass die Leute wachsam bleiben
und sich bewusst sind, dass es Aids gibt und immer noch keine Heilung
möglich ist. Man kann heute damit leben, aber doch mit Einschn-
kungen.
«Mutter Belleza», dein Name steht für Schönheit. Legt die Mutter auch
bei den andern Schwestern Wert auf ein schönes Erscheinungsbild?
Ja da lege ich Wert drauf, ich finde das wichtig. In Zürich
sind die Leute anspruchsvoller. Wir rfen schon mal sexy sein, aber
nicht ordinär. Und auf eine schöne Schminke lege ich Persönlich sehr
viel Wert. Denn die Leute an den Parties sollen sich an unsere «Schön-
heit» erfreuen. Wir wollen bewusst so die Aufmerksamkeit erregen, um
so unsere Ziele zu erreichen. Nebst aller Ernsthaftigkeit ist dies auch das
vermitteln von Lebensfreude.
Mutter Belleza, ich danke für das Gespräch, und möge der Orden Zu-
wachs bekommen.
Fortsetzung von Seite 29
31
CRUISER Edition Mai 2010
Musik
Goldregen und
Punktehagel
Eurovision Song Contest Ende
Mai in Oslo
von ReGerber
Alle Jahre wieder trifft sich
Europa zum grossen Wettsin-
gen. 39 Teilnehmer greifen
nach den Sternen, über 100
Millionen Zuschauer werden
das Spektakel am TV verfol-
gen. Wer die Favoriten sind,
wer die Punkte verteilt und
warum das Ganze so viel
Spass macht.
Nach der Mr. Gay World-Wahl wird Oslo erneut
zum queeren Hochdruckgebiet, für den 55. Eu-
rovision Song Contest unter dem Motto «Share
the Moment». Mit Gesang, Geige und breitem
Grinsen hat Alexander Rybak vor einem Jahr in
Moskau die Herzen Europas erobert und eine
der weltweit grössten und aufwändigsten TV-
Shows nach Norwegen geholt. Um ihn ist es
bereits wieder ruhig geworden, überhaupt sind
die Sieger seit ngerer Zeit immer rasch in der
Versenkung verschwunden. Dies, obwohl der
ESC sein Klamauk-Image zunehmend abstreift
und bei der letzten Ausgabe auch gestandene
internationale Stars wie Patricia Kaas oder An-
drew Lloyd Webber mit von der Partie waren.
Höchste Zeit eigentlich, dass aus dem Gewinner
mal wieder mehr wird als ein One Hit Wonder.
Lena, Harel oder Safura?
Auch diesmal werden grosse Balladen und klei-
ne Kleidchen geboten, Nostalgisches, Folkloris-
tisches und Futuristisches. Glaubt man den eng-
lischen Wettbüros, haben Deutschland, Israel
und Aserbaidschan die grössten Siegeschancen.
Die von Stefan Raab entdeckte Lena Meyer-Land-
rut nnte also durchaus von Deutschlands
Liebling zu Europas Darling aufsteigen, ihr