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Cruiser im Sommer 2010

Dieses Magazin ist schwul
CRUISER Edition Sommer 2010
Photographers Luigi e Luca, schwule Moslems, Markus Notter,
ckblick, Adoption, Radisson Blu, San Francisco, Le Weekend Rose,
Ivano Bagnolo, Rolf Sommer, Rue McClanahan, Thomy Schallenberger
*
Hier sind Vorurteile tabu
www.spain.info
CRUISER-GAY:Maquetación 1 22/06/10 15:14 Page1
3
CRUISER Edition Sommer 2010
Inhalt
Sommer
Mit der CR-Sommerausgabe wollen wir vor den Ferien unseren Lesern nochmals eine Fülle von
Themen bieten. Wer an der Pride die starken Worte von Markus Notter verpasst hat, kann sie hier
nachlesen. Wer wissen will, wie «Moslem» und «schwuzusammen passen, wird hier fündig. Und
wer von Ferien träumt, kann eintauchen in die Berichte über San Francisco oder über eine kleine
Ferienoase in Spanien. Auf der Suche nach der besonderen Fotograe sind wir auf «Luigi e Luca»
gestossen. Hier eine Auswahl der harmloseren Fotograen aus ihrem Schaffen. Viel Spass beim
Betrachten und bei der Lektüre.
Martin Ender, Verleger
6
Mister GAGA aus Casablanca
Wie schwule Moslems Akzeptanz suchen und finden
12
Zurich Pride Festial
Die Rede von Regierungsrat Markus Notter
15
Das noch nicht erfüllte Recht: Adoption
19 337 Unterschriften für die Regenbogenfamilien
18
San Francisco die bunte Kalifornische Metrople
Branko B. Gabriel verfiel dem Charme von San Fransisco
32
Luigi e Luca, photographers
Die Poesie der Sexualität jenseits der Normen
40
Allein in St. Olaf
Manch ein «Golden Girls»-Fan von Wehmut gepackt
News 410141617
Szene 202527283031
42 45 47495152
Rainbow Line 53535556
4
News CRUISER Edition Sommer 2010
Internationale
News
zum Bürgermeister sagte Campbell: «Es ist er-
staunlich, wie sich mein Leben verändert hat.
Vor einem Jahr hatte ich keinen Job und kein
Zuhause. Jetzt ist alles vollkommen anders.»
Lyon
-
meinsam gegen Schwule
Bei einem «Kiss-In» von Homo-Aktivisten in Lyon
kam es zu Zusammenstössen mit rechtsextre-
men und katholischen Gegendemonstranten.
Die Katholiken trugen Transparente mit Auf-
schriften wie «Wir sind in der ersten, zweiten
und dritten Generation heterosexuell» und Slo-
gans gegen die «Katholikenphobie», die in der
Gesellschaft weit häuger verbreitet sei als Ho-
mophobie. Derweil reckten die Neonazis ihre
rechten nde zum Hitlergruss in die Höhe und
forderten in Sprechchören ein Verbot der Homo-
sexualität. Es kam auch zu gewaltsamen Aus-
schreitungen gegen die Teilnehmer des «Kiss in»
in der südfranzösischen Stadt. Verletzt wurde
nach Polizeiangaben jedoch niemand. Zwei der
Gegendemonstranten wurden festgenommen.
Die Polizei setzte Tränengas ein.
Köln
Moderate Moslems für

D e r L i b e r a l - I s l a m i s c h e B u n d ( L I B e .V. ) i n D e ut s c h -
land fordert eine dogmenfreie Auslegung des
Korans. Der Verein sei «offen für einander wi-
dersprechende Blickwinkel», betonte gegeber
der Tageszeitung WAZ die 33-jährige LIB-Vorsit-
zende und Islamwissenschaftlerin Lamya Kad-
dor. «Wir wollen der schweigenden Mehrheit der
Muslime eine Stimme geben und keine funda-
mentalistischen Positionen vertreten, sondern
das Motto: Leben und leben lassenDeshalb
setze sich der LIB auch für die Gleichbehand-
lung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
ein. Im Mai hatte sich der «Zentralrat der Mus-
lime» für die Aufnahme des Diskriminierungs-
schutzes für Schwule und Lesben im Grundge-
setz ausgesprochen. Für die Diskriminierung
von Homosexuellen lasse sich im Islam keine
Rechtfertigung nden, so der Zentralrat.
Malawi
Schwules Paar begnadigt
Das Drama um das schwule Paar Steven Mon-
jeza und Tiwonge Chimbalanga in Malawi hat
ein gutes Ende gefunden. Bingu wa Muthari-
ka, der Präsident des afrikanischen Landes hat
die beiden Männer begnadigt, die wegen ihrer
«Hochzeit» zu 14 Jahren Gefängnis mit Zwangs-
arbeit verurteilt worden waren. Die Begnadi-
Bratislawa
Gewalt gegen CSD
Die erste CSD-Demo in der Geschichte der Slo-
wakei musste abgebrochen werden, nachdem
Gegendemonstranten von der neonazistischen
«Slowakischen Volkspartemit Gewalt gegen
die Teilnehmer der Regenbogenparade vorge-
gangenen waren. Bereits vor Beginn des CSD
hatte die Polizei von Bratislawa die knapp 1000
Demonstranten gewarnt, dass sie nicht für die
Sicherheit des CSD garantieren nnten. Aus-
ndische Teilnehmer des CSD wie der deutsche
Grünenabgeordnete Volker Beck warfen der Po-
lizei jedoch vor, eine Eskalation bewusst in Kauf
genommen zu haben. Nach der CSD-Kundge-
bung auf dem Hviedzoslavovo-Platz eskortierte
die Polizei die Teilnehmer durch die Innenstadt
zum Ort der Abschlussparty auf einem Schiff
auf der Donau.
nchen

Zwei Jahre und drei Monate Haft lautete das Ur-
teil im Fall des Robert Anton K. Ein Gericht in
München sah es als erwiesen an, dass der ehe-
malige Spion des Bundesnachrichtendienstes
(BND) bei seinem Einsatz im Kosovo seinem
Liebhaber Geheimnisse verraten hat. Murat A.
erhielt eine 14-monatige Haftstrafe. Robert An-
ton K. sollte im Kosovo für den BND ein Netz von
Informanten aufbauen. Dort lernte der 44-jäh-
rige Deutsche 2005 den maze donischen Dolmet-
scher Murat A. kennen. Die beiden verliebten
sich und zogen in eine gemeinsame Wohnung.
Die Affäre og auf, als die Ex-Frau von Robert
Anton K. erfuhr, dass der mazedonische Lieb-
haber ihren Platz als Begünstigte in der Lebens-
versicherung von Robert Anton K. eingenom-
men hatte.
London
Jüngster rgermeister
Englands ist schwul
Ian Campbell ist Grossbritanniens jüngster Bür-
germeister. Der offen schwule 23-Jährige wur-
de zum rgermeister der 20 000-Einwohner-
Stadt Retford in Nottinghamshire gehlt. Die
Wähler waren offenbar beeindruckt von der
Konsequenz und der Standhaftigkeit, mit der
sich Campbell für das einsetzt, was er als rich-
tig ansieht. Campbell war von seinen Eltern vor
die r gesetzt worden, als er sich als schwuler
Mann outete. Acht Monate lange lebte er als Ob-
dachloser auf der Strasse und wurde in der Zeit
ein engagierter mpfer gegen Homophobie.
Dafür wurde er 2009 zu «Nottingham‘s Young
Person of the Year» gekürt. Nach seiner Wahl
5
CRUISER Edition Sommer 2010 News
gung wurde als Geste an Ban Ki-moon, General-
sekretär der Vereinten Nationen, gewertet, der
sich während des präsidialen Gnadenaktes zu
Besuch in Malawi aufhielt. Ban Ki-moon «beg-
rüsste» die Entscheidung und forderte Malawi
auf, das geltende «veraltete Recht» zu reformie-
ren. Der Fall des schwulen Paars hatte weltweit
für Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem hatten
das Weisse Haus und Popstar Madonna die Frei-
lassung der beiden Männer gefordert.
Paris
Schwule McDonalds-
Werbung
McDonalds in Frankreich hat erstmalig in seiner
Geschichte einen schwulen TV-Spot geschaltet
und sich damit den Unmut der Gay Community
zugezogen. Der Werbespot zeigt einen jungen
Franzosen, der in einem McDonalds-Restaurant
am Telefon seinem Freund zuüstert: «Du fehlst
mir.» Er beendet das Telefonat abrupt, als sich
sein Vater mit einem Tablett mit Hamburgerspe-
zialitäten nähert. Der Sohn gesteht dem Vater,
dass er nicht an Mädels interessiert sei (www.
youtube.com/watch?v=9xGRii6IA1M&feature=
related). Aber zu einem direkten Outing kommt
es nicht. Der Spot endet mit der Aussage «Come
as you ar. Genau diese Unbestimmtheit ist es,
die Frankreichs Schwulenaktivisten stört. Man
wisse nicht, was die Botschaft des Werbelm-
chens sei, hiess es in schwulen Blogs.
Lissabon/
Reykjavik
Island und Portugal führen

Portugals konservativer Präsident Anibal Ca-
vaco Silva hat entgegen seiner «persönlichen
Überzeugungen» mit seiner Unterschrift das
«Gesetz über die Einführung der Homo-Ehe»
in Kraft gesetzt. Damit habe er die Debatte be-
enden wollen, die «die Portugiesen in zwei La-
ger gespaltet und unsere Aufmerksamkeit von
den besorgniserregenden Problemen abgelenkt
hat», sagte Silva mit Anspielung auf die ernste
Finanz- und Wirtschaftskrise Portugals. Auch
in Island stimmte das Parlament einstimmig
für die Einführung der Homo-Ehe. Island ist das
erste Land weltweit mit einem / einer offen ho-
mosexuellen Regierungschef / -chen. Die sozi-
aldemokratische Ministerpräsidentin Jóhanna
Sigur-Oardóttir hatte im vergangenen Jahr die
Wahlen nach dem Kollaps des isländischen Ban-
kensystems gewonnen.
Sao Paolo
3,2 Millionen Besucher
Schon in den vergangenen Jahren machte der
«Gay Pride Sao Paulo» immer wieder mit seinen
gigantischen Teilnehmerzahlen von sich reden.
In diesem Jahr brach die «Parada do orgulho»
auf der Avenida Paulista im Bankenviertel São
Pau los ih re eigenen Rekorde. 3,2 M il lione n Besu -
cher, darunter 400 000 Touristen, waren auf den
Beinen. Damit ist der CSD der brasilianischen
Metropole endgültig und uneinholbar der grös-
ste der Welt. Die Teilnehmer des Mega-CSD for-
derten mehr Rechte und Akzeptanz gegenüber
Homosexuellen und ein Ende der Homophobie.
In Brasilien gibt es bereits seit 1823 kein Gesetz
gegen Homosexualität mehr. Jedoch sehen sich
Schwule und Lesben in der konservativ-katho-
lischen Gesellschaft Brasiliens täglich Diskri-
minierungen und Gewalt ausgesetzt.
New York

Mann verheiratet
Die US-Schauspielerin Fran Drescher The
Nanny») war 23 Jahre lang mit einem schwulen
Mann verheiratet. In einem Interview mit «In
Touch Weekly» erkrte die 52-Jährige, sie sei
23 Jahre lang mit einem homosexuellen Mann
verheiratet gewesen. Gatte Peter Marc Jacobson
habe sich aber erst nach der Trennung vor elf
Jahren als schwul geoutet. Trotzdem seien sie
noch immer die besten Freunde und arbeiteten
auch beruich weiterhin eng zusammen. Die
Kultserie «The Nanny» hatten Drescher und Ja-
cobson gemeinsam entwickelt. Aktuell wür-
den sie an dem Konzept einer neuen Sitcom
arbeiten, für die ihre besondere Beziehung die
Grundlage sei. Fran Drescher ist seit langem
eine engagierte Fürsprecherin der schwul-les-
bischen Gleichberechtigung.
Toronto
Pro-Palästinenser-Gruppe von
CSD ausgeschlossen
Redner und Musiker haben ihre Teilnahme an
der 25. «Toronto Pride Week» abgesagt. Für ihr
Engagement für Schwule und Lesben geehrte
Preisträger gaben ihre Auszeichnungen zurück.
Grund der Proteste war die Entscheidung der
Pride-Veranstalter in der kanadischen Metro-
pole, die Gruppe «Queers Against Israeli Apart-
heiauszuschliessen. Die Organisatoren sahen
in dem Namen eine «antisemitische» Aussage.
Die pro-palästinensischen «Queers Against
Israeli Apartheid» erkrten dagegen, gerade
schwul-lesbische Aktivisten müssten auf Men-
schenrechtsverletzungen aufmerksam machen.
Der Stadtrat Torontos hatte gedroht, die Unter-
stützung für den CSD einzustellen, weil der
Aufruf der Gruppe zu einem Boykott von Israel-
reisen sowie zum Hass auf Juden ermutige und
damit gegen die städtischen Antidiskriminie-
rungsrichtlinien verstosse.
Sydney
cktritt wegen
Dienstwagen affäre
Eine Fahrt mit dem Dienstwagen zu einer
schwulen Sauna in Sydney geriet einem verhei-
rateten australischen Minister zum Verhäng-
nis. Der 51-jährige David Campbell, Vater von
zwei Kindern, wurde von einem Kamerateam
des TV-Senders «Seven Networks» dabei gelmt,
wie er die Sauna «Ken´verliess und mit seinem
Dienstwagen davonfuhr. Nach der Ausstrah-
lung der Aufnahmen in einer Nachrichtensen-
dung des Senders trat der Verkehrsminister aus
«persönlichen Gründen» zurück. Der Fall hat
in Australien scharfe Diskussionen über den
Schutz der Privatsphäre von Politikern ausge-
löst. Schwulenaktivisten kritisierten die Affäre
als eine Hetzjagd gegen Schwule». Der Verkehrs-
minister war wegen gescheiterter Grossprojekte
politisch angeschlagen.
Madrid
Israelische Schwule als
«Sicherheitsrisiko» von CSD
ausgeschlossen
Die Ausladung einer israelischen Schwulenor-
ganisation vom CSD in Madrid hat in Israel für
eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Organi-
satoren des Gay Pride in der spanischen Haupt-
stadt hatten im Juni die Einladung der «LGBT
Union» nach dem blutigen Angriff Israleischer
Sonderkomandos auf die «Freiheitsotte» für
Gaza aus «Sicherheitsgründen» zurückgenom-
men. Ein Sprecher der israelischen Schwulen-
gruppe kritisierte, die CSD-Organisatoren in
Madrid konzentrierten sich auf Themen, «die
nichts mit unserer Community zu tun haben».
Israels Aussenminister Yossi Levy nannte die Ab-
sage einen «hässlichen Skandal, der diesen CSD
in eine Parade der Schande verwandelt.» Levy
erinnerte daran, dass Israel das einzige Land
im Nahen Osten sei, das die schwul-lesbische
Community respektiere.
6
Gesellschaft CRUISER Edition Sommer 2010
Mister GAGA aus
Casablanca
Wie schwule Moslems Akzeptanz suchen und finden
Von Alex Rudolf
7
CRUISER Edition Sommer 2010 Gesellschaft
Der Islam ist in aller Munde.
Hier in der Schweiz
spricht man über die Nach-
wehen des Minarettverbo-
tes und das drohende Burka-
verbot. Aus schwullesbi-
scher Sicht wird man durch
Schreckensmeldungen
von Hinrichtungen Homo-
sexueller in streng islami-
schen Staaten in Atem
gehalten. Dass es auch eine
andere Seite gibt, sieht
man oft nicht.
Lady Gaga lebt in einem molligen, südländischen nnerkörper. Nichts
fehlte, weder die mit Zigarettenstummeln beklebte Sonnenbrille noch
die gelb-blonde Haarpracht. Ich traf diese Gestalt bei Chatroulette. r
diejenigen, denen dieser Zeitvertreib kein Begriff ist: Chatroulette kom-
biniert die Kommunikation via Webcam mit dem gleichnamigen Glücks-
spiel. Und so dreht sich das roulette’sche Chatrad bis man beim nächsten
Chat- oder Cybersexpartner angelangt ist. Bei Nichtgefallen klickt man
weiter und kommt wiederum zur nächsten Person. Und genauso stiess
ich auf Mister Gaga.
Er sagte er komme aus Marokko, sei 25 und schwul. In Anbetracht seiner
Herkunft drängte sich mir die Frage auf:«If someone catches you dressed
up like that in front of a webcam, aren’t you stoned then? Not talking
about the good stonedEr schmunzelte nur leicht, antwortete dann
widerwillig und gelangweilt: «No, it‘s not so bad here». Diese Antwort
verwunderte mich, da in Marokko doch eine Gefängnisstrafe auf homo-
sexuelle Handlungen verhängt werden kann. Ihm wurde das Gespräch
jedenfalls zu ernst und schon war ich mit einem Klick weg ge-chatrou-
lette-et. Dabei ren mir noch einige Fragen in den Sinn gekommen,
die ich ihm hätte stellen wollen. Homosexualität in muslimischen Län-
dern schien mir immer als etwas Abstraktes, Unreales. Etwas, das unter
strengster Geheimhaltung und nur zu einem gewissen Grad ausgelebt
werden darf. Der marokkanische Mister Gaga sieht dies wohl anders.
Denn in dem kleinen Chatfenster sass mir die personizierte «Pride»
gegenüber.
Nichts ist einheitlich im Reich der Mondsichel
Islamisch geprägter Staat scheint nicht gleich islamisch geprägter Staat
zu sein. Zumindest nicht, was die Toleranz gegenüber gleichgeschlecht-
licher Liebe betrifft. Auch wenn in keinem etwas Vergleichbares zur
eingetragenen Partnerschaft existiert, sind in elf Ländern, darunter die
rkei, Albanien und Tadschikistan, homosexuelle Handlungen nicht
illegal. Traurige Wahrheit ist jedoch, dass in den meisten, es sind deren
24, ebendiese Handlungen mit unterschiedlich hohen Freiheitsstrafen
geahndet werden. Darunter Pakistan, Libyen und Marokko. Unser Lady-
boy Gaga sollte die Türe also besser doppelt verschliessen, bevor er sich
in diese Aufmachung stürzt. Er kann jedoch froh sein, lebt er nicht in
ei nem der sieben L änder, i n denen er aufg rund seiner Neig ung mit der To -
desstrafe rechnen müsste. Darunter Saudi-Arabien, Nigeria und der Iran.
So ist es auch schwierig Schwulenorganisationen zu nden, die sich in
muslimischen Staaten für LGTB-Rechte einsetzen – In manchen Staaten
re dies schlichtweg illegal. Im Westen, also in Mitteleuropa und Nor-
damerika, gibt es sie jedoch.
Ali Adnan ist der Gründer der Britischen Sektion der muslimischen
Schwulenrechtsorganisation «Al Fatih, die ihren Ursprung Anfang
der Jahrtausendwende in den USA hat. Der in Pakistan geborene und
aufgewachsene Ad na n k a m der Ausbildung wegen nach Grossbritan nien.
Im Interview mit der Britischen Tageszeitung «The Guardian» spricht
er offen über den Konikt zwischen Religion und Sexualität: «Zuerst
dachte ich, dass ich nicht schwul sein kann, da ich Moslem bin. Mit der
Zeit wusste ich dann aber, dass ich schwul bin, also konnte ich kein Mos-
lem sein.» Das Studium in England habe ihn sehr weit gebracht, was die
Selbstakzeptanz angehe. Bevor er Pakistan verliess, vertraute er sich
seinen Eltern an. «Sie hatten Angst vor den Reaktionen der Nachbarn.
Als ich sagte, dass ich mich nicht verstecken werde, da wurde es erst zu
einem religiösen Problem», so Adnan. «Al-Fatiha» vereint schwule und
lesbische Moslems aus der ganzen Welt. Ein- bis zweimal im Jahr treffen
sich die Mitglieder, aus Angst vor Anschlägen, an einem geheimen Ort.
Ad na n w urde ku rz nach der Gründu ng der Organisation m it einer Fat wa
be leg t. Ausgega ngen war diese vom Oberhaupt der f unda mental ist isc hen
Al-Muhajirou-Gruppe. Scheich Omar Bakri Mohammed titulierte die
«Al-Fatiha»- Mitglieder als Abtrünnige. Der Schwulenaktivist sieht dem
jedoch gelassen entgegen: «Nur weil Ayatolla Khomeidi Salaman Rushdie
mit einer Fatwa belegte, die seinen Tod verlangte, heisst das noch lange
nicht, dass bei allen Fatwas Blut iesst». Weiter sagt er, dass es sich auch
nur um die Fatwa eines Gelehrten handle, der nicht repräsentativ für
den gesamten Islam sei.
Die Blackparty hat mehr Anhänger als
«Al-Fatiha»
Die Mitgliederzahlen von «Al-Fatiha» sind überraschend klein. Mit der
wissenschaftlichen Annahme im Hinterkopf, dass rund 10 % der Men-
schen homosexuell sind, sollte es aufgrund der anderthalb Milliarden
Moslems rund 150 Millionen schwullesbische geben. «Al-Fatiha» hat je-
doch weltweit nur um die 1000 Mitglieder. Die letzte Blackparty im Volks-
haus hatte mehr Besucher.
Obwohl Schwulsein in manchen Staaten scharf geahndet wird, gibt es
Stimmen, die dieses Problem relativieren. Badruddin Khan, ebenfalls
gebürt iger Pak ist a ni, sieht keinen g rossen Auf holbeda rf, was die Schw u-
lenrechte angeht. Der inzwischen in Nordamerika lebende Autor von
«Sex, Longing and Not Belonging: A Gay Muslim’s Quest for Understan-
ding» denkt, dass Homosexualität im Islam kein Problem ist. «Eine der
Pichten eines Moslems ist das Gründen und Ernähren einer Familie,
wenn man dies erreicht, hat man die Möglichkeit ein ‚Privatlebenzu
führen, das von der Norm abweicht», sagt Khan. Dass für homosexuelle
Handlungen mancherorts noch immer die Todesstrafe gilt, sieht er als
Denitionsproblem. «Sex zwischen Männern ist in der muslimischen
Gesellschaft eigentlich kein Thema, obwohl viele Leute ‚schwulen Sex
haben einfach ohne den Stempel der Homosexualität», sagt er. Dass
dies ausschliesslich mit Lustbefriedung, jedoch überhaupt nichts mit
gleichgeschlechtlicher Liebe zu tun hat, sei ihm auch klar. Daher sind
seine Prognosen für Schwule in islamischen Ländern auch düster. «Ich
denke nicht, dass muslimische Communities jemals Schwulenbewe-
gungen unterstützen werden, denn deren Berfnisse sind das genaue
Gegenteil derer von Familien. Diese sind und bleiben nun mal der Grund-
pfeiler des Islam.»
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9
CRUISER Edition Sommer 2010
Gesellschaft
«Ich bin sehr glücklich, so wie es jetzt ist»
Hier im deutschsprachigen Raum, wo sich die kulturellen Differenzen
zwischen eingewanderten Moslems und der christlich geprägten Ge-
sellschaft im Verbieten von Minaretten niederschlagen, sind Schwule
kein grosses Thema. Es existiert beispielsweise kein deutsch/schweize-
risches Pendant zu «Al-Fatiha». Das heisst nicht, dass schwule Muslime
in europäischen ndern keine Akzeptanzprobleme haben diese ge-
hen jedoch hauptsächlich von (Heimat)Landsleuten aus. So belegte eine
Studie der Christian-Albrechts-Universität in Kiel aus dem Jahr 2007, bei
der 1000 Leute befragt wurden, dass unter männlichen muslimischen
Jugendlichen ein sehr viel stärkerer Schwulenhass besteht als beim
Durchschnitt. Diese Ergebnisse werden darauf zurückgeführt, dass das
nnerbild im Islam einen hohen Stellenwert hat. Die patriarchalischen
Verhaltensweisen – von Ehre, Respekt und Männlichkeit geprägt – wer-
den von Schwulen meist nicht befolgt, daher stossen sie auf Ablehnung.
Jedoch gehen die Errungenschaften der westlichen Gay-Community
nicht spurlos an den Immigranten vorbei. Indikatoren dafür, dass sich
die Beziehung zwischen muslimisch- deutschen Eltern und ihren schwul-
lesbischen Kindern langsam aber sicher verbessert, zeigen die Aussa-
gen, die Hilal Sezgin, Psident des Muslimischen Zentralrates in einer
Radio sendung des SWR gemacht hat: «Unsere Gesellschaften haben sich
gewandelt, Familien sind anders strukturiert (...) Heutige Paare stehen
nicht mehr vor der Aufgabe, möglichst viele eigene Kinder aufzuziehen,
um die Gemeinschaft und das eigene Alter zu sicher, sagt er. Sezgin
geht noch einen Schritt weiter: «Die Menschen bewältigen den Alltag
lieber zu zweit als alleine – und wieso soll dies nicht mit einem Partner
gleichen Geschlechts möglich sein? Ich kann mir nur schlecht vorstellen,
dass Gott etwas dagegen hätte, wenn sich zwei Menschen lieben. Egal, wie
ihre Körper aussehen.»
Auch hier in der Schweiz werden die verhärteten Fronten weicher. Umut
ist mittelgross, 18 Jahre alt und Türke. Er wurde hier in der Schweiz gebo-
ren und spricht perfektes Berndeutsch. Seine Eltern, beide unter vierzig,
sind praktizierende Muslime. Die Mutter ist überzeugte Kopftuchträge-
rin, sein Vater besucht die Moschee täglich. «Ich glaube auch an Allah,
aber die Hetze auf die Homosexuellen, die meiner Meinung nach völlig
haltlos ist, weil nicht im Koran verankert, hat mich dazu gebracht, den
muslimischen Glauben auf meine Weise zu leben», sagt der KV-Lehrling.
Umuts Verwandte in der rkei wissen nicht, dass er schwul ist, einzig sei-
ne Eltern sind eingeweiht und dies auch nur aufgrund einer Unachtsam-
keit. «Im ersten Jahr meiner Lehre vergass ich mein Mobiltelefon auf dem
Küchentisch. Meine Mutter las eine SMS von meinem damaligen Freund.
Da wussten meine Eltern, was Sache ist.» Nach einer tränenreichen Aus-
sprache waren die Eltern fest entschlossen, Umut von seiner Homosexua-
lität zu heilen. Sie schickten ihn zu einem Psychologen, der die Situation
schnell erkannte und die Eltern ebenfalls zu Therapiestunden einlud.
«Mit der Zeit bemerkte ich eine Veränderung bei meinen Eltern. Zum Bei-
spiel kam meine Mutter nach zwei Monaten Therapie zu mir und fragte,
wie nner denn Sex hätten. Da wir schon immer ein enges, offenes Ver-
ltnis hatten, erklärte ich es ihr», sagt er schmunzelnd. Sie habe es zwar
eigenartig gefunden, aber das Verhältnis habe sich so weit normalisiert
und entspa nnt, dass er vor ei nigen Woc hen sogar sei nen Freund mit nac h
Hause nehmen durfte. «Ich bin sehr gcklich, so wie es jetzt ist», sagt er.
Pyramidenbesichtigungen und Schnorchelur-
laube zählen nicht
Wir haben Vorurteile gegenüber Kulturen und Lebensweisen, die wir
nicht kennen. Das ist menschlich. Durch all die Bilder und Geschichten
über Schwule in Islamischen Ländern, die uns die Medien übermitteln,
sind wir darauf konditioniert, hellhörig zu werden. Wir glauben zu wis-
sen, ohne jemals einen Fuss auf islamischen Boden gesetzt zu haben, dass
es gefährlich werden kann, wenn diese Religion auf unsere sexuelle Ori-
entierung trifft. Dass die rechtlichen Standards andere sind, das ist klar.
Die Todesstrafe braucht hierzulande niemand mehr zu fürchten. Aber
lässt sich in islamischen Gebieten wirklich kein angenehmes schwules
Leben, ein anderes als wir hier gewohnt sind, führen? Ob dem so ist, kann
man erst beurteilen, wenn man einmal ein schwuler Mann in einem
solchen Land war. Schnorchelurlaube und Pyramidenbesichtigungen
werden nicht mitgezählt. Selbst wenn man homosexuell und Moslem ist,
driften die Standpunkte auseinander. Der kahn’sche Pessimismus steht
der Zigarettenbrille von Mister Gaga gegenüber. Wie die islamische Ge-
sellschaft auf Dauer mit dem Thema Homosexualität umgeht und welche
Ausstrahlung dies auf den Westen haben wird, steht in den Sternen, oder
genauer in der Mondsichel.
Umuts Religion und sexuelle Orientierung leben in Einklang
10
Prominent CRUISER Edition Sommer 2010
Jabulani
Die Promis machen Ferien, und so werden
People-Seiten bald wieder gefüllt sein mit Ur-
laubsgrüssen der Sorte «Michelle Hunziker im
Bikini» (trägt die Frau je was anderes?) oder
«Jude Law, seine Sandburg und sein Kindermäd-
chen». Einen krassen Gegentrend zur schlanken
Strandgur setzt nun der Promi, auf den zurzeit
die ganze Welt blickt. Er ist kugelrund, ja, be-
sitzt angeblich gar eine «noch nie dagewesene
Rundheit». Etwas atterhaft sei er, hiess es, wie
Promis halt so sind, doch er deliert nicht über
den roten Teppich, er rollt über den grünen
Rasen: der Jabulani, ofzieller WM-Ball 2010.
Während sich die Gay-Gemeinde zunehmend
für die Spiele (und die Spieler) errmt, kommt
von Fussball-Funktionären vor allem eines zu-
rück: Berührungsangst. Argentiniens Trainer
Maradona betonte an einer Pressekonferenz
nachdrücklich, er sei nicht schwul, obwohl er
hin und wieder Männer umarme. Fast so über-
raschend wie das Ricky-Martin-Coming out.
Sein Statement kommt allerdings nicht von
ungefähr, denn «Ist er schwul?»-Stories sind be-
liebte Sommerlochfüller, wie Daniel Craig (an-
geblicher Zungenkuss mit einem Mann), Fran
«die Nanny» Dreschers Ex-Mann und, nkt-
lich zum ersten Todestag, mal wieder Michael
Jackson beweisen. Unverkrampfter geht Unter-
wäschemodel und Schwulenliebling Ronaldo
damit um. Mehrfach sagte er in Interviews, er
begrüsse die Öffnung der Ehe in Portugal für
gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Falls da
irgendjemand im Reich des Jabulanis anderer
Meinung sein könnte: Eine Vuvuzela übertönt
alles. (rg)
Ch i m b a l a nga /
Monjeza
«Von der Hochzeitsfeier direkt in den Knast», di-
ese Schlagzeile ging vor wenigen Monaten um
die Welt. Das erste schwule Paar, das im afrika-
nischen Kleinstaat Malawi symbolisch geheira-
tet hatte, wurde direkt nach der Zeremonie ver-
haftet und zur Höchststrafe verurteilt, 14 Jahre
Zwangsarbeit. Menschenrechtsorganisationen
protestierten, Madonna und weitere Showbiz-
Grössen sammelten Unterschriften, UNO-Kom-
missarin Navi Pillay bezeichnete das Urteil als
schockierend und inakzeptabel. Als Folge des
massiven internationalen Drucks begnadigte
das Staatsoberhaupt letztlich die beiden. Ein
Happy End mit bitterem Nachgeschmack, denn
Steven Monjeza verliess seinen Partner Tiwonge
Chimbalanga nach der Freilassung. r eine
Frau. Mit Homosexualität wolle er nach den
Erfahrungen der vergangenen Monate nichts
mehr z u t un haben, er habe es sat t, ständ ig beo -
bachtet, verspottet und ausgepffen zu werden.
Die vermeintlich frohe Botschaft der Begna-
digung hat mit Freiheit der Gefühle offenbar
wenig zu tun. Immerhin scheint der Fall durch
das grosse Medieninteresse politisch einiges in
Bewegung gesetzt zu haben. Dass Uganda nach
wie vor mit der Todesstrafe für Homosexuali-
tät liebäugelt und Simbabwe das Gay-Verbot
in der Verfassung verankern will, stösst ver-
mehrt auf heftigen Widerstand. Aufgrund des
bewegenden Malawi-Schicksals will sich Hilla-
ry Clinton weltweit gegen Diskriminierung ein-
setzen. Ein Anliegen, das sie hoffentlich auch an
die Innenpolitik weiterleitet. (rg)
Lys Assia
Nach ihrem Sieg in Oslo grassiert das Lena-Fie-
ber in ganz Europa, befällt international die
Ohren, die Charts und die Feuilletons. Wie süss,
w ie aut he nt is ch , w ie lovely! Wä hr end d ie F ieber -
kurve nun allmählich sinkt und die grosse Be-
geisterung zum gut gemeinten Hüsteln abaut,
ist Mentor und Entdecker Stefan Raab nach wie
vor überzeugt, dass Lena den Titel 2011 verteidi-
gen soll. Was ganz Neues, oder doch nicht? 1956
gewann eine gewisse Rosa Mina Screr, besser
bekannt als Lys Assia, den allerersten Concours,
versuchte den Triumph im darauffolgenden
Jahr erfolglos zu wiederholen und trat 1958
mit «Giorgio» zum dritten Mal in Folge an. In
jüngster Zeit war sich die Grande Dame für kei-
ne Schlagzeile zu schade, vom Tod ihres Dackels
Lucky bis zum Unfall in der Waschküche. Ganz
unbescheiden kündigte sie nun ihr Comeback
an: «Nur mit mir hat die Schweiz eine Chance,
das Finale zu erreichen.» Man wird das mul-
mige Gefühl nicht los, sie könnte es tatsächlich
ernst meinen. Doch Moment: Ist sie nicht die
einzige Schweizerin, die den ESC je gewonnen
hat, moderierte sie nicht TV-Shows in England,
Venezuela und Portugal und hatte mit «O mein
Papa» einst einen veritablen Welthit? Das Duell
lovely Lena vs. lifted Lys könnte also ganz schön
spannend werden, und das bei einem Altersun-
terschied von stolzen 67 Jahren. (rg)
Kylie Minogue
Manche Dinge können nur an zwei Orten ge-
schehen, in wilden Träumen oder in Videoclips
von Kylie Minogue.Es beginnt mit einer ausge-
schütteten Milchasche, nimmt mit dem abge-
streiften T-Shirt des Schönlings seinen Lauf und
entwickelt sich zu einer Art Knutsch-Flashmob
in weisser Unterwäsche. Der visuell und aku-
stisch gleichermassen hitverdächtige erotische
Electro-Kracher «All the Lovergipfelt in ei-
ner spitzen Menschenpyramide, zuoberst kelt
sich die Frau, die ihren Status denitiv von Pop-
Prinzessin in Disco-Königin ändern darf: Kylie.
Ihr neues Dance-Album hat sie der Liebesgöttin
Aphrodite gewidmet, ihr Name Kylie bedeutet
in der Sprache der Aborigines Bumerang, und
tatsächlich kommt sie immer wieder zurück in
die Herzen der Fans und auf die Topplätze der
Cha rt s. A m M isc hpult u nverkennbar St ua rt Pr i-
ce, auf dem Regiestuhl Joseph Kahn, der schon
Britneys «Womanizer» und Eminems «We Made
You» in Szene setzte. Eminem übrigens gibt sich
neuerdings leicht überraschend als Schwulen-
freund, sein Slang sei lediglich missverstanden
worden, die Beleidigung Faggot (Schwuchtel)
habe mit Homosexualität überhaupt nichts zu
tun. Doch zurück zu Kylie. Nach einer Gala in
New York, an der sie in einem atemberaubenden
Gaultier-Lederdress inklusive Handschellen
auftrat, stattete sie für eine kleine Promoshow
der Gay-Bar Splash einen Besuch ab. Manch ei-
ner wird da gedacht haben: «Bin ich in einem
Traum oder in einem Videoclip?» (rg)
11
CRUISER Edition Sommer 2010 Prominent
Judith Butler
Ob im Juni der Sommer kommt, hat sich als un-
sic he r e r wiese n. E ines kom mt je do ch m it Sic her -
heit: die Saison der Gay-Paraden rund um den
Globus, vom illegalen Marsch in Peking über
den 3-Millionen-Event in São Paulo bis nach Zü-
rich, wo die Veranstaltung erstmals nicht mehr
CSD hiess, sondern etwas weniger politisch und
historisch schlicht Pride. Am CSD in Berlin kam
es zu einem Eklat, und nein, damit meinen wir
nicht die absurde Meldung, Big-Brother-Kan-
didat Fassanelli sei festgenommen worden,
nachdem er im Vollrausch mehrere Menschen
gebissen hat. Judith Butler, die renommierte
Geschlechterforscherin aus Berkeley und Mit-
begründerin der Queer-Theorie, sollte den Zivil-
courage-Preis in Empfang nehmen. Sollte, denn
sie lehnte ihn ab. Der Anlass sei ihr zu kommer-
ziell und zu unkritisch. Lobenswert, dass sich
die Wegbereiterin nicht auf ihren Lorbeeren
ausruht, ihr Augenmerk weiterhin auf diskri-
minierte Minderheiten wie etwa homosexuelle
Migranten richtet. Trotzdem irgendwie scha-
de, dass sie die Anerkennung für ihre Leistung
nicht zulässt und mit angezogener Spassbremse
weiterfährt. «Es ist eine Form von Freiheit, auf
der Strasse sich selbst sein zu dürfe, sagte sie
in ihrer brillanten Rede. Solange es eine Gender-
Polizei gebe, mache sich ein Staat kriminell.
Konnten nicht gerade am Berliner CSD Tausen-
de so auf die Strasse treten, wie sie eben sind,
nicht zuletzt dank intellektuellen Vordenke-
rinnen wie Judith Butler? Alles eine Frage der
Perspektive. Dass Butler dahin schaut, wo noch
Handlungsbedarf besteht, darf ihr bestimmt
keiner verübeln, und damit ist ihre Verweige-
rung paradoxerweise als einer der Gründe zu
sehen, warum sie den Preis mehr als verdient
hat. (rg)
Scissor Sisters
2006 landete eine schrille New Yorker Band mit
«I don’t feel like dancing» einen gigantischen
Hit, das dazugehörige Album der Scissor Si-
sters ging über zwei Millionen Mal über den
Ladentisch. Mit ihrer bunten und tanzbaren
Mischung aus Disco, Rock und Exzentrik eta-
blierten sie sich allhlich als neue Ikonen
der Gay-Community. Nun ist ihr neues Werk
am Start, «Night Work», die Quintessenz ihres
Schaffens, wie sie selbst sagen. Sowohl die Hym-
ne «Fire with Fire» als auch das knackige Platten-
cover versprechen Grosses. Sänger Jake Shears
war lange Zeit nicht zufrieden mit dem neuen
Songmaterial, doch auf einer Sexparty in Berlin
hatte er angeblich plötzlich eine inspirierende
Eingebung. Das neue Album sollte klingen, als
ren die hedonistischen 80er nie zu Ende ge-
gangen. Eine Anekdote, die nur auf den ersten
Blick überrascht, schliesslich haben wir es mit
einer Band zu tun, deren Namen sich von einer
Sexstellung herleitet. «Ich habe das Gefühl, dass
es jetzt richtig losgehen kann», so Bassist Scott
Hoffman zum neuen Wurf mit Hitpotenzial.
Also Vorsicht: Die Scissor Sisters auf dem Plat-
tenteller sind ein ziemlich scharfes Gericht und
werden diesen Sommer bestimmt für manch
heisse Partynacht sorgen… (rg)
Ronald
McDonald
Wie echt das Lachen eines Clowns ist, weiss man
nie genau. Ronald, das bekannte Maskottchen
des Burger-Riesen, zwinkert in Frankreich den
Schwulen zu. In einem Werbespot mit dem Slo-
gan «Venez comme vous êtes» (kommt wie ihr
seid) wird eine rührende Gay-Lovestory erzählt.
Auf grosses Lob folgte grössere Empörung: Kon-
servative Familienorganisationen in den USA
liefen Sturm, ein TV-Moderator stellte sogar die
Frage, ob es auch einen «Come as you ar-Spot
für Al Kaida-Terroristen gebe. Sofort krebste die
McDonalds-Gescftsleitung zurück und liess
verlauten, so was werde in den USA selbstver-
ständlich nie zu sehen sein. Vorsicht also bei
Flirtversuchen von Werbeclowns! Überhaupt
scheinen sich prominente globale Unternehmen
mit ihrer Gay-Policy derzeit ziemlich schwer zu
tun. Dass man neben Clowns auch polierten Äp-
feln nicht blind trauen sollte, auch das wissen
wir noch aus der rchenstunde. Apple sorgte
für Kopfschütteln, als eine Homo-Kuss-Szene in
einem Oscar-Wilde-Comic für den iPad zensu-
riert wurde, während vergleichbare Heterosze-
nen frei zugänglich sind. McDonalds hat seinen
Mitarbeitern inzwischen geraten, sich in der
Gay-Frage «neutral» zu verhalten. Was das genau
heissen mag, versteht nicht mal ein Schweizer,
sondern wohl nur ein Clown. (rg)
rchenhochzeit
Wir kommen zur Königsdisziplin: Hochzeit
des Jahres. Als Favoritenpaar gehen Schwedens
K ronpri nzessin Victoria u nd ih r Dan iel ins Ren -
nen. Sie einst unglücklich und magersüchtig,
er ohne Uni- und Adelstitel, gemeinsam haben
sie alle Hindernisse überwunden und sich nun
überglücklich das Ja-Wort gegeben. Die Heraus-
forderer heiraten auf der Leinwand, denn vor-
erst ist offenbar nur da die Prinz-trifft-Prinz-
Version vorstellbar. Stanford und Anthony, die
schwulen Freunde der «Sex and the City»-Ladies,
eröffnen mit ihrer Traumhochzeit die lang er-
wartete Fortsetzung der Serie im Kino. Schwäne
und Swarovski, Glitzer und Glamour, und als
Samantha grinsend fragt, ob es noch schwuler
werden kann, tritt Liza Minnelli auf, um die
Trauung zu vollziehen. Alice Schwarzer hatte
«Sex and the Citeinst als sexistische schwu-
le Männerfantasie kritisiert, ein Journalist der
deutschen Zeitung «die Welt» will nun heraus-
gefunden haben, dass die Rolle der Samantha
eigentlich eine heterosexuell besetzte Schwu-
lenrolle ist. Aha, selbsndige Frauen, die Spass
an Sex haben, sind eigentlich schwule n-
ner. Über 200 000 mehrheitlich weibliche Besu-
cher hatten hierzulande bisher dennoch ihren
Kinospass. In Schweden jubelten 300 000 dem
glücklichen Royal-Paar zu, womit der erste Platz
in der Disziplin rchenhochzeit 2010 denitiv
an Victoria und Daniel geht. Übrigens: Wenige
Tage danach gaben rst Albert von Monaco
und seine bezaubernde Charlene ihre Verlo-
bung bekannt, und bei so viel Erfolg wird «Sex
and the City wohl auch nicht das letzte Aben-
teuer von Carrie und Co. gewesen sein. Auf in
die nächste Runde! (rg)
12
Politik CRUISER Edition Sommer 2010
Zurich Pride Festial
Nicht alles optimal gelaufen
dennoch eine gelungene
Pride
Ein paar angekündigte High
Lights hat man vermisst. Die
Parade-Route ums Seebecken
war sicher nicht optimal.
Aber insgesamt war das Zu-
rich Pride Festival 2010 über-
zeugend – wie auch die Rede
von Regierungsrat Markus
Notter.
Mit den Worten «ein absoluter Traum mit gros-
ser Präsenz wirk ung» w urde im Vor feld die neue
Route ums Seebecken für die Parade gepriesen.
Nach der «einspurig» abgehaltenen Parade, ge-
stand «Zurich Pride Festival» auf der Website:
«Aufgrund der momentanen Baustellensituati-
on in der Stadt Zürich war es unmöglich, mit
dem Umzug durch die Bahnhofstrasse oder das
Limmatquai zu ziehen. Der Verein Zurich Pride
Festival war sich bewusst, dass diese Strecke
vor allem in Bezug auf die Präsenz der Teilneh-
menden, nicht die Optimale war. Jedoch ist ein
Umzug ums Seebecken besser als gar keine Pa-
rade.» Unser Kolumnist hat da seine eigene Mei-
nung.
Andere Beobachter bemängelten das Nichter-
scheinen von «Pam An, angekündigt als DIE
australische Comedy-Stewardess. Schliesslich
wartete man vergeblich auf die Wahl «Mister
Gay International». Oder hat man da was ver-
passt?
Nicht verpassen dürfen hätte man die Rede von
Regierungsrat Markus Notter, der, wäre er Bi-
schof, die Zuhörer verabschiedet hätte mit den
Worten: «Gott sctze alle Lesben, Schwulen und
Bisexuelle!» Hier die Rede.
«Wir stehen heute hier und freuen uns aufs Bier
oder aufs Cüpli oder die Frühlingsrolle, die es
da vorne irgendwo gibt. Ihr habt den Partypass
gekauft und schaut euch schon mal um, ob’s
irgendwo was Hübsches zu erobern gibt. Da-
gegen hat ja niemand etwas. Es gibt hier keine
Hooligans. Und wenn jemand betrunken ist,
dann schlägt er nicht wild um sich, sondern
wird höchstens etwas anhänglich, im schlimm-
sten Fall aufdringlich. Auch die ehemalige Zür-
cher Polizeivorsteherin soll letztes Jahr über
die EuroPride gesagt haben, das sei eines der
schönsten Feste, das sie in Zürich je erlebt habe.
Voilà, ihr überzeugt sogar diejenigen Leute, die
nicht unbedingt zum innersten Kreis der Com-
munity gehören. Aber kein Wunder, schliess-
lich ist das hier eine friedlichere Demo als alle
Friedensdemos, die es seit den 60er Jahren gab.
In der Tat seit Stonewall vor 41 Jahren ist wahr-
scheinlich kein einziger Stein mehr aus einer
Schwulen- und Lesbendemo heraus geworfen
worden. Dafür werden immer wieder Steine
hinein geworfen.
Vor zwei Wochen fand in der Slowakei die erste
Gay Pride Parade statt. So friedlich wie hier war
sie nicht. Skinheads und Annger einer natio-
nalistischen Partei haben die Parade gesprengt.
Im Vorfeld haben Gruppierungen dazu aufge-
rufen, die Parade zu verhindern. Sie haben Vor-
urteile und Hass geschürt. Darunter auch die
katholische Kirche. Letztes Jahr hat die römisch-
katholische Körperschaft des Kantons Zürich
den schwullesbischen ökumenischen Gottes-
dienst im Rahmen der EuroPride nanziell un-
terstützt. Hier iesst Geld. In der Slowakei ies-
sen Hasstiraden. Das ist doch etwas erstaunlich.
Vor allem, wenn man drei Dinge bedenkt.
Erstens: Man dürfte doch hoffen, dass die Kir-
che gewisse Lehren zieht und endlich aufhört,
auf Minderheiten rumzuhacken. Es gibt einige
Anzeichen dafür, dass in keinem Unternehmen
der Anteil von schwulen nnern so hoch ist,
wie bei der Mutter Kirche. Selbst Network muss
da ein bisschen neidisch werden. Beim Lesben-
Anteil sieht’s natürlich wieder anders aus.
Zweitens: Dass eine Partei, eine Gruppe, eine
Sekte gegen Schwule und Lesben aufruft, daran
haben wir uns einigermassen gewöhnt. Aber
eine weltweit tätige Grosskirche, die eine zen-
trale Leitung hat wie keine andere Organisa-
tion? Wenn der Vatikan schon auf der ganzen
Welt den Tarif durchgibt, dann re es viel-
leicht an der Zeit, dass er endlich ein Machtwort
gegen die Ausgrenzung spricht.
Und drittens: re es nach 2000 Jahren reli-
giöser Auseinandersetzung nicht selten ver-
bunden mit Gewalt und Blutvergiessen nicht
langsam an der Zeit, dass die Kirche das um-
setzt, was sie predigt: mlich den Frieden?
re es nicht schön, wenn nächstes Jahr ein Bi-
schof an dieser Stelle stehen würde und den Mut
hätte, am Zürich Pride Festival zu sprechen? Ich
weiss, dass in der Vergangenheit schon Bischöfe
dafür angefragt worden sind. Sie haben abge-
lehnt. Und zwar nicht, weil sie das total dane-
ben fanden. Sondern weil sie den Konikt nicht
lostreten wollten.
Doch zurück zum Hier auf dem Turbinenplatz.
Der hat ja mittlerweile auch schon Tradition.
Am Anfang hat man noch die Nase gerümpft,
als man hier raus verbannt worden ist. Aber
mittlerweile ist Zürich West so trendy, dass man
Schwule, Lesben und Bisexuelle gar nicht mehr
wegdenken könnte. Ich will, dass wir hier ein
wunderbares Fest geniessen können. Nicht zu-
letzt, weil ich selber auch ein wunderbares Fest
will. Aber vorher wird’s noch kurz etwas ernst.
Da drüben stehen zumindest hoff ich es, man
weiss ja nie – da stehen keine mit Kppeln be-
waffnete Neonazis wie in der Slowakei. Dort
hinten sind keine Polizisten, die darauf war-
ten, uns alle festzunehmen, wie in Uganda. (Bei
uns laufen die Polizisten mit und heissen Pink
Cops.)
Hier hinten wartet nicht die Religionspolizei
und sieht euch schon am Galgen baumeln,
wie im Iran. Aber Himmel Herrgott, wenn wir
Schweizerinnen und Schweizer in den letzten
Jahren etwas gelernt haben, dann das: Wir sind
13
CRUISER Edition Sommer 2010 Politik
ein kleines Land, ein schönes und nettes Land.
Aber die Welt, die ndet da draussen statt. Und
da draussen ist kein Paradies für nner, die
nner und Frauen, die Frauen lieben. Die Glo-
balisierung betrifft eben nicht nur Bananen
und Mobiltelefone, es gibt auch eine Globalisie-
rung der Gedanken, der Ideen. Und die Mehr-
heit der Leute auf dieser Welt steht heute nicht
hier und ndet das gut, was wir machen. Die
Welt ist eben nicht nur Westeuropa
Mit der Toleranz ist es wie mit dem Geld. Man
muss viel arbeiten, damit man ein Vermögen
hat (meistens jedenfalls). Und man muss weiter
arbeiten, damit es nicht wie bei gewissen Ban-
ken – plötzlich weg ist. Ja, wir haben eine weit
gehende rechtliche Gleichstellung erreicht, so
lange ist das noch nicht her. Ich stand damals
auch auf so einem Podest und habe geredet und
gehofft, dass es am nächsten Tag mit der Ab-
stimmung klappt.
Die meisten, die hier sind, werden heutzutage
wohl seltener angestarrt, angepaumt, oder gar
angespuckt wie noch vor 10 Jahren. Aber lasst
euch gesagt sein: Die Stimmung kann wieder
kippen. Wir verbieten Minarette, wir chten
Burkas verbannen. Burkas: Das wäre, wie wenn
man in der Schweiz die Robbenjagd verbieten
würde, schrieb die NZZ. Die Diskussionen zeu-
gen von einer Haltung: Es ist okay, Minderheiten
etwas zu verbieten, ganz einfach, weil es einen
ein bisschen stört. So war das fher mit den
Schwulen. Sie haben ein bisschen gestört und
deshalb hat man siellig ausgegrenzt oder gar
eingesperrt.
Was macht denn Minderheiten dafür so unglaub-
lich attraktiv? Ich glaube, sie helfen dabei, Pro-
bleme zu lösen. Weil in einer Mehrheit, wenn sie
auf eine Minderheit losgeht, für kurze Zeit so et-
was wie Gemeinschaftssinn entsteht. Man kann
gemeinsam gegen andere sein. Das wirkt iden-
titätsstiftend. Eigentlich ist es auch völlig egal,
wer d iese Mi nderhe it ist. Es gibt genüge nd davon.
Irgendeine passt doch immer zum Problem. Vor
allem, wenn Minderheiten zu laut, zu wichtig, zu
einussreich oder einfach zu sichtbar werden,
dann macht man sie gern zum Ziel. Das ist bru-
tal, das ist absurd, aber es i st . Und es ist vor a llem
gefährlich. Weil jede Mehrheit nur ein Konglo-
merat aus Minderheiten ist. Am Ende kann es
jeden treffen. Niemand ist in der Mehrheit.
Also denkt daran, wer ihr seid und woher ihr
kommt, wenn ihr nächstes Mal die Wahlzet-
tel ausfüllt. Toleranz ist eine Errungenschaft
von Jahrzehnten. Aber Ausgrenzung kann über
Nacht passieren. Wir alle stehen mit in der Ver-
ant wor tu ng dass diese G esellscha ft eine plura li-
st ische bleibt . Dass der Regenbogen n ic ht zu grau
in grau wird. Dass wir eine Gesellschaft weiterle-
be n könne n, wo ma n sei n k an n, wer ma n w ill, a n
einen Gott glauben oder auch nicht und wo mir
der St aat n ic ht vorschreibt, we lche n Haar sc hn itt
oder welche Unterhose ich zu tragen habe. Und
denkt daran: Den Schwulen im Iran helft ihr
auch nicht, wenn ihr hier Minarette verbietet.
Vor einigen Tagen konnte man lesen und hören,
dass ich mein Amt als Regierungsrat abgeben
werde. Das ist also nicht bloss ein Gerücht, das
stimmt tatsächlich.
In den vergangenen vierzehn Jahren habe ich
mich nicht nur aber auch für die Gleichstel-
lung von Schwulen, Lesben und Bisexuellen
eingesetzt. Ob es nun um ein Zürcher Partner-
schaftsgesetz ging, (das wir mittlerweile wieder
abschaffen mussten, weil wir Gott sei Dank auf
Bundesebene eins haben). Oder ob’s bloss um so
kleine Fragen ging, wie ob die Network-GV im
Rathaus stattnden darf oder nicht – sie durf-
te übrigens ich habe mich immer gern mit
diesen, unseren Anliegen befasst und habe ver-
sucht, meinen Teil zur rechtlichen und gesell-
schaftlichen Gleichstellung beizutragen.
Wir sind in den letzten Jahrzehnten einen wei-
ten Weg gegangen. Noch sind wir nicht am Ziel.
Bitte, hebed Sorg zu dem, was Generationen von
Schwulen, Lesben und Bisexuellen erkämpft ha-
ben. Und an die jüngeren unter euch: Nehmt die
heutige Freiheit nicht einfach als gegeben hin.
Sonde rn sc hüt zt sie. Und noch w ic ht iger, t rag t sie
in die Welt hinaus. Denn die Welt, die hat noch
lange nicht so viel Freiheit, wie sie braucht.
Ich danke euch, dass ihr heute hier seid. Ich dan-
ke euch, dass ihr mir zugehört habt. Wenn ich
Bischof re, würde ich ergänzen:
Gott sctze alle Lesben, Schwulen und Bise-
xuelle!
Ich bin aber nur Regierungsrat und zähle des-
halb auf euch als engagierte Bürgerinnen und
Bürger. Und vor allem bin ich ein lebensfroher
Mensch und wünsche uns allen ein wunder-
bares Fest hier auf dem Turbinenplatz!»
14
Politik CRUISER Edition Sommer 2010
Rückblick:
Anfänge der Ge-
setzgebung
Erste Schweizer Schwulen-

(damals von Bernhard Pulver)
In der Cruiser-Sommerausga-
be 2001 berichtete Bernhard
Pulver, heute Berner Regie-
rungsrat, über das erste Ge-
setz in der Schweiz, das eine
Art Schwulen-Hochzeit er-
möglichte. Hier sein dama-
liger Artikel, Jahre bevor das
Partnerschaftsgesetz gesamt-
schweizerisch in Kraft trat.
«Auch in der Schweiz kommt Bewegung in die
Rechtslage von schwulen und lesbischen Paa-
ren. Nachdem der CRUISER in seinen letzten
Ausgaben über erfreuliche Entwicklungen im
Ausland (Deutschland, Holland, usw.) berich-
ten konnte, macht diesmal der Kanton Genf
von sich reden: Am 8. Mai konnten in Genf die
ersten gleichgeschlechtlichen Paare ihre Part-
nerschaft registrieren lassen. Möglich wurde
dies durch ein kantonales Gesetz, welches ei-
nen «Pacte civil de solidarité» («ziviler Solidari-
tätspakt», Pacs) vorsieht. Der erste «Pacs», wel-
cher unter grosser Medienaufmerksamkeit im
Genfer Rathaus geschlossen wurde, verbindet
Patrick Berger und Yves de Matteis. Yves war
während drei Jahren Westschweizer Sekretär
von Pink Cross und ist einer der Promotoren des
neuen Genfer Gesetzes. Gleich darauf schlossen
Nina und Florence ihrerseits einen «Pacs». Die
Möglichkeit, sich im Rathaus ofziell als Paar
registrieren zu lassen, haben jedoch nicht nur
homosexuelle Paare: auch Heteros steht sie of-
fen. Voraussetzung ist einzig, dass die Partner
nicht miteinander verwandt sind und keine der
beiden Personen bereits verheiratet ist.
Beim Pacs in Genf handelt es sich um eine
Art amtliche Verlobung.
Allerdings hat der Genfer «Pacs» nur sehr be-
schnkte Wirkungen: Das Familienrecht ist
vor wiegend auf Bundesebene gerege lt. Den K an-
tonen bleibt damit relativ wenig Spielraum.
Der «Pacbringt vor allem eine symbolische
Anerkennung. Yves de Matteis: «Im Grunde ge-
nommen handelt es sich um eine amtliche Ver-
lobung. Das Wichtigste am Ganzen ist aber,
dass der Kanton Genf damit ausdrücklich an-
erkennt, dass gleichgeschlechtliche Paare, die
dies wünschen, gleich behandelt werden wie
Ehepaare. Dieses Zeichen sollte in der ganzen
Schweiz gehört werden.» In der Tat: Das Gesetz
lt klipp und klar fest, dass die registrierten
Paare im Verkehr mit der öffentlichen Verwal-
tung Ehepaaren gleichgestellt sind. Dies betrifft
etwa das Recht, nicht in einem Prozess gegen
den Partner aussagen zu müssen oder die Mög-
lichkeit, seine Partnerin in Spitälern besuchen
zu dürfen. Auch im Ausländerrecht dürfte die
Registrierung Einuss auf die Bewilligung des
Aufenthalts des ausländischen Partners haben
ein Rechtsanspruch auf Aufenthalt entsteht je-
doch nicht. Von den Wirkungen ausgenommen
wurden Steuerfragen sowie die Leistungen der
kantonalen Pensionskasse.
Das Genfer Gesetz ist nur ein erster Schritt.
Andere Wirkungen – etwa bei den Bundessteu-
ern, im Erbrecht oder im Sozialversicherungs-
recht entfaltet die Registrierung nicht. Da-
mit bleibt die Rechtslage gleichgeschlechtlicher
Paa re auch in G enf weit von der jenigen in Däne -
mark, Schweden, Norwegen, Island, Holland,
Deutschland oder Frankreich entfernt. Yves:
«Das Genfer Gesetz ist nur ein erster Schritt. Wei-
tere müssen folgen: Ein Partnerschaftsgesetz auf
Bundesebene ist dringend nötig.» Entsprechend
haben sich F lorence, Nina, Pat ric k und Yves auc h
in einem offenen Brief an Bundesrätin Metzler
gewandt und sie dazu aufgefordert, auf natio-
naler Ebene eine Institution zu schaffen, wel-
che gleichgeschlechtlichen Paaren die gleichen
Rechte und Pichten wie verheirateten Paaren
zugesteht. Bundesrätin Metzler will ein ent-
sprechendes Bundesgesetz Ende Jahr in die Ver-
nehmlassung geben. Die Genfer Lösung könnte
den Druck auf ein rasches Vorgehen erhöhen.
«Der G enfer Pacs zeig t, dass auc h i n der Schweiz
et was passier t, auch wenn Ber n no ch n icht ga nz
so weit ist. Die Haltung der Gesellschaft Schwu-
len und Lesben gegeber hat sich veränder
sagt Yves. Inzwischen wurden auch in ande-
ren Kantonen Vorstösse für eine Verbesserung
der Situation lesbischer und schwuler Paare in
kantonalen Fragen überwiesen oder sind noch
hängig (so in Zürich und Bern); das Stadtparla-
ment Ber n hat a m 17. Ma i ei nen g rü nen Vorstoss
überwiesen, mit dem eine ähnliche Lösung wie
in Genf auf Gemeindeebene verlangt wird. Bis
auf Bundesebene ein Gesetz von National- und
Ständerat verabschiedet wird, können jedoch
gut und gern noch ein paar Jahre vergehen. Al-
lenfal ls folg t auc h no ch ei ne Volk sabst immung,
denn die Eidgenössische Demokratische Union
(EDU) hat bereits ein Referendum angekündigt.
In Genf allerdings ist sie damit kläglich ge-
scheitert. Anstatt der nötigen 7000 hat sie nur
4000 Unterschriften zusammengetragen. Die-
se Schlappe lässt auch auf Bundesebene hoffen,
dass der Widerstand gegen ein Partnerschafts-
gesetz von Jahr zu Jahr abnimmt. Wie dem auch
sei: Patrick und Yves, Nina und Florence haben
jetzt allen Grund, ihren «Pacs» zu feiern und
mit ihnen die Schwulen- und Lesbenbewegung!
licitations!»
15
CRUISER Edition Sommer 2010 Politik
Das noch nicht
erfüllte Recht:
Adoption
19 337 Unterschriften für die
Regenbogenfamilien
Vom Verein Familienchancen
Die Petition «Gleiche Chancen
r alle Familien» wurde am
15. Juni 2010 mit 19 337 Unter-
schriften im Bundeshaus ein-
gereicht. Sie fordert, dass ein-
getragene Paare und ihre
Kinder in Sachen Kinds- und
Elternrechten die gleichen
Möglichkeiten erhalten, wie
Ehepaare und ihre Kinder.
Lesben und Schwule können in der Schweiz
adopt ieren. Allerdings nur, wenn sie ledig sind.
Wer in eingetragener Partnerschaft lebt, kann
das nicht mehr. r Kinder kann dies im Ein-
zelfall auch schwere Nachteile bringen. Lesben
und Schwule erleben das Adoptionsverbot als
sinnlose Benachteiligung und Ausdruck reali-
tätsfremder Vorurteile.
Mit der Petition bitten der Verein Familienchan-
cen und 19 337 MitunterzeichnerInnen Parla-
ment und Bundesrat, sich mit den Regenbogen-
familien zu befassen. Ziel ist eine gesetzliche
Regelung welche die rechtliche Benachteili-
gung von Regenbogenfamilien beseitigt Be-
nachteiligungen, die in erster Linie die Kinder
zu tragen haben. Dabei geht es namentlich um
die Stiefkindadoption und um die Adoption von
Kindern, zu denen eine nahe Beziehung besteht.
Das heutige, kategorische Adoptionsverbot für
Personen in eingetragener Partnerschaft verun-
möglicht Adoptionen durch Personen in einge-
tragener Partnerschaft auch dort, wo es für das
Kind die beste Lösung darstellt.
Zum Beispiel: Eine Frau möchte das leibliche
Kind ihrer Partnerin adoptieren, weil der Vater
nicht mehr greifbar ist. Das geht nicht. Stirbt
dann später die Mutter einmal vor ihrer Partne-
rin, ist das Kind erbrechtlich erheblich im Nach-
teil. Von der Stiefmutter hat es nichts zu Gute.
Zum Beispiel: Ein schwuler Mann wurde als
Pate ausgewählt, damit er sich im «schlimmsten
Falum das Kind kümmern könnte. Tritt dieser
schlimmste Fall tatsächlich ein, ist eine Adoption
möglich, aber nur wenn der Pate noch ledig ist.
Die Petition fordert
die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher
Paare mit Ehepaaren in Bezug auf Eltern-
rechte und Adoption;
die rechtliche Gleichstellung von Kindern,
die in eingetragenen Partnerschaften auf-
wachsen, mit Kindern, die in Ehegemein-
schaften aufwachsen;
eine Ausgestaltung des Adoptionsrechtes,
welche auf Interesse und Wohl des Kindes ab-
stellt, und nicht auf den Zivilstand und die
sexuelle Orientierung der adoptionswilligen
Personen und Paare.
Am Anfang steht ein Hetero
Am Anfang der Petition steht eine Facebook-
gruppe beziehungsweise ihr Initiator, der SP-
Jungpolitiker Adrian Mangold. Inhaltlich ist
die Petition mit der Schweizerischen Schwulen-
organisation PINK CROSS und der Lesbenorga-
nisat ion Schweiz LOS abgest i mmt. Sie w ird aus -
serdem auch mitgetragen von der Organisation
der schwulen hrungskräften Network und
der lesbischen Gescftsfrauen Wybernet sowie
der Vereinigung der Freundinnen, Freunde und
Eltern von Lesben und Schwulen FELS.
Die Petition hat zudem auch die ofzielle Unter-
stützung SP-Schweiz und der Juso. Speziell für
das Anliegen setzen sich die Grüne National-
rätin Katharina Prelicz-Huber und der SP-Na-
tionalrat Mario Fehr ein. Im Unterstützungs-
komitee ist die SP mit den NationalrätInnen
Mario Fehr, Margret Kiener-Nellen, Doris
Stump, Silvia Schenker Ständerat Claude Janiak,
sowie der Zürcher Stadtpräsidentin Corine
Mauch vertreten. Auch die Grünen Nationalrä-
tinnen Franziska Teuscher, Anita Lachenmeier-
Thüring, Marlies nziger, Yvonne Gilli sowie
Energie- und Sicherheitsdirektorin Barbara
Schwickert treten mit ihrem Namen für das
Anliegen der Regenbogenfamilien ein.
16
Kolumne CRUISER Edition Sommer 2010
So war die Pride

Die Zürich Pride war schön und ist vorbei. Nicht
alle sind mit allem zufrieden, mitunter auch
die Polizei. Sie übte einmal mehr verhalten
Selbstkritik. Ich habe mir die Mühe gemacht, an
der stattgefunden habenden Medienkonferenz
der Stadtpolizei rich nach der ZH-Pfff-Parade
mitzuschreiben, hier das Original-Transkript
aus der Medienkonferenz:
(Polizeisprecher M. Cortisoni betritt den Raum
und zwinkert einer Praktikantin von Radio Zü-
risee zu, die errötet)
Sehr geehrte Medienschaffende, ich begrüsse
Sie an der heutigen Medienkonferenz der Stadt-
polizei zum Zürich Breit Feschtival.
(vereinzeltes Hüsteln)
Ich komme direkt auf den Punkt: Einmal mehr
ist es dank eines umsichtig geplanten Polizei-
einsatzes unter Aufbietung von enormen Kräf-
ten gelungen, eine Ausbreitung der Homose-
xualität auf angrenzende Stadtquartiere zu
verhindern. Die öffentliche Ordnung ist zwar
seit der Annahme der Partnerschaftsinitiative
gestört, aber sie war heute zu keinem Zeitpunkt
ernsthaft gefährdet.
(vereinzeltes Knipsen)
Aber wir müssen auch Selbstkritik üben. Die
diesjährige Paradeführung war, wie wir heute
haben feststellen können, nicht ideal. Da der
Quai nur zur lfte gesperrt war, hatten die
Homosexuellen mit Verkehr zu rechnen.
(sehr vereinzeltes Kichern)
Unser Ziel, dass möglichst viele Homosexuelle
von den entgegenkommenden Fahrzeugen er-
fasst werden, ist leider nicht erreicht worden.
Als Grund dafür sehen wir vor allem die guten
Sichtverhältnisse dank des sonnigen Wetters
sowie die bunten Kleider der Homosexuellen,
die für Autofahrer schon von weitem sichtbar
waren.
(vereinzeltes Raunen)
Dank der jederzeitigen Einsatzbereitschaft der
Polizeikfte konnten diverse Zwischenfälle
vermieden werden. So hat ein Homosexueller
versucht, einen 15jährigen, sich zufällig am
See be ndlichen Gymnasiasten aus Freienbach
zum Rauchen zu bewegen. Der Übeltäter wurde
sofort in Gewahrsam genommen, um noch wei-
tere Übergriffe zu verhindern. Ebenfalls wurden
diverse Angehörige einer homosexuellen Grup-
pierung verhaftet, die sich erdreistet hatten, un-
beteiligten Passanten rosefarbene Ballone in die
Hand zu drücken. Sie haben mit Verzeigungen
wegen Verstosses gegen die Abfallsackgebühren-
verordnung der Stadt Zürich zu rechnen.
(lauter Knall, das Stativ eines TeleZüri-VJs ist
umgefallen. Fluchen im Hintergrund)
Auf den Einsatz von Wasserwerfern haben wir
dieses Jahr verzichtet, weil sie angesichts des
heissen Wetters mehr geschadet als genützt
hätten. Nachdem trotz des beachtlichen An-
teils von Lesbierinnen mit Kinderwagen der
Demonstrationsumzug friedlich aufgelöst wer-
den konnte, verschoben sich die Homosexuellen
freiwillig in den Kreis 5, wo sie bis zur Polizei-
stunde weiterhin für grossen Lärm sorgten. Ich
darf verkünden, dass beim heutigen Polizeiein-
satz niemand verletzt wurde, abgesehen von Ad-
jundant Pfeindler, der vergessen hatte, sich Son-
nencrème auf die Glatze zu streichen. So. Ich
werde noch eine halbe Stunde für Rückfragen
zur Verfügung stehen. Danach nden Sie mich
wie an Samstagen üblich im SM-Studio «Rebek-
ka» unterhalb des Bucheggplatzes. Danke, dass
Sie so zahlreich erschienen sind, ich wünsche
Ihnen einen schönen Abend.
(Ein Journalist vom Tagi-Newsnetz fragt, ob
man angesichts der negativen Erfahrungen die
Parade künftig verbieten wolle.)
Nein, Herr, ääh... Dings... Un sere ehemalige Vor -
steherin hat vieles für diese Stadt erreicht, aber
auch sie war nicht allmächtig.
Anzeige
17
CRUISER Edition Sommer 2010 Reisen
Hotels
Das Radisson Blu in Luzern
Direkt am idyllischen Vier-
waldstättersee, neben dem
Bahnhof und dem Kultur- und
Kongresszentrum KKL, liegt
das Radisson Blu.
Das coole Stadt-Hotel verfügt über 189 luxuri-
öse, grosszügig eingerichtete Standard-, Busi-
ness Class- und Junior-Suiten in den Stilrich-
tungen «Urban», «Resort» und «Lifestyle». Gerade
für eine junge und modebewusste Klientel bie-
tet das Hotel echte Highlights. Schon die kunter-
bunte Lounge mit den farbigen Möbeln lädt zum
Verweilen ein. Echt schick und sympathisch!
Elegant und grosszügig sind die Zimmer, un-
bedingt eins mit Blick auf den See verlangen.
Hier hat man eine herrliche Aussicht! In der
obersten Etage bendet sich übrigens noch ein
kleiner Sauna- und Fitnessbereich. Der verträgt
allerdings noch eine Nachbesserung, trotz tol-
lem Ausblick.
Im modern gestalteten Restaurant «Luce» kön-
nen leichte Business-Lunches, sowie elegante
Abendessen in gepegter und ungezwungener
Atmosphäre genossen werden. Die leichten me-
diterranen Gerichte werden direkt vor den Au-
gen in der spektakulären Showküche zubereitet.
Die Menus, und die meisten spezielleren Gour-
met-Kreationen werden «à la minute» gezaubert.
hrend der Sommermonate sorgt übrigens die
Sonnenterrasse mit gemütlicher Lounge zusätz-
lich für gute Laune und Entspannung.
Ein weiteres Highlight ist sicher die Weinlounge
mit der äusserst interessanten Weinkarte. Wer
die Wahl hat, hat die Qual. Hier werden über 20
verschiedene Champagner und rund 130 hoch
stehende Weine, gsstenteils aus dem Mit-
telmeerraum und den aussergewöhnlichsten
Lagen der Schweiz, angeboten. Die Weinkar-
te reicht von «leicht und frisch», «leicht und
unkomplizier bis «exotisch, verrückt und
verspielt». Unter dem Namen «Schatzkammer
des Radisson Blu Hotels» rundet eine exklusive
Sammlung von Spitzenweinen das eindrück-
liche Repertoire ab. Ein ideales City-Hotel, an
bester Lage, nicht nur fürs Buisness, denn in
wenigen Minuten ist man im bunten Treiben
der Altstadt, mit Shopping, feinen Restaurants
und jeder Menge Kultur!
Radisson Blu Hotel
Lakefront-Center, Inseliquai 12, 6005 Luzern
+41(0)41 369 90 00
radissonblu.com/hotel-lucerne
18
Reisen CRUISER Edition Sommer 2010
San Francisco
die bunte Kalifornische
Metrople
Branko B. Gabriel war r CR vor Ort und verfiel dem
Charme von San Fransisco
Von Branko B. Gabriel
19
CRUISER Edition Sommer 2010 Reisen
Seit dem preisgekrönten Film «Milk» ist San
Francisco wieder in aller Munde. Die nicht
mehr ganz so frische und etwas herunterge-
kommene Stadt an der Westküste der USA
fasziniert immer noch und zieht jedes Jahr tau-
sende Gays aus aller Welt an. Jetzt ist es noch
bequemer, rüber zu fliegen, denn Swiss fliegt
sechsmal von Zürich Nonstop.
Das war ja schon immer mal mein Traum: San Francisco im sonnigen
Kalifornien. Was habe ich da schon alles gehört, Gaymekka, Brutstät-
te der Hippies, Love & Peace! Spätestens seitdem der Film Milk von Gus
van Sant in die Kinos kam, hat sich Frisco (wie die Stadt von ihren Ein-
wohnern liebevoll genannt wird) wieder in die Top-City-Destinationen
katapultiert.
Shopping
Frisco hat aber viel mehr zu bieten als das berüchtigte Quartier rund
um die Castro Street (ein Muss!). Denn auch die Market Street, China-
town und Unionsquare haben ihren Charme. Hier kann man shoppen so
weit das Auge reicht. Und das Beste vorweg, es ist spottbillig! Dollar sei
Dank! Trashige, äusserst günstige Mode und sonstigen Plunder gibts in
Chinatown. Die Market Street steht eher für die kommerziellen Ketten
wie Abercrombie & Fitch, Adidas oder GAP. Für ein grösseres Budget ist
Unionsquare und Umgebung angesagt, hier sind die grossen und teuren
Labels. Natürlich darf ein Besuch bei Macy`s und Nordstrom nicht fehlen,
denn hier man glaubt es kaum – gibts coole Schnäppchen!
Eigentlich wollte ich doch die berühmte Castro Street sehen und erle-
ben – nein, nicht, was ihr jetzt denkt. Klar, hier gibt es diverse Saunen,
Sex- und Fitnessclubs, Bars, Spelunken, und ziemlich alle sind sie hier
am Baggern. Man kommt also recht schnell in Kontakt. Neben unzähli-
gen Bars, Restaurants und Shops ndet man hier auch kleine, echt heisse
Designerläden. Mich interessiert vor allem aber das Leben der Gays hier.
Die Menschen, wie sind sie, woher kommen sie? Seit den 60ern wandern
hier Männer sämtlicher Couleur ein und nden hier ihr Plätzchen. Die
Hippies und die freie Liebe gaben dann den Multikulti-Individualisten
den Rest. Da re mal der Deutsche Hans in seinem schmuddeligen Sex
Toy Shop, der Brite Lester mit feinen Tiffanylampen, Raoul, die rassige,
spanische Thekenschlampe oder Piotr, die rüstige, russische Ledertri-
ne, die nie um einen Spruch verlegen ist. Alle hier wollen ihren Traum
leben von Freiheit und Happiness. Vielen gelingt es, leider nicht allen.
An jeder Ecke zeigt sich auch das andere Frisco. Aussteiger, die die Kurve
nicht gekriegt haben, die durch das soziale Netz gefallen sind. Und trotz
allem sind sie hier, in der Metropole, die schon einige Erdbeben aller Art
hinter sich hat.
Nightlife
Am Abend trifft sich die ganze Szene im Castroviertel. Und siehe da, jetzt
kommen auch die schönen und geilen Typen aus ihren Löchern. Und zu
meinem Erstaunen sind alle so was von easy und entspannt drauf! Zum
Apéro gehts erst mal in die Lookout Bar (mit schön grosser Terras-
se, herrlich). Hier trifft sich die ganze Welt. Ich habe selten so einen
kunterbunten Haufen Typen gesehen. Nach einer heissen Stripshow
und einigen Bierchen rüber zum Dinner ins 22/23 Restaurant. Sen-
sationelle saisonale Küche und einer der In-Places. «Sehen und ge-
sehen werden» lautet hier die Devise. Danach war dann auch schon
Clubbing angesagt. Mit meinem Presseausweis, dachte ich, stün-
den mir alle Tore offen. Ja denkste...auch ich musste anstehen und
sogar bezahlen, hier hat niemand den Promistatus. Egal, ab auf den
Dancefloor (M4M@underground) und es richtig krachen lassen!
Heisse Beats zu süssen Jungs, wenn das keine geile Mischung ist. Schon
nach wenigen Minuten waren wir nicht mehr allein und hatten schon
ein süsses Früchtchen im «Sandwich». Irgendwann war dann mein Alkpe-
gel erreicht, und ich musste etwas an die frische Luft. Nach 2-3 weiteren
Clubs (fragt mich bloss nicht, welche) und einigen Drinks fand ich mich
mit einem riesengrossen Kater in meinem Bettchen wieder. Schnell rü-
ber zu Harvey’s (eigens ein Café für den «Harvey Milk» Film) und einen
leckeren Latte schlürfen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Fisher mans Wharf (Cioppino’s Re-
staurant), der Muir Park (etwas ausserhalb, die grössten Bäume der Welt),
natürlich die Bay und die Golden Gate Bridge. Nicht zu vergessen, die Lom-
bardstreet und die spektakure stenstrasse Richtung Süden.
Fazit: Das sind einfach die Dinge im Leben, die man erlebt haben muss!
San Francisco ist und bleibt für viele die Gaymetropole schlechthin. Ne-
ben einer grossen Gayculture und Shopping fasziniert die Stadt auch
durch ihren euro ischen Touch, die Bay und die vielen Hills (Hügel).
Gutes Schuhwerk und ein dicker Pull over (Microklima) sind von Vorteil.
Was mich aber am meisten überrascht hat, waren die freundlichen und
sympathischen Bewohner. Tipp: Unbedingt mal nach Oakland rüber. Jetzt
lohnt es sich, in die Staaten zu iegen, da der Dollar sehr tief liegt.
weitere Infos über San Fransisco unter:
www.glossmagazine.net
www.onlyinsanfrancisco.com
www.swiss.com,
20
Szene CRUISER Edition Sommer 2010
Der heisse Shaft-
Sommer

und zur Street Parade
Die Fussball-WM kommt langsam zum Höhe-
punkt. Exakt zum Final bringt Shaft die legen-
re Sportsnight und Shafter outen sich als
Fussballer. Besser noch: hier dürfen sich Fuss-
baller ofziell als Shafter outen und das ohne
negative Konsequenzen. Im Gegenteil, Alle im
Sports-outt erhalten eine Eintrittserssi-
gung. Wie immer ist es jedoch eine Party ohne
Dresscode, dafür eine geile Männernacht mit
vielen Bällen, die hoffentlich auch einige Latten
treffen... Mit den DJs 5th Element und Mario S
werden die Sportler sicher zum Schwitzen und
wahrscheinlich auch zu chstleistungen ge-
bracht. No dick no entry!
Höchstleistungen sind einen Monat später an
der Street Parade ebenso wichtig. Denn nach
dem Tanzen rund ums Seebecken geht am
Abend im Lotus die Sause weiter. Und weil’s
Street Parade ist, sind auch wieder die besten
Freundinnen dabei. Die DJs Alan Joe, Cherie und
F-Act werden die Club-Wände nass werden las-
sen. Wem es drinnen dann doch zu heiss wird,
der kann sich im grosszügigen Aussenbereich
mit Lounge und Bar abkühlen.
Somit scheint klar, wo nach der Street Parade
die heterofriendly Gay Party abgeht.
Shaft – Sportsnight, no dick – no entry
Samstag, 10. Juli
Street Parade, Shaft heterofriendly Gay Party
Samstag, 14. August, 23.00 Uhr
Lotus Club, Pngstweidstrasse 70,
8005 Zürich.
www.shaft.ch
Flexx fährt mit an
der Street Parade
Nächste Partie im September
Die Sommerpause ist vorbei! Nachdem der Flexx-
Wagen an der Parade des Zürich Pride Festivals
rund um das Zürcher Seebecken der Menge hef-
tig eingeheizt hat, ist es am Samstag, 4. Septem-
ber 2010 wieder Zeit, die Räumlichkeiten des
Loop38 zum Brodeln zu bringen. Und das wird
zweifelsohne mit den beiden DJ‘s Vasco und Willi
P. geschehen. Beide werden vom anspruchs-
vollen Zürcher Partyvolk unter anderem für
ihre Sets im Lotus geschätzt. Für Spass im Dun-
keln gibt es im Loop38 wie gewohnt den Dark-
Space. Raucherinnen und Rauchern steht die
gemütliche verglaste Raucherlounge im Club
zur Verfügung. So muss keiner den Club verlas-
sen sondern kann die Party ohne Unterbrüche
geniessen. Nicht verpassen: den Auftakt zur
neuen und heissen Flexx -Saison
Flexx September Issue
Samstag, 4. September
Loop 38, Albulastrasse 38, 8048 rich
exx-party.ch, www.loop38.chs
Frigay Night
ganz in Weiss

Die Frigay Night kennt keine Sommerpause. Zu
Beginn der Sommerferien sorgt der Resident DJ
C-Side an der regulären Frigay Night vom Mitte
Juli wie gewohnt für heisse Stimmung im «The
Loft Luzern». Bereits zwei Wochen später rfen
sich die Daheimgebliebenen auf eine ganz spezi-
elle Ausgabe der Frigay Night freuen:
Eine weitere Special Party steht auf dem Pro-
gramm. Nach dem grossen Erfolg im letzten
Jahr haben sich die Macher für eine weitere My-
konos-Edition entschieden. Damit auch richtig
Urlaubsstimmung aufkommt, wird das Loft in
Weiss gehüllt. Natürlich darf auch ein DJ direkt
aus Mykonos nicht fehlen! Dresscode «White»
heisst es am fünften Freitag, dem 30. Juli. Und
für das echte Mykonos-Feeling werden alle Par-
tygäste in weissem Outt erwartet. Als Beloh-
nung gibt es dafür Fr. 5.– Eintrittsreduktion.
An den Turntables sorgt DJ Chris Montana für
heisse Urlaubsst im mung er w ird ext ra aus My-
konos eingeogen, wo er im bekannten Paradise
Beach Club auegt. Chris Montana hat bereits
Parties und
Events
21
CRUISER Edition Sommer 2010 Szene
vor einem Jahr das Loft zum Kochen gebracht
er freut sich bereits auf eine Neuauage der My-
konos Edition. Unterstützt wird Chris Montana
von Stan Lee – der ideale Mann für das Frigay-
Night-Motto «happy sound for happy people».
Frigay Night
Freitag, 16. Juli, 22.00 – 4.00 Uhr
Frigay Night mykonos edition
Dresscode: white!
Freitag, 30. Juli, 22.00 4.00 Uhr
The Loft Dance Club
Haldenstr. 21, 6006 Luzern
Boys on Board
vol. 5

MS Winkelried
Wie bereits in den vergangenen Jahren, ver-
lassen die Jungs von menergy auch in diesem
Sommer wieder das rettende Ufer, um mit dem
Motorschiff Winkelried über den Vierwaldstät-
tersee zu fahren, und dabei die Nacht mit coo-
lem Sound um die Ohren zu schlagen, zu ir-
ten, shaken und ein paar herrliche Drinks zu
geniessen.... dieses Jahr allerdings nur bis 1.00
Uhr
Doch danach ist nicht Schluss, dann gehts im
«Privée» des Club Nautlius - gleich nebenan - mit
der Matrosenparty weiter. Das Ticket gilt gleich
für beides, also fürs Schiff und die anschlies-
sende Matrosenparty.
Boys on Board
Samstag, 10. Juli, Einlass/Abendkasse: 20.00 Uhr
Start/Ende der Rundfahr t: 21.15 Uhr/00.15 Uhr
Schluss auf dem Schiff: 01.00 Uhr
MS Winkelried, Landungssteg 5, 6000 Luzern
Matrosenparty, 0.45 Uhr
Club Nautlius, Inseliquai 12B, 6000 Luzern
Après Folies-Party!

direkt am Zürisee
Folies au Lac 2010, die grosse Angels-Sommer
Outdoor-Party in der Badi Tiefenbrunnen ist
geplant am 17., 24. oder 31. Juli (je nach Wetter).
Fest steht aber die Après Folies-Party! Das grosse
jährliche Boyahkasha-Highlight steigt diesmal
am 17. Juli direkt am Zuerisee. Eine grosse Ter-
rasse mit einem grandiosen Blick über den See
und auf die Stadt, 2 Danceoors und ein grosser
Outdoorbereich sind für die Veranstalter der
Boyahkasha-Partyreihe Grund genug, die Som-
merparty dieses Jahr vom Escherwyss Club ins
Acqua zu verlegen.
Auf den beiden Floors darf wie immer zum al-
lerfrischesten Boyahsound und diesmal auch
zu House getanzt werden. Und wie letztes Jahr
schon, darf die R’n’B-Diva Kelly Hilton bei die-
sem Event nicht fehlen. Sie wird zur Maintime
ihren Auftritt haben und den Gäste in dieser
warmen Sommernacht so richtig einheizen.
Djs: Rafness(Resident), Gaetano(Fresh&Stable)
& Zör Gollin(Rudeboiz)
Boyahkasha – Après Folies
Samstag, 17. Juli, 22.00 Uhr, Acqua Club
Mythenquai 61, 8002 Zürich
www.acqua-club.ch, www.boyahkasha.ch
Diva Night-
Aphrodite-Show
Der Event r queer Denkende
Seit Jahren steht die Diva Night im T&M als
Event für queer Denkende. Bunt durchmischtes
Publikum, schrill, farbenfroh und unbefan-
gene Stimmung. Jedes Jahr treffen sich die Divas
der Nacht Ende Ju li und lassen sich nic ht nur fei-
ern, sondern werden gleich Teil der Party, egal,
ob auf der Bühne oder auf der Tanzäche. Auch
dieses Jahr werden die Divas wie Petra, Nikita,
Maic, Stella Divine, Nina Bohème, Lola Collins,
Dominique, Serenety Bay und Maurel Taylor
auf der hne ihrem Ruf als Divas der Nacht ge-
recht werden. Denn es gilt nach wie vor:
«Man wird nicht als Diva geboren, sondern man
wird zur Diva gemacht»
Als DJ für die glamouröse Nacht ist Marc S ein
Garant. Bekannt auch als Maurel Taylor in der
Showszene, weiss er genau, welche Musik das ex-
quisite Publikum wünscht, um die Tanzäche
zu stürmen. Und wer um Mitternacht im T&M
ist, kann eine der drei Fan-Geschenk-Boxen ge-
winnen.
Diva-Night
Freitag, 30. Juli, ab 21.30 Uhr
SHOW 22.00 Uhr
T&M, Marktgasse 14, 8001 rich
www.g-colors.ch
Rein ins Schaum-
vergnügen
Jungle Mousse Die ultra

Die alljährliche Mousse-Party in Lausanne ist
ngst ein Muss. Die grösste Gay Schaum-Party
in der Schweiz zeigt auch nach Jahren nicht
die geringsten Anzeichen eines Beliebtheits-
schwundes. Im Gegenteil. Wer schon mal an
einer dieser bestbesuchten Parties dabei war,
weiss auch, was man anziehen muss: alte
Schuhe, sexy Shorts, Badeanzüge. Badetuch
empfehlenswert. Wer sich im Trockenen ver-
gnügen will, kann dies die ganze Nacht hin-
durch ein Stockwerk höher tun. Und zum warm
werden gibt’s davor die Beach Party@Flon-Plage,
von 16.00 bis 22.00 Uhr
Wet oor:
Sexy washing music, DJ Micky Friedman, Ber-
lin (Club, House, progressive), DJ Antoine909,
London (Progressive & electro House), Andrew
Christian‘s shower-lifeguards
Dry oor:
DJ‘s Cobra & Rofar, Genève (Disco Inferno 70´s
& 8 0 ´s )
Jungle Mousse
Sonntag, 1. August, 22.00 bis 5.00 Uhr
MAD Club, Rue de Genève 23, 1003 Lausanne
www.gay-party.com
Celestial
Nationalfeiertag der andern
Art
Zum ersten August Fête dérale soll vereinigt,
zusammen gefeiert werden. Reden werden aber
keine geschwungen, vielleicht aber Regenbo-
genfahnen – eigentlich wäre es auch eine gute
Gelegenheit für pyrotechnische Spielereien.
Celestial-Party für «gays and friends».
Darkroom, special Deco und lightning features.
Djs: Thomi B & Jesse Jay
Celestial – Fête dérale, 31. Juli, 23.00 Uhr
Lotus Club, Pngstweidstr. 70, 8005 Zürich
www.celestial.ch
© Foto: Aaron Cobbett
22
Szene CRUISER Edition Sommer 2010
Celestial
Mit AlienElement
Am Wochenende nach der Street Parade ist es
noch zu f rüh, um w ieder zur Rout ine überzuge -
hen. Als Primeur werden AlienElement präsen-
tiert. Der Name ist Programm. Das DJ Duo 5th
Element und Scott Alien erzeugt zusammen
ei nen ganz speziellen Sound: f unk y progressive
Goa. Diese Fusion von Sound Elementen durch
künstlerisches Zusammengehen kommt im
Künstlername AlienElement zum Tragen.
Nach der Aufregung, Grandiosität und Gloriosi-
t der Street Parade easygoing, unter Freunden
sein und musikalische Leckerbissen geniessen.
Ganz im Sinne der durchaus «spacigen» Ausrich-
tung der Celestial-Veranstaltungen mit AlienEle-
ment und ihrem prononcierten «funky progres-
sive Goa».
Celestial – AlienElement
21. August, 23.00 Uhr
Lotus Club, Pngstweidstr. 70, 8005 Zürich
www.celestial.ch
Selection-Parties
Ohne Pause durch den Sommer
Der Winter dauerte ja gefühlte 100 Jahre. Aber
damit ist jetzt Schluss! Mit zwei Knallerparties
sorgt das Team der Selection-Reihe nun für heis se
Nächte in Zürich.
Egal, obs nun draussen heiss ist oder nicht. Im
Juli ndet die Retro-Selection statt. Eine Erin-
nerung an das ausklingende letzte Jahrhundert
bzw. die ersten Jahre des noch neuen Jahrtau-
sends. Damals war die Partykultur in Zürich auf
ihrem Höhepunkt. Die Clubs waren Woche für
Woche zum Bersten voll und jedermann feierte
ausgelassen bis zum nächsten Mittag. In Erinne-
rung an diese Zeit und ihre Musik wurden die
DJ-Götter dieser Ära eingeladen, damit dieser
Spirit noch einmal erlebt werden kann: Peter La-
velle, Mental X und Michael K. werden für eine
Party sorgen, die ihresgleichen sucht!
Nach der Street Parade wird an der Selection
Afterhour ab 6 Uhr früh bis in den späten Sonn-
tagmittag mit bester Musik gefeiert.
Ende August gibts dann die Summer-Selection.
Wer auegt, wird an dieser Stelle nicht verra-
ten, aber wer die Selection-Parties kennt – und
das sind mittlerweile ziemlich viele – weiss, es
wird laut, stark und geil! Was unter dem Motto
Summer alles passiert, wird häppchenweise auf
Face book bekannt gegeben oder ist demnächst
auf selectionparty.ch nachzulesen sein.
Samstag, 24. Juli, Retro-Selection,
Sonntag, 15. August, Afterhour ab 6.00 Uhr,
Samstag, 28. August, Summer-Selection,
Lotus Club, Pngstweidstr. 70, 8005 Zürich
«Le Weekend Ros
im Dracula Club
Bissiges für Schwule und
Lesben am Festival da Jazz St.
Moritz
Am Festival da Jazz in St. Moritz ndet erst-
mals «Le Weekend Rosstatt. Mit Georgette
Dee und Tim Fischer treten zwei Künstler auf,
die nicht nur aber besonders viele schwule und
lesbisches Fans haben. Diseuse Georgette Dee
tritt zum 30-jährigen Bühnenjubiläum mit dem
Programm «Wo meine Sonne scheint» am 30.
Juli 2010 im legendären Dracula-Club auf. Tim
Fischer, der mit Rüdiger Mühleisen am Piano
auftritt, wird am darauf folgenden Abend mit
der «Gnadenlosen Abrechnung» Georg Kreis-
lers Lieder in die dafür ungewohnt mondäne
Alpenwelt tragen. Am Nationalfeiertag beendet
der unplugged-Auftritt von Sophie Hunger die
Chansons-Trilogie.
Mit «Le Weekend Roschte das Festival
da Jazz seinen Besucherinnen- und Besucher-
kreis erweitern. Gleichzeitig will das Festival
da Jazz damit heterosexuellen Musikfreunden
zwei hervorragende Künstler näher bringen,
die noch nicht bis in alle Kreise bekannt sind.
Und letztlich ist das auch ein Statement für Of-
fenheit: Denn der Dracula-Club, wo im Winter
besonder s der Jet set Zut ritt geniesst , heisst wäh-
rend dem Festival alle seine ste willkommen,
egal zu welchen Schichten und Communities
sie sich zugehörig fühlen.
Die Auftritte werden unterstützt durch die Zür-
cher Kantonalbank (Georgette Dee) und das Ho-
tel Monopol St. Moritz (Tim Fischer). Für das
Weekend Rose werden Spezialangebote in füh-
renden Engadiner Hotels angeboten.
«Le Weekend Rose»
30. 7. 2010, Georgette Dee Wo meine Sonne
scheint
31. 7. 2010, Tim Fischer & Rüdiger hleisen -
Gnadenlose Abrechnung
Konzerteginn, 21.00 Uhr
Dracula’s Ghost Riders Club
Via Maistra 54, 7500 St. Moritz
www.festivaldajazz.ch
Leserangebot
Le Weekend Rose am Festival da Jazz
20% Rabatt auf Hotelübernachtungen
4-Sterne-Angebot Hotel Schweizerhof:
CHF 390.– statt CHF 470.
4-Sterne-Angebot Hotel Monopol:
CHF 390.– statt CHF 470.
3-Sterne Angebot Hotel Hauser:
CHF 295.- statt CHF 370.-
Der Preis beinhaltet eine Hotelübernachtung
im Doppelzimmer, inkl. Frühstück und Kon-
zert nach Wahl für 2 Personen. Einzelzimmer
auf Anfrage.
Bei folgenden Konzerten wird ein Aufpreis von
50.– CHF / Person fällig:
Opening Weekend: 14. - 17. 7. und 1. 8. 2010.
Vorverkauf:
Reservationen online unter:
www.festivaldajazz.ch mit folgenden Promo-
tionscodes:
4-Sterne-Angebot Hotel Schweizerhof: gu2525s
4-Sterne-Angebot Hotel Monopol: L3C5727
3-Sterne Angebot Hotel Hauser: u7s2634
Maximal 2 Tickets pro Person.
Das Angebot ist limitiert.
Tim Fischer
SONNTAG 1. AUGUST 2010
(Nationalfeiertag)
MAD>LAUSANNE
Wet floor :
Sexy washing music
dj Micky Friedmann>Berlin
(Hustlaball, Circuit Festival)
dj Antoine909>London
(Jungle, Circuit Festival)
Dry floor:
Zapoff Gallery
Cobra & dj Rofar>L.A.
disco, funk & love
Light-Jockey:
Paul Marin>Sydney
«NIVEA for Men» special open-air garden
with splashshowers, beauty space and give-aways.
+ Hot & sexy Andrew Christian’s shower-lifegards.
+ Old shoes, sexy shorts, swimming suits and
bath towels highly recommended
+ For those who want to stay dry, the upper floors
will be opened all night long
+ «Before» Beach Party @ Flon-Plage
club MAD
rue de Genève 23
LAUSANNE
Tel. 021-340.69.69
www.gay-party.com
THE ULTRA HOT GAY FOAM PARTY
©
photo: Aaron Cobbett
25
CRUISER Edition Sommer 2010
Nachgefragt
Branko B. Gabriel
trifft...
Natürlich war auch ich an der
diesjährigen Art Basel. Wie je-
des Jahr heisst es an der Pre-
view für die geladenen ste,
sehen und gesehen werden.
Natürlich hat es auch Kunst,
sehr viel Kunst und grosse,
sehr grosse, ja sogar grossar-
tige Kunst! Da frage ich mich
doch, wie steht es um die
Schweizer Kunst, oder besser
gesagt, um die Künstler. Ich
habe doch letzthin eine Ein-
ladung des Schweizer Malers
Ivano Bagnolo erhalten.
CR: Salut Ivano, dich habe ich aber nicht an der
Art Basel gesehen? Die «Liste» wäre doch eine
passende Plattform für dich?

Das berührt mich, danke vielmal. Das
stimmt, die Plattform der «Liste» (the young art
fair in Basel) ist sehr geeignet. Doch das kommt
noch.
CR:
Die Art Basel ist das grösste Kunsthappening,
hier geht es um richtig viel Kohle. Kannst du von
deiner Kunst leben?
 Nein, es ist heutzutage schwieriger, sich
auf dem Markt zu behaupten als früher. Be-
gegnungen sind üchtiger, die Entwicklungen
schneller und der Markt ist überschwemmt.
Sich da einen Platz zu erobern, ist nicht ein-
fach.
CR: Was bedeutet für dich, Künstler zu sein.
 Kunst bedeutet für mich «Leben». Künst-
ler sein, heisst für mich, sich am Leben beteili-
gen, sich entwickeln, kreieren. Den Menschen
helfen voranzuschreiten, aufzurütteln, Ände-
rungen provozieren. Eigentlich das Privileg ha-
ben, das machen zu können, was man gerne
macht.
CR: Deine Bilder haben aktuell einen sehr ero-
tischen Touch. Viele bunte muskulöse Männer.
Eine verborgene Fantasie von dir?
 Ich liebe schöne Menschen, und unter de-
nen, schöne Männer. Die Muskeln spielen eine
Rolle, klar doch! (schmunzelt)
CR: Du lebst mit deinem Partner im Wallis, ist
das nicht fatal für einen Künstler, so weit «ab
vom Schuss» zu wirken? In der Schweiz ist die
Kunstszene ja in den grossen Städten zu Hause.

Nein, da geht es um vielmehr, als nur
in den Städten zu sein. Ich glaub nicht, dass
ein Wohnort ein Prozess hindern oder fördern
kann. Es geht um den Künstler und die Begeg-
nungen, die er in seiner Laufbahn macht und
was er daraus zieht. Ich kenne viele nstler,
die das Land vorziehen. In der heutigen Zeit ist
der Mensch weit mehr in Bewegung als früher
und alles entwickelt sich schneller. Das Gefühl
zu haben, dass nur gewisse Orte auf dieser Welt
zu etwas führen, damit bin ich nicht einver-
standen.
CR: Du brauchst also deinen Freigeist, um wir-
ken zu können...

Ja, kann man so sagen. Es geht mir um
meine persönliche Entwicklung.
CR: Du hast doch schon einige Ausstellungen
hinter dir. Aktuell das Kunstprojekt in St. Gallen
(Privera AG, Tatort Kunst) und demnächst in
nnedorf.
 Ja, auf diesen Event freue ich mich sehr.
Am 1 Juli ist es so weit. Die Tore werden für die
Vernissage bei Privera AG um 19 Uhr 30 geöff-
net. Da werde ich mich mit namhaften Schau-
spielern wie Florian Rexer, Julian Weigend
(Schimanski) in Szene setzen. Später werde ich
zwei von meinen Kurzgeschichten, die den All-
tag jedes Menschen ausmachen, vorlesen. Mehr
darf ich im Moment nicht preisgeben.
 Die Tei lnahme a ls Künst ler zur A RTgay Zü -
rich bei der AktivArte Galerie & Lounge GmbH
in nnerdorf, welche am 12. August um 19.00
Uhr die Vernissage einer Kollektiv-Ausstellung
feiert, ist für mich unausweichlich. Die Kunst-
szene braucht eine Auffrischung und den Zulass
von gleichgesinnt liebenden Menschen, damit
will ich den Galeristen Maximilian Burri und
Markus Lumpert meinen tiefen Dank ausspre-
chen. Die Dauer dieser Ausstellung ist vom 12.8
29.8.2010 geplant.
CR: Mit welchen Künstler fühlst du dich verbun-
den, oder besser gesagt, mit welchem Künstler
würdest du gerne mal über Kunst & Co. philo-
sophieren?
 Mit Pablo Picasso, Juan Miro, Alexan-
der Calder und Willi Baumeister fühle ich
mich verbunden. Ihre Werke übermitteln eine
bestimmte Energie, die ich aufnehme und
für meine Kunst gebrauche. Mit dem bedeu-
tendsten Schweizer Künstler Hans Erni würde
ich gerne über Kunst & Co. philosophieren. Ich
glaube, dieser Mann hat einiges zu erzählen,
und sein Lebenswerk lehrt uns ganz einfach,
in einer menschlichen Welt menschlich zu
bleiben.
Ivano Bagnolo
Ivano Bagnolo, 1969, malt und lebt im Wallis.
Seit 2002 ist er im Künstlerkomite von Monthey
tätig. Bereits in jungen Jahren beschäftigte er
sich mit Kunst. Nach einem Studiengang an
der Kunstschule Zürich schuf er seine künstle-
rische Sprache und stützte sich auf namhafte
Künstler wie: Pablo Picasso, Juan Miro und Ale-
xander Calder. Er unterhält eine Verbindung
mit der Welt des Tanzes und des Gesangs, die
ihn dazu verleiten, eine andere künstlerische
Technik zu entwickeln. Vom «Mensch sein» be-
geistert, kehrt er in den klassischen Gemälde-
stil zurück.
Seit 20 06 ist seine Ent wick lung durch au feinan -
derfolgende menschliche Figuren abgesteckt.
Die Inbrunst für den Expressionismus führt ihn
zu seinen Schöpfungen. Die Formen, die Farben
und das Abstrakte geben ihm die expressive
Freiheit.www.ivanobagnolo.ch
APRÈS FOLIES
KELLY HILTON
LIVE
SAMSTAG, 17. JULI 2010 | START: 22 UHR
IM ACQUA | MYTHENQUAI 61 | 8002 ZÜRICH
www.acquaclub.ch | www.boyahkasha.ch
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CRUISER Edition Sommer 2010
Interview
Rolf Sommer
Musical-Darsteller Schau-
spieler, Sänger undnzer
Von Kurt Büchler
Geboren in Altdorf, Grösse
180 cm, Konfektion 48,
Schuhgrösse 42, Haarfarbe
braun, Augen Braun-Grün,
Actor Singer Dancer,
das alles steht in seinem
Künstler-Steckbrief.
CR: Lieber Rolf, wer bist du?
ROLF SOMMER: Keine Ahnung. Deshalb ist es auch
so schwierig, sich selbst zu sein. Ich habe mal
gehört, dass die Japaner anders mit dem Selbst
umgehen. Deren Ich ist abhängig vom Gegenü-
ber. Diese Art der Selbstbetrachtung gefällt mir
sehr gut. Es besteht kein Zwang, sich ständig
treu bleiben zu müssen.
CR:
Warum bist du Musical Darsteller gewor-
den?
ROL F SO M ME R: Ein Teil meiner Persönlichkeit wollte
das unbedingt. Die anderen Teile waren etwas
skeptisch, aber sie haben letztlich eingewilligt.
Der Rest war wohl Schicksal.
CR Was reizt dich im Speziellen, auf der hne
die die Welt bedeutet – zu stehen?
ROLF SOM M ER: Theater machen ist, als ob man dem
Publikum eine Geschichte erzählte. Das gefällt
mir. Ich leihe einer Geschichte meinen Körper
und versuche, ein guter Erzähler zu sein. Wenn
es klappt, dann sieht man nicht mich, sondern
eine Figur aus der Geschichte auf der hne.
Der Rolf Sommer löst sich in Luft auf.
CR: Diesen Sommer bist du im Garten-Center in
Langnau a / Albis gleich in zwei Operetten auf
der Bühne. Wie ist es dazu gekommen.
ROL F SOM MER:
Durch d ie lang jähr ige Freundschaf t
mit Björn Bugiel, dem Regisseur. Wir haben uns
in München kennen gelernt und dort auch erst-
mals eine Kurzversion von «Im Weissen Rössl»
gespielt. Daraus entstand die Company Quick-
change, die sich darauf spezialisiert hat, Ope-
retten im Taschenformat zu zeigen, also mit
einer Hand voll Darstellern in wechselnden
Rollen, auf kleiner hne in knapp einer Stunde
Spielzeit. Herr und Frau Bacher haben uns ein-
geladen, zwei unserer Produktionen in ihrem
Garten-Center in Langnau aufzuführen.
CR: Im September wirst du eine tragende Rolle
im neuen Musical «Die Schweizermacheha-
ben. Wie fühlst du dich als etwas eser Dorf-
Polizist?
ROLF SOMMER: Moritz Fischer ist ein etwas naiver
Einbürgerungs-Beamter und gar nicht es! Im
Gegenteil, ihm sind die Einbürgerungs-Kan-
didaten grundsätzlich sympathisch, und im
Verlauf des Stücks kritisiert er immer mehr die
Willkür der Behörden. Ich glaube, dieser Fischer
ist ein ganz netter Kerl! Ich freue mich riesig da-
rauf, diese Rolle spielen zu dürfen!
CR: Was ist das Highlight an dieser Rolle?
ROLF SOMMER: Das Tolle ist, dass dieser Moritz erst
ein etwas unbeholfener und sehr unsicherer
Kantonspolizist ist, der dann aus dem Korsett
der Erwartungen ausbricht, die sein Umfeld an
ihn stellt. Humor, Freude, Zorn, Verliebtheit...
all das steckt in dieser Rolle!
CR:
Man hat dich öfters im Theater am Hecht-
platz erleben dürfen. Welches waren die wich-
tigsten Rollen/Produktionen und wie hast du
dich dabei gefühlt?
ROLF SOMMER:
Ohne das Theater am Hechtplatz,
ohne Dominik Flaschka, der mir vor fünf Jah-
ren die Rolle des Simons in «De chli Horrorlade»
anvertraute und ohne die sechs Produktionen,
die ich inzwischen an diesem Haus machen
durfte, wüsste ich nicht, wo ich heute stünde.
Ich fühle mich dem Haus und der Shake Musical
Company zutiefst verbunden. Es ist ein Privileg,
immer wieder zu diesem grossartigen Team zu
gehören.
CR: Gibt es bereits Pläne für die Zukunft?
ROLF SOMMER: Nun sind erst einmal «Die Schwei-
zermacheangesagt. Daneben werde ich im
Winter ab und zu im Hechtplatz wieder in «Jetzt
erst Hecht!» auf der Bühne stehen. Darüber hi-
naus gibt es noch keine konkreten Pläne.
CR: Was machst du in zehn Jahren?
ROLF SOMMER: Hoffentlich stehe ich dann immer
noch irgendwo auf der Bühne und freue mich
über solch aufregende Rollen und Produkti-
onen. Ich kann mir zur Zeit nichts anderes vor-
stellen!
CR: Vielleicht noch ein persönliches Statement
für die Cruiser Leser...
ROLF SOM M ER:
Ich hoffe natürlich, dass die Schnitt-
menge aus Cruiser-Lesern und Musical-Gängern
sehr gross ist! Sowohl der Cruiser als auch das
Musical bieten beste Unterhaltung.
Rolf Sommer
In nchen, an der Abraxas Musical Akade-
mie wurde Rolf Sommer zum Schauspieler und
nger ausgebildet. Dann bildete er sich in den
USA, in England, Bern und Zürich in Gesang
weiter. Seine chsten Stationen waren New
York, nchen und Zürich für die Tanzaubil-
dung. Nach Engagements in Berlin, Leipzig und
München spielte er 2005 erstmals in Zürich in
der Produktionen «Der kleine Horrorladen»,
der Shake Company unter der Leitung von Do-
minik Flaschka. Seither wohnt Rolf in dieser
Stadt und war immer wieder am Theater am
Hechtplatz, unter anderem in «Bye Bye Bar»,
«Elternabend», «Jetzt erst Hecht!» und «Happy
End». Unter der Regie von Stefan Huber spielte
er in der Uraufführung von «Heidi» in Walen-
stadt und am Opernhaus Zürich gastierte er in
«Dreyfus intime», inszeniert von David Pount-
ney, in einer Sprechrolle. Sein Einpersonen-
Stück «Heute abend. Lola Blau» machte Furore
und im Erfolgsmusical «Ewigi Liebi» gehörte er
als Hanspeter zur Originalbesetzung. Er taucht
als Kellner in Marco Rimas Spiellm «Liebling,
lass uns scheiden» auf, arbeitet als Synchron-
sprecher für Kino und Fernsehen und singt auf
diversen Galas und Konzerten, auch mit den
Shake Musical Singers.
www.rolfsommer.net
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Kultur CRUISER Edition Sommer 2010
llebach Kari
das Musical
Eine tragische Liebesgeschich-


Wegen seiner Hasenscharte wurde Kari bereits
als Bub ausgegrenzt. Später kämpft er mit beis-
sendem Witz um Anerkennung und eröffnet
19 00 ei ne n e ige ne n C oi f feu r -S alon i n B er n. Da nn
verliebt sich Annemarie, eine Tochter aus gutem
Hause, in ihn. Doch ihre Eltern verbieten die
Beziehung. Kari verfällt dem Alkohol und wird
dank seiner Geschichten und Anekdoten zum
Stadt bekannten Original. An Krebs erkrankt,
stürzt er sich 1931 von der Kornhausbrücke in
die Aare. Mit diversen Theater-Inszenierungen,
dem Film von Kurt Fh von 1970 und dem Lied
von Mani Matter wurde llebach Kari denitiv
zum berühmtesten Coiffeur der Schweiz.
Die Thuner Seebühne, 32 m breit und 24 m tief,
steht komplett im See, wie auch die Tribüne
für 2500 Zuschauer. Der Zytglogge-Turm, 15 m
hoch, ist bis in die oberste Turmspitze begehbar
und wiegt 4.5 t. Karis Coiffeur-Salon und seine
Stammbeiz Grünegg dürfen natürlich nicht
fehlen. Das Bühnenbild ist stabil und wetter-
beständig. Unter der hne benden sich die
Garderoben der Schauspieler und die Technik.
Damitnzer und Schauspieler auch bei leich-
tem Regen tanzen und spielen können, wurde
der Bodenfarbe Quarzsand beigemischt, damit
der Boden rutschfest ist.
llebach Kari wird von Hanspeter ller-Dros-
saart interpretiert, bekannt aus vielen Filmen.
Carin Lavey spielt Annemarie Geiser. Sie war
schon früher auf dieser hne und spielte in Zü-
rich im Musical Ewigi Liebi. Sergio-Maurice Va-
glio verkörpert den Alkohol, den engen Beglei-
ter von Kari. 2009 war er hier Jean Valjean in Les
Misérables. Er führt auch ein eigenes Reisebüro
in Bern und steht als Musiker Maurice Merlo auf
der Bühne. Sein neues A lbum T he Cologne Tri lo -
gy erscheint demnächst. (kb)
Thuner Seespiele vom 14. Juli bis 28. August
www.thunerseespiele.ch
Tickets:
In Szene Ticket, www.inszene.ch, 0900 92 91 90
oder www.ticketcorner.ch, 0900 800 800
Weisses Rössl und
schwarzer Hecht
Musicals im Bacher Garten-
Center haben Tradition. Die-
ses Jahr sind es gleich zwei
Produktionen.
Im Weissen Rössl, romantische Operette und be-
schwingtes Musical mit traumhaften Melodien
war das erste Stück, das von der quickchange-
Company unter der Leitung von Björn B. Bugiel
auf Taschenformat verdichtet wurde. Er selbst
spielt in der rasanten Inszenierung mit sechs
Darstellern den Sigismund, Rolf Sommer den Le-
opold und Gregor Altenburger den Dr. Siedler.
Der schwarze Hecht von Paul Burkhard wurde
1954 mit Romy Schneider verlmt. Mit «O mein
Papa» wurde Lys Assia zum internationalen Star.
Es ist die dritte Produktion der Quickchange-
Company mit einem achtköpgen Ensemble.
Mit Rolf Sommer als Onkel Gustav und als Ro-
bert, Gregor Altenburger als Onkel Fritz, Björn B.
Bugiel als Alexander Obolski und Stefanie Gygax
als Iduna Obolski.
Die quickchange-Company formierte sich 2003
aus ein paar jungen Musicaldarstellern unter
der Leitung von Björn B. Bugiel in nchen.
Sie spielten das Weisse Rössl in einer Garten-
wirtschaft unter Kastanienbäumen. Sie hatten
Erfolg, wagten sich an neue Stücke und entwi-
ckelten damit einen ganz eigenen Stil: frisch,
fröhlich, rasant und mit einer Stunde Spieldau-
er. www.quickchange.info (kb)
Bacher Garten-Center, Langnau am Albis.
30. Juni bis 4. Juli. Tickets unter 044 714 70 70
Yamato The
Drummers of
Japan
Eine atemberaubende Mi-
schung aus traditioneller
-
sischer Choreografie.
Sie haben ihre Wurzeln in den buddhistischen
und shintoistischen Traditionen ihrer Heimat,
lassen sich aber auch vom modernen Japan
und der Popmusik inspirieren. Nun bringen sie
Matsuri und stellen das Taiko-Spiel in seinen
ursprünglichen Zusammenhang. Matsuri, die
traditionellen japanischen Feste zu Ehren der
Shinto-Gottheiten, und die Taiko-Kunst sind
untrennbar durch die Taiko-Trommel mitei-
nander verbunden. Ihr tiefes, eindringliches
Donnern dringt direkt durch die Haut. Wenn
Trommel und Trom mler ei ns werden im Mat su-
ri, wird der Klang der Taiko-Trommel zum Oto-
dama, zur Seele des Klangs. Das Oto-dama ent-
zieht sich der Sprache, besteht nur aus Hall und
Widerhall. Donnernd steigt es zum Himmel
empor, die Welt und alles auf ihr beginnt zu
schwingen - und die Menschen werden eins mit
dem Universum.
Schlag auf Schlag führen die durch den Taiko-
do trainierten Körper der Musiker, bis auf das
Äusserste gespannt, die Trommelstäbe so kon-
zentriert wie ein Schwert. Es ist überltigend,
mit welcher Kraft, mit welcher Energie die al-
ten, bis zu 400 Kilogramm schweren Schlag-
instrumente vom mit höchster Präzision agie-
renden Ensemble zum Leben erweckt werden.
www.yamato-show.ch (kb)
Theater 11 Zürich, 24. bis 29. August 2010
Tickets bei Ticketcorner Vorverkaufsstellen
oder 0900 800 800
© L. van der Mijle
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CRUISER Edition Sommer 2010 Kultur
Kein Sommer
ohne Orange
Cinema
Wer die gewaltige Atmospä-
re einmal erlebt hat, will sie
nicht mehr missen.
Orange Cinema amrichhorn. Ein paar High-
lights aus dem Programm:
Brothers, USA, Drama um zwei Brüder. Von Jim
Sheridan, mit: Tobey Maguire, Jake Gyllenhaal,
Natalie Portman, am 17. Juli
Oceans, Fr a nc e, D ok u me nt a r  l m ü b er d ie S c hön -
heiten unter Wasser. Von Jacques Perrin, mit Jac-
ques Cluzaud, am 20. Juli.
Cha rlie Chapl in Modern Times, USA, 1936. Von
Charles Chaplin, mit Charles Chaplin, Paulet-
te Goddard. Das Sinfonieorchester Basel spielt,
am 30. Juli
Brooklyn‘s Finest, USA. 40 Jahre nach «French
Connection» herscht in Brooklyn noch im-
mer der Drogenkrieg. Von Antoine Fuqua, mit
Richard Gere, Ethan Hawke, Wesley Snipes, El-
len Barkin, Don Cheadle, am 10. August.
Der Dienstag wird zum Orange CineDay und
Orange-Kunden können einen Freund oder eine
Freundin gratis mit ins Kino nehmen. Betrifft
nur Standardtickets im OrangeCinema Zürich.
Orange-Mobile-Abonnenten senden ein Gratis-
SMS mit OCINEZH an 241 und erhalten per SMS
ei nen Code, der f ür jeden Dienst ag beim O ra nge
Cinema in Zürich gültig ist. Code auf der Oran-
ge Cinema Online Ticket Plattform eingeben,
oder an der Vorverkaufsstelle oder Abendkasse
vorweisen. (kb)
In Zürich am richhorn, vom 15. Juli bis 15.
August
Tickets: sämtliche Starticket-Vorverkaufs-
stellen, www.starticket.ch oder 0800 078 078
www.orangecinema.ch
Singin and Swin-
gin‘ Big Band‘s
Night
Das Montreux Jazz Festival
dieses Jahr wieder mit einem
fantastischen Programm