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Cruiser im Winter 2010

Dieses Magazin ist schwul
CRUISER Edition Winter 10/11
Photographer Jean-Sébastien Cment,
Shawne Fielding, Alexander Andreas
Prinz zu Schaumburg-Lippe,
Suizid, «Easy Rider», Schönheit um
jeden Preis?, Beziehungsatheismus,
Mein schwules Auge, Bruce Beresford,
Angels, Darfs ein Picasso sein?,
Grand Hotel Bellevue in Gstaad, Cher
und Christina Aguilera, Arosa Gay
Skiweek, Kurt Büchler
The
Love Life
Issue«
LEONARDO
GLOVIBES
London«
JUICEPPE«
HELDIN
IM CHAOS«
ANGEL O
Music
Makes The
People
Come
Together«
Kiss The
Future!«
Saturday
04.12.10
23:00
Festsaal
Pelikan
Platz
Zurich
WWW.
JACK
COMPANY
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Photography - STEFAN HEINRICHS
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04.12.10
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5
CRUISER Edition Winter 10/11
Inhalt
Winter-Edition
CR gibt es in diesem Magazin-Format seit genau einem Jahr. Wir haben viele Komplimente erhalten.
Gestaltung und Inhalt sind gut angekommen. Ich danke allen Lesern und Inserenten für die Treue.
Einmal mehr spannen wir den Bogen in dieser Ausgabe sehr weit. Von glamourösen, luxuriösen
Geschenkideen bis zum traurigen Thema Suizid-Welle bei jugendlichen Schwulen. Es gibt Buch-,
Musik- und Filmtipps, ein Exklusiv-Interview mit Shawne Fielding, der neuen Botschafterin der
Aids-Hilfe Schweiz. Extra für CR wurden Fotos geschossen von seiner Hoheit, Alexander Andreas
Prinz zu Schaumburg-Lippe. Im Gespräch mit CR zeigte er sich erstaunlich offen.
Martin Ender, Verleger
8
«Schwule Männer sind ehrlich»
Shawne Fielding redet offen über Sex
12
Vom Prinzen geküsst
Alexander Andreas Prinz zu Schaumburg-Lippe
20
«It Gets Better»
Eine Suizidwelle hat die USA bestürzt und aufgerüttelt.
35
Jean-Sébastien Clément
Photographer
44
Die Engel geben Gas
Wieder drei Angels-Events pro Jahr
54
Arosa Gay Skiweek
Der grösste Gay-Winterevent Europas
News 6 Prominent 10 Szene 16 «Easy Rider» 24 Weihnachts CDs 25Schönheit 26
Kolumne 27 Buch 30 Beauty 32 Bruce Beresford 34 Lifestyle 42 T&M-Bilder 45
Grand Hotel Bellevue 46 New Open 49 Musik 51 Film 52 Kino 53 Horoskop 56
Nachruf 57 Hildegard 58 Dr. Gay & Rainbowline 59 VEGAS 61 Agenda 62
66
News CRUISER Edition Winter 10/11
Internationale
News
Rom
Berlusconi gegen Schwule
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi lässt
keinen Fettnapf («Obama ist so schön braunge-
brannt.») aus. Jetzt hat der Liebhaber sehr jun-
ger Frauen zur Eröffnung einer Motorradmesse
in Mailand den Easy-Rider-Macho rausgelassen
und sich abfällig über Schwule geäussert. «Es ist
besser, leidenschaftlich für schöne Mädchen zu
sein, als schwul», tönte der Regierungschef. Of-
fenbar wollte Berlusconi so von seiner neuesten
Affäre mit einer jungen Dame namens Ruby ab-
lenken. Die 18-Jährige war bei einem Diebstahl
erwischt und festgenommen worden. Angeb-
lich auf Druck von Berlusconi habe die Polizei
die Dame jedoch schnell wieder freigelassen,
berichteten jene italienischen Zeitungen, die
nicht Berlusconi gehören, der ja bekanntlich
im Nebenberuf Medienzar ist.
New York
iPad statt Druckmaschine
Der älteste schwule Verlag der USA wird ganz
modern. Nach 30 Jahren gibt Alyson Books das
Drucken von Büchern auf und wird in Zukunft
seine Publikationen nur noch in digitaler Form
auf den Markt bringen. Alyson Books setzt in
Zukunft nur noch auf IPad, Kindle und andere
E-Book-Lesegeräte. Der Vorteil der E-Books liegt
für den Verlag klar auf der Hand. Es müssten
keine hohen Druckkosten mehr vornanziert
werden. Damit sinke das nanzielle Risiko bei
der Herausgabe von Büchern drastisch. Offen
ist aber noch die Frage, ob Autoren und Leser
diesen radikalen Kurswechsel mitmachen. Der
Verlag gehört zum schwulen Medienimperium
«Here Media». Der Interim-Chef von Aylson Book
habe f ür «Here Media» bereit s er folgreich die di -
gitalen Versionen der Magazine «Out» und «The
Advocate» aufgebaut, teilte der Verlag mit.
Kairo
Polizeiwillkür gegen Schwule
in Ägypten
In Ägypten kommt es zu schweren Menschen-
rechtsverletzungen gegenüber Homosexuellen.
Das ist ein Fazit ei ner Reise des Mensc henrechts-
ausschusses des Deutschen Bundestags in das
Land am Nil. Am ärgsten von Diskriminierung
und Unterdrückung seien Schwule und Lesben
aus den ärmeren Schichten der Bevölkerung
betroffen. Diese würden von der Polizei schika-
niert, verhaftet und für mehrere Monate inhaf-
tiert, wenn sie sich nicht freikaufen könnten.
Volker Beck, offen schwuler Abgeordneter der
Grünen und Menschenrechtspolitiker, sagte:
«Die Ansicht der schwarz-gelben Koalition,
dass die Situation der Christen das grösste men-
schenrechtliche Problem in Ägypten sei, liess
sich nicht bestätigen. Christen werden zwar
deutlich diskriminiert, sind aber immerhin
keiner Verfolgung ausgesetzt.»
New Hampshire
Schwuler Bischof tritt zurück
Der offen schwule US-amerikanische anglika-
nische Bischof Gene Robinson hat seinen Rück-
tritt angekündigt. Er wolle im Januar 2013 in
den Ruhestand gehen, teilte der 63-Jährige An-
fang November der Jahresversammlung seiner
Diözese New Hampshire mit. Wie die New York
Times berichtete, gab Robinson als Grund für
seinen vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand
den weltweiten Aufruhr an, den seine Bischofs-
weihe auslöste. Er habe gar Morddrohungen er-
halten. Auch die Partnerschaft mit seinem «ge-
liebten Ehemann» leide darunter. Konservative
anglikanische Diözesen in Afrika und Asien,
aber auch in westlichen ndern wie Australi-
en sind strikt gegen offen schwule Bischöfe. In
den USA haben sich etliche Diözesen aus Protest
gegen die Weihe von Robinson von der Episko-
palkirche gelöst.
London
Eiskremwerbung als Kirchen-
satire verboten
Eisige Priesterliebe ging der britischen Aufsichts-
behörde für die Werbewirtschaft zu weit. Sie
verbot ein Werbeplakat des Eiskremherstellers
Antonio Federici (www.antoniofederici.com) für
eine Eiskrem, die ein eisschleckendes schwules
Priesterpaar zeigt. Die «sexualisierte Darstel-
lung von Priesterlaufe Gefahr, die religiösen
Gefühle von Katholiken zu verletzten, befand
die Advertising Standards Authority (ASA), die
Selbstkontrolle der Werbeindustrie. Nach An-
gaben der ASA hatten sich allerdings nur sechs
7
CRUISER Edition Winter 09/10 News
Menschen über das Plakat beschwert. Einen Mo-
nat zuvor hatte die ASA eine Eiswerbung mit
einer schwangeren Nonne mit dem Spruch «un-
beeckt empfangen» verboten. Der Eiskremher-
steller bezeichnete die ASA-Entscheidung als
«borniert». Gleichzeitig machte der Eishersteller
keinen Hehl daraus, dass die Anzeigen als sati-
rische Darstellung der Kirche gedacht waren.
San Diego
Reizdarmsyndrom durch
vulgäre Zurufe
Vier christliche Feuerwehrmänner aus San Di-
ego haben erfolgreich wegen sexueller Belästi-
gung geklagt, die ihnen bei der Teilnahme an
der Gay Pride im 2007 zugefügt worden sein
soll. Ein Gericht hatte den vier nnern je 34
400 Dollar Schmerzensgeld zugestanden. Die
vier nner waren von ihrem Arbeitgeber, der
Feuerwehr, abkommandiert worden, in der Gay
Pride Parade zusammen mit Kollegen die städ-
tische Feuerwehr zu repräsentieren. Die 150
000 Gay-Pride-Zuschauer hätten die Feuerwehr-
nner wie «Rockstars» gefeiert, erkrte die
Anwältin vor Gericht. Die zwölf Geschworenen
sahen es als erwiesen an, dass «vulgäre Zurufe»
aus der Zuschauermenge bei den vier frommen
Feuerwehrmännern zu «Kopfschmerzen und
Reizdarmsyndromen» geführt hätten.
Chicago
Bombengrüsse aus dem
Jemen an schwule Synagoge
Die schwul-lesbische Synagoge Or Chadash in
Chicago war eines der Ziele der Packetbomben
aus dem Jemen. Das Packet sei zwar an die Ema-
nuel Sy nagoge adressiert gewesen, aber mit dem
Hinweis, sie an die Or Chadash auszuliefern,
die sich mit der Emanuel Synagoge das Gebäu-
de teile, sagte Rabbi Michael Zedek gegeber
dem Wall Street Journal. Kurz vor der explosiven
Fracht, die rechtzeitig von den amerikanischen
Sicherheitsbehörden entdeckt worden war, sei
die Webseite von Or Chadash über 80-mal aus
Ägypten angeklickt worden, sagte Lilli Korn-
blum, Ko-Präsidentin von Or Chadash, gege-
be r C NN. Da s hab e « uns ner vö s gem ac ht», aber sie
hätten es nicht den Behörden gemeldet. Seit dem
vereitelten Attentat habe die Polizei die Sicher-
heitsvorkehrungen für die Synagoge verstärkt.
Berlin
Im Prinzip Ja Adoptions-
recht für Homopaare
Die deutsche Justizministerkonferenz setzt sich
für das Adoptionsrecht für gleichgeschlecht-
liche Paare ein. Das fröhliche Durcheinander
der deutschen Politik wird aber vorläug die
Umsetzung der Empfehlung der Justizminister
verhindern. Die CDU-geführten Bundesländer
stimmten gegen die Initiative. Zuständig für das
Adoptionsrecht ist zudem die Bundesregierung,
die derzeit von einer CDU/FDP-Koalition gestellt
wird. Wie in vielen anderen Fragen sind sich die
Koalitionspartner auch in der Gleichberech-
tigungspolitik für Schwule und Lesben nicht
einig. FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-
Schnarrenberger würde gerne Homopaaren die
Adoption erlauben. CDU-Familienministerin
Kristina Schröder ist strikt dagegen. Dennoch
begrüsste der Lesben- und Schwulenverband
(LSVD) die «länder- und parteiübergreifende
Initiative».
New Jakarta
Obama hatte Drag Queen als
Nanny
US-Präsident Barack Obama hatte als Kind in Ja-
karta eine schwule Nanny. Der Babysitter habe
ein Verhältnis mit dem Metzger um die Ecke
gehabt und sei mit der Gruppe «Fanastic Dolls»
als Drag Queen aufgetreten. Das berichtete die
Tageszeitung New York Times aus Anlass des
Besuchs Obamas in seiner alten Heimat. Oba-
ma lebte im Grundschulalter vier Jahre lang
in Jakarta, nachdem seine Mutter einen mus-
limischen Indonesier geheiratet hatte. Bis zur
Scheidung lebte die Familie vier Jahre lang in
Menteng Tebet, einem Stadtteil von Jakarta.
Obama besuchte damals in Menteng Tebet eine
katholische Schule. In dieser Zeit habe Obama
wohl viel über das Miteinander von Kulturen,
Religionen und alternativen Lebensweisen ge-
lernt, sonierte die New York Times.
Los Angeles
Pornostar verprügelt
Lebenspartner
Der frühere «Big Brother»-Kandidat und
schwule Pornostar Steven Daigle ist nach einer
handfesten Auseinandersetzung mit seinem
Freund in West Hollywood festgenommen
worden. Wie das Klatschportal TMZ meldete,
artete ein Streit zwischen Daigle und seinem
Freund Trent Locke, der ebenfalls als Porno-
darsteller arbeitet, vor der Schwulenbar «The
Abbey» in Gewalt aus. Locke sei mit einer Platz-
wunde am Kopf in ein Krankenhaus eingelie-
fert worden. Die Staatsanwaltschaft in Los
Angeles hat Daigle wegen minderschwerer
Körperverletzung angeklagt. 2008 wurde
Daigle als schwuler Cowboy in der US-Version
von «Big Brother» berühmt. Als er nach nur 16
Tagen das Big-Brother-Ghetto verlassen muss-
te, bot ihm Chi Chi LaRue einen Vollzeitjob als
Pornoakteur an.
Moskau
CSD-Verbot gesetzeswidrig
Das Verbot des CSD in Moskau im Jahr 2006 war
rechtswidrig. Das entschied der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg
einstimmig. Unter den Richtern war auch ein Ju-
rist aus Russland. Die Regierung der russischen
Hauptstadt habe mit dem CSD-Verbot gegen das
Recht auf Versammlungsfreiheit und das Dis-
kriminierungsverbot verstossen, befanden die
Richter. Der ehemalige Moskauer Bürgermeis-
ter Juri Luschkow hatte das CSD-Verbot damit
begründet, dass die Verbreitung von Homose-
xualität in Russland verhindert werden müsse.
Allerdings ist noch offen, ob Russland vor der
Grossen Kammer des Menschenrechtsgerichts-
hofes Berufung einlegen wird. Tritt das Urteil
aber in Kraft, ist es für Russland bindend.
Taipeh
Rekord-CSD in Taiwan
«Out and Vote» - Herauskommen und Wählen.
Das war das Motto der diesjährigen Gay Pride in
Taiwans Hauptstadt Taipeh. Die Veranstaltung
mit bunten Kostümen, Regenbogenfahnen, Wa-
gen und jeder Menge Zuschauer war ein histo-
risches Ereignis: 30 000 Schwule und Lesben
nahmen am bunten Event teil. Damit ist die Gay
Pride von Taipeh nicht nur die grösste in Tai-
wan, sondern in ganz Asien. Die taiwanesischen
Gays sind mutig. Als 2002 die «Taiwan LGBT
Pride Community» den ersten CSD veranstalte-
te, trauten sich immerhin schon 5000 Schwule
und Lesben auf die Strasse. Die Gay Pride 2010
zog von der Innenstadt zum Präsidentenpalast
und forderte mehr Rechte für Schwule und Les-
ben. Das Motto des CSD spielte auf die bevorste-
henden Gemeinderatswahlen an.
Helsinki
Massenaustritt aus Kirche
nach antischwuler Talk Show
20 000 Finnen sind aus der Evangelisch-Luthe-
rischen Kirche ausgetreten, nachdem sich Re-
präsentanten der Kirche in einer TV-Talk-Show
gegen schwul-lesbische Gleichberechtigung aus-
gesprochen hatten. So bezeichnete die Parteivor-
sitzende der Christdemokraten «ausgelebte Ho-
mosexualität» als «falsch». Päivi Räsänen berief
sich dabei auf «Freunde mit einer homosexuel-
len Identität», die sich aber gegen einen «schw u-
len Lebensstil» aussprechen rden. Dagegen
klang die Ablehnung des Adoptionsrechts für
gleichgeschlechtliche Paare durch Bischof Mat-
ti Repo schon fast moderat. In Finnland kön-
nen Kirchenaustritte Online erledigt und auf der
Website eroakirkosta. verfolgt werden.
8
Interview CRUISER Edition Winter 10/11
«Schwule Männer sind ehrlich»
Shawne Fielding redet offen über Sex, schwule Freunde und sagt, dass sie die Aufklärung
ihrer Kids nicht nur der Schule überlässt.
Interview: Daniel Diriwächter
9
CRUISER Edition Winter 10/11 Interview
«Schwule Männer sind ehrlich»
Shawne Fielding redet offen über Sex, schwule Freunde und sagt, dass sie die Aufklärung
ihrer Kids nicht nur der Schule überlässt.
Interview: Daniel Diriwächter
Shawne Fielding ist die
neue Botschafterin der
Aids-Hilfe Schweiz, welche
in diesem Jahr ihr 25-jähri-
ges Bestehen feiert. Im CR
spricht die vielleicht gla-
mouröseste Frau der Nati-
on über ihr Engagement
für die HIV-Prävention und
ihre Sympathie zur Gay-
Community.
CR: Shawne Fielding, du bist die neue Botschafterin der Aids-Hilfe
Schweiz, wie kam es dazu?
SF: Seit meiner College-Zeit setze ich mich für wohltige Zwecke ein.
Auch die HIV- und Aids-Prävention spielte dabei immer eine Rolle. Für
mich ist es wichtig, das Bewusstsein der Menschen hinsichtlich HIV zu
stärken. Als die Anfrage der Aids-Hilfe Schweiz kam, war für mich so-
fort klar, dass ich dabei bin.
CR: Welches war der auschlaggebende Punkt für dein Engagement?
SF: Ich schulde vielen HI V-positiven Menschen in meinem Leben so viel.
Fantastische Menschen, welche eine treibende K raf t f ür m ich sind. Fr ü -
her, in der Zeit meiner Schönheitswettbewerbe, lernte ich einen bedeu-
tenden Mann und Stylisten kennen, welcher mittlerweile seit 25 Jahren
positiv ist. Er wurde zu meinem besten Freund und Mentor. Dies ist der
Ursprung meines Engagements.
CR: HI V-Prävention kann auch heikel sein. Gab es eventuelle Kom-
mentare in deinem Umfeld?
SF: Ü berhaupt nicht. Aber auch wenn es so wäre, darauf w ürde ich nicht
hören. Diese Arbeit ist zu wichtig. Mir ist klar, was recht und unrecht ist.
Ich wil l die Menschen w ieder auf H I V sensibilisieren. Und am Ende geht
es um die Liebe, sie ist das Wichtigste im Leben, aber: Make Love Safe!
CR:r die Aids-Hilfe Schweiz wurde ein Foto versteigert, auf dem
du nur ein Red R ibbon trägst. War das deine Idee?
SF: Ja, das war im Endeffekt meine Idee, zusammen mit meinen engen
Freunden Sabrina Pesenti und Darryl von Däniken. Es war eine fantas-
tische Zusammenarbeit mit dem Fotografen Dan Cermark und dem
Make-Up- und Hair- «Genie» Emmanuel Florias, und allen weiteren Be-
teiligten. Am Ende sah die rote Schlaufe wirklich wie ein elegantes Kleid
aus und hatte nichts Anrüchiges.
CR: Ist die Charity-Arbeit in der Schweiz eine andere als in den
Staaten?
SF: Denitiv. Aus irgendwelchen Gründen sind die Schweizer dezenter
und reden nicht gerne darüber. Aber gerade wenn es um HIV und Aids
geht, müssen wir darüber reden, es darf kein Tabu sein! Denn ma n muss
auch über Sex reden können
CR: ...dann bist du perfekt für uns, weil du die Dinge beim Namen
nennst?
SF: Ja, ich kann Dinge aussprechen. Schau, es macht mich nicht verle-
gen, wenn ich über Sexualität spreche, auch nicht über meine eigene.
Schluss endlich geht es um Folgendes, ähnlich wie bei meinen Kindern:
Ich wil l, dass d iese gesund und glück lich sind. Dasselbe w ill ich f ür alle
Menschen. Darum kommt der Schutz beim Sex an erster Stelle.
CR: Denkst du bereits an die sexuelle Auf klärung bei deinen Kids?
SF:
K lar, es ist f ür mich völl ig nat ü rlich, dass ich meine zwei K inder of fen
aufkren werde. Auch hinsichtlich des Schutzes vor HIV. Sie können
mit jeder Frage auf mich zukommen. Ich will dies nicht nur dem Sexu-
alunterricht in der Schule überlassen.
CR: Stichwort Familie: Dein Cousin Mason starb an HIV, möchtest du
darüber sprechen?
SF: Ja, das war sehr tragisch. Mason und ich sind beide in der gleichen
Gegend aufgewachsen und haben vieles zusammen erlebt. Er inzierte
sich mit HIV als junger Mann um die 20. Das geschah in den 80ern, we -
nig später starb er in einem Hospiz bei Las Vegas.
CR: Damals wurde HIV als «Schwulenseuche» bekannt
SF: Mason war heterosexuell, trotzdem inzierte er sich durch unge-
sctzten Sex. HIV macht keinen Halt vor sexueller Orientierung. Ich
selbst komme glücklicherweise aus einem schwulenfreundlichen Um-
feld in Dallas, wir haben HIV nie so betrachtet. Viele wissen nicht, dass
es dort mehr homosexuelle Menschen gibt als beispielsweise in San
Francisco.
CR: Sprechen wir von der Gay-Community. Mittler weile wirst du als
Gay-Ikone bezeichnet.
SF: Das ist eine grosse Ehre für mich. Es hat sicher viel mit meinem Stil,
meinem Auftreten und meinem Vertrauen in schwule nner zu tun.
Und Schwule sind immer aufrichtig zu uns Frauen (lacht)! Die erste Per-
son, d ie w irk lich hundertprozent ig ehrlich zu mir sprach, wa r eben ein
schw uler Mann. Das ist das Band zw ischen uns Frauen und den Schwu-
len, einfach perfekt.
CR: Du lebtest in der so genannten «schwulen Hauptstadt» Berlin.
Jetzt in rich, ist das schwule Leben hier anders?
SF: Nicht wirklich. Stell dir vor, ich kam von Dallas direkt nach Berlin
und für mich war es total aufregend, in dieser internationalen Welt zu
leben. Klaus Wowereit und Guido Westerwelle wurden gute Freunde
von mir. Als ich später in Zürich lebte, el mir dieser Unterschied gar
nicht auf. Ich bin immer noch umringt von Schwulen, nichts hat sich
wirklich verändert. Aber ich würde gerne öfter in der Zürcher Gay-Szene
unterwegs sein, etwa diese White-Party soll fantastisch sein!
CR: Du vermisst Berlin also gar nicht?
SF: Sagen wir es so, die Deutschen waren immer aufrichtig zu mir.
Die Chefredakteurin der «Bunte» schrieb nach meinem Umzug in die
Sc hweiz, dass Berlin oh ne m ich nicht meh r dasselbe sei. Ich habe meine
Geschichte mit Berlin. Ich liebe diese Stadt und die Deutschen.
CR: Manche hiesige Journalisten sind hingegen nicht so nett mit dir.
Das Rockstar Magazin hat dich für einen zweifelhaften Preis nomi-
niert.
SF: Ja, dieser «Fuck You, You Fuckin’ Fuck» Award! Ich denke, sofern ich
ihn gewinne, könnte ich ihn zusammen mit meinen Kindern abholen.
Wäre doch lustig, nicht? Aber ich bin ja vorerst «nur» nominiert.
CR: Du nimmst also solche Publicity nicht allzu ernst?
SF: Nein, ich weiss, dass ich die Menschen polarisiere, das ist ok. Aber
egal, welche Meinung sie von mir haben, sie hören t rotzdem hi n. Deswe -
gen kann ich mich ideal für die HIV- und Aids-Prävention einsetzen.
1010
Prominent CRUISER Edition Winter 10/11
Prominent 2010
Degustationsnotiz zum aktuellen Promi-Jahr:
Kein Spitzenjahrgang. Blasse Farbe, rftiges
Bouquet, kurzer Abgang. Wir waren alle ein
bisschen Lena und ziemlich Gaga. Victoria von
Schweden hat geheiratet, Christa Rigozzi auch,
Guido Westerwelle ebenfalls. Die Olympiade
in Vancouver baute zum ersten Mal ein Gay-
Village, die WM in Südafrika führte nicht zum
ngst überfälligen ersten Coming-out eines
Spitzenfussballers. Das Coming-out von Ricky
Martin war keine Überraschung, die Schwan-
gerschaft der 54-jährigen lesbischen Rockröhre
Gianna Nannini eher. Der Gotthard hat eine
hre mehr, Gotthard einen Sänger weniger.
Dem Bundesrat fehlt der beste Redner, der
Musik welt noch immer Michael Jackson. Einiges
ist passiert, vieles nicht. Unsere Miss Schweiz
etwa studiert gar nicht Biologie und unser
Mr. Schweiz posierte zwar in pinken Speedos
für eine Gratiszeitung, hatte allerdings keine
Lust, Mr. Gay Dominic Hunziker mal zu tref-
fen, er habe keine Zeit für jede Miss Autopneu
(Zitat seines Managements). Auf der Mattschei-
be kämpften Chöre und testosterongeladene
Teenies (Jung, wild, sexy). Auf der Leinwand be-
gann das Jahr blau auf dem Planeten Pandora
und endete düster in den Schweizer Alpen mit
dem Sennentuntschi. Prominent 2010 hat eher
wenig Reifepotenzial, also am besten sofort
trinken. Prost, auf 2011, das Jahr, in dem Prinz
William seine Kate ehelichen wird und Fürst Al-
bert seine Charlene, das Jahr, in dem sich Stars
und Sternchen mal wieder in den Allerwerte-
sten kneifen sollten und etwas leisten für das,
was sie sind: PROMINENT. (rg)
Michael Jackson
Der Pop-König ist tot, seine Musik ist es nicht.
Weswegen in diesen Tagen auch ein neues Al-
bum erscheint. Ein posthumes Meisterwerk soll
es sein, passenderweise zur Weihnachtszeit.
Sein Titel ist schlicht und ergreifend «Michae.
Bereits stürmt die erste Single «Hold My Hand»
welt weit d ie C ha rt s. Ei n Song, den Michael Jack-
son schon 2007 eingesungen hat. Überhaupt
hat der Sänger in den Jahren vor seinem tra-
gischen Tod unzählige Songs aufgenommen,
die damals niemand haben wollte. Dies änderte
sich drastisch. Einige grosse Namen des Musik-
business sind auf «Michael» zu hören. So gibt es
Kollaborationen mit 50 Cent, Akon oder Lenny
Krawitz. Nicht ganz so begeistert scheint die
Jack son-Fa milie zu sein. Neben i hren Verschwö -
rungstheorien und Klagen könnte die Sippe
mlich keine Tantiemen daran verdienen. So
zweifelt etwa La Toya Jackson an der Echtheit
der Aufnahmen. Dem widerspricht Sony Music
entschieden. Und so dürfen wir am 14. Dezem-
ber ein Album erwarten, das einen regelrechten
Hype mit sich bringen wird. Ganz so, wie vor 20
Jahren, als Michael Jackson noch selbst für die
Publicity zuständig war. Seltsam und traurig,
dass er diesmal nicht dabei ist. (dd)
Edita Abdieski
Wir Schweizer sind die grossen Abräumer in
Deutschland, jedenfalls bei Casting-Shows. Dür-
fen wir auch, wenn schon jeden Monat Heer-
scharen der Nachbarn in unser Land einfallen.
Aus Rache verkaufen wir den Deutschen un-
seren Mainstream. Stefanie Heinzmann hat’s
bei Stefan Raab getan, Leo Ritzmann wollte es
bei Popstars versuchen, und nun steht die Ber-
nerin Edita Abdieski, die eigentlich in Köln lebt,
am Start. Sie gewann souverän und mit starker
Stimme den «X-Factor» bzw. soll sie den schon
lange innehaben, so die Juroren. Nun stehen
für die junge ngerin alle Türen der Musik-
branche offen. Türen, die sie vorher schon mal
einrannte. Mit ihrem ersten Musik-Projekt, dem
Duo «Vanesssaedita», dessen Ursprung in Büm-
pliz bei Bern liegt, erreichte Edita aber nur Ach-
tungserfolge. Schnee von gestern. Das Schein-
werferlicht leuchtet und da verzeiht man Edita
gerne einen verbalen Fehltritt. Nicht aber mit
falschen Tönen, sondern mit falschen Worten
hätte die Gewinnerin fast ganz mpliz ge-
gen sich aufgebracht. Dieses sei mlich ein
«Scheiss kaff bei Bern» (sprach sie damit vielen
Bernern aus der Seele). Natürlich entschuldigte
sich Edita Abdieski in aller Form und versprach,
ihren X-Factor auch dort erklingen zu lassen.
Zum Wohle des Quartiers. (dd)
Marco Fritsche
Moderator Ma rco Fr itsche setzt sich f ür die HI V-
Prävention ein. Dies tut auch Michael von der
Heide derzeit. Von Shawne Fielding ganz zu
schweigen. Nur bekommt Herr Fritsche dabei
die Gelegenheit, sich auch selbst zu präsentie-
ren. Ganz so, wie es das Publikum vom täto-
wierten Schönling gewohnt ist. Marco Fritsche
zeigt sich denn auch in einer erlesenen Unter-
schekollektion, von deren Erlös einige Taler
an die A ids- Hi lfe Schweiz  iessen. Konk ret ha n-
delt es sich um die ISA Bodywear, die der Mode-
rator ohne Zweifel ausfüllt, wenn nicht sogar
sprengen könnte. Als Aushängeschild soll Mar-
co Fritsche perfekt sein, so der Hersteller. Nicht,
weil er schwul ist, sondern weil Fritsche «eine
sympathische, bodenständige Persönlichkeit
ist, die bei Jung und Alt gut ankommt». Wir sind
bei diesen Worten erleichtert, dass nicht Sven
Epiney den Job bekommen hat. Zurück zum
Wesentlichen. Besagte Untersche ist Quali-
tätsstoff, und für eine solche musste auch ein
Marco Fritsche leiden: «Als feststand, dass ich
bei dieser Kampagne mitmache, habe ich mei-
ne Trainingseinheiten im Fitnessstudio erhöht
und darauf geachtet, was ich esse. Kohlenhy-
drate waren erst einmal tabu», so der Bauern-
Kuppler. Nun kann sich das Allround-Talent of-
fenherzig und durchtrainiert präsentieren für
den guten Zweck, versteht sich. (dd)
11
CRUISER Edition Winter 10/11 Prominent
Carey Mulligan
Sie verbrachte ihre Kindheit in Luxushotels.
Nein, für einmal geht es nicht um Paris Hil-
ton. Und ja, es gibt sie noch, die Stars, die mit
Stil und Sympathie punkten statt mit Sex und
Skandal. Der Vater der britischen Aktrice Carey
Mulligan war Manager von Intercontinental.
Ihr Schauspieltalent entdeckte sie fh in einer
deutschen Steiner-Schule, wollte danach eigent-
lich an die Uni, landete nun aber auf der grossen
Leinwand. Für «An Education» erhielt sie zahl-
reiche Trophäen und eine Oscar-Nominierung,
jüngst stand sie in Wall Street 2 an der Seite von
Michael Douglas. Zwischen ihr und Filmpart-
ner Shia LaBeouf funkte es auch privat. End-
lich Bilder eines neuen Hollywood-Glamour-
Paares, man konnte mal wieder etwas anderes
bewundern als Brangelina mit ihrer Kinder-
schar beim Überqueren einer Strasse oder auf
einem Flughafen-Rollband. Inzwischen haben
sich die beiden allerdings getrennt, die Liste
wird nun angeführt von Scarlett Johansson und
Ryan Reynolds (soeben zum Sexiest Man Alive
gekürt). Mulligan ihrerseits hat Johansson ge-
rade die begehrte Hauptrolle in einem Remake
von «The Great Gatsby» weggeschnappt und
auch sie führt wieder eine Liste an: die der best-
angezogenen Frauen der Welt, wie das renom-
mierte Modemagazin Harpers Bazaar befand. In
einer Vogue-Fotostrecke war die neue Stilikone
Carey zu bewundern, und bald auch wieder
im Kino, in «Never let me go», der Verlmung
des grandiosen Kazuo Ishiguro-Erfolgsromans.
Auch damit wird sie wieder für Aufsehen sor-
gen, kein Zweifel. (rg)
Düsseldorf 2011
Wer vertritt die Nationalfarben am kommen-
den Song Contest in Düsseldorf? Deutschland
machts sich einfach: In einer raabschen Show
tritt die Vorjahressiegerin, Darling Lena, mit 14
verschiedenen Songs 14-mal gegen sich selbst
an. In der Schweiz versucht man ganz demokra-
tisch neue Wege zu gehen und lä sst das Volk ent-
scheiden. Das Videoportal der Vorrunde glich
einem Gruselkabinett. Komiker Peach Weber
etwa versuchte sein Glück mit einem rekord-
verdächtig schlechten Song. Einen echten Re-
kord inklusive Eintrag ins Guinness-Buch ist
dem Aargauer bereits gelungen: Die Show mit
dem am ngsten dauernden Vorverkauf. Kein
Witz! Am 15.10.2027 ndet sie statt, im Zürcher
Hallenstadion. Einen Eurovsion Song Contest
wird es in dieser Lokalität angesichts der ak-
tuellen Kandidaten wohl bis dahin nicht ge-
ben. Gedacht, dass es nach Peach Weber nicht
mehr schlimmer geht? Man klicke weiter und
sehe Oeschs die Dritten. Doch man kann auf-
atmen, beide haben es nicht in die Final-Aus-
scheidungsshow vom 11.12. geschafft, auch die
Gay-Lieblinge von Glitzerhaus sind nicht mit
dabei. Man setzt auf kleine Namen und grosse
Sti mmen. Die Hof fnungen liegen bei der A mer i-
kanerin Sarah Burgess. Auf 12 Points zu hoffen
re dennoch ziemlich vermessen. Und so wird
man im kommenden Mai, wenn unser nächster
Vertreter mit Zero Points zurückkommt, wohl
an einen alten Schlager zurückdenken: rst
du doch in Düsseldorf geblieben(rg)
Tom Kummer
Seine Promi-Interviews in der Weltwoche, im
Tagi-Magazin und in der Süddeutschen Zeitung
waren legendär. Demi Moore gab Schönheits-
tipps (Meersalz-Peeling!), Mike Tyson erzähl-
te von seinem Lieblingsgericht (Kakerlaken!),
Bruche Willis outete sich als Eigenbrötler und
Sharon Stone schwadronierte über den Mythos
der Liebe und lesbische Affären. Wie schaffte
es Kummer nur, so nah an die Stars ranzukom-
men?, fragte man sich immer wieder. Erst nach
sechs Jahren und unzähligen Interviews kam
die Antwort: Alles frei erfunden. Der Berner
Journalist hatte die Stars nie getroffen. Auf die
Idee, Interviews zu fälschen, kam er bei einer
Pressekonferenz von Pamela Anderson. Er stell-
te ihr eine Frage über die Verwischung der Gren-
ze zwischen Fiktion und Realität im Starkult,
sie antwortete: «Ich verstehe diese Frage nicht».
Kummer wusste, dass es nicht die Antwort war,
die seine Leser wollten und dachte sich eine an-
dere aus. Pünktlich zum zehnjährigen Jubilä-
um des grossen Medienskandals kam nun der
Dok-Film «Bad Boy Kummer» ins Kino. Späte-
stens damit ist der gewiefte Betrüger, der heute
in Amerika erfolgreich als Tennislehrer arbei-
tet, selbst zum Star geworden. Der Fall zeigt ei-
nerseits mal wieder, dass man den Klatschspal-
ten nicht alles glauben kann (erst vor kurzem
og auf, dass ein grosses Beyoncé-Interview im
NEON ein Fake war), andererseits aber auch,
dass Promis erst dann richtig interessant wer-
den, wenn Dichtung und Wahrheit aufeinander
treffen. Bei CR.-Prominent jedoch, da ist alles
sorgfältig und wahrheitsgetreu recherchiert,
versprochen. Und doch mit viel Fantasie ge-
schrieben. (rg)
Rockstar Magazin
Den amüsantesten Award in der Schweizer Pres-
selandschaft liefert ohne Zweifel das berühmt-
berüchtigte Rockstar Magazin. Die selbster-
nannte «Stars and Hype»-Postille, welche immer
wieder mit ironisch-respektlosen Texten zum
Lesen anregt, wählt mit Vorliebe jedes Jahr den
nervigsten Schweizer Promi. Dazu gibt es zehn
Nominierte, welche hoffen rfen, den «Fuck
You, You FuckinFuc-Award 2010 nicht mit
nach Hause zu nehmen. Wiederum übertraf
sich die Redaktion mit bissigen Kommentaren.
So bekommt DJ Antoine folgendermassen sein
Fett weg: «2010 war ein gutes Jahr für DJ Antoine
und dementsprechend ein schlechtes für den
Rest der Menschheit. Er schrieb im Februar die
Musikgeschichte um, als er die Songwriter-
Rechte von «Purple Raifür sich beanspruchte».
Eine gerechte Nominierung in diesem Falle.
Auch Christa Rigozzi ist nicht mehr Liebling
der Nation. Sie und ihr Ehemann «schienen in
diesem Jahr nicht mal den ll rauszubrin-
gen, ohne dass zuvor mtliche People-Redak-
tionen der Nation dazu eingeladen wurden.
Höhepunkt war schliesslich die Hochzeit ganz
in Weiss und Orange.» Tja, nicht alle haben das
Solarium-Bräunen im Griff. Acht weitere «Star
sind in der Auswahl. Am 21. Dezember wird der
Gewinner genüsslich bekannt gegeben. (dd)
12
Portrait CRUISER Edition Winter 10/11
Vom Prinzen geküsst
Alexander Andreas Prinz zu Schaumburg-Lippe (36)
sammelt ab 2011 auch für die Aids-Hilfe Schweiz.
Dabei ist Sammeln gar nicht sein eigentliches Metier.
Von Lola Sara Arnold-Korf
Photos: © J.Jackie Baier, 2010
courtesy Zu Schaumburg-Lippe
13
CRUISER Edition Winter 10/11 Portrait
Grosse Ereignisse werfen
ihre Schatten voraus:
Pünktlich zum Welt-Aids-
Tag am 1. Dezember und
zum 25. Jubiläum der
Aids-Hilfe Schweiz, kündigt
Alexander Andreas Prinz
zu Schaumburg-Lippe einen
neuen glanzvollen Charity
Event in Zürich an: den
«Tribute to Life» zugunsten
HIV-positiver Menschen
und Aidskranker. Ab 2011
soll unter seiner adligen
Schirmherrschaft das jähr-
liche gehobene Wohltätig-
keitsfest dann regelmässig
stattnden.
«An den Life Ball in Wien werden wir wohl nicht ganz herankommen,
aber Zürich hat einen exklusiven Benez mehr als nötig.», ndet Alexan-
der Andreas Prinz zu Schaumburg-Lippe. Dank guter Verbindungen zu
Adels- und Wirtschaftskreisen soll eine stattliche Summe zugunsten der
A ids-H ilfe Schweiz zusa mmenkommen. Sc hon jetzt freut sich G esc hä fts-
führer Daniel Bruttin: «Das Geld können wir wirklich sehr gut gebrau-
chen, denn die Spendenfreudigkeit hat doch recht stark abgenommen.»
Margarete II. war auch dabei
Wer aber ist eigentlich der Prinz, der sich für die Schwachen stark
macht, und warum ist es ihm ein Anliegen, Wohltäter zu sein? Alexand-
er Andreas Prinz zu Schaumburg-Lippe entstammt einer wohlhabenden,
deutschen Unternehmerfamilie. Eingeheiratet in die nische Linie des
rs tenhauses zu Schaumburg-Lippe, deren Oberhaupt Waldemar Prinz
zu Schaumburg-Lippe – der Cousin von Margarete II. Königin von Däne-
mark – ist, nutzt er seinen guten Namen nun, um eissig Geld für gute
Zwecke zu sammeln.
Trotz des Titels ist er bodenständig geblieben: Er liebt Kunst, vor allem
moderne Maler w ie Da li u nd E lswor th Kelly. Er hör t gerne Musi k der 80er -
Jahre, spielt Golf, verehrt Schauspielerin Joan Collins (weil «sie in ihrer
Rolle im ‹Denver Clan› so durchsetzungsfähig ist»). Alexander Andreas
Prinz zu Schaumburg-Lippe reist gerne in die Berge und auf einsame
Inseln. Kino hingegen hasst er, und lediglich der Film «Der Teufel trägt
Prada» konnte ihn ins Kino locken.
Sprühende Funken auf dem Oktoberfest
Mit Prinzessin Karin zu Schaumburg-Lippe war er einst verheiratet und
reektiert im Nachhinein, dass er sie «aufrichtig mit allem Drum und
Dran geliebt hat» und nach der Scheidung «keinen einzigen Ehetag be-
reut». Heute tröstet ihn sein Freund Jörg Kirschke (39), erfolgreicher Ge-
schäftsführer in Schweden für ein global tätiges Logistikunternehmen
über das Liebes-Aus mit der Prinzessin hinweg. «Wir kannten uns schon
seit vielen Jahren. Irgendjemand von uns war jedoch immer in einer Be-
ziehung. Auf dem nchner Oktoberfest waren wir das erste Mal gleich-
zeitig Singles und da hat es dann auch endgültig gefunkt.»
Und Jörg erklärt sich den Vorfall so: «Prinz Alexander hat meinen Be-
schützerinstinkt geweckt. Er ist ein sensibler Weltverbesserer, der als er-
folg reicher Gesc hä ftsma nn aber auch knal lhart sein kan n. In der Öf fent-
lichkeit beachte ich die Etikette und lasse ihm den gebührenden Vortritt.
Hinter verschlossenen ren werden die Rollen dann ganz nach meiner
Fasson getauscht!», berichtet er vielsagend.
Adelig und schwul: Strafe oder eher ein Ver-
gnügen?
Adelig und schwul: Ist das nun eine Strafe oder eher ein Vergnügen? «Na-
türlich Vergnügen!», betont Alexander Andreas Prinz zu Schaumburg-
Lippe mit fester Stimme.
r Alexander Andreas Prinz zu Schaumburg-Lippe ist «Homosexualität
hundert Prozent genetische Veranlagung». Auf die Frage seiner Mutter
in seinem fünften Lebensjahr, was er einmal werden wolle, wenn er
erwachsen sei, antwortete der Prinz: Schauspieler. Und auf Nachfrage
seiner vorahnungsvollen Mutter, begründete er seinen Berufswunsch:
«Weisst du Mama, es gibt da so einen Traum, den ich nachts oft träume:
Die Bühne liegt eingehüllt in tiefste Dunkelheit. Nur ein einziger Licht-
strahl ist auf mich gerichtet und alle Leute schauen mich an.» «Von
da ab war meiner Mutter klar, dass ich einmal schwul werden würde.»,
schmunzelt der Prinz.
Doch zurück zur Aids-Hilfe: Es stellt sich die Frage, woher sein grosses
Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, kommt. Ein Hinweis darauf
könnte sich in seinen Kindheitserlebnissen nden. Eher mit Wehmut
erinnert sich der Prinz an seine Eltern. «Völlig vergebens habe ich lan-
ge Zeit um Liebe und Anerkennung dort gebettelt», sagt der Prinz mit
trauriger Stimme. Als einziger Spross seines Vaters und damit künftiger
Stammhalter einer alten deutschen Kaufmannsfamilie bestand sein Va-
ter nach der Scheidung von seiner Mutter auf dem alleinigen Sorgerecht.
«Mittlerweile weiss ich, dass mein Vater meine Mutter nicht lange bitten
musste, sondern ihr die Entscheidung mit einer Abndung erleichtert
hat.» Allerdings: «Meinen Vater sah ich dann zwischen meinem fünften
und 15. Lebensjahr immer nur ein paarmal im Jahr.»
Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund
Doch auch das sst sich noch steigern: Im Alter von 17 Jahren wurde
der einzige Sohn kurzerhand aus dem Haus geworfen – nachdem er sich
als schwul geoutet hatte. Bei Nacht und Nebel mit einem Louis Vuitton
Koffer, 25 Mark Bargeld und gesperrten Kreditkarten im Portemonnaie,
wurde der junge Prinz dann in die raue Realität entlassen, abgeschnitten
vom Finanztropf seines reichen Vaters.
Die Liebe und das Leben spülten den Prinzen bei einem Professor der
Kunsthochschule Leipzig an Land. Dieser nahm ihn bei sich auf und er-
mutigte den Prinzen, einige Semester Malerei und Grak zu studieren.
Dieser Ausug in die Malerei sollte sich noch als nützlich erweisen: Seine
Kunst aus Gips und Acryl verkaufte der Prinz erfolgreich zur Finanzie-
rung seines BWL-Studiums in München.
Blaublüter müssen nicht kalt sein
Sein bester Freund aus Studientagen, Achim Kathan, der als Jurist in einer
Londoner Bildagentur tätig ist (www.bridgemanart.com), bringt die Persön-
lichkeit des Prinzen auf den Punkt: «Prinz Alexander war nie ein Schaum-
schläger und ist auch heute kein aufgeblasener Blaublüter. Mir gefällt an
ihm seine Verlässlichkeit und Grosszügigkeit. Er ist einer der wenigen Men-
schen, die ich kenne, der hundertprozentig zu dem steht, was er sagt.»
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und profitiere bereits in diesem Jahr!
15
CRUISER Edition Winter 10/11
Portrait
Im Hinblick auf den geplanten Charity-Event «Tribute to Life» fällt Achim
Kathan spontan ein: «Prinz Alexander war schon damals jemand, der,
sobald er etwas Geld in der Tasche hatte, eine permanente Bringschuld
gegenüber seinen Mitmenschen fühlte. Dabei wäre er es eigentlich, dem
man nach seinen traumatischen Erfahrungen etwas zurückgeben sollte.
Im Gegensatz zu ihm bin ich der rationale Typ. So hatte ich viele Jahre
Mühe mit seiner Offenherzigkeit.»
«Tribute to Life» ist aber auch ein vereintes Herzensanliegen von Prinz Ale-
xander und seinem Lebenspartner Jörg Kirschke. «Bisher hat mein Prinz vor
allem für todkranke Kinder und die Erfüllung ihrer letzten Wünsche Geld
gesammelt. Im letzten Jahr waren es über seine Stiftung QDirect Charity
viele Tausend Euro. Das Geld kam vor allem auch dadurch zusammen, weil er
mit seiner Firma, die zu den erfolgreichsten Direktmarketingunternehmen
(mit Kunden wie Vodafone, Axel Springer, o2 oder dem Otto-Versand) gehört,
eifrig in den Vorstandsetagen für sein Hilfsanliegen geworben hat. Nicht nur
in dieser Hinsicht bin ich sehr stolz auf meinen Prinzen», sagt Jörg.
HIV wird oft verdrängt oder vergessen
Dass Alexander Andreas Prinz zu Schaumburg-Lippe sich nun der Aids-
H il fe z uwendet , hat auc h se ine n Gr und: «Da s T he ma H I V u nd A id s sc he int
mir zu sehr in Vergessenheit zu geraten oder auch einfach verdrängt zu
werden. Nicht nur in meinen Kreisen, sondern auch unter der Jugend
nehme ich die erschreckende Tendenz wahr, dass viele glauben, durch
die neuen Medikamente handle es sich bei HIV um eine dauerhafte Er-
kältu ngsk rank heit.» Vor k urzem hat er erst den W iener L ife Ball besucht
und war zu Elton Johns jährlicher grosser Charity Gala eingeladen. Unter
dem Eind r uck der H ilfsbereitscha ft, die er dor t angetrof fen hat, und der
enormen Summen, die gesammelt wurden, beschloss Prinz Alexander
sich künftig mehr in diesem Bereich zu engagieren und selbst so richtig
anzupacken. Im Hinblick auf die beidseitige Motivation in Sachen Aids
zu helfen, ergänzt Lebenspartner Jörg: «Ich habe als junger Schwuler in
den 90er Jahren erlebt, wie viele meiner Freunde weggestorben sind und
AIDS, durch den Hinschied von Rock Hudson und Freddy Mercury auf
einen Schlag in unser aller Bewusstsein trat.»
Und wie sehen die Turteltauben darüber hinaus ihre private Zukunft?
«Jörg und ich sind über die Massen glücklich miteinander. Und was kann
es denn Schöneres geben, als frisch verliebt durch das winterliche Zürich
zu laufen, oder oben am Berg, am Abend, vor dem Kamin zu sitzen?», gibt
Prinz Alexander dazu zu Protokoll.
Eine Veranstaltung der künstlerischen
Ultraklasse
Bleibt nur noch der Ausblick auf«Tribute to Life» in Zürich 2011. Erwarten
dürfen wir wohl in jedem Falle eine gehobene Veranstaltung der künst-
lerischen Ultraklasse, garantiert durch den exzellenten Geschmack
des Prinzen – nicht nur in seinen eigenen fürstlichen Quartieren, wie
ich ihn rundum wahrnehmen konnte. Auch sein Innenarchitekt Mar-
kus Stoll von der Firma «Artus Inneneinrichtungen by Markus Stoll»
(w w w.ar tus-ag.ch)  ndet: «So w ie ich seine Hoheit aus der Verga ngen heit
kenne, wird die Charity Veranstaltung ein einzigartiges Feuerwerk er-
lesenen Geschmacks mitsamt einer Vielzahl illustrer ste ein echtes
Highlight in der Zürcher Gesellschaft.»
Daniel Bruttin, der Geschäftsführer der Aids-Hilfe Schweiz, freut sich
über die unverhoffte Unterstützung aus dem Adel: «Dass Alexander An-
dreas Prinz zu Schaumburg-Lippe seinen Namen und seine Beziehungen
für unser Anliegen einsetzen will, kommt genau zum richtigen Zeit-
punkt, denn das Geld, um unsere gewohnte Arbeitsqualität zu halten,
wird zunehmend knapp.»
Photos: © J.Jackie Baier, 2010, courtesy Zu Schaumburg-Lippe
1616
Szene CRUISER Edition Winter 10/11
Beefcake
Massige Jungs, leicht machoid
und sexy.
In den Fünfzigerjahren waren sie so populär wie
nie. Magazine voller Bilder von gutgeölt glän-
zenden Muskelmännern, dazu gab es durchaus
ernst gemeinte Ratschläge zur Förderung der
eigenen körperlichen Gesundheit. Doch hinter
den schönen und gut trainierten Körpern ver-
barg sich eine Geheimwelt, die sich nur weni-
gen Insidern öffnete.
Beefcake greift mit seinem Konzept auf diese
Ära der Schwulenwelt zurück. Mit der Eröff-
nungsparty am Weihnachtstag setzen die Ver-
anstalter auf ein erotisches und zugleich mu-
sikalisch durchdachtes Konzept, mit dem Ziel,
die Idole der 50er-Jahre-Schwulenszene neu zu
interpretieren.
Das neu eröffnete Plaza ist dafür genau richtig.
Nach Fast hundert Jahren Kino steht nun an der
Badenerstrasse ein Retrostil-Club. Neben dem
Hauptsaal im Parterre bendet sich im oberen
Stock die Kosmos-Bar mit einer beachtlichen
Grösse für ein Fumoir mit Bar und Musik. Gleich
neben der Bar bendet sich der Discosaal mit
Original-Discoleuchtboden, der als Schmuck-
stück des Clubs gilt.
Mit insgesamt drei Stockwerken und vier ver-
schiedenen Räumen bietet der verschachtelte
Plaza Club seinen sten viel Freiraum, um den
eigenen Lieblingssaal individuell zu denieren.
Um sich in den Gängen nicht zu verirren, helfen
gut beschriftete Leuchtsignale, die noch ein re-
likt des früheren Kinobetriebes sind.
Musikalisch setzt Beefcake auf bekannte DJs, die
ihrer Musikrichtung Treue geschworen haben.
DJ Gaetano Urgestein der feinen Housemusik
wird der Captain des Disco- und Houseoors sein.
Der Headliner am Weihnachtsevent ist DJ Jack
Chang aus London. Jack hlt zu den interna-
tional erfolgreichsten DJs der Schwulenszene.
An seiner Seite steht der spanische DJ Miguel
Angel. Lebendig, dynamisch und geladen mit
spanischem Temperament, wird Miguel sei-
nen Teil dazu beitragen, um die Besinnlichkeit
in ungehemmte Lust zu verwandeln. Und wer
am Weihnachtsdinner bei der Oma nicht ge-
nug Fleisch vor die Nase gesetzt bekommen hat,
muss sich keine Sorge machen, die Beefy-Jungs
werden bestimmt den Resthunger stillen.
Beefcake
100% Natural Beef!
Opening 25.12.2010, ab 22.00 Uhr
Plaza Club, Badenerstrasse 109, 8004 rich
JACK
The Love Life Issue
Adventszeit die einen lieben, die andern hassen
sie doch die meisten versuchen, sich zwischen
Frust, Picht und Lametta einigermassen ge-
fühlsneutral durchzuschlängeln. Cüpliabende
in geschmacklos dekorierten Züribars und Sa-
michlausapéros nach Büroschluss versetzen
nun mal, wenn auch gut gemeint, nicht jeden
in wohlige Zimtsternlaune.
Ausgleich will die Jack-Party anfangs Dezem-
ber schaffen, die nicht nur zur Weihnachtszeit
gleichsam Zuuchtsort als auch Meeting Point
für Glückssuchende bedeutet.
Gerade mal zwei Tage vor Samichlaus bietet der
Festsaal die stilvolle Kulisse, in der wahrhaftig
Glamouröses unaufgesetzt über die Bühne geht.
Seit einigen Jahren heizt Leonardo Glovibes als
Headliner den kühlen Londoner Clubs ein. Mögli-
cherweise ist es seinem populär italienischen Flair
zu verdanken, dass er 2009 den zweiten Platz der
Parties und
Events
17
CRUISER Edition Winter 10/11 Szene
begehrtesten britischen DJs belegen durfte und
dieses Jahr wurde er an den «Boyz music awards»
ehrenvoll zum Newcomer des Jahres ernannt.
Monatlich bringt er eine immer gsser wer-
dende Fangemeinde als Resident DJ im legendä-
ren Ministry of Sound mit seinen assortierten
House-Beats zum Kochen.
Dabei würde alleine schon seine Erscheinung,
die eischgewordene Schwulen-Phantasie des
«italiano vero», manch einen auch ganz ohne
Beat ins Schwitzen bringen.
In dieser Nacht wird der international gefeierte
Zürcher DJ Juiceppe an der Seite unseres Italian
Stallions für erfrischend spritzige Momente
sorgen.
r den 2nd oor haben sich die Jack-Macher
spontan für eine Newcomerin entschieden, die
sich alternierend mit dem alteingesessenen An-
gel O. die Plattennadel teilt: «Heldin im Cha-
os» begeistert mit Wiederentdecktem aus Pop
und Disco.
Eine verzückende Mischung von weihnächt-
licher mpli-Wohligkeit und stampfenden
Beats zu kreieren, ist nicht einfach. Man darf
gespannt sein, was Jack in dieser Hinsicht den
Gästen vor dem Fest der Feste beschert.
JACK The Love Life Issue
Samstag, 4. Dezember 2010, Ab 23.00 Uhr
Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich
www.jackcompany.com
The nal chapter of
Revolution @ Lotus
Flexx im Januar 2011 im
Loop38
Aller guten Dinge sind ja bekanntlich deren drei.
Aus diesem Grund lädt Revolution zum dritten
Mal im Dezember in den Lotus Club Zürich ein.
Ein weiteres Mal heisst es, den positiven Energien
freien Lauf lassen und eine fantastische Nacht
zelebrieren. Nur weil es die letzte Revolution im
Lotus ist, bedeutet das noch lange nicht, dass Ko-
sten und hen gespart wurden. Eingeogen aus
Amsterdam wird DJ RW. Als Resident der unver-
gleichlichen Rapido bringt er die leckeren Kerle
jedes Mal aufs Neue in Extase. Beim Amsterdam
Leather Pride ist er immer an den Turntables be-
kannter Party labels anzutreffen. Ideale Ergän-
zung für seine Progressive- und Tribal-Beats ist
Nick Harvey. Nick ist regelmässig im Club Aaah!
hinter den Decks vertreten. Als Produzent sei-
nes eigenen Labels kennt er sich musikalisch auf
dem ganzen Globus aus. Dies rt man in seinen
Sets, welche sehr energiegeladen die Menge zum
Kochen bringen. Somit werden die besten Voraus-
setzungen geschaffen, um eine perfekte Samich-
laus-Party zu psentieren. Und keine Sorge, wer
nicht anständig war, hat höchstens Muskelkater
zu befürchten.
Nach der Abschiedsparty im Dezember im Lo-
tus heisst es dann gleich anfangs Januar: Will-
kommen im Loop38. Das brandneue Jahr hat
begonnen, bei einigen fulminant, bei anderen
eher ruhig. Ganz sicher fulminant ist das High-
light des Januars: die Flexx-New-Year-Party.
Revolution
Samstag, 4. Dezember 2010, ab 23.00 Uhr
Lotus Club, Pngstweidstrasse 70, 8005 Zürich
Flexx-New-Year-Party
Samstag, 8. Januar 2011, ab 23.00 Uhr
Loop38, Albulatrasse 38, 8048 rich
Jungle-
Celebration-Party
Get ready for a flexx french
touch
Zum ersten Mal präsentieren die Macher der
Flexx- und Revolution-Party ihren eigenen
Danceoor bei der beliebten Jungle-Celebration-
Party im berühmten MAD in Lausanne.
Eigens dafür versüssen DJ Nick Harvey und
Flexx Resident DJ Ajaxx mit den angesagtesten
Progressive- und Tribal-House-Scheiben den
Start ins neue Jahr und verleihen der Jungle-
Party einen sehr energiegeladenen Touch. Ganz
so wie ihn viele Tanzwütige bereits des Öfteren
in Zürich zu Ohren bekommen haben.
Jungle selbst präsentiert im grossen Festsaal mit
Nick Tcherniak einen Top-DJ der Extraklasse.
Der Londoner DJ und Produzent begeistert seit
Jahren das Partyvolk in London mit seiner Mi-
schung aus Progressive, Tech-House und Classic
House mit einer starken Tribalnote.
Zusammen mit Jungle Resident Antoine909
wird er den Festsaal zum Kochen bringen. In der
Zap-off Gallery wird nach einem Warm-up von
DJ Nicodisco der Brite DJ Murray Mint die 70ies
und 80ies mit passendem Sound wiederaue-
ben lassen. Spass ohne Ende ist garantiert.
Wie nicht anders gewohnt, bringen die Macher
der Jungle wieder schrille Drag Queens, geile
Gogo-Boys aus Italien und natürlich die heissen
Stripper, welche die Temperaturen nochmals
ordentlich in die Höhe treiben werden.
Einen besseren Start ins neue Jahr kann man
sich wohl kaum vorstellen.
Tickets
Abendkasse Eintritt: CHF 35.–
Vorverkauf Tickets: CHF 25.–
Genf: Nathan, Phare, Déclic, Substation & sauna
Bains de l’Est
Lausanne: Sauna Pink Beach, Saxo, Open Café,
l’Entrée, ML16, Pur, Luna & Yokosoo
Bern: Sauna Sun Deck / Basel: Sauna Sunnyday
Zürich: Sauna Moustache & Cranberry
Jungle Celebration Party
31.12.2010 ab 22.00 Uhr
MAD, rue de Genève 23, 1003 Lausanne
Neue Heimat für
Lotus-Gäste
Das G-Colors House macht
ein Angebot.
Nun scheint es nach einem jahrelangen Hin
und Her endgültig zu sein. Ab 1. Januar 2011 ist
der Lotus Club (ehemals Labyrinth) angeblich
nicht mehr geöffnet, weil das Gebäude abgeris-
sen werden soll. Das G-Colors House bedauert
die Schliessung des Lotus Clubs. Hat der Club
doch über Jahre zu einem vielfältigen Club-
leben in der Stadt Zürich viel beigetragen. Der
Club Aaah! im G-Colors House will nun den hei-
matlosen Lotus-Gästen nahtlos ab Januar eine
Ersatz-Heimat bieten. ste mit Memberkarten
vom Lotus oder Labyrinth erhalten im Januar
einen ermässigten Eintritt.
Ausserdem werden an den Freitagen und Sams-
tagen neu mehrere DJs auegen. Marco Uhlig
(Boya hkasha) macht das DJ- Book ing und L ine up.
Er sorgt dafür, dass auch für jene Gäste, welche
erst zu früher, sprich später Stunde auf die Gasse
gehen, noch DJs in voller Frische und mit Elan
auegen werden bis in den Morgen hinein.
Sollten die ehemaligen Lotus-Gäste nun ver-
mehrt in die Innenstadt pilgern, will man allen-
falls nach einer zwei- bis dreimonatigen Probe-
phase zusätzlich eine weitere Etage im Haus für
das Clubleben einrichten.
Der Eintritt ins G-Colors House ist am Wochen-
ende jeweils bis 22.45 Uhr gratis.
Neu ist auch, dass ab Januar jeweils immer der
letzte Samstag im Monat im Club Aaah! only for
Men ist. Also im T&M bunt gemischt, aber die
Etage darüber nur für Männer.
G-Colors-House
Marktgasse 14, 8001 Zürich, www.g-colors.ch
1818
Szene CRUISER Edition Winter 10/11
Musical Moments
Die Crew Show im Dezember
Es ist wieder so weit. Die T&M Crew hat wie jedes
Jahr eine Crew Show vorbereitet. Dieses Mal wer-
den unvergessliche Songs aus bekannten Musi-
cals auf der Bühne des T&M inszeniert. Die Crew
hat sich auf verschiedene Songs vorbeireitet,
die viel Raum für Phantasie und Kreativität zu-
lassen. Wie jedes der Lieder aufgeführt werden
wird, verraten wir an dieser Stelle zwar noch
nicht, aber die Zusammensetzung der Show-
Truppe ist kein Geheimnis. Dabei sind: Antonio,
Roger, Petra, Nikita, Serenity Bay, Nina Bohème,
Dominique, Afrodita und Marian.
r die Zeit der Crew Show unter der Woche ist
der Eintritt gratis. Und wer es nicht schafft, un-
ter der Woche reinzuschauen, muss sich keine
Sorgen machen, denn es gilt wie an jedem Wo-
chenende im T&M: bis 22.45 Uhr kein Eintritt.
Wo bekommt man heute noch eine Show darge-
boten, ohne bezahlen zu müssen!?
Der Abend wird jeweils nach der Show von
DJ Marc S. musikalisch unterstrichen. Und wer
DJ Marc S. kennt, weiss, dass er das Musikkon-
zept sicherlich in einer dynamischen Form an
das Motto der Crew Show anpassen wird.
Musical Moments Crew Show
15.12. - 19.12.2010, Türöffnung: 21.30
Showbeginn: 22.00
T&M, Marktgasse 14, 8001 rich
www.g-colors.ch
Why Not! im
Börsensaal
Der neue Gay-Event in Zürich
Nach einer langen Wartezeit, ist es nun so weit,
DJ Valeron, Resident DJ vom berühmtesten Gay
Club, dem Cavo Paradiso auf Mykonos, sowie
Resident DJ von dem Gay-Week-Festival auf My-
konos (eines der grössten Gay-Festivals, welches
im letzten August auf der griechischen Insel
stattgefunden hat, ähnlich wie die Circuit Party
in Barcelona) kommt zum ersten Mal in die
Schweiz, um an der Why Not!-Party aufzulegen.
Somit mussten die Line-ups anpasst werden, da
die Nacht nicht nger werden kann:
Valeron (Cavo Paradiso, Mykonos), Phil Romano
(Circuit, Italien), Vasco (France, la démence), Beat
Herren (Stairs Club), La Luna (Stairs Club, Aaah),
Angy Dee (Stairs Club, Aaah, Oxa), TonTon (Stairs
Club, Oxa).
Weihnachten naht und damit auch die Sonn-
tagsverkäufe in der Innenstadt. Daher endet die
Why Not! im Börsensaal bereits um 8.00 Uhr,
damit sich die Sonntagseinkäufer und die Why
Not!-Partycrowd nicht ins Gehege kommen.
Das heisst aber noch lange nicht, dass dies auch
das Ende der Feier-Fahnenstange ist: Ab 5.00
Uhr öffnet der Lotus Club seine Pforten, um bis
13.00 Uhr all jenen ein clubbiges Obdach zu bie-
ten, die erst in den fhen Morgenstunden auf
Touren kommen – weitertanzen bis in den f-
hen Nachmittag an der Why Not!-Afterhour!
Why Not!
18. Dezember 2010, 22.00 Uhr bis 8.00 Uhr
Börsensaal, Bleicherweg 5, 8001 Zürich
www.whynotparty.ch
Embassy of House
Neu ab Januar Club Aaah!
Der Club Aaah! bietet seit geraumer Zeit Lecker-
bissen für Musikliebhaber. Neu ab Januar wer-
den House-Music-Fans voll auf ihre Kosten kom-
men. Mit Embassy of House lanciert der Club
Aaah! das neue Label unter der Federführung
von DJ Gaetano.
Embassy of House soll die Vielfalt der House
Music den Gästen her bringen. Liebhaber die-
ser Musikrichtung sollen einen Ort haben und
die Garantie erhalten, dass genau ihre Musik je-
weils am ersten Samstag im Monat gespielt wird.
DJ Gaetano verspricht, House wirklich priori-
r zu behandel: von Soulful House, über Vo-
cal House bis hin zu House Classics und Deep
House. Als erfahrener und langjähriger DJ des
G-Colors weiss er genau, was die tanzwütigen
Gäste brauchen, um bis in die Morgenstunden
auf der Tanzäche zu bleiben.
Enmbassy of House
Neu ab Januar: jeden 1. Samstag im Monat
Club Aaah!, Marktgasse 14, 8001 Zürich
www.g-colors.ch
Shaft im
Dezember
...this was it...
Und wieder steht ein Wendepunkt bevor. Der
Lotus Club wird Ende Jahr seine Tore schlies-
sen. Damit verliert auch Shaft einmal mehr
eine Heimat. Nach sieben Parties im Lotus soll
die achte und letzte noch mal gefeiert werden
mit Überraschungen und Rückblenden auf ver-
gangene Zeiten.
Vier DJs werden ihr Bestes geben: 5th Element,
Mario S, Thomy B und Jesse Jay allesamt «local
hereos», die man nicht her vorstellen muss.
Wie, wann, wo und ob überhaupt es mit Shaft
weitergehen wird, ist noch nicht bekannt.
Desshalb: Nicht verpassen, es könnte die letzte
Männernacht sein.
Shaft – Closingparty
nnernacht, no dick no entry!
Samstag, 11. Dezember 2010, Ab 23 Uhr,
Lotus Club, Pngstweidstrasse 70
8005 Zürich.
www.shaft.ch
Menergy zum
Jahresende
«kitschy bitchy»
Schon zum vierten Mal gibt sich die Gay-Sause
Menergy zum Jahresende «kitschy bitchy»! Im
Knascht-Floor, wie gehabt, mit cooler Deko und
wie immer mit einem kleinen Show-Act. Dies-
mal gibt sich Marcy Darcy vom Partylabel «life is
a bitch» die Ehre. Die Zürcher Stimmungskano-
ne mit italienischen Wurzeln wird mächtig ein-
heizen! Unterstützt wird sie von zwei sexy Tän-
zern und den DJs Madhouse und Luc le Grand.
Im oor 2 gibts diesmal eine Neuheit! Deko in
Blauweiss und der Sound im «Villa Wahnsin-
mix! Gespielt wird kunterbunt von Charts über
Ballermann bis Party-Oldies, Disco sowie Schla-
ger! Schunkeln und mitsingen erlaubt! Mit den
DJs Groovemaster und Dynam!ke.
menergy- kitschy bitchy vol.4
Samstag 11. Dezember 2010, ab 22.00 Uhr
Knascht-Club, Löwengraben 18, 6000 Luzern
Nikitas Balkan
Gay Boys
Seit zwei Jahren erfolgreich
Nikitas Balkan Boys Parties feiern Ende Januar
bereits ihr 2-jähriges Bestehen. Die Fangemein-
de der Balkanparty wächst kontinuierlich seit
der Einführung des multikulturellen Partyla-
bels vor zwei Jahren. Einen grossen Beitrag zum
Erfolg leistet Nikita mit ihren heissen Balkan
Boys auf der hne. Die jeweiligen Shows be-
inhalten vor allem Songs aus der Balkanregi-
on, entweder in der Orginalversion oder in ver-
schiedenen Remixversionen mit viel Power und
Lebensfreude.
Doch nicht nur die Songs auf der Bühne folgen
dem regionalen Motto, sondern auch der DJ
19
CRUISER Edition Winter 10/11 Szene
spielt vor allem Hits aus der östlichen Region.
Zusätzlich wird das gesamte musikalische Kon-
zept mit Getnken und Snacks aus dem Balkan
unterstrichen. Und wer als nicht Balkan Boy
mal in die musikalische Welt des Ostens eintau-
chen möchte, wird sofort ein Teil der Gruppe,
denn was zählt, ist, dass man auf Männer steht!
Auf Balkan Boys halt.
Nikitas Balkan Gay Boys
Donnerstag, 27.01.2011
DJ QBass, Türe 21.30, Showbeginn 22.00
www.g-colors.ch
Star DJ Steven
Redant
15. Januar im Club Aaah!
Als ehemaliger Promoter von diversen Clubs in
Belgien konnte Steven Redant viel Erfahrung
sammeln. Aufgrund seines guten Musikge-
schmacks beendete er jedoch das Promoten und
konzentrierte sich auf seine Musik. Meist spielte
er für gute Freunde in Belgien, kleine wie grosse
Events. Als er gefragt wurde, ob er den Sommer
über in Ibiza im Club Privilege vier Mal die Wo-
che auegen könnte, wusste Steven noch nicht,
was dieses Angebot für seine Karriere bedeu-
ten würde. Danach wurde er Resident DJ des
WADclubs in Paris, der Red & Blue in Antwerpen
sowie der bekannten La Demence in Brüssel.
Des Weiteren bekam er Bookings beim Cannes
Film Festival, bei der Paris Fashion Week, dann
in London, Köln, Miami, New York, Barcelona,
Istanbul schliesslich kehrt er wieder zurück
nach Ibiza. Musikalisch gesehen, ist es schwer
einen bestimmten Stil bei Steven festzustel-
len. Er variiert von Latino zu DUB, von Tribal
bis Progressive, von Deep zu Tech-House. Eine
Mischung aus seinem spanischen Herzen, sei-
nem französischen Sinn für Fashion, seiner
belgischen Individualität, seim holländischen
Sinn für Sex und seinem globalen Sinn für Ei-
nigkeit. Seine Musik ist sexy, treibend, einfühl-
sam, warm, pumpend... alles, was die Tanzä-
che zum Kochen bringt.
Derzeit wird Steven Redant von allen ange-
sagten Clubs auf der ganzen Welt gebucht.
Mitte Januar ist er im Club Aaah!
Samstag, 15. Januar 2011
Club Aaah!, Marktgasse 14, 8001 Zürich
www.g-colors.ch
PlatZHirsch
Direkt am Hirschenplatz im
Niederdorf
«Zeitgemäss und nachhaltig, entspannend und
hell, besonders und doch für alle», so beschreibt
Geschäftsführerin Sigi Gübeli den jüngsten
Treffpunkt im Herzen der Stadt Zürich.
Mehrere Wochen lang verdeckte ein Baugerüst
die Fassade der Liegenschaft Ehrenfels, die 1878
vom Kaufmann Jakob Hitz-Wunderli im Stil der
Neurenaissance erbaut worden ist. Zuvor befand
sich hier das Geburtenhaus der Stadt Zürich.
In Zusammenarbeit mit der Denkmalpege
ist eine visuelle, auf die umliegenden Häuser
abgestimmte Einheit entstanden. Hinter den
vergoldeten, schmiedeisernen Balkonbrüs-
tungen und dem markanten Erkerturm entste-
hen an der Spitalgasse 3 im nächsten Jahr auch
noch moderne und preislich attraktive Hotel-
zimmer. Im Erdgeschoss hat die PlatZHirsch-
Bar als Treffpunkt mit Smokerlounge ihr Re-
vier gefunden: Eine Wohlfühl-Oase, geplant
vom international tätigen Inneinrichtungsteam
Decoris in Zürich.
Im PlatZHirsch agiert ein erfahrenes Service-
team. Das frisch gezapfte Zürcher Bier wird
mit einem handgeschlungenen Brezel gar-
niert. Zu den Cocktails kreiert von Barmix-
Vizeweltmeister Remo Thörig – gibt es eine raf-
niert gewürzte, mit Kräutern dekorierte und
saisongerechte Kern- und Nussmischung. Die
Snacks sind von Peter Marty – Foodstylist und
Privatkoch, der jahrelang bei den ganz grossen
Schweizer Köchen sein Handwerk erlernt hat
– inspiriert; speziell empfohlen sei der Schoggi-
chueche nach PlatZHirsch-Rezept!
Die Musik in angenehmer Lautstärke wird täg-
lich von DJ Marco Uhlig neu zusammengestellt.
Bequeme Sofas und Stühle erinnern an eine gute
Stube bei Freunden – dank modernster Technik
lassen sich die Sitzgelegenheiten und Tische der
Tages- bzw. Nachtzeit entsprechend in der Höhe
verstellen... r ste, die sich zurückziehen oder
auch bloss informieren wollen, stehen kostenlos
iPads zur Verfügung – mitten im Niederdorf ist
über Fingerklick die ganze Welt zu Hause.
Der PlatZHirsch will ein Treffpunkt mit Zeit-
geist im Döri sein.
Bar & Lounge PlatZHirsch
Eröffnungsabend: Mittwoch, 1. Dezember, ab
18.00 Uhr. Danach täglich geöffnet von 14.00
bis 04.00 Uhr
PlatZHirsch, Spitalgasse 3, 8001 rich
nnersache
Gay & Men only
Neu gilt ab Januar immer am letzten Samstag
hundert Prozent schwul. Der Club Aaah! stellt im
Eingangsbereich sicher, dass an den Gay-Men-on-
ly-Anlässen weder Frauen noch Hetero-Männer in
den Club nden. Das Aaah! reagiert mit dem spe-
ziellen Event auf die Bedürfnisse von jungen Män-
nern, die gerne ungestört unter sich sein möch-
ten. Zusätzlich zum Club-Bereich wird bei diesem
Event einiges auch im Cruising-Bereich angebo-
ten. Videolounge und Cruising-Areas werden wei-
terhin ein fester Bestandteil des Clubs bleiben.
Damit nicht genug, der Club Aaah! setzt noch
eins oben drauf.
More Music at Club Aaah! – Ab Januar gibts im
Club A aah! mehr Music. Jeden Freitag und Sams-
tag werden neu zwei DJs pro Abend den Club
Aaah! beschallen
Gay Men only
Am letzten Samstag im Monat
Club Aaah!, Marktgasse 14, 8001 Zürich
www.g-colors.ch
20
Gesellschaft CRUISER Edition Winter 10/11
«It Gets Better»
Obamas Slogan ist höchst optimistisch, die Ursache
zutiefst tragisch. Eine Suizidwelle hat die USA bestürzt
und aufgerüttelt.
Von René Gerber
«Springe von der G.W.-Brücke, sorry», schrieb Tyler Clementi
am 22. September 2010 auf Facebook
21
CRUISER Edition Winter 10/11 Gesellschaft
«Lieber tot als schwul.» Ein
Satz, den man nur mit
Anhrungszeichen schrei-
ben kann. Ein Satz, den
man nie irgendwo lesen will.
Ein Satz, der geschrieben
wird, in Rap-Texten und in
Abschiedsbriefen. Fünf
schwule US-Teenies haben
sich innerhalb von drei
Wochen das Leben genom-
men, weil sie verspottet
und gemobbt wurden. Auf
die tragischen Ereignisse
folgt eine breite Debatte.
Wohin führt sie?
«Springe von der G.W.-Brücke, sorry», schrieb Tyler Clementi am 22. Sep-
tember 2010 auf Facebook. Stunden später ndet die Polizei die Leiche des
18-hrigen im Hudson River. Tyler studierte an der Rutgers-Universität
in New Jersey. Ein überaus begabter Violinist war er, das wussten alle.
Schwul war er, das wussten sehr wenige. Drei Tage vor seinem Suizid bat
er Dharun Ravi, mit dem er das Zimmer teilte, ihn an diesem Abend al-
lein zu lassen, er habe Besuch. Dharun installierte heimlich eine Kamera,
lmte seinen Mitbewohner beim Sex mit einem Mann und stellte die
Aufnahmen als Livestream ins Internet, begleitet von spöttischen Kom-
mentaren. Es ist nicht bekannt, wie viele Studenten das Video in Realtime
und später auf YouTube tatsächlich sahen, doch das Gerücht verbreitete
sich an der Uni wie ein Lauffeuer, dies berichteten Studenten später den
neugierigen Medien. Tyler Clementi sah nur noch einen Ausweg. Ein trau-
riger Fall, ein tiefer Fall und leider kein Einzelfall.
Kurz vor Clementis Tod wurden drei vergleichbare lle publik. Seth
Walsh, gerade mal 13 Jahre alt, erhängte sich in Kalifornien, weil er von
seinen Mitschülern wegen seiner angeblichen oder tatsächlichen sexu-
ellen Orientierung (spielt es eine Rolle?) massiv gehänselt wurde. Nach
9 Tagen im Koma starb er. Asher Brown, ebenfalls 13, erschoss sich mit
dem Gewehr seines Stiefvaters. Am Morgen seines Todestages sprach er
mit seinen Eltern verzweifelt zum ersten Mal über seine Gefühle zu Jungs.
Sie versprachen ihm Unterstützung und wollten am Abend ausführlich
mit ihm reden. Dazu kam es nicht mehr. Auch Billy Lucas, 15, entschied
sich nach jahrelanger Ausgrenzung und Sprüchen wie «du verdienst es
nicht zu leben», seinem Leben ein Ende zu setzen.
Opfer, Promis, Politiker
Spätestens seit dem Todessturz von Tyler Clementi begann man, von ei-
ner Suizidwelle zu sprechen. Was verdammt nochmal ist da los? «Es ist
unglaublich, dass so etwas passiert, in New York, im 21. Jahrhundert»,
sagte etwa der Dirigent des Orchesters, in dem Tyler Violine spielte. Auch
Prominente und Politiker meldeten sich nun zu Wort, als eine der ersten
Ellen deGeneres. Die beliebte lesbische Talkshow-Moderatorin richtete
einen berührenden Appell an die Nation, sie sprach von einer landeswei-
ten Krise, einer stillen Epidemie. Starke Worte, aber sie mussten gesagt
werden. DeGeneres hatte vor 14 Jahren mit ihrem eigenen Coming-out
auf der Couch von Oprah Winfrey selbst für einen Skandal gesorgt. Ihre
Mutter war entsetzt, ihre Sitcom wurde eingestellt, weil Werbekunden
absprangen.
Auch Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe äusserte sich zutiefst be-
stürzt, Schauspieler Jim Carrey verurteilte das Gay-Mobbing deutlich, der
schwule nger Adam Lambert versuchte, Mut zu machen, und auch Super-
star Madonna fand klare Worte, als sie Homophobe mit Nazis verglich und
erzählte, sie habe sich als Teenager selbst fremd und ausgestossen gefühlt.
Er st i hr schw uler Tanzlehrer habe ihr gezeig t, da ss es völlig in O rd nung ist ,
anders zu sein, als er sie zum ersten Mal in eine Gay-Disco mitnahm.
Überschattet wurde das Engagement der Promis durch den Selbstmord
von Raymond Chase. Der 19-jährige Student, der kein Geheimnis aus sei-
ner Homosexualität machen wollte, erhängte sich nach monatelangen
Hasstiraden im Schlafsaal seiner Schule. Genau zu dem Zeitpunkt, als
landesweit über die Trauerfeiern für Tyler Clementi berichtet wurde. Der
Psychoterror gegenüber homosexuellen Teenies, «Gay Bullying», wurde
zum schwarzen Schlagwort, Tag für Tag gedruckt auf Titelseiten von Zei-
tungen. Besorgte konservative Eltern schrieben Leserbriefe, wollten die
öffentliche Diskussion zum Thema abbrechen. Als Reaktion auf einen
Gedenk tag f ür die Opfer des Gay-Mobbi ngs sc hrieb der ranghohe Sc hulpo -
litiker McCance auf seinem Facebook-Prol, er sei froh, dass sich Schwu-
le gegenseitig mit Aids ansteckten und sich nicht fortpanzen könnten.
Nach einem CNN-Interview legte er auf massiven öffentlichen Druck hin
sein Amt nieder. Rapper wie Eminem versicherten, ihre teilweise homo-
phoben Texte seien nicht ernst gemeint. Kurz darauf twitterte sein Kolle-
ge 50 Cent: «Jeder Typ über 25, der keine Muschis lecken will, soll sich um-
bringen», und bestritt daraufhin, diese Nachricht sei anti-gay gewesen.
Madonna ist für viele US-Teenies ein cooles Vorbild, 50 Cent auch.
Einen vorläugen Höhepunkt im Diskurs, der auch die Tragweite des
Themas deutlich macht, bildete die Videobotschaft Barack Obamas Ende
Oktober. Nach aufmunternden Worten von Aussenministerin Hillary
Clinton nahm der Psident persönlich Stellung und veröffentlichte
eine Videobotschaft auf der Website itgetsbetter.org. Der Video-Channel
wurde von Schriftsteller Dan Savage gegründet, mit dem Ziel, weitere
Suizide zu verhindern und LGBT-Teenagern in Schwierigkeiten Mut zu-
zusprechen. Nach dem Tod von Billy Lucas dachte Dan Savage gemäss
eigenen Angaben auf der Website: «Ich wünschte, ich hätte mit diesem
Jungen auch nur fünf Minuten sprechen können. Ich wünschte, ich hät-
te ihm sagen können, dass es besser wird, nach der Schule.» Das Video-
portal ist zu einem grossen Erfolg geworden, über 2000 Beiträge sind
bereits abzurufen, Botschaften von Showbiz-Stars, von Politikern, von
Betroffenen. Obama sagte in seiner Message: «Wir müssen endlich den
Mythos verbannen, dass Schikane und Mobbing etwas geworden ist, das
zum Erwachsenwerden dazugehört. Das ist es nicht.» Der schwule Enkel
eines homophoben TV-Hasspredigers erzählt hier seine Geschichte, ein
Stadtrat outet sich, Google-Mitarbeiter fordern Toleranz. Mit eswirdbes-
ser.org hat die Website inzwischen auch ein deutsches Pendant erhalten.
Seine Geburtsstunde erlebte das «It Gets Bette-Projekt auf YouTube. Da,
wo auch das Video veröffentlicht wurde, das Tyler Clementi in den Tod
trieb. Somit ist die Idee von Dan Savage zum hoffnungsvollen Gegenge-
wicht geworden, zum Gegenschlag mit gleichen Mitteln.
Was ist da los?
Die Wellen schlagen hoch, die Stimmen werden laut. Doch die Frage,
was da eigentlich los ist, die lässt sich so leicht nicht beantworten. Die
Geschichten wecken Emotionen, aber sie müssen auch zum analytischen
Nachdenken anregen. Die trag ischen Fä lle w urden erst durch Medienauf-
merksamkeit zu einer Reihe zusammengeknüpft. Mit jedem Gay-Suizid
wuchs das Interesse, das dem nächsten solchen Vorfall entgegengebracht
wurde. Die Fälle sind passiert, jeder für sich und alle zusammen. Sie sind
in den USA passiert, einem Staat irgendwie weit weg, der uns aber kul-
turell doch nahe steht. Das deutsche Spiegel-Magazin sprach von einem
neuen Schwulenhass in Amerika, von einer «Sexuellen Restauration».
23
CRUISER Edition Winter 10/11
Gesellschaft
Homo-Partnerschaften werden legal und dann wieder illegal, Schwule
in der Armee sind ein Streitthema, zu dem sich Obama nie wirklich deut-
lich äussern will, und in der Christopher Street in New York, da, wo einst
eine Gay-Bewegung entstand, da werden heute Gays verprügelt. Aber wie
amerikanisch ist das Problem, und wie schwul?
Die Fronten scheinen plötzlich verhärtet. Es ist leicht, in westlichen de-
mokratischen Ländern schwul zu sein, vergleichsweise leicht jedenfalls,
dachte man. Es ist ein Privileg, weiss man. Dass es nun plötzlich Demos
gegen Schwule gibt in den USA, dass in Leserforen des Tages-Anzeigers
unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit gefordert wird, in Sachen
Homosexualität auch eine andere sprich schwulenfeindliche Meinung
vertreten zu dürfen, was hat das zu bedeuten? Neokonservatismus, der
auf Bäumen wächst, die die Wirtschaftskrise gep anzt hat? Oder einfach
eine neue Welle der Konfrontation? Die Grenzen zwischen Privatsphäre
und Öffentlichkeit haben sich verschoben. Ein schwuler Teenager sitzt
bei seinem Coming-out vielleicht allein vor seinem Computer, schwu-
lenfeindliche Sprüche fallen nicht mehr hinter verschlossener Tür, sie
werden auf Face book gepostet.
Dass Jugendliche in Amerika massiv gemobbt werden, ist ein grosses Pro-
blem. Dass dieser Psychoterror bei Schulschluss nicht aufhört, sondern
online erst richtig anfängt, ist auch eines, auch ein grosses, ein anderes
und doch verkpftes. Dass bei dieser Art von Ausgrenzung die Wörter
«schwul» und «Schwuchtel» noch immer wirksame Waffen sind, ist ein
weiteres, vernachlässigteres, vielleicht grösseres. Wörter sind die Waffen,
die man am schnellsten übersieht, die kein Metalldetektor anzeigt. Auch
«Selbstmörder» ist ein problematisches Wort. Die Grenze zwischen Täter
und Opfer wird aufgehoben. Jemand hat Tyler Clementi ge lmt, jemand
hat Seth Walsh gedemütigt. «Ist er gesprungen oder wurde er gestossen?»,
schrieb ein Blogger nach Tylers Tod, sicher eine berechtigte Frage. In den
USA wurde in der aktuellen Diskussion das Wort «Bullycide» eingeführt,
ein Zusammenschluss von «Bullying» (=Mobbing) und «Suicide», Mobbi-
zid also. Die strafrechtliche Verfolgung involvierter Personen in den be-
schriebenen Fällen wird die Debatte noch nger am Laufen halten.
Die Spitze des Eisbergs
Wenn man vor Einzelschicksalen ratlos stehen bleibt, kann man bei Stati-
stiken anklopfen. Homosexuelle Jugendliche haben ein drei-Mal höheres
Suizidrisiko, sowohl in den USA als auch in der Schweiz. 25 Prozent der
schwulen Amerikaner unter 20 haben schon an Selbstmord gedacht.
Angehörige einer Religion haben ein niedrigeres Suizidrisiko. 9 von 10
Schwulen wurden in der Schule schikaniert.
Zahlen, die man ernst nehmen muss, ohne Zweifel. Dass homosexuelle
Jugendliche öfter Selbstmord begehen als heterosexuelle, das ist auch
hierzulande unumstritten und höchst bedenklich. Doch die Statistiken
bergen auch Gefahren, werden auch falsch interpretiert, oft beruhen sie
auf einer Multiplikation von Faktoren, die lediglich Schätzungen sind.
Es sind Statistiken, die wachrütteln können, aber auch stigmatisieren.
Der aktuelle Diskurs in den USA hat gezeigt, dass Homosexuelle häu g
vorschnell als Problemgruppe schubladisiert werden. Wenn sich eine
konservative evangelistische Gruppierung entscheidet, eine Kampagne
gegen Gay-Suizide zu lancieren, gleichzeitig aber Homosexualität als
widernatürlich verurteilt, offenbart sich das zentrale Problem der Dop-
pelmoral.
Alles möglich, alles toleriertv. Oder doch nicht? Auch in der Schweiz
spricht man in der schwullesbischen Community hinter vorgehaltener
Hand in Bezug auf Homophobie hauptsächlich über Migrationsprobleme,
über Osteuropa, über Eindeutiges und Manifestes. Die tief verankerte, oft
unterschwellige Homophobie in unserem eigenen Kulturkreis gerät oft
in Vergessenheit. Die Suizide in den USA sind vielleicht die Spitze eines
Eisbergs, ein Warnsignal, ein Denkanstoss.
Warum will ein Schweizer SVP-Politiker Homosexualität aus dem Lehr-
plan der Schulen verbannen? Wie ist es möglich, dass Berlusconi Affären
mit sehr jungen Frauen hat und sich dann mit dem Spruch «immerhin
bin ich nicht schwul» aus der Affäre zieht? Wie erkläre ich dem Göttibueb
Homosexualität? Welche Folgen kann es haben, wenn jemand auf dem
Pausenplatz «du schwule Sau» sagt?
Schuldige und Antworten ndet man nicht so leicht, es lässt sich nicht al-
les an einer einzigen Kausalitätskette aufreihen, hier ist nicht dort. Aber
Fragen kann man stellen, immer und überall. Still für sich oder laut in
der Öffentlichkeit.
Was ist da los? «Das muss ein Weckruf sein», hat Ellen deGeneres gesagt. «It
gets better», hat Psident Obama gesagt. Die Fragen sind da. Antworten
und Anlaufstellen kommen zu spät für Seth Walsh, für Billy Lucas, Asher
Brown, Raymond Chase und Tyler Clementi. r viele andere könnten sie
genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. «It gets better» muss bald ohne
Anführungszeichen geschrieben werden – und ohne Schlussstriche.
www.itgetsbetter.org, www.eswirdbesser.org
Anzeige
2424
Prävention CRUISER Edition Winter 10/11
Alteingesessene
Geschlechts-
krankheiten
sind wieder im
Kommen.
Wirksames Rezept dagegen:
Besser Bescheid wissen! Der
Easy Rider hilft!
Von Martin Ender
Die Aids-Hilfe Schweiz startet
eine neue Präventions-Kam-
pagne. Auf ihrer Webseite
Gay-Box präsentiert sie ab
Dezember den Easy Rider. Zur
neuen Kampagne wurde ein
Videoclip produziert, welcher
den Easy Rider mit vollem Kör-
pereinsatz zeigt. Zu sehen ist
der Clip ab dem 6. Dezember
auf www.gay-box.ch und
YouTube.
Neben HIV/Aids gibt es alteingesessene Ge-
schlechtskrankheiten, die in vielen Köpfen in
Vergessenheit geraten sind oder im Schatten
der HIV-Diskussion zu wenig Beachtung nden.
Beim Namen genannt sind dies in erster Linie
Syphilis, Tripper, Hepatitis und Chlamydien.
Diese Krankheiten nehmen derzeit wieder stark
zu, besonders bei schwulen Männern. Die Aids-
Hilfe Schweiz will mit der neuen Kampagne
«The Easy Rider» darauf hinweisen. Ziel ist es,
Syphilis & Co. mit Vollgas davonzufahren!
Diese Krankheiten sind heute bei schwulen
nnern verbreiteter als früher und sind kei-
nesfalls harmlos. Oft verursachen sie geringe
oder gar keine Beschwerden. Und hier liegt das
Problem. Denn wenn sie zu spät erkannt und be-
handelt werden, können sie die eigene Gesund-
heit gefährden und unwissend werden auch
weitere Sexpartner angesteckt. Zudem erhöhen
die genannten Krankheiten das Risiko, sich mit
HIV zu inzieren oder HIV weiterzugeben! Sa-
fer Sex sctzt zwar vor HIV, aber leider nur
bedingt vor anderen Geschlechtskrankheiten.
Easy Rider zeigt die glichkeiten auf, wie man
sich davor unkompliziert schützen kann. Dazu
gibt’s einen coolen Videoclip.
Der Easy Rider zeigt, wie’s geht
Weil selbst konsequentester Safer Sex eine An-
steckung mit anderen Geschlechtskrankheiten
nicht immer verhindern kann, sind zusätzliche
Schutzvorkehrungen wichtig. «Ein Easy Rider
kennt diese Massnahmen», propagiert die Aids-
Hilfe Schweiz und empehlt generell, sich ge-
gen Hepatitis A und B impfen zu lassen. Weiter
sollte man auf den eigenen Körper achten und
bei ersten Anzeichen einer Geschlechtskrank-
heit so rasch als möglich einen Arzt aufsuchen.
Untrügerische Anzeichen, dass etwas nicht
stimmt, sind zum Beispiel ein Brennen beim
Pinkeln, das Auftreten von Geschwüren und
Juckreiz an intimen Stellen.
Syphilis, Tripper und Chlamydien werden bei
schwulen Männern wieder häuger diagnosti-
ziert. nnern mit wechselnden Sexpartnern
wird empfohlen, sich mindestens ein Mal pro
Jahr auf diese drei Geschlechtskrankheiten un-
tersuchen zu lassen – selbst wenn keine Anzei-
chen auftreten. Die «Checkpoints» in rich
und Genf bieten schwulenfreundliche und un-
komplizierte Untersuchungen an. Im Falle einer
Infektion kann auch gleich mit der Behandlung
der Geschlechtskrankheit begonnen werden.
Möglichst viele Ansteckungen früh erkennen
und behandeln, ist das Ziel. Nur so kann die Zu-
nahme der Ansteckung gestoppt werden.
Wer nun besser Bescheid wissen will, wendet
sich dieses ganz einfach an www.gay-box.ch.
Dort sind die wichtigsten Infos und Tipps zum
Schutz vor Geschlechtskrankheiten in einer
speziell für die Kampagne eingerichteten Box
zusammengefasst. Der hilfreiche «Easy Rider»-
Videoclip ist ab dem 6. Dezember in der Gay-Box
zu sehen.
www.gay-box.ch
25
CRUISER Edition Winter 10/11 Musik
Zimtsterne und
Popstars
«Joy to the World» alle Jahre
wieder.
Von René Gerber
Ein kleiner Führer durch
das unterschätzte Genre der
Christmas Carols, durch
hen und Tiefen, Klassiker
und Neuentdeckungen.
Wenn man noch kaum wahrhaben will, dass
der Sommer zu Ende sein soll, stehen alljähr-
lich Weihnachtsgebäck und Weihnachts-CDs in
den Regalen, und wenn es dann endlich so weit
ist, landen die Zimtsterne auf dem Guetsliteller
und Mahalia Jackson, Elvis Presley oder James
Last auf dem Plattenteller. Mit vollem Mund sel-
ber singen geht ja nicht, und wie lautete doch
gleich die zweite Strophe?
Alte Bekannte wecken Erinnerungen, jüngere
Stars springen gleich reihenweise auf den Weih-
nachtszug auf. Sarah Connor und Christina
Aguilera haben neben unzähligen anderen
versucht, mit verkrampfter Gesangsakrobatik
ihre Version von «Silent Night» möglichst laut
anzupreisen. Doch neben ihnen und unerträg-
lichen House-Remixes besinnlicher Lieder gibt
es auch bessere Beispiele. Schon ganz erstaun-
lich, welche hochkarätigen Künstler jedes Jahr
das Pichtprogramm neu interpretieren. 2009
überraschten etwa Tori Amos, Bob Dylan und
Sting mit CDs, die weit mehr erreichten, als le-
diglich kurz vor Jahresende die Verkaufszahlen
der downloadgeschädigten Musikindustrie auf-
zupolieren.
Lennox, Boyle, Pink Martini?
Die interessanten Töne legt uns diesmal wohl
Annie Lennox unter den Weihnachtsbaum.
«Christmas Cornucopia» nennt sie ihr Werk,
und tatsächlich ist es ein überraschendes Füll-
horn geworden. Afrikanische Instrumente, ein
Kinderchor, dazu Annies Engelsstimme, die
sich über Standards und Neukompositionen
legt. Selbstverständlich iesst der Erlös in ein
Hilfswerk für HIV-positive Frauen in Afrika,
und hätte sie nicht in einem Interview klar-
gestellt, sie sei keine Heilige, so sicher re
man da nicht... Lennox hat zudem die Erklä-
rung geliefert, warum Musikerinnen ihres Ka-
libers Weihnachtslieder aufnehmen: «Sie gehen
mir einfach nicht aus dem Kopf, sie haben in
meinem Leben eine grosse Rolle gespielt.»
Aufregend und weltumspannend ist die Be-
scherung auch bei Pink Martini ausgefallen,
was Kenner des kleinen Orchesters aus Oregon
kaum verwundert. Vom japanischen Neujahrs-
lied zum texanischen Blues, die Reise ist auch
hier weit und voller Entdeckungen. Weihnach-
ten auf Arabisch im Sambatakt? Yes, Pink Mar-
tini kann’s.
Casting-Wunder Susan Boyle macht uns eben-
falls ein Geschenk, «The Gift» heisst ihr Album.
Hallelujah mit Geigen. Ob vergeigter Kitsch
oder behrende Nostalgie, das muss hier jeder
friedlich selbst entscheiden, und mit einem
sanfttigen Lächeln packen wir möglichst
schnell das nächste Geschenk aus. Eines, das
wir schon mal bekommen haben, 1994 von Ma-
riah Carey. Erneut posiert die Diva im Santa-
Kostüm, diesmal vor Plastikschneemann und
Photoshop-Sternen, was angesichts ihres sorg-
fältig aufgebauten Hip-Hop-Girl-Images etwas
befremdend wirkt.
Viel leichter gelingt es da den Puppini Sisters,
mit ihrem zauberhaften Harmoniegesang etwas
Sexiness in die Weihnachtsarena rieseln zu las-
sen. Stephanie, Marcella und Kate schmettern
ein «Jingle Bells» zum Niederknien. Bei Mariah
Carey kann man sich wie über das Spielzeug, das
man sich schon längst gewünscht hat, freuen
wenigstens über die «extra festliche» Einspie-
lung ihres Hits «All I Want for Christma. Aller-
dings muss man dazu schon ein Hardcore-Fan
von a) Mariah oder b) Weihnachten oder aber
bestenfalls c) beidem sein.
Last Christmas, next Christmas?
Ein grosser Hit war auch John Lennons «Happy
Xmas». Ja, ein Weihnachtslied kann Protestsong
sein, in diesem Fall gegen den Vietnamkrieg.
Den unübertroffenen Superhit in Sachen Pop-
Christmas lieferten allerdings Wham! 1984 mit
«Last Christma. Seit der Veröffentlichung ist
das Lied noch jedes Jahr in die deutschen Single-
Charts eingestiegen, wurde gecovert von Atomic
Kitten bis Travis. Gerüchten zufolge wollte die
Plattenrma damals möglichst rasch einen
Weihnachtssong veröffentlichen und Geor-
ge Michael textete sein «Last Eastekurzer-
hand um. Oster- oder Weihnachtsglocken, wen
kümmert‘s schon, wenn die Kasse stimmt? Der
Videoclip dazu wurde im Eiltempo in den Wal-
liser Alpen abgedreht.
Wer «Last Christmas» nicht mehr hören kann,
der sollte trotzdem noch kurz weiter lesen und
den Geheimtipps eine Chance geben. Der Nor-
wegerin Silje Nergaard zum Beispiel, die mit
jazzigen Eigenkompositionen und einem Roger-
Cicero-Duett Winterstimmung verbreitet, fast
so elegant wie es Diana Krall auf ihrer Scheibe
getan hat. Es gibt die Improvisationen des wun-
derbaren Pianisten Bugge Wesseltoft zu ent-
decken, wunderbar sanfte Klänge von Aimée
Mann, schön aufgeraute von Melissa Etheridge.
Instrumentales von Quadro Nuevo, Zeitloses
von Rat Pack oder Stevie Wonder, Süsses von
den Jackson 5 und den Supremes sowie uner-
setzliche Compilations wie «A Charlie Brown
Christmas» oder «A Very Special Christma
mit einem «Santa Baby» von Madonna, einem
«Winter Wonderland» von Eurythmics und ei-
ner Cover-Illustration von Keith Haring. Oder
wie wär‘s mit dem Song «Christmas Day» von
Dido, die übrigens am 25. Dezember Geburtstag
feiert? Hier kommt ihre behrende Melancho-
lie für einmal auf Rentierschlitten daher.
Wer nun noch immer kein Leuchten in den
Augen hat, der widmet sich entweder den Best
of-Alben, die ebenfalls Hochsaison haben (von
Robbie Williams über Nelly Furtado und Pink
bis Nena feiern alle mit), oder aber er macht
sich an die schwierige Aufgabe, im Festtags-Va-
kuum neue Musiktalente ausndig zu machen,
in Clubs oder auf MySpace, und dann zu hoffen
oder zu befürchten, dass sie es sind, die 2011 «O
du fröhliche» anstimmen werden.
26
Untenehmen CRUISER Edition Winter 10/11
Ohne Blut und Pein
Schönheit um jeden Preis? Diese Zeiten sind lange vorbei.
Von Lola Sara Arnold-Korf
Photos: © J.Jackie Baier, 2010
27
CRUISER Edition Winter 10/11 Untenehmen
Harry Schaller (47), Maître
des Zürcher Beauty-Saloons
«body esthetic», setzt auf
sanfte Methoden ohne
Messer und Skalpell. Mit
Erfolg, denn nicht-operative
Methoden sind nicht nur
gefahrloser, sondern vor al-
lem auch erschwinglicher!
Auch für sanfte Zahn-
schönheit ist inzwischen
gesorgt.
Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die Schönste im Schweizer
Land? Eine ist es ganz sicher nicht: Jocelyn Wildenstein. Die überzüch-
tete Millionen-Erbin aus den USA ist geschmacklich einst auf der Bana-
nenschale ausgerutscht und gilt mit Ihrem Cat-Woman-Look weltweit
als das Vorzeigeobjekt per se für Worst-Case-Schönheitsoperationen.
Ihr Erscheinen sorgt auf roten Teppichen rund um den Globus nicht für
Anerkennung, sondern regelssig für nacktes Entsetzen, was ihr den
Spitznamen «The Bride of Frankstein» einbrachte. Sie macht uns zumin-
dest eines damit klar: so dann besser nicht.
Schönheit sie liegt im Auge des Betrachters. Und sie kann kommen,
woher sie will. Aber sie muss natürlich sein. Zumindest sollte sie so aus-
sehen. Denn: Wer liebt schon Verstümmeltes und Entstelltes am Abend?
Richtig: keiner!
R.I.P.
«In der Schweiz, wie eigent lic h in ga nz Europa, geht der neue Schönheits-
trend ganz klar in Richtung nichtoperativer Eingriffe. Unsere Kunden
stehen nach der Michael-Jackson-Ära eher auf das nichtoperative Schön-
heitssegment», weiss Harry Schaller (47), Maître des Zürcher Beauty-
Saloons body esthetic (www.bodyesthetic.ch), zu berichten. «Nach den
verheerenden Meldungen in TV und in Magazinen über misslungene
Schönheitsoperationen ist die Lust, sich auf den OP-Tisch zu legen, inzwi-
schen wieder stark gesunken.»
Und in der Tat: In der Zürcher Seefeldstrasse, wo Schaller sein Zentrum
für sanfte Schönmacher betreibt, geht es in der Vorweihnachtszeit hoch
her und «auch der Terminkalender für Januar und Februar ist fast voll.
Im neuen Jahr will jeder erst richtig durchstarten!», erkrt sich Robinson
Morett, Schallers Gescfts- und Lebenspartner, den aktuellen Run auf
das Stübchen. Ganz nebenbei wird derzeit hinter den Kulissen gar hek-
tisch ausgebaut. Zu den bisherigen 150 Quadratmetern Behandlungsä-
che sollen sich im nächsten Jahr gleich weitere 170 Quadratmeter gesel-
len dann muss es ja was Gutes geben!
Express with «Accent»-Access
Neben Botox- und Eigenfett-Unterspritzungen – sattsam bekannt, doch
immer noch ein Renner - nden derzeit vor allem Hautstraffungen regen
Zuspruch. Schallers «Accent»-Programm verspricht dabei, das Gesicht
und die Augenpartie, aber auch Bauch, Oberarme, Po und Oberschenkel
um viele Jahre zu verjüngen. «Das Prinzip besteht darin, dass die tiefe Le-
derhaut und das Fettgewebe mit hochfrequenten Radiowellen bestrahlt
werden. Die gewünschten Schichten werden zusätzlich selektiv erwärmt,
wobei die Epidermis, die Oberhaut, gleichzeitig gekühlt und geschützt
wird.» Diese selektive Errmung bildet neues Kollagen, dessen Konzen-
tration und Stabilität im Alter abnimmt und die Haut erschlaffen lässt.
Durch die Behandlung zieht sich das noch vorhandene Kollagen zusam-
men, was auch «Shrinking» genannt wird. Die brösen Fasern verkürzen
sich und die Haut wirkt straffer und jugendlicher.
Harry Schaller erkrt, was uns wieder jünger aussehen lässt: «Das Hoch-
frequenzgerät besit zt un i- und bipolare St röme mit genauer Eindr ing tie -
fe.» Die Fachterminologie mit «unipolaren Applikatore, wahlweise auch
bipolar ist allerdings nichts für schwache Gemüter und dann vielleicht
auch gar nicht so wichtig Hauptsache, es hilft!
Die Kosten liegen pro Behandlung beispielsweise für das komplette Ge-
sicht mit Hals bei 450 Franken. Für die seitliche Augenbehandlung zahlt
man gerade einmal 100 Franken pro Sitzung und Oberarme kosten je
nach Umfang 200 bis 600 Franken pro Sitzung.
Mit «Cavitation» zur sportiven Gazelle
«Jeder will zu Weihnachten vor der Verwandtschaft glänzen!», weiss Har-
ry Schaller. «Jedenfalls will sich niemand unter dem Tannenbaum anhö-
ren müssen, dass er schon wieder zu dick geworden sei.» Das Zauberwort
für magische Gewichtsreduktion heisst in diesem Jahr: Cavitation. Neben
einem Diät- und Sportprogramm, das sich unterstützend empehlt, wer-
den bei dieser neuen Kombinationstherapie vier verschiedene Formen
von Ultraschall und eine Therapie zur Stimulation des Lymphsystems
verwendet. Der Effekt: Der Fettabbau ist für den Körper einfacher und
geht schneller.
Damit die mühsam weggestrahlten, -geriebenen und -geredeten Pfunde
nach der Behandlung nicht gleich wieder beim grossen Weihnachts-
schlemmen angefuttert werden, wird innerhalb der rund dreistündigen
Sitzung auch das Thema Ernährung ausführlich besprochen. «Niemand
braucht zu glauben, dass die Maschinen die komplette Arbeit überneh-
men. Jeder Klient muss hier auch seinen eigenen Beitrag leisten, wenn
der Effekt von Dauer sein soll», so Schaller.
Das ganze Paket «Cavitation» kostet in einer zwei- bis vierstündigen Sit-
zung, je nach Körperzone, pro Sitzung zwischen 400 und 600 Franken.
Bleibt die Frage, woher die neuar tigen Trends eigent lich sta mmen? M itar -
beiter Robinson Morett berichtet: «Wir reisen jedes Jahr für viele Monate
nach Südamerika, um die neuesten Trends für den Schweizer Markt aus-
zukundschaften. In Südamerika wird eifrig, ohne staatliche Kontrolle
fröhlich geschnibbelt und auch sonst sehr viel experimentiert. Da gibt
es nämlich keinen oder so gut wie keinen Haftungsschutz. Und von dort
gelangen die neuen Schönheitstechniken dann nahezu wöchentlich auf
den Beauty-Markt in die USA. Wir suchen uns die neuen Anregungen he-
raus, die wir unserer Kundschaft gegenüber vertreten können.»
Plastikzahnspange statt Metall-Baustelle
Auch wenn sich der Mund öffnet, muss es zur neu erworbenen Schönheit
passen. Denn «Zähne sind ein Statussymbol. Jeder wünscht sich weisse
hne, denn sie strahlen Kraft, Energie und Wohlbenden aus», weiss
Doktor med. dent. Martin Lehner (www.zahnaerztehoengg.ch). Der blon-
de Engel, dem die Männer vertrauen, praktiziert in Zürichs Limmattal-
strasse 25 und er hat festgestellt: «Das ästhetische Bewusstsein, speziell
auch bei nnern, hat in den letzten Jahren unglaublich zugenommen
Waren Zähne in leicht Beige oder der Farbnuance Butter in den 90er-
Jahren noch einigermassen salonfähig, sind sie es seit einigen Jahren
denitiv nicht mehr.
Zahnkosmetik beginnt Lehners Meinung nach schon bei Zahnfehlstel-
lungen, die in der Jugend nie behandelt wurden, welche sich aber durch-
aus noch im reiferen Alter korrigieren lassen. Allerdings: «Der Peinlich-
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Untenehmen CRUISER Edition Winter 10/11
keitsfaktor einer Metall-Zahnspange schreckte früher viele ab». Statt mit
Metall wird deshalb heute mit durchsichtigem Kunststoff gearbeitet.
Eine neue Technik namens «Invisaligverschiebt die hne sanft mit
einer dünnen, durchsichtigen Kunststoffkappe («Aligner»), die auf die
hne gesetzt wird. «Die ist so gut wie unsichtbar und kann auch beim
Essen und Trinken anbehalten werden», erläutert Dr. Lehner. Im Laufe
der Behandlung werden diese Aligner dann durch neue ersetzt. Je nach
Fehlstellung und Dauer der Behandlung kostet eine Invisalign-Therapie
zwischen 4000 und 10000 Franken, bei einer Dauer von im Schnitt etwa
ein bis zwei Jahren.
Strahlendes Weiss und dazu «Bling Bling»
Was in Amerika schon seit vielen Jahren Standard ist, dass die Zähne von
Hollywoods Schauspielern inzwischen stets weisser als das Tischporzellan
sind, hat sich mittlerweile auch in der Schweiz durchgesetzt: Bleaching
zum Au f hellen der Zähne! Es gibt Bleac hi ng-P roduk te inz wi sc hen auch i n
Apotheken, Drogerien und Supermärkten sozusagen für die überschau-
bare Geldbörse. Und das sogar, entgegen aller anderen Behauptungen
missgünstiger Nachbarn, auch in der Schweiz! «Aber wer sicher gehen
will, dass keine Zahneischschäden durch Verätzungen auftreten, sollte
sich entweder über den Zahnarzt eine auf das Gebiss abgestimmte Schiene
anfertigen lassen, und dann selber bleichen, zum Beispiel mit Cabermid-
peroxid Gel 35», empehlt der blonde Doktorengel. «Oder er kann gleich
die Variante des Power-Bleachings direkt beim Zahnarzt nutzen.»
Hierbei wird das Zahneisch mit einer gummiartigen Masse komplett
«abgeklebt», so dass keine Ätzüssigkeit das Gewebe schädigen kann.
«Der Vorteil dieses Power-Bleachings besteht darin, dass die Konzentra-
tion des Wasserstoffperoxids höher dosiert werden kanerläutert Dok-
tor Lehner. Die chemische Reaktion zur Aufhellung wird dann durch
höchst energetisches Licht verstärkt. Der einzige Nachteil besteht darin,
dass das Ergebnis nicht vorhersehbar ist und in einigen Fällen eine zweite
Behandlung notwendig werden kann.»
Und da perfekte Ausstrahlung neben blendend weissen Zähnen auch
einiger Accessoires bedarf, hat Doktor Lehner auch schon den «Bling
Bling Trend» für 2011 aufgestöbert: «Auf klebbareDazzlers-mit Gold-
folie und ‹Skyces›-Strasssteinen liefern hier den nötigen Trend-Fein-
schliff
Gammelige Zähne verschwinden diskret
hinter Veneers
Eine andere Methode, Zähne weiss erstrahlen zu lassen, sind so genannte
Veneers. «Das sind hauc hdü nne, l ichtdu rch lä ssige K era mi ks cha le n, die mit
einem Spezialkleber auf der Zahnoberäche angebracht werden», erutert
Dr. Lehner. «Im Regelfall werden sie auf den Frontzähnen bis zu den Eck-
hnen aufgeklebt.» Diese Haftschalen bestehen aus langlebigem Porzellan
und auch kleine Fehlstellungen der Zähne lassen sich damit kaschieren.
Allerdings: Bisher musste eine hauchdünne Schicht des Zahnschmelz an-
geschliffen werden, was den Zahn beschädigt. «Die neuartigenNon-Prep
Veneers› sind im Gegensatz zu konventionellen Veneers heute sehr viel
dünner. Ihre Stärke liegt bei 0,2 bis 0,3 Millimetern. Deshalb können sie
fast ohne vorheriges Beschleifen unmittelbar auf die Zahnhartsubstanz
aufgetragen werden», so Doktor Lehner. Veneers halten mindestens 15
Jahre und kosten pro Zahn etwa 1200 Franken. Da man sie meist nur in
der oberen Zahnreihe für die mittleren sechs Zähne anwendet, kostet der
unve rw üst liche Za hn schön heit s- Lo ok da nn a ller ding s n ic ht d ie Welt zu-
mindest auf das Jahr gerechnet.
Zum Abschluss bleibt festzuhalten, dass sich in der kommenden Schön-
heitssaison 2011 ein ige Trends aus Süd- und Nordameri ka wohl glück li -
cherweise, und zur Erleichterung aller nicht durchsetzen werden: Dazu
gehört nach Maître Harry Schaller von body esthetic zum Beispiel das
südamerikanische «Home-Ofce-Lifting-Set». Intimkenner, Freund und
Gesc hä ftspar tner Robinson Moret t k lärt auf: «Lif ting mit dün nen Metal l-
fäden unter der Haut, die man nach Belieben mit der Kneifzange verkür-
zen kann – ich habs gesehen und war schockiert!» Und für den blonden
Mä nnerschwar m, der n icht nu r Maschinen zum rot ieren br ing t, Doc Ma r-
tin, ist schon heute klar: «Durchgehende Gold- und Diamantenschienen,
so genannte Caps› auf den hnen, wie sie die Rapper in den USA tragen,
sollten auf keinen Fall Zürichs Strassen verunglimpfen!»
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CRUISER Edition Winter 10/11
Kolumne
Der grosse
Beziehungs-
atheismus
Von Michi Rüegg
«Ich glaube, die Beziehung funktioniert nur,
weil der Sex gut ist», sagt die Elfe. Die Elfe, ei-
gentlich ein Er, ist Mitte zwanzig und feiert
gerade ein Jahr Freundhaben. Die Elfe würde
es gerne häu ger mit Schatzi treiben, doch
Schatzi reicht eigentlich einmal die Woche Pe-
netration und ab und zu Ober ächensex. Man
muss sich arrangieren. Irgendwie gehts.
Dabei wollen einem doch immer alle einreden,
dass der Sex nicht das Wichtigste in einer Be-
ziehung ist. Vor allem will man sich das selbst
ei nr eden. We nn sic h beide ga nz doll l ieb haben,
wenn man miteinander vertraut ist, wenn die
Herzen im gleichen Takt schlagen. Dann soll
Sex auch gut sein, wenn er eigentlich nicht so
gut i st. Und we